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Die Eozinidemskniie KW ab

Marburger ragesanzejger

' Freitag, ten L 8uli1926

DKOberhessisch«. Zeitung" er­scheint sechsmal tvichentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch dt«PostL25 GM-Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallend« vkmmnem wird k«In Ersatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hiheroth. Druck der Unib.-Buchdruckerei b. Zoh- Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Nr. 6015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und ¥,1-1 Uhr.

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ÄberhessischL

Neues Sech-Gninchien über die Reichswehr?

DerBerliner Lokalanzeiger" brachte eine Information aus Paris, wonach sich die Bot­schafterkonferenz mit einem neuen Gutachten des Marschalls Foch beschäftigt habe, die auch »vir gestern wiÄergabcn.

Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist der deutschen Regierung über ein solches Gut­achten des Marschalls Foch nichts bekannt. Eine Note ist tn Berlin nicht eingegangen und auch noch nicht angekündigt. Uebcr ine inter­nen Vorgänge innerhalb der Botschafterkon­ferenz wird die deutsche Regierung natürlich nicht unterrichtet. Im übrigen wird daran erinnert, daß die deutschen Verhandlungen mit der Botschasterkonferenz über die Entwafi- ^nungskonferenz im Februar d. Js. einen ziem­lich befriedigenden Abschluß gesunden haben. Es erscheine infolgedessen wenig wahrschein­lich, daß die Botschafterkonferenz {ftn nach vier Monaten ganz unvermittelt die Entwaff­nungsfrage in einer so scharfen Form wieder aufgreifen werde, wie das bei Absendung einer Note mit den angeblichen Forderungen des Marschalls Foch zweifellos der Fall sein würde.

Andererseits verhehlt man sich nicht, daß in französischen militärischen u>id gewissen po­litischen Kreisen neuerdings Bestrebungen im Gange sind, Deutschland auch in Zukunft unter .ständiger Militärkontrolle zu hatten. Diese Bestrebungen haben offenbar neue Anregung bekommen durch das neuerdings erfolgte Wic- derauftreten Poineares auf der politischen und parlamentarischen Bühne. Es isl gar kein Zweifel, daß mit einem neuen Poincare-Kurs in Frankreich die französischen Militaristen und Verfechter einer dauernden Gewaltpolitik ge­gen Deutschland wieder Oberwasser bekommen würden. Aus diesem Grunde hält män es nicht für ausgeschlossen, daß Marschall Föch in Er­wartunggünstigerer Zeiten" ein neues Gut­achten über die deutsche Entwaffnung an die Botschasterkonferenz gerichtet hat.

Im übrigen weist man darauf hin, daß fran­zösischerseits das unverkennbare Bestreben be­steht, die Zahl der französischen Besatzungs­truppen als geringer anzugeben, als es in der bekannte französische Sozialist Uri) als Stärke der französischen Besatzung die Zahl 60 000 und auch in dem angeblichen Gutachten Fochä ist die gleiche Ziffer angegeben. ,Vou zuständiger deutscher Stelle wird daraus bin- gewiesen, daß nach vorsichtigen deutschen Schätzungen, die sich auf Feststellungen der ört­lichen Behörden im Rheinland stützen, diese Ziffer mindesteiis um 10 000 hin­ter der tatsächlichen Bcsatzungs- stärke zurückbleibt. Botschafter von Hoesch, der bekanntlich am 30. Juni Briand besuchte, wird, obwohl es sich letzten Endes Mir um einen Antrittsbesuch bn-'bem neuen Kabinett handelte, die Aufmerksamkeit Briands auf die noch immer viel zu hohe Btsatzungs- ftärrc im Rheinland gelenkt haben.

sk Genf, 2. Juli. Die gemischte Kom­mission des Bölkerbundsrales beschloß sich zu vertage« bis der Bericht der beiden Unter: komitees und der Kommission tüt die Rüstun­gen zur See und der Lust vorliege.

Tagung »er WikerbuMigeu

ft. Aberystwyth, 2. Juli. An der gestrigen Versammlung des Kongresses der Völkerbundsligen nahmen 2000 Personen teil Eine peinliche Szene ereignete sich als der Graf Bernstorff eine Rede hielt. Während der Vorsitzende den Grafen Bernstorfs mit aner­kennenden Worten vorstellte, svrang ein Mann im Zuhörerraum aus und beschimpste Bernstorfs, namentlich im Zusammenhang mit der Versenkung der Lusitania. Der Mann wurde zum Verlassen des Gebäudes veranlaßt, wobei er weitere Beleidigungen ausstieß. Rach dem Zwischensall erhob sich ein beträchtlicher , Teil der Zuschauer und brachten aus den Gra­sen Bernstorfs ein Hoch aus, der seine Rede dann ohne Zwischenfall fortsetzen konnte.

Sine Entschließung des Kongresses der Völker- bundsligen.

ff. Abervstwnth, 2. Juli. Der- Kon­greß der internationalen Versammlung der Pölkerbundsligen nahm eine Entschließung an, . In der der Wunsch nochmals zum Ausdruck ge­bracht wird, daß Deutschland im Sertemder in den Völkerbund mit einem ständigen Rat­sitz ausgenommen werde. Die Entschließung fordert ferner die verschiedenen Regierungen auf. alle möglichen Mittel zu suchen, um den Beitritt der Vereinigten Staaten zum ständi­gen internationalen Gerichtshof möglich zu machen. Die spanische Forderung als Mitglied des Völkerbundsrat und was Polen betreffe wurde an die verschiedenen Vereinigungen zur, Beratung verwiesen. ...

Berlin, 1. Juli. Die sozialdemokra­tische Reich stagsfraktion bat, wie 'wir hören, nach längerer Aussprache be- s'ch lassen, gegen das Fürstenab- sindungsgesetz zu stimmen. Der Be­schluß wurde mit 7z gegen 38 Stimmen gefaßt. Damit sind alle weiteren Verhand­lungen mit den Regierungs- i) a r t c i en über diese Frage erledigt. Der Fraktionsvorfitzende Wels wird am Freitag bei der dritten Beratung des Gesetzes den ab­lehnenden Standpunkt der sozialdemokratischen Fraktion begründen und die Auflösung des Reichstages fordern.

Zu der sozialdemokratischen Ablehnung der Fürstenoorlage.

Der gestrige Beschluß der sozialdemokrati­schen Reichstagfraktion läßt, den Blattern zu­folge, keinen Zweifel mehr daran, daß die Gesetzesvorlage über die Auseinandersetzung mit den ehemals regierenden Fürstenhäusern fallen wird, zumal nunmehr auch, wie es in der Tägl. Rundschau heißt, die Deutsch- nationalen ausnahmslos gegen die Vorlage stimmen werden. Die Haltung der Regierung bleibt vorläufig noch eine offene Ftage. Das Reichskabinett bat sich zwar gestern abend in einer Sitzung mit der Lage beschäftigt, bat aber endgültige Beschlüsse nicht gefaßt. Wahr­scheinlich wird cs erst heute darüber ent­scheiden, was angesichts des Scheiterns der Re­gierungsvorlage getan werden soll. Sollten die Sozialdemokraten heute einen Antrag auf Auslösung des Reichstages einbringen, so dürfte dieser kaum Aussicht auf Annahme haben. Die Blätter verzeichnen dann noch ver­schiedene andere Lösungsmöglichkeiten, so der Vorschlag eines Ermächtigungsgesetzes, das die Reichsregierung die Vollmacht geben soll, von sich aus ein Reichssondergericht einzusetzen. Aber auch dieser Vorschlag Dürfte sich nach mehreren Blättern schwerlich mit einfacher Mehrheit durchführen lassen. Die Demokraten denken an Die Wiederaufnahme ihres An­trages, den Ländern die gesetzliche Regelung Der Fürstenabfindung zu überlassen. Aber auch für diesen Fall ist mehr als zweifelhaft, ob für den Antrag die notwendige Zweidriitel- mehrheit sich finden wird. Die Deutsche Tages zeitung hält für Die wahrscheinlichste Lösung die Vertagung der ganzen Angelegenheit bis zum Herbst, soDaß Bei einer Nichtverlängerung Der Gültigkeitsdauer Des Sperrgesetzes Zeit unD Gelegenheit für einen Vergleich oder eine gerichtliche Anseina-dersetzung zwischen Den Ländern und Den Fürsten bliebe.

ReichspräsiDent unD Reichstagsauflösung.

Berlin, l.^Iuli. Zu der Meldung ein­zelner Blätter, daß der Reichspräsident dem Reichskanzler bereits eine Art Blankvollmacht

Sas StiiWrtnmnl

Wie schon gemeldet, hat der Reichspräsident kürzlich eine Abordnung der verschiedenen Frontkämpferverbände aller politischen Rich- tungen empfangen, um mit ihnen die Frage einer würdigen Gedenkstätte für die Gefalle­nen zu besprechen. Der Reichsausschuß für das- Reichsehrcnmal, dem je ein Vertreter jedes deutschen Landes angehören, hat nun beschlossen, aus rund 300 ihm unterbreiteten Projekten sieben Orte zur engeren Wahl zu stellen: Goslar, Weimar, Eise­nach. Koburg, die Augustusburg, die Gegend der W e s e r b e r g e und die Rheininseln bei Lor ch. Am 4. Juli werden die genannten Orte von dem Reichsausschuh auf einer Rundreise besichtigt werden. Der Ausschuß wird seine Rundreise voraussichtlich bei den Lorcher Rheininseln beginnen.

In der erwähnten Konferenz der Front- kämpferrerbände beim Reichspräsidenten hatte man sich auf den Thüringer Wald geeinigt, und zwar lag dem Plan der Gedanke eines Heldenhains zugrunde. Neuerdings scheint man sich bei den zuständigen Stellen aber wieder ernsthafter mit dem Gedanken zu befas­sen, das Ehrenmal an den Rhein zu stellen, ein Plan, der ursprünglich vom Reichskunftwart Dr. Redslob selbst aus­gegangen ist. Anlaß dazu gibt die Veröffent­lichung eines Planes von Professor Karl W a ch - Düsseldorf, der ein monumentales steinernes Mal auf die langgestreckten Rhein» infein bei Lorch stellen will.

Prof. Wach geht von drei Gesichtspunkten aus. Er wendet sich zunächst gegen die Hainidee, weil das Heilige und Weihevolle des Hains unter Massenveranstaltungen schnell verloren ginge. Er will zweitens einen geschichtlichen deutschen Gedanken »er»

zur Auflösung des Reichstages erteilt habe, er­fährt die Telunion von unterrichteter Seite, daß Staatssekretär Meißner im Auftrag des Reichspräsidenten zwar eine Unterredung mit dein Grafen Westaro gehabt habe, daß hierbei aber keinerlei Mitteilungen gemacht wurden, die einer Festlegung des Reichsvräsidenten gleichkommen könnten. Vielmehr behielt sich der Reichsoräsident seine Entscheidung bis zur Klärung der Lage vor. Es ist anzunehmen, daß auch die Mitteilung an ucn Grafen Westarp in diesem Sinne gehalten war.

* * *

Heute wird die Entscheidung über das Für­stenkompromiß fallen. Wenn man bis in die letzten Tage der Meinung fein konnte, daß eine Annahme schon, deshalb wahrscheinlich fei, weil bisher das Parlament sich noch immer in schwierigen Fragen zu Kompromissen be­reit sand, so ist heute die Lage wesentlich kri­tischer. Die Aussichten auf Annahme der Bor­lage sind außerordentlich gering.

In der heutigen Sitzung hat der Kanzler ge­sagt, das; die Regierung das Sperrgesetz zu- rüch,stehen werde, wenn der Reichstag morgen nicht zu einer Annahme der Vorlage gelange, und hat der 3. Lesung des Sperrgesetzes als Abgeordneter widersprochen. Die. Regierung ist' also entschlossen, die Konsequenzen zu ziehen.

Worin diese bestehen, weiß allerdings kein Mensch. 2ln eine Auflösung des Reichstages, die die Sozialdemokratie fordern will, glaubt niemand. Das Wahrscheinlichste dürfte die Vertagung sein, um Zeit zu gewinnen. Die Auflösung kann im Herbst dann immer noch erfolgen. Im übrigen sind ja auch noch andere Streitfragen vorhanden (bic-gölte!), über die man zur Auflösung kommen könnte.

Zu Den Verhandlungen über Die Zollsragen.

Berlin. 1. Juli. (WTB.) Die Verhand­lungen über die Zollfragen, die zwischen den Regierungsparteien und den Sozialdemokra­ten heute'im Reichstage stattfanden, haben bis­her noch zu keinem Ergebnis geführt. Sie wurden daher um 8 Uhr abends abgebrochen und auf Freitag vertagt.

Am Freitag tritt um 9 Uhr vormittags der handelspolitische Ausschuß zusammen, um sich mit diesen Fragen erneut zu beschäftigen. 'Rach der Ansschußsikung werden die Besprech­ungen zwischen den Parteien wieder aufgenom- men. Auch innerhalb der Regierungsparteien ist eine Verständigung über die Zölle noch nicht erfolgt. Es bestehen noch kleine Diffe- renzpunkte, die man aber 'auszugleichen ge­denkt.

Der Rechfsausschuß und der Beamtenaus- schuß des Reichstages haben sich bereits zum Oktober vertagt.

lebendigen und sieht diese Möglichkeit in der Verbindung des deutschen Schicksals­stromes mit dem Totenmal. Schließlich ist Prof. Wach gegen die Idee eines Höhendenk­mals, weil ein solches allemal übertreiben muß. um sich einiger maßen gegen die Berge zu behaupten, was meist doch nicht gelingt. So kommt er zu der Auffassung, daß der schönste Platz eine Insel im Rheinstronz sei.

Die Lorcher Inseln gehören zum soge­nannten Flaschenhals von Kaub, sind allo unbesetztes Gebiet. Sie bestehen aus einer etwa 700 Meter langen und 180 Meter breiten größeren und einer 300 Meter langen kleineren Insel, Die durch einen Damm von 1 Kilometer verbunden sind. Auf der großen nach Rorden gewendeten Insel plant Prof. Wach einen Vorhof und eine Versamm­ln n g s st ä t t e, aus der man in die kiio- meterlangeHeilige Straße" ge­langt, die gesäumt wird von Gedenksteinen und Pappeln. Sie mündet in Staffeln aus­wärts in denEhrenhvs" auf der kleinen Insel, eine einfache Säulenhalle. An deren Ende ragt, weit in den Strom vorgeschoben, der gewaltige Sarkophag,mitten im Strom, umrauscht von Wasser, das den Schah der Nibelungen und die versunkene Krone un Rhein umspült, sakrosankt entrückt dem Ge­triebe durch den Strom und dennoch mitten im Leben, auf einer Rheininsel, an der täglich Hunderte und Aberhunderte auf Schiffen deutscher, holländischer, belgischer, sranzösi- scher. englischer und schweizerischer Flagge am Heck vorüberziehen."

Durch diesen Plan Pros. Wachs ist, wie ge­sagt, in der Frage des Reichsehrenmals eine neue Situation geschaffen und es .ist nicht ausgeschlossen, daß die zuständigen Stel­len sich schließlich doch noch für die Lorcher Inseln entscheiden werden.

Ale Nage der Zutvelmng kolonlalerManhaleanAWtjchlanb

London, 1. Juli. Avs Anfrage eines Mit» gliche hinsichtlich Der Möglichkeit Der Zuwei­sung kolonialer ManDatc an Deutschland im Unterbaute verwies Locker Lampson auf eine früher gegebene Antwort. Ein konservatives Mitglied fragte, ob man Deutschland klar und deutlich gesagt habe, daß cs kein bereits existierendes Mandatsgebiet er» halten werde. Lampson erklärte, Deutschland sei noch nicht Mitglied des Völker» bundes. Sobald cs Mitglied sei, dann sei es ein möglicher Kandidat für Mandate. Wedgewood Benn (liberal) fragte, ob Lamp, son der Meinung sei, daß Mandate für ewige Zeiten übertragen würden. Es erfolgte keine Antwort.

8m Zeichen ter WÄitim

TU. London, 1. Juki. Am kommende« Sonnabend finden in Hendon die diesjährigen englischen Flugmanöver statt. Ueber 150 Flug­zeuge werden sich daran beteiligen. Neben zahlreichen Mitgliedern des Kab-nettcs und des Unterhauses werden sich auch der König und die Königin von England und das spani­sche Königspaar unter den Zuschauern 6c» finden.

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Ein Jemenit

Irrige Nachrichten über die Frankstabilisicruns.

ft Paris, 2. Juli. Gegenüber in der Presie veröffentlichten Nachrichten über die Frankcnstabilificrnng, wird von zuständiger Seite dementiert, daß die Rrichsbank der fran­zösischen Regierung ihre Unterstützung bei der Frankcnstabilisicrnng bei einer vorzeitige« Räumung des Rheinlandes angeboten habe.

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Sie Sage in Marokko

Paris, 1. Juli. (WTV.) Wie HavaS aus Rabat berichtet, dauern die Unruhe« an der Nordfront bei den Beni Serual unter der Führung der zur Familie Raisuli ge­hörenden Dscheballah am

ff. London, 2. Juli.Westminster - Ga­zette" meldet aus Tanger: Malay Ah­me d V e y hat den Oberbefehl über alte Dscheballahstämme übernommen und bemüht sich, einen entscheidenden Widerstand gegen die Franzosen und Spanier zu organisierem Man kann noch nicht sagen, ob er sich zu einem zweiten Abd ei'Krim entwickelt, aber die Kämpfe nördlich Wassam werden von Taz zu Tag schärfer.

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Annahme dos Achtstundentages im Unterhaus

fk. L o n d o n, 2. Juli. Das Unterhaus nahm den Gesetzentwurf betreffend Einführung des 8-Ttundcntages im Kohlenbergwerkbau in 3. Lesung an.

London, 1. Juli. Bei der dritten Le­sung des Gesetzes Über die Arbeitszeit im Bergbau kam es Heute im LlnterHause zu stür­mischen Szenen, da die Arbeiterpartei von neuem der Erledigung. des Gesetzentwurfes erbitterten Widerstand entgegensetzte. Der Arbeitervertreter Jones nannte den ersten Lord der Admiralität Bridgeman einen Mörder. Er weigerte sich auch, diese Beleidi­gung zurückzuziehm, und mußte deshalb auf Anordnung des Sprechers den Sitzungssaal verlassen. 5

Eine wertvolle Erfindung?

Amsterdam, 1. Juli. WieAllgemeeg Handelsbald* berichtet, soll es heute nachmit» tag in der Leydener Universität dem Physik«« Professor Kcsiom gelungen sein, Heliumgas U» fetten Zustand zu bringen. Da aber der kür» lich in Leyden verstorbene berühmte Physiker, Professor Kamerlingb-Onnrs, dem es als erste« gelungen war, Helium in flüssigen ZA» stand zu bringen, Die obige Entdeckung, die tt als fein Lebensziel ansah, glaubte gemacht ge haben, was sich später als Irrtum heraus» stellte, gibt das Blatt die Meldung nur mit Vorbehalt wieder.