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Die Aussprache über Gens

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911.70 61. »g. Marburg a. Sahn

Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zellenmillimeter 0.08 GM., kleine Baran,etgen 0.06 GM., amtliche und attf- wäilige Anzeigen 0.10 GM. Bet schwierigem Satz sowie bei Platz­dorschrist 5O«io Aufschlag. — Samvrelanzeigen 100 °1» Auf« schlag. Reklamen der Millim» 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marourg.

1 Goldmark — '/«.»Dollar.

■c bet - 5.46 f). - Uhr:

Jir Einkreisung DmMdmrr

ßchiedsoertragsoerhandlungen Oesterreichs mit

Zugoflawien. Polen «nd Rumänien.

fl W t e n. 23. »lärj. Wie die »Wiener Neueste« Nachrichten" melden, batte tCT jugoslawische Gesandte in Wien pftern eine längere Unterredung mit Bundes- lanslM Ramek, in der die Vorbereitungen zu Verhandlungen über einen jugoslawischen- Werreichischen Schiedsvertrag «nd einen Be- jsuch des jugoslawischen Außenministers in Wien zum Abschluß eines Vertrages erörtert wurden.

Nach der »Reichsooft" ist auch ein offL zieller Besuch des volnischen Außen- winisters bei der österreichischen Regie­rung zur Einleitung von Verhandlungen über einen polnisch-österreichischen Schiedsvertrag geplant. Auch auf Seiten Rumäniens soll die Absicht bestehen, zu einem Schirdsablom- mtn mit Oesterreich zu gelangen.

Tientsin geräumt

ft Tientsin, 23. März. Die Kauminschin- Truvven habe» gestern morgen Tientsin geräumt und ziehen sich nach Peking zurück. Die Parteigänger des Generals Litchtnglin, die in den Frcmdenniederlasiunge» sich ver­borgen gehalten hatte«, «ahmen die Stadt in Vesttz.

Die Diplomatenloge und die übrigen Tribu- nnen sind schon lange vor Beginn der Sitzung. 11 Uhr vormittags, stark besetzt, wahrend der Sitzungssaal sich nur langsam füllt. Die Mii- alieder des K a b i n e t t s mit dem Reichskanz- ler an der Spitze sind zum großen Teil er­schienen.

Bor Eintritt in die Tagesordnung wird auf Antrag des Abg. v. G u e r a r d (Ztr.) beschlos­sen, mit den auf der Tagesordnung stehenden Etats des Reichskanzlers und des Auswartl-

gelegenheft sei.

Wir mußten aber an unserer grundsätz­lichen Ablehnung einer werteren Ver­mehrung der ständigen Ratssitze rn dieser Tagung frftbalten und wir sind mit die-

• sem Standpunkt durchgedrungen.

In der zweiten Phase werde an eine Ver­mehrung der nichtständigen Rats- I sike «dacht. Wir haben uns anch d a- gegen wenden müssen aus denselben Grün­den, wie gegen die der ständigen Ratslitze.

Was uns in dieser Zett das Recht zu Vor­würfen und zur Erregung gab, war

der fortgesetzte Versuch, die ganze Verant­wortlichkeit auf die deutschen Schultern zu legen.

Es war bekannt, daß Schweden widersprechen würde . Die Situation war also so, daß der Völkerbundsrat garnicht in der Lage war, einen neuen nichtständigen Ratssitz zu schassen. Es war alio da- gegebene, sich erst der Einmütigkeit im Vol- kerbundsrat zu versichern uiid erst dann an Deutschland heranzutreten, nicht aber den ganz falschen Eindruck zu erwecken, als ov a-euisch- land der Vormund Schwedens sei. Schwe­dens Haltung war immer eine ganz selbständige.

Den von Schweden angebotenen Verzicht konnten wir als ein- befriedigend- Lösung nicht anerkennen. , Wir haben auch in der Frage ■ der nichtständigen Ratssitze nichts von un­serem Standpunkt aufgegeben. Es ist ganz falsch, wenn es so dargestellt wird, als hätten wir 10 Tage lang in Gens anti- I chambriert. Nein, wir haben brs zur I äußersten Starrheit an den Grundsätzen seftge- I halten, mit denen wir nach Gens gekommen I sind. Wenn wir sogar das angevotene Opfer Schwöens zurückwiesen, so muß ich tragen, ob eine andere Delegation hätte mehr tun können. (Ruse rechts: Abreisen.)

1 Die Situation war so, daß n i ch t T e u t s ch- I [cinb Oot bet Tür ffanb uitb ipotictc, foit5 I betn baß die nicht an Locarno be- I teitigten Böitetöunbsmachte lu I Tage lang aut Pie Vöttervundsversammlung

Don einem früher bekanntgewordenen An­spruch Polens auf einen ständigen Aals- sitz konnte umsowenigerdie De de fein, als Polen nicht einmal bet einem nicht st ändigen 2k a t ss itz die notige Mehrheit im Bölkerbunde hat. (Sehr wahr) And wenn einem anderen Staate Sagt worden ist. daß bm Eintritt einer Großmacht in den Aat auch seine Ansprüche akut werden würden, konnte sich eine derartige Wendung doch nur darauf beziehen, daß die Frage der Zusammensetzung des Aares in ihrer Gesamtheit Gegenstand der Beratungen wäre. Höchstens hätten diese anderen Machte Deutschland ihre Ansprüche bei Be­kanntwerden und Beantwortung des deutschen Rundschreibens mit teilen müssen. (Lebhaftes ^hr rich­tig.) Man hat darauf hingewiesen, daß die Zahl der Dölkerbundsmitglieder und darum auch eine Vermehrung der Ratssihe wün­schenswert sei. Wir haben erklärt daß wir nicht prinzipiell solchen Wünschen ab­lehnend gegenüberstehen,

daß aber eine Weltorganisation, die ihre «tcrioiluna ändert, bas nicht tun könne I auf Grund dieser oder jener Versprechun- a-n an diesen ober jenen Staat, sondern erst auf Grund sorgfältigster Prusung der vielen grundsätzlichen Fragen, die die Zu­sammensetzung des Völkerbundsrat^ be­rühren.

England unb Frankreich brachten un- gegen­über zum Ausdruck, daß, da Deutschland kein Verschulden dafür trefft, daß eS letzt dem VSlk-rvur.b noch nicht angehört, das Verhalten ihm gegenüber bezüglich der Lo­ca r n o v e r einb aru ng e n und der Rück­wirkungen so eingerichtet werden mussse, als wenn Deutschland de facto int Völkerbund wäre. Es ist richtig: die A n r e g u n g d a z u ging insofern von uns aus, als totr fragten: Wie stehen wir inbezug auf Locarno? Wir freuten uns über die einmütige Auffasiung der Mächte, die auf die weitere Durchführung der Locarnopolitik hmansging. Bnand stellte den Antrag, Deutschland bei nach!ter Gelegenheit in den Völkerbund aufzunehmen und dreier Antrag fand einmütige Zustimmung. Gegen­über der idealen Auffassung vom Völkerbund haben wir aber erlebt,

daß innerhalb des BLlkerbundes auch starke eigene Interessen sich gegenüber be« allgemeinen Interessen geltend machen.

(Aha-Rufe rechts.) Wenn aber der Völker­bund ein Ziel hat, dann muß es das Ziel der Untticrfalii-ät sein. Wenn er..die- fem Ziele so stark näher kommen konnte rot. dies durch die Ausnahme Deutschlands gefchieht so mußte er die moralische Autorität besitzen, diesem Ziele alles andere un­terzuordnen. (Lebhaftes sehr richtig.) Schweden und die Schwerz haben das erkannt. (Beifall.) Von allen, die von Schuld sprachen, hat niemand die Schuld bet Deutschland gesucht. Aus der Heimat sind mehr als ein Dutzend Mal Depeschen an dir deutsche Delegation gekommen, die uns sagten, wir sollten ab reisen. , .

Wir haben uns aber überlegen müssen, was die Schuldfrage in dieser großen geschichtlich;» Sache bedeutet und

wir hätten durch unsere Abreise den­jenigen neue Möglichkeiten gegeben, bie eine neue Schuld bei Deutschland suchen wollten.

Diese grundsätzliche Prüfung in einer Kommission muhten wir verlangen, ehe wir unser Einverständnis mit einer weiteren Vermehrung der Ratssihe erklären konnten Man bat tritt? i er t, daß von D e u t sch er Seite überhaupt bie Anreg n n g für eine solche Kommission gegeben worden ist. 2lbg. Winkler hak im preußischen Landtag uns borgeworfen, durch den negativen Aus­gang der Genfer Verhandlungen hatten wir eine VerschlechterungunsererVe- ! zieh ungen zu manchen Staaten verschuldet.

Eine Kritik an dem negativen Ausgang konnte nur jemand üben, der für den bedingungslosen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ern- getreten ist. (Lebhafte Zustimmung links.)

Weil wir an unseren Bedingungen unbeirrt ftstgchalten haben, kann man un? doch von anderer Seite nicht angreisen. Für uns war nicht etwa entscheidend, wer einen weiteren Ratssitz verlaute. Nichts liegt uns ferner, als bei unserem Widerstand gegen B r a- I sjlien etwa zum Ausdruck zu bringen, daß der Völkeibiind für uns eine europäische An­

warten mußten, weil vorher bie Locarnomach e mit Deutschland verhandelten. Leider kreuzte sich die Zusage der Locarnomächte an Deutich- land mit Zusagen, wahrscheinlich nicht verfassungsmäßiger Organe anandere Staaten, lieber ine Schwie­rigkeiten, die sich Spanien wegen feiner Wünsche e n t g c g e n st e l l t e n, war die- ses Land so tief gekränkt, daß es sich aus dem Völkerbund zurückziehen wollte, vorher aber erklärte, es würde gemäß seinem Verbrechen und dem von ihm gegebenen Wort für den ständigen deutschen Ratssitz stim­men.

Brasilien glaubte, eine andere Stellung ernncbmcn zu können. Es hat damit die Verantwortung für den Verlauf der Gen­fer Tagung auf sich genommen.

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nadibem sie selbst die Zugehörigkeit Deutsch­lands zum Völkerbund als Kern st um der Locarnoverträge bezeichnet hatten. (Sehr richtig!) Um so seltsamer war. daß kurz nach dem Ersuchen Deutschlands um Aus­nahme in den Völkerbund Mitteilungen da­von auftauchten, die davon sprachen, daß eine Rekonstruktion des Völkerbunds­rates erfolgen sollte, daß drei Mäckte An- sprücke auf ständige Ratssitze erhoben, daß an­geblich Versprechungen in dieser Rich­tung gemacht worden wären. Der deutsche Reichstag hat in seinem Auswärtigen Ausschuß am 19. Februar eine Entschließung dahin ge­faßt, daß Deutschland entsprechend den gepflo­genen internationalen Verhandlungen bei der bevorstehenden Tagung des Völkerbundes

Anspruch auf einen Ratssitz ohne weitere aenberung des Rates

habe. Die Stellung der deutschen Reichsregie­rung ist in der bekannten Hamburger Rede des Reichskanzlers präzisiert und festgelegt wor­den. Man stand allgemein auf dem Sta n d- punkt, daß bie Aufnahme D e u t sch - l a n d s das e i n i i a e Ziel der .bevorstehen­den Tagung des Völkerbundes sei. Die An­sprüche Spaniens, Brasiliens und Polens fan­den in diesem Augenblicke starke Widerstände, am stärksten mit in der englischen öffentlichen Meinung. Die schwedische Regierung hatte der deutschen offiziell mitteilen lassen, daß sie gegen jede Vermehrung der ständigen Sitze im Rate, die über die Zuziehung Deutsch­lands hinausginge, auch dann stimmen würde, wenn sie mit diesem Standpunkt allein bliebe. Die deutsche Delegation konnte daher mit dem Gefühl nach Genf reisen, daß tatsächlich die Entscheidung in der Aenberung des Rates über den deutschen, Sitz hinaus negativ gefallen fei. ". .

Die deutsche Regierung hat. als andere Tendenzen bekannt wurden, auf das stärkste ihren Standpunkt ge­wahrt. Durch den Sturz Briands wurde die Situation erschwert. Aber die Auf­fassung einzelner Organe in Deutschland, daß der Sturz des Kabinetts Briand in diesem Augenblicke ein Manöver fei Sehr richtig! rechts) ist absolut un­haltbar. Die deutsche Delegation ließ keinen Zweifel, daß für eine Vermehrung der ».ändigen Ratssitze im Zusammenhang mit der Tagung des Völkerbundes für die I Aufnahme Deutschlands die Zur ü ck - I ziehung des Aufnahmegefuches I im Gefolge haben würde.

(Lebhaftes sehr wahrl links und in der Mitte: unwahr rechts). Daß Deutschland demütig und mit einer neuen Niederlage belastet aus Gens fortgeht, ist eine Anschau­ung die es nur in Deutschland gibt und nirgends sonst in der Welt. (Lebhafte Zu­stimmung). Wenn wir, wie von verschie­denen deutschen Kreisen behauptet wird, nur das fünfte Rad am Wagen in Gens wären, bann wäre dieser Kampf im Völker­bund garnicht entstanden. Gerade dieser Kampf hat doch gezeigt, daß es sichhier um eine Stellung Deutschlands tm Völker­bünde handelt, die auf der anderen Seite jedenfalls als eine sehr große Stärkung ber Position Deutschlands angesehen wird.

Wir find moralisch uitb sachlich vom deutschen Standpunkte ans nicht ge­schwächt aus der Konferenz hervor­gegangen.

(Beifall). Die Art, in der man im Völ­kerbund über Deutschland sprach, bedeu­tet eine moralische Genugtuung für uns angesichts der Art und Weise, wie man 1919 glaubte, über Deutschland sprechen zu dürfen. Um diese Anerkennung haben wir jahrelang gekämpft. Man sprach aber immer vom schlechten Willen L.eutsch- lands.

Daß alle diese Momentes mit einem Abbruch von unserer Seite beantwor­tet werden könnten, wäre die größte Tor­beit gewesen (Bcifait in der Mette). Ich erkläre, es ist nicht unser Wunsch oder Wille, daß es zur «enderung unterer Haltung gegenüber »em 'Völkerbund kommt. Unser Wun,ch und Wille geht auf ein gleichberechtigtes Mitwirken im Rahmen des Völkerbundes zur Wah­rung der deutschen Interesse« in diesem Bunde. (Beifall). Man muß hervor- heben, daß der Ausdruck Swgerstaate« jetzt viel weniger gebraucht wird, ««je. I Tic Völker haben erkannt, daß au- dem I Weltkrieg niemand glücklich hervorpe- I gangen ist «n» »aß es gilt, die gemofn-

gen Amts

bie zu den Genfer Berhanblungen vor- j liegenden Interpellationen

zu verbinden. Bei nur mäßig besetztem Saale erstattet zunächst

Abg. Dr. Hoetzsch (Dntl.) den Bericht des Haushaltsausschusses über den Haushalt des Auswärtigen Amts.

Dann nimmt der ,

Reichsautzenminister Strefemann das Wort zu folgenden Ausführungen: lieber die Genfer Vorgänge zu berichten, ist um so notwendiger, als ich zu meinem großen Be­dauern feststellen mußte, daß sogar das größte deutsche Landesparlament in eine Beratung über Genf eingetreten ist, ohne über­haupt eine Darlegung der Regie- rung abzuwarten. (Hört! hort! links.) Aus der Vorgeschichte der Genier Verhandlun­gen war besonders bemerkenswert, daß der Völkerbundsrat als geschloffene Kör­perschaft im Februar 1925 den Wunsch aus- fpra* mit Deutschland im Rat zusammenzu­arbeiten. Deutschland hat sich nach Ueder- windung schwerer grundsätzlicher Bedenken zum Eintritt in den Völkerbund entichlosten. ‘aber es hat sich nicht seinerseits dazu eebrängt. Zweimal ist Deutschland gerufen worden, ein­mal aus der Völkerbundsversammlung 1924 heraus, das zweite Mal auf Wunsch der Mächte, die den Locarnofrieden nur unter der Bedingung des Eintritts Deutschlands tn den Völkerbund abschließen wollten. Daraus ent­stand

bie Pflicht biefer Mächte, ihrerseits alles zu tun, was dieses Inkrafttreten der

Locarnoverträge ermöglichte.

_ sderlxMch« Seitens" «- V* tzchemal wöchentlich. Be- monatlich 2 GM. aus- Zustellungsgebühr, durch GW.Für etwa infolge «tfifA W-tchinendefekte oder ch«e-U-"r Ereignisse ausfallende ^Lgietn wird kein Ersatz ge- Setlag b. Dr. 5. Sitzerath, Univ.-Buchdruckerei 6.

ft Aug. Koch. Markt 21/23. A^sprecher: Rr. 55. u. Rr. 666. «-afcheckkonto: Amt Frankfurt ’jL Nr. 5015. - Sprechzeit L Redaktion von 10—11 mtb *!,1—1 Ubr.

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Str RtWprMml in Bonn

Bonn, 22. März. Der Reichspräsi- I deut ist um 10.15 Uhr hier eingetroffen. Vom Bahnhof fuhr der Reichspräsident mit seinem Gefolge durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt, in denen Schulkinder, t Vereine und Korporationen Spalter bildeten,

S R a t h a u s, wo er sich in das Goldene der Stadt eintrug. Im früheren Stadt­verordnetensitzungssaal wurde der Reichsprä­sident durch den Oberbürgermeister F a l k be­grüßt. Der Reichspräsident erwiderte mit Worten herzlichen Dankes und wünschte der Stadt nach Aufhebung der Fremdherrschaft erneuten Ausstieg und glückliche Zukunft tm Schuhe eines wiedererstarkenden Reiches. Beim Verlassen des Rathauses wurde dem Reichs­präsidenten von 2000-1 (Bängern ein Gesangs- vortrag dargebracht.

In der Universität weilte der Reichs- > Präsident kurze Zeit vor dem kürzlich enthüll­ten Denkmal für die 820 gefallenen Ange­hörigen auf dem Arkadenhof der Universität- In der Aula begrüßte ber Rektor der Universität den Reichspräsidenten als Schützer der heimischen Fluren unb Schirmherrn der deutschen Wissensschast unb Lehre. Der Prorektor der Landwirtschaftlichen Hochsschule v. Poppelsdors gab dem Reichspräsidenten die Versicherung, daß Lehrer wie Schüler sich be­wußt seien, daß nur ganze Männer bie schwere Zukunft bestehen könnten. Daraus teilte ber : Dekan der philosophischen Fakultät ber Uni­versität mit, daß bie philosophische und juristi­sche Fakultät dem Reichspräsidenten bie Würbe eines Ehrendoktors der t Staatswissenschaften verliehen habe. | Der erste Vorsitzende der Bonner Studentenschaft begrüßte bett Reichs­präsidenten mit tiefer Verehrung als den starken Träger des Deutschen Reiches und sprach für bie Bonner Studentenschaft die Bitte aus, der Reichspräsident möge durch Annahme der Ehrenmifgliedschaft die Verbindung zwischen sich und der ibn hochverehrenden Bonner Studen­tenschaft unlösbar gestalten. Der Reichs­präsident dankte herzlich für den Empfang und die angetragenen Ehrungen und erklärte sich freudig zur Annahme derselben bereit- Er schloß mit dem Wunsche, daß die oeiben tzoch- t schulen sich der wiedererlangten Freiheit er- fteuen und für Deutschland Männer erziehen möchten, bie im Geiste bei Vaterlandsliebe und ber Einigkeit in einer besseren Zukunft Diener und Führer sein würden. Mit dem Deutsch­landlied schloß bie Feier. Von ber Universität begab sich ber Reichspräsident zum Hotel Kö- nigshos, wo ihm von ber Stabt Bonn ein Frühstück gegeben wurde. Bei biefer Gele­genheit brachte der Oberbürgermeister einen kurzen Trinkspruch auf bie Gäste aus. ,

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