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Onzeigerjürtdaslrüher kurhessMe)<vbechrssen/-> Amtliches VerkünLiguntz^lMsürd-kreisMarbW

gen. rettet.

SoniiMnd, toi 27. Mörz 1926

Ge- des zur

Berlin, 26. März. Die Kommunisten haben nunmehr einen förmlichen Auflö­sungsantrag eingereicht, der folgende« Wortlaut hat:Die Kommunistisch« Landtags- fraktion ist der Auffassung, bctz das Staats- Ministerium aus der Ablehnung der Re­gierungsvorlage über dl« Hauszins- strurr, durch di« d«r Landtag dem Staats- Ministerium sein Mißtrauen in denkbar schärf­ster t$cr«t ausgesprochen hat, die erforder­lichen Konsequenzen ziehen mutz. Das Staatsministerium hat keine Mehrheit im Landtag. Der Landtag ist aber auch,

ergibt die « bl« b « « « s des Gesetzes mit 198 gegen 192 Stimmen. (Grabet Tumult im gan­zen Hause. Stürmische Rule rechts: Auflöse«'.)

Das Haus setzt dann die Beratung des Ab­schnitts .Allgemeine Volkswohlfabrt" fort. Um

Uhr schlägt Präsident Bartels Ver­tagung vor. ....

. . Abg. Pieck (Komm.): No^>dem das Staats» Ministerium bis letzt noch nicht den Mut gefun­den hat die Konsequenzen aus dem Ergebnis der Abstimmung über die Sauszinssteuer zu ziehen, wollen wir dem Staatsministerium ein wenig nachhelfen. (Gelächter bei den Regie- rungsvarteien.)

Der Landtag vertagt stch nach iVj6 Uhr auf Sonnabend 10 Uhr. Kleine Anfragen.

6ngllf*-italitnMt Hcthtmfr hingen über Abessinien

sk. London, 27. März. Dem diplomati­schen Korrespondenten desDaily Tele­graph" zusolge sind gegenwärtig wichtige Serhandlungen zwischen London und Rom im Sange, um gewifle Punkte des englisch-sran- zSsisch-italienischen Vertrages von 1906, betref­fend Abessinien, den gegenwärtigen Berhält- nifien anzupaflen. Das Hauptziel Ita­liens ist, dem Korrespondenten zufolge, die Konzession für den Bau einer Eisen- bahn von einer seiner Kolonialhäsen, mög­licherweise von Mafsaua nach der abes- si,Ischen Hauptstadt Addisabeba z« erlangen. Großbritannien sei vor allem an der Verwendung der Wasserkräfte des blauen Alls zur Bewäflerung des Südens Interessiert.

M. 74 61. Zatzrg. Marburg a. Lahn

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1 Soldmark Dollar.

Aber so sagen viele auch der Völker­bund Ist eine hehre Idee, wert des Kampfes, wert des Opfers; die ihm innewohnende Ide: der Gemeinschaft mutz einmal bin Sieg über den Staatsegoismus davontragen. Wir antworten darauf: Ob es diese Idee wirklich gibt, jedenfalls in den Köpfen führender Staatsmänner, die sie verwirklichen könnten, das wissen wir nicht. Ab« daß dieser Völ­kerbund, der in Genf so kläglich endete, nicht eines deutschen Opfers wert ist, das wisse« wir bestimmt. -

Ablehnung des Sauszlnssteuttgefetzes

Sein Rücktritt ter ertuWin Regierung

Die nationale Idee bat Genf zerschla- DieRealpolitik" bat Genf ge» Jene Realpolitik, deren Wesen im

«eine Auswertung ter alten laooMart'Sibcine

Rücktritt bet rumüniitben Regierung

sk. Bukarest, 27. März. Rach einem Be­schluß des Ministerrates wird der Minister­präsident heute nachmittag 4 Uhr in der Kam­mer eine Botschaft verlesen, durch die die Par­lamentssession geschlossen wird. Um 6 Uhr mird der Ministerpräsident dem König das Kücktrittsgesuch des Kabinetts überreichen.

Unterzeichnung eines rumänisch-polnischen Bündnisvertrages.

fk. Bukarest, 27. März. Hier wurde gestern ein Bündnisvertrag zwischen Rumänien und Polen unterzeichnet.

begehren über die Fürstenabfindung beweist, I nicht qualifiziert, eine neues Staatsministe­rium zu bilden. Der Landtag wolle daher be- I schließest: Der Landtag wird ausge- 1 löst. Reuwahlest finden am 8. Mai 1926 statt." I

Die abgeblasene Preutzenkrise.

Berlin, 26. März. (TU.) Der inter­fraktionelle Ausschutz des Landtags kam, wie zu erwarten war, zu dem Ergebnis, I daß die Niederlage der Regierung n i ch t a l s ein Mltztrauensvotum aufzufassen sei. Für die Regierung bestehe deshalb keine Veranlassung zum Rücktritt oder zur A u f l ö s u n g des Landtags.

3« «reise« der Opposition argumen­tiert man so, datz die Regierung aus der Ab­stimmungsniederlage in einer so außerordent­lich bedeutsamen Frage die Konsequenzen zie­he« und entweder zurücktreten oder den Landtag a u f l ö s e n muß. Das Vor­gehen der hinter der Regierung stehenden Par­teien werd« ebenso wie die Haltung des Staatsministeriums die Opposition in ihrem Willen nur bestärken, in der kommenden Ta­gung nach den Osterserlen all« Kräfte ein zu setzen, um in Preußen zu klaren Rehrheitsverhältnisien zu kommen.

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1,11 U6l

Berlin, 26. März. In bet heutigen ner al Versammlung erklärte der Präsident ReichsbankdireftoriurnS, Dr. Schacht, Frage der Auswertung der alten Reichsbanb- noten: Bekanntlich haben sich Berbände ge­bildet, die nachträglich eine Aufwertung der Reichsbanknoten älter« Ausgabe, insbeson­dere der alten Tausender und Hundert« er** zwingen wollen. Diese Bewegung wird von einem kleinen Teil von Leuten, die man mög­licherweise als Idealisten ansprechen mufc ^bildet, die aber lebenrate eine Kenntnis t*r wirtschaftlichen Zusammenhänge völlig ver­missen lassen. Zu einem größeren Teil wird die Bewegung von Agitatoren berufsmäßig aus­genutzt, die unerfüllbare Hoffnungen erregen und dcümrch immer neue Unruhen und Ver­bitterung in das Volk tragen. Daß die Auswer­tung irgendein« Art von alten Banknoten ei­nen völligen Umsturz des Bankge- s e tz e s vorn 30. August 1924 und damit einen Bruch der Londoner Verträge darstellen würde, genügt allein schon, um i®en Gedanken daran als Unmöglichkeit zu beweisen. Die Ge­richte haben bis hinauf »um Kammergericht

Neu« Angriff« gegen Chamberlain.

sk. London, 27. März. 3n derWest. mtnfter Gazette" schreibt Ramsaq «uri: Wenn Chamberlain in London bekannt war, daß Frankreich und P o» l« n planten, die Frage neuer ständiger Rats­sitze gleichzeitig mit der deutschen Zulassung auszuwersen, und wenn er Deutschland davon Nichts mitgeteilt hat, dann kann er nicht on der Verantwortlichkeit für den Zufammenbruch freigespro­chen werden. Ferner hat Chamberlain es auch unterlassen, Auskunft darüber zu geben, warum er Spanien erst im letzten Augenblick mitteilte, daß die spanische Forderung von Großbritannien nicht unterstützt werden könne, falls es die Zulassung Deutschlands behindere.

Kompromiß bestebt.

Sicher kann ein Kompromiß in bestimmten Situationen nicht umgangen werden, immer wird es als politisches Mittel einen gewissen Wert beanspruchen können. Aber doch nur im Lichte einer dem Kompromißgegenstande fremden Idee. Niemals darf das Kom­promiß als das Urelement der Politik gefeiert werden.

Im persönlichen Leben bat auch der Kompromißcharakter Anspruch aus Achtung wie alles Menschliche. Niemals aber gebt von ihm jene gewaltige Kraft aus, die andere restlos in das Getümmel menschlicher Leiden­schaften stürzt, sie von keinen Rücksichten des kleinen Lebens wissen läßt. Ein Komptomitz- charakter gilt nur seiner nächsten Umgebung, nur seiner nächsten Zeit.

Das Volk, nicht in seiner parlamentari­schen Vertretung, sondern als Gesamtheit, lehnt diese Charaktere ab. Ihm erscheint als bas höchste Element seines ganzen materiellen und moralischen Daseins die Kampfnatur, der die Idee alles das Kompromiß aber nur ver­ächtliches Mittel ist. Warum ist uns Christus bet Heros höchster Menschlichkeit?Bist du Gottes Sobn? fragten ibn die Pharisäer. Er antwortete:Ich bin es!" und ging seiner höchsten Idee wegen in den Tod. Die qbee heiligt selbst di« Gewalt, die dem Leibe ange­tan wird.

Erst recht im politischen Kampfe im Kampf« von Volk zu Volk. Als Vorbild leuchten di« Makkabäer, die den letzten ver­zweifelten Kampf gegen Titus aufnahmen, . allen Völkern voran, als Verfechter der Volks- tbee, die lieber untergehn als sich dem Macht­wort eines anderen beugen. Einen Kom­promiß schlossen die Griechen mit den Römern, um ihre Stabt Athen zu retten. Athen ging boch »u Grunbe. Athen gab bet vorwärtstrel- benben Menschheit kein Symbol.

einhellig die erhobenen Ansprüche mit über­zeugender Begründung zurückgewiesen, und Wit haben die feste Ueberjeugung, daß dies auch nunmehr von dem mit der Sache befaßten Reichsgericht geschehen wird. Allein an brau­nen Tausend«» mit dem Datum vom 31. 4. 1910 sind nominell etwa 128 Milliarden nicht wieder zur Reichsbank zurückgelangt. Die Reichsbank hätte also allein für diese Tau­sender 128 Milliarden Reichsmark zu zahlen, was natürlich den sofortigen Zusammenbruch der neuen Währung bedeuten würde. Leid« gibt es keine gesetzliche Handhabe zur Unter- brütfung dies« Aktion.

Empfang beim ReichsbankptLsibenten Schacht.

fk. Berlin, 27. März. Reichsbankptäsi- dent Dt. Schacht und seine Gattin veranstalte­ten gestern abend anläßlich der Abschlußsitzung der Reichsbank einen Empfang, an dem u. a. die Reichsminister Dr. Reinhold und Dr. Has- linde, mehrere frühere Minister, der Repara­tionsagent Parker Gilbert und di« in- und ausländischen Mitglieder des Generalrats teil» nahmen. Außerdem bemerkte man Mitglieder' des Reichsrats, die Gesandten der Länder, füh­rende Köpfe der Berliner Finanz und Inbu- ftrie, ferner Vertreter der Wissenschaft und der Presse.

Mitttürdillatut in Sanfen

Paris, 26. Mörz. Wie die Agentur Ando- Pacifie aus Hongkong meldet, übt der Chef der Kantoner Regierung, Schang Kai fcheck, eine wahre Diktatur aus. Er lasse alle Per­sonen, die eine oppositionelle Haltung zeigen, feftnebmen. Vier Russen seien erschossen roor« -den und dreißig habe man ausgewiesen.

fk. Lvndon, 27. März. Di« Blätter mei- den aus Kayton, sämtlichen in Regierungs- Ämtern beschäftigte« Russen sei der Rat ge- geben worden, Kanton zu verlassen. Sie Londoner Morgenblätter heben hervor, datz dies ein empsindlicher Rückschlag für die Towjetpolitik in China bedeute.

Radek nach Kanton entsandt.

Moskau, 26. März. (TU.) Die Sowjet- Regierung hat auf die Nachricht vom Umsturz in Kanton die Entsendung Ra- deks nach dort beschlossen. Nach weiteren Berichten aus Kanton sollen 13 Russen, darunter 3 Instruktionsoffiziere, am 24. März an Bord eines russischen Schiffes außer Landes gebracht worden sein. Die Re- Sierung von Kanton ist He« der Lage.

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Sie Lage in Marokko

Ein Kriegsrat Abd el Krirns.

t kk. Paris, 27. März. Nach einer Meldung OesJournal s aus Rabat bat Abd el Krim einen Kriegsrat abgehalten, in dessen Strlauf die Wiederaufnahme bet gtinbfeligleiten beschlossen wurde. Im Lager Abb el Krims sollen Flugzeuge einge- Nffen fein. , i

Sitzung vom 26. Mörz.

Vor Eintritt in die Tagesorbnung gedenkt Präsibent Bartels, während sich die Abge­ordneten zum Zeichen ihrer Teilnahme von den Plätzen erhoben haben, des gestrigen Grubenunglücks im westfälischen Berg­bau.

Darauf wird die 3. Beratung des GeLäuderntschuldungsgesetze» (Lat . nbstener) fortgesetzt.

Finanzminister Dt. Söpket-Aschoff er­klärt, datz es vielleicht möglich sein würbe, den Fürsötgevetbänden einen bestimmten Anteil aus dem Aufkommen für Wohlfahrtszwecke zu überweisen. Dadurch würde die sozial« Gestal­tung der Vorlage auf einfachste Weise zum Ausdruck kommen. Auf Grund der Reichs­gesetzgebung hat der Wohlfahrtsminister in einem Erlaß bereits mitgeteilt, datz ein ge­wisser Teil des Aufkommens aus der Hauszinssteuer auch dem Altwohn- taunt zugutekommen soll. Wenn wir die Hauszinssteuermittel nicht haben würden, wären wir nicht in bet Sage, die Fi­nanzen bes Lanbes unb der Gemeinden in Ordnung zu bringen unb könnten vor allen Dingen nicht die Neubautätigkeit föt- bern. Wir find bei Ansicht, datz wir in diesem Jahre unserem Ziele, die Wohnungsnot zu lin­dern, ein gutes Stück näher kommen werden. (Beifall links und in der Mitte.) Ein Kredit von 200 Millionen Mark ist rugefagt worden für die Länder zur Gestellung von ersten Hypotheken.

Damit ist die dritte Beratung beendet., Di, SHv-iirmunnen finden später statt.

Das Haus setzt bann die Aussprache zum Wohlfahrtshaushalt fort. Nach kur­zer Besprechung des zweiten AbschnittsAll­gemeine Volkswohlfahrt" wirb die Beratung durch die

Abstimmung zur Gebäudeentschuldungsstener unterbrochen.

Beschlossen wird, die Steuer wieder Saus« zins st euer und nicht Gebäudeentschul­dungssteuer zu nennen. Die Steuerbefreiung bei Dienstwohnungen bei Geistlichen, Kiichen- biener usw. wird gegen Sozialdemokraten und Kommunisten beschlossen.

Mit 188 gegen 184 Stimmen wird beschlos­sen, datz die Gebäude öffentlicher Kör­perschaften, gemeinnütziger Anstalten, fremder Staaten u. a. insoweit nicht steuerfrei sein sollen, wie sie werbenden Zwecken ober als Familienwohnungen diener.

Der nach dem Antrag der Komvtomitz- parteien so gestaltete Gesetzesteil wird im gan­zen mit 190 gegen 181 Stimmen angenommen.

Einstimmige Annahme finden die In § 18 vorgesehenen umfangreichen sozialen Milde- rungsbestimmungen bei Erhebung der Saus- zinssteuer. Der volksparteiliche Antrag auf Begrenzung der Gültigkeit der Vorlage auf ein Jahr (bis zum 31. März 1927) wird mit 190 gegen 186 Stimmen bet Rechtsparteien an­genommen. Im übrigen bleibt es bei den Be­schlüssen zweiter Lesung.

Die Schlutzabftimm««g über Le« gan­ze« Gesetzentwurf findet namentlich statt; sie

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Als die Genfer Tagung so glanzlos endete, ging ein Hohngelächter burch bie ganze Welt. Es gab wohl niemand, gleichgültig ob er Alli­ierter, Neutraler ober Deutscher war, der nutzt in diesem Ende einen Zusammenbruch des Völkerbundgedankens sah: der nicht überzeugt war, daß der Sieg der nationalen Idee: über den Weltverbrüberungsgedanken diese _ mit Pomp begonnene Tagung nach einem mürbe- . losen Ränkcspiel enben. Netz wie bas Horn­berger Schießen.

Acht Tage später. Die französische Kammer ' sprach Vriand ihr Vertrauen aus, bet Reichs­tag erklärte sich in feiner Mehrheit einverstan­den mit der Haltung der deutschen Delegation, Chamberlain wurde Ehrenbürger lieberen Zufriedenheit, überall Verständnis, Billigung, Vertrauen. Es gibt keine Blamage bes, Völker- bunbes mehr. Die Akteure biefes Possenspiels waren vortreffliche Leute.

Wenn Chamberlain sagt, baß der Locarno­gedanke noch nicht tot sei, so beruft er sich auf Strefemann. Wenn Briand erklärt, Genf habe bas Werk von Locarno nut gefötd« , fo zftiert et Chamberlain. Wenn Di. Stiesemann von bet Notwendigkeit bet Fortführung bet Lo- carnopolittk spricht, so stützt et sich auf ein Kommunique, bas auf Veranlassung der Deut­schen von Briand und Chamberlain unter» I schrieben würbe.

Wenn bet schwarze Mann a- s dem brasi­lianischen Urwald sei« unwiderrufliches Veto begründet, so wedelt er mit der verklausulier­ten Antwort auf das deutsche Memorandum vom September 1924. Wenn Sktzynski sei:.- polnischen Ansprüche geltend macht, weist er auf die geheimen Abmachungen non' Locarno hin.

So wissen alle, so bezeugen alle, baß alles, was in Genf getarn sabotiert ober unterlassen worden ist, sich auf Recht, Ordnung und öd« termoral aufbaut. Die Parlamente der gan­zen Welt freuen, sich ob bes guten Tuns und I unterschreiben das Ganze. Die Tage von Gent I waten herrliche Tage. Es lebe bet Volkrt- I bunb. ',