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vberhcsfischr Zcitnug, Marburg a. r. Mo«tag> ben 1. Februar IV26

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Sandel und MWast

Wochenbericht

Über die Bewegung ans btet Frankfurter Effektenmarkt in der Woche vom 25.-26. Ja«. Frankfurt a. M., 30. Jan. In der starken Aufwältsbewegung auf dem Effektenmarkt 'st auch in dieser Woche keine Unterbrechung cin- getreten, abgesehen von einigen Ultimoglatt­stellungen, die aber bald vollkommen absor­biert werden konnten. Neben den bereits von uns in den letzten Wochenberichten geschilder­ten Gründen hierfür sind in der Berichtswoche noch verschiedene andere für die fortgesetzt feste Grundstimmung maßgebend gewesen, so in erster Linie die Gesundung des deutschen Geld­marktes, wie dies aus dem letzten Reichsbank­ausweis recht klar in die Erscheinung tritt. Wenn die oessimistischen Auffassungen über die wirtschaftliche Lage im Zusammenhang mit der wieder etwas gestiegenen Zahl der Er­werbslosen auch noch weiter anhalten, so sind die Börsenkreise aber der festen Ueberzeugung, daß die Wirtschaitskuroe doch wieder nach oben zeigt, das also die schwerste Depression hinter uns liegt. Man sagt sich an der Börse vielleichf nicht ganz unrecht, daß die deutschen Interessentenkreise der Börse schon etwas Ver­trauen entgegenbringen könnten, umsomehr als dies aus den großen fortgesetzten ausländi­schen Käufen klar hervorgeht. Dann darf man nicht außer Acht lassen, daß die Regierungs­krise letzt wenigstens vorläufig eine Klärung gefunden hat. sodaß auch diese Sorge von der Börse genommen ist. In dieser Angelegenheit geht übrigens die Börse noch einen Schritt weiter, indem man in informierten Kreisen der Meinung ist, daß auch die Widersacher des neuen Kabinetts unter den gegenwärtigen Umständen kein'Interesse an einer Reichstags­auflösung hätten, die auf einen Sturz der gegenwärtigen Regierung unbedingt folgen müßte, sodaß also das jetzige Kabinett auf län­gere Zeit hinaus gesichert erscheine. Infolge all dieser Erwägungen war in der jetzt zu Ende gegangenen Woche auch die Beteiligung seitens des deutschen Publikums etwas reger, wenn diese auch noch nicht Schritt halten konnte mit der Betätigung des Auslandes an den deutschen Börsen. Aber damit war die Liste der Gründe für die weitere Aufwärtsbe­wegung noch nicht erschöpft. Stimulierend wirkten weiter Nachrichten von wieder Inbe­triebnahme verschiedener Unternehmungen in der Hannoverschen Gegend, ferner der im Januar stark gestiegene Export der Eisen­industrie nach holländisch Indien und Edina, wodurch auch die Handelsbilanz für den Mo­nat Januar gut beeinflußt werden dürfte, nachdem die Handelsbilanz im Monat Dezem­ber nach 15 monatiger Unterbrechung zum ersten Male wieder aktiv war und zwar um 34 Millionen Mark per Saldo. Auch der Ver­kauf der Stinnesflotte an deutsche Unter­nehmer wurde freundlich ausgenommen, umso­mehr als dies ohne ausländische Hilfe ge­schehen konnte. Weiterer Grunde hat es denn auch nicht bedurft, um wieder Kursbesserungen durchzudrücken, die selbst in den besten Frie­denszeiten nicht ohne Aufsehen zu erregen mög­lich gewesen wären.

Berliner Börsenbericht vom 30. Januar.

Sei angeregtem Geschäft auf fast allen Marktgebieten beschloß die Börse die Woche in bemerkenswert fester Haltung. Reben be­

trächtlichen Auslandskäufen waren auch grö­ßere inländische Kausorders zu erledigen. Die heutige Prämienerklärung ging ohne merk­lichen Eindruck vorüber, sodaß auch der Ultimo nun tatsächlich als überwunden gelten kann.

Der Geldmarkt war flüssig, doch erfolgte in­folge größerer Inanspruchnahme mit Rücksicht auf die 'UltimoverpfNchtungen eine Herauf­setzung des Satzes für Tägliches Geld auf 8 Prozent, Monatsgeld 9 Prozent Geld bis zum Medio 910 Prozent.

Berliner Devisenbericht vorn 80. -annnr.

Amsterdsm-Rotteich. 168,28168,65; Brüs- sel-Antwerp. 19,00519,105; Oslo 85,31 bis 85,53; Kopenhagen 103,74104,00; Stockholm 112,28112,56; HelsingforS 10,54710,587; Italien 16,89516,935; London 20,399 bis 20,451; Sktoyork 4,1954,205; Paris 15,83 bis i 15,87; Schweiz 80,8881,08; Spanien 59,2309,37.

Warenmarkts

Berliner Betreibe markt vom 30. Januar.

elrciöe in 1000 Äilogr., Mehl und Futter­mittel je 100 Kilogramm.

Weizen 239245; Roggen 148155; Som­mergerste 170198; Wintergerste 142160; Hafer 155166; Mais 187189; Weizenmehl 32,2535,25; Roggenmehl 22,2524,25; Wrizenklr« 11,2511,50; Roggenkleie 9,60 bis 10,00.

Bei ruhigem Geschäft und fester Tendenz än­derten sich am heutigen Produkienmarkte die Preise nur wenig. Amerika und Liverpool hatten bessere Preise gemeldet. Für Weizen- und Roggrnkleie waren die Preissorderungen fest, die Nachfrage aber gering. Nach Groß­britannien wurden einzelne Posten Weizen mit knappem Nutzen verkauft. Ebenso nach Italien. Für Plataweipen wurden etwas höhere Preise im Cifverkehr gefordert. Das Mehlgeschäst blieb still. Gerste war wiederum stark ange­boten. Nur ganz feine Sorten blieben int Preise behauptet. Hafer war nicht besonders reichlich angeboten. Geringere Warr war schwer unterzubrrngen.

Berliner Schlachtviehmarkt vom 20. Januar.

Preise: Ochsen Klasse a) 4850, b) 4145. c'. 3540 und d) 3032; Bullen: Klasse a) 4648, b) 4144 und c) 3840; Färsen und Kühe Plasse a) 4650, b) 3740, c) 2833, d) 2326, c) 1921 und Fresser 3237; Kälber: Klasse 6) 6872, c) 5865, d) 50 bis 55 und e) 4248; Schweine: Klasse a) 80, b) 79, c) 7778, d) 7476 und t) 70-73; Sauen: 6973; Marktverkauf: Bei Rindern und Schweinen ziemlich glatt, bei Kälbern ruhig. Ausgesuchte Rinder und Kälber über Notiz. Der Hammelmarkt ist wegen der be­kannten Differenz ausgefallen. Die notierten Preise verstehen sich einschließlich Fracht, Ge­wichtsverlust, Risiko, Marktspesen und zulässi­gen Händlergewinn.

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Spiel und Sperl

Akademische Turnbnndwoche tu Berlin.

Mehr und mehr dricht sich in unserer aka­demischen Äugend die Erkenntnis Dahn, bah heute nicht einseitige Berufsbildung ihre Aus­gabe ist, sondern dah schon der Student an­fangen mutz, 4ich zu erziehen und vorzube­reiten für di« Führerschaft der großen Masse unseres Volkes, die dem deutschm Akademiker

fast ganz entglitten ist. Der Akademische Turnbund, schon vor dem Kriege bekannt als führender Kvrporationsverband. auf dem Ge­biete der Leibesübungen an deutschen Hoch­schulen und in weiten Kreisen durch seine fruchtbare Mitarbeit in der Deutschen Turner­schaft und dem Deutschen Ruderverband, hat auS solcher Erkenntnis heraus im letzten Sommer sein Dundesfest an der bedrohten Ostgrenze in Alienstein als große vaterlän­disch« Kundgebung abgehalten. In Fort­setzung dieses Gedankens veranstaltet er Ende Januar in Berlin eine Schuluugs Woche für seine Mitglieder, deren Ziel es ist, den Einzelnen für seine zukünftige Führeraufgabe vorzubereiten. In diese Zeit fällt am 29. Januar der alljährliche Reichskommers des A. T. B. in der Berliner Philharmonie. Dem theoretischen Teil der Schulungswochc folgt vom 1.6 Februar ein praktischer Lehrgang im neuzeitlichen Dolksturnen (u. a. Ausbil­dung im olympischen Fünfkampf). Durch diese Veranstaltungen weist der Akademische Turn­bund seinen Mitgliedern einen Weg zur Volksgemeinschaft im Sinne unseres Reichs- Präsidenten.

Mitteilungen nuS fern Leserkreise Zur Förderung der Begabte« in den Mar­burger Volksschulen.

Was gebt in Marburg vor? Was soll mit unseren Volksschulen geschehen? Man spricht in Marburg von allerhand Plänen . Dt« einen verlangen gehobene Klassen. Sie würden da­mit aber nur einem kleinen Teil unserer Volks­schüler dienen . Die anderen fordern Begabten­abteilungen tu der Volksschule und wollen da­mit alle Volksschnler nach ihrer Begabung för­dern. Wer wie ich, am Donnerstag abend in der Elternversammlung war, für den besteht gar kein Zweifel mehr daß der Marburger Volksschule am besten gedient ist, toenn man für unsere Kinder Begabtenabteilungen einrichtet. Dem dürfen sich auch unsere Stadtväter nicht verschließen. Fr. El. Fink.

Zu de« geplanten Aenderungen der Marburger Bürgerschulen.

Lange schon bewegt die geplante Aenderung der Marburger Bürgerschulen die Gemüter btt Eltern, welche schulpflichtige Kinder haben.

Da nun morgen in der Stadtverordneten- Sitzung die Frage entschieden werden soll, möchte eine Mutter nicht versäumen, die ver­ehrten Stadtverordneten nochmals recht herz­lich zu bitten, die Angelegenheit so zu lösen, wie sie im Interesse der Kinder und Elter« ist.

Die stark besuchte Versammlung am 28. Jan. d. I. in dsr Aula des Lyzeum» hat klar erkennen lassen, daß die Eltern für die sogenanntengehobenen Klassen" eine durch­weg ablehnende Haltung einnebmen. Dahin­gegen für die Errichtung von Degabtenabtei- lungen das regste Interesse aufbrachten. Ich fühle mich verpflichtet, das Ctadtparlament auf diesen Faktor ganz besonders hinzuweisen, damit es sich nicht in Widerspruch setzt, zu der in erster Linie interessierten Eltern schulpflich­tiger Kinder.

Während sich die gehobenen Klassen zu einer unsozialen Einrichtung auswirken werden die Begabtenabteilungen unsere Heranwach­sende Jugend, entsprechend ihrer persönlichen Begabung, zu brauchbaren Gliedern der menschlichen Gesellschaft erziehen.

Eine Mutter.

Rogge«- oder Weißbrot?

Diese Frage ist heute von größter Bedeu. tuns, und jeder Deutsche sollte sich mit ihr be- fassen. Wie verlautbar, sollen nämlich infolge des niedrigen Roggenoreises große Massen der diesjährigen deutschen Roggenernte bereits nach dem Auslande verkauft worden seien. Man spricht von zirka 70 Prozent der östlichen und zirka 50 Prozent der mitteldeutschen An- baugebiete.

Der deutsche Landwirt erzielt durch den Berkaus ins Ausland einen höheren Preis für seinen Roggen als im Jnlande und macht sich dies im Hinblick auf seine Notlage und um Die auf ihm ruhenden Steuer- und anderen Lasten aufbringen zu können, zunutze. Der deutsch« Roggen, obwohl von erster Qualität, ist heute in Deutschland so gut wie unverkäuflich.

Auf alle Fälle sollte man etwaigen Absich. ten der Regierung, die Reichsgcireidestelle und damit die noch in aller Erinnerung lebende schreckliche Getreide- unü Vrotzwangs- wirtschastszeit wiederkehren zu lasten, dadurch begegnen, daß das Roggenbrot in ganz an­derem Maße als in den letzten Zeiten wieder unser täglich Broi wird.

Wer Weißbrot ißt, der entzieht der deukschen Wirtschaft Betriebskapital und trägt damit zur Vermehrung der Arbeitslosigkeit bei! Wer von seinem Bäcker Roggenbrot verlangt, hilft dem Landwirt wieder zu Geldmitteln, die ibn kaufkräftig machen und es ihm ermöglichen, auch den Städten wieder mehr zum Verdienen zu geben. Sch.

Wie der Amtliche Preußische Prestedienst schreibt, bat nach den in der letzten Zeit ge­machten Beobachtungen der Verbrauch von Weizen in Deutschland in solchem Maße zu- genommen, daß der Absatz des deutschen Rog­gens sich ständig schwieriger gestaltet- und die Existenz besonders der östlichen Landwirte be« droht. , Um dieser Entwicklung zu begegnen, fanden im Landwirtschaftsministcrium ein­gehende Erörterungen über die zu ergreifen­den Maßnahmen zur Einschränkung des Wei­zenverbrauchs und zu einer Belebung des Roggenverbrauchs statt.

Stundenplan des Frankfurter Rundfünksenders.

Dienstag, 2. Februar.

12.55 Uhr: Zeit. 3.30 Uhr: Stunde der Jugend. 4.00 Uhr: Wetter- u. Wirtschafts- Rachr. 4.30 Uhr: Neue Operetten. 6 00 Uhr: Lesestunde. 7.00 Uhr: Der Arzt in bet Schule. 7.30 Uhr: Die chinesische Kultur.

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Verlag von Dr. C. H i tz e r o t h.

Verantwortlich für die Schriitlcitung und den politischen Teil: Dr. Ernst Scheller; für den lokalen und provinziellen Teil: Wilhelm Wißner: sämtlich in Marburg.

(Nachdruck verboten.)

Nte 6einne

Roman von Sven Elvestad.

Berechtigte Uebersetzung aus dem Norwegischen von Julia Koppel.

Amerik. Copynght 1922 by Lit. Bur. M.

Lincke, Dresden 21.

3. Fortsetzung.

Seine Gedanken kehrten beständig »u seinem Bruder zurück Was mochte mit ihm los sein?

Ueber eins war er sich klar: Sein Bruder schien sehkr unglücklich »u sein.

Der merkwürdige Satz klang ihm noch im Ohr, und er wiederholte sich ihn wieder und wieder:Karl, rettest du mich?" Bei einer Straßenbiegung sah er einen Herrn, der ihm bekannt erschien, in einer gewöhnlichen Droschke fahren. Es war Kammerherr loten. Der Kammerherr war nicht allein. Falkenberg lächelte.

Als er eine Weile gefahren wir. wurde er durch das Tuten eines Autos aus seinen Ge­danken geweckt. Er kannte den Laut, «s war kein Zweifel möglich.

Der Kutscher zog unwillkürlich an den Zü­geln und drehte sich nach seinem Herrn um: Haben Sie gehört, Herr Konsul?" fragte er. Das muß unser Automobil sein."

Ja, darauf möchte ich auch schwören", sagte Falkenberg und spähte durch die Dunkelheit. Diese Hupe würde ich zwischen Hunderten er­kennen. Ich habe sie ja selbst in Berlin ge­kauft- Vielleicht werden wir bei dieser Ge­legenheit erfahren, was aus dem verschwun­denen Automobil meines Bruders geworden ist."

Einen Augenblick durchfuhr ihn der Ge­denke: Vielleicht ist es Karl, der dort kommt.

Das Auto näherte sich, glänzend und auf großen Eummirädern. Es war schon so bell, daß man es deutlich erkennen konnte.

Stein, dieses Auto ist grün," sagte der Kut­scher. Es »st also nicht unseres."

Rein, das ist ja unmöglich," bemerkt« der Konsul.Das Auto meines Bruders ist ja rot.'

Außerdem sind Ne Laternen anders."

Das Auto strich vorbei.

Zwei Herren saßen darin. Der eine war schwarzbärtig und sah wie ein Spanier aus Sein Gesicht prägte sich Falkenberg besonders ein.

Was für ein unangenehmes Gesicht," mur­melte der Kutstber.

Fahr weitet, sagte der Konsul und lehnte sich in die Kissen zurück. Das Automobil hatte er bereits vergessen. Er fühlte sich müde.

Falkenberg war froh, als er endlich seine Billa erreichte. Er ging in sein Arbeits­zimmer und öffnete alle Fenster, so daß die herrliche Morgenluft, die den Dun der Bäume und Blumen aus dem Garten mit sich führte, das ganze Zimmer erfüllen und ihn erquicken konnte.

Er nahm vor dem großen reichgeschnitzten Schreibtisch Platz, seufzte schwer und mur­melte:Endlich ist es vorbei, und ich kann mich zur Ruhe begeben."

Auf dem Tisch lagen einige Briefe, die er flüchtig durchsah. Da war unter anderen eine Einladung von Kammerherrn Token »um Abendessen. Am Fuß der Einladung hatte der Kammerherr mit eigener Hand geschrieben: Du wirft eine interessante Bekanntschaft machen."

Der Konsul schob di« Brief« gleichgültig bei» eite. Aber zu unterst in dem Haufen sah er ein kleines viereckiges Kuvert, das er hastig ergriff. Sein Name und Adresse war mit einer zierlichen Damenschrift geschrieben.

Falkenberg öffnete den Brief und las ihn sweimal. Dann lächelte er glücklich und küßte den kleinen Briefbogen.

Jetzt aber wollte er iur Ruhe gehen. Er hatte noch von dem Feste eine Rose im Knovf- loch. Sie begann zu welken und sich zu ent«

blättern. Er zog sie Heraus und warf sie auf die Erde. Und die Rose fiel auf den Teppich, wo sie neben einem weißen Zettel liegen blied.

Konsul Falkenberg nahm den Zettel auf. Er liebte keine Unordnung in seinem Arbeits­zimmer. Was war es für ein Stück Papier, das dort lag? Er warf einen Blick darauf und erhob sich plötzlich vom Stuhl.

Wie in aller Welt!" murmelte er.

Er war sehr erregt geworden, blickte wieder auf den Zettel und fing an zu zittern.

Das Blatt Papier, das er in der Hand dielt, war von außerordentlicher Wichtgkeit. Wie war es auf den Teppich gelangt?

Falkenberg strich sich über die Stirn und versuchte seine Unruhe »u dämpfen.

Dieses Papier hatte er selbst gestern nach­mittag in die Stahlkassette gelegt. Er er­innerte stch dessen ganz genau. Wie konnte es jetzt...

Er merkte, rote er immer erregter wurde. Er griff nach seinem Schlüsselbund. Es klap­perte in seiner bebenden Hand.

Unmöglich!" rief er seinen Gedankengang laut fortsetzend.Das ist ganz unmöglich."

Plötzlich hielt et inne. Ihm war etwas eingefallen.

Er hatte ja gestern abend selbst die Stahl- Mette zweimal geöffnet. Das erftc Mal, als et das Geld und dieses Papier hineinlegte Das zweite Mal, als er von einer unerklär­lichen Unruhe getrieben, nachsah, ob et die Kassette verschlossen hatte.

Wahrscheinlich war das Papier berausge- weht, als er die Kasette das zweite Mal öff­nete. So mußte es Jein.

3a, natürlich", murmelte er, indem er sich zu trösten versuchte. Währenddessen schloß er den Sekretär auf und nahm die Stahlkassette heraus.

Zuerst betrachtete er sie von allen Seiten und nickte zufrieden. Niemand hatte daran gerührt. Und Öffnen konnte er sie allein, denn nut er kannte das Wort, den Schlüssel zu dem Buchstabenschloß.

ewnwiintaiiiniisfemmacaiiMj«

Er stellte das Wort ein und drückte auf den Mechanismus. Das Schloß gab ein hörbares Knacken von sich. Alles in Ordnung. Die Kassette war offen.

Er mußte über seine eigene Furcht lachen. Er sah Gespenster am hcllichtcn Tage. Er, der küble Geschäftsmann, war nervös und abergläubisch geworden. Es war höchste Zeit, daß er zu Bett ging.

Er schlug hastig den Deckel auf.

Falkenberg erstarrte vor Schreck und Er­staunen.

Das Geld war fort!

Von den 25 000 Mark war fein Pfennig übrig.

Während einiger Minuten war es unmög­lich, die Fassung zu bewahren Er.griff wie ein Wahnsinniger in die Kassette bekam die Land voll Paniere und streute sie umher; aber es mar nur Pavier, kein einziger Geldschein war dazwischen.

Er war also bestohlen worden. Aber wie, wie?

. Er untersuchte von neuem das Buchstaben- chloß. Ja, es war ganz intakt. Und die Kassette konnte nur mit Hilfe eines Wortes, das er allein kannte, geöffnet werden. Dieses eine kleine Wort, das er niemand, keiner lebenden Seele anvertraut hatte.

Es war weniger der große Verlust, als das Rätselhafte bei dem Diebstahl, das den Kon- ül so außer Fassung brachte.

Plötzlich wurde ei von einem Gedanken er­griffen, einem entsetzlichen Gedanken, der ihn eiskalt machte.

25 000! Er erinnerte sich, wie unruhig Karl geworden, als er ihm die Summe im Wagen nannte. El erinnerte sich Valentines Worte: «Rettest du mich, Karl?^ Und er erinnerte ich, Herrn Stiegels Mitteilung über die ,Spinne". Außerdem war das Benehmen eines Bruders in den letzten Tagen so sonder­bar gewesen. Sollte Karl? Er konnte den Gedanken nicht zu Ende denken.

(Fortsetzung folgt.)

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