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V^rhefsische Zeitung, Marburg a. -. Sonnabend, den S. Juli 1926

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Plünderungszug meuternder Persischer Soldaten.

sk Teheran, 3. Juli. Die Soldaten der Garnison Salma», 50 Meilen non Täbris, sind eigenmächtig nach Shoi in Aserbeidsschan marschiert, wo sie sich mit den dortigen Trup­pen vereinigten und zusammen mit ihnen nach Maku in der Räbe der türkisch-persischen Grenze zogen um dort r« plündern, von Täbris find Truppe« entsandt, um di« Meuterer zu unterdrücken.

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sichteten, während sie am Tage in den Olren,y ivaldungen die Schmugglerpfäde besetzt hiel­ten, trieb der Schäfer des Paas dreimal dte Schafherde in die Scheune und stets war Paas einige Stunden damit beschäftigt, die in die Wolle gebundenen Zigarren zu ernten. Sem Schäfer war verschwiegen.

Paas bewahrte während der 14 -tage .eine überlegene Ruhe, nahm die Witze der Zöllner und die schadenfrohen Rotschlage der Zumt- genossen hin. Am letzten Tage fuhr Paas mit seinem Karren auf der Landstraße der Grenze -u Das schwere Pferd trottete mit der Last des Weges und Paas schlenderte mit geschul­terter Peitsche neben dem Karren her. FN der Tür des Zollhauses standen zwei Zöllner, die natürlich die Wette in empfehlende Erin­nerung brachten und Paas ermähnten, die beiden Fäsier parat z« halten. Der Bauer antwortete phlegmatisch, der Tag fer ja noch richt zur Neige, und ein Wart gab das andere. Es wurde nict)i ein Stündchen, ober ein Vier- telstündcken des Plauderns, bis sich der Bauer seiner Pflicht erinnerte. EinHuh und der Gaul trottete weiter, neben ihm der Bauer, und hinten lachten die Zöllner schadenfroh. Als der Bauer die Grenze hinter ftch hotte, (achte er. Denn auf dem Karren lagen offen und ebrNch 10 Zentner Zucker. unraffm'-rt schön gelb rote Sand und mitten drinnen stak oen Himmel die Sondschaufel. Für <=anb hat­ten wahrscheinlich die Zöllner die Fuhre ge- bdten

g^aas stand von diesem Tage an in hohem Ansehen bei seinen Zunftaenosten und die Zöllner muhten sich oft die Frage gefallen lasten: .Habt ihr nicht eine Fuhre Sand ge­sehen?" __________

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Grenzgeschichte von Kurt Winkler.

In E. an der holländischen Grenze baute der Bauer Paas seinen Kohl. Autzerdem schmuggelte er. (Welcher Grenzbewohner nimmt dieses, sein heiligstes Recht, nicht wahr?) Paas war aber im Gegensatz zu vielen Genoffen ein Pechvogel und als Pech­vogel war er reichlich oft gefaßt worden. Sem Sündenregister war überlang. Und weil er des langen Sündenregisters wegen manchen Scherz der Grenzer über sich ergehen lassen, viele Sticheleien seiner erfolgreicheren Zlmst- aenoffen erdulden mußte, hatte ihn der Ehr­geiz gepackt, seinen Ehrenschild zu säubern Er wollte mit einem Schlag sein Ansehen und das der Zunft wieder Hersteller und die Hauptsache seinen Strumpf mit Goldfüch­sen füllen. . _ ..

Eines Abends faßen die Bauern ttn Gast­haus und mit ihnen einträchtig die Zöllner. Paas, der schon Tage vorher besonders pfiffig getan hatte, war heute übermütig. Er schmun­zelte zu den derben Späßen der Zöllner, reizte sie und ließ die Sticheleien abprallen. Anzapf- imgen seiner Zunftoenossen tat er mit über­legener Ruhe ab. Er rauchte sein holländi­sches Kraut und trank seinen Schnaps. Dann scklua er vlötzlich mit der Faust auf den Tis»:

Wetten, daß in den nächsten 14 Tagen 5000 Zigarren herein und 10 Zentner Zucker ber- auskommen?" Km Gasthaus war an diesem Abend besondere Stimmung. Die. Wette mürbe angenommen, es ging um zwei Fässer Bier. - . v .....

Selbstverständlich ist, daß tn den nächsten Tagen die Zollbeamten besonders auf dem Qui vive waren. Sie ließen es nicht nur bet einer scharfen Kontrolle ihres Bezirkes be­wenden. sie verständigten bie, Kollegen bet ganzen Gegend. Es müßte mit dem Teufel moehen wenn Paas nicht neues Peck ftnben follte. Besonders des Nachts waren die Zöll­ner auf ihren Posten: sie schlichen alle nur möglichen Schmuagelpfade ab. Es war aus- geschlosten. daß Vaas ein Bfund. aesckweme denn 10 Zentner Zucker na» Holland schwar­zen konnte, ausgeschlossen. daß er eine Zigarre mehr, als ihm erlaubt war. vielweniaer 5000 aus Holland schmuggeln konnte. Hatte er selbst auch garnickt nötig. Denn wahrend die Zollbeamten aufovfernb auf den Schlaf ver-

toNtimumed in England

»jt. London, 3. Juli. Den Blättern zu- Mat. macht sich der Kohlenmangel infolge des «ergarbeitrrftreiks jetzt empfindlich bemerk­bar sodaß die Regierung am Mittwoch nächster «todie das Unterhaus um Bewilligung befon- betet Kredite zum Ankauf umfangreicher Kohlenvorräte im Auslande ersuchen wird, um »ie lebenswichtigen Dienstzweige des Landes, deren Störung im Sffentlicheu Interesse nicht eeftottet werden darf, aufrecht zu erhalten. Sher politische Mitarbeiter derDaily Mail" schreibt, die englische Industrie beginne all- Wählich infolge des Kohlenmangels langsamer arbeiten.

dieses Blattes.______

Schrift!. H« "»arbeit

(Detallbdten

MWlM jetten»st.a.Piivatt ' Katalog 742 frei.

AuArrnd

Die Festlichkeiten der Sockols in Prag.

.. Paris, 2. Juli. (WTB.) Der Unterstaats- ffekretär im Krtegsministerium Oberst Picot wird die französische Regierung bei den Fest­lichkeiten der Sockols in Prag vertreten.

Auflösung des kanadischen Parlaments.

Ottawa, 3. Juli. Premierminister Metg- hen. der erst in dieser Woche sein Amt ange- ftreten hat, hat infolge der bereits gemeldeten Abstimmungsniederlage der Regierung im Parlament dem Generalgouverneur die Aus­lösung des Parlaments vorgeschlaqen. Der Generalgouverneur hat diesem Vorschlag ent­sprochen.

Wupeifu zieht gegen Kanton.

Peking, 2. Jutt. Naä} Nachrichten aus chinesischer Quelle soll Wupeifu die notwen­digen Befehle für dte geplante Unternehmung geaen Kanton bereits erteilt haben.

Streikankündigung der Newyorker Unter­grundbahnangestellten.

fk Ncwhork, 3. Juli. Dte Untergruud- Patnangestellten wollen Montag Mitternacht in den Streik treten, wenn ihre Lohnforderun­gen bis heute Abend nicht bewilligt werden.

Der geplante Arbeiterstreik in Antwerpen.

fk A n t w e r v e n, 3. Juli. In einer gestern vbgehaltenen Versammlung haben die Hafen­arbeiter beschlossen, heute morgen die Arbeit wieder aufzunehmen. falls dte Unternehmer ihnen eine tägliche Anlage von 5 Franken ge­währen . Mehrere Unternehmer haben diese Forderung bereits bewilligt.

LMibltS-AMl morgen Sonntag ab 2 Uhr Rndolphsplatz nach Franenberg und zurück.

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Dienstag de« 6. Juli d. Z., nachmittags 3 Uhr, werbe ich im Hofe der Firma I. C. vstheim dahier eine fahrbare Lokomobile die einem dritten gehört, öffentlich meist­bietend gegen gleich bare Zahlung versteigern

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Deutsche!

Die Jesseln sind gefallen!

De Unterzeichnung des Pariser 2uft:abd* abkommens hat die Hemmnisse beieitigt, dte fett dem Londoner Ultimatum den deutschen Lust- fdiifibau zu erdrosseln drohten. Dte Bahn ist frei! Roch fehlen aber dte Mittel, btt neue gewonnene Freiheit zu nützen. Wohl hat das deutsche Volk feit Echwrdingen Eigentümer des Werkes Zeppelin trotz unerhörten roirt* sch östlichen Tiefstandes und bitterster Not be­trächtliche Mittel zur Inangriffnahme des Baues eines neuen Luftschiffes aufgebrachti aber noch bedarf es einer letzten gewaltigen An­strengung, um die Vollendung des Werkes ;u ermöglichen.

Eine

Reichssammelwoche vom 1118. Juli d.Is. soll die dazu notwendigen Mittel aufbringen, soll das Werk Zeppelins für alle Zeiten dem deutschen Volke «halten. Das Werk, dessen höchstes Ziel der Weltderkehr mit Luftschiffen ist.

Noch hat Deutschland die Führung auf die­sem Gebiet . Der Ozeanflug dos Z. R- 3 war die gejsnge und technische Großtat, die diese Führerschaft bestätigt hat. Sie kann uns nur bleiben, wenn sich das ganze deutsche Volk mit Her» und Willen und Tat zu ihr bekennt. Wenn es zu dem Vermächtnis steht, das Graf Zeppelin ihm anvertraut hat:

Und darum sollen meine Worte mein Testament bedeuten, mit dem ich dem deut­schen Volke vermache, was ich bis bähte schaffen durfte, auf dast es sich die Seg­nungen herausholen möge, die ihm darin noch schlummern."

In diesem Sinne wenden totr uns noch einmal und zum letzten Mal an alle Dentschent Helft dazu, daß die Segnungen dieses Ver­mächtnisses tzerausgeholt werden können. Tragt dazu bei, daß die Friedrichshafener Werft am Leben bleibt und Luftschiffe bauen kann, btt den deutschen Namen in die Welt hlnaustra« gen und von hartem deutschen Lebenswille«, von ungebrochenem Streben nach Wiederauf­stieg durch friedliche Kulturarbeit Zeugnis ab-, legen. J

Folgen Unterschriften.

von Caldern wird, nachdem der in dem öirgleidjstermine vom 29. Mai 1926 ange­nommene Zwangsvergleich durch rechtskräf­tigen Beschluß vom 3L Mai 1926 bestätigt ist, hierdurch aufgehoben.

Marburg, den 29. 2nni 1926.

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spreche» wir Allen auf diesem Wege unseren innigsten