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Marburger

Tasesamiger

Gerhessifche Zeitung

SeUKe Lan-kSzeitung

Montag, -en 7. 3unt 1926

®te «Oberhifsifch« Zeitung" er­scheint sechsmal wLchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. ZustellungSgebühr, durch !dUPost2A5 SM.Für etwa infolge Streiks. Maschinendefekt- oder elementarer Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag b. Dr. §. Hitzervth, Druck der Unid.-Buchdruckerei d. Job. Aug. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt 6. M. Nr. 5015. -- Sprechzeit der Redaktion von 1011 und c*

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1 Goldmark V.,,Dollar.

Wuvelsu gefangen?

fk. Paris, 7. Juni. Eine vom ,,N e w York Herold" veröffentlichte Depesche aus Peking besagt, da« nach einer unbestätigten Nachricht Wuveisu, als er sich aus dem Wege nach Peking befand, um mit T s ch a n g - feiin zu verbandeln, von untreuen Ele­menten seiner Armee gefangen genom- «e n worden sei.

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Ser Mftulveelrag imlerzeichnef

Angora, 6. Juni. Der Mossulver - trag ist beute vom türkischen Minister des fleuhetn Tewfik Ruschdi Beu und dem britischen Botschafter Sir Ronald Lind- sa, und dem Vertreter des Irak Nuri Pascha unterzeichnet worden.

SnS neue nghMche Kabine!!

fk. K a i r o , 7. Juni. Der Führer her Libe­ralen Adly Pantea hat das Kabinett ge- kbildet, in dem er selbst das Ministerpräsidium und das Ministerium des Innern, der ehe­malige Premierminister Sarwad Pascha das Ministerium des Aeußern und Kemal 'Lei Khasbaba das Kriegsministerium übernimmt. Alle drei waren Mitglieder des Zaglul-Kabinetts von 1924.

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Vor dem Labe des

SmsWauMnteS

P a r t, 5. Juni. Im südlichen Teil des Pfchebel Drus ist die Zitadelle S a l - kabd, das Zentrum des Hauplroider ßtandes des Sultan Attraschs, wie Kriegs- tuinister Painleve heute dem Ministerrat mit­teilte. von den französischen Truppen e i n - len.'turnten worden. Painlevs erklärte den Journalisten, daß jetzt nur noch einige Auf- ständischenberde übrig geblieben seien, die man bald beseitigt haben werde.

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Sw neue Fmnkensluez

t Paris, 6. Juni. DerQud bitten" meldet: Finanzminister Peret teilte ge­stern in dem Ministerrat mit, datz sich der AuSzchutz der Finanzsachverständigen nach Prüfung der Mittel für die Stützung des Kranken, mit Ausnahme zweier Mitglieder, einmütig dafür aussprach, daß der Metallbestand der Bank von Krankreich eingesetzt werde, falls es notwendig werden sollte. Der Ministerrat behielt sich vor, in der heutigen Sitzung hu dieser Frage Stellung zu nehmen.

> r i a n d forderte Finanzminister P e r e t M, mit der Bank von Frankreich in Verhandlungen über diesen Punkt einzu­treten. Die Verwaltung der Bank steht dem Beschluß des Sachverstäwdigen- rnrrschusscs ablehnend gegenüber Nud weigert sich außerdem, eine Anleihe 4» garantieren, die zur Spekulation mit kurländischen Devisen reizen könnte.

8rbcnWttelfarten?

p Paris, 7. Juni.Mali n* schreibt: x- e Einschränkungen, von denen gestern im Ministerium gesprochen wurde, könnten sich Betreibe und Mehl beziehen. Wenn ^ie schlechte Witterung andauere, dann werde zuerst daran denken, dem Brotmehl E r - teile zuzufügen. Auch an eine Ein- Rtänluttg des Verbrauchs von Kohl, Zucker anderen Lebensmitteln des täglichen Le- k*ts müsse man denken.

Illach dem Journal" hat Kriegsminister »uinleos auf die Frage, ob man nicht an die "ttführung von Lebensmittelkarten ^®ke, geantwortet, bisher sei davon nicht die V-de gewesen, aber wenn notwendig, werde ^*6 diese einführen.

RMMHu und MtÄtgittung

StNttMgbSttisttl

im tesMn Skbiet

Aesrcmdcn über die Wahl

Der Verwaltungsrat der Reichsbahn, der am Freitag auf Grund einer schon seit einiger Zeit ergangenen Einladung versammelt war, hat zur allgemeinen Ueberraschung aller politischen und wirtschaftlichen Kreise nach einer kurzen Trauersitzung für den verstorbenen General­direktor Dr. Oeser bereits die Neuwahl des Generaldirektors oorgcnommcn und zwar mit der Begründung, daß die Lage der Reichsbahn so ernst sei, daß eine längere Unterbrechung in der Führung der Geschäfte bi» zum Wieder- zusammentritt des Berwaltungsrates nicht möglich sei. Der Verwaltungsrat hat den stellvertretenden Ge­neraldirektor Dr. Dorpmüllcr ge­wählt.

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Die Gründe, die hier vom Berwaltungsrar der Reichsbahn angegeben werden, sind etwas merkwürdig. Die Lage der Reichsbahn kann doch unmöglich so katastrophal sein,daß Der Ec- neraldirektorvosten nicht dis wenigstens nach der Beisetzung Dr. Oesers hätte unbesetzt blei­ben können. In Wirtlichkeit liegen die Grün­de auf einem anderen Gebiet. Man wollte offenbar eine Diskussion der Nachfolgerschaft in der Oeffentlichkeit vermeiden, man wollte ins­besondere verhindern, daß eine andere als dke vom Vcrwaltungsrat schon seit Monaten in Aussicht genommene Kandidatur zur öffent­lichen Erörterung gestellt würde. Diese ver­blüffende Wahl Dorvmüllers. von der die Reichsregie tung vorher nicht un­terrichtet war, stellt sich als eine Takt­losigkeit gegen die Reichsregierung dar und wird auch in Kreisen, die her Reichs­regierung nahe stehen, als solche empfunden. Der Verwaltungsrat hat die Reichsregierung einfach vor eine vollendete Tat­sache gestellt. Die Wahl des Generaldirek­tors bedarf nach dem Statut der Be­stätigung durch den Reichs vräsiden- t e n und der Gegenzeichnung durch den Reichskanzler. Schon diese Tatsache allein hätte erfordert, daß der Verwaltungsrat vorher auch das Kabinett um seine Meinung gefragt und sich nicht der Möglichkeit einer Verweigerung der Bestätigung durch den Reichspräsidenten ausgesetzt hätte. Es ist sehr leicht möglich, daß sich aus diesem Vorgang peinliche Folgerungen ergeben werden. In der Sitzung des Reichskabinetts am Freitag ist der überraschende Beschluß des Vermc-ltungsrates erörtert worden und in den späten Abend­stunden wurde durch das amtliche Telegraphen­büro folgende Mitteilung ausgegeben:

Zu der heute durch den Verwaltungsrat der Deutschen Rcichsbahngesellschaft vor- gcnommenen Wahl des neuen General- direktors erfahren wir, daß das Reichs­kabinett sich mit der Angelegenheit erst nach der Beisetzung des gestern verstorbenen Ge­neraldirektors Oeser beschäftigen wird." Wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, kann sich ausdenken, welchen Eindruck die durch nichts gerechtfertigte Eile des Verwaltungs­rates auf das Reichskabinetl gemacht hat. An

des NMN SMrMrrklerS

diesem einen Beispiel siebt man deutlich, wie lose heute die Beziehungen zwischen Reich und Reichsbahn noch sind. Man muß durchaus mit der Möglichkeit rechnen, daß die Wahl Dorv- müllcrs vom Reichspräsidenten nicht bestätigt wird.

Weitem Mau

bei der Reichsbahn

Aus Cifenbahnerkreisen wird uns ge­schrieben: Dah sich die Aeichsbahngesell- schaft weder um Regierung noch Parlament kümmert, war aus ihrem Auftreten in dem zur Prüfung der Reichsbahnverhältnisse ein­gesetzten Reichstagsausschusfes und erst jüngst wieder aus der Brüskierung des Reichsver­kehrsministers in der Petitionsfrage ersichtlich. Dah sie aber auch die Warnungen von Oef- fcntlichkeit und Beamtenschaft vor weiterem Abbau des Derufsbeamtentunis in den Wind schlägt, erkennt man aus ihren jüngsten Mah- nahmen zur ülcberführung von, Be­amten ,ins Arbeiterverhältnis. Während' bisher Beamte der Reichsbahn nur dann in das Arbeiterverhältnis versetzt werden konnten, wenn sie aus diesem hervorgegangen waren, erweitert die Reichs­bahn jetzt den Kreis der Gefährdeten und verfügt, daß auch andere kündbare Beamte ihrer Beamtenschaft beraubt werden dürfen. In der Berfügung heißt es:

»Rach den wiederholt ergangenen Wei­sungen sind in das Arbeitsverhältnis in erster Reihe solche kündbaren Beamten zurück zu­überführen, die aus dem Arbeiterverhältnis hervorgegangen und noch voll leistungssähzg find. Dies schließt nicht aus, dah auch künd­bare Beamte, die nicht aus dem Arbeiterverhältnis hervorge­gangen sind, die aber als voll leistungs­fähig zu betrachten find und denen auch nach ihrer Dorbildung und körperlichen Beschaffen­heit. nach ihrem Alter und ihrer ganzen Per­sönlichkeit einer Arbeitertätigkeil zugemutet werden kann, für die Lieberführung in das Arbeiterverhältnis in De-, tracht zu ziehen find. Dies kommt z. B. in Frage, wenn einem aus dem Arbeiterverhältnis hervorgegangenen Beam­ten gegenüber einem Beamten anderer Her­kunft nach dem Werte seiner dienstlichen Leistungen, seinem Alter, sowie nach seinen wirtschaftlichen und sozialen Derhältnissen der Borzug gebührt. Dementsprechend steht nichts im Wege, auch einem Hilfsbeamten, der nicht aus dem Arbeiterverhältnis hervorgegangen, der z. D. als Dienstanfänger eingetreten ist, unter den geschilderten .sinngemäss zu beurteilenden Doraussetzungen reinen Ar­beiterverdienst zu übertragen."

Die Berfügung muh jedem die Augen darüber öffnen, wohin die Personalpolitik der Reichsbahn steuert. Allen Ableugnungen zum Troy ist eben der ursprüngliche Plan, nach englischem und amerikanischem Borbild alle Dahnbediensteten als Arbeiter zu be­trachten Durchaus nicht aufgegeben.

Ml Cello in

Waben tingtsogtn

fk Lissabon, 7. Juni. General ® o m ec Eosta ist an bet Spitze seiner Truppen unter bem Beifall bet Bevölkerung in Lissabon eingezogen. Zwischenfälle haben sich nicht er­eignet.

Kein Anschluß LwveS an Preußen

fk. Bückeburg, 7. Juni. Das vorläufige Gesamtergebnis bet Abstimmung übet bte FrageAnschluß Schaumbutg-Livves an Preu­ßen" ist folgenbes: Abgegeben würben 9858 Stimmen für den Anschluß an Preußen unb 11388 Stimmen gegen ben Anschluß an Preußen, 132 Stimmen waren ungiltig. Die Abstimmung ist somit negativ verlaufen.

Auszug von 1000 Eintenien aus Sanneeet

fk Braunschweig. 7. Juni. Die Braun­schweigische Studentenschaft bat, rote bte Braunschweigische Landeszeitung" berichtet, an die Stubentenschaft bet technischen Hoch­schule Hannover folgenbes Telegtanmm ge­richtet:

Die Braunschweigische Stubentenschaft stellt sich geschlosien hinter bte Stubenten­schaft Hannovers unb sagt ihr Unter­stützung in ihrem Kampfe gegen Unrecht unb Willkür gegen einzelne Kommilitonen zu."

Eine Delegation von 25 Hannoverschen Stu­denten wird heute mit dem Vorstand bet Braunschweigischen Studentenschaft verhandeln. Der Delegation werden sich etwa 100 0 Stu­denten in einem Sonbetzug, bet gegen 1 Uhr auf dem Hauptbahnhof einttifft und von bet Braunschweigischen Studentenschaft geschlossen empfangen wird, anschließen. Es handelt sich also um einen demonstra­tiven Auszug aus Hannover.

Durch Pressemeldungen au» Frankreich erfährt man jetzt, daß'seitens des franzö­sischen Generalstabes in diesem Sommer zwei große Generalstabsreisen stattsinden sollen, die im Winter durch Kriegsspiels in Mainz bereits vorbereitet wurden und sich durch Elsaß-Lothringen, die Pfalz, den Hunsrück und die Eifel bis hinauf in das belgische Besatzungsgebiet bei Aachen er­strecken werden. Tas Bekanntwerden die­ser französischen Generalstabsreisen, an wel­chen französische und belgische Generäle, Kommandeure größerer Truppeueinheiten und höhere Offiziere teilnehmen, hat irr Berliner politischen Kreisen begreifliches Befremden erregt. Wenn solche KriegS- übuugen ausländischer Generalstäbler auf deutschem Boden während des Poincarö« Kurses kaum überraschen konnten, da man sich damals über Rechtsbedenken ohne weiteres hinwegsetzte, so sind sie nach Lo­carno und Genf nach jeder Richtung hin unvereinbar mit den neuen auf Versöh­nung gerichteten Bestrebungen der Locarno­mächte, Daß die Bestimmungen des Ver­sailler Vertrages derartigen militärischen Maßnahmen einiger Ententemächte ent» gegenstehen, bedarf keiner besonderen Er­örterung. Sie widersprechen in besonde­rem Maße dem Geist und den Bestimmun­gen des Völkerbundsstatuts, das ja ge­rade Kriegsvorbereitungen verhindern will. Derartige Generalstabsreisen sind an sich zwar keine unmittelbaren Kriegsvorberer- tungen, wohl aber Kriegsübungen, dazu bestimmt, eventuelle Kriegsvorbcreitungen zu erleichtern. Es ist übrigens bezeichnend, daß sich englische Offiziere an diesen Gene­ralstabsreisen nicht beteiligen.

Zn Berliner politischen und amtlichen Kreisen hat aber besonders die Tatsache überrascht, daß diese französischen General» stabsreisen gerade in dem Augenblick vor­bereitet werden, wo man in Gens eben die ersten Versuche macht, zu prüfen, auf wel­chem Wege man der Frage der allgemeinen Abrüstung praktisch näher treten könnte. Wenn auch diese ersten Versuche nicht allzu optimistisch stimmen können, so ist doch zunächst eine internationale Erörterung darüber in Gang gesetzt, »zu der aber die Vorbereitung großer französischer General- stabsreisen durch besetztes deutsches Gebiet äußerst schlecht passen. Es darf wohl er­wartet werden, daß die deutsche Regierung bei nächster Gelegenheit in Paris keinen Zweifel darüber lassen wird, daß man die Fortsetzung Poincaristischer Militärgepflo­genheiten am Rhein nicht in Ueberein- stimmung zu bringen vermöge mit den neu sich entwickelnden deutsch-französischen Beziehungen der neuen Friedenspolitik und dem Gedanken der allgemeinen Abrüstung.

Die Tatsache der Besetzung deutschen Rheingebiets gibt dem französischen Gene­ralstab keinerlei Recht, derartige Gcneral- stabsreisen zu unternehmen, da sie ein­mal nicht im Rahmen der Besatznngsnuf- gaben und Besatzungsbefugnissen liegen, zum anderen aber die Staatsautorität 'des Reiches und der Länder verletzen müssen. Es kommt weiter hinzu, daß der Bevölke­rung der betroffenen Gebiete neue Lasten zugemutet werden, zu welchen sie nicht verpflichtet ist. Ferner wird eine Beun­ruhigung hervorgerufen, die auf Grund des Rheinlandabkommens, wie auch im Verfolg der Locarnopolitik unter allen Um­ständen vermieden werden sollte.

Sertotnmgtn in ter Reichswehr

Dresden, 6. Juni. Der am 31. Oktober 1925 Zum Befehlshaber im Wehrkreis 4 und zum Kommandeur der 4. Division ernannte Generalleutnant von Paweljz wurde am 1. Juni behufs weiterer Verwendung als Reichskommissar zur Vertretung der deutschen Regierung gegenüber der Interalliierten Milr- tärkontrollkommission von seiner Stelle als Komandeur der 4. Division enthoben und zur Heeresfriedenskommision versetzt Mit dem gleichen Tage wurde Generalleutnant W o l l- w a r t h, der bisher Jnfanterieführer und Lan­deskommandant in Württemberg war, zum Kommandeur der 4. Division und Befehlshaber im Wehrkreis 4 ernannt.

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Zum Besuch der deutschen Flotte in Spanien.

Paris ,5. Juni. HavaS berichtet aus Madrid: Vizeadmiral Mommsen und der Stab der vor Barcelona liegenden deut­schen Kreuzer haben dem Ministetzpräsi- deuten einen Besuch abgestattet. Sie haben