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Marburger rageSauzelger
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Lanbeszeitung
Freitag M 25. FUM 1926,
Sie «^vberhefsifche Zeitung" et- scheint sechsmal wichentlich. Bezugspreis monatlich 2 KM. aus- schließ!. Zustellungsgebühr, durch diePost2L5 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersah geleistet. Verlag b. Dr. §. Hltzeroth, Druck der Unib.-Buchdruckerei b. Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. «. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 6015. — Sprechzeit der Redaktion do» 10—11 und
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Ungeheure MiraileciWen
Die Ernte zum Teil vernichtet
Nach den nunmehr vorliegenden Nachrichten erweist sich, daß über Brandenburg, Schlesien und Sachsen Hochwasserkatastrophen hereingebrochen sind, wie sie seit Menschengedenken nicht ihresgleichen haben. Im Kottbuser Landkreis ist mehr als ein Fünftel der gesamten Anbaufläche völlig vernichtet. Der Schaden erstreckt sich hier über 34 000 Morgen, in Sorau über 15 000, in der Westprignitz über 30 000 Morgen. Zahlenmäßig ist die Größe der Verluste im Augenblick noch gar nicht zu erfassen.
Durch die allgemein in Erscheinung tretende Erntegefährdung macht sich bereits eine starke A u f ro ärtsbewegung der Getreidepreise bemerkbar. Märkischer Roggen, der am 5. Juni mit 174—194 per Juli notierte, war am 18. Juni bereits auf 187—192 gestiegen, während Weizen in der gleichen Zeitspanne von 291 auf 303 anzog.
i Weiteres Steigen der Oder.
Frankfurt a. O., 24. Juni. Im Laufe des gestrigen Tages und der vergangenen Nacht ist ein erneutes Anwachsen der Oder zu verzeichnen gewesen. Heute mittag ist ein Stand von 4,65 Meter erreicht. Aus Crossen wird gemeldet, daß die Oder bei einem Pegelstand von 4,37 Meter seit beute morgen zum Stillstand gekommen ist. Zahlreiche Häuser mußten geräumt werden. Bei Vietz rechnet man mit dem Bruch des vom Wasser bedrängten Dammes. Die Küstriner Pioniere sind zur Hilfeleistung eingesetzt.
Hochwasser in Altmark und Priegnitz.
B e r l i n, 24. Juni. Die 3. am Mittag« «eldet aus Wittenberg: In Altmark und Priegnitz gehen täglich schwere Gewitter mit »olkenbruchartigen Regengüssen nieder und machen die Folgen der Hochwasserkatastrophe unübersehbar. Die Stevenitz bat die Ufer kilometerweit überschwemmt und gegen 10 000 Morgen Roggen-, Kartoffel- und Heuernte ver. dichtet. Bei Dargardt ertrank ein Wanderbursche in der Löcknitz, bei Seedorf der Besttzer Wendt.
Hochwasser auch in Norddeutschland.
Berlin, 24. Juni. Aus «Oldenburg und von der llnterweser und der Elbe kommen Nachrichten über große Ueberschwemmungen, die bereits einen groben Teil der Heuernte vernichtet haben. Die größte Sochwasserwelle wird für me ersten Julitage erwartet, ein besonderer Hochwasserdienst ist eingerichtet worden.
Ar Messe zum zehnten Kabinett Maud
Aus den Kommentaren der Blätter über das neue Ministerium Briand ist hervorzuheben, daß C a i l l a u x vielfach als der eigentliche Kopf des neuen Kabinetts bezeichnet wird. 0
\ ,.Ere Nouvelle" schreibt: „Penn das Kabinett Briand-Caillaux den Hoffnungen des Landes, das Taten erwartet, entspricht, wird es ein Anrecht auf rückhaltlose Unterstützung der öffentlichen Meinung haben.«
Im „Oeuvre" wird ausgeführt: „Cail- laux, dessen Berufung zu großen Hoffnungen berechtigt, hat von der nun anhebenden Zeit der großen Buße gesprochen. Er ist es gerne« i sen, der in den letzten Tagen erklärte, die Frage, die gestellt sei, sei die der Stabilisierung des Franken, Zu der man so bald wie möglich gelangen müsse. Bravo! Aber wa- Nim nicht sofort!"
Im „Quotidien" heißt es: „Nach manchen Tastversuchen hat Briand ein Ministerium gebildet, das ein ausgezeichnetes sein wird, wenn es ein Finanzprogramm hat. Hierüber verlautet aber noch nichts."
Im „F i g a r o“ wird gesagt: „Wenn jemals eine Regierung den Namen „doppelkövfig" verdient hat, so ist es die gegenwärtige Regierung. Wenn die neue Regierung handeln will, muß fie in erster Linie politische Auf- Sben erfüllen, die, wie man voraussagt, sehr wierig sein werden.
Die Presse Englands.
Die „Times« sagt in einem Leitartikel zur Bildung des neuen Kabinetts Briand: „Frankreichs finanzielle Lage llt schlimm; sie wird bis Ende des Monats noch viel schlimmer fein, wenn bis, dahin nicht ein durchgreifender Plan Zur Sanierung der Finanzen aufgestellt ist. »essen Durchführung durch die Entschlossenheit »er Regierung gewährleistet scheint. Solange nicht das zweiköpfige Kabinett der Kammer ttfolgreidj gegenübergetreten ist. ist das Vertrauen in seine Zukunft oder in seine Pläne
,,Unangebracht." .-- - - -
Das Avfin-UllgsgM Im ReWauWuß
Der Änderungsantrag brr ßoMcmoftnttn zum § 8 angenommen
Berlin, 24. Juni. In der heutigen Sitzung des Rechtsausschusses wurde die Einzelberatung des Fürsienabfinduzigsgesetzes fortgesetzt. Bor Eintritt rn die Tagesordnung beantragte Abg. Stöcker (Komm.) über jeden einzelnen Paragraphen und Abschnitt besonders ab- z u st i m m e n. Die Kommunisten seien zu diesem Antrag gezwungen, weil der „Vorwärts" ihre Haltung durchaus falsch dargestellt habe. In der Geschäftsordnungsdebatte darüber erklärte Abg. von Lindauer- Mldau (Dntl.), die Deutschnationalen würden sich bei allen Abstimmungen wie bisher der Stimme enthalten.
Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) wies die Angriffe auf die Berichterstattung des „Vorwärts" zurück.
Der Vorsitzende Dr. Kahl (Di. Bpt.) erklärte, er werde künftig über jeden Abschnitt abstimmen lassen.
Die Beratung wurde bei 8 d fortgesetzt, der bestimmt:
§8.
Zivillisten, Kronsideikommißrenten, Krondotationsrenten
«und ähnliche Renten fallen, soweit sie von dem Lande dem Fürstenhause oder einzelnen seiner Mitglieder zur Bestreitung der Hofhaltung oder sonstiger mit ihrer Stellung verbundenen Aufwendungen gewährt wurden, entschädigungslos fort. Im übrigen gelten sie als Privateigentum des Fürstenhauses, soweit sie nicht Nutzungen von Vermögensstücken sind, die nach der Feststellung des Reichssondergerichts Privateigentum des Fürstenhauses sind oder in die Streitmasse fallen. Ihr K a p i t a l w e r t ist in Anwendung der Grundsätze des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen in Höhe des Einlösungsbetrages seines Auslosungsrechts festzusetzen, das für eine A l t b i s l tz a n l e i h e im Nennbeträge des Löfachen Jahresbetrages der Rente zu gewähren sein würde. Der Kapitalwert ist der Vorschrift des § 34, Abs. 1, des genannten Gesetzes entsprechend zu verzinsen und in 30 Jahresraten zurückzuzahlen. Das Reichssondergericht kann auf Verlangen des Landes die Leistung m eine einmalige Kapitalabfindung mnwaicheln.
Abg. Dr. Everling (Dntl.) begründet dazu einen Antrag der Deutschnationalen, die in den Sätzen 3 und 4 enthaltenen Aufwertungsbestimmungen zu strei ch e n und dafür zu setzen: „Auf die Aufwertung finden die auch sonst geltenden gesetzlichen Bestimmungen einschließlich der Vorschriften des Aufwertungsgesetzes vom 8. Juli 1925 Anwendung."
Abg. Landsberg (Soz.) ftat für einen sozialdemokratischen Antrag ein, der unter Streichung aller übrigen Abschnitte dem § 8 die Fassung geben will: „Zivillisten, Kron- fideikommrßäenten, Krondotationsrenten und ähnliche Renten fallen entschädigungslos f o r t."
Abg. Dr. Pfleger (Payr. Vpt.) wies darauf hin, daß auch vom preußischen Finanzministerium ein Teil der Kronfideikommißrente als Privatbesitz anerkannt werde.
Abg. Dr. Barth (Dntl.) verwies auf ein Gutachten des demokratischen Abgeordneten Dr. Schücking, daß die Kronfideikommißrente zum großen Teil den Charakter des Privatbesltzes habe.
Ein Vertreter des preußischen Finanz- Ministers erklärte, das Ministerium Habe stets den öffentlich-rechtlichen Charafter dieser Rente betont, der eine Entschädigungs- Pflicht aussch ließe. Im preußischen Vergleich sei dieser Standpunkt des preußischen Finanzministeriums auch durchgesetzt worden.
Abg. Dr. Wunderlich (Dt. Vpt.) hielt eine rein formal-rechtliche Lösung der Frage nicht für möglich, sondern betonte die Notwendigkeit einer politischen Ausbalanzie- rung. Ter Redner fuhr fort: Es fällt meinen Freunden außerordentlich schwer, der sozialdemokratischen Forderung zuzuftlmmen, aber weil wir das Zustandekommen des Gesetzes mit der erforderlichen Mehrheit für ü r l n g e n d notwendig halten, siiid meine Freunde im Ausschuß bereit, hier e:n L v>er zu bringen vorbehaltlich der Zustimmung meiner Fraküon.
Abg. Schulte (Ztr.) erklärte die Zustimmung auch des Zentrums zu dem sozialdemokratischen Antrag. ' '
Abg. Dr. Everling (Dntl.): Der Vertreter des preußischen Finanzministers hat nicht das Gutachtendes jetzt^ amtierenden preußischen
Justizministers Am Zehnhoff zitiert, dessen Gutachten festgestellt, daß die Kronfidel- kommißrente zum großen Tech prlvatrecht- lichen Charaktex hat.
Vom Abg. Dr. Pfleger (Bahr. Vpt.) war inzwischen ein Antrag eingegangen, der im Sinne seiner vorherigen Ausführungen die Renten zur Streitmasse schlagen und die Aus- wertungsbestimmungen im Sinne des Antrages Everling ändern will.
Abg. v. Lind,einer-Wildau (Dntl.) erklärt unter Unruhe der Linken, die Aussüh- rungen des Vertreters des preußischen Finanzministeriums hätten die notwendige O b t ei * tivität vermissen lassen, die man von einem Regierungsvertreter verlangen müßte. Es sei eigenartig, wenn ein republikanischer Regierungsvertreter das Gutachten eines kö- nigischen Justlzmiuisters höher stellte, als des repubiikanischen Ministers. (Lachen links.)
Vorsitzender Abg. Dr. Kahl (Dt. Vpt.) weist den gegen den Regierungsvertreter erhobenen Vorwurf der mangelnden Objektivität zurück.
Abg. v. Richthofen lDem.): Wir werden also dem sozialdemokratischen Antrag zn - st i m m e n.
Abg. v. Dry ander (Dntl.): Der preußische Regierungsvertreter hat nicht mitgeteilt, daß bei den Auseinandersetzungsverhandlungen von 1920 auch der preußische Finanzminister Dr. Südekum die Meinung des Justizministers am Zehnhoff durchaus g e te i 11 hat.
In der weiteren Aussprache erklärte Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.): Mit der Zustimmung zu dem sozialdemokratischen Antrag -fei die von dem Llbg. Dr. Wunderlich gewünschte politische Ausbalanzierung noch nicht erreicht. Die Sozialdemokraten müßten sich weitere Forderungen vorbehalten.
Bei der Abstimmung wurde der sozialdemokratische Antrag mit 16 gegen 9 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen der Kommunisten angenommen. Dagegen stimmten die Deutschnationalen und die Abg. Pfleger (Bayer. Bpt.), Alpers (Wirtsch. Bgg.) und Dr. Frick (Bölk.). Die übrigen Anträge rum § 8 und die Fassung der Regierungsvorlage waren damit gefallen.
88 9-11 der Regierungsvorlage bestimmen, was aus der Streitmasse dem Lande vorweg ohne Entschädigung zuzustellen ist. (Schlösser von kulturhistorischer Bedeutung, Museen, Parkanlagen usw.) und was aus den Privatvermögen der Fürsten gegen Entschädigung an das Land abgetreten ist.
. Abg. Dr. Everling (Dntl.) begründete einen Antrag auf Streichung dieser Paragraphen, weil er in ihnen die schroffe Betonung der entschädigungslosen Enteignung erblicke.
Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) empfahl die Anträge seiner Freunde, die den Fortfall der Entschädigung auf weitere als in der Regierungsvorlage ausgeführte Gegenstände ausdehnen sollen.
Staatssekretär Dr. Joel vom Reichsjustizministerium erklärte, die Reichsregierung betrachte die im 8 9 bestimmte entschädigungslose Enteignung von Schlössern, Theatern usw. als verfassungsmäßig zulässig, weil sie nach dem Wortlaut des Eefttzes vom Lande aus Gründen der Kultur oder Volksgesundheit in Anspruch genommen werden.
Der 8 9 wurde schließlich unter Ablehnung aller Anträge gegen die Stimmen der Kommunisten bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen.
Der Ausschuß vertagt sich auf Freitag.
Mlfottftttotangtn
Berlin, 24. Juni. Rach Schluß der Plenarsitzung hielten am Donnerstag abend noch sämtliche Fraktionen des Reichstages Sitzungen ab, in denen sie sich vornehmlich mir der Fürstenabfindungsfrage beschäftigten.
Die Sozialdemokraten nahmen den Bericht ihrer Vertreter im Rechtsausschub entgegen und beschlossen, auch in der Freitags- fitzung des Rechtsausschusses ihre Anträge zu den noch unerledigten Paragraphen der Regierungsvorlage auftechtzuerhalten. Die Fraktion wird in einer neuen Sitzung am Freitag zu der Fürstenabfindnngsfrage noch einmal Stellung nehmen.
Die" demokratische Reichstagsfraktion nahm ebenfalls Kenntnis von Yen Borgängen im Rechtsausschuß. In der Fraktion war die Meinung vorherrschend, daß es gelingen wird,
mit den Sozialdemokraten zu einer Verständigung $u kommen. Man beschäftigte sich dann noch mit der Regierungsvorlage, die in den Auiweriungsfragen den Volksentscheid aus» schließen will, und gab der Meinung Ausdruck, daß die Regierung am besten tun würde, wenn sie diesen Gesetzentwurf noch vor der am Frei, tag bevorstehenden Reichstagsdebatte zurück» ziehen würde.
Die Zentrumsfraktion billigte das Verhalten ihrer Vertreter im Rechtsausschuß. Die Notwendigkeit zu einer erneuten Stellungnahme in der Fürstenabfindungssrage wurde nicht für gegeben erachtet.
Die Fraktion der Wirtschaftlichen Bereinigung beauftragte ihren Vertreter im Rechtsausschuß, alle Bemühungen der Regierungsparteien auf Schaffung der notwendigen Mehrheit für das Fürstenabfindungsgesetz aui dem Wege der Verständigung zu unterstützen. Ans der heutigen Abstimmung des Vertreters der Wirtschaftlichen Vereinigung im Rechtsausschuß gegen den von der Mehrheit des Ausschusses angenommenen sozialdemokratischen Antrag zur Kronfideikommißrente darf, wie das Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger versichert, nicht der Schluß gezogen werden, daß die Wirtschaftliche Vereinigung sich von den Regierungsparteien bei den Versuchen zur Herbeiführung einer Berständi, gung trennen wolle. j
Die deutschnationale Reichstagsfrak» tion hielt am Donnerstag abend keine Sitzung ab; sie wird sich erst am Freitag vormittag wieder versammeln.
Die Reichstagsfraktion der Deutschen Bolksvartei beschäftigte sich mit den schwebenden Angelegenheiten, im besonderen mit dem Gesetz über die Fürstenabfindung. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. >
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MenMer Landtag
Abegg „wahrt die Würde der ,> Staatsregierung"
Berlin. 24. Juni. Im Landtag ver- j langte der Abg. Kilian (Komm.) die sofortige Beratung eines kommunistischen Antrages. der das Staatsministerium ersucht, sofort eine umfassende Hilfsaktion zugunsten der in vielen Teilen Preußens, besonders im Oder- und Elbegebiet, neuerdings durch Hochwasser Geschädigten ein. zu l e 11 en.
Präsident Bartels bemerkt, daß eine ganze Anzahl von ähnlichen Anträgen ver-, schiedener Parteien vorltege, die gemeinsam am Sonnabend beraten werden sollen. i
Da die Kommunisten sich mit dieser Absicht einverstanden erklären, ist diese Sache für heute erledigt.
Es folgt die
Einzelberatung des Polizeietats.
Abg. Metzenthin (D. Ppi.) wiederholt seine schon in der Generaldebatte vorgebrachte Frage, ob bei den Haussuchungen nicht erhebliche Verstöße gegen die Strafprozeß- ordnung vorgekommen und ob die Schuldigen bestraft seien. Sollte die Staatsregierung diese bisher nicht beantwortete Frage auch heute nicht beantworten, so müsse daraus geschlossen werden, daß tatsächlich schwere Verstöße vor- ltegen. (Sehr richtig! rechts.) .■
Abg. Vorck (Deutschn.) erklärt, uns ist eine Nachricht zugegangen, wonach aus dem Berliner Polizeipräsidium ein Assessor SiJ Schmidt nachts in Essen angerufen und den dortigen diensttuenden Kriminalpolizeikommissar telephonisch aufgefordert hat, die Haus», suchungen bei den Jndustriefuhrern zu unternehmen. Der Kommissar hat sich geweigert,s diese Anordnung eines Assessors auszuführen, worauf der Polizeipräsident Dr. Friedensburg die Anweisung selbst gegeben haben soll. Wir wünschen jetzt genaue Aufklärung, ob die Angaben über das selbst-' ständige Vorgehen Friedensburgs zutreffen. Es muß geradezu als Herausforderung rechtsgerichteter Kreise aufgesaßt werden (Hu-Hul- Rufe), daß jetztin Köln wiederum Haussuchungen bei Jndustriefuhrern vorgenommen werden. '■
Abg. Mantke - Gleiwitz (Zentr.) trägt eine Reihe von Einzelwünschen für die Ausbildung der Polizeibeamten, besonders auch in Polizeischulen, vor. Vor allem verlangt er bessere Berücksichtigung Oberschlefiens bet Auf-' stellung der Polizeischulen.
Ministerialdirektor A b e g g: Wenn der Herr* Abgeordnete Metzenthin sich darüber wundert,! daß seine Frage nicht beantwortet ist, so habe ich nicht vermutet, daß er eine Antwort wünscht, denn er hat ja in einer vorweggenommenen Replik bereits die Regierung verurteilt, ehe er eine Auskunft erhielt. Es kommt hinzu.