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SennMag, tcn A. M1926

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Mamlvlia gegen Wumifu

ff. Loudon, 29. Juli.Time s" meldet aus Tientsin, der Feldzug gegen diena= tioualen" Streitkräfte sei beendet. Die Ein­nahme des Hankaupasies durch die Alliierten sei unmöglich. Deshalb habe Marschall Tschangsolin eine Vereinbarung mit den nationalen Streitkräften getroffen, gemein­sam gegen seinen bisherigen Ver­bündeten Wuveifu vorzugeb en. der sich übrigens in verzweifelter Lage befinde. Diese sensationelle Entwickelung entsvreche durchaus den chinesischen militärischen Tra­ditionen.

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Amerika und Frankreich

Loudon, 28. Juli. Nach Blättermel- dungen aus New A o r k ist Präsident C o o - l id g e der Ansicht, daß die den Amerikanern in Frankreich erwiesenen Feindseliglei- ten und die Erklärungen französischer Re­gierungsbeamter in den Vereinigten Staaten eine Bewegung auslösen werden, die sich ge­gen das Schuldenabkommen mit Frankreich richtet und strengere Br» dingungen fordert. Der Präsident glaube, daß infolge der Agitation für die Annullie­rung oder für günstigere Bedingungen die Ratifizierung der Abkommen un­möglich sei» werde, wenn Frankreich sich nicht schnell ehrlich bereit zeige, die Beding­ungen de» Abkommens an,«nehme«. Ferner wird berichtet, daß die amerikanischen Bot­schafter in Paris und London mehrere Mo­nate vor ihrem gewöhnlichen Urlaub im Herbst Coolidge über die Lage in Europa Bericht erstatten werden.

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Das Echo der RegierungS- ErMmng in Frankreich

Der Ternps " bespricht die gestrige Ab­stimmung in der Kammer und hebt als beson­deren Ernst die Tatsache hervor, daß etwa 50 Radikale sich an der Vertrauens­abstimmung nicht beteiligt hätten. Sie weigerten sich also, an der Politik der Eini­gung mitzuarbeiten, trotzdem ihr Führer im Ministerium sitze und trotzdem sechs Ange­hörige vom Kartell der Linken Minister­portefeuilles erhalten hätten. Das sei eine ernste Tatsache, weil sie dieselben Tendenzen offenbare und dieselbe Taktik vermuten lasse, me man vor den Wahlen im Mai 1924 zur Anwendung gebracht habe. Es finde stets ein starkes Echo im Lande, das leide, wenn Politiker sich rühmen können, keine Steuern bewilligt zu haben. Trotzdem Poincare den Radikalen entgegengekommen sei, sei es bei der Zusammensetzung seines Kabinetts, sei es bei der Ausarbeitung seiner Finanzgcsehe, ver­suchten gewisse radikale Abgeordnete die natio­nale Einheit zu lockern und hätten bereits jetzt eine Vresche in sie geschlagen.

DasJournal des Debats" schreibt bei der Besprechung der Finanzgesehe: Un­sicher bleibt und darüber mutz die Regie­rung Aufklärung geben wie sie die un­unmittelbar bevorstehenden Verpflichtungen erfüllen will. Die neuen Steuern werden nicht sofort einen Ertrag bringen und die derzeitige Bezahlung der Steuern wird nur ein Zuschuh sein. Die Regierung hat gewiß ihre Vorsichts- mahregeln getroffen.

Warme »er dem zinaazanWnß

Paris, 28. Juli. Der Finanzausschuß der Kammer hat heute nachmittag mit der Durchberatung der Finanzgesetze begonnen. Der Finanzausschuh wird die Beratung dieser Finanzgesetze bis morgen vormittag beendet haben, da die Geschäftsordnung vorschreibt, dah im Falle der bewilligten Dringlichkeit der Bericht für das Plenum 24 Stunden vor der Beratung imJournal Offiziell" ver­öffentlicht wird. Die Beratung im Plenum ist bekanntlich auf Freitag nachmittag 3 Uhr festgesetzt.

Zu Beginn der Sitzung hat Minister­präsident Poincare vor dem Finanzaus­schuh der Kammer ein vollständiges Evose über die Bestimmungen seiner gestern ein­gebrachten Finanzgesetzentwürse gegeben. Dem Finanzausschuh liegt überdies ein so-

Was seht m Pelm vor?

Röstungen undFafpeKsnttchen an dir litanifchm Md drMen Grenze

In den letzten Wochen kommen von allen möglichen Seiten immer wieder Meldungen über auffällige militärische Rüstungen in Polen. Daß diese durchaus nicht der Be­gründung entbehren, geht aus der Meldung hervor, daß am 24. Juli General Min- k i e w i c z von einer sechswöchentlichen In­spektionsreise an der polnisch-litau­ischen Grenze zurückqekehrt ist und P i l s u d s k i einen in allen Einzelheiten ansgearbeiteten Bericht übermittelte. Ne­ben Minkicwicz haben auch andere Pilsudski ergebene Offiziere die litauische Grenze bereist. In Wilna wird unter dem General Rhdz-Smigly die beste Kampftruppe Pilsudskis zusammengezogen. Nach Mel­dungen der polnischen Blätter beabsichtigt Pilsudski, das Budget des Kriegsministeri­ums unb der Polizeiderwaltung für die nächsten Jahre stufenweise zu erhöhen und der Eisenbahn größere Subventionen zu ge­währen, die für den Ausbau der stra­tegischen Linien Verwendung finden sollen.

Beachtlich ist sodann die Meldung, daß am Montag dieser Woche unter dem Vorsitz Pilsudskis die zweite Konferenz der Leiter der polnischen Kriegsin­dustrie stattfand, an der auch der Staats­präsident, der Ministerpräsident, der Han­delsminister sowie verschiedene Generale und Fachleute sich beteiligten. Man faßte wich­tige Beschlüsse, so den Ausbau der Stickstoffind ustr ie. Auch die Re­form der polnischen Armee, findet unter Pilsudski eine bemerkenswerte Fort­setzung. So hat Pilsudski jetzt die Bildung eines Marine-Departements im Kriegsmi­nisterium angeordnet.

Die nationaleGazeta WarczawZko Po ranne" veröffentlicht soeben einen be­merkenswerten Artikel über die Organisation der Pilsudski-Jäger, in dem folgende Einzel­heiten bekannt gegeben werden: Die sogenann­ten Jäger sind eine bewaffnete Kampforgani­sation Pilsudskis, die jederzeit bereit ist, alle seine BZehle auszuführen. D>e Organisation zählt bereits 230 000 Mitglieder und wächst mit ledern Tage. Jetzt hat sie ihre Werbe­tätigkeit auf die Westprovinzen verlegt, näm­lich nach Pommerellcn und Ober­schlesien. Die Jäger erhalten vom Kriegs- minlsterium Waffen, Munition und Geldsum­men zugewiesen und werden von berufs­mäßigen Offizieren ausgebildet. Mit Recht fragt zum Schluß das Blatt, für welche Zwecke diese Organisation eigentlich ge­schaffen werde, da Angriffe von Seiten Deutschlands bei der Schwäche der Reichs­wehr nicht zu befürchten seren.

Beachtlich sind in diesem Zusammenhänge weiter Nachrichten über neue polnische Wehrverbände. So wird am 11. und 12. September in der Bromberger Gegend der Verband der polnischen Rcserveunteroffiziere große militärische Manöver abhal- ren, die von aktiven Offizieren geleitet werden. Am 5. September soll in Birkkenthal bei Rhb- nik in Oberschlesien ein auf dem Bismarckturm aufgestelltes Denkmal, ebenso in Königshütte ein Jnsurgentendenkmal elngeweiht werden. Hierbei sollen große militärische Kundgebungen in Ostoberschlesien erfolgen unter Beteiligung Pilsudskis, des Ministerpräsidenten Bartels uno des Innenministers General Mvdzianowsk:.

Unter solchen Umständen erscheinen die Frie­denskundgebungen Zalewskis in einem eigen­artigen Lichte.

zialistischer ©egenentmurf zur Prüfung vor, den der Abg. Antonelli ver­treten wird. Die Hauptpunkte dieses ©egen- entwurfes sind 1. Zwangskonsolidierung der schwebenden Schuld. 2. Ablösung der aus­wärtigen Schuld durch Schaffung einer ver­mittels der Dawesannuitäten zu speisenden Perwaliungskasse, 3. Schaffung einer Devisen­zentrale mit dem Zweck, lediglich wirtschafts­politisch notwendige Devisenoperationen zuzu- lasien und 4. Eintreibung einer einmaligen Zusatzabgabe in Höhe der Hälfte der direkten Steuer des Jahres 1925.

Verzögerung der Einzelberatung.

ft. Paris, 29. Juli. Der Finanzausschuh der Kammer hat in seiner Nachtsitzung die Einzelberatung des Poincaräschen Finanzgesetz­entwurfs nicht beendet; er setzt sie heute vormittag fort. Das Plenum wird sich infolge- dessen erst am Sonnabend mit dem ©esetzenr- wurs beschäftigen können.

Ein Antrag gegen die französische Franken- spekulation.

Paris, 28. Juli. Der radikale Ab­geordnete C o n n v o t hat in der Kammer einen Gesetzentwurf eingebracht, wonach französische Staatsangehörige, die zu dem Zwecke der Spekulation gegen den Franken oder um den bestehenden Steuern zu ent­gehen, irgendwelche Kapitalien im Aus­lande verheimlichen oder Devisen, die sie nicht zu ordnungsmäßigen Zahlungen be­nötigen, nicht innerhalb der üblichen Frist ins Inland bringen, mit Gefängnis von von ein bis fünf Jahren und mit Ein­ziehung der verheimlichten Beträge be­straft werden sollen. Während zweier Mo­nate nach Inkrafttreten des Gesetzes soll für diese Handlungen volle Straffreiheit gewährt werden.

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ein neuer 6WW in der Eifel

DieKöln. Ztg." meldet aus Trier: Der rommandierende General der 17. JnfFN-> terie-Division in Düren hat dem hiesigen Regierungspräsidenten von einem Beschluß Mitteilung gemacht, in der Gegend von Dahlem, Kreis Schleiden, einen vorläu­figen Artillerie-Schießplatz zu er­richten. Ter Schießplatz umfaßt als Schuß­feld das unbewaldete Gelände im Westen und Norden von Dahlem. Die Gefahrzone ist begrenzt durch 11 außerhalb des Schieß­platzes liegende Ortschaften. Die die Schieß- schulen bildenden Artillerietruppen werden erforderlichenfalls in den umliegenden Ort-, schäften untergebracht. Die entstandenen

Schäden sollen sofort nach Beendigung der Schießzeit durch den gemischten Ausschuß festgestellt werden. Tie betroffenen Ort­schaften wurden bereits im letzten Jahr durch Manovereinauartierung weit mehr als in Vorkriegszeiten belastet, zumal die jetzi­gen Einquartierungen von längerer Dauer sind.

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Srr engWc Mteniiieit

fb. London. 29. Juli. Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" meldet: Der Vollzugsausschuß bet parlamen­tarischen Arbeiterpartei hat den Vollzugsaus­schuß des Bergarbeiteroerbandes für heute zu einer Konferenz im Unterhaus eingeladen.

Der Sekretär des Bergarbeitervecbandes Koch sagte in einer Rede: Die Annahme, der Bcrgarbeiterstreib sei zu Ende und die Berg­leute hätten verloren, sei nicht richtig. Die Bergarbeiterdelegierten würden nach seiner Ansicht am Freitag erklären, daß sie lieber die Gefängnisse und die Arbeitshäuser als die Friedhöfe füllen wollten. Die Berg­arbeiter können den Kampf nur durch Hunger verlieren. Er strebe nach einem Abkommen, das den Bergarbeitern das Leben ermögliche, ohne daß sie alle 12 Monate um einen ange­messenen Lohn kämpfen müßten. Es seien 4 Leute nach Amerika gesandt worden, andere würden nach anderen Ländern gehen, um Unter st ützungsgeder zu sammeln. Solange die 8-Stundenvorlage im Wege stehe, würden die Vertreter der Bergleute weder mit den Bergwerksbesitzern noch mit der Regierung verhandeln. .

ft. London, 29. Juli. Die Zahl der ar- beiiswilligen Bergleute in Warwickshire ist gestern von 6000 auf 4000 gesunken.

ft. London, 29. Juli. Der Setretär für Bergbau hat Anweisungen erlassen, durch die einige Entschließungen betreffend Verbrauch von Hausbrandtohle gemildert werden, da g e - niigend Jmportkohle zur Verfügung stehe.

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RusMr Mir

Moskau, 28. Juli. Rach dem Beschluß des Hauptkriegsgerichts sind fünf rumäni­sche Spione erschossen worden. Die Spione, bei denen Aufnahmen und Skizzen über die Lage der Roten Armee gefunden wurden, wurden bei dem Versuch, die russisch- rumänische Grenze zu überschreiten, verhaftet. Das Außenkommisiariat hat durch den russi­schen Gesandten in Wien eine Protestnote an die rmänische Regierung gerichtet. . ,

Irr unsichere Mst von Somme"

London, 28. Juli. (WB.) Im Unterhaus fragte Ponsonby, ob von der deutschen Regierung auf die neue an Deutschland er­gangene Mitteilung der Interalliierten Kon­trollkommission in Sachen der deutschen Ab­rüstung eine Antwort eingelaufen sei. Chamberlain erwiderte, daß er feiner Antwort vom 21. Juli nichts hinzuzufügen habe. Ponsonby fragte weiter, ob die englische Oiegierung in Uebereinftimmung mit der Z u - sage, die sie in Locarno oder kurz da­rnach gegeben habe und mit der Absicht, die noch ausstehenden Differenzpunkte vor dem Zusammentritt der Völkerbundsver­sammlung im September zu regeln, den an­deren Besatzungsmächten die nötigen Schritte vorzuschlagen beabsichtige und die Anzahl der alliierten Truppen im besetzten Gebiet auf die Kopfstürke zu vermindern, die Deutschland vor dem Kriege im Rheinland unterhalten habe.

Chamberlain antwortete, man habe der deutschen Regierung keinerlei Zusage ge­geben, daß die Besatzungstruppen im Rheinland auf die Zahl der deutschen Garnisontruppen vor dem Kriege vermin­dert würden.

Die Regierung halte sich selbstverständlich nach wie vor an die Note der Botschafter-Kon­ferenz vom 14. November.

Deutschlands Eintritt in den Völkerbund und die Rheinlandbefatzung.

London. 28. Juli. Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph verweist darauf, daß sich Schwierigkeiten für Deutsch­lands Eintritt in den Völkerbund ergeben könnten, wenn bis September nicht eine be­trächtliche Verminderung in der Stärk« der Rheinlandbosetznug eintritt.

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Reue Wege zur Erfsrfchuug »er stoüW»

Berlin, 28. Julr. Die durch die Akten« Veröffentlichung des Auswärtigen Amtes und Schriftstücke in anderen Ländern genährte und durch das allmähliche Zutagekreten ergänzender Schriftstücke in anderen Ländern genährte unb geförderte Untersuchung der Kriegsschuld­frage hat in der deutschen OefsenÜichkeit durch die Borträge eine besondere Aktualität erhalten, die der amerikanische Universitäts­professor Harry Eimer Barnes, der Ver­fasser des WerkesThe Genesis of the World War" in den beiden letzten Tagen in Berlin hielt. Das Werk dieses Gelehrten, der die Kriegsschuldfrage ohne jede politische Stel­lungnahme zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung gemacht hat, wird demnächst in deutscher Sprache erscheinen. Seine Schlußfol­gerungen, wonach Deutschland nur im geringsten Maße für den Ausbruch des Weltkrieges verantwortlich ist, während sich in die H a u p t stch u l d Rußland und Frankreich, an zweiter Stelle Oesterreich- Ungarn teilen, erheben Anspruch auf voll­kommenste Objektivität.

In engerem Kreise gab Professor Barnes bann einen Ueberbltck über die Entwicklung des Problems unter dem Gesichtswinkel der histo­rischen Forschungsarbeit, an der übrigens Frankreichs Gelehrte überragend be­teiligt seien. Dabei wurde auf die auffällige Abstufung hingewiesen, mit der die einzelnen am Kriege beteiligten Mächte der moralischen Forderung nach einer Oeffnung ihrer Archive entsprächen . Es sei mit ziemlicher Sicherhest zu erwarten, daß eine Vervollständigung der russi­schen Aktenstück und ihre Zusammenstellung mit den bisher nicht amtlich herausgegebenen serbischen Dokumenten die Barnessche These als richtig erweisen würden, wo­nach zaristische Behörden im voraus um das Attentat von Serazcwo gewußt hätten, also die bewußte Entfesselung der Katastrophe Ruß­land vollständig zur Last falle.

Jedenfalls ist die wissenschaftliche Ersor- schuieg der Kriegsschuldfrage, die an sich mit dem deutschen Kampf gegen das Stigma des Versailler Vertrages und die auf ihm aufge­bauten materiellen Folgen nichts zu tun hat, feit einiger Zeit in ein aussichtsreiche- res Stadium getreten. Nach den Vor­schlägen des amerikanischen Gelehrten sollen die Forscher der verschiedenen Län­der, die sich vom historischen und turistischen Standpunkt mit der Schuldfrage befassen, zu­nächst in neutralen Stadien zu regelmäßi- gen Kongressen zusammentreten, __um durch Austausch und Ergänzungen ihrer For­schungsergebnisse in absehbarer Zeit zu einem oblektiven Spruch zu gelangen