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fk. London, 26. gebt. Der diplomatische Korrespondent des Lloyd-George -Blattes „Daily Chronicle" schreibt: Chamberlain habe, rote erzählt wird, am Mittwoch das Kabinett durch eine Mitteilung von einer geheimen Verpslichtung gegenüber Briand überrascht.
Diese Verpslichtung habe sich auf die Gewährung eines ständigen Sitzes an Spanien und eines nicht st ändigen Sitzes an Polen bezogen.
Der Berichterstatter fragt, ob Polen als Lohn für die viermalige Verhöhnung des Völkerbundsrats einen Ratssitz erhalten soll.
Die Mitglieder aller Parteien seien über diesen Vertrauensbruch gegenüber Deutschland entrüstet.
Das Kabinett tritt heute wieder zusammen und man hofft, datz das einmütige Einverständnis sowohl des Landes wie des Parlaments, wonach der Geist des Locarnovertrages gewahrt werden mutz, im Kabinett ein Echo sinden wird.
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Irr Pakt zwischen Briand und Lhamberlain
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1 Goldmark = Dollar.
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Weitere Beschlüsse des Rechtsc^SschusseS.
Berlin, 25. Febr. Der R echtsaus- > ch u h des Reichstages setzte heute die Beratung bx Anträge über die Fürstenabfindung fort. Dir Verhandlung wandte sich der gemeinsar,ten Beratung der §§ 2 und 7 za, dir von der rückwirkenden Kraft de: jetzt zu
fassende« Beschlüsse
handelt. Abg. Rosenfeld (Soz.) begründete einen Antrag, der s ü r a l l e Fälle dem neuen Gesetz eine Rückwirkungskraft zu verleihen hätte. Mindestens müsse jedem Lande das Recht zufte.hen. eine solche erneute Prüfung zu verlange«. Nachdem Frhr. von R i ch t h o f e n (Dem.) gleichfalls den Standpunkt vertreten hatte, datz eine Rückwirkungskraft ausgesprochen werden müsse, namentlich zugunsten der Länder, forderte
Abg. Dr. Wunderlich (D. Dpt.) eine Auskunft von der Reichsregierung und den Länderregierungen, welche Fälle sie für endgültig erledigt ansehen. Zweitens gäbe es zu erwägen, ob Eingriffe in Einzelurteile möglich und wünschenswert seien, drittens frage er an, ob Eingriffe auch in die Streitigkeiten innerhalb der einzelnen Fürstenhäuser erfolgen mühten.
Abg. Belt (Ztr.) erklärt, die Reichsregierung dürfe sich nicht der Gefahr aussehen, auf den Widerspruch des Reichsrats zu stoßen. Wo eine völligeDermögensausein- andersetzung mit dem Fürstenhaufe erfolgt fei, müsse die Sache ruhen.
Dom Zentrum und den Demokraten war inzwischen ein Ergänzungsantrag eingegangen, wonach nicht endgültig erledigt gelten sollen die Fälle, die nur für einzelne Dermögensteile oder nur für einzelne Mitglieder der Fürsten geregelt sind.
Reichskommissar Oberst Künz er teilte dann über
Vie Steil»»guahm: der Landesregierungen folgendes mit: 4 Regierungen erklären, datz sie keine reichsgesetzliche Regelung wünschen, 2 datz sie zwar diese Regelung, aber keine Rückwirkung auf ihr Land wünschen, 3 Regierungen wünschen ohne Einschränkung eine reichsgesetzliche Regelung, 4 haben sich auf die Anfrage der Reichsregierung noch nicht geäußert. Die Reichsregierung habe nuninehr allen Landesregierungen telegraphisch die Frage vorgelegt:
1. welche Länder die Auseinandersetzung als endgültig erledigt ansehen;
2. ob ein Land, wo sie endgültig erledigt ist, durch Reichsgesetz die Möglichkeit zur Wiederaufnahme der Auseinandersetzung haben will;
3. ob in Fällen, wo nur über einzelne Der» mögensstücke endgültig entschieden ist, die Regierung die Rückwirkung auch auf diese Fälle wünscht.
I Ein Vertreter der preuhischen Regierung schilderte dann eingehend den Verlauf der komplizierten gerichtlichen und auhevge- richtlichen Auseinandersetzung über den Besitz der Herrschaft Flatow-Kro- j a n k e mit dem Prinzen Friedrich Leo- pold von Hohenzollern. Auf eine Frage des Mgeordneten Everling (Dntl.) b e st ä t i g te der Regierungsvertreter, bah am 21. Dezember 1918 von den damaligen Zustizministern Heine und Dr. Rosenfeld das Privateigentum der Hohenzollern an der Herrschaft Oels schriftlich an«
I erkannt worden sei.
Abg. Dr. Kahl (D. Dpt.) bezeichnete I grundsätzlich eine Rückwirkung auf endgültig entschiedene Fälle als unannehmbar. Endgültig erledigt mühten alle Fälle
I fein, in denen sich beide Teile mit der Rege- I lung einverstanden erklärt haben. Erve
Wiederaufrollung endgültig erledigter 1 Fälle könnte nur dann zugelassen werden, wenn sie von beiden Teilen Des»
I langt wird.
Damit schloß die Aussprache.
I Zum § 7 wurde zunächst der sozialdemokratische Antrag, der die Rückwirkung des Gesetzes auch auf endgültig erledigte Auseinandersetzungsfälle verlangt, mit 17 gegen
I 6 Stimmen b« 2 Stimmenthaltungen abgelehnt. Wit 12 gegen 7 Stimmen wurde folgender Antrag v. Richthofen angenommen:
I Ist vor Inkrafttreten des Gesetzes eine I Auseinandersetzung in einem Lande bereits I durch Urteil, Schiedsspruch, Vertrag oder I Vergleich endgültig erledigt worden, so können I beide Parteien binnen 6 Monaten nach I Inkrafttreten dieses Gesetzes die Sache vor das Reichssondergericht bringen.
I Das Reichssondergericht hat zu prüfen, ob j das Urteil, Schiedsspruch, Vertrag oder Der» | gleich ix seinen wesentlich« iBefnnww*9eu
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Erne Erklärung der „Täglichen Rundschau"
Die „T ä s l. Rundschau" nimmt heute an leitender Stelle zur Frage der Erweiterung des VölSerbundsrates Stellung. Das Blatt geht besonders auf die Bemerkung Lord Cecils ein. datz durch den in einigen Ländern angeschlagenen Ton nichts gewonnen werde, wo man erklärte, was geschehen würde, wenn dies oder jenes nicht getan würde, und erklärt:
Wir nehmen von den unwilligen Aeutze- runsen Lord Cecils Kenntnis, müssen aber mit aller Entschiedenheit betonen. dah fie an unseren gestrigen Ausführungen nichts zu ändern vermögen. Rach wie vor steht es fest, dah Deutschland für eine Lösung nie zu haben ist. die den Charakter des Böller- bundsrates grundlegend verändert. Es steht England und Frankreich frei, den Bölkerbundsrat durch soviel Mächte zu erweitern, wie fie wolle», nur auf eine Erweiterung durch Deutschlands Zuwahl werden fie in diesem Falle verrichten müssen. Aus der Tatsache, dah mit dem deutschen Anhen- minifter auch der Reichskanzler nach Genf reisen wird, geht deutlich hervor, dah man bei uns die Frage, nm die es sich hier handelt, als sehr ernst anfieht.
Freitag, hey U. Februar MS
w „vberhesfische Zeitung" er- sechsmal wöchentlich. Be» jggtyttit monatlich 2 GM. aus- Zustellungsgebühr, durch ^Post2.25 GM.Für etwa infolge ytttiU, Maschinendefekte oder ^mentarer Lreigniffe ausfallende Kummern wird kein Ersatz gegiftet. Verlag v. Dr. §. Hitzeroth, Druck der Unib.-Buchdruckerei b. Aug. Koch, Markt 21/23.
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Redaktion von 10—11 und '/,1—1 Ubr.
SiiWimfl de§ Bürgerkrieges in China
London, 25. Fcbr. Der Bürgerkrieg in Ctzina hat sich während der letzten 24 Stunden weiter ausgedehnt. Mu-Pei-f»s Streitkräfte und die seiner Verbündeten befinden sich im Vormarsch auf Peking. Die Bevölkerung bat «ter den Folgen der Kämpfe schwer zu leb beu. Auch in der Provinz Shenii sind Kämme fischen den Verbündeten und Wu-Pei-fu und der sog. Nationalarmee, die zu Feng-Au-siang hält, ausgebrochen. Eine Armee Tschang-Tso- lins rückt gegen Tientsin vor. Auch die mandschurischen Truppen Tschang Tso-lins haben bereits den Vormarsch gegen Tientsin und Peking angetreten. Die Pekinger Zentralrrgie- ntng ist völlig machtlos, da ihr alle Geldmittel fehlen. Die Verhandlungen der Pekinger Tariftcv.se 'nz sind wieder einmal auf einem toten Punkt angelaugt, da die chinesischen Vertreter eine sofortige Zollerhöhung um 2i4 Prozent verlangen.
Sie Msms-ZeMge vor kee ftmuWen Ammer
fk Paris, 26. Zebr. In der Kammer führte Fabry aus: Frankreich mutz wei- tergeyende Garantien haben für I feine Sicherheit. Es ist zweifellos, datz, wenn einmal eine Gefahr eintritt, die englische Re- I oierung sich erst mit der italienischen in Verbindung setzen mutz. England hat außerdem, I da die Entscheidungen des Böldrrbun'osrates I einstimmig gefaßt werden müssen, eine gewisse I Handlungsfreiheit. Hinsichtlich der Hilse, die in solchen Füllen geleistet werden müßte, sagt das Abkommen von Locarno nicht mehr, als der Versailler Vertrag. . I
Briand widerspricht dem.
Fabry erklärt: Der Pakt darf nicht die Räumung des linken Rheinufers nach sich ziehen, wie das die allgemeine Meinung in Deutfchland ist, und rote es Strese- tuann noch vor kurzem selbst erklärt hat.
Briand unterbricht wiederum und erklärt, man dürfe nicht Teile aus Reden roiedergeben, wie das von den Zeitungen häufig gemacht werde; man müsse sich vorher versichern, datz die wiedergegebene Stelle auch richtig fei. j
Fabry erklärte darauf: Ich nehme alfo von Ihrem Dementi Kenntnis.
Briand erwidert: Derartiges habe ich nicht gesagt. Ich trete nur für eine loyale Diskussion ein.
Fabry sährt darauf fort, die Politik von Locarno zu kritisieren und hebt hervor, datz in unmittelbarer Nähe der entmilitarisierten Zone beträchtliche Transportmittel und starke Kontingente der Schutzpolizei stünden. Deutschland, hat bisher noch keine Beweise guten Willens gegeben.
Sodann erklärte Briand: Ich darf nicht dulden. datz man neben dem Vertrage von Locarno den Vertrag von Ber- failles oergitzt. Strefemann hat die Hoffnung ausgesprochen, datz die Rheinland- röne vor der festgesetzten Zeit geräumt werde. Er hat hiermit nur den Friedensvertrag von Versailles interpretiert. Daran könne man ihn nicht hindern. Briand verliest zum Beweise desien den Artikel, in dem ausdrücklich erklärt werde, daß, wenn Deutschland alle feine Verpflichtungen erfülle, vor Ablauf von 15 Jahren die Räumunn erfolgen könne. Diesen Sirtibel dürfe Deutschland kommentieren.
Hierauf wird die Meiterberatung auf Freitag nachmittag vertagt
Die Zusammenkunft Rintschitsch—Mufiolini in Rom
ff. Rom, 26. Febr. Gestern nachmittag 5 Uhr fand zwischen Rintschitsch und Mussolini eine Unterredung im Palazzo Chiggi statt. Die Besprechung ergab die Rütz- lichkeit einer im gemeinsamen Interesse liegenden wirksameren Zusammenarbeit, wie fie in dem seit zwei Jahren Zwischen den beiden Ländern bestehenden Freund , schaftsvertrag vorgesehen ist.
Rene Wirbelsturmkatastrophe in Amerika.
ff. Memphis, 26. Febr. Durch einen Dirdelsturm, der die Mississippi-Gebiete heim» suchte, wurden 10 Personen getötet und zahlreiche verletzt.
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Englands g e s ch lo s se n gegen eine Ausnahme anderer Machte als Deutschland in den Völkerbundsrat im gegenwärtigen Zeitpunkt ist, und datz die Haltung der britischen Regierung durch diese Tatsache nicht unberührt bleiben kann. Andererseits scheint es nach der in hiesigen politischen Kreisen herrschenden Auffassung unvermeidlich, datz die allgemeine Frage der Erweiterung des Völ- kerbundsrates in der Sitzung des Rates im März erörtert lverden wird, und daß dabei die deutschen Vertreter Gelegenheit haben werden, ihre Ansicht in dieser Frage zum Ausdruck zu bringen. Im I großen und ganzen scheint jedoch der all-
Der Londoner Berichterstatter des WTB erfahrt, daß die Lage bezüglich der Sr- weiterung des Völkerbundrates durch andere Mächte als Deutschland keine Verände-- rung ausweist. Ein Beschluß des britischen Kabinetts über die Haltung, die der britische Vertreter in der Sitzung des Völkerbundrates in dieser Frage einneßmen soll, ist bisher nicht gefasst worden. Es darf jedoch nicht übersehen werden datz die öffentliche Meinung ..... gegen eine Mächte als
gemeine Eindruck hier dahin zu gehen, daß der Gang der Ereignisse den Deutschen kaum einen Grund zu Enttäuschungen bieten wird. (??)
Auch China will einen ständigen Sitz.
fk. Paris, 28. Febr. Der Vertreter der „Chicago Tribüne" will erfahren haben, daß auch China einen ständigen Sitz im Böl- I kerbundsrat verlangt. Der Vertreter Chinas in Genf ist beauftragt worden, die notwendigen Schritte zu unternehmen.
Stimmen für »nd gegen die Erweiterung I des Bölkerbundsrates.
ft. London ,26. Febr. Der diplomatische .Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Der norwegische Gesandte sprach gestern im Foreign Office vor und erläuterte auf Grund von Instruktionen seiner Regierung die H a l t u n g Rorwegens gegenüber dem Vorschlag der Schaffung neuer ständiger Ratssihe. Der norwegische Standpunkt, den die norwegischen Delegierten auf der VoUer- bundsversammlung vertreten würden, stimme nahezu überein mit dem schwedischen und laufe darauf hinaus, daß neben Deutschland über keine weitere Aufnahm em der Märzsitzung entschieden werden soll. I Japan und Brasilien gegen eine Vermehrung der Völkerbundsratssitze.
fk. Berlin, 26. Febr. Tie „Voss. Ztg" weiß aus Locarno zu melden, die I japanischen diplomatischen Vertreter bei 1 den Regierungen der Alliierten haben die I Erklärung abgegeben, datz Japan im Vül- kcrbnndSrat gegen die Vermehrung der ständigen Ratssitze über Deutschland hinaus stimmen werde. Brasilien habe gleich- I zeitig erklärt, datz es seine Kandidatur auf einen ständigen Litz fallen lätzt, roenn ihm die Zusicherung gegeben wird, daß mit Deutschland kein Abkommen getroften werde, das geeignet sein könnte, die Wiederaufnahme seiner Kandidatur zu einem späteren Zeitpunkt unmöglich zu machen.
Die englische Oeffenllichkeit zur Haltung Chamberlains. j
fk London, 28. Febr. Nach der „Times" hat die Chamberlain-Rede in Birmingham die Be>orgnis vermehrt, mit der Mitglieder aller I Parteien des Parlaments der bevorstehenden Zusammenkunft des Völkerbundes in Genf entgegensehen. Sir William Lane- Mit - cfj c 11 wird am Montag den Außenminister fragen, ob es die Politik der englifch-n Regierung ist, die Zulassung Polens zum Bolker- bundsrat zu unterstützen. Es wird vermutet, datz auf Ersuchen der Opposition der nächste Donnerstag einem Antrag der Arbeiterpartei gewidmet wird, der besagt, datz die V e t m e h- rung der ständigen Ratsfitze gleichzeitig mit Deutschland in den Rat als eine Ablenkung vom Locarnovertrag betrachtet werden müßte und von der britischen Regierung nicht unterstützt werden sollte. Die „Times" veröffentlicht einen Brief von sechs konserootiven Parlamentsmitgliedern, in dem die Unterzeichner an die Regierung das Erluchen richten, eine unzweideutige Erklärung abzugeben, dahingehend, datz unbeschadet der Haltung, die sie gegebenenfalls im Dezember einehmen wird, jedem Borschlag auf Abänderung der Zusammensetzung des Völkerbundsrats im März widersprochen wird. Abgesehen von der Aufnahme Deutschlands.
„Dailh Telegraph" über die bevorstehende Völkcrbundsratssitzung.
fk. London, 26. Febr. Der diplomatische Berichterstatter des „Dailh Telegraph" schreibt: In politischen und diplomatischen Kreisen sei man überrascht, datz der erste Punkt der Tagesordnung sich mit der Ernennung des Vorsitzenden und der Mitglieder der Saarkommission und mit anderen Angelegenheiten des Saargebiets beschäftigen. Da Deutschland schwerlich seinen Ratssitz vor dem zweiten oder dritten Tage der Verhandlungen einnehmen werde, frage man sich, ob bei dieser Tagesordnung Deutschland nicht von der Erörterung eines Problems ausgeschlossen werden sollte, das im ganzen Deutschland als von vitaler Bedeutung angesehen wird. Der Korrespondent erklärt, die britische Delegation für Genf werde dafür sorgen müssen, datz aus Gerechtigkeit gegenüber Deutschland die Reihenfolge der Berhand- lungspunkte geändert wird. " "
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