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zrankmchs Sieg im AbrSslMSk- auWuß

Der gestrige Tag brachte inr militärischen Ausschuß der Abriistungskommission die Ent­scheidung über die Frage, ob die Re­servemannschaften unter den Begriff der F r i e d e n s r ii st u n g c n fallen sollen, an denen allein noch dem Beschlug des Vollaus- schusies die svätcre Abrüstung ourchgesührt werden soll.

Diese Frage, die in den letzten Tagen im militärischen Ausschuß unter bäufiger Be­teiligung der deutschen Sachverständigen den Gegenstand grundsätzlicher Erörterung bildete, ist gestern ohne namentliche Ab­stimmung mit einfacher Mcbrbeit im Sinne Frankreichs und gegen Deutschland dabin entschieden worden, das, die Re­ss sc r v e m a n n s ch a s t e n nicht unter dcnBegriff der Friedensrüst na­gen fallen, also von der späteren Ab­rüstung nicht betroffen werden sollen.

Dagegen sollen nach einem weiteren Beschlug 'die Mannschaften der Polizei und Gcn- 'da ncrie, die Zollbeamten und Förster, -soweit sie für den Kriegsdienst berangezogen werden können, und schließlich die privaten Verbände, die im Gebrauch der Waffen i«isbildcn, gegen die Auffassung der deutschen iSachverständigen unter den Begriff der Frie- oensrüstungen fallen und also bei der sväleren Abrüstung berücksichtigt werden. Die 'erste Frage wurde mit 9 gegen 4 Stimmen in s Deutschland entschieden, dessen Meinung sich .einige Neutrale anschlossen. In der zweiten ;beircffcnb die privaten Verbände blieb Deutsch­land allein.

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ein mms NagMngM?

s Berlin, 3.. Sunt. Rach derVoss. Ztg." wird sich das Reichskabinett in seiner nächsten Sitzung am Montag mit der Frage beschäftigen, ob in Ausführung der Anregung des Reichspräsidenten dem Reichstag ein Gesetzentwurf vorgelegt wer­den soll, wodurch eine E i n h e i ts f l a g g e diir das Deutsche Reich geschaffen wird.

Es bat den Anschein, daß int Reichsinitent- ministerium die Vorarbeiten für einen sol­chen Gesetzentwurf weit vorgeschritten sind, und es ist nut d-r Frage, ob das Reichs-- kabinett den gegenwärtigen Zeitpunkt für die Einbringung einer solchen GesetzeSvor-- lage für geeignet und ihre parlamentarische Turchbringung für möglich hält. Bon der ursprünglichen Absicht, einen besonderen parlamentarischen Ausschuß, der Por- - schlage für eine EiüheitSflagge machen soll, einzusetzen, scheint man wieder abgefeimten - $U sein, ans der Erwägung heraus, daß es Sache der ReichSregiernng sei, einen Vorschlag in Form eines Gesetzentwurfes »u machen.

Zn der Meldung derBoss .Ztw" über die Klaggenfrage teilt dieT ä g l. R u n d - sch a u" mit, es handle sich zunächst dartlm, einen Ausschuß zu bilden, an dem nicht - uur Vertreter des Parlaments und der Regierung, sondern auch weitere Kreise be­teiligt seien. Das Kabinett werde sich vor­aussichtlich am Montag darüber schlüssig werden, durch welchen Minister es in die­sem Ausschuß vertreten sein werde. Die Einbringung einer Vorlage über die Schaf­fungdtner Einheitsflagge könne selbstver­ständlich erst in einem späteren Stadium er­folgen, wenn über die Borverhandlungeit einigermaßen Klarheit geschaffen sei, welche endgültigen Vorschläge für die Lösung in Betracht kämen.

Die Konkurse im Mai.

Berlin, 3. Juni. Nach Mitteilung &es Statistischen Reichsamtes wurden im Aai ds. Js. durch denReichsanzeiger" 1046 neue Konkurse ohne die roegen Massenmangels abgelehnteu Anträge,au* Konkurseröffnung und 691 angeord-l Uete Geschäftsaufsichten bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vor­monat stellen sich aus 1302 bzw. 923.

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Dr. Strchmam zur Wizmttion in Preußen

Sie Voraussetzung für das Vorgehen der preußischen Regierung nicht gegeben"

Berlin, 3. Juni. (TU.) Zu bsr Meldung des sozialdemokratischen Pressedienstes, Reichs- autzcnministcr Dr. Stresemani' habe sich mit dem Borgehen der. preußischen Regierung in Sachen der angeblichen Umstur.zvläne voi rechts einverstanden erklärt und ein energisches Durchgreifen gefordert, nahm der Rcichsautzcn- minister auf einer Versammlung des Rcichs- ausschusses für Handel und Industrie der D. V. P. in Erfurt Stellung und führte dazu folgendes aus:

Die Mitteilung von Ministerialdirektor A b e g g im Preußischen Landtag könnte für die Frage, ob das Vorgehen der preußischen Regierung berechtigt war, nur dann Bedeu­tung haben, tueiut meine Aeußerung nach dem Bckanntwcrdrn der Veröffentlichung der amt­lichen Stellen erfolgt wäre. In Wirklichkeit war der Vorgang folgender: An dem Tage, an dem der Abgeordnete ©testierte im Reichs­tag von diesen angeblichen Plänen sprach, d. h. vor irgend einer Veröffentlichung der vreutzi- scheu Regierung, habe .ich bei dem stellvertre­tenden Polizeipräsidenten von Ber­lin angefragt, was cs eigentlich mit der Um- sturzgciahr auf sich habe.

Dr. Friedensburg hat mir daraus telephonisch gesagt, da« cs stch um einen groß angelegten Plan zur Er- r ich t n ri< eines Direktor t u th « im Reich unter Beseitigung des Rcichs- prSsidenieit und seiner Ersetzung durch

einen Reichsvrrwcscr handele, der gleich­zeitig in allen deutschen Ländern Landes- oerwcser cinsetzen solle.

Auf Grund dieser Mitteilungen des Herrn Dr Friedcnsburg habe ich in unserer telephoni­schen Unterhaltung erklärt:Wenn die Ding' so liegen, dann greisen Sic nur ordentlich durch."

Diese Aeutzerung ist für jeden Anhänger der Bcrsassung selbstverständlich, wenn er au; Grund von Mitteilung von autoritativer Stelle unter dem ^Eindr.uck steht, datz solche Dinge tatsächlich beabsichtigt waren. Von die­ser Ilnterrcdung habe ich auch- der volksvartei- lichcn Presse bei einer am nächsten Tage statt- gehabten Zusammenkunft Kenntnis gegeben Mil der Kernfrage, ob die Voraussetzungen für ein solches Vorgehen tatsächlich gegeben waren, bat die unter diesen Umständen damals erfolgte Antwort gar nichts zu tun.

Ich habe mich vielmehr aus den inzwischen bekannt gewordenen Veröffentlichungen bisher nicht davon überzeugen können, datz die Voraussetzungen für ein derartiges Vorgehen der preuhischcn Regierung tat­sächlich gegeben waren.

Insbesondere bemerke ich noch, datz bei dieser Unterhaltung von bevorstehenden Haussuchun­gen bei führender, Herren der rheinifm-wesl- fälischcn Industrie in keiner Weise die Rede gewesen ist."

Dir MrlschaWage m SmIWmd

Ersur.t, 3. Juni. (Sil.) Heute vor­mittag trat hier der Reichsausschuh für Handel und Industrie der Deutschen V o l k s p a r t e i in Anwesen­heit des Reichswirtschaftsminifters Dr. Cur - t i u s . des Staatsministers Leutheuser, sowie einer großen Zahl von Parlamentariern des Reiches und der Länder, unter dem Vor­sitz des Reichstagsabgeordneten Dr. Hugo, zusammen. Während der Sitzung erschien auch Rcicheanßenminister Dr. ©trete» mann im Saal.

Als erster referierte Generaldirektor Hcl- muth Albrecht, Mitglied -er Reichstages, über die Wirtschaftsnot Deutschlands. Der Anfang zu einer Stabilität unserer Gefamt- wirtfchaft müsse mit einer Stützung der Land­wirtschaft gemacht werden. Darüber hinaus fei für die Industrie die Verbesserung der Rentabilität eine Lebensfrage. Allerdings seien.

alle Hofinunge': a«ks eine Wiederkehr der Vorkriegsvrrbältnisse eitel.

Wir würden auf alle Fälle mit der Tatsache zu rechnen haben, daß sich große Wirtschafts­gebiete bilden, die ihre Märkte zwar nicht ati- schliehen, sich aber doch hinsichtlich der Ware, an der sie selbst interessiert sind, gegen jeden Einbruch sichern. Dies zeig­ten besonders Großbritannien mit allen Kolo­nien. Amerika, Frankreich, einschließlich seiner Kolonien und Japan. Auch die Hoffnung auf eine erträgliche Senkung der Erwerbslosen­zahl sei für absehbare Zeit eitel. Wir müssen.

nach dem Osten fchnnen und die Kolonisa- sation vieler vergangener Jahrhunderte wieder aufnedmen.

Als zweiter Redner sprach Prof. Leidig über Deutschlands Finanzlage und Kredit­probleme. In der anschließenden Diskussion führte

Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius aus: Die Kreditschöpsung bei der Reichsbank von Seiten des Reiches toar notwendig, um der Thesaurierungspolitik auf Kosten der Wirtschaft ein Ende zu machen. Die Rotwendigkeit einer Aenderung des. Bankgesetzes wird auch von den Reparations- gläutiigern nicht bestritten. Es handelt sich auch nicht um direkte Kredite bei Reiches, sondern um die Quantität der an die Wirt­schaft zu gebenden Echatztoechsel. Jedenfalls ist mit den 100 Millionen, die dem Reiche bis­her zustanden, nichts anzufangen.

Eine Gefahr für die Währung ist bei der jetzt geplanten Aenderung des Reichsbank- gefetzes undenkbar.

Die Reichsmark ist gesund fundiert: Form und Stoff der Zahlungsmittel spielen nur eine geringe Rolle. Die Hauptsache ist das Ver­trauen. Amerika hat jetzt den größten Geldbeutel, hält das Gold aber in seinen Tresors. Auch die Gesahr einer Goldinfla­tion ist nicht zu unterschätzen. Unsere Wäh­rung ist nicht nur auf absehbare, sondern auf unabsehbare Zeit gesichert.

Reichsminister Dr. Stresemann nahm darauf in längeren vertraulichen Ausführungen im Sinne seiner kürzlichen Rostocker Rede zur Frage des Dawesab- kommens unter lebhafter Zustimmung der Versammlung Stellung. Er trat insbesondere auch der Auffassung entgegen, als ob die Tarife der Reichsbahn nur durch die Dawesabmachungen bestimmt seien. Auch ohne die Dawesbestiminungen würde die Reichsbahn bei der Lage der Reichsfinanzen auf ähnliche Ileberschüsse angewiesen sein, da andere Steuerquellen für den Ersatz dieser Aeberschüsse nicht mehr vorhanden sind.

Rach längerer Debatte sprachen die Abge­ordneten Dr. Albrecht und Dr. Hugo das Schlußwort.

Hm 6.40 Hfjr abends reifte Dr. 6 t r e f e mann nach Leipzig weiter.

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zur Luge in Ägypten

Rcgierungsvcrzrcht Zaglul Pascha».

Kairo, 3. Juni. Zaglul Pascha hat dem Wunsche der Abgeordneten seiner Par­tei entsprechend auf die Ministerpräsident­schaft. zu Gunsten des liberalen Führers Adlijegen Pascha verzichtet. Durch diesen Entschluß Zagluls wird die Lage gebessert.

Neuer Angriff auf Damaskus.

London, 3. Juni. DieDaily News" berichtet aus Beirut: Gestern erschienen Aufständische vor Damaskus und griffen die Zugänge zur Stadt im Norden und im Süden an Starke französische Streitkräfte waren an dem Abwehrkampfe beteiligt. Auf beiden Sei­ten waren beträchtliche Verluste zu verzeichnen.

Dr. Seipel bei Brian».

Paris, 3. Juni. Der frühere öster­reichische Bundeskanzler Dr. Seipel ist , heute abend von Briand empfangen worden.

Uns roh» aus tem Riigrbicl?

Von R. Ling- Pari».

Abd el Krim bat sich zwar den Franzosen er­geben, aber damit ist noch keineswegs bei Marokkokrieg zu Ende oder die Frage des Rii- gebictes gelöst. Zunächst ist die Lage in mili­tärischer Hinsicht noch ungeklärt: denn erstens sind die Franzosen und Spanier nur im Besitz der Küste und des Ostens, während der Westen noch unbezwungcn ist und mindestens 20 00» Rifkricger beherbergt, die noch kein Zeichen der Unterwerfung gegeben haben. Wenn die Ge­fahr eines neuen Marokkokricgcs ein für alle Mal verhindert werden soll, und das ist ja die französische Absicht, so mützte die gesamte Be­völkerung des Rifgebieles entwaffnet werden. Wie aber soll eine solche Aufgabe durchgeführt werden? Sie würde als Voraussetzung die Besetzung des ganzen Landstrichs, Ortschaft für Ortschaft haben: sic wurde sicherlich noch monatclange Kämpfe bedeuten und vielleicht sogar ein neues Aufslammcn des Fanatismus bcrbcisühren: denn alle Kenner der Risstämme sind sich darin einig, datz der Rifkabylc sich niemals von seinem Gewehr trennt. Die Lage der Franzosen und Spanier wird ferner gerade durch die Eefangenschaf! Abd el Krims er­schwert, denn es fehlt nun an einem Führer, mit dem die beiden Mächte verhandeln können und der die nötige Autorität besäße, etwa ge­troffene Vereinbarungen durchzufübrcn. Der Charakter der Berberstämme des Rifgebietes bat sich seit einer einheitlichen Führung wider­setzt und hat nur in außergewöhnlichen Zeiten wie in denen der letzten Jahre eine militärische Ecsamtlcitung anerkannt. Abd cl Krim batte sic inne, aber er wird schwerlich einen Nach­folger in gleicher Eigenschaft erhalten, so daß die Franzosen nicht mit einem Block, sondern mit zahlreichen großen und kleinen Stämmen *3it verhandeln und vielleicht noch weiter zu kämpfen haben werden. Sollten sic aber die Absicht hegen, ihrerseits den Rifstämmen.einen Führer aufzuzwingcn, so wäre das sicherlich das beste Mittel, um die Bewegung im Rif­gebiet von neuem zu entflammen, denn diese Persönlichkeit würde das Odium des Verrats und der Verbindung mit dem Uebcrwinder tragen.

Zu dieser militärischen Lage kommt nun die politische hinzu. Frankreich und Spanien hatten im abgelaufenen Jahre ein lletiereinfommen geschlossen, das sich auf die Erreichung mili­tärischer Ziele bezog. Diese Ziele sind erreicht worden. Um sie aber politisch auszunützen, bedarf cs einer neuen politischen Ver­ständigung, und so sieht sich Frankreich vor die Aufgabe gestellt, diese mit Soauic:: zu suchen. Das ist zunächst eine interne Angelegenheit beider Länder und wird an sich 'eine großen Schwierigkeiten bieten. Dennoch sind aber Schwierigkeiten vorhanden, >. . dadurch ent­stehen, daß zur Durchsührung der beiderseitigen Absichten keine französisch-spanische Verständi­gung genügt, sondern daß aus Grund der inter­nationalen Verträge auch andere Mächte, in erster Linie England und Italien, interessiert sind. Spanien hegt Absichten, sich die Verwal­tung der Tangerzonc übertragen zu lassen, wird sich aber an dem englischen und auch amerikanischen Widerstande stoßen. Frankveich seinerseits beabsichtigt, seine Einflußsphäre über den berühmten Oucrgafluß hinauszu­dehnen und eine Reibe von Forts anzulegen, da der Besitz dieses fruchtbaren Tales für bie marokkanische Landwirtschaft wichtig ist. Solche Ausdehnung würde aber plcichialls an bie Zu­stimmung der beteiligten '.Nachte gebunden sein und internationale Verhandlungen notwendig machen. Man spricht bereits von einer neuen Algeciras-Konferenz, und wenn auch franzö- siichc Regierungskreise sich mit der Hoffnung schmeicheln, daß sic solche Zuftimmiing er­langen weiden, so bleibt sie nichtsdestoweniger eine Ausgabe. Man rechnet dabei aus sranzö- sischer Seite, daß England durch die neuen ägyptischen Komplikationen und Italien durch Lydien allzusehr in Anspruch genommen sind, um der Marokkofrage übergroße Wichtigkeit beizumessen.

Hinzu kommt das Problem, wie das Nif- gebiet verwaltet werden soll. Frankreich hatte schon vor Jahresfrist erklärt, daß dem Rifgebset unter Abd cl Krim eine ziemlich weitgehende selbständige Verwaltung zugestanden werden sollte. Es ist kaum angängig, daß diese prinzipielle Zustimmung nun zurückg-zogkn werden könnte, nur weil Abd cl Krim sich er­geben hat. Eine solche Zurückziehung wüide auch innerpolitische Schwierigkeiten Hervor­rufen, weil die Linksparteien in Frankreich auf der Gewährung der prinzipiell zngestandenen Eigenverwaltung bestehen werden. Was die wirtschaftliche Entwicklung des Rifgebietes be­trifft, so plant Spanien große Stadtanlagcn iri Ajdir, Alhucemas und Melilla in Ver­bindung mit der Ausbeutung der reichen Erz- .und Kupferminen der dortigen Umgebung.