Einzelbild herunterladen
 

Mitas, itn IS. April 1926

IHcDbcrbefilf* Zeitung" w j^etnt sechsmal wöchentlich. Bc- pgtycex« monatlich 2 GM. aus- schließt. Zustellungogcbühr, durch »i«Post2L5 GM.Für etwa infolge Streik«. Maschinendefekte oder ttementater Ereignisse ausfallend« Kummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Hitzervth, Druck der Unib.-Vuchdruckerei d.

Aug- Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. Postscheckkonto: Ami Frankfurt a. W. Rr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und 1,11 Ubr.

öbevheMche

Mardiirm A AA rilfe MMt

SNtMaMit / B |7 II 9 &m»tW«ng

Rk.89 61. Mkg. Marburg a. Balm

Der Anzeigenprei« beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­dorschrift 50°/, Aufschlag. Sauunelanzcigen 100 °/e Auf» schlag. Reklamen der Milliui» 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt all Darrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg, werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

' Goldmark -Dollar.

KnzelyerMrchasMher kurhessM e) <8)beth<trv<- Amtlich es Verküwrigungsblatt jür d KreisNarbuig

Sulont vor brm wirlfchMKon Bankrott

Moskau, 15. April. 3m hiesigen Arbeiter- ilub erklärte Bucharin in einer bedeutsamen Rede, daß Rügland vor dem wirtschaft­lichen Zusammenbruch stehe, wenn die Bauernbevölkerung nicht sofort bel­lend eingreife, um die Lage zu retten. Schnelle Hilfe sei erforderlich, da der Zusammenbruch unmittelbar bevorstehe, zu­mal mit ausländischer Hilfe nicht zu rechnen sei. Der starke weitere Rückgang I«» Tschcrwonetz hat dazu geführt, dah di« Sowjetregierung heute die Moskauer Börse schliehen lieh. Der Handel mit mtsländischen Devisen wurde aber auf der schwarzen Börse fortgesetzt, wobei der Tscherwonetz zu einem weiter stark fallenden Kurse gehandelt wurde.

--*---

Ser mite Gang nach Genf

Deutschland und die Studienkommission des Bölkerbundes.

Berlin, 15. April. Zu dem Wortlaut der gestern mittag im Völkerbundssekretariat übergebenen Note über die Beteiligung Deutschlands an der Studienkommission er­fährt die Telegraphen-Union von unterrichte­ter Seite noch folgende Einzelheiten:

Die Personalfrage ist von deutscher Seite noa nicht endgültig geklärt. Sie wird unter anderem von der Wahl der Delegierten abhängen, die die anderen Staaten entsenden. Die Zustimmung zu der Beschickung der Kom­mission ist ohne nähere Präzision über die Rolle des deutschen Vertreters erfolgt. Die Zustimmung als solche war selbstverständlich, da eine Ablehnung einer Ablehnung des Völ- kerbundsgedankens überhaupt gleichgekommen wäre. Der sachliche Standpunkt der deutschen Regierung ist seit den Genfer Verhandlungen unverändert geblieben.

Der Eintritt Deutschlands darf nicht mit einer Umbesetzung im Rate Hand in Hand gehen. Auch eine konstruktive Aenderung des Rates soll vor dem (" tritt Deutsch- - lands nicht erfolgen.

Die Rolle des deutschen Vertreters in der Stu­dienkommission wird dadurch, dah Deutschland noch nicht dem Völkerbundsrat angebört kei­neswegs verschlechtert sein, vielmehr kann der deutsche Vertreter jederzeit seiner Meinung frei Ausdruck geben oder gegebenen Falls nach Wunsch der Reichsregierung sich zurückbalten. Tis Reicksregierung "behält auch weiterbin die rolle Handlungsfreiheit ihrer Entschlüsse, fo- dah sie durch die K o m m i s s i o n s b e - fchliisse in keiner Weise gebunden ist. Nack Aeuherungen in den fremden ^auntstödten ist es keineswegs bestimmt, dah der Ausfckuh seine Arbeiten mit einem vositi- ven Ergebnis abscklieht. Dies geht auch aus der Ansicht der VölkerOundsligen auf ihrer Kürzlichen Tagung in Brüssel hervor. Das ttroa zu erwartende Ergebnis wird als Vor­schlag an den Rat weitergeleitet.

--*--

t ökrzimM in Wien

Wien, 15. April. (TU.) Der polnische Mi­nister Graf Skrzynski wurde bei seiner Ankunft in Wien von dem Bundeskanzler Dr. Ramek und mehreren Mitgliedern der Re- Rterung, sowie dem polnischen Gesandten in Wien empfangen, bei dem anschließend eine ^rühstückstafel stattfand. Für den heutigen nachmittag sind die Verhandlungen int Bun­deskanzleramt über den gestrigen vom Mini- Uerrat genehmigten, unter der Mitarbeit eines Vertreters des polnischen Autzenamtes gestell- «n Schiedsvertrages vorgesehen.' Am Abend findet ein Essen beim Bundeskanzler Uott. an das sich ein großer diplomati­scher Empfang anschließen wird, zu dem bre Spitzen der Gesellschaft geladen sind. Mor- Un abend erfolgt die Rückreise des polnischen Winisterprästdenten nach Warschau.

Der slawische Block in Zentraleuropa

Trinksprllche von Bevesch und Skrzynski.

rag, 15. Avril. (Wolff.) Bei dem zu «hren S k r z y n s k t s gegebenen Essen er« orte der Minister des Aeuheren B e n e s ch S. einem Trinksvruch, die beiden Länder batten die gleichen Anstchten über die allge­meine Politik, die in Mitteleuropa verfolgt ®«ben müsse. Benesch stellte fest, dah die beiden Länder in gleichem Mähe einen dauern-

N« triM-nMche Meng ein eegengtietibt gegen Komme

Der BerlinerTimes"-Korrespondent be­richtet seinem Blatt, dah die von ibm nach London gedrahtete Meldung von dem be­vorstehenden Abschluß eines Abkom­mens zwischen Deutschland und S o w - jetruhland amtlich dementiert worden sei. Die Art und Weise aber, in der dieses Dementi erfolgte, liebe den Schlub ZU. dah es sich um das Ergebnis einer Konferenz zwischen Regierung und Presse gehandelt habe. Da die Ansichten widersprechend lauteten, könne man nur den Schlub ziehen, datz der neue Vertrag mit Rubland schon voll­ständig sei und dab er sowohl wirtschaft­liche wie politische, aber keine militärischen Klauseln enthalte. Es werde bestritten^ lab der NameRückversicherungsver­trag" zutreffend sei. Offenbar handele es sich aber nur um eine andere Auslegung dieses Namens.

Eine offiziöse Erklämag

Berlin, 15. April. Angesichts der weitergehenden Erörterungen in der aus­ländischen Presse über die deutsch-russischen Verhandlungen ist es notwendig, immer wieder festzustellen, daß die deutschen Ver­handlungen mit Rußland, über deren end­gültige Gestaltung im Augenblick noch nichts definitives feststeht, lediglich dem Zwecke dienen, das Gleichgewicht zu präzisieren, wie wir es für uns in Locarno in An­spruch nahmen, als wir die einseitige Option gegen Osten ablehnten. Die Friedensbrücke, die zwischen Berlin und Moskau geschlagen ist, wird nach deutscher Auffassung jeden­falls sich als eine bessere Friedensgarantie für ganz Europa bewähren, als das Auf- gebol polnischer Soldaten, deren Aufmarsch im Osten eher als Friedensbedrohung auf­gefaßt werden könnte. Die angeblichen Ein­zelheiten, die die englische Presse über den voraussichtlichen Inhalt des Vertrages gibt, geben in ihrer Gesamtheit ein völlig unzu­treffendes Bild. Auf sie näher einzu­gehen, ist die deutsche Regierung nicht in der Lage. Der Beitrag wird auf alle Fälle sehr kurz fein: da aber noch nicht ein­mal ein Entwurf feststeht, so kann weder int positiven wie im negativen Sinne der aus­ländischen Presseberichte Stellung genom­men werden. Auch die Kommentare der französischen Presse, vor allem derjenigen von Pertinax, sind völlig unzutreffend. Es kann noch einmal festgestellt werden, daß die deutsch-russischen Verhandlungen keinen Verstoß gegen die Locarnoverpflichtungen, wie auch gegen die im wesentlichen über­nommenen Völkerbundsverpflichtungen be­deuten.

engWt Mrsfesiiimmn

London. 15. April. (Wolff.) Unter der lleberschriftDie neue Lage" führt der diplo­matische Korrespondent derM o r n i n e Post" n. a. ans: Der bevorstehende Abschluß eines allgemeinen Handels- und Freund­schaftsoertrages zwischen Deutschland und Sowietrubland habe in britischen offi­

ziellen Kreisen keine lleberraschung verursacht und habe auch nichts on der Gelassenheit und ruhigen Haltung gewisser britischer Beamter gegenüber allen Handlungen Deutschlands nach Locarno geändert. Es werde betont, dah die europäische Lage jetzt vollkommen verschie­den sei von der, die 1922 herrschte, als Deutsch­land den Ravollovertrag abschlob. Die briti­sche Regierung habe außerdem wie verlaute, allgemeine Zusicherung erhalten, dah der bevorstehende Vertrag in keiner Weise die Buchstaben oder den Geist des Locarnovertrages oder die Völ­kerbundssatzung verletze. Es verlaute, dah der Wortlaut des Vertrages die Bestimmun­gen des Ravollovertrages und des deutsch- russischen Handelsvertrages einschliehen werde. Auherdem werde eine Neutralitäts- klausel eingesllgt werden für den Fall eines bewaffneten und nicht berausgeforderten An­griffs von Seiten einer dritten Partei. Art. 2 des Ravollovertrages der alle gegenseitige Ansprüche und Entschädigungen aufhebe, werde in Kraft bleiben und g.genseitige Meistbegünstigung werde gewährt werden.

Der diplomatische Korrespondent desD a i lv S e r a l d" erwartet den Abschluß des deutsch- russischen Vertrages innerhalb der nächsten Woche. Er schreibt, dieser Vertrag werde dem während des letzten Jahres zwischen Ruh­land und der Türkei abgeschlosienen Vertrage ähnlich sein. Die deutsche Re­gierung habe mit Aufrichtigkeit, die ihr nach Ansicht Londons zur Ehre gereiche, offen die britische Regierung durch Lord d'Abernon über den beabsichtigten Abschluh eines deutsch- russischen wirtschaftlichen und politischen Ab­kommens unterrichtet. Der Entwurf des ge­planten Abkommens habe, wie man glaube, das Endftadium noch nicht erreicht. Das Ab­kommen werde eine sogenanntebeschränkte Neutralitätsklausel" enthalten, diesorgfältig geprüft werden müsie". Zum Schluh bemerkt der Korrespondent, Berlin könne niemals ein wirkliches Vertrauen in die Freundschaftsver- ficherungen Moskaus setzen. Verhandele Mos­kau nicht augenblicklich in Paris?

Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph" weist heute bei Bespre­chung der deutsch-russischen Beziehungen darauf hin, datz Tschitscherin die Gelegen- .heit des Fiaskos von Genf und die daraus entstandenen Rückwirkungen wahrgenommen habe, um eine vielseitige diplomatische Offensive zu ergreifen. Soweit man diese Offen ive in ihrem gegenwärtigen Stadium analysieren könne, sei sie dazu bestimmt, als Gegengewicht gegen Loearno und im besonderen gegen den Völkerbund zu dienen. Der Hauptgesichtspunkt dieses Feldzuges sei das erneute und gleichzeitige Angebot von Pakten an Deutschland, Polen und an die baltischen Staaten, eigentlich an alle osteuropäischen Randstaaten mit Aus­nahme Bulgariens und Rumäniens. $n britischen amtlichen Kreisen müsse man sich aber mit den von der Wilhelmsstraße ge­gebenen Versicherungen zufrieden geben.

den Frieden wünschen und die bestehende voli- I tische Ordnung befestigen wollen, die auf die Achtung vor den Buchstaben und dem Geiste des Völkerbundsoaktes gegründet ist.

Der Ministerpräsident Skrzynski erklärte in der Erwiderung u. a.: Wir haben uns so­eben abermals von Nation zu Nation die Hände gereicht, um in der Mitte von Zentraleuropa zur Verteidigung bei Freiheit einen flämischen Block zu schaffen. Unsere jetzige Freundschaft und Zusammen­arbeit ist gestützt durch ein Verteidi gungssystem, das immer eine mächtige Stütze des Systems sein wird, das auf dem Vülkerbundsvakt beruht, dieser neuen für Frei­heit der Völker abgeschlosienen heiliger. Allianz.

Weshalb Skrzynski nach Prag fährt-

Prag. 15. April. In den lehten Mel­dungen der polnischen Presse tritt der eigent­liche politische Zweck der Reife des pol­nischen Außenministers gegenüber dem zuerst behaupteten wirtschaftlichen Zweck, in dessen Zentrum der tschechisch-polnische Schweine-

krieg stand, immer schärfer hervor. Es handelt

sich, wie in hiesigen politischen Kreisen ver­lautet. nämlich darum, daß in dem Handels­abkommen zwischen der Tschechoslowakei und Polen diese beiden Staaten sich verpflichtet haben, im Falle eines Krieges (hier­bei ist offensichtlich an einen Krieg mit Deutschland gedacht) die Transitange­legenheit genau so zu behandeln wie zu Friedenszeiten, was für Polen unzweifelhaft eine große Bedeutung hat. Run ist die Sachlage so, daß Polen seinen Handelsvertrag bereits ratifiziert hat, während die Tschecho­slowakei eine Ratifizierung bisher noch nicht vorgenommen hat. Während des Besuches Skrzhnskis in Prag will nun der polnische Außenminister dazu drängen, dah die Rati­fikation möglichst schnell durch­geführt wird und zwar zunächst in der Form einer Beiordnung des Präsidenten Masarhk, nach der dann die Ratifikation durch das tschechische Parlament in möglichst kurzer Frist erfolgen soll. Gleichzeitig will übrigens Gras Skrzynski mit den tschechischen Behörden Berhandlungen über eine Luftschiff­fahrtskonvention pflegen:

AimrtkmMe MtsthaMMn

Von Dr. Oscar E c c tz - Berlin.

Die Zahl der Deutschen und übrigen eure« päiscken Amerikareisenöen hat während der letzten Jahre fortlaufend zugenommen. Fast jeder kehrt voller Bewunderung dessen zurück, was er drüben gesehen hat. In Büchern, Zei­tungsaussätzen, Vorträgen und Ansprachen wird von den verschiedensten Leuten aus ver­schiedenster sozialer Stellung und verschieden­ster politischer Anschauung darüber berichtet, in welchem Umfang die amerikanische Wirt­schaft während der letzten Jahre die deutsche, wie überhaupt die europäische Wirtschaft über­troffen bat. Für denjenigen Beobachter, dessen Zeit es nicht gestattet, das Amerikaproblem eingehend zu studieren, soll nachstehend an Hand von Zahlen die Möglichkeit gegeben werden, sich einen Begriff davon zu machen, wie sich das wirtschaftliche Leben Europas von dem Wirtschaftsleben Amerikas unterscheidet.

Von grundlegender Bedeutung ist vor allem die völlige Verschiedenheit der politischen Struktur Amerikas und Europas. Während Amerika sich einheitlich organisiert bat, und ein für europäische Begriffe der Größe nach garnicht denkbares einbeitliches Wirtschaftsge­biet bildet, bat das an und für sich schon na­tional zerstückelte Europa sich weiterhin balka- nisiert. Nach Kriegsende schuf man in Europa nicht weniger als 17 neue Staaten, demnach 17 neue Währungen und 17 neue Rechtsgestal- tungen. Die 17 neuen Staaten sind naturge­mäß Territorien mit neuen Grenzen, die an allen Ecken und Enden der gesamten Wirt­schaft des Kontinents neue Hemmnisse be­reiten.

Die 17 neuen Staaten haben 7000 Kilometer neue Grenzen, die. wie es üblich und selbstver­ständlich ist. genauestens bewacht werden. Wie­viel Menschen zu dieser unproduktiven Wacht- tätigten in Europa notwendig sind, kann man am besten darnach ermessen, daß die ganzen deutschen Fronten während des Krieges kaum 3500 Kilometer Länge gehabt haben. Diese Balkanisierung Europas bat es fraglos in er­ster Linie verschuldet, datz Amerika mit seinen noch nicht 115 Millionen Einwohnern heute praktisch Schiedsrichter und Ordner Europas geworden ist, das selbst nicht weniger als 480 Millionen Einwohner beherbergt. Amerika schuldete im Jahre 1914 an Europa nicht we­niger als 4 Milliarden Dollar Mitte 1925 war Amerika Gläubiger mit ungefähr 5 Milli­arden Dollar, von denen allein 4 Milliarden von Europa geschuldet wurden. Kaum eine Viertel Milliarde Dollar genügte Ende 1924, um durch die Dawes-Anleihe die europäische Wirtschaft vorn sicheren Sturz in den Abgrund zu retten.

Die Einwohnerschaft Amerikas stellt den fünfzehnten Teil bet Bevölkerung der Erde bar. Dieses Fünfzehntel ber Menschheit besitzt dreimal so viele Automobile und viermal so viele Fernsprecher wie die ganze übrige Welt. Von allen Eisenbahnschienen des E.dballs liegt über ein Drittel in den Vereinigten Staaten. Von allem Geldvorrat der Erde be­sitzen die Vereinigten Staaten schon heute mehr als die Hälfte. Von der gesamten Neu­produktion an Gold gewinnen die Vereinigte,! Staaten im eigenen Lande ungefähr ein Drit­tel, die anderen vierzehn Fünfzehntel ber Menschheit müssen von dem kostbaren Metall wachsende Mengen herübersenben. Von wich­tigen Rohstoffen produziert Amerika a:i Baum­wolle drei Fünftel der Weltvroduktion, an Kohle zwei Fünftel, an Erdöl drei Viertel, ai: Kupfer die Hälfte, an Getreide ein Viertel an Mais drei Viertel dessen, was auf der gan­zen Erde produziert wird. Das amer'kanifche Volkseinkommen kann auf Grund dieses na­türlichen Reichtums auf jährlich 60 Milliarden Dollar geschätzt werden, d. b für jeden Ein­wohner jährlich fast 2400 Mark, während das durchschnittliche deutsche Volkseinkommen von dem Dawes-Komitee, sicherlich nicht absichtlich niedrig, auf 400 Mark pro Kopf und Jahr ge­schätzt wurde. Vor dem Kriege betrug das durchschnittliche deutsche Volkseinkommen höchstens 700 Mark pro Jahr und Kopf.

Welchen Luxus sich für deutsche Begriffe der Amerikaner leisten kann, gebt am besten daraus hervor, datz in Amerika jährlich so viel Schuhe verbraucht werden, datz auf jeden Ein­wohner, auch den Säugling, durchschnittlich jährlich 5 Paar Schuhe kommen. 30 Milli- onnen Familien haben dort schon jetzt 16 Millionen Automobile zur Verfügung. Zwei­einhalb bis drei Millionen Autos werden jährlich hinzuproduziert und innerhalb des Landes selbst abgesetzt. Die Zeit, in der jede amerikanische Familie ihr eigenes Auto bat, kann nicht mehr fern sein. Weder Einwande­rungen noch Geburtenüberschuß können dieBc- völkcrungsziffer so heben, daß über kurz oder lang in dieser Hinsicht eine Veränderung zu erwarten ist.