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Marburger ragesauztig«

Freitag, -en 9. April M6

ytc »Oderhrssische Seitung" et- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. ZustellungsgebLhr. durch pi«Post2L5 GM.Für etwa infolge Streik«, Maschinendefektr »der elementarer Ereignisse ausfallend« Aummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Httzerolh. Druck der Univ.-Duchdruckerei b. geb. Aug. Äoch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 55. n. Rr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt <l M. 9Zt. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und

»Ul1 Ubr.

Mische Lanbeszrriung

, Der Anzeigenpreis beträgt fa« d«n Ivgrspalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­borschrift 50«/, Aufschlag. - Sammelanzeigen 100/» Auf­schlag. Reklamen der Milli«, 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebotr. Lr- füllungsort Marburg.

1 Goldmark -/»Dollar.

9er Sank des ReiMrWömlen

Berlin, 8. April. Das Büro des Reichs­präsidenten gibt folgendes bekannt: Anläßlich feines Küjähr. Militärjubiläums sind dem Herrn Reichspräsidenten aus «llen Gebieten des Deutschen Reiches und auch von zahlreichen Deutschen aus dem Auslande Glückwünsche in überaus großer Fülle zugegangen. Zu seinem Bedauern er­lauben die Amtsgeschäfte dem Herrn Reichs­präsidenten nicht, die Zuschriften und Tele­gramm« einzeln zu beantworten. Er bittet deshalb Alle, die an diesem Tage freundlich seiner gedacht haben, seinen herzlichen Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen.

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Kardinalerzbischof Schulte hat an den Reichspräsidenten folgendes Glückwunschtele­gramm gesandt:Vom hohen Dom zu Köln am Rhein wünscht dem Vater des Vaterlandes Glück und Ssaen vom Allerhöchsten. Kardi­nal Schulte".

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MuWini auf ber Mtt ne» SrieeW

Rom, 8. April. Stefan! meldet von Bord des PanzerschiffesCavou<, Mussolini habe sich um 10.25 Uhr an Bord des vor Ostia liegenden PanzerschiffesCavour" einge- schifst. Mussolini schritt die Front der Ehren­kompagnie ab und hielt eine Ansprache an die faschistischen Parteisekretäre.

Er sagte u. a er habe sie an Bord des Schisses berufen, damit sie der Marine, auf der die wesentlichsten Hoffnungen für die Zu­kunft beruhen, Ehre erwiesen und damit die Faschisten bei der Riickkekr in die Heimat da- für sorgten, daß das Bewußtsein von der Wichtigkeit der Marine vollständig erwache. I Er fügte hinzu: Wir find Menschen des

Mittelmeeres, und unsere Zukunft ich will damit niemand kopieren hat immer auf dem Meere gelegen und wird immer auf dem Meere liegen.

ff Rom, 9. April. Das PanzerschiffCa- diur" ging gestern nachmittag in Gaeta vor "nker, wo sich der Generalsekretär der fa- schishschen Partei, Turatt, die Mitglieder des Direktoriums und die faschistischen Pro- vinzsekretärc von Mussolini verabschiedeten. Das Schiff ging alsdann abends nach Tripolis ui See.

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Ausschreitungen in Rom.

Rom, 8. April. (WTB.) Wie nachträglich bekannt wird, sind gestern nach dem Attentat aas Mussolini mehrer« Privatwoh­nungen teilweise zerstört worden. Die Möbel wurden zerschlagen und verbrannt. Personen sind nicht verletzt worden. Betrof­fen wurden unter anderem die Wohnung eines sozialistischen Abgeordneten, eines Journali­sten und die des römischen Korrespondenten desVorwärts".

Paris, 8. April. lWTB.1 Ein Berichter­statter desPetit P a r i s i e n" hat sich nach Compiegne begeben, um Lady A s h - b o r n e einige Fragen anläßlich des von ihrer «chwägerin, Frau G i b s o n . begangenen At­tentats auf Mussolini vorzulegen. Lady Ash- dorne erwiderte, die ernste Geste ihrer Schwä­gerin überrasche sie nicht. Seit langem sei sie

t mehr im Vollbesitz ihrer wiffioen Fähig­keiten. sondern werde zeitweilig von ebenso ^fahrlichen. wie extravakanten Anfällen von tv e i st e s g e st ö rt h e i t heimgesucht. Sie habe verschiedentlich versucht, Selb st mord su begehen. Ihre Angehörigen hätten sich be- "tuht, sie in einem Irrenhaus unterzubringen, ftber, wie man versichert habe, erlaube das mrlienische Gesetz nicht. Geisteskranke die E von zeitweisen Anfällen heimgesucht wer- raxr in Irrenanstalten unterzubrinqen. Frau Eidson sei Anhängerin des mnstischen Katbo- st'isinus, und die Ereignisse, die sich in Ir­land aboespiett hätten, hätten ihre Krankheit ftuetzt nur noch verstärkt. Daß sie auf Muf- mi einen Schuß abgegeben habe, da sie doch 9er faschistisch fei. überrasche ein roenio, denn

hätte mehrere Male angekündigt, sie nturde den Papst ermorden.

Prof. Dr. Fridl Peik f.

ff- Berlin, g. April. Nach einer Blättrr- ^eldung aus Prag ist gestern der Internist $ Prager deutschen Universität Prof. D r.

im 59. Lebensfahr gestorben.

Journal

lm Ge. suchen.

nalismus angesteckt worden Ausführungen sind gerade Deutschland den Eintritt in schmackhafter zu machen.

fk. Paris, 9. April. Innenminister Ma Ivy hat gestern abend Briand seine Demission überreicht. Die Gründe

Fnaenminister Ralvtz rurückgetteten

Keine 3erti»tilie in ber srmiMchrn 6»nlbenre$elung

Dr. Wagner dem Verstorbenen den Dank der Reichsregierung dafür zu, daß er sein Wissen und seine Tatkraft, sein ganzes Leben hindurch der deutschen Rechtspflege und der deutschen Reichsgesetzgebung zur Verfügung gestellt habe Das, Domkapitel zu Meißen ließ in der Ge­denkstunde die Domglocken läuten, um der Trauer um den Mann Ausdruck zu geben, dem die Erneuerung des Meißener Domes in erster Linie zu verdanken fei. Im Anschluß an die Feier erfolgte die llebcrführung der Leiche nach dem Südfriedhof, wo sie eingeäschert werde Die Urne wird in der Schweiz bei­gesetzt.

Rem Suiammenftelc in Malte

fk. Kalkutta, 9. April. Gestern erfolg­ten wiederum Zusammenstöße zwischen Hindus und Mohammedanern, bei denen vier Per­sonen getötet und 10 verletzt wurden.

Kalkutta, 8. Avril. Der amtliche Po­lizeibericht meldet 500 Verhaftungen und 35 Tote. Sn dieser letzten Zahl sind nur die be­kannten Opfer einbegriffen. Es ist jedoch an­zunehmen, daß die Zahl der Toten gröber ist, da einige Todesfälle nicht gemeldet worden sind.

Smuerfeier für Adolf An»

Leipzig, 8. Avril. Heute mittag fand in der Universitätskirche eine Trauerseier für den verstorbenen Rechtslehrer der Universität Leipzig, Geheimrat Professor Dr. Adolf Wach, takt. Der Dekan der juristischen Fakultät, Prof. Dr. Jacobi, würdigte den Verstorbenen als Juristen. Im Auftrage des Rcichsjustiz- ministers. Dr. Marz rief Landgerichtsvräfident.

ist. Salandras nicht geeignet, den Völkerbund

Beratungen im amerikanischen Senatsausschuß über das Alkoholgesetz.

fk. Washington, 9. April. Der Senat»- ausschuß für die Untersuchung der Alkohol- frage setzte gestern seine Beratungen fort. Der demokratische Parteiführer Sena­tor Brenner führte aus, das Alkohol- gesetz sei ein nationaler Skandal, der gesteigerte Trunksucht, Unmoral, Bestech­lichkeit, Geisteskrankheit usw. infolge Eenusies von schlechtem Alkohol zur Folge gehabt und zur Steigerung der Berbrechen im allgemeinen geführt habe.

Oberst House Millionär.

Rach einer Blättermeldung aus London hat der amerikanische Oberst House mit der Bexoffentlichung seiner Memoiren eine Million Dollar verdient. ... , .

Das neue jugoslawisch« Kabinett.

Belgrad, 8. April. Das neue Kabi­nett ist gebildet. Es leistete dem König heute abend den Eid. Es setzt sich mit Aus­nahme von Paschitsch und Stoyadinowitsch zusammen aus Mitgliedern des zu­rück getretenen Kabinetts, die ihre bisherigen Portefeuilles behalten. Der neue Ministerpräsident Uzunowitsch (radikal) übernimmt interimistisch das Finanzministe­rium.

verzeichnet das Gerücht, daß der bisherige In­nenminister Malvy wegen feiner Kenntnis in französisch-spanischen und marokkanischen Angelegenheiten mit einer sehr wichtigen Mis­sion beauftragt werden wird.

Tie englisch-französischen Schuldenoerhand­lungen.

London, 8. April. (Meuter). Die Mel­dungen der heutigen französischen Blätter über Fortschritte in den Berhand- langen mit Großbritannien über die fr n- zösischen Schulden werden in britischen gut unterrichteten Kreisen nicht bestätigt. Bisher ist keine Mitteilung über eine sofortige Reise Pörets nach London erfolgt. Was wei­ter die Pariser Berichte über Verhandlungen des französischen Botschafters in London an­langt, so wird erklärt, daß seit August vorigen Jahres keine Verhand­lungen stattgefunden haben und daß die Lage dieselbe ist wie im letzten Sommer. Die britische Haltung, die vor fast acht Monaten bei der Konferenz zwischen Churchill und Cail- laux klar dargelegt wurde, hat keinerlei Aenderung erfahren.

Cecils Schreiben an Poret.

fk. Paris, 9. April. In feinem gestrigen Schreiben an Püret schlägt Cecil vor, Pöret

möge zwischen dem 16. und 18. April nach London kommen. Der Havasvertreter in Lon­don hält es für möglich, daß der französische Finanzminifter dieser Einladung am 18. oder 19. April entsprechen könnte.

''nerikanisch-franzöfische Schuldenproblem.

fk. Paris, 9. Avril. Hinsichtlich der Schul- denrcgelung mit den Bereinigten Staaten glaubt dasEcho de Paris" mitteilen zu können, daß Amerika wie England sich der von Frankreich für den Fall eines Aus­falles deutscher Reparationszahlungen gefor­derte» Rückklausel widersetzen wür­de». Amerika werde jedoch Frankreich ein Moratorium von 5 oder 6 Jahre» und eine Zahlungsfrist zugestehen, die sich auf etwa 60 Jahre erstrecke.

Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusie».

Berlin, 8. Avril. Wie uns mitgeteilt wird, soll die Erhöhung des gegenwärtig 95 Prozent betragenden Wohnungsgeldzuschusses auf 11 Prozent, entsprechend den s. Zt. ver­öffentlichten Ankündigungen des Reichsfinanz- Ministers nunmehr mit Wirkung vom 1. Avril erfolgen. Da die Genehmigung des vom Reichstag verabschiedeten Etatsgesetzes durch den Reichsrat noch ausstand, konnte jedoch die Auszahlung der Erhöhung bei der diesmaligen Gehaltszahlung nicht erfolgen. Es ist daher beabsichtigt, den geringfügigen Unterschieds- betrag zwischen dem gegenwärtigen und dem erhöhten Wohnungsgeldzuschuß anläßlich de: Gehaltszahlung vom 30. Avril zur Auszah­lung zu bringen. . .

Die Frankenfanierung in Belgien und Frankreich.

London, 8. April. (TA.) Zwischen dem belgischen Fin anzminister und dem Gouverneur der Dank von Eng­land haben gestern Derhandlungen über die beabsichtigte belgische Stabilisierung s- a n l e i h e stattgefunden. Es wurde dabei der Vorschlag gemacht, den Nominalwert der An­leihe von 30 auf 20 Millionen und für die Rückzahlung vorgesehene Frist von 20 auf 3 Jahre zu verringern.

Paris, 8. April. Der französische F i n a n z m i n i st e r plant zur Sanierung der französischen Währung die Schaffung einer Organisation zur freiwilli­gen Deitragszahlung für den Staatsschatz.ferner wird gegenwärtig das Projekt einer Amortisationskasse auggearbeitet.

für ben Rücktritt sind noch Havas sundheitszustand Malvqs zu Maloqs neue Ausgaben.

fk. Paris, 9. April.Petit

erntefien mif einem

amerikanischen Sonfbnmpftc

ff. Rew Orleans, 9. Avril. An Bord eines 9000 Tonnen großen Tankdampfers der Standard Oil Kompagnie, der im hiesigen Trockendock liegt, erreignete sich eine Reihe von Explosionen. Bei der ersten Ex­plosion sprangen 200 an Bord befindliche Per­sonen in den Fluß, wahrend andere in die Luft geschlendert wurden. Die Zahl der Verletzten beträgt 4 7, während die I der Getöteten noch nicht feftgeftell« ist. Rach einer spätere» Meld»«» wurde» I mi»defte»s5Ra»ngetötet.

Sie merikanische Sluttern fommijfion In Bremen

Bremen. 8. Avril. (WB.) Heute abend 8 U6r folgten die hier weilenden Damen und Herren der mexikanischen Studiengesellschaft einer Einladung des Senats. Bürgermeister Dr. Donandt begrüßte namens des Senats die Gäste mit einer Ansprache, in der er des glänzenden Empfanges des deutschen Kreuzers Berlin" in den mexikanischen Häfen und der gastfreundlichen Aufnahme der deutschen Stu- dienkommisiion in Mexiko im vorigen Som­mer gedachte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß die mexikanischen Gäste überall tr Deutsch­land die Erfahrung machen würden, daß das deutsche Volk von dem Wunsche beseelt sei, freundschaftliche Beziehungen zu Mexiko zu pflegen. Im Namen der mexikanischen Stu­diengesellschaft betonte Lamberto Fernandez, Deutschland sei eines der ersten Länder ge­wesen, das mit dem zu eigenem Leben erwach­ten Mexiko freundschaftliche Beziehungen an- geknüpft habe. Die Sympathien beider Län­der beruhten auf Gegenseitigkeit. Die mexi­kanischen Gaste begeben sich morgen früh nach Hamburg, wo sie um 10% Uhr vormittags eintreffen werden.

| Sittentat auf den russischen Fnnenkoimuissar

I Moskau, 8. April. (TU.) Heute wurde I i» Moskau ein Attentat auf den Bolks- I Kommissar des Inner» Beloborodow ver­übt. Beloborodow war bekanntlich an der Ermordung der Zarensamilie beteiligt. Ein

I unbekannter Student gab einen Reval- I verschätz aus ihn ab und verletzte ihn an I der Schulter. Nach lebhafter Verfolgung I wurde der Täter fe ft genommen. Es I handelt sich um den Sohn eines früheren I Schlotzangestellten. Tas Attentat wird vor­läufig noch vor der Oesfentlichkeit geheim, gehalten. Erst morgen soll eine amtlich» Mitteilung erfolgen.

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Eatandra Mer ten Bölkerbuub

Im(Sortiere della Sera" veröffentlicht der frühere italienische Ministerpräsident Sa­la n d r a einen äußerst bemerkenswerten Ar­tikel über die Dölkerbunbskrisis. In diesem Artikel vertritt Salandra die Auffassung, daß der Fortschritt, der in Locarno auf dem Wege zur Defriedung Europas gemacht wurde innerhalb des Völkerbundes selbst mit einem Aufhören des Friedens erkauft werden müsse. Selbstverständlich werde Deutschland sich ganz anders als bisher um das Saar­ge b i e t und um Danzig kümmern können um nur ein paar markante Beispiele auf­zuführen, wenn es erst im Völkerbund Sitz und Stimme habe^ Die deutschen Dele­gierten könnten gar nichts anderes tun. als in der neuen Stellung das wesentliche Ziel der deutschen Politik zu verfolgen, das darin be­stände, die Vertrüge, welche den Krieg ab- schlvffen. zu zersetzen oder, richtiger gesagt, zu zerstören. Alle Devölkerungsschichten Deutschlands seien heute von der Lüge des Artikels 231 des Versailler Dik- t al s tief'durchdrungen, jenes Artikels, ber von der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands handele. Diese Gesinnung werde stärker sein als derGeist von Locarno", so baß sich keine Regierung dem Einfluß dieser das ganze Volk umfassenden Ueberzeugung zu entziehen vermöge. Wenn dem aber so sei. so müßten die anderen Staaten, die ein ent­gegengesetztes Interesse hätten, ihre Vorbe­reitungen zur Abwehr treffen, und bas seien nicht nur Frankreich und Belgien, sondern vielleicht auch England, wenngleich es heute noch nicht das Wiedererstehen der deut­schen Flotte fürchte, und außerdem noch viele andere Staaten, auf die hinzuweisen, zu weit führen würde. Auch Italien sei von den Deutschen im ungeeignetsten Augenblick letzt­hin daran erinnert worden, daß es zu diesem Kreis von Staaten gehöre.

Diese Darlegungen Salandras, der bekannt­lich zu Anfang des vergangenen Jahres in ausgesprochene Oppositionsstellung zu Musso­lini trat, zeigen, wie sehr auch Herr Sa­landra durch den faschistischen Aebernatio-