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Montag, -en 1 Mai

Di« v^Oberhessischr Zeitung" er- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus- fchlteßl. Zustellungsgebühr, durch pi«Post2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte »der elementarer Ereignisse ausfallend« Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hihrroth, Druck der Univ.-Buchdruckerei v. Ioh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. Sprechzeit -er Redaktion von 1011 und »',11 Uhr.

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St. 103 Sl.sslchrg. Marburg a. £abn

Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespall. Zeilemnillimeter 0.08 SM., klein- Baranzeige« 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 50«/, Aufschlag. Sammelanzeigen 100 °f, Auss schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werde« berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

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2 o n b o n, 1. Mai. (TU.) Die Entscheidung ist gefallen. Der Gewerkschaftskongreß hat für Dienstag den Beginn des Generalstreiks prok­lamiert. Zurzeit werden noch fieberhafte Ver­suche gemacht, um das Aeutzerste zu verhin­dern. Sollte das nicht gelingen, so rechnet man mit revolutionären Unruhen. Alle Reserveoffi­ziere haben Befehl erhalten, sich zur Ver­fügung zu halten. Das Pfund ist gegen New- york gefallen. Die Stimmung ist allgemein ernst, obwohl das Leben äußerlich unverändert weitergeht. Die Regierung hat die Verhän­gung des Ausnahmezustandes angekündigt.

Nach der offiziellen Erklärung des Gewerk­schaftskongresses wird der Streik zunächst in folgenden Betrieben durchgeführt werden: 1. Verkehrswesen, einschließlich Eisenbahnen, Dampferverkehr, Dockarbeiter, Straßenverkehr und Eisenbahnwerkstätten. 2. Druckereien einschließlich Leitungen. 3. Eisen- und Stahl­industrie. 4, Baugewerbe, ausgenommen Neu­bauten und Hospitalarbeiten. 5. Nötigerweise soll die Eleketrizitäts- und Gasversorgung ein- !gestellt werden. 6. Die Nahrungsmitteloer- orgung, sowie die öffentliche Hygiene, sowie die Krankenpflege sollen unberührt bleiben.

Die Regierung wird die Flotte, die am Dienstag zu einer Kreuzfahrt in See gehen sollte, nötigenfalls zu Hilfsmaßnahmen heran­ziehen. Heute abend wird sich eine Konferenz unter dem Vorsitz Baldwins mit den Not- ftandsvollmachtcn befassen.

Macdonald erklärte heute auf dem Ge­werkschaftskongreß, die Bergwcrkskrise werde am Montag im Unterhaus zur Sprache gebracht werden. Er hoffe und glaube jedoch, daß bis dahin noch etwas geschehen werde, das die Wiederaufnahme der Arbeit ermögliche.

Der Führer der Eisenbahnarbeiter T h o - was erklärte, das Land habe niemals einer so ernsten Krisis gegenübergestanden. Selbst in dieser letzten Stunde werde man danach streben, eine Regelung zu finden und er hoffe, daß man damit Erfolg haben werde.

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Loudon, 2. Mai. Das geschäftssiihrende Komitee des Gewerkschaftskongresses ist gestern abend kurz vor 8 Uhr zu einer Besprechung iw das Büro des Premierministers geladen worden, wo mehrere Minister anwesend waren. Die Sitzung dauerte fast 5 Stunden und wurde um VA Uhr morgens vertagt. Der Arbeiter­führer Thomas erklärte in einer offiziellen Bekanntmachung, daß Premierminister Bald­win den Eewerkfchaftsrat um weitere Dar­legungen ersucht habe, was auch geschehen sei. Die Berhandlungen seien aufgeho­ben mit der Hoffnung, daß sie heute fortgesetzt werden würden. Inzwischen ist gestern abend vom Premierminister folgende drahtlose Botschaft an das englische Polst verbreitet worden: Bewahrt Ruhe! Denkt daran, daß der Frieden in der Welt zu denen kommt, die guten Willens find!

Wie verlautet, haben bei den Berhandlungen mit Baldwin die Gewerkschaftsdelegierten mit­geteilt, daß der für Montag um Mitternacht angesetzte General st reik rückgän a ig gemacht werden könnte, wenn vor Ab­lauf der Zeit bis zum Streikbeginn eine W i e- deraufnabme der Berhandlungen in unmittelbarer Aussicht stünde. Nach einer amtlichen Mitteilung empfing Baldwin einen Brief des Generalrats der Gewerkfckaften, in dem der Generalrat davon Mitteilung macht, daß er von den Bergarbeitern zur Austragung des Konflikts und zu eventuellen Verhandlun­gen in Verbindung damit bevollmächtigt wor­den fei. Angesichts der Tatsache, daß der Generalrat sich bereit erklärt hatte, sich für weitere Besprechungen zur Verfügung zu hal­ten. hatte sich Baldwin entschlossen, den Gene­ralrat zu der bereits gemeldeten Zusammen­kunft einzuladen.

2 0 n d 0 n, 2. Mak. (Meuter.) Hier wirb bte bedeutungsvolle Mitteilung bekannt, baß bie Mitglieder bet Bergarbeiterexe­kutive, bie gestern obenb in ihre Bezirke zurückgereist waren, telegraphisch nach Lon­don zurückberufen wurden. Der Gene­ralrat der Gewerkschaften hat im Verlauf des Vormittags eine Sitzung abgehalten. Gegen Mittag fand eine li/, stündige Sitzung des Kabinetts statt.

Mimslum an m M«Mstn

Verlängerung des WassenMlmidrs bis rum ß. Ma,

Paris, 2. Mai. Um Mitternacht wurde in Paris über bte Unterbrechung bet Friedensverhand langen in Udschba folgendes Kommunique ausgegeben: Die spa­nische und die französische Delegation haben den Rifleuten bekannt gegeben, daß, wenn bis zum 6. Mai spätestens die grundsätzliche Annahme der Bedingungen nicht er­folgt fein wird, die den Gegenstand bet ersten an Mohammeb Aserkan am 11. Avril gerich teten Notifizierungen abgegeben hakten, und wenn außerdem nicht sämtliche im Rifgebiet zurückgehaltene n Gefangenen vor diesem Zeitpunkt zurückgegeben sein werden, die beiden Regierungen am 7. Mai ihre volle Ak­tionsfreiheit wieder nehmen werden.

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Das der Rif-Delegation vor Unterbrechung der Verhandlungen überreichte Memoran­dum über den Stand der Verhandlungen wird von dem Havasvertreier aus Udida ver­öffentlicht. In diesem heißt es:

Die fünf Bedingungen, die dem Rifgebiet gestellt sind, lauten:

1. Unterwerfung unter den Sultan.

2. Entfernung Abd el Krims.

3. Entwaffnung der Stämme, die noch zu be­stimmende Garantien erhalten werden.

4. Austausch der Gefangenen.

5. Ein Waffenstillstand, der jedoch die Mög­lichkeit bestehen läßt, daß bte spanischen und französischen Streitkräfte ihre Verbin­dung miteinander Herstellen.

Was die Frage der Unterwerfung be­trifft, so habe die Rtsdelegcttiou» zwar erklärt, sie wolle die geistige Macht des Sultans an­erkennen, lehne jedoch den Ausdruck und Ge­danken der Unterwerfung als nicht ver­einbar dem Begriff der Auto­nomie, so wie sie ihn auffasse, ab. S»e ge­stehe weder der Scherisenregierung noch dem Vertreter des Sultans in der spanischen Zone bei der Führung der innerpolitischen Ange­

legenheiten des Rifgebietes eine Einmischung zu. Sie lehne auberöem jede Kontrolle, sowie jede Bevormundung seitens der Protekiorats- bebörden ab

In der Frage der Entfernung Abd el Krims vertreten die Rifdelegte-ten oen Standpunkt, es sei nur möglich, daß dieser eines Tages aus eigener Initialive a b d a n k e und sich in seine Wohnstätte im Rifgebiet zurückziehe, wenn das neue Regime etnseführt sein werde.

Was die Entwaffnung der Stämme betrifft, so nimmt die Rifdelegation grundsätzlich diese Entwaffnung und ihre Kontrolle durch die gemischte französisch- spanische Kommission a n, verlangt aber die gleichzeitige Schaffung einer bewaffneten, nur aus Rifleuten zusammengesetzten Streitmach:. die allein mit der Aufrechterhaltung der Ord­nung beauftragt ist und außerhalb jeder aus­ländischen Kontrolle steht.

Sir kann nicht das Einrücken irgendeiner ausländischen spanischen oder französischen Streitmacht in das Nifgeoiet zulassen, die bie Aufgabe hätte, während des Ueber- gangszeitraumes über die Sicherheit und über die tatsächliche Durchführung der für die Geschäfte des neuen Regimes verab­redeten Maßnahmen zu wachen.

Die Rifdelegierten sind bereit, nur die Schwerverwundeten und Schwerkranken und die 15 im Rifgebiet internierten Frauen und Kinder unverzüglich freizugeben.

Nach her Veröffentlichung der Agence Ha- vas versteht die Rifdelegation unter a d ministrativer Autonomie ein Re­gime, das gegründet ist auf der Eristenz der Rifstämme und der ihnen verbunoenen Be­völkerung und das keine Einmischung der Scherifenautorität oder der Protektorats­mächte in die inneren Angelegenheiten duldet. Was die ausländischen Beziehungen betrifft, fordert man für die Rifregierung keine Unab­hängigkeit, macht jedoch hinsichtlich der An­wendung des internationalen Vertrages Vor­behalte.

Weiten

Die Maifeiern in Berlin.

Berlin, 1. Mai. (WTB.) Sie Ber­liner Maifeiern vollzogen sich heute vormittag in dem üblichen Rahmen. Die freien Gewerkschaften veranstalteten in zahl­reichen Sälen Versammlungen, zu denen sich die Teilnehmer in geschlossenen Zü­gen unter Mitführung von Musikkapellen und roten Fahnen begaben. Alle Berkehrs- unternehmen waren im vollen Betrieb. Be­merkbar machte sich die Arbeitsruhe des 1. Mai nur in der Industrie, obgleich hier die Beteiligung an den Maifeiern durchaus nicht einheitlich war. Während in manchen Wer­ken, wie beispielsweise bei der A. E. G.. durch­schnittlich 90 Prozent der Belegschaften feierten, wurde in anderen Betrieben in verhältnismäßig starkem Umfange die Arbeit aufrechterhalten. So waren bei der Knorr- Bremse heute früh 65 Prozent der Ar­beiterschaft erschienen. Die Berg- mann-Werk e arbeiteten mit annähernd 50 Prozent der Belegschaft. In den Werk­stätten der Reichsbahn herrschte zum großen Teil Arbeitsruhe. Aach den bisher vorliegenden Meldungen war es zu keinerlei Zwischenfällen gekommen.

Der 1. Mai int Muhrgebtet.

Essen, 2. Mai. Auf den Zechen bei Ruhrgebietes war die Beteiligung an der Maifeier sehr gering. Wie schon im Vor­jahre sind nur auf den Zechen in den öst­lichen und westlichen Revieren die Beleg­schaften zum TeU nicht zur Arbeit erschie­nen. In den übrigen Revieren wurde voll gearbeitet.

Blutige Zwischenfälle bet der Maifeier in Polen. t .

Warschau, 1. Mai. Bei der heutigen Maifeier kam es hier zu blutigen Zwischen­fällen. Kommunisten bedrängten einen sozialdemokratischen Demonstrationszug und gerieten mit der Arbeiterwehr in einen Kampf ,der zu einer Schießerei ausartete, wobei fünf Personen verletzt wurden. Nach den vorläufigen Feststellungen wurden iit Warschau insgesamt vier Personen getötet und über dreihig verletzt. Auch in Neichof / ..tarn- es zu Zpsam»enstützen. mit Kommu­

nisten, wobei eine Person getötet wurde. 14 Personen wurden verletzt.

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EMgelns Grabmal gcitbänbtl

Schönau (Wielenthal), 1. Mai. (WTB.) Das auf dem hiesigen Friedhöfe befindliche Grabmal Albert Leo Schlageters ist in der Nacht zum heutigen Samstag von un­bekannter Hand mit roter Oelfarbe bis zur Unkenntlichkeit beschmiert worden. Don den Tätern hat man bis her noch keine Spur. Der Friedhof ist polizeilich gesperrt worden.

Schönau, 2. Mai. (WTB.) Die Nachfor­schungen nach den Tätern, die in der Nacht zum 1. Mai den Grabstein Schlageters auf dem hiesigen Friedhof schändeten, haben noch nicht zur Feststellung der Täter geführt. Da vor der polizeilichen Absperrung des Friedhofs dieser schon von zahlreichen Personen betreten wor­den war, konnte der Polizeihund die Svur nur bis zum Friedhofsausgang verfolgen. Die Tö­ter find vermutlich von auswärts mit einem Kraftwagen gekommen. Hinter dem Grabstein wurde eine Blechbüchse gefunden, in der wahr­scheinlich die Farbe zubereitet worden war. Der Grabstein wurde von oben bis unten mit einer dunkelroten Oelfarbe überschüttet und dann bestrichen. ..Es dürfte kaum möglich sein, das Grabmal durch Ablaucken wieder in seinen früheren Zustand zu versetzen. Auch die auf dem Grabe liegenden Kränze wurden durch Farbe besckfmützt. 11

Telegramm des Reichskanzlers an den Vater

Schlageters.

ReichManzler Dr. Luther hat an den Vater Schlageters folgendes Telegramm gesandt:

Mit tiefer Entrüstung höre ich von dem Bubenstück, das die Ruhestätte Ihres Sohnes geschändet hat, der als ein Opfer feiner heißen Vaterlandsliebe den Tod erlitt. Jene Verbre­cher ober Haden nur erreicht, daß heute alle Deutschen dankbaren Herzens erneut des Man­nes gedenken, der (ein Leben für das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes einsetzte."

Graf Setnftetff

Berlin, 1. Mai. Wie bereits gemeldet, hat die Reichsregierung den früheren deut­schen Botschafter in Washington, den demo­kratischen Reichstagsabgeordneten Grafen Bernstorff mit der deutschen Vertretung in der vorbereitenden Abrüstungskonferenz in Genf beauftragt. Während die der Re­gierung nahestehende Presse die Wahl des Grafen Bernstorff für diese wichtige Auf­gabe durchweg begrüßt, erhebt die Rechts­presse gegen seine Ernennung energischen Einspruch. Sie bemerkt, Graf Bernstorff sei ein gläubiger Verehrer des Präsiden­ten Wilson gewesen und habe beim Kriegs­ende die amtliche Berliner Politik im Sinne der bekannten 14 Punkte WilsonS beeinflußt.

DieBerliner Börsenzeitüng" schreibt: Das Ergebnis dieser Bernstorffichen Wahm- sinnsdiplomatie kennt jeder. Es ist furcht­bar gewesen und sollte eigentlich allein ge­nügen, seine aktive und amtliche Beteili­gung an der deutschen Außenpolitik für immer unmöglich zu machen. Wir pro­testieren gegen den Fehlgriff seiner Er­nennung."

DieDeutsche Tageszeitung" schreibt: Diese Entscheidung wird zweifellos bei einem großen Teil des deutschen Volkes Erstaunen und Bedenken Hervorrufen. ES ist an sich schon merkwürdig, daß wieder ein Mitglied jener Partei, die von einer Wahlniederlage zur anderen geeilt ist, einer Partei, hinter der nur ein ganz kleiner Bruchteil der deutschen Bevölkerung steht, die deutsche Nation bei der Wahrung eines grundlegenden deutschen Lebensinteresses vertritt." Das Blatt erklärt zum Schluß trotz seiner grundsätzlichen Bedenken» seine weitere Haltung von den tatsächlichen Lei­stungen des Grafen Bernstorff in Genf (du hängig zu machen.

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Fünf Mtt ArbMlilMllß bruWcr Nnbände

Es wird mit Recht darüber geklagt, daß bei uns die lebenswichtigen Fragen der Nation f.i selten vom Standpunkt des Staates, sondern fast immer vom kleinlichen Gruppen- und Par­teistandpunkt aus betrachtet und behandelt wer­den. Das hängt mit dem alten Erbübel der Deutschen, mit ihrer nach allen Richtungen gehenden Spaltung und Zersplitterung zusam­men. Um so höher ist es zu werten, daß es bei uns trotzdem eine große Organisation gibt, die sich rühmen kann, für eine unserer ersten und wichtigsten staatspolitischen und nationalen Aufgaben den _ Partei­geist überwunden und eine geschlossene Abwehr- und Angrifssfront geschaffen zu ha- ben. Wir meinen den Arbeitsausschuß deutscher Verbände, der, unter Füh­rung von Gouverneur Schnee, am 30. April aut fünf Jahve erfolgreichster Tätigkeit im Dienste der Aufklärung über die Kriegs- schuldfrage zurückblicken konnte. Dieser Verband ist unseres Wissens die einzige große Organisation in Deutschland, bte sowohl ihrem Ausgabe nkreis nach als auch ihrer Zusammen­setzung entsprechend als überparteilich im wahrsten Sinne des Wortes angesehen werden kann. Führende Persönlichkeiten aller Par­teien der sozialdemokrathchen. nicht ausge­schlossen, alle großen Spitzenorganisationen, die verschiedensten Gewerkschastsverbäiwe, vom Deutschnationalen Handlungsgehilfenver- band bis zum sozialistischen Allgemeinen Deut­schen Gewerkschastsbund, sind im Arbeits­ausschuß deutscher Verbände vertreten. Hier ist die gemeinsame Plattform, auf der sich biejenigen zusammengefunden haben, denen die Bekämpfung des berüchtigten Schuldparagra- phen im Versailler Vertrag eine der Kardinal­ausgaben staatspolittscher und wirklich vater­ländischer Betätigung erscheint.

Es würde zu weit sübren, wenn man im ein­zelnen die Verdienste auszählen wollte, die der Arbeitsausschuß deutscher Verbände sich in ben ersten funs Jahren seines Bestehens um dir Bekämpfung ber Kriegsschuldfrage im In- unb Ausland erworben hat. Wenn heute im Aus­lande aus dem Lügengebäude, bas die unheim­liche Kriegs- und Nachkriegsprovaganba un­serer ehemaligen Gegner errichtet hat, ein Stein nach dem anderen abbröckckt, wenn jelbst int Linde Poincares der Rus nach einer Revision des Schuldparagraphen immer lauter erhoben wird, wenn in den Vereinigten Staaten, der Hauptdomäne ber Kriegspropaganda unserer ehemaligen Feinde, setzt bie Frage ber Ver- anlworrlichkeit für ben Weltkrieg zur öffent­lichen Diskussion im Parlament gestellt wird, so sind das Erfolge, die der Arbeitsausschuß deutscher Verbände m erster Linie für sich b§-