Mtzeiyerfürchasjrüher kmchMchL)Gber':rssen/-: Amtliches Verkünüigungsblatt jür dkreisttllmbmg
Mische SonteWung
Marbnrger LageSsWiger
Monrag, dm 12. Mil 1926
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ÄberhMfche Zeitung
senior Wt in Marostv
ff. Paris, 12. April. „Journal" meldet aus Fez: Unter den Eingeborenen ver» leatet daß Abd el Krim seinen Truppen Weisungen erteilt habe, eine teil, desen- jiec Haltung einzunehmen. An der ßguzen Front herrscht vollkom- genc Ruhe. Ein spanisches Flugzeug soll a der Gegend von Targist in den feind- fjchen Linien gelandet sei«.
Ar grltbtnWinoimgtn
sk. London, 12. Avril. Der Bericht- echatter der „Daily News" in Tanger will ass zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die sranzösisch-fnanischen Friedensbedin- guugen für Abd el Krim sind:
Anerkennung der weltlichen und geistlichen Souveränität des Sultans so« Marokko durch Abd el Krim.
Vollständige Abrüstung aller Rif-
Militärische Beaufsichtigung des Rifgebietes durch eine französisch-spanische Streitkraft.
Besetzung einer Anzahl strategischer Punkte im Rifgebiet Lurch die Spanier und die sofortige Ausnahme wirtschaftlicher Beziehungen mit den fruchtbaren Täler» nördlich de, Wergaflusses.
Die Risagenten erkläre», dah Abd el Krim bet ersten Bedingung zustimmen werde, dah jedoch die Abrüstung der Stämme, Besetzung der Zone durch europäische Truppen «nd die Besetzung strategischer Punkte im Rif- gebiet unsinnig seien.
k Beginn der Verhandlungen am 15. April
Paris, 10. April. Die französische Dele- Ntion für die am 15. Avril in lldida be- inwenden Friedensverhandlungen mit Abd el Krim wird wahrscheinlich am Montag abend Paris verlassen. Die beiden Mitglieder der knnzöfischen Delegation, Simon und Pon- s»t. haben heute nachmittag mit Kriegs- »iuister PainlevL verhandelt. Das Mit- liied der spanischen Delegation, Lopez Oli- »an, wird heute abend in Paris erwartet.
Sir KSmvfr um DmmiAuS
Paris, 11. Avril. Die Pariser Ausgabe der „Daily Mail" veröffentlicht eine Meldung aus Jerusalem, nach der die Aufständischen die Eifenbahnftrecke zwi- ichen Damaskus und Deraa an vier verschie- dcuen Stellen ausgerisse» und den Eisen- b^uverkehr vollkommen unterbunden haben fallen. Eine Abteilung Aufständischer sei in Damaskus eingedrungen, habe dort fä*f Gendarmen gefangen genommen und vier »eitere getötet. In Beirut seien 2000 Ranti französischer Truppen als Verstärkung angekommen.
Die Zusammensetzung der Saarkommisfion.
London, 10. April. Der Londoner Be- Mkrst alter des „Manchester Guardian “ treibt, während der Präsident der Saarkom- Mon fetzt ein Kanadier und unabhängig sei, drei seiner Kollegen franzosenfreundlich.
Autorität des Präsidenten sei vermindert ^sden, der französischeEinsluß aber d'eibe ungeschwächt.
Die Washingtoner Handelskammer für die Herabsetzung der Reparationszahlungen.
.Paris, 11. April. In dem gestern von amerikanischen Abteilung der Jnternatio-
V aL Handelskammer in Washington über *te Wirtschaftslage in Deutschland ausgegebe- 7** Bericht heiht es nach der „Chicago Tri- ?»r". dah Deutschland nicht in der ,°*r sei, gleichzeitig den Anforderungen 'ds den privaten Anleihen und den ^ivarationszahlungen aus dem seewärtigen Dawesvlan nachzukommen. Des- werde eine Revision des ganzen tmns angeregt und zwar derart, dah die sablungeu herabgesetzt würden. Die ^arationszahlunge» gefährdete» die unge- Liquidierung von privaten Anleihen.
Sirurr StaalMM in 6hina
Ser Pwiiben! nborirbt —
Sonnabend nacht ist wieder ein plötzlicher Umschwung in Peking eingetreten. Wupcifu und Tschangtsolin scheinen sich wieder entzweit zu haben und Wuveiiu hat eine selbständige Bewegung gegen Peking vom Süden her eingeleitet. Die in Peking noch verbliebenen Teile der lbolschewistcnsreundlichen) National- Armee haben daraufhin einen Kriegsrat abgehalten. die Truvven in der Tartarenstadt konzentriert und den Reichsverwcscr aufgcsor- dert, die Stadt durch Sperrung der Tore in Verteidigungszustand gegen Wuveisu zu setzen. Der Reichsvcrweser, der augenscheinlich wieder Fühlung mit Wuvcifu und den hinter ihm stehenden ausländischen Mächten lEngland, Japan, Amerika) genommen hat, rief indessen die Leibwache heraus und lieb das Regie- rungs- und Eesandtschaftsviertel durch Wachen absverren. Daraufhin sind nach Mitternacht die Nationaltruvven zum Angriff vorgegangen und haben die Leibwachen kampflos entwaffnet.
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Der Staatsstreich der Kuomiutschu-!"nrtei aurde in der vergangenen Nacht in gröhter Heimlichkeit ausneführt. Die Tore der Stadt Peking mn!de» geschlosien und der DAevhon- vcrkebr für mehrere Stunden unterbrochen. Die Residenz Tuantschryuis wurde von Truvven umzingelt. Sonst waren keine A. reichen dafür bemerkbar, dah sich irgend etwas Bedeutungsvolles abspiele. Tuantschiuyis hat sich offenbar um 1 Ubr morgens, noch bevor der Staatsstreich vollzogen war, zur französische» Gesandtschaft begebe».
Pering, 10. Avril. Die Kuomintschun- führer haben W u v e i f u gebeten, nach Peking zu kommen, um die politische Lage wieöerher- zustellen. Zugleich habe» sie dem früharen Präsidenten S a o k u » auf freien Fuh gesetzt. Der Oberbefehlshaber der Kuomintschun» Armee, L u t s ch u n g l i n, bat sich infolge der Unzufriedenheit über die Haltung des Eene-
TschangsM gegen Wuveisu
rals Feng Au-sbiang, der zu Gunsten Lutschuuglins vom Kommando zuriicktrat, unter den Befehl Wuveifns gestellt. Der Präsident T u a n t sch i j u i ist zurückgetreten.
Tschangtschihtschiang, der offizielle Führer der Kuomintschün-Partei. hat den Schritt des Generals Litschingling, sich Wuveifu zu unterstellen, gutgebethen. Litschingling hat die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Ordnung in der Hauptstadt übernommen.
Rach dem Staatsstreich in Peking.
fk. London, 12. Avril. „Daily Mail" berichtet aus T o k io. das javanische Auswärtige Amt habe erfahren, dah alle Verbindungen mit Peking abgeschnitten find und dah das Kriegsrecht verhängt worden ist. Tschangtsolins Heere nähern sich Peking. Eine Meldung aus Saiten in der Mandschurei besagt, dah ein Komplott zur Ermordung Tschangtsolins aufgedeckt worden sei, in das die Sowjet- Regierung verwickelt sei. Die Verschwörer hätten in Uhren versteckte Bomben aus Wladiwostok nach Mulden eingeführt. Tschangtsolin habe die Ausweisnng des russischen Vizekonsnls in Mukden sowie verschiedener Sowjet-Agenten an der chinesischen Oftbahn befohlen. Er habe auch dem russische» Botschafter in Peking Kara- chan telegraphisch angeraten, die Hauptstadt zu verlassen, da nach Pekings Einnahme seine sofortige Verhaftung erfolgen würde. Der chinefisch-ruMsche Gegensatz in der Mandschurei soll zunehmen.
fk. London., 12. April. „Daily Telegraph "berichtet aus’ Peking, die Gesandtschaften stellten in Abrede, dah Präsident Tunantschijui sich im Gesandtschaftsviertel aufhalte.
Sie mtrihmitotn Wir in Hamburg
Ha mburg, 10. April. Die Teilnehmer an der Europafahrt der mexikanischen Handelskammern wurden heute vormittag in einer ausgedehnten Rundfahrt mit den Anlagen des Hamburger Hafens bekannt gemacht. Üm 1 Uhr nachmittags fand an Bord des Hapag- dampfers „Westphalia" ein Frühstück statt, in dessen Derlauf Direktor Haller die mexikanische Studienkvmmission begrüßte. Generalkonsul Ruiz erwiderte mit einer Ansprache, die mit einem Hoch auf die Hamburg- Amerika-Linie schloh. Für den Nachmittag hatte der Hamburger Senat auf 4»/, Ahr zu einem Empfang ins Dachaus geladen. Der zweite Bürgermeister Dr. Schramm hieß die Erschienenen willkommen. In seiner Rede, in der er auf die Gastfreundschaft hinwies, die gerade die Hanseaten so vielfach in Mexiko genossen haben, kam der herzliche Wunsch zum Ausdruck, dah der gegenwärtige Besuch der Vertreter der mexikanischen Handelskammer in Deutschland die jahrhunderte alten wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen, die Mexiko mit Deutschland verknüpfen, festigen und vertiefen möge. Der Präsident des mexikanischen Handelstages, Lamberto Fernandez, erwiderte mit warmen Dankes- worten. Die Gäste des Senats blieben dann noch eine Stunde bei einem Imbiß zusammen. 2ftn Abend veranstaltete die deutsch-mexikanische Bereinigung zu Ehren der Studienkommission ein Festessen. • :
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Die Statistik btteifmbabnunfällt
Berlin, 10. April. Bezüglich einer Anfrage des Zentrums im Landtag, die von einer bedenklichen Hänftrng von Eisenbahnbetriebsunfällen spricht, wick von unterrichteter Seite mitgeteilt, dah diese Auffassung nicht den Tatsachen entspreche. Die Gesamtunfallstatistik weist folgende Ziffern auf: 1913 3563, 1922 3513, 1923 2580, 1924 2646, 1925 3086. Die absoluten Unfallzahlen sind 1925 höher, weil 1923, 1924 das Netz um die sogenannten Regiebahnen fW Prozent) und hinsichtlich der Betriebsleistungen sogar um 13 Prozent kleiner
war. Auch war 1925 eine dichtere Zugfolge vorhanden. Eine Besserung ergibt sich aber sogleich aus einem Vergleich mit dem Jahre 1922, dem letzten Jahre vor der Ruhrbesetzung, da die Zahl aller Unfälle im Jahre 1925 gegen 1922 um 13 Prozent, die der Entgleisungen und Zusammenstöße um rund 35 Prozent abgenommen hat. 1925 ist gegen das Vorfahr, bezogen auf eine Million Zugkilometer, eine. Verminderung der Gesamtzahl der Unfälle um rund 12 Prozent, der Entgleisungen und Zusammenstöße um rund 19 Prozent eingetreten.
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50. Geburtstag Dr. Beckers
Berlin, 12. Avril. Heute begeht der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Prof. Dr. Becker, die Feier seines 50. Geburtstages.
Dr. Decker ist am 12. April 1876 in Amsterdam als Sohn eines dort ansässigen Bankiers, als Enkel des Sprachforschers Karl Ferdinand Decker geboren. Er studierte in "Berlin, Lausanne und Heidelberg orientalische Sprachwissenschaft und habilitierte sich nach längeren Studienreisen in Aegypten, Syrien und Spanien 1902 in Heidelberg. 1908 wurde er als Professor an das Kolonialinstitut in Hamburg, 1913 als ordentlicher Professor an die Universität Bonn berufen. 1916 Übernahm er als Dachfolger Elsters das Personalreferat in der Äniversitätsabteilung des Kultusministeriums und wurde 1919 Staatssekretär; 1921 war er im Kabinett Stegerwald Minister und im ersten Kabinett Braun von 1921 bis Anfang 1925 unter dem Minister Dr. Bö- lih wiederum Staatssekretär. Seit der Umbildung der preußischen Regierung ist Decker Kultusminister. Als Gelehrter wirkt er neben seiner Tätigkeit im Ministerium als Honorarprofessor . an der Universität Berlin und als Herausgeber der Zeitschrift „Der Islam".
Ein Wechsel im Reichsjustizministerium?
Berlin, 11. Avril. In parlamentarischen Kreisen wird, wie die Morgenblätter melde», davon gesprochen, daß der Reichsin^izminister ...»arg demnächst von seinem Amte zurück» treten wolle, um Rachfolger Fehrenoachs als Führ«. der Zentrnmsfeaktion zu werden, -
Kein Bukt zwischen Nutten nnb Rnmnnien
London. 10. April. Der diplomatische Kcrresvondent des „Daily Telegraph" schreibt, anscheinend sei der Plan eines italienisch-rumänischen Paktes fallen gelasie» worden, wie schon früher der eines italienisch- serbischen Paktes. Die Ursache sei, daß Italien nicht geneigt sei, Rumänien die Grenze Bessarabiens zu-garantiere». I» Londoner diplomatische» Kreisen herrsche übrigens weit größeres Jnteresie an den bisher noch nicht völlig veröffentlichte» Einzelheiten des neuen rumänisch-polnische» Paktes
Schtchtnnßitabinen für Mussolini
Paris, tl. Avril. Wie die Blätter aus Kairo melden, wird in einem Telegramm aus Tripolis angekündigt, daß außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen seien, um Musiolinis Sicherheit au gewährleisten. Aus Anweisung aus Rom weigerte sich das italienische Konsulat in Tripolis, irgendwelche Pässe zu visieren, selbst für Journalisten, die sich nach Tripolis begeben wollten Sämtliche Ausländer sind einer besonderen Kontrolle der örtlichen Behörden urtb faszistischen Organisationen unterstellt, die durch besondere aus Rom eingetrosfene faszi- stische Verstärkungen geleitet, werden. Der Zeitpunkt der Ankunft Mussolinis wird vollkommen geheim gehalten.
Mitz Eibson wirb ausgewieserr?
London, 10. April. Der römische Berichterstatter des „Manchester Guardian" erfährt von zuverlässiger Seite, daß M i ß Eibson für geistesgestört erklärt und ausgewiefen werde» wird.
M Mri brr Jtetgr" ?
Schwierige Landung in Pnlham.
fk London, 12. April. Zur Landung des Luftschiffes „Norg e" wird gemeldet, daß das Luftschiff den durch weihe Zeichen kenntlich gemachten Landungsplatz immer wieder in werten Kreisen umkreiste, ohne in der Lage zu fern, mit seinen Landungstauen den Boden zu berühren. Nach zweistündigen Bemühungen endlich gelang es der „Norge" zwei Ankertaue so herabzulassen, daß sie von unten erreicht «Verden konnten. Hierauf konnte das Schiff unbeschädigt in die Halle gebracht werden. .
fk London, 12. April. Blättern zufolge erklärte Maior Scott, der die Fahrt von Rom nach London auf dem Luftschiff „Norge" aP Navigations-Berater mitmachte, über dre Fahrt u. a.: Im ganzen sind etwa 1400 Meilen in 30 Stunden zurückgelegt worden. Die durchschnittliche Höhe betrug ungefähr 1000 Futz. Die „Norge"eignet sich sehr "gut für ihre Ausgabe. Die Bedingungen sind glänzend gewesen, und es haben sich keinerlei Schwierig- keiten irgend welcher Art ergeben. Das Schiff navigierte fast auf dem ganzen Weg nach den Wettcrzeichen des Lustministermms in London.
Leutnant Riser Larsen, der die Fahrt mitmachte, erklärte, das Luftschiff habe btt optimistischen Erwartungen übertroffen. Er sei sicher, daß es gelingen werde, den Pol zu erreichen.
Besorgniserregenbe UeberschwemmungSlage in Bagdad.
fk Bagdad, 12. April. Sachverständige bezeichnen die Lage in Bagdad als schlimmer denn je. Das Wasser des Tigris bricht jetzt in riesigem Umfange ein. Das Ueberschwenp» mnngsgebiet’ in der die Stadt umgebenden Wüste dehnt sich rasch aus und der Wasserstand der Fluten ist fetzt 15 Fuß höher als viele Stadtteile von Bagkmd. Der Gesamt- schaden beträgt bisher weit über 1 Million Pfund, aber wenn das Wasser in die Stadt gelangen sollte, würde der Schaden riesig vermehrt tverden und schwere Menschenverlnste wären bann zu befürchten.
Schweres Erplofionsmigliick.
Port Arthur (Texas), 11. April Ank einem Tankschiff er-'gte, während es eine Fracht von bd 000 Gallonen Petroleum etnlnb, eine Etvlofion. 20 Personen wurden getötet und 30 verletzt. ...... ;