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1 Goldmark Dollar.

das kleine bankerotte Polen wird Groß­macht. Schweden, die vielleicht einzige, ehrliche, neutrale Nation verzichtet. Schei­det aus und läßt den deutschen Delegierten einer Ratsmehrheit gegenüber, die Entente heißt und abhängig ist von dem Wülen derer die sich heute die Herren der Welt

Es wird für Deutschland eine frisch-früh- liche Arbeit geben. Tie Kontrollkonimisfio-

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Inzwischen ist eine neue Schwierigkeit I eingetreten. Es sind nämlich Anzeichen vor­handen, daß die Alliierten nicht nur den Polen, sondern auch der Keinen Entente einen ständigen Ratssitz versprochen Haven. Anichei- nend will man setzt Deutschland veranlassen, daß es bei dem Eintritt in den Rat eine bin» I dende Erklärung abgeben soll, daß es gegen die Zuerteilung eines Ratssitzes an Rumänien als Vertreter der Kleinen Entente keinerlei Einwendungen erheben werde. Dieser Vor­schlag wird von deutscher Seite als undivku» tabel angesehen, weil er das Prinzip Deutsch­lands durchbrechen würde.

Zur Stunde liegen die Dinge in Gens in so krausem Durcheinander, daß n:emam> tottB, ob die heutige Vollversammlung die Vertagung der Verhandlungen und die Aufnahme Deutsch­lands beschließen wird, oder ob nicht doch noch in letzter Minutealles in Ordnung" gehen wird . Für uns bleibt das eine bestehen: Die Zuerteilung des nichtständigen Ratssttzes an Palen, die wir verhindern wollten, ist unbe­dingt gesichert . Wir haben trotz desPrin- zipiensieges" eine Niederlage erlitten, die kei­neswegs unvermeidlich war.

Ferner: Die Tagung mag enden wie sie will. Der Völkerbundsgckanke hat eine moral:» ch: Niederlage erlitten, wie sie nicht schlimmer gedacht werden kann. Nicht in Genf werden die Fragen der großen Politik entschicken, son- dern, genau wie bisher, in den vertraulichen Besprechungen der Diplomaten, die rm na- Znalen Interesse eine rücksichtslose Machtpo­litik zu betreiben und aus Kosten der Wehrlosen durchzuführen wissen.

Das amtliche Sommunigub Einmütigkeit" der Lokarnomachte wtb. Genf, 16. Die Vertreter

Deutschlands, Belgiens, Frankreichs, Großbri­tanniens und Italiens haben fich heute ver-

Anweisung aus Rio de Janeiro zur etwaigen Teilnahme an einer zeitlich noch fest- zusetzenden Aufnahmehandlung vor- zubereiten. Ueber den Inhalt event. neuer Instruktionen, die das brasilianische Mitglied erhalten hat (HD» ist «ach nichts bekannt.

Brasilien verzichtet doch nicht Brasiliens Erklärung in der Vollversammlung des Bölkerbnndes.

ft. Senf, 17. März, 1130 norm. In der heute vormittag abgehaltenen Sitzung des Völkerbundes verlas der Vertreter Brasilien» Mello Franco, ofsenbar sehr erregt, eine längere Erklärung, aus der heroorgeht, daß er die am 1. Dezember 1924 der deutschen Regie­rung gegebene schriftliche Erklärung nur inso. weit als bindend angibt, als ein Einver­nehmen zwischen allen Ratsmit- gliedern über die aufgeworfenen Fragen möglich sei. Dem Vertragswerk von Lo­carno stehen wir sympathisch gegenüber, aber das Vertragswerk müsie fich in den Völkerbund einfügen und nicht umgekehrt. Brafilien de­

nen sitzen zwar noch im Laude, «m deut­schen Rhein steht ein Neger auf ^achtt posten der dafür sorgt st>ay der Begriff ^ieaer und Besiegte zum schwinden kommt. Aber Deutschland ist Völkerbundsmit^lied. Was sagen die Genfer Statuten, ^Jeder Staat har seine Selbständigkeit, sem selbst­bestimmungsrecht, seine Freiheit. ^rJBoI- kerbund hat uns dies alles geschenkt.

' Freuen wir uns.! ....

pau genannt.

eint halbamtlidit deutsche Darstellung

ff Genf, 17. März. Ueber die Austastung zu der aus dem amtlich vereinbarten Com- muniaus sich ergebenden Lag- erfahrt der der deutschen Delegation, das es tür d,e »e urteilung des Richtvollzugs des putschen Oin. tritts wichtig sei, daß dieser negative Ausgang aus einer ticte die nicht vorher gesehen werbet konnte. Es wird dabei ausdrücklich festgestellt daß bte vorher bestehenden Hindernisse mit denen man lick u a. noch gestern vormittag befaßt hone, beseitigt waren Die Ursachen des neg-ttven Ausgangs sind daher außerhalb der ~ocrnO; «ächte bei einem südamerttanischen Natsmit- glied zu suchen. Die deut,che Delegationver- meidet es jedoch, ihrerseits d.e Verursachungs. frage näher zu erörtern und überlaßt es oer Meinung der Welt, die Schlüße zu ziehe«, auf denen ihre Entscheidung beruhen wrro. Wesentlich ist die unter den Signatarmachten von Locarno getroffene Feststellung, daß da Werk von Locarno mit seinen Voraussetzungen Rück- und Auswirkungen unter ihnen bestehen bleibt und daß sie es als ihr gemein,ames Ziel betrachten die jetzt bestehenden Schwierig­keiten bezüglich des deutschen Eintritts in den Völkerbund bis zur nächsten Doll°»MNmluns zu beseitigen. Aus dieser Auffassung wird Locarno über den Völkerbund gestellt worden stü;"inde" erscheint es für die Behandlung der gesamten öffentlichen Meinung der Welt und sicherlich nicht nur vom deutschen Stanbvunlt aus das wichtigste Erfordernis, daß bet der nun erfolgten Entwicklung kemerlet fehlerhaf­tes Verhalten Deut,chlands mUsmelte. Da aber ist durch die Form, tn der tm vereinbar, ten Kommunique auf bte Berieb'>ngen r scheu den Ereignisien und der Erhaltung des Werkes von Locarno Bezug genommen ist. un­zweifelhaft klargestellt. ____

worden wäre.

Bei dieser Darstellung berücksichtigt man aber nicht, daß die neutrale Macht, bte anstelle Schwedens treten soll, durchaus noch nicht fest» steht .Bisher sind lediglich Holland und Dänemark genannt wollen. Von Holland verlautet, daß es keine Lust zeige, sich an dieser Mandatsschicbung zu beteiligen, wahrend man von Dänemark eigentlich nicht Süt behaupten kann, daß es sich um eine neutrale Macht han­dele. Dänemark ist durch die Zuweisung Nordschleswigs und durch die Art. wie die Abstimmung in Nordschlcswrg unter B estand französischer Alpenjäger durchgesuhrt wurde, nicht gut als neutraler Staat an­zusehen, vielmehr befindet es sich tn recht erkennbarem Abhängigkeitsverhältnis von den

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einigt, um bte Lage zu prüfen wie sie sich aus den aufgetauchten Schwier ig­le ten des Verfahrens ergibt, bu sich der Verwirklichung ihrer oometnsauen Ziele entgegenstellen. Sie stellen fest, daß si- im Begriffe waren, zu einer Hebe . einstimmung zu gelangen und bte Hm. dernisse zu überwinden, bte zu einem gegebe­nen Zeitpunkt unter ihnen entstanden waren Falls, wie zu befurchten 'st, dte eiw aangs erwähnten S ch w t» r t et et»« «

fortbeftehen sollten, würden die Vertreter der sieben Signatarmärkte des Protokolls vot< Locarno bedauern, daß sie im oegenwa tigen Augenblick das von ihnen ange trebte Z i e l n i ch t e r r e i ch e n könn t.. Ste stellten jedoch mit Befriedigung fest, daß das Friedenswerk, das sie ttt Lo c a eno verwirk, lichten und das in seinem ganzen Wert undtn seiner ganzen Kraft bestehen., bleibt.^ dadurch nicht berührt wird, «ie hatten daran feit heute wie gestern, und find fest ent­schlossen, fich gemeinsam dafür einzusetzen, es auirechtzuerhalten und fortzuentwtckeln. Ste bleiben bei der Ueberzeugung daß bet der nächsten Bundesversammlung ote gegenwärtigen Schwierigkeiten . überwunden sein werden und daß die Verständigung, dte binfichtlich der Voraussetzungen für den Ein­tritt Deutschlands in den Völkerbund erzielt worden war, verwirklicht werden wird.

Wie der Berichterstatter des WTB. aus Kreisen der fremden Delegationen erfahr^ soll am Schluß der heutigen nichiost'z'clleu Rats^ fitzung eine Abstimmung über dte ellage der Vertagung des deutschen Ausuo!''7te- antraas und der damit zusammenhängend. Angelegenheiten vorgenommen word-n sctn bei der sich sieben Ratsmttglteder für und drei gegen die Verlosung aus- prachen Als die drei letzteren Ratsmacht werden Belgien, Schweden und Ja

Mittwoch, H, 17. Mürz 1926

^Sderhefsische Zeitung' er- sechsmal wöchentlich. Be-

versöhnung nennt.

Deutschland ist ausgeschaltet. Die deut­schen Delegierten fahren nach Montreux und erholen sich. Wenn sie zurückkommen, dann brauchen sie nur Ja oder Nein zu sagen. Das letztere wäre natürlich ein Affront, wäre eine Beleidigung des Weltgewissens, präsentiert durch die Herren Briwud, Cham­berlain und Mussolini. Der erbund hat keine Krise mehr. Der Völkerbund ist einig. Einig gegen Deutschland, gegen seine Wünsche und Forderungen, gegen sein Recht. Sagt Denychland Nein, so hat Deutschland die Schuld. So zeigt es, daß es nicht so will wie die anderen, daß es hinterlistig alles sabotiert und nichts von der Disziplin hat, die ein Völkerbunds­mitglied haben mutz.

Zn der Tat das Meisterstück ist bestens gedrechselt. Der SPietz ist umgekehrt. War sich der Völkerbund je uneinig? Gab es dort jemals die lächerlichste aller Komö­dien, die die Welt je sah? Niemals. Der Völkerbund hat seine Würde wieder ge­funden, sein Pathos, seine Geste, die Ku­lissen sind wieder schön auTgebaut, der Theaterhimmel ist sein säuberlich abqe- waschen worden und der Vorhang ist wie­der geflickt. Also, was will noch das böse Deutschland?

Die deutsche Delegation hat sich noch nicht geäußert. Sie ist offiziell noch nicht umgefallen, sie ist auch noch nicht abgereist. Die Gründe für dieses Zögern kennen wir nicht. Es soll da noch einen Plan geben, den Strefemann und Briand sorgsam ven­tilieren, der mit bedeutungsvollem Augen­zwinkern als prachtvolle Lösung des gan­zen Konfliktes umwispert wird. Aber dieses neue Planchen ist .unbekannt. Es darf nicht in die Oeffentllchkeit bringen, solange es nicht im Braukessel der Ge­heimdiplomatie sorgsam durchgeruttelt und geklärt ist Das geheimnisvolle Planchen geht um Ein nebelhaftes Spukgespenst sst es, man rotlt es fassen und greift ins Leere. Wo ist das Planchen? Die deutsche Delegation lächelt und schweigt.

In Genf ist Kirchweihstimmung. Man rüstet zur großen Szene. Herr Alfonso da Costa, der geschmeidige Präsident, brütet schon auf seiner Begrüßungsansprache. In Briands Auae geistert eine Trane herz­innigster Rührung. Er schickt sich an, ein ideales Niveau zu betreten. Ringt nach Worten träufelnden Balsams. Chamberlain ist Priester geworden. Auch der sprechchor funktioniert. . .

Es ist erreicht. Polen wird Ratsmitglied. Juristisch hat die deutsche These gesiegt. Die Advokaten aus der anderen ^eite waren gerissenere Leute. Der Rat wird nicht er­weitert. Er wird nur neu aewaü.i Ader

Der Umschwung

fk. Genf, 17. März. 11 Uhr vor«. Set Sonderberichterstatter des WTB. meldet: Heute vormittag kurz nach 9 Uhr teilte da» Eeneralsekretariat des Völkerbundes telep-o- nisch der deutschen Delegation mit, daß um 9.45 Uhr eine Sitzung des Völkerbundes statt­finden werde und zwar nicht in dem üb- lichen Ratssaale, sondern im Refor» mationshaus (hier soll programmäßi, die feierliche Aufnahme Deutschlands stattfin­den. Anm. d. Schriftltg ), wo um 10 Uhr die Vollversammlung stattfinden soll. Zweck dieser Ratsfitzung sei die formelle Stellungnahme über die endgültige Stellungnahme B r a s i l i e n s, das im Lause der Nacht sein« Instruktionen telegraphisch an seinen hiefigen Delegierten Mello Franco gesandt haben dürfte (?). Die deutsche Delegation werde in diesem Zusammenhang gebeten, fich für den Fall einet gegen gestern veriindetten

Eigentlich ist die Hintertreppe kein Aus- na für Herrschaften. Genf darf sich das rvienst zurechnen, die Hintertreppe zu ent recht herrschaftlichen Eingang ge= npelt zu haben. Merkwürdig, noch vor iaen Tagen versuchte man alles, was in den Hinterhöfen des Bölkerbunds- ,Sudes abspielte, möglichst zu vertuschen, ute ist die Hintertreppenpolitik hoffähig orden. Man leugnet nicht mehr, daß u das, was man von der Straße aus cht erreichen konnte, durch eine kleine intertür sich sichern will. Herr L-krzhnski t die letzte Stufe der Hintertreppe erklom- en. Er klopft recht vernehmlich an die che. Und in einigen Minuten wird er rch den gerade nicht repräsentativen Ein- ,nq in die gute Stube treten, mit Pfifft-

»en nq ' invasiv, auch

anspruche als Vertreter amerikanischer Inter­essen eine stärkere Beteiligung der amerikani« schen Mächte im Rat. Eine Umformung de» Bölkerbundsrates darf nicht mit Rückficht auf einzelne Jnterefien und übereilt vor fich gehen. Sein Beto gegen eine Verände­rung des Rats im gegenwärtige« A u g e n b l i ck und in der geplanten Weise sei unwiderrnflich und endgültig.

ein bksondtttt MI gegen ein künftiges SkMeutWand

®ie die Einmütigkeit der Locarno­mächte in Wirklichkeit anssieht fk. L o n d - «, 17. März. Der Genfer Son­derberichterstatter derTimes" erfährt, daß Frankreich, Italien und Jngosla- wien die Grundlage eines Paktes bezüg­lich der Frage Mitteleuropas erwogen haben. Die in Gens versammelten Delegierten der drei Staaten legten die Uebereinstimmung ihrer Anfichte« über eine politische Unio« Deutsch-Oesterreichs nieder. Die Einzelheite« des Vertrages sollen später anderswo verhan­delt werden.

Die im Laufe des Dienstag in Berlin ein» getroffenen Nachrichten lassen keinen Zweifel mehr darüber, daß die Dinge in Genf der Entscheidung entgegenreifen . Im Prinzip in man auch zweifellos bereits einig geworden, atoar erklärt man heute tn Berlin, daß von einer Einigung noch nicht die Rede sein könne daß vielmehr in Genf noch alles im Fluß sei und man noch keineswegs aus dem etaötum der technischen Erörterungen herausgekommen sei. Man behauptet weiter, daß die Ertta- rung Schwedens und der Tschecho,lo- w a k e i, sie würden ihre Ratssitze mederlegen, noch keineswegs endgülttg sei; es ocstunde» noch keinerlei Bindungen,,daß einer der beiden Staaten zurücktrctcn müsse usw. Immerhin wäre, so wird an zuständiger Berliner Stelle erklärt, die jetzt gefiindene Lösung, wonach an­stelle Schwedens ein anderer neutraler Staat und anstelle der Tschechoslowakei Polen tn den Rat ausgenommen wird, für Deutichland dis- kuttcrbar, da das politische Kräfteverhältnis im Völkerbundsrat dadurch nicht verschoben würde. Es wäre anders gewesen, wenn nur Schweden verzichtet hätte und nur Polen aus­genommen worden wäll, weil daniit das Ztzräfteverhältnis innerhalb des Volk.nbunds- rates zu Ungunsten Deutschlands verschoben

dies« geführt haben.

. JttlF Im Völkerbundsrat ist eine beschauliche »iuhe eingekehrt. Man weiß jetzt, baß bte 'schechoslowakei unb Schweden freiwillig iren nichtständigen Sitz niederlegen wer- » eilen len, um Polen ober Holland ober Dane- «kannte «ark Platz zu machen. Diese Streitfrage 8 Lud- Bare also bereinigt. Ein kleiner dunkler " " )Buntt besteht zwar noch. Dieser Punkt m der kleine schwarze Mann des Volker- Hunds, Herr Mellb Franco, der Brasilianer xffart* mit den vielen Würden und Titeln. Er -G. in hat einmal wieder seinen Anspruch geltend gemacht und droht mit Veto, Austritt unb allerlei Schikanen aber eine geeinigte Demarche ber gesamten Völkerbunbsbipw- matie in Rio de Janeiro dürfte seinen Mund bald zum Schweigen bringen. Und wenn er wirklich schweigt, bann ist alles in Butter. Dann ist Friebe unb holde Eintracht im Völkerbundssaal. Die Tü­ren können sich öffnen. Und Deutschland darf hineintreten in das, was man einen Weltbund der Vernunft und ber Völker-

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Di, um Schmunzeln von benen begrüßt, bte liefe kleine Schiebung so glänzenb burch-