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Kerlcht über einen Vortrag M AMstagsa-veortaetea v. Srarsr

Man schreibt uns:

den 7. ei., sprach der Reichs- Herr v. Graefe über die beut« 1914. Sein Vortras gliederte

firh in drei -teue:

i Der geschichtliche Ueberblick über denWerde- gang unseres politischen Lebens nt unserem Daterlande seit 1914. .

9 gßtc sieht der deutsche Staat heute rn Wnk- lichkeit aus.

o Der Weg zur Freiheit unseres Vaterlandes. Herr v. Eraeic führte etwa folgendermaßen

""Das alte System ist nicht etwa mit dem 9. November 1918 zusammengebrochen, sondern e6 endete etwa mit der Entlassung Bismarcks. Seitdem herrscht das System der Verschleierung der politischen Wege und des Kuhhandels. Dieses tritt zum ersten in die Erscheinung am 4. August 1914. Dieser Tag war der Anfang des politisch verlorenen Krieges. Man täuschte damals eine politische Einheit der Deutschen vor, die in Wirklichkeit nicht vor­handen war, denn ein Teil der Abgeordneten war gegen die Kriegskredite und sie konnten nur gewonnen werden, durch das Versprechen, daß ihre Wünsche in der Innenpolitik berück­sichtigt werden sollten. Das Hilfsdienstgese« von 1916 war insoweit von Nutzen, als es ein Zusammenarbeiten von Volk und Militär ber- beiführte. Andererseits brachte es jedoch viel Hebel mit sich, indem es den Arbeitern, die gu Hause waren, Hobe Löhne gab und so einen Unmut an der Front hochkommen lieh. Da­mit begann die Eegenkriegsagitation, der Kampfeswille an der Front wurde unterhöhlt. Die Kriegsgesetzgebung war eben­falls verfehlt, als dadurch die Monarchie ver- varlamentarisiert wurde, während die Entente -eine militärische Diktatur errichtete. So sagte damals Lloyd George, als die Engländer in Kriegsnot waren: Ich verlasse mich auf den deutschen Reichstag. Dann sei noch erinnert an die Art. wie die Friedensresolution im Reichstag eingebracht wurde. Sie hätten nicht auf parlamentarischem Wege besprochen, son­dern nur auf diplomatischem Wege verhandelt werden müssen. Denn durch diese öffentlichen Besprechungen im Reichstag wurden die feind­lichen Mächte in dem Glauben bestärkt, wir glaubten nicht mehr an unseren Sieg. Das ^Friedensangebot und damit der sich daraus ergebende Vertrag von Versailles war ein Vertrag aut direkte Unterwerfung des deut­schen Volkes. Die 14 Wilsonschen Punkte waren eine wirkliche Heuchelei. Innerlich hatten sie etwas Positives an Bestimmungen in sich, aber danach richtete man sich später nicht mehr. Man denke an die Zerstückelung Deutschlands und an die Reparationen, wäh­rend doch Wilson gesagt hatte, der Friede solle ein Friede der Verständigung ohne Entschädi­gungen sein. Und dieses deutsche Volk bäumt sich nicht aut und klagt nicht Wilson an!

-Man denke hier weiter an den Ausspruch Eberts: Komme, was da kommen mag, wir ^werden diesen Frieden nicht annehmen, sonst wären wir würde- und ehrlos. Dieser selben Ansicht war man auch im Reichstag. Scheide- mann hatte sich geweigert, den Vertrag zu un­terzeichnen. denn er mußte, daß eine neutrale Macht damals ihm zukommen lieg, England würde nicht annehmen, dah Deutschland diesen Vertrag unterzeichne. Für diesen Fall wäre schon die Zusicherung aller feindlichen 'Staaten vorhanden, dann Verhandlungen mit milderen Bedingungen einzuleiten, llebrigens wurde auch bei Unterzeichnung des Vertrages von den deutschen Delegierten gesagt: Wir unterschreiben nur, weil mir dazu gezwungen werden. Das war auch die einstimmige An­sicht des Reichstages.

Seitdem sind verschiedene Revisionen erfolgt, aber nicht im Sinne der Verbesserung und Er­leichterung. Das Londoner Abkommen, wo­durch der ganze Luftverkehr von England für sich in Beschlag genommen wurde: das Da- wes-Eutachten, vor dem die nationale Ovvo- fition zusammenbrach. Die Dawes-Gesetze be­rauben den deutschen Staat, absolut der win- -schaftlichen Souveränität; das Münzwesen ist aus der Hand gegeben, die Reichsbank ein Institut, das den Feinden untersteht und ebenso ist es mit der Reichsbahn. Sie ist nicht nur verpfändet, sondern absolut weggegeben: .Der Reichsbahnkommissar hat ungeheuere Vollmacht. Wenn die Bahn sich nicht rentiert, kann er jederzeit eine Teilstrecke stillegen so­wie auch tarifliche Erhöhungen vornehmen. Die dritte, entscheidenste Revision ist der Lo- earno-Vertrag. Durch diesen ist auch noch die politische Souveränität von Deutschland über sich selbst aufgehoben worden.

Wie siebi cs nun heute in unserem Vater- lanbe aus? Der heutige deutsche Staat ist -«in souveräner Staat mehr, sondern nur noch <ine einfache Kolonie, denn wir haben die wirtschaftliche und politische Souoeränitär vreisgeben müßen. Hinter uns steht nicht mehr aie Wehrmacht uüd deshalb müssen wir uns ®em Völkerbund fügen. Die anderen Mächte dagegen sind bis an die Zähne bewaffnet und «annen daher jederzeit aus dem Völkerkunde austrcten. Unser ganzes Volksvermögen ist wlialisiert: die Inflation ist dafür das beste Veisviel! Die Aufwertung ist nur ein Be- Hwichtigungsmittel gewesen. Die immobilen Werte sind bis heute soweit verschuldet, dah 'S beinahe ebenfalls auf eine Sozialisierung dmauskommt.

äßet ist der Feind? Wer ist der Besitzer der Kolonien, der eigentliche Sieger des Welt- itteges? Der Weltkrieg war der grohe Win- 'chaftskrieg. das übernationale jüdische Kavi- sal ist der Sieger. Es will die schärfende Ar­beit in den Dienst seiner selbst stellen. Wie können wir nun aus dieser Versklavung ber- °Uskommen? Zurück zum Volkstum des eige­nen Nationalstaates, los von der Inter- Nationalisierung! Um jedoch dahin zu gelan- &n, ist es notwendig, dah jeder einzelne sich nuf sein Volkstum besinnt, dah die deutsche

Am Sonntag, iagsabgeordnete sche Politik seit

vberhefsische Zeit»»«, Marburg «. S. Donnerstag, de» 11. Februar 192«

Reinblütigkeit gewahrt und jeder Fremdkörper entfernt wird, dah das soziale Gefühl für das Volkstum wieder gestärkt wird kurz, dah d«ltsche Sitte, deutsch« Kultur und deutsche Gottesfurcht wieder erstarken! Haselbacher.

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Wendling-Amtell

Zum 5. Abonnementskonzert des Mar­burger Konzertvereins durften wir die Stuttgarter Künstler: Professor Karl Wend­ling (1. Violine), Hans Michaelis (2. Vio­line), Ludwig glatterer (Bratsche) und Prof. Alfred Saal <Eello) nach drei Jahren wie­der willkommen heißen. Die Mitglieder des Quartetts besitzen gleiche Qualitäten und steigern sie durch starke persönliche Reize ihres Spiels, durch berauschende Klangfülle, durch ihr aufrüttelndes, die letzten musi­kalischen Feinheiten instinkttv erfassendes Temperament. Freilich ist jeder dieser vier Herrn ein reifer Meister auf seinem Instru­ment, und eine gewisse Verwandtschaft ihres Musiksinns zeigt sich im Zusammen­spiel wie auch in der Aehnlichkeit deS Tons, was nur echteste und wirklich er» bauende Musik geben kann. So darf man die Vereinigung, was Tonschönheit, beson­dere Zartheit im Pianissimo, technische Vollendung, vor allem klug überlegter warmblütiger Vortrag anbetcifft, getrost an die Spitze unsrer Qnartettgenossenschaften stellen.

Schumanns A-durquartett op. 41 Nr. 3 führte in die bilderreiche romantische Aera des Meisters, dessen Variationsformen zu­weilen Beethovenschen Geist tragen. Mit warmer Intonation von Cello und Violine und feinsinnigem Ausspinnen der Andante, gediegener Farbengebung des folgenden Teils und plastischer Herausarbeitung der Fuge im zweiten Satz, schwungvoll ge­führten Tanzrhythmen im Finale hielten die Spieler das Vermächtnis des Tondich­ters fest und wußten ihm die prächtigsten Züge äufzuprägen und ihm gehaltvollsten Ausdruck zu verleihen.

Nach dieser Tonschöpfung widmeten sich die Spieler einem kleineren Werke.Phan­tastischer Reigen des Neuromantikers Julius Weismann, des Lyrikers und Kolori­sten im Sinne moderner Farbengebung und Buntheit. Seine lebhafte, mehr spielerisch leichte und bewegliche als tiefe Phantasie klingt in einer eigenartig, rhythmisch außer­gewöhnlich mannigfaltigen und lebendigen Musik aus, die voller avaleskenhaster Ein­fälle oft ins Extreme gerät, und in welcher Pizikatos in jeder Tonfärbung so­wie schimmernde Kettentriller besonders häufig Anwendung finden. Dieser Reigen mutet wie Tanz übermütiger Kobolde an, bereit Spiel sich vorn wilden Taumel zu einem Singsang erhebt, der, durch Varia­tionen unterbrochen, in geheimnisvollem Geflüster verklingt. Das Alles gewann un­ter den Händen der Künstler einen star­ken charakteristischen Stempel, der ebenso­viel Delikatesse des Klanges wie poetische Auffassung und Empfinden verriet. Zum Schlüsse wurde uns das erste, dem Grafen Rusumenski von Beethoven gewidmete op. 59 vermittelt. Hier herrschte vom ersten Satze an Wohligkeit des Klanges (Feinheit der Abschattierung, im hin und wieder an die Kreuzersonate erinnernden zweiten Satze plastische Ausdruckskraft und feinste rhyth­mische Gliederung, wie auch im Schlußsätze die Beherrschung bet Form bei biskretem liebergang bes Adagios zum Allegro prangte. Den auserwählten Trägern unsrer Kammermusikkultur würben alle Ehren deS Beifalls zu Teil.

Während bes Musizierens war der Saal abgeblenbet, was ja gewiß vielen Hörern zur Sammlung diente, auch die Andacht der Stimmung erhöhen mag, aber im Inter­esse einer ganzen Reihe von Konzertbe- suchern, welche zu intensivem Verfolg der Kompositionen Partituren mitgebracht bzw. kurz vorher gekauft haben, besser für die Folge unterbleiben möchte. Auch ist es bann ärgerlich, wenn der Kaufpreis für bic Partituren umsonst ausgegeben worden ist. -mm.

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Marburg und ömgrgend

Marburg, 11. Februar (Hornung).

Gefechtsschießen in der Knntz - bach. Auf die im amtlichen Teil ent­haltene Mitteilung betreffend Gefechts­schießen in der Knutzbach sei besonders hin­gewiesen. Bor dem Betreten des Geländes wird gewarnt.

* Schulamtliches. Ernannt zum Kon­rektor: in Franken berg Hauptlehrer ®abri» elsky in Höringshaufen, Kr. Frankenberg: zur Konrektorin: Lehrerin Willig in Homberg. Endgültig angestellt: Lehrer Knaufs in Kirch­berg, Kr. Fritzlar; Schulamtsbewerber Franck in Rollshausen, Kr. Ziegenhain; die Lehrerin Brand in Marburg. Einstweiligangestellt: Schulamtsbewerber Wicke in Lembach. Kr. Homberg, Dattige in Kleinseelheim, Kr. Kirch­hain. Versetzt: Lehrer Luczak von Nieden­stein. Kr. Fritzlar, nach Rumbeck, Kr. Grassch. Schaumburg, Hecker von Rumbeck, Kr. Grafsch. Schaumburg, nach Niedenstein, Kreis Fritzlar. Entlassen aut Antrag: Lehrer Wols in War­burg.

* Prüfungen für Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinnen. Die im Fahre 1926 abzuhaltenden Prüfungen für Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinnen beginne^ in Kassel am 21. Juni.

* Naturdenkmalspflege. Die staat­liche Stelle für Naturdenkmalspflege in Preußen Merlin-Schöne berg, Grunetvaldstt. 6/7) ver­anstaltet vom 7. bis 14. April 1926 einen Lehrgang über das Heimatmuseum. Der Lehr­gang stellt sich die Aufgabe, die bezüglich der Begründung und Ausgestaltung der Heimat­

museen gepflogenen Erörterungen zur Klärung zu bringen und den Teilnehmern praktische Anleitung für ine Arbeit im Heimatmufeum $u bieten. Nähere Auskunft erteilt die Ge­schäftsstelle in Berlin-Schöneberg, Grunewald- sttahe 6/7. .

Hessischer Geschichtsverein. Am Freitag, den 12. d. M., abends 8% Uhr, spricht im Hörsaal 24 der Universität der stellvertre­tende Vorsitzende des Eesamtvorstandes, Herr Zolldirektor i. R. Woringer aus Kastei über das kurhesfifche Offizierkorvs im Jahre 1814. Gäste sind herzlich willkommen.

Zeitereignisse. Der in Marburg nicht unbekannte Dr. Hemleben -Kassel wird am Freitag, den 12. Februar, abends 8.15 Uhr im Raum der Ehristengemetn- schaft, Universitätsstraße 42, überZeit­ereignisse" sprechen.

* Polizei- und Schutzhundever- e i n. Am Sonnabend konnte die Ortsgruppe Marburg desPolizei- und Schutzhunde­vereins" |ein zweijähriges Bestehen feiern. Trotz des kurzen Bestehens hat der Verein ge­zeigt, daß er seiner Aufgabe gewachsen ist. Hand in Hand mit dem Verein für deutsche Schäferhunde, ist der Oeffentlichkeit des öfteren gezeigt worden, daß durch viel Liebe undMüh- der Hund zu einem brauchbaren Tier und Menschenfreund erzogen werden kann. Auch in diesem Jahre stehen große Aufgaben wie Prüfungen usw. bevor, aber auch diese schwie­rigen Aufgaben werden beide Vereine lösen, um der Oeffentlichkeit zu zeigen, daß ein wirk­licher Eebrauchshund der beste Freund ist. Die Tätigkeit de Vereins kann der aufmerksame Passant auf der Straße am besten beurteilen. Sieht man doch hie und da einen dieser Hunde treu an der Seite seines Herrn einherlaufen, ohne mit denStraßenjungen" einen Auflaus zu verursachen, Straßen und Wege derart ver­schmutzen, daß sie oft eine Gefahr für die Passanten bilden. Die Tätigkeit des Vereins wird in allen Schichten der Bevölkerung ge­würdigt.

Schneeglöckchen.

Nun sind sie wirklich da noch etwas schüchtern und ängstlich, als ttauten sie dem Frieden nicht. Weht doch der Wind noch rauh und scharf und düstere Nebelschleier lagern auf Feld und Wiese. Auch bte Bäume und Sträu­cher stehen noch kahl. Das zarte Kind des Lenzes will nicht mehr länger warten, zaghaft erhebt es durch den berstenden Erdboden fein Haupt und läutet mit leissemKling, kling" den Frühling ein. In einer alten Bluinensage wird uns über die Schneeglöckchen folgendes er­zählt:Als der erste Schnee zur Erde fies, war er ohne Farbe . Bittend ging er von Blume zu Blume und bat um ihre Farbe. Aber all bte buntfarbigen Kinder Floras wollten nichts von ihm wissen. Endlich kam er zu dem bescheidenen Schneeglöckchen und dieses verlieh ihm seine zarte weiße Farbe. Aus Dankbarkeit gestattete ihm der Schnee, tm frühesten Lenz seine Blüte zu entfalten und daburch zu Ansehen zu gelan­gen, wahrend er alle anderen Blumen vernich­tete, wo er ihnen begegnete."

Rollshausen. Am 9. bs. Mts. ent­schlief sanft nach kurzem Leiben ber Zim­mermeister Georg Michel, Vater bes hiesi­gen Bürgermeisters. Herr Michel war noch einer von ber alten Garbe. Er hat mit bem Jnf.-Regt. 83 ben Krieg 1870/71 mitgekämpft. Am 15. März bs. Js. ge­buchte er mit seinen Sieben den 81. Ge­burtstag zu feiern. Es war ihm nicht mehr vergönnt. Außer seinen Angehörigen trau­ern um ihn alle, bie ihn kannten, ba sich ber alte Mann infolge seines immer" freundlichen und hilfsbereiten Wesens all­gemeiner Beliebtheit erfreute. -z-

t Frankenberg. Die Pfarrstelle tu Louifendors, welche seither durch den hiesigen, zweiten reformierten Pfarrer versehen wurde» soll bis zum 21. Februar besetzt werden. Zu­gleich soll der Geistliche die seelsorgerische Tä­tigkeit in den Kliniken in Marburg ausführen und seinen Sitz in Marburg haben. Die Ver­setzung der genannten Stelle, war recht schwie­rig und an Sttapazen reich. Louisendorf ist ftanzösische Kononie und bis Eiche des vorigen Jahrhunderts mußte ber dortige Geistliche noch französisch predigen. Noch jetzt sprechen die Alten ihre Muttersprache.

t Schreufa bei Frankenberg. Trotzdem wir tn einer Gegend leben, wo es wie im GedichtSchwähische Kunde"viel Steine gab's und wenig Brot," so macht sich doch ein Mangel an einem geeigneten Baustein im­mer mehr bemerkbar. Die Gemeinde besitzt zwar in denAlten Straßen" ein Sandstein­gelände, das gutes Material birgt, das aber im Saufe der Zeit verwählt worden ist. Da­mit nun die Arbeitslosen Beschäftigung finden sollen, hat die ©emetnbebertretung i>en Be­schluß gefaßt, der Steinbruchangelegenheit näher zu treten und die alten Brüche wieder aufräumen zu lassen. Auch der Forstfiskus hat den Eisenberg zur Stelngewinnung faetgegeben. Dort ist Stein zum Bau der Wilhelmsbrücke bei Frankenberg gewonnen woiden, der sehr fest ist, aber durchwühlt ist auch schon früher dieses Gelände. Vielleicht findet man auch noch Eisenstein.

Gießen. Die Maul- und Klauenseuche hat sich in letzter Zeit wiederum in bedenk­licher Weise ausgebreitet. Neuerdings wurde sie festgestellt in Nidda, Gottenau, Ockstadt, Oberursel, Heibettshausen, Wuschenheim, Niederbiel, Rechtenbach, Hörnsheim, Rein» hardshain, Dillingen, Oberkleen, Reiskirchen. Dorf-Gill, Stangenrod, Dutenrod, Rüddings- hausen und Bonhausen.

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«Ullm-Mllüm

11. Februar.

1876. Die Dichterin Else LaSker-i Schüler geboren. Starkbetontc expreß- jionistische Dichterin.

Sette 8

- . 1

EM und 6eett

Fußball.

Wie wir gestern kurz mitteilten, spielt morgen die Mannschaft ber Universität ge­gen die ber Technischen Hochschule in Darm­stadt. Die Hessen konnten im ersten Spiel gegen Frankfurt mit 8:1 überlegener Sie­ger bleiben, was auf ein auf ziemlicher Höhe stehendes Können schließen läßt. Dem­gegenüber ist man auch hier zu bem Ent­schluß gekommen, bie Mannschaft umzu­stellen, um sie nicht nur stark unb wider- standsfähig, sonbern auch burchschlagskräf- tig im Sturm zu machen. Mit ber Vertre­tung ber hiesigen Farben sind betraut wor­ben:

Cramer

Demberg Pranschke Lübbert Diebering Welz Meier Mecking Moog Fischer Beckmann.

Der Sturm sollte in biefer Zusammenstel­lung Tore erzielen. Moog, ein sehr guter Techniker, vielleicht nur etwas weich, mutz sich nur nicht genieren unb auch einmal etwas schärfer dazwischen gehen. Die Läu­ferreihe sollte bem Kampfe eigentlich auch gewachsen sein. Die Verteibigung ist viel­leicht gegen Darmstadt etwas schwach, doch ber Torhüter wird hier rettend eingreifen. Am vergangenen Sonntag konnte er ja sein Können beim Spiel gegen Weidenau schon beweisen.

Das Spiel findet hier im Stadion statt und beginnt um 2.30 Uhr. Ein Besuch kann nur empfohlen werden, da der Kampf an spannenden Momenten manchem Liga­spiel nicht nachstehen wird. H-n.

Wandern.

Herchenhain. Das neue Jugendheim und Ehreildenkmai des Vogelsbcrg-Höhenklubs am Fuße des Taufsteins bet dem höchstgelegenen hessisschen Torfe Herchenhain (600 Meter) geht seiner Vollendung entgegen. Die Einweihung soll an den Osterfeiertagen erfolgen.

Die Ski-Meisterschaften und Winterkampf, spiele in Garmisch-Partenkirchen verschoben.

Infolge ungünstiger Witterung sind die für den 12.-15. Februar in Garmisch- Partenkirchen angesetzt gewesenen Skiwett­kämpfe (Deutsche Skimeisterschaft, deutsche und österreichische Ski-Staffelmeisterschaft, Deutsche Winterkampsspiele im Skilauf und deutsche Heeresskimeisterschaft) auf den 19. bis 22. Februar 1926 verlegt worden. Die angegebenen Nennungen behalten ihre Gültigkeit.

Amerikanische Kegler in Frankfurt a. M.

Aus einer telegraphischen Mitteilung des Präsidenten ber Vereinigung amerikanischer Keglerklubs, Joe Thum, in der dieser mitteilt, baß eine Mannschaft von 15 amerikanischen Keglern im kommenden Sommer nach Europa kommen wird, um an ben Kegelturnieren im Juni tn Stockholm und im Juli in Berlin teil- zunehrnen, geht weiter hervor, daß die ameri­kanischen Meisterkegler auch nach Frankfurt a. M. kommen werden, wo Einzelspiele ausgetra- gen werden sollen. Der Mannschaft werden die ersten Spieler der östlichen und mittelwestiichen Staaten angehören.

Voranzeige

Das große Symvbonie-Konsert am Freitag, den 19. 2., führt die vor zwei Jahren mit den Bruckner-Konzerten ausge­nommenen Bestrebungen weiter, das sym­phonische Schaffen auch der letzten 70 Jahre zu pflegen, und zwar nicht nur das des silbernen Zeitalters der Klassikerevigonen unb Nachromantiker, das ein goldenes Zeitalter bei Musik meisterlich, aber mit Herbstgefühlen zum Abschluß gebracht bat, sondern etwas von bem symphonischen Schäften, in dem sich die eigentlich zukunftskräftigen K^eime neuer Entwickelungen werdefrob anfünbigen.

Musikimvort nun ist eine herrliche Sache Aber er bedingt noch nicht notwendig ein inneres Erarbeiten. Erst mit innerem Erar­beiten beginnt Kultur. Das gilt für Haus-, für Chor-, das gilt für Orchestermusik. Mar­burg muß sich sein Orchester selbst schaffen, so erwünscht uns ein schon in Aussicht genom­menes neues Meininger Musikfest (u. a. zum Gedächtnis Max Regers) sein wird.

Das diesmalige Programm vereinigt Rich Wagner Rich. Strauß,Hugo Kann. Wag­ner ist Höhepunkt und Abschluß bei romanti­schen Over. Mit seinemTristan und Isolde" (185759) aber beginnt ein neuer linearer Stil die Harmonik zu durchfluten, mit nie ge­ahnten Farbenbrechungen zu durchleuchten, mit chromatischen Hochspannungen zu laben, besten letzte Konsequenz erst bas 20. Jahrhundert zu ziehen vermocht hat. Der Meister selbst bat bas Tristan-Vorsviel mit bem Ausklang des Musikdramas (inIsoldes Liebestod") »u entern Konzertstück vereinigt. Richard Strauß ist der vollblütigste Melodiker der Gegenwart. Er münzt Berlioz', Liszts, Wag­ners gewaltiges musikalisches Erbe aus unb bewahrt in bei symphonischen DichtungTod und Verklärung" (1889) noch die volle Ethos- haft seiner feurigen Jugendwerke, die ihm versiegte, als er sum Meister des musikalischen Impressionismus beranreifte. Hugo K a u ns 1914 zum Abschluß geführte III. Symphonie bringt, bei aller Wahrung knappsten klassischen Rahmens neuzeitliche Ausdruckskunst in herb­ster Verdichtung und konzentriertester Inner­lichkeit^ fortschrittlich gesinnte Männerchör. verehren in ihm heute ihren Führer unb Meister.

Kommenden Sonntag wird abends 814 Uhr int großen Hörsaal bes Lanbgratenbauses ein für Konzertbesucher unentgeltlicher Vortrag über diese drei Werke mit Beispielen am Flü­gel ftattfinben. St.