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Sialiens KmgWiie
R o m, 17. Juni. Rach dem llcberblick, den der Unterstaatssekretär der Marine gestern im Senat über den Ausbau der italienischen Marine in den letzten drei Jahren gab, besitzt Italien sechs Panzerkreuzer, sieben leichte Kreuzer. 27 Torpedojäger und 42 Unterseeboote gegenüber zwei schweren Kreuzern, drei leichten Kreuzern, 14 Torpedobootsjägern und 11 Unterseebooten vor drei Jahren. Die Zahl der Schlachtschiffe beträgt sieben wie vor drei Jahren.
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Giftgas in Marokko
Giftgase die Ursache des Rifszusammenbruches.
TU. Berlin, 17. Juni. Die „Bossische Zeitung" berichtet aus Tanger: Die Tatsache des Todes sämtlicher von Abd el Krim gefangener spanischer Offiziere, wurde bis 3 : heute von der spanischen Presse mit Stillschweigen übergangen. Die Erklärung für diese merkwürdige Zurückhaltung ist folgende: Die spanischen Flieger verwendeten während der letzten Kämpfe im Rifgebiet fast aus- k schließlich Eiftgasbomben, die über s den meisten Ortschaften des Rifgebietes abgeworfen wurden und dort furchtbare Wirkungen hcroorriefen. Schon dies ist der Grund für den raschen Zusammenbruch des marokkanischen Widerstandes. Um die Bombardements zu verhindern, schickte Abd el Krim viele gefangene Spanier in die bedrohten Gegenden, wo sie nach und nach den Tod fanden, da die spanischen Flieger weiterhin mit Giftgasen arbeiteten. In Spanien wurde über die Berwendung der Giftgase bisher nichts bekanntgegeben, fr
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Str Watz für das Roichsotzronmal
Bad Berka oder Goslar.
Berlin, 17. Juni. Mittwoch, den 16. Juni 1926, fand unter Borsitz des Reichsministers des Innern, Dr. Külz, eine Besprechung der verschiedenen Frontkämpferverbände des Reichsehrenmals statt. Völlige Uebereinstimmung herrschte von vornherein darüber, daß für ein Ehrenmal lediglich eine Gegend in Betracht kommen könnte, wo die Ehrung der Gefallenen in die Form eines Ehrenhains gekleidet wer- - den könnte, ohne dabei den Gedanken der Heldenehrung in denkmalmätziger Form, wenn auch in schlichtester Weise, auszu- schlicßen. Nach eingehender Aussprache ergab sich, daß von den zahlreich durch den Reichskunstwart geprüften Orten von den Erschienenen lediglich der Wald von Berka bei Weimar und die Gegend von Goslar für geeignet gehalten wurden. Der Stahlhelm, das Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold, der Deutsche Reichskriegerbund Khff- häuser ,der Reichsbund jüdischer Front- wldaten, die Arbeitsgemeinschaft der Vereinigungen ehemaliger Kriegsgefangener Deutschlands,-die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener erklärten sich für die Gegend von Weimar. Der Tannenbergbund ,der deutsche Offiziersbund, der Nationalverband deutscher Offiziere, der .j e Bund deutscher Marinevereine, der Ma- j [ rineoffiziersverband und der Reichsosfiziec- bund erklärten, daß sie Goslar den Vorzug geben würden, aber auch einer Helden- Ehrung in der Gegend von Weimar ihre Mitwirkung nicht versagen würden. Der zuständige Ausschuß des Reichsrats wird sich in kürzester Frist mit der Angelegenheit befassen, sodaß eine endgültige Ent- i t scheidung wohl in Kürze bevorsteht.
RcichSminister Dr .Külz gab die Zusicherung, daß er die praktische Verwirklichung des Gedankens der Heldenehrung mit besonderem Nachdruck betreiben werde.
' Auch der Reichsratsausschuß beschäftigte X lich mit der Frage des Ortes für das E Reichsehrenmal. Au den von den Frontkämpfern gewünschten Orten Weimar und Goslar hat er noch folgende Orte in die Engere Wahl gestellt: Augustusburg, Eisenach, Koburg, das Wesergebiet und die Insel Lorch. Diese Gegenden werden iX allernächster Zeit durch den Ausschuß unter Hinzuziehung von Vertretern der Reichsre- Sierung und in Gegenwart des Reichskunst- ivarts besichtigt werden.
Irr WWIer Nr. Marx zum Volksentscheid JWeltitW nlltt StzmIÄSrsll und MnnküMrktik to Wmlmmlums
Berlin, 17. Ium. Ein Vertreter des WTB. hatte Gelegenheit, dem Reichskanzler Dr. Marx einige mit der Volksabstimmung am Sonntag zusammenhängeiche Fragen vorzulegen, insbesondere wie sich die Reichsregierung zu der Enteignung der Fürstenvermögen verhält und tote sie sich die Auseinandersetzung der Länder mit den ehemals regierenden Fürstenhäusern denke.
Die Unterredung nahm folgenden Verlauf:
Frage: Wie ist die Stellung der Reichsregierung zu dem am kommenden Sonntag zum Volksentscheid kommenden Ge- setzenttours?
Antwort: Der von der Sozialdemokratischen Partei, der Kommunistischen Partei und dem Volksentscheidsausschuß betriebene Gesetzentwurf sieht die entschädtgungslose Enteignung des gesamten Vermögens der ehemals regierenden Fürstenhäuser vor, ohne Unterschied, ob dieses Vermögen auf Grund bet früheren staatsrechtlichen Stellung der Fürsten, oder auf Grund vrivatrechtlicher Verträge erworben ist. Eine solche völlige Enteignung kann die .Reichsregierung nicht billigen, tote sie schon bei der Einbringung des Gesetzentwurfes im Reichstag klar zum Ausdruck gebracht hat . Eine entschädigungslose Enteignung des gesamten Vermögens bestimmter Staatsbürger in der im Entwurf vorgesehenen Art und Weise widerspricht den Grundsätzen, die in einem Rechts st aat die Grundlage für feden Gesetzgebungsakt zn bilden haben . Die großen Veränderungen, die tn politischer, staatsrechtlicher und wirtschaftlicher Beziehung nach der Staatsumwälzung eingetreten sind, können gewiß die vermögensrechtlichen Beziehungen zwischen den Ländern und den ehemals regierenden Fürstenhäusern nicht unberührt lassen . Jnfolgchessen müsse nach der verfassungsmäßigen Ueberwiu- dung der Revolution die Grundlage des Rechtsstaates unberührt bleiben. Zu diesen gehören:« Die Rechtsgleichheit aller Staatsbürger und die Unantastbarkeit des Privateigentums . Mit diesem obersten Gebote eines Rechtsstaates ist die tn dem jetzt zur Abstimmung gelangenden Gesetzentwurf vorgesehene entschädigungslose Enteignung nicht vereinbar.
Frage: Wenn die Reichsregierung diesen Gesetzentwurf ablehnt, wie denkt sie sich dann die Auseinandersetzung zwischen den
deutschen Ländern und den ehemals regierenden Fürsten?
Antwort: Die Aeichsregierung hält eine grundsätzliche Regelung für erforderlich. Sie hat daher ihrerseits dem Reichstag einen anderen Gesetzentwurf vorgelegt und ist entschlossen, mit allen Mitteln auf die Verabschiedung dieses Gesetzentwurfes zu drnigen. Der Grundgedanke dieses übrigens vom Reichs rat mit großer Mehrheit angenommenen Entwurfes berührt darauf, daß Staatseigentum und Privat- eiL.entum der Fürsten getrennt werden, und zwar derart, daß diejenigen Der- mögensstücke, welche die ehemals regierenden Fürsten nur als Staatsoberhäupter besessen haben, angesichts der veränderten staatsrechtlichen Verhältnisse nunmehr als das Eigentum des Staates, und zwar ohne Entschädigung, angesehen werden sollen, während das reine Privateigentum den Fürsten verbleiben soll.
Frage: Welches Schicksal wird hierbei den Vermögensstücken der ehemals regierenden Fürstenhäuser, an denen die Volksgesamtheit besonderes Interesse hat, wie Schlösser, Museen usw.?
Antwort: Bei der im Gesetzentwurf der Reichsregierung vorgesehenen Auseinandersetzung muß den auf kulturellem und ge» sundheitlichem Gebiete liegenden Interessen der deutschen Länder besonders Rechnung getragen werden. Deshalb sollen den Ländern aus der strittigen Vermögensmasse solche Vermögensstücke, wie Theater, Schlösser, Museen, Sammlungen, Bibliotheken, Archive, Parkanlagen vorweg zugeteilt werden. Im übrigen soll die Auseinandersetzung nach Billigkeit und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage beider Teile erfolgen.
Frage: Wie stehl es dabei mit der Frage der Aufwertung des Vermögens der Fürsten, an der so viele der am Sonntag zur Abstimmung berufenen Staatsbürger besonderes Interesse nehmen?
Antwort: In der Frage der Auswertung sollen die ehemaligen Fürstenhäuser genau so behandelt werden, wie alle anderen Staatsbürger. Das ist in dem Gesetzentwurf der sieichsregierung ausdrücklich vorgesehen.
Sie Notlage btt Lantwittschast
Erklärungen des Reichskanzlers.
Berlin, 17. Juni. Reichskanzler Dr. Marx führte einem Vertreter des „WTB." gegenüber heute aus: Voll ernster Sorge sieht der Landwirt eine Ernte kommen, die in weiten Gebieten und in wichtigen Feldfrüchteu hinter der vorjährigen Ernte wohl zurückbleiben wird, während seine Schuldverbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahre nicht geringer wurden. Die Ueberfüh- rung der schwebenden Schulden in länger befristeten Realkredit hat seit der letzten Ernte zunehmende Fortschritte gemacht, und ich kann versichern, daß den Landwirten auf dem Wege über die Golddiskontbank Kredite in den kommenden Monaten in steigendem Umfange als Mittel zur Abdeckung ihrer schwebenden Schulden zufließen werden. Parallel damit geht eine Erleichterung in der Erlangung von Pfandbrie- hhpotheken. Gleichwohl bleiben die schwebenden, in den Monaten nach der Ernte fälligen Schulden der deutschen Landwirtschaft noch außerordentlich groß. Es darf nicht dahin kommen ,daß der Landwirt dadurch zu einem vorzeitigen Aufden- marktwerfen seiner Ernteerzeugnisse zu Schleuderpreisen gebracht wird. Die mit beträchtlichen Geldmitteln ausgestattete Getreidehandelsgesellschaft wird hier durch ihre Getreideankäufe regulierend eingreifen. Tie Aufbringung der im Oktober- November fälligen großen Rate der Rentenmarkabwicklungskredite ist von der Rentenbankkreditanstalt durch namhafte Rückstellungen für diese Zwecke erleichtert. Die Reichsregierung wird zusammen mit der Reichsbank bemüht sein, die tfcn den Zentralkreditinstituten durchgeführte Herabsetzung des Zinssatzes immer mehr auf den örtlichen Kreditstellen. zur Auswirkung zu bringen. Dem Landwirt muß ferner eine ständige .Sicherheit dafür verschafft wer-.
den, daß er die Früchte seiner Arbeit zu Preisen absetzen kann, die seine Unkosten decken und seine Mühe und Arbeit lohnen. Dazu muß vor allem der innere Markt gestärkt werden. Diese Stärkung herbeizuführen, ist neben der Notwendigkeit, den deutschen Export nach allen Plätzen zu fördern, eine' der wichtigsten Aufgaben der Reichsregierung. Unter diesen Gesichtspunkten mutz und wird die Zoll- und Handelsvertragspolitik zu führen sein.
Der Reichspräsident empfing heute im Beisein des Reichskanzlers Marx den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr .Haslinde, zwecks Entgegennahme eines Vortrages über die Sage der Landwirtschaft.
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SKmIlzugskMiroM
Piiisburg, 17. Juni. Aus der Linie der Pensylvania-Eisenbabn ist 50 Meilen östlich von Pitisbnrg ein Schnellzug ix die Schluh- wagen eines voranfabrenden Schnellzugs b i n- eingerannl. Soweit Meldungen bis jetzt vorliegen, dürften 18 Personen getötet, sehr viele verwundet worden sein.
Das-bereits gemeldete Eisenbahnunglück ereignete sich kurz vor Mitternacht in der Räbe von Blairsville. Drei Schlafwagen des haltenden Zuges wurden ineinandergeschoben. Die beiden Lokomotiven des auffahrenden Zuges und ein Klubwagen wurden zertrümmert. Der diesen folgende Schlafwagen wurde in die Höhe gehoben und stand senkrecht. In einem Schlafwagen wurden allein fünf Männer und Frauen und drei Kinder getötet. Unter den Trümmern des Klubwagens wurden sieben Leichen gefunden. Die übrigen Schlafwagen beider Züge entgleisten sämtlich.
Worum mir zu haust bleiben!
Von
Dr. F. Frhr. Marschall von Bieber st ein, Professor des Staatsrechts an der Universität
Freiburg.
„Dürstn wir denn am 20. Juni nicht auch ruhig mit Nein ab stimmen, oder einen ungültigen Stimmzettel abgeben, anstatt der von berufener Seite aus- gegebenen Parole u Saufe bleiben" x zu folgen?"
So fragt heute manche kraftvolle Persönlichkeit, der es toiderstrebt, bei so wichtiger Entscheidungsschlacht untätig hinter der Front zu bleiben, so fragt aber auch vor allem die Schar der vielen Schwachen, Scheuen, Aengst- lichen, denen in schweren Schicksalsjahren die deutsche Verantwortungsfreudigkeit dahinschwand und die im Gefühl wtrtschaftlicher Abhängigkeit heute vor dem Terror der mißleiteten.Masse zittern . Den Strategen des Raubfeldzuges ist solche Unsicherheit in unteren Reihen sehr willkommen. In kluger Zurückhaltung haben ste solche Zweifel am Leben zu erhalten gewußt, und sogar manches Blatt, das im gegenwärtigen Kampf' treu zum Rechtsstaat steht, ist in btt Falle gegangen und hat die eingangs gestellte Frage bejahen zu dürfen geglaubt. Und doch muß sie Wit einem ganz entschiedenen Nein beantwortet werden! Ein jeder von uns hat die heilige vaterländische Pflicht, eit feinem Kreise unentwegt für Aufklärung der Gutgläubigen zu sorgen!
W e s h a l b ist es denn nun nicht gleichgültig, ob wir zu Hause bleiben, oder ob wir — wenn auch negativ oder ungültig — mitstimmen? Weil unter Umständen eine kleine Anzahl derartiger überkluger Stimmen den ganzen bisherigen Feldzugsplan unserer Führer umwerfen und gegen den Willen unseres Volkes der kommunistischen Minderheit zu einem taktischen Sieg verhelfen kann!
Und dies erklärt sich ans folgender einfacher Erwägung:
Alle, die davon durchdrungen sind, daß der Buchstabe tötet und der Geist lebendig macht (2. Kor. 3,6), gehen mit Recht von der Voraussetzung aus, daß das begehrte Raubgesetz der Weimarer Verfassung widerspricht und bantm eine Verfassungsänderung bedeuten würde: auch das Reichslustizministeruim und die Reichsregierung sind dieser Auffassung. Aber es gibt unter unseren z. T. in reinem Formalismus erstarrten Juristen nun eben auch Buchstabengläubige, die sich kurzfristig stets nur ängstlich an den Wortlaut klammern. Mit ihrer Waffenhilfe wird gewißlich sofort nach dem Abstimmungstag ein wüster Kampf entbrennen, in welchem die Feinde des Privateigentums und ihre Hörigen den versassungs- ändernden Charakter des Raubgesetzes mit großem Getöse bestreiten werten. Wird dann die Regierung solchem Massendruck von links gewachsen sein? Selbst falls sie aus über» zcugungstreuen Männern beste ist, — können diese nicht auch über Nacht gestürzt werden?
Sobald jedoch die maßgebenden Stellen die Rechtsauffassung von der verfassungscindern- den Natur des Raubgesetzes aufgeben sollten, würde dieses also keiner absoluten Dolks- mehrheit, also keiner 20 Millionen gültiger Ja-Stimmen mehr bedürfen (wie Art. 78 der Verfassung sie heute fordert), sondern es würde in solchem Falle jede beliebige Zahl von Ja-Stimmen, die nur die Rein-Stimmen um eine übersteigt, genügen.
Dieser Gefahr gilt es nun weitblickend schon am 20. Juni zu begegnen. Und hier biciet uns der Artikel 75 der Reichs Verfassung (der in Weimar s. Zt. erst in 3 Lesungen von der Nationalversammlung eingefügt worden ist) die Handhabe zu einer Rückversicherung: Ihm zufolge kann die Ablehnung des begehrten Gesetzes, die der Reichstag ja gemäß Art. 73 Abs. 3 bereits mit großer Majorität beschlossen hat. jetzt durch den Volksentscheid nur dann wieder umgestoßen werden, „wenn sich die Mehrheit der Stimmberechtigten an der Abstimmung beteilig t." Das heißt: Falls 20 Millionen mannhaft und klug genug sind, die der Arne auch wirklich fern zu bleiben, so ist das ganze rechtsstaatsfeindliche Gesetz endgültig abgeschüttelt und der Weg für eine vernünstigere, auch sittlich einwandfreiere Lösung dem Gesetzgeber wieder freigegeben. Sollten dagegen zu den vielleicht 14 Millionen Ja-Stimmen der begehrlichen Fürstenfeinde und ihrer Mitläufer etwa noch drei Millionen 'Nein- Stimmen der Eigensinnigen und vier Millionen ungültige Stimmen der Verantwortungsscheuen hinzukommen, dann wäre die im Artikel 75 vorgesehene Beteiligung mit 21 ron 40 Millionen erreicht, und der Gesetzentwurf, sofern man ihn als nicht ver-, sassungsändernd zu betrachten hätte mit 14