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DienAag, len 11 WH 1926

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Atoll« In Amerika gnnafimc des amerikanischen Marineluktschifs- programms im Revräsendantenhans.

st. Washington, 13. April. Die Ge­setzesvorlage. die 85 Millionen Dollar lir das 5 jährige Bauvrogramm für den M a - rineluftdienft Vorsicht, wurde vom Re- präsendantenhans angenommen und geht nun­mehr an den Senat.

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LdkaravpaN mb Wlkerbmb

Amsterdam, 12. Avril. In einem »Lo­carno los von Genf" überschriebenen Artikel desTelegraaf" tritt der Leitartikler desMa- tiu", Sauerwein, dafür ein, daß für den Fall, dan in der Frage der Völker- bundsratssitze keine Ueberein- stimmung zu erreichen sei und auch der Grundsatz der Einstimmigkeit nicht einge­schränkt werden könne, die sieben So« rarnomiichte unverweilt zusammenträten, um die B e st i m m u n g aus dem Locarno- abkommen zu streichen, daß di: Verträge erst nach dem Eintritt Deutschlands iu den Völkerbund wirksam werden. Zn zweiter Linie sollten dem Bölkerbundsrat ganz oder teilweise die schiedsrichterlichen Be­fugnisse genommen und dem internationalen Gerichtshof übertrage» werden.

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Mussrllni i» StW

fk. Rom, 13. April. (Agenzia Stefani.) Mussolini hat gcster» das Küstengebiet westlich von Tripolis bereist. Ueberall wurde ihm von der Bevölkerung ein feierlicher Empfang bereitet.

Tripolis, 12. April. (Agenzia Stefani.) Nach 'einem Besuch an den Gräbern der, im E Kriege Gefallenen begab sich Musso l i n i nach dem Rathaus. Der Bürgermeister iiber- f reichte ihm eine Schreibtischgarnitur 7 aus massivem Holz und einen reich verzierten arabischen Säbel mit dem Bemerken, wenig - Menschen verstünden wie Mussolini die Feder | und den Degen zu handhaben.

Mussolini besuchte dann den Sitz des Fascios, wo er auf die Begrünung des faschistischen Ver- e7 treters erwiderte. Er sagte u. a.: Ich wollte dir Aufmerksamkeit der Italiener auf das Land jenseits des Meeres richten. Ich wäre auch abgcreist, selbst wenn meine Verwundung schwerer gewesen wäre. Dieser erste Tag er­füllt mich mit Begeisterung, denn ich finde die Italiener würdig des Italiens, das der Fa­schismus schon bei dem Marsch auf Rom, der eine neue geschichtliche Periode eröffnen sollte, gewollt hat.

Es ist nicht ohne tiefere Bedeutung, das, ich dies an den Usern des Meeres sage, das Roms Meer war und wieder Roms Meer wird.

Im Palast des Gouverneurs fand dann ein Bankett statt, an dem alle Behörden tcil- nahmen.

Italienische Schwierigkeiten im Somaliland.

fk. London, 13. Avril. Rach einer Mel­dung derTimes" ans dem Somaliland find dir Versuche, eine Regelung mit dem Sultan des Uidschertinstammes zustande zu bringen, an Eebietsfragen gescheitert, und die Feind­seligkeiten wurden wieder aufge- l nommcn. Das Blatt erinnert daran, dan «egen Ende September 1925 italienische Trup- L »en in Alula-Safun im Sultanat von llid- schcrtin gelandet wurden, was eine« Teil des Planes bildet, das gesamte italienische Somali- s land unter die direkte Kontrolle des Gouver­neurs der Kolonie zu bringen.

Die englisch-türkischen Jrakoerbandlungen.

fk. London, 13. April.Daily New»* berichtet aus Konstantinopel: Der bri­tische Botschafter begibt fich nächsten Freitag i wieder nach Angora zur Fortsetzung der

Perhandlung über die Frakgieuze. 2» türkischen Kreisen sei man der Anficht, daß der Botschafter neue Vorschläge überbringe, bie fich als annehmbar erweisen würde«.

Am -en Frie-en ln Marokko

Die unannehmbmn Bedingungen Frankreichs

Die Friedensverhandlungen mit Abd el Krim sind in ein konkretes Stadium getreten. Den französischen Bemühungen, die auf eine Be­endigung des Kampfes in Marokko hinzielten, konnte Spanien auf die Tauer nicht allzu großen Widerstand entgegensetzen, zumal Paris anscheinend geneigt ist, unter allen Umstän­den die Operationen in Marokko zu beenden. Zum größten Teil dürften die zerrütteten Fi­nanzen Frankreichs diese Absicht diktiert ha­ben. Die spanische Einstellung findet zwar durch nationalistische Kreise und durch die höhe­ren Offiziere Frankreichs eine gewisse Stütze. Hier bringt man der Friedensgenergtheit der französischen Regierung ein großes Unbeha­gen entgegen . Man hat aber eingesehen, daß an dem Willen der Regierung, mit den Ver­handlungen selbst zu beginnen, nichts mehr geändert werden kann.

Die Bemühungen der ftanzösischrn Mili­tärs, die sich mit denen der spanischen Heeres­leitung decken, gehen nun dahin, die Frredens- bedingungen für Abd el Krim so scharf zu fassen, daß sie von vorn herein schon zum Scheitern verurteilt sind, oder, wenn sie ak­zeptiert werden, zumindesten die weitestge- spannten Forderungen Frankreichs erfüllen. Die alten Forderungen nach Friedenssicherun­gen, Garantien, Entwaffnung, Friedens- ziele, die man ia auch in Europa zur Genüge kennt, tauchen wieder auf. Damit nicht genug, erhebt man in Paris auch weitgehende territoriale Ansprüche, deren Erfüllung nahezu aussichtslos erscheint.

Die Haltung der französischen Regierung tst noch unklar. Würde man d-mTeüzps" fol­gen, so geht sie dahin, den Begriff der Un­abhängigkeit auf rein lokale Angelegenheiten beschränken zu wollen, mit dem Hauptziel, vor allem die Möglichkeit zu verhindern, daß die einzelnen Stämme sich abermals zu einer Koalition zusammentun könnten.

Manche Anzeichen' deuten darauf hin, daß die ftanzösische Regierung sich dafür einzusetzen gewillt ist, Abd el Krim von der marokkani­schen Bildfläche verschwinden zu lassen. Die­ses Friedensziel dürfte Paris, wenn es wirk­lich erhoben wird, nicht erreichen. Wer die Persönlichkeir Abd el Krims kennt, kann nicht annehmen, daß er sich fteiwillig seinen Geg­nern auslieferii wird. Zumal es seinen Geg­nern nie gelingen kann, ihn zu fangen oder ihn aus den Schlupfwinkeln des unwegsamen Gebietes im Innern Marokkos zu vertreiben. Wenn er auch letzt bereit zu sein scheint, die Waffen niederzulegen, so erblickt er in dieser momentanen Nachgiebigkeit doch nicht das end­gültige Fiasko seines Befreiungskampfes. Er iveiß ganz genau, daß die geographische Lage seines Landes ihm die beste Möglichkeit bie­tet, diesen Kampf wieder zu eröffnen, pann es ihm beliebt.

Die spanischen und ftanzösische» Heeres­leitungen in Marokko selbst fürchten daher auch

91t Kämpfe um Peking

Es wird immer deutlicher, daß das wirkliche Ziel der Kämpfe um Peking mehr aus ehr­geizigen Motiven bedingt ist als aus dem Willen der kriegführenden chinesische» Gene­räle. Klarheit und Ordnung im Lande zu schaffen. Die Erfolge Tfchantfolins, der ge­meinsam mit Wupeisu auf Peking losmar­schierte. haben im Lager Wupeisus starkes Mißbehagen ausgelöst. Die Führer der Tla- tionalarmee, die Peking noch besetzt halte», habe» es wohl verstanden, dieses Mißtrauen zu steigern und durch geschickte Verhandlungen mit Wupeisu eine neue gemeinsame Front zu schaffen, die sich diesmal gegen Tschangtsolin richtet.

Die Vorfälle in Peking selbst lassen er­kennen, wie sehr die Führer der Aational- armee bemüht sind, dem früheren Gegner Wupeisu dienlich zu sein. Sie habe» Tsav Kun, den frühere» Präsidenten Chinas. und übrigens den alten militärischen Lehrer Wupeisus in Freiheit gesetzt, und sich bereit erklärt, ihm die Zivilgewalt zu über­tragen. Sie bitten Wupeisu, sofort mit seinem Stabe, aber ohne seine Truppen nach Peking zu kommen, und dort die vollziehende Gewalt zu übernehmen. Der Umschwung in Peking ist bisher unblutig verlausen, d. h. abgesehen von den zahlreichen Enthauptungen der Ve- amten des provisorischen Präsidenten und deS Kabinetts.

Tschangtsolin hat sich dieser neuen Situ­ation sofort angepaßt und feine Truppen in Bewegung gesetzt. Er hofft noch vor Wu-

crnstlich, daß diese Friedensgenergtheit Abd el Krims im Grunde genommen nichts werteres als ein Schachzug ist, mit der er Zeit ge­winnen will. Diese Bedenken, geäußert von Leuten, die die Verhältnisse tn Marokko aus lahrelangen Kämpfen genau kennen, sind nicht von der Hand zst weifen. Es ist f ebenfalls nicht ausgeschlossen, daß die nächsten Wochen uns auf diesem Kriegsschauplatz noch mancherlei Ueberraschungen bringen werden.

sk. Paris, 13. Avril.Echo de Paris" schreibt: Generalresident Steeg hätte gegen den 20. März in Taurirt mit dem Minister des Innern Abd el Krims eine Befvrechung gehabt. Briand und Painleve lehnten es zunächst ab. die Truppenzufammenziehungen tu Marokko aufzugeben, bei denen auf einen vollen Erfolg gerechnet würde. An- gefichts der drohende» Angriffe des Kartells der Linke» gaben Briand und Painleve »ach und entschlossen sich zur Konferenz von Udschda, ohne einer gewissen Schwierigkeit hei dem Versuch zu begegnen, die durch den Umschwung in Paris überraschte» Spanier auf ihre Seite zu bringen

Die sranzösischsvanischen Pläne für die Ver­handlungen in Udschda.

fk. Paris, 13. April, lieber die Friedens­verhandlungen mit den Rifleuten will der Petit Partfien" wißen, daß zwar eine gewiße östliche Unabhängigkeit den Riflenten zugebilligt werden könne, von einer vol­len Autonomie könne aber keines­wegs die Rede sein. Dem Waffenstill­stand müßte sofort die allgemeine Ent- waffnugn der Rifleute folgen.

Man werde die Entfernung Abd el Krims fordern, der eine Entschädigung (!!) erhalten würde.

DasJournal" schreibt, man werde zu­nächst verlangen, daß die französische Frontlinie vorgeschoben (!!) und durch eine Verbindung der spanischen mit de« fra«zöfische«Stellungen die Einschließung des Rifgebietes im Osten vollendet werde.

Wenn die Rifleute diese Truppenbewegung annehmen würden, dann würde« die Frie- densverbandlnngen folgen. Würden die Frie- densverhandl«ngen nicht angenommen, so würden die Feindseligkeiten sofort wieder an­fangen.

peifu in der Hauptstadt einzutreffen, um dort gestützt auf feine Truppenmacht, die Gewalt diktatorisch an sich zu reißen, um dann gegen feinen wortbrüchigen früheren Verbündeten Wupeisu marfchieren zu könne».

Peking, 12. April. Bei einem Bomben­angriff einesalliierten" Flugzeuges auf den Bahnhof Hsichi«en wurden viele Ehinesen getötet. W u p e i f n hat dem Führer der Kuo- mintschungarmee noch nicht geantwor­tet. Diealliierten" Generäle Litsching- lin und Tschanghsuchliang setzen ihren Vormarsch fort. Auf der Linie Peking-Hanka« wurde jedoch der Eisenbahn, verkehr wieder ausgenommen.

London, 12. April. DieDail« Mail" berichtet, die wichtigsten Punkte in den Nach­richten ans China seien heute: erstens, daß Ehina jetzt vollkommen ohne Staats- oberhaupt oder anerkannte Autorität sei, mit der auswärtige Regierungen, insbesondere die jetzt in Peking stattfindende Exterritoriali­tät»- und Zollkonferenz verhandeln könne, zweitens, daß der r«ssische bolsche­wistische Einfluß im Abnehmen be- griffen sei. Es handle fich augenblicklich darum, ob Wuverfu und Tschangtsolin in der Lag« sein werden, ihre ehrgeizigen Bestrebun­gen miteinander in Einklang zu bringen.

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Es wird immer augenfälliger: der Faschismus droht aus den Lchranke» Italiens herauszubrechen und Einfluß,;« gewinnen auf die internationale Lage. Pie weitere Ausgestaltung des Heeres, eine teil­weise Reform und die Militarisierung per Faschistenverbände ließen erkennen, daß Ita­lien für alle Eventualitäten gerüstet sein will, daß es mit diesen Eventualitäten rechnet. Die Rede Mussolinis auf dem KriegsschiffGraf Cavour" wirkte wie ein Schlaglicht auf die Ziele, die sich Ita­lien für die nächste Zeit gesetzt hat: die Beherrschung des Mittelmeeres.

Betrachtet man die Landkarte, so toirb man feststellen müssen, daß eine solche Po­litik eine gewisse innere Berechtigung hat. Der schmale Landstreifen des italienischen Stiefels dehnt sich bis dicht an die nord- afrikanische Küste und bietet, umspült vom Wasser des Mittelländischen Meeres, ein zünftiges Ziel für Geschützangriffe feind­licher Seemächte. Die zahlreichen großen Srädte des Landes find einem Geschoßhagel schutzlos preisgegeben, wenn nicht eine vor­sorgliche Heeresleitung durch Befestigungs­anlagen und Abwehrvorrichtungen Maß­nahmen trifft, die eine angreifende Flotte in respektvoller Entfernung von der ita» lienifdjen Küste halte» könnte».

Mussolini hat diese Lücken in den Der- teidigungsmöglichkeiten Italiens schon lange erblickt. Seiner Energie ist es zu ver­danken, daß die italienische Heeresleitung in der letzte» Zeit die Befestigungsanlagen verstärkt hat und durch Plazierung weit- tragender Geschütze auf den Gebirgskämmen und den nahe dem Meere gelegenen Höhen der italienischen Küste einen Schutz gegeben hat, der fich im Kriegsfälle außerordent­lich bewähren dürfte.

Aber Mufsolinis Ziel ist weiter gesteckt. Er hat erkannt ,datz die Lebensmittelzu­fuhr für das Land a» eine reibungslose Verkehrsmöglichkeit zwischen Nordafrika und Mitteleuropa gebunden ist. Daher auch die italienische Forderung auf Erweiterung des Kolonialbesitzes in Nordafrika. Die Reife Mussolinis nach Tripolis zeigt, daß es bei biejer Forderung nicht bleiben soll, daß Italien womöglich konkrete Tatsachen schaffen will, mit denen sich letzten Endes nach italienischer Hoffnung der Völ­kerbund abfinden müßte.

Kann auf Grund seiner Lage Italien Anspruch auf die Beherrschung des Mit­telmeeres geltend machen, so kann der gleiche Anspruch auch von England ge­stellt werden, für das es eine Lebensnot- Wendigkeit ist, den Seeweg nach Indien auf­recht und ungefährdet zu halten. Auch Frankreich hat ähnliche Interessen. Hier erwachsen Mussolini zwei Gegner, die keineswegs bereit fein werden, die Mittel meerherrschaft einem Staate zu überlassen, dessen Ambitionen in der letzten Zeit immer stärkere» machlpolitischen Charakter atige» nomine» haben.

Hier sammelt sich ein Konfliktstoff an, der bedrohlich auf den Frieden Europas einwirken könnte. In Paris und London beginnt man mit immer größeren Sorgen diese italienische Großmachtpolitik zu ver­folgen.

Diese» Befürchtungen gibt ein längerer Artikel des Kolonialministers, di Scalea, imPopolo de Roma" über die italienische Kolonialpolitik neue Nahrung. Dieser verantwortliche italienische Minister ist der Ansicht, daß eine gesunde Kolonialpolitik auf dem Grundsatz der uneingeschränkten Souveränität des kolonisierenden Staates in den Kolonien aufgebaut fein müsse, die nicht durch Sonderabkommen mit politi­schen oder religiösen Sondergruppen inner­halb der Kolonien beschränkt werden dürfe. Diese Gedankengänge hätten die Besetzung der heiligen Stadt der Senussis unb der an das Somaliland angrenzenden Sulta­nate notwendig gemacht, da Italien nicht erlauben dürfe, daß von dort aus von Sondergruppen Verhandlungen mit anderen Mächten geführt würden. Sehr bezeich­nend ist seine Feststellung, daß das Rote Meer nicht von den einseitigen Interessen des englischen Imperiums unterworfen wer­den könne. Er verlangt Ausbau des Hafens von Massaua zur Flottenstation, da dieser günstige Küstenpunkt der Wachtturm der italienischen Kolonialpolitik am Roten Meer sei. Zum Schluß sagt dann der Minister, die Kolonien seien für das siegreiche Italien die Schildwachen seiner Größe.

Aus diese» Ausführungen deS verant­wortlichen italienischen Kolonialminister er­sieht man deutlich, daß die Mittelmeerpoli-