SefhtRg, «arvurg a. 8. Mittwoch, beit 81. Mär» 1926
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2010
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83,89 28,94 28L0 28,13 28,13 27,86 22,93 20,30 20,10 20,00 18,87 10,29 17,39 16,71 15,18 14,53 14,10 14,00 13,13 13,13 11,90 11,32 10,58
7,59 9,56 3,10
Der Magistrat. Mueller.
«ertlicher SonntagSdienft.
Am 2. April: Dr. Wintzer, Neustadt 27; F. 509. San.»Rat Dr. Wigand, Wil» helmstratze 27; F. 404.
IahnLrztlicher Sonntagsdienst:
Am 2. April: Zahnarzt Dr. Ruez, Wil« helmstratze 2. Sprechstunde von 10—11 Ahr.
Stadt. Bekanntmachun-
Verordnung
Dom 1. April 1926 ab beträgt das Schulgeld für die Oberrealfchule nebst Realgymnasium für Einheimische 200 Mark jährlich. Zu zahlen find in den ersten beiden Monate« jede- DierteSjahreS je 17 Mark, im Dritten
KarfarnStag, den 3. April.
Katholische Kirche. 6.30 Ahr: Feuer- und Wasser weihe.
Monat 16 Mark. Mr Auswärtige ist Schulgeld 25 Prozent höher. Die fchwisterermäßigungen bleiben prozentual selben wie seither.
Marburg, den 30. März 1926.
Ausland
Amerikanischer Widerstand
I italienische Schnldenabkowmen.
fk. Washington, 81. März. Im Senat wandte fich Senator Howell gegen die Ratifizierung de» italienischen Schuldenabkommens und erklärte, die Zeit sei gekommen, wo Amerika aufhören müsse, die Rolle de» Weihnachtsmannes für Europa ,n spiele«. Fede bisherige Schuldenregelun« habe die Annul- lierung de« Kapital« vorgesehen. Bei der italienischen Regelung komme dazu noch die Tatsache, daß dem amerikanischen Bott ein Defizit an Zinse« von 67 Millionen Dollar jährlich auferlegt werde. Howell sagte, Grotz- britannien habe bessere Bedingungen von Italien erhalte« al« Amerika.
Studienreise Paul Boncour« nach Osteuropa.
fk. Paris, 31. März. Der französische Delegierte beim Völkerbund, der sozialistische Abgeordnete Paul Boncour, bat beute seine 14 tägige Studienreise nach Osteuropa angetreten.
Arbeitslosendemonstration in London.
ft L o n d o n, 31. März. Gestern nachmittag wurden die Zugänge zum Parlamentsgebäude von mehreren hundert Polizisten bewacht, da eine Kundgebung der Arbeitslosen angekündigt ttwr. Der Zug der Demonstranten, der nur 250 Mann zählte, wandte sich ab« nach dem Hydepark, wo « sich in kleine Gruppen auflöste. Als gegen Abend d« Versuch gemacht wurde, einen neuen Zug zu bilden, ging berittene Polizei gegen die Menge vor und zerstreute sie nach allen Richtungen.
Augusto Turati Rachfolg« Barinacci».
ft. R o m, 81. März. Von gestern abend 10 Ahr bis beute früh %6 llhr tagte unter Vorsitz Mussolinis der große faschistische Rat. Nach Erledigung verschiedener Fragen ernannte der Rat als Nachfolger Varinaccis zum Generalsekretär der faschistischen Partei den Abgeordneten Augusto Turati. Ihm werden vier Vizesekretäre zur Seite stehen.
Explosiv« in Eartagena.
ft. Paris, 31. März. Savas berichtet aus Eartagena: Durch eine Ervloston in eine: Fabrik von Explosivstoffen wurden 9 Arbei- i ter getötet und 6 verwundet. !
Schweres Eifenbahnunglüch in Eolumbie«.
fk. Bogota, 81. März. Der Schnellzug zwischen Bogota und Itrardot ist mit einem Güterzug zusammengestoßen, wobei seine beiden ersten Wagen in einen Fluß stürzten. 10 Personen sind getötet, 20 verwundet worden.
DtiMeS Reich
Gehler nimmt Urlaub.
Berli«, 30. März. Reichswebrmiuister Keßler, der vor kurzem auf eine sechsjährige Miniftertätigkeit zurückblicken konnte, tritt nach einer Meldung der „«off. Zig." demnächst einen zweimonatige« Erholungsurlaub an. Er wird iedoch am 7. April noch an der Fei« des 60. Soldate«j»bilän«, des Reichspräsidenten teilnehme«.
Die Eisenbahner am Kammergericht.
Berlin, 30. März. Die Eiscnbahnerge- werkichasten haben in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, in dem Prozeß gegen die Reichs- b^ahngesellschaft auf Anerkennung des Schiedsspruches des Rei ch sarbritsmi- nisterS, der in elfter Instanz vom Landgericht i :n Berlin zu Gunsten der Reichsbahn entschieden worden war, nunmehr das Kam- mergericht anzurufen. Der Prozeß hat bisher bereits 50 000 Mark Kosten verursacht, und da beide Parteien ohne Zweifel auch noch das Reichsgericht um eine endgültige Entschet- dung angehen werden, dürsten die Kosten die-
Kirchliche Rachrichtm
Gründonnerstag. 1. April.
Pfarrkirche. 5Ahr: SuperintendentLa> Landau.
Elisabethkirche. 5Ahr: Pfr. Metz. Sn beiden Kirchen Beichte und Abeninatz Katholische Kirche. 9 Ahr: Amt M gemeinsame Kommunion mit dem Priester darauf Aebertragung des Allerheiligstr in das h. Grab.
Christengemeinfchaft. Predigtgotte» dienst: „Weltensünde und Ehristusopfech (Lic. Goebel) Aniversitätsstr. 42, abeniX 8.15 Ahr.
Karfreitag, den 2. April.
Pfarrkirche. 9.30 Ahr: Pfarrer Heermann: 2 Ahr :Pfarrer Wetschkh.
Elisabethkirche. 9.30 Ahr: Pfarrrr Waltemath; 2 Ahr: Pfarrer Metz.
Sn beiden Kirchen Kollekte für die Anstalt« der rettenden Liebe: Jmmanuelheim b Kassel, Elisabethhof tn Marburg.
Philtppshaus. 11.30 Ahr: Pfr. Heermann. Deichte und Abendmahl.
Katholische Kirche. 9.30 Ahr: Beginn der Zeremonien: 2 Ahr: Kreuzweg- Andacht.
Diakoniss.-Mutterhaus „Hebron' Wehrda. Karfreitag vorm. 9.30 Ahr: Paste! Köhl«.
Selb st. ev. - luth. Gemeinde. Rikolai- stratze 1. Karfreitag, nachm. 4.30 Ah« Predigtgottesdienst, Sup. Martin.
Reuapostolische Gemeinde, Heu- fingerstratze 5. Karfreitag vorm. 10 Ahr: Gottesdienst. Die Kirche ist geheizt.
Stadtmisfion, Rot« Graben 5. Karfreitag 8.30 Ahr: Morgenandacht: abends 8.30 Ahr: Passion San dacht.
Ar RüftungSmisgaben »er emrvüWen Staaten
Der „Progres Civique" veröftentlicht ht ferner letzten Nummer «ine Aufstellung über di« von den einzelnen Ländern für militärisch« Zwecke (Armee, Marine und Luftflotte) ausgegebenen Budgetvrozentsätze, die insbesondere im Hinblick auf die erst kürzlich wieder von Frankreich erbobenen Beschuldigungen gegen das „militaristische" Deutschland von besonderem Rot, find. Danach betragen die militärischen Ausgabe« in Prozenten der Gesamtbudgets:
Pole« , , ,
Portugal . ,
Türkei . . ,
Schweiz Lettland . ,
Griechenland Estland . . ,
Schweden . .
Svanien . .
Litauen Jugoslawien Italien . .
Bulgarien . .
Rußland . .
Holland . .
Dänemark . .
Frankreich . .
Rumänien . .
Finnland . ,
Großbritannien Norwegen Tschechoslowakei Belgien . . .
Oesterreich . .
Ungarn . , .
Deutschland . .
I seS Streitfalles mehre« hunderttausend Mark I ausmachen.
Zinsermätzigung für langfristige Anlagen.
I Serltn, 30. März. Bon zuständiger Sette I wird mitgeterlt: Die vor einigen Wochen erfolgte I Herabsetzung des Reichsbankdiskontsatzes von 9 I auf 8 Prozent hat den Anstoß zu einer, wenn I auch langsamen Senkung des all- I gemeinen ZinSntveaus gegeben. Nach- I pent diese Entwicklung gezeigt hat, daß es sich I voraussichtlich nicht um eine vorüber- I gehende Erscheinung bandelt, worauf I übrigens auch die neu«liche Herabsetzung des I Reichsbankdiskontsatzes auf 7 Prozent hindeutet, I Hut die Reichsvegierung nunmehr den Zwi- I sckenzinS, d« bei vorzeitiger Rückzahlung I ausgewertet« Hypotheken und Jndustrieobliga- tionen in Abzug gebracht wird, auf 8 Pro- re nt herabgesetzt. Auch der übliche Zinsfuß für die Hypotheken und Grund- schulden, die d« Eigentüm« an der ihm votbehaltenen freien Rangstelle eintragen lassen kann, ist von 11 auf 10 Prozent 6er<i6gefefct worden. So fern die neuerliche Ermäßigung, des ReichsbanLiskontfatzes ihre Wirkung auf den allgemeinen Zinssatz für längerfristige Anlagen ausgeübt haben wird, wird die Reichsregierung nicht zögern, auch jene Zinssätze weiter entsprechend zu senken.
Diskontherabsetzung ht Oesterreich.
Die Nationalbank setzte den Diskont von 8 auf 7,5 Prozent herab.
Polnische Mißhandlungen deutscher Kinder.
Von dem traurigen Schicksal deutscher Km- d« in Polen, die man durch behördliche Druckmittel gezwungen hat, polnische Schulen zu besuchen, geben nachstehende Beispiele Kenntnis:
D« Sohn Alfons des Bahnwärters Ma- kowski aus Könitz muß fast täglich während deS Unterrichts von 8—1 stehen und darf auch während der Pausen das Klassenzimmer nicht v«lassen, weil « nicht in der Lage ist, während tes Religionsunterrichts in polnischer Sprache zu antworten.
D« elfjährige Paul Grabowski aus Könitz wurde von dem Lehrer Olczewski so geschlagen, daß er über und über voll Blut war und seine Vorderzähne ausgcbrochen wurden. Diese Mißhandlung geschah in d« Weise, daß der Lehrer den Jungen mit beiden Händen am Kragen und Gesäß faßte und mehre« Male auf die Bank schlug . Als d« Knabe dann unter die Wasserleitung ging, um sich vou dem Blut zu reinigen, gab Olczewski ihm noch einen Faustschlag unter das Kinn.
Zeugen für diese Mißhandlung sind die Schü- ttr und Zeuge dafür, in welchem Zustand« der Junge die Schule verließ, ist d« Gefangenen- ausieh« Jeske aus Könitz.
Doch nicht genug . Einig« Zeit spät« wurde derselbe Knabe von Olczewski mit einem dicken Stock üb« den Kopf geschlagen, so daß der Junge seit dies« Zeit dauernd an Kopffchmer- zen leidet.
Auf eine Beschwerde beim Kreisschulinspektor hm geschah nichts. Im Gegenteil, die Eltern wurden auf ter Starwstwo (Landratsamt) stundenlang bearbeitet, eine Erklärung abzugeben, daß sie polnisch« Nationalität seren.
Das ganze nennt Polen „Schutz deutscher Minderheiten".
Frankreichs Friedenswille
Die Paris« Besprechung«« über Marokko.
ft. Paris, 31. März. Die gestrigen Besprechungen zwischen dem Ministerpräsident« B r i a n d, dem General-Residenten für Ma- rofto Steeg, Kriegsminister Painlev « und Marschall 'P st a i n galten dem „I o u r- nal zufolge vor allem der Prüfung der geeigneten Maßnahmen zur Herstellung des Friedens in Marokko. Frankreich und Spanien find, so schreibt dar Blatt, einig darüber, das gegenwärtige Statut des Echerifenreiches aufrecht zu erhalten. Sie können also nicht über die Gewährung gewisser begrenzter Verwal- und wirtschaftlicher Konzessionen an dte Rifstamme binausgehen. Die Souveränität des Sultans müßten die Rifleute formell anerkennen. Frankreich und Svanien würden die Poltzetkontrolle in ihren Zonen übernehmen und die Stämme müßten entwaffnet werden. (I!) Laut „Petit Paristen" soll Abd el Krim bereit sein, di« Souveränität des Sultans anzuerkennen. „Petit Jour n a l behauptet, daß bet den Besprechungen ewch gewisse Meinungsverschiedenheiten sw!» fchen dem militärischen Oberkommando und dem General-Restdenten geklärt worden seien Arabischer Proteststreik gegen be Jouoenel in
Jerusalem.
ft Jerusalem, 31. Män. Die Blätter melden daß gestern anläßlich des Besuches des franzo,i,chen Oberkommissars de Jouoenel von arabischer Seite ein Streik «klärt wowen ist, um gegen das französische Voraehen in Syrien zu protestieren.
SmeWche SaetMMen
Tödlicher Streit zweier Schüler.
ft L o d z, 31. März. Auf dem Schulhofe gerieten ein 12jähriger und ein lüjahrrgrr Schüler in Streit, in dessen Verlauf d« Zwölf- lährige einen Tesching zog und seinen ßfegtter durch einen Schuß tötete.
Selbstmord wegen Richtoersetzung.
Die „Voss. Ztg." meldet aus Köln: Ein Unterprimaner ein« hiesigen höheren Lehranstalt, d« nicht versetzt wurde, erschoß sich am Dienstag im Flur der Anstalt während d« Pause.
Die Mörderin ihres Mannes.
Wie bet „Lok.-Anz." meldet, wurde die Gast. Wirtswitwe Roloff unter dem Verdacht des Gattenmordes verhaftet. Im Herbst vorigen Jahres starb plötzlich d« Gastwirt Roloff und kurze Zeit danach verbreitete sich das Gerücht, die Frau, die mit einem Knecht Beziehungen unterhielt, habe ihren Mann vergiftet. Der Staatsanwalt ordnete die Obduktion an. Die Untersuchung «gab, daß Roloffs Tod durch Vergiftung mit Blausäure eingetreten ist. Die Ztttm und ter Knecht wurden verhaftet und in das Gerichtsgefängnis nach Greifswald ein- geliefert.
Drilling«.
Die Frau des Kellners Arndt in Berlin» Südende brachte drei Mädchen zur Welt. Mutter und Kind« befinden sich Wohl. Das Ehepaar ist feit sechs Jahren »«heiratet und die Drillinge find seine usten Kind«.
Ein Juwelenlaben am helllchten logt ausgeraubt.
2lach ein« Dlättermeldung aus London fuhr vor einem großen Juwelengeschäft in ter Church Road in Howe, das ter Ladeninhaber für kurze Zeit geschlossen hatte, um sich zum Frühstück zu begeben, ein Geschäftsauto vor. Zwei Männ« entstiegen dem Tragen, öffneten die verschlossene Ladentür und räumten alle wertvollen Gegenstände au8, die sie auf ten Wagen luden. Zahlreiche Passanten sahen dem Treiben der beiten Männ« zu, ohne zu ahnen, daß es sich um einen frechen Diebstahl handelt. Erst nachdem die Diebe davon gefahren waren und die Tür des Laden« offen- gelassen hatten, wurde das Derbrechen entdeckt.
95 Schrotkörner im Blinddarm.
Bekanntlich ist die Ursache ter Blinddarmentzündung noch immer nicht geklärt. Meist wird angenommen, daß die Anwesenheit von Fremdkörpern die Entzündung Hervorrufe. Diese Annahme wird jedoch durch einen Fall Lügen gestraft, ter sich in einer Berliner Klinik zuge- tragen hat. Bei ter Operation ein« Patientin, die wegen eines anderen Leitens auf ten Ope-
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famte. Fi tem ausgeschnittenen
fanden sich 95 Schrotkörner bis »ud^W Meter Starke, dte teils unversehrt nut M Oberfläche, teils mit scharfen Zacken uns^ I versehen waren. Das Gewicht ter n« betrug 24 Gramm. Bemerken»^^ daß trotz ten vielen scharfen Kanten dann keinerlei Reizerscheinungen auftmre6' sich die Patientin chrerfefts niemals U« k schwelten diefeS Organs beklagt fat £ Vorhandensein ter Stelen Schrotkörner C* leicht erfiärt werten: Die Patientin. Wrise Dam«, ist die Tochter eines ®ie batte als solche häufig GetegenhechW zu essen, wodurch sich im Laufe bet bataU Menge von Schrotkörnern in dem Wurm^ satz ansammel n konnte. Aus diesem SW hervor, daß Fremdkörp« an Blinddarm V AuSlösuna von Entzündungen keine bes^ Rolle zu sptelen scheinen. q
Entdeckung einer Falschmünzerei in fconn^
Sanno ber, 30. März. In ter S Seit gdangten hi« zahlreich« falsche Markstücke* m Umlauf; die Bemühung^ Kriminalpolizei führten zu ter FeststeNun- u Nch.im Nordwesten ter Stadt eine FalsLÄ jeret befand. Der umfangreiche Betrieb tw* ausgehoben und die beteiligten in Hast nomnten. '
Einsturz einer Hausfront.
«>dvvlin, 30. März. In ter Hambs« Vorstadt Wedel stürzte gestern die BorderiE ern«S dreistöckigen Hauses ein. Glücklicher^ kam niemand zu Schaden . Der Zusammw stürz ist durch Erdarbeiten in ter Straße ü vorgerufen warten. "
Fünf Todesopfer eines Autonnglck».
Berlin, 30. März. In der Nähe Rouen fuhr ein Automobil eeatr ein Haus. Es wurde durch den Anvis vollständig zertrümmert. Die Insas!« ein Ehepaar mit zwei Kindern und fe Chauffeur, wurden auf der Stelle g c t ötti.
Wieder ei« englisches Landschlotz «ietergevrannt.
mtb .Frind des Reiches".
OT« tarnt freute leugnen, baß da» kunstvolle. die lebendigen historischen Kräfte klug berückfichttgende CtaatSgefüge Bismarcks das Zufamrnenwachsen aller Teile des Reichs in frohem Matze gefordert hat. Das fest in sich «schlossen« Deich ist uns als ewiges Erbe DiSmarcks geblieben, daS unf«e Feinde zerschlagen wollten und daS die Feuerprobe teS WelttriegeS unerfchüttert überstanden hat. De» bliebe« ist unS zugleich die stolze ®rbm«ung an die hervenhaste Gröhe bet Persönlichkeit, Ne in sich alle Eigenschaften vereinigte, auf denen auch tn Zukunft Deutschlands Gröhe und Macht beruhen wird. DiSmarck ragte in daS 19. Jahrhundert tote eine Rieseneichs, die alles, was tn ihre Dähe tarn, mit ihrem Schatten bedeckte. Diese Eiche des Sachsen- toaldeS ist unS Heuttgen ein nationaler Wall» fahrtsort geworden, an dem wir unS ins» besonder« an Bismarcks Geburtstag alljähr- Uch tn deutschem Fühlen und Wollen und tn dem Gelöbnis zusammenfinden, das heilige Erbe deS DrichSgründers treu zu bewahren.
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Wteltgromm M SinM ktmzler-Rmmk
Berlin, 80. SJlän. Bundeskanzler Dr. Ramek hat an Reichst««,I« Dr. L-ther folgende« Telegramm gesandt: »Leim Ber- lasse« de» deutsche« Reichsgebiet» se«de ich de« deutsche« Volksgenosse« im Reich meint brüderlichen Abschietegrüße. Ihne« «ber, Herr Reichsk««rler, und dem Herr« Auße«mf«ifier sag« ich aufrichtigste« Dank für di« ««vergebliche« Berlin« Tage."
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Der österreichische Bundeskanzler Ramek empfing heute nachmfttag den Prager Ber» tretet der T.-A. zu ein« Unterredung, tn der er feine Freude und Befriedigung üb« die autzervrdentlich herzliche Ausncchme tn Der» Itn ausdrückte. Er führte dann aus: Wir find g«abezu mit Ehren überhäuft toorden. Man hat von den Norddeutschen behauptet, dah sie nur fchw« ihren Gefühlen Ausdruck geben tarnten. Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, haben unS das Gegenteil bewiesen. Die Ehrungen sind, waS ich ganz besonders hervorheben möchte, nicht nur von ber Reichsregierung, sondern auch von ter preußischen Regierung ausgegangen. I
Der Eindruck der schöne« Berliner Tage »ar geradezu überwältigend. Zu meiner lebhaften Freude kann ich auch feststellen, daß die konkreten Ergebnisse bedeutend find.
Meine Aussprache über die schwebenden po» litrschen Probleme Europas, wie sie sich durch den Ausgang bet letzten Genfer Konferenz ergeben, mit dem Reichsaußen- mtnist« war außerordentlich eingehend. De-
• fchlüsse find zwar nicht gefaßt worden, aber I wir haben aufs neue feststellen können, daß I wir uns mit uns«« Auffassung auf völlig I gleicher Linie bewegen. Uns«e über- I einstimmen den Anschauungen wurden festge- I legt. Eine große Reihe kultureller I Fragen sind ebenfalls erörtert worden, wie I . die Frage ter Lehr« auf den Hochschulen. ■ Die Besprechung ber handelspoliti» I fchen Fragen wird weitere Derhandlungen I nach sich ziehen, die von allgemeinen Richt- I Itnien ins Konkrete gehen werden. Die Wei- I t«eu D«handlungen w«den sich fv abspielen, I daß in ber allernächsten Zeit ein kleines I Programm «ledigt werden wird, tem dann I im weiteren Verlaufe, vielleicht fchon irn I Herbst dieses Jahres, eine weit«« Etappe auf I breiter Grundlage folgen wirb. So kann j auch neben ten großen politischen Fragen I eine Menge kleiner« Arbeiten geleistet w«den, I die den gemeinsamen Weg, den die beiden I Staaten in ter Politik zu gehen haben, I wertvoll ergänzen. Ich tarnt nur nochmals I feststellen, daß die Erinnerung an die schöne I D«lin« Zeit zu ter schönsten meines I Lebens gehört. I
Berlin, 30. Mai. In dem etwa I1A Jabre alten Landschlotz Closes Hall ir der Nähe von Clitberal brach gestern Nachu Feuer aus, das erst gelöscht werden fonnit, als bereits großer Schaden angerichtet mat Die Londoner Polizeibehörde hat einen besonderen Dienst eingerichtet, um die Urfadü der vielen Schloßbrände in England festz»