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teil 5. Juli 1926
(He ,T>ber hessisch- Zeitung" et- steint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch pi«Post2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschlnendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallende Kummern wird kein Ersatz geleistet. Verlag b. Dr. §. Hitzervth, Druck der Unib.-Buchdruckerei v. ezoh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 55. tu Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e. M. Nr. 5015. — Sprechzeit ta Redaktion von 10—11 und ‘1,1—1 Uhr.
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Berlin, 4. Juli. (21523.) Im Festsaal bei Prcußifchen Landtages trat am Sonntag der Relchsvarteiausschutz der Deutschen Zentrums- oartei unter Vorsitz des Parreivorsitzenden Reichskanzler Dr. Marx zusammen. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden hielt Ste- gerwald ein fast einstündiges Referat über die politischen Tagesfragen. Das Zentrum werde weiter dafür eintreten, daß die A u s e i n andersetzung mit den Fürstenhäusern auf reichsgesetzlichem Wege geregelt wird. Bei den Zöllen gelte es ein gerechtet Ausgleich zwischen den bisherigen niedrigen und den autonomen Sätzen zu finden. Die produktive Erwerbslosenfürsorge, müßte man mehr als bisher in ten Vordergrund stellen. Hierfür kämen namentlich drei Gebiete in Betracht: Landwirtschaft, Eisenindustrie und Baugewerbe. Das Zentrum sei l bereit, mit allen Parteien eine Politik zu : treiben, die die Staatsnotwendigkeiten aner- , leimt, und in diesem Sinne zu handeln. Die
Kroße Koalition sei zur Zeit wohl das Richtige. Die Haltung der Sozialdemokratie in ter letzten Zeit sei aber nicht besonders Verheißungsvoll. Es sei nicht zu leugnen, datz der Volksentscheid etwas Durcheinander in die Partei gebracht habe. Man hätte : nun die Aufgabe, wieder Ordnung zu schassen, s — In der politischen Aussprache sprach u. u.
Reichskanzler o. D.
Wirth.
Er legte ein Bekenntnis zum Programm der Partei ab und betonte, datz zwischen der Frak- ' Non und ihm keine grundsätzlichen
Differenzen beständen. Es sei bestimmt zu erwarten, batz in <er nächsten Zeit einige 1 itttt noch offene Fragen geregelt würden.
*aiw sei seiner Rückkehr zu- ffttiktian nichts mehr im Wege. In inneroolitischer Beziehung fei eine Beseitigung der schematischen Listenwahl anzustreben, denn durch die Listenwahl kamen nur wenig führende Männer in die Parlamente.
I Reichsarbeitsminister Di. Brauns erinnerte besonders an den starken Anteil des Zentrums bei den sozialen Erfolgen der letzten Zeit und stimmte noch den Ausführungen Wirths zu.
Die Tagung dauerte bis in die Abendstunden. Die Haltung der Reichstagsfraktion wurde in den erörterten Fragen einmütig gebilligt. Das Hauptergebnis der Verhondlun- len war. datz der
Reichskanzler a. D. Wirth feine Bereitwilligkeit erklärte, der Reichstogsfrwktion wieder beizutreten und ihr seine volle Arbeitskraft und Persönlichkeit zur Verfügung zu stellen.
SablnettWimg
F Berlin, 3. Juli, fTU.s Heute mittag ■ batte eine Kabinettssitzung stattgefunden, m i der sich die Reichsregierung abschliehend mit dec durch die Zurückziehung des Fürjtenabfin- ! Angelegenheiten erledigt und die Bestätigung
Irgendwelche Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Es wurde noch ferner eine Reihe lausender Angelegenheiten erledigt und die Bestäigung der Wahl Dorpmüllers zum Generaldiretztor , der Reichsbahn erörtert. Man nimmt an, daß 1 cm Montag eine endgültige Klärung dieser » ftrage erfolgen wird. Am Dienstag tritt der
Lerwaltungsrat der Reichsbahn zusammen.
Die Wahl Dr. Dorpmüllers war seinerzeit vorn Verwaltungsrat der Reichsbahngesell- ichaft in außerordentlich überstürzter Weise vorgenommen worden. Diese überstürzte Wahl i halte zu einem Konflikt zwischen Reichsregierung und Reichsbahngesellschaft geführt/ so daß die Reichsregierung bisher die Bestätigung des neuen Reichsbahngeneraldirektors noch nicht erteilt hatte. Die Bestätigung erfolgt formal durch den Reichspräsidenten, bedarf ; aber der Gegenzeichnung des Reichskanzlers.
Inzwischen haben zwischen der Reichsregie- . rung und Herrn von Siemens, dem Vor- ''fitzenden des Verwaltungsrats der Reichs- bähngesellschaft, sehr eingehende Verhandlungen stattgefunden und das Reichskabi- h bett hat sich vor und während dieser Verhandlungen mehrfach mit der Angelegenheit beschäftigt. Wie wir hören, dürfte Dr. Dorpmüll er S Wahl jetzt bestätigt ( werden. Die Reichsregierung hat bei ihren
Verhandlungen Wert darauf gelegt. Vorgänge, ; wie sie bei der Wahl Dr. Dorpniüllers eingetreten warsn, in Zukunft unmöglich zu wachen.
Tie „Tägliche Rundschau" schreibt: Aus | der ganzen öffentlichen Besprechung der ,Wahl des Generaldirektors Dr. Torpmüllers ist bisher nur hervorgegangen, datz durch die Wahl l des Venvaltungsrates der rechte Mann auf den ; ihm zustehenden Platz gestellt worden ist, ein ; Mann, zu dessen Tüchtigkeit und bewährten - Tatkraft die gesamte Reichsbahn mit Vertrauen ausschaut. -
KMMrsphm überall
Großes zugunM in Frankreich Paris, 4. Juli. (WTB.) Der Schnellzug Le Havre—Paris ist bei Acheres, 25 Kilometer von Paris, entgleist. Etwa 20 Personen wurden getötet, etwa 6 0 verletzt.
Paris, 4. Juli. (WTB.) Zu dem E i s e n- bahnunglück bei Acheres wird ergänzend gemeldet: Der Schnellzug Le Havre— Paris entgleiste gestern abend zwischen Acheres und Poissq. Nach den letzten Feststellungen wurden etwa 20 Personen getötet und etwa 50 verletzt. Bisher Konnten nur zwei Tote geborgen und identifiziert werden. Von den Verwundeten starben zwei auf dem Wege ins Krankenhaus. Unter den Verletzten befindet sich ein Deutscher Namens L. Kohler aus Köln. Das Unglück wird darauf zurückgeführt, daß sich während des gestern herrschenden Gewittersturms an der betreffenden Stelle die Gleise senkten. Außerdem soll die Weichenstellung von dem in Betracht kommenden Beamten zwar richtig vorgcnommen worden sein, jedoch an der Gabelung nicht funktioniert haben. Bei den fortwährenden Blitzschlägen des heftigen Unwetters konnte auch der Lokomotivführer, der selbst zerquetscht ist, ein Signal übersehen. Infolge des Gewitters war es unmöglich, telephonisch Hilfe herbeizurusen. Reisende mußten sie selbst auf dem 800 Meter entfernten Bahnhof Acheres holen. Die Wagen waren fest ineinander gefahren, so daß die Rettungsarbeiten sehr erschwert waren. Der erste Hilfszug brachte 20 Verletzte nach Paris.
fk. P a r i s, 5. Juli. Nach dem bisher angestellten Ermittelungen ist das Eisenbahnunglück bei Acheres daraus zurückzuführen, daß der Zug Le Havre—Paris wegen einer Senkung» der normalen Geleise aus ein Rebengeleis für Nahzüge geleitet worden ist, das nicht wie das normale eine gerade Strecke, sondern eine Kurve auswies. Der Lokomotivführer mäßigte jedoch auf diesem Geleise nicht die Gesckwindigkeit, sondern fuhr wie sonst mit 90 Kilometer Geschwindigkeit. Es ist noch nicht sestgestellt, ob der Lokomitvführer, der bei dem Unglück selbst verletzt wurde, von der Umleitung vorher rechtzeitig in Kenntnis gesetzt worden ist. Dfe Zahl der Opfer beträgt nach den neuesten Feststellungen 18 Tote und 97 Verletzte. Von den Verletzten konnten 32 nach Hause zurückkehren.
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Berlin, 4. Juli. ($8TS.) In Waltersdorfer Schleuse, einem Ausflugsort bei Berlin, wurde heute nachmittag durch die infolge starken Regens herniederstürzenden Wassermassen das Mauerwerk der Kegelbahn des Restaurants .Kranichsbero" unterspült. Tas einstürzende Mauerwerk begrub die dort vor dem Unwetter Schutz suchenden Aussliioler. Bis gegen 9 Uhr abends wurden zwölf Tote und ungefähr 50 Leicht- und Schwerverletzte geborgen.
fk. B e r l i n. 5. Juli. Bon dem furchtbaren Wolkenbruch der gestern Nachmittag zwei Stunden lang mit unverminderter Heftigkeit anhielt und zu der Katastrophe in Woltersdorf führte, ist das ganze Gebiet zwischen Oberschönweide und Erkner heimgesucht worden. Tie ungeheuren Wasfermengen haben in der ganzen Umgegend eine große Ueberschwem- mung verursacht. Der Wasserspiegel des Mit- telsecs bei Rahnsdorf ist um fast 20 Zentimeter gestiegen und infolgedessen trat der See über die Ufer und überschwemmte die tiefqelegenen Ortschaften weithin. Am schwersten heimgesucht wurde neben Woltersdorf Kaltberg. Auf der Straße nach Kaltberg entstand aus der Straße durch das Unwetter ein Erdrutsch und es öffnete sich ein Abgrund von etwa 25 m Breite. An der gleichen Stelle brach auch ein Wasserrohr und auch die elektrische Leitung wurde zerstört, so daß die daran angeschlosse- nen Ort Kaltberg und Woltersdorf ohne Wasser und Strom waren. Die Straße mußte für den Verkehr gesperrt werden. Auch über Chemnitz und dessen Umgebung ist Sonntag Nachmittag ein schweres Unwetter niedergegangen, das großen Schaden anrichtete. Besonders hark' trat das Unwetter in der Gegend von Glauchau auf. Mehrere Wetterhaussen richteten aus den Feldern großen Schaden an und vernichteten die ganze
Ernte. Tie andauernden Niederschläge haben die Harzbäche Radau, Ecker, Oker und Ilse in reißende Sturzbäche verwandelt. Die Häuser an dem Ufer der Radau mußten getäumj werden. Die Geleisanlagen und Brücken südlich Bienenburg sind bereits überflutet. Die Felder zu beiden Seiten der Radau und der Oker sind kilometerweit überschwemmt.
Umleitung der Strecke Braunschweig—Bad Harzburg infolge Hochrpossers. , • fk. Braunschweig, 5. Juni. Da die Eisenbahnstrecke Braunschweig-Bad Harz- burg oberhalb Börssum durch Unterspülung infolge des Hochwassers der Oker unterbrochen ist, müssen die Züge Braunschweig Bad Harzburg über Ringelheim geleitet werden.
Dammrutsch auf der Strecke Magdeburg- Halle.
fk. Magdeburg, 5. Juli. In der Haltestelle für die Eisenbahnwerkstättenarbeiter in Salbke ist der Bahnhof vollkommen Überschwemmt. In der Nähe des Bahnhofs ereia- ncte sich durch die Wucht der Wassermassen eP Dammrutsch, so datz die Strecke Magdeburg— Halle bezw. Güsten unfahrbar wurde. Sämtliche Züge werden umgeleitet. Personen sind nicht verletzt worden.
Großes Unwetter im Coburger Gebiet.
ff. Coburg, 5. Juli. Seit gestern nachmittag geht über Südtküringen ein ununterbrochener wolkcnbruchartiger Regen nieder, der an Straßen und Feldern großen Schaden anrichtete. Das Jtztal stckt vollständig unter Wasser. Infolge des noch steigenden Hochwassers wurde in Coburg eine Schule ge schlossen, da der ganze nördliche Stadtteil überschwemmt ist. Besonders ist der Wasserzu, fluß des Lutztals, wo ebenfalls ein Wolkenbruch niedergegaugen ist. Die Bahnstrecke Coburg— Rodach ist unterbrochen, da der Damm an einer Stelle unterspült ist. Auch auf der Strecke Coburg—Roßach bat sich infolge des Hochwassers eine Dammbeschädigung ereignet, sodaß ein Hilsszug abgesandt werden mußte.
zur WlterfolafteoDte im Rieiciisebirge
Berlin, 3. Jnsi. Zu den nwik.-nbruch- artigrn Niederschlägen im Riescngcblrgc erfährt die Telcgraphen-Unlon noch folgendes: Besonders die Gebenden der Schneckoppe, der Pctersbaude und der Schneegilde und bic Ortschaften Krummhübel, Hermsdorf und Agne- l'cndorf geben ein grauenhaftes Bild der Verwüstung. ■ Die meisten Brücken, so solche aus Eisenbeton, sind zerstört. Viele Häuser sind stark beschädigt. In Hermsdorf sind sechs Häuser eingestürzt, die Sperrmauern der Flüsse sind aus weite Strecken zerrissen, die Telc- graphenverbindung ist zum Teil unterbrochen. Die Chausseen sind streckenweise aufgerissen, sodaß auch hier der Verkehr unterbunden ist. Auf der Strecke nach Krummhübel ist ein Damm unterspült, wodurch der Zugverkehr unterbrochen ist. In Agnetendorf ist eine Frau ertrunken . Die Lerche wurde heute vormittag in Hermsdorf angeschwemmt. In Hermsdors ist eine Brücke eingestürzt. Auch in Schreibcr- hau und Petersdorf touibe erheblicher Schaden ungerichtet. Hier wurden besonders die Straßen und Wege zerrissen.
B e r l i n, 3. Juli. Wie die „B. Z." weiter meldet, sind in Giersdors zwei Häuser weggerissen, in Hermsdorf unterm KP na st zwei Brücken zerstört und fünf Personen ertrunken. Die elektrische Talbabn sowie die Krummbübe- ler Bahn können Vorläufig nicht verkehren.
Breslau, 3. Juli, lieber die Unwetterkatastrophe im Rrcsengebirge meldet die „Schlesische Zeitung" noch solgendes: Weite Strecken rechts und links von der Lomnitz gleichen einem Trümmerfeld . Der kleine Gebirgsbach stieg binnen drei Stunden von etwa 40 Zentimeter aus 4 Meter. An den nicht weggerisscnen Brücken stauten sich .Holzstämme, Bäume und sortgcschwemmtes Hausgerät zu solchen Massen, daß die Wassermengen sich neue Bahnen suchten und Straßen, Wege und Gärten zu reißenden Strömen wachten. Ter Schaden ist unübersehbar. In den meisten Lebensmittelgeschäften sind die Regale zusammenzrstürzt. Die Ware ist völlig verschlammt und versandet . Ein sehr hochgelegenes Haus stürzte durch Unterspülung der Böschung zur Hälfte ein. Biel "Kleinvieh ist ertrunken.
Wie der „Nene Görlitzer Anzeiger" aus Hirschberg meldet, wurde das Reichswehrregi- went Hirschberg zur Hilfeleistung in das lieber» fchtvemmungsgebiet abkonrmandrert.
Wettere Unwetternachrichten Seite 2. •
Ra» ter Beringung
(Don unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) (Berlin, 3. Juli.
Jy tiefstem Frieden liegt heute der Wallotbau am Königsplatz (neuerdings genannt „Plag der Republik"), der gestern noch bis in den späten Nachtstunden her Schauplatz heftigster parlamentarischer Kämpfe und Aus- einandersegungen gewesen ist. Die meisten Dvlksvertreter. sind bereits in dir Serien gereift, ha mit dem heutigen Tage außer den Plenarversammlungen auch sämtliche Aus- schuhsitzungen aus 4 Monate vertagt toorhen sind. Sie wenigen Abgeordneten, hie noch persönlicher Angelegenheiten halber im Neichstagsgebäuhe weilten, sprachen sich den zufällig anwesenden Pressevertretern gegenüber im Gespräch über hie gestrigen Ereignisse übereinstimmend dahin aus. bah im Herbst der Kamps um die Fürstenabfindungen mit derselben Heftigkeit, mit der er bisher geführt wurde, wieder entbrennen wird. Durch hie Annahme hes Sperrgesetzes hat ja her Reichstag bereits zu etfennen. gegeben, hast er hie parlamentarische Behandlung her Fürstenfrage nicht als endgültig ausgegeben betrachtet. Die Regierung hat in ihrer Erklärung gestern im Reichstag zum Ausdruck gebracht, hast sie selbst in dieser Frage allerdings erst dann wieder eingreifen werde, wenn hie politische Lage die parlamentarischen Voraussetzungen für ein Fürstengesetz geschas- fe-.i hat. Mit anderen Worten: die Initiative wird im Herbst nicht bei der Regierung, sondern bei den Parteien liegen. Falks sich das jetzige Fiasko nicht noch einmal wiederholen, soll, muh zunächst unbedingt Klarheit über die Mehrheit, mit der das Gesetz zustande kommen soll, geschaffen werden.
Wie die Mehrheitsverhältnisse beim Wiederzusammentritt des Reichstages beschaf» fen sein werden, kann man natürlich heute schwer sagen. Sie Entscheidung darüber, welche parlamentarische Regierungskonstellation dann in Funktion treten soll, liegt wie so oft in den letzten Jahren, beim Zentrum. Es ist kein Geheimnis, das) die Haltung der Sozialdemokraten in den letzten Tagen gerade beim Zentrum äußerst verstimmt hat, und man kann auch bereits heute ohne weiteres das eine schon sagen, daß man auch in Zentrumskreifen das Zustandekommen der GrohenKoa» l i t i o n in absehbarer Zeit für ziemlich ausgeschlossen hält.. Es ist aber zweiseltoS falsch, wenn man bereits e§ als wahrscheinlich hin- stellt, daß das Zentrum nunmehr gegenüber der Sozialdemokratie eine 'Frontstellung .einnehmen werde und zur Beteiligung an einer rein bürgerlichen (Regierung bereit sei. ,, Sie „Germania", das Berliner Zeiilrumsorgan läßt keinen Zweifel daniber. daß auch für die weit linksstehenden Streife des Zentrums die Große K o a l i t i o n im Augenblick undiskutabel ist, sie hebe aber gleichzeitig hervor, daß die Gründe, weshalb das Zentrum eine Koalrtions - gemeinschaft mit den Seutfd)- nationalen 'nicht ein gegangen ist, unvermindert fortbesteheu. Siebet diese grundsätzliche Frage der politischen Auswirkungen der Dorgänge, die mit hem Surften- abfindungsgeseh in Zusammenhang stehen, wird es zweifellos morgen auf der Tagung des Reichspartei-Ausschufses der Zentrums- Partei hier in Berlin zu lebhaften Erörterungen kommen. Mit besonderem Interesse sieht man natürlich gerade in diesem Zusammenhang dem Referat entgegen, daß Dr. Wirth. her bekanntlich den Weg zur.Zentrumsfraktion immer noch nicht zurückgc- sunden hat, entgegen. Don ebenso großer 'Bedeutung im Hinblick auf die Wege, die die deutsche Politik nach dem Wiederzusammen- tritt des Reichstages im Herbst einschlagen wird, ist auch der Parteitag bet Seutsch nationalen, bet für September nach Köln einberufen worben ist.
€inc dvlinMWe Rede ElrchmmmS
Hannover, 4. Juli. (WTB.) Bei einet Kimbgebung ber Deutschen Dolkspartei Han- nvver-Ost aus bem Dobrock sprachen bi« Reichstagsabgeorbneten (Betfjien und Ham» kens sowie ber Reichsaußenminister St, ©trefemann. Letzterer legte fernen Ausführungen bic Idee ber Konsolidierung bet deutschen Verhältnisse feit bem Amstutz bet Staatsform zugrunbe tmb betonte mit großem Nachdruck bic Notwendigkeit der Mitarbeit am heutigen Staate als Pslicht für Alle unb als ^Ausdruck wahrer nationaler Gesinnung. Sowohl außen- wie innenpolitisch hätten sich bic Derhältnissc in Deutschem»