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Kerlcht über einen Vortrag M AMstagsa-veortaetea v. Srarsr
Man schreibt uns:
den 7. ei., sprach der Reichs- Herr v. Graefe über die beut« 1914. Sein Vortras gliederte
firh in drei -teue:
i Der geschichtliche Ueberblick über denWerde- gang unseres politischen Lebens nt unserem Daterlande seit 1914. .
9 gßtc sieht der deutsche Staat heute rn Wnk- lichkeit aus.
o Der Weg zur Freiheit unseres Vaterlandes. Herr v. Eraeic führte etwa folgendermaßen
""Das alte System ist nicht etwa mit dem 9. November 1918 zusammengebrochen, sondern e6 endete etwa mit der Entlassung Bismarcks. Seitdem herrscht das System der Verschleierung der politischen Wege und des Kuhhandels. Dieses tritt zum ersten in die Erscheinung am 4. August 1914. Dieser Tag war der Anfang des politisch verlorenen Krieges. Man täuschte damals eine politische Einheit der Deutschen vor, die in Wirklichkeit nicht vorhanden war, denn ein Teil der Abgeordneten war gegen die Kriegskredite und sie konnten nur gewonnen werden, durch das Versprechen, daß ihre Wünsche in der Innenpolitik berücksichtigt werden sollten. — Das Hilfsdienstgese« von 1916 war insoweit von Nutzen, als es ein Zusammenarbeiten von Volk und Militär ber- beiführte. Andererseits brachte es jedoch viel Hebel mit sich, indem es den Arbeitern, die gu Hause waren, Hobe Löhne gab und so einen Unmut an der Front hochkommen lieh. Damit begann die Eegenkriegsagitation, der Kampfeswille an der Front wurde unterhöhlt. — Die Kriegsgesetzgebung war ebenfalls verfehlt, als dadurch die Monarchie ver- varlamentarisiert wurde, während die Entente -eine militärische Diktatur errichtete. So sagte damals Lloyd George, als die Engländer in Kriegsnot waren: Ich verlasse mich auf den deutschen Reichstag. — Dann sei noch erinnert an die Art. wie die Friedensresolution im Reichstag eingebracht wurde. Sie hätten nicht auf parlamentarischem Wege besprochen, sondern nur auf diplomatischem Wege verhandelt werden müssen. Denn durch diese öffentlichen Besprechungen im Reichstag wurden die feindlichen Mächte in dem Glauben bestärkt, wir glaubten nicht mehr an unseren Sieg. — Das ^Friedensangebot und damit der sich daraus ergebende Vertrag von Versailles war ein Vertrag aut direkte Unterwerfung des deutschen Volkes. Die 14 Wilsonschen Punkte waren eine wirkliche Heuchelei. Innerlich hatten sie etwas Positives an Bestimmungen in sich, aber danach richtete man sich später nicht mehr. Man denke an die Zerstückelung Deutschlands und an die Reparationen, während doch Wilson gesagt hatte, der Friede solle ein Friede der Verständigung ohne Entschädigungen sein. Und dieses deutsche Volk bäumt sich nicht aut und klagt nicht Wilson an!
-Man denke hier weiter an den Ausspruch Eberts: Komme, was da kommen mag, wir ^werden diesen Frieden nicht annehmen, sonst wären wir würde- und ehrlos. — Dieser selben Ansicht war man auch im Reichstag. Scheide- mann hatte sich geweigert, den Vertrag zu unterzeichnen. denn er mußte, daß eine neutrale Macht damals ihm zukommen lieg, England würde nicht annehmen, dah Deutschland diesen Vertrag unterzeichne. Für diesen Fall wäre schon die Zusicherung aller feindlichen 'Staaten vorhanden, dann Verhandlungen mit milderen Bedingungen einzuleiten, llebrigens wurde auch bei Unterzeichnung des Vertrages von den deutschen Delegierten gesagt: Wir unterschreiben nur, weil mir dazu gezwungen werden. — Das war auch die einstimmige Ansicht des Reichstages.
Seitdem sind verschiedene Revisionen erfolgt, aber nicht im Sinne der Verbesserung und Erleichterung. Das Londoner Abkommen, wodurch der ganze Luftverkehr von England für sich in Beschlag genommen wurde: das Da- wes-Eutachten, vor dem die nationale Ovvo- • fition zusammenbrach. Die Dawes-Gesetze berauben den deutschen Staat, absolut der win- -schaftlichen Souveränität; das Münzwesen ist aus der Hand gegeben, die Reichsbank ein Institut, das den Feinden untersteht und ebenso ist es mit der Reichsbahn. Sie ist nicht nur verpfändet, sondern absolut weggegeben: .Der Reichsbahnkommissar hat ungeheuere Vollmacht. Wenn die Bahn sich nicht rentiert, kann er jederzeit eine Teilstrecke stillegen sowie auch tarifliche Erhöhungen vornehmen. Die dritte, entscheidenste Revision ist der Lo- earno-Vertrag. Durch diesen ist auch noch die politische Souveränität von Deutschland über sich selbst aufgehoben worden.
Wie siebi cs nun heute in unserem Vater- lanbe aus? Der heutige deutsche Staat ist -«in souveräner Staat mehr, sondern nur noch <ine einfache Kolonie, denn wir haben die wirtschaftliche und politische Souoeränitär vreisgeben müßen. Hinter uns steht nicht mehr aie Wehrmacht uüd deshalb müssen wir uns ®em Völkerbund fügen. Die anderen Mächte dagegen sind bis an die Zähne bewaffnet und «annen daher jederzeit aus dem Völkerkunde austrcten. Unser ganzes Volksvermögen ist wlialisiert: die Inflation ist dafür das beste Veisviel! Die Aufwertung ist nur ein Be- Hwichtigungsmittel gewesen. Die immobilen Werte sind bis heute soweit verschuldet, dah 'S beinahe ebenfalls auf eine Sozialisierung dmauskommt.
äßet ist der Feind? Wer ist der Besitzer der Kolonien, der eigentliche Sieger des Welt- itteges? Der Weltkrieg war der grohe Win- 'chaftskrieg. das übernationale jüdische Kavi- sal ist der Sieger. Es will die schärfende Arbeit in den Dienst seiner selbst stellen. Wie können wir nun aus dieser Versklavung ber- °Uskommen? Zurück zum Volkstum des eigenen Nationalstaates, los von der Inter- Nationalisierung! Um jedoch dahin zu gelan- &n, ist es notwendig, dah jeder einzelne sich nuf sein Volkstum besinnt, dah die deutsche
Am Sonntag, iagsabgeordnete sche Politik seit
vberhefsische Zeit»»«, Marburg «. S. Donnerstag, de» 11. Februar 192«
Reinblütigkeit gewahrt und jeder Fremdkörper entfernt wird, dah das soziale Gefühl für das Volkstum wieder gestärkt wird — kurz, dah d«ltsche Sitte, deutsch« Kultur und deutsche Gottesfurcht wieder erstarken! Haselbacher.
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Wendling-Amtell
Zum 5. Abonnementskonzert des Marburger Konzertvereins durften wir die Stuttgarter Künstler: Professor Karl Wendling (1. Violine), Hans Michaelis (2. Violine), Ludwig glatterer (Bratsche) und Prof. Alfred Saal <Eello) nach drei Jahren wieder willkommen heißen. Die Mitglieder des Quartetts besitzen gleiche Qualitäten und steigern sie durch starke persönliche Reize ihres Spiels, durch berauschende Klangfülle, durch ihr aufrüttelndes, die letzten musikalischen Feinheiten instinkttv erfassendes Temperament. Freilich ist jeder dieser vier Herrn ein reifer Meister auf seinem Instrument, und eine gewisse Verwandtschaft ihres Musiksinns zeigt sich im Zusammenspiel wie auch in der Aehnlichkeit deS Tons, was nur echteste und wirklich er» bauende Musik geben kann. So darf man die Vereinigung, was Tonschönheit, besondere Zartheit im Pianissimo, technische Vollendung, vor allem klug überlegter warmblütiger Vortrag anbetcifft, getrost an die Spitze unsrer Qnartettgenossenschaften stellen.
Schumanns A-durquartett op. 41 Nr. 3 führte in die bilderreiche romantische Aera des Meisters, dessen Variationsformen zuweilen Beethovenschen Geist tragen. Mit warmer Intonation von Cello und Violine und feinsinnigem Ausspinnen der Andante, gediegener Farbengebung des folgenden Teils und plastischer Herausarbeitung der Fuge im zweiten Satz, schwungvoll geführten Tanzrhythmen im Finale hielten die Spieler das Vermächtnis des Tondichters fest und wußten ihm die prächtigsten Züge äufzuprägen und ihm gehaltvollsten Ausdruck zu verleihen. —
Nach dieser Tonschöpfung widmeten sich die Spieler einem kleineren Werke. „Phantastischer Reigen — des Neuromantikers Julius Weismann, des Lyrikers und Koloristen im Sinne moderner Farbengebung und Buntheit. Seine lebhafte, mehr spielerisch leichte und bewegliche als tiefe Phantasie klingt in einer eigenartig, rhythmisch außergewöhnlich mannigfaltigen und lebendigen Musik aus, die voller avaleskenhaster Einfälle oft ins Extreme gerät, und in welcher Pizikatos in jeder Tonfärbung sowie schimmernde Kettentriller besonders häufig Anwendung finden. Dieser Reigen mutet wie Tanz übermütiger Kobolde an, bereit Spiel sich vorn wilden Taumel zu einem Singsang erhebt, der, durch Variationen unterbrochen, in geheimnisvollem Geflüster verklingt. Das Alles gewann unter den Händen der Künstler einen starken charakteristischen Stempel, der ebensoviel Delikatesse des Klanges wie poetische Auffassung und Empfinden verriet. — Zum Schlüsse wurde uns das erste, dem Grafen Rusumenski von Beethoven gewidmete op. 59 vermittelt. Hier herrschte vom ersten Satze an Wohligkeit des Klanges (Feinheit der Abschattierung, im hin und wieder an die Kreuzersonate erinnernden zweiten Satze plastische Ausdruckskraft und feinste rhythmische Gliederung, wie auch im Schlußsätze die Beherrschung bet Form bei biskretem liebergang bes Adagios zum Allegro prangte. Den auserwählten Trägern unsrer Kammermusikkultur würben alle Ehren deS Beifalls zu Teil.
Während bes Musizierens war der Saal abgeblenbet, was ja gewiß vielen Hörern zur Sammlung diente, auch die Andacht der Stimmung erhöhen mag, aber im Interesse einer ganzen Reihe von Konzertbe- suchern, welche zu intensivem Verfolg der Kompositionen Partituren mitgebracht bzw. kurz vorher gekauft haben, besser für die Folge unterbleiben möchte. Auch ist es bann ärgerlich, wenn der Kaufpreis für bic Partituren umsonst ausgegeben worden ist. -mm.
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Marburg und ömgrgend
Marburg, 11. Februar (Hornung).
• Gefechtsschießen in der Knntz - bach. Auf die im amtlichen Teil enthaltene Mitteilung betreffend Gefechtsschießen in der Knutzbach sei besonders hingewiesen. Bor dem Betreten des Geländes wird gewarnt.
* Schulamtliches. Ernannt zum Konrektor: in Franken berg Hauptlehrer ®abri» elsky in Höringshaufen, Kr. Frankenberg: zur Konrektorin: Lehrerin Willig in Homberg. Endgültig angestellt: Lehrer Knaufs in Kirchberg, Kr. Fritzlar; Schulamtsbewerber Franck in Rollshausen, Kr. Ziegenhain; die Lehrerin Brand in Marburg. Einstweiligangestellt: Schulamtsbewerber Wicke in Lembach. Kr. Homberg, Dattige in Kleinseelheim, Kr. Kirchhain. Versetzt: Lehrer Luczak von Niedenstein. Kr. Fritzlar, nach Rumbeck, Kr. Grassch. Schaumburg, Hecker von Rumbeck, Kr. Grafsch. Schaumburg, nach Niedenstein, Kreis Fritzlar. Entlassen aut Antrag: Lehrer Wols in Warburg.
* Prüfungen für Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinnen. Die im Fahre 1926 abzuhaltenden Prüfungen für Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinnen beginne^ in Kassel am 21. Juni.
* Naturdenkmalspflege. Die staatliche Stelle für Naturdenkmalspflege in Preußen Merlin-Schöne berg, Grunetvaldstt. 6/7) veranstaltet vom 7. bis 14. April 1926 einen Lehrgang über das Heimatmuseum. Der Lehrgang stellt sich die Aufgabe, die bezüglich der Begründung und Ausgestaltung der Heimat
museen gepflogenen Erörterungen zur Klärung zu bringen und den Teilnehmern praktische Anleitung für ine Arbeit im Heimatmufeum $u bieten. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle in Berlin-Schöneberg, Grunewald- sttahe 6/7. .
• Hessischer Geschichtsverein. Am Freitag, den 12. d. M., abends 8% Uhr, spricht im Hörsaal 24 der Universität der stellvertretende Vorsitzende des Eesamtvorstandes, Herr Zolldirektor i. R. Woringer aus Kastei über das kurhesfifche Offizierkorvs im Jahre 1814. Gäste sind herzlich willkommen.
Zeitereignisse. Der in Marburg nicht unbekannte Dr. Hemleben -Kassel wird am Freitag, den 12. Februar, abends 8.15 Uhr im Raum der Ehristengemetn- schaft, Universitätsstraße 42, über „Zeitereignisse" sprechen.
* Polizei- und Schutzhundever- e i n. Am Sonnabend konnte die Ortsgruppe Marburg des „Polizei- und Schutzhundevereins" |ein zweijähriges Bestehen feiern. Trotz des kurzen Bestehens hat der Verein gezeigt, daß er seiner Aufgabe gewachsen ist. Hand in Hand mit dem Verein für deutsche Schäferhunde, ist der Oeffentlichkeit des öfteren gezeigt worden, daß durch viel Liebe undMüh- der Hund zu einem brauchbaren Tier und Menschenfreund erzogen werden kann. Auch in diesem Jahre stehen große Aufgaben wie Prüfungen usw. bevor, aber auch diese schwierigen Aufgaben werden beide Vereine lösen, um der Oeffentlichkeit zu zeigen, daß ein wirklicher Eebrauchshund der beste Freund ist. Die Tätigkeit de Vereins kann der aufmerksame Passant auf der Straße am besten beurteilen. Sieht man doch hie und da einen dieser Hunde treu an der Seite seines Herrn einherlaufen, ohne mit den „Straßenjungen" einen Auflaus zu verursachen, Straßen und Wege derart verschmutzen, daß sie oft eine Gefahr für die Passanten bilden. Die Tätigkeit des Vereins wird in allen Schichten der Bevölkerung gewürdigt.
Schneeglöckchen.
Nun sind sie wirklich da — noch etwas schüchtern und ängstlich, als ttauten sie dem Frieden nicht. Weht doch der Wind noch rauh und scharf und düstere Nebelschleier lagern auf Feld und Wiese. Auch bte Bäume und Sträucher stehen noch kahl. Das zarte Kind des Lenzes will nicht mehr länger warten, zaghaft erhebt es durch den berstenden Erdboden fein Haupt und läutet mit leissem „Kling, kling" den Frühling ein. In einer alten Bluinensage wird uns über die Schneeglöckchen folgendes erzählt: „Als der erste Schnee zur Erde fies, war er ohne Farbe . Bittend ging er von Blume zu Blume und bat um ihre Farbe. Aber all bte buntfarbigen Kinder Floras wollten nichts von ihm wissen. Endlich kam er zu dem bescheidenen Schneeglöckchen und dieses verlieh ihm seine zarte weiße Farbe. Aus Dankbarkeit gestattete ihm der Schnee, tm frühesten Lenz seine Blüte zu entfalten und daburch zu Ansehen zu gelangen, wahrend er alle anderen Blumen vernichtete, wo er ihnen begegnete."
Rollshausen. Am 9. bs. Mts. entschlief sanft nach kurzem Leiben ber Zimmermeister Georg Michel, Vater bes hiesigen Bürgermeisters. Herr Michel war noch einer von ber alten Garbe. Er hat mit bem Jnf.-Regt. 83 ben Krieg 1870/71 mitgekämpft. Am 15. März bs. Js. gebuchte er mit seinen Sieben den 81. Geburtstag zu feiern. Es war ihm nicht mehr vergönnt. Außer seinen Angehörigen trauern um ihn alle, bie ihn kannten, ba sich ber alte Mann infolge seines immer" freundlichen und hilfsbereiten Wesens allgemeiner Beliebtheit erfreute. -z-
t Frankenberg. Die Pfarrstelle tu Louifendors, welche seither durch den hiesigen, zweiten reformierten Pfarrer versehen wurde» soll bis zum 21. Februar besetzt werden. Zugleich soll der Geistliche die seelsorgerische Tätigkeit in den Kliniken in Marburg ausführen und seinen Sitz in Marburg haben. Die Versetzung der genannten Stelle, war recht schwierig und an Sttapazen reich. Louisendorf ist ftanzösische Kononie und bis Eiche des vorigen Jahrhunderts mußte ber dortige Geistliche noch französisch predigen. Noch jetzt sprechen die Alten ihre Muttersprache.
t Schreufa bei Frankenberg. Trotzdem wir tn einer Gegend leben, wo es — wie im Gedicht „Schwähische Kunde" „viel Steine gab's und wenig Brot," so macht sich doch ein Mangel an einem geeigneten Baustein immer mehr bemerkbar. Die Gemeinde besitzt zwar in den „Alten Straßen" ein Sandsteingelände, das gutes Material birgt, das aber im Saufe der Zeit verwählt worden ist. Damit nun die Arbeitslosen Beschäftigung finden sollen, hat die ©emetnbebertretung i>en Beschluß gefaßt, der Steinbruchangelegenheit näher zu treten und die alten Brüche wieder aufräumen zu lassen. Auch der Forstfiskus hat den Eisenberg zur Stelngewinnung faetgegeben. Dort ist Stein zum Bau der Wilhelmsbrücke bei Frankenberg gewonnen woiden, der sehr fest ist, aber durchwühlt ist auch schon früher dieses Gelände. Vielleicht findet man auch noch Eisenstein.
Gießen. Die Maul- und Klauenseuche hat sich in letzter Zeit wiederum in bedenklicher Weise ausgebreitet. Neuerdings wurde sie festgestellt in Nidda, Gottenau, Ockstadt, Oberursel, Heibettshausen, Wuschenheim, Niederbiel, Rechtenbach, Hörnsheim, Rein» hardshain, Dillingen, Oberkleen, Reiskirchen. Dorf-Gill, Stangenrod, Dutenrod, Rüddings- hausen und Bonhausen.
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«Ullm-Mllüm
11. Februar.
1876. Die Dichterin Else LaSker-i Schüler geboren. Starkbetontc expreß- jionistische Dichterin.
Sette 8
- .• 1
EM und 6eett
Fußball.
Wie wir gestern kurz mitteilten, spielt morgen die Mannschaft ber Universität gegen die ber Technischen Hochschule in Darmstadt. Die Hessen konnten im ersten Spiel gegen Frankfurt mit 8:1 überlegener Sieger bleiben, was auf ein auf ziemlicher Höhe stehendes Können schließen läßt. Demgegenüber ist man auch hier zu bem Entschluß gekommen, bie Mannschaft umzustellen, um sie nicht nur stark unb wider- standsfähig, sonbern auch burchschlagskräf- tig im Sturm zu machen. Mit ber Vertretung ber hiesigen Farben sind betraut worben:
Cramer
Demberg Pranschke Lübbert Diebering Welz Meier Mecking Moog Fischer Beckmann.
Der Sturm sollte in biefer Zusammenstellung Tore erzielen. Moog, ein sehr guter Techniker, vielleicht nur etwas weich, mutz sich nur nicht genieren unb auch einmal etwas schärfer dazwischen gehen. Die Läuferreihe sollte bem Kampfe eigentlich auch gewachsen sein. Die Verteibigung ist vielleicht gegen Darmstadt etwas schwach, doch ber Torhüter wird hier rettend eingreifen. Am vergangenen Sonntag konnte er ja sein Können beim Spiel gegen Weidenau schon beweisen.
Das Spiel findet hier im Stadion statt und beginnt um 2.30 Uhr. Ein Besuch kann nur empfohlen werden, da der Kampf an spannenden Momenten manchem Ligaspiel nicht nachstehen wird. H-n.
Wandern.
Herchenhain. Das neue Jugendheim und Ehreildenkmai des Vogelsbcrg-Höhenklubs am Fuße des Taufsteins bet dem höchstgelegenen hessisschen Torfe Herchenhain (600 Meter) geht seiner Vollendung entgegen. Die Einweihung soll an den Osterfeiertagen erfolgen.
Die Ski-Meisterschaften und Winterkampf, spiele in Garmisch-Partenkirchen verschoben.
Infolge ungünstiger Witterung sind die für den 12.-15. Februar in Garmisch- Partenkirchen angesetzt gewesenen Skiwettkämpfe (Deutsche Skimeisterschaft, deutsche und österreichische Ski-Staffelmeisterschaft, Deutsche Winterkampsspiele im Skilauf und deutsche Heeresskimeisterschaft) auf den 19. bis 22. Februar 1926 verlegt worden. Die angegebenen Nennungen behalten ihre Gültigkeit.
Amerikanische Kegler in Frankfurt a. M.
Aus einer telegraphischen Mitteilung des Präsidenten ber Vereinigung amerikanischer Keglerklubs, Joe Thum, in der dieser mitteilt, baß eine Mannschaft von 15 amerikanischen Keglern im kommenden Sommer nach Europa kommen wird, um an ben Kegelturnieren im Juni tn Stockholm und im Juli in Berlin teil- zunehrnen, geht weiter hervor, daß die amerikanischen Meisterkegler auch nach Frankfurt a. M. kommen werden, wo Einzelspiele ausgetra- gen werden sollen. Der Mannschaft werden die ersten Spieler der östlichen und mittelwestiichen Staaten angehören.
Voranzeige
Das große Symvbonie-Konsert am Freitag, den 19. 2., führt die vor zwei Jahren mit den Bruckner-Konzerten ausgenommenen Bestrebungen weiter, das symphonische Schaffen auch der letzten 70 Jahre zu pflegen, und zwar nicht nur das des silbernen Zeitalters der Klassikerevigonen unb Nachromantiker, das ein goldenes Zeitalter bei Musik meisterlich, aber mit Herbstgefühlen zum Abschluß gebracht bat, sondern etwas von bem symphonischen Schäften, in dem sich die eigentlich zukunftskräftigen K^eime neuer Entwickelungen werdefrob anfünbigen.
Musikimvort nun ist eine herrliche Sache Aber er bedingt noch nicht notwendig ein inneres Erarbeiten. Erst mit innerem Erarbeiten beginnt Kultur. Das gilt für Haus-, für Chor-, das gilt für Orchestermusik. Marburg muß sich sein Orchester selbst schaffen, so erwünscht uns ein schon in Aussicht genommenes neues Meininger Musikfest (u. a. zum Gedächtnis Max Regers) sein wird.
Das diesmalige Programm vereinigt Rich Wagner Rich. Strauß,Hugo Kann. — Wagner ist Höhepunkt und Abschluß bei romantischen Over. Mit seinem „Tristan und Isolde" (1857—59) aber beginnt ein neuer linearer Stil die Harmonik zu durchfluten, mit nie geahnten Farbenbrechungen zu durchleuchten, mit chromatischen Hochspannungen zu laben, besten letzte Konsequenz erst bas 20. Jahrhundert zu ziehen vermocht hat. Der Meister selbst bat bas Tristan-Vorsviel mit bem Ausklang des Musikdramas (in „Isoldes Liebestod") »u entern Konzertstück vereinigt. — Richard Strauß ist der vollblütigste Melodiker der Gegenwart. Er münzt Berlioz', Liszts, Wagners gewaltiges musikalisches Erbe aus unb bewahrt in bei symphonischen Dichtung „Tod und Verklärung" (1889) noch die volle Ethos- haft seiner feurigen Jugendwerke, die ihm versiegte, als er sum Meister des musikalischen Impressionismus beranreifte. — Hugo K a u ns 1914 zum Abschluß geführte III. Symphonie bringt, bei aller Wahrung knappsten klassischen Rahmens neuzeitliche Ausdruckskunst in herbster Verdichtung und konzentriertester Innerlichkeit^ fortschrittlich gesinnte Männerchör. verehren in ihm heute ihren Führer unb Meister.
Kommenden Sonntag wird abends 814 Uhr int großen Hörsaal bes Lanbgratenbauses ein für Konzertbesucher unentgeltlicher Vortrag über diese drei Werke mit Beispielen am Flügel ftattfinben. St.