Einzelbild herunterladen
 

SoiMbend, leg 16. gwot ISA

«, r>dcrh-Msch- Seitur.g" er- S,int sechsmal wöchentlich. Be- ' monatlich 2 GM. aus-

fliegt ZnMmigSgcbübr. durch di«Post2.25 GM.Füi etwa üi felge ettei«. Maschinen defekte oder elementarer Ereignisse -ussallende Kummern wfb kein Ersatz ge* teilet. Verlag b. Dr. §. Hitzeroth, Dntck der Unib.-Buchdruckerel b. nob. Aug- Ko»- Markt 21/23. dnlprechcr: Nr. 5o. u. Nr. 666. Vo'isch-ckkonto: Amt Frankfurt : * <re. Nr. 5015. Sprechzeit

Redaktion bon 1011 und 1,11 Ubr.

Marburger

TagrZameiger

i | ß g

vs:

Sie. 13 61. Mt8. MLdurg o. Lahn

Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gefpalu Zeileirmillimeter 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz­borschrift 50«/, Aufschlag. Eannnelanzeigen 100 % Auf­schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark '/«,-Dollar.

X

^Kxd-KmisNsckAA

DizeigeTMchssMhLr kuchMÄe)WeHMw*Kmüiches Verkündigungs!

WM

Zr. M «brr MenvsM '

München. 15. San. Im bayerischen Haus- brltsausschuh nahm heute beim Etat des Ministeriums ües Aeuder» Min-stervräsiLent fSetd das Wort. Er betonte u. a. sie Not- «endigkeit der Anfrechterbaltung des Mini- Leriums des Sieueetn. Zur qtaac der Eiellenbesetzung in Genf erklärte der Ministerpräsident, daß nach keiner Auf­kadung die Lander ein lebhaftes In.cresse daran hätten, das auch ihre Meinung in Eens Gehört und vertreten werde. Zur »rage des Eintritts Deutschlands, en den 8»lkerbund äußerte Ministerp^sident Held, er sei Ser Meinung. Satz es inr Dew;ch- kitld nicht nachteilig sein werde, wenn es dem Völkerbund fcrnbleiSe. Bezüglich des Geistes v»n Locarno, über den seine Hotinungen n.cht M groß gewesen seien, Hube er 6 r e Enttäuschung erlitten. Er na-e die Leberzeugung. da« die Pfaft .

Estechter weÄomme, als die übrigen be,ctz..n Gebiete. Die bäuerische Regierung werde da. k«r sorgen, daß Bauern durch e-nen gronen eigenen Kommissar bei dem Ncich^kommusar '« Koblenz vertreten sein, nm die£Pu£?'en brr Pfalz wahren zu können. Was d>c ti er. bürzung der Besatzungs , ri s> e n an- k»nge, so werde es Ausgabe der tuno sein müssen, mit allen Mitteln d»bm »u

Irsch feine BWemm!

Berlin, 15. Jan. Die Verhandlungen tzes Reichskanzlers Dr. Luther mit den Parteiführern wurden, wie das Nachrrch- wi'büro der ZeitungSvrcleger hört, um 1 ttfir nachmittags unterbrochen und aus 5 tthr oer tagt. Wie das Nachrichtenbüro weiter hört, bestehen noch Schwierigkeiten weaen der Besetzung des In ne nm in i- kkeriums, auf das mehrere Parteien Arr- pruch erheben. Vor der Wiederaufnahme ter Besprechung versammeln sich noch die Fraktionen, um ihrerseits zu der Lage Liellung zu nehmen.

Die Besprechungen des Reichskanzlers Dr. Luther mit den Führern der Mittelparteirn vurden heute abend gegen 7 Uhr abgebrochen und auf Sonnabend vormittag 10 Uhr vertagt.

sie das Nachrichtenbüro des Bereits deutscher Mungsoerleger aus parlaMents-rischen Krei- [en hört, ist man in dieser Nschmitiagsde- liprechung nicht ostwärts gekommen. Die ruseinandersetzungen drehen sich im wesent­lichen immer noch um das Reichsinnenministe- num, das sowohl die Tomobratrn als auch die Deutsche Volnspartei beanspruchen. Gegen­über dieser Situation soll, wie verlautet, Dr. Luther erwägen, das Reichsinnenministsrmm zu neutralisieren, d. h. mit einer unpolitischen Ptrsönlichlicit zu besetzen. Den Demokraten Isl das Reichswirtschaftsministerium angeboten worden. Bo» demskratifcher Seite wird vrr-

1 sichert, daß Reichswehrminifter Dr. Gehler beute nachmittag erneut erklärt habe, daß er fein Amt in dem neuen Kabinett annehmen wolle. Reichskanzler Dr. Luther begab sich am Sbend zum Reichspräsidenten, nm ihm Bericht in erstatten.

W Kam M xrrA

| Berlin, 15. Ian. Wie das Nschrich-en- böro des Vereins deutscher Zeitungsverleger erfährt, hat Graf Kunitz an den Rrichs- ianzler Dr. Luther folgendes Schreiben ge= richtet:Ich bitte Sie, von meiner Wieder

ittufung in ein neues KuLinett abzusehen, da : rinerseits die veraniwortnugs-reNe uud an­strengende Tätigkeit des Leiters des Wirt- schastsresiorts in fast 21" Jahren schwerster Wirtschaftskrise gerade unter den heutigen Verhältnissen eine besonders schnelle voliti' he Md gesundheitliche Abnutzung mit sich bringt, die für mich jedenfalls eine längere Er- dolungszeit unbedingt notwendig macht, andererseits jede " die andauernd schwier-gen wirtschaftlichrn Verhältnisse meiner Ansicht nach die ununterbrochene Wfttersiihrung meines Amtes durch eine frische und unver- bl.^chf Kraft erfordern."

Um Gcfiler.

Berlin, 15. Jan., DerLokalanzetger" Melder, daß Michswehrnnmster Dr. G e ß l e r heute vormittag vpm R-rchspräiioenten cmp- iangen toorvcn sei. Im Anschluß daran habe sich Dr. Geßler zum Reichskanzler Dr. Luther 1 begeben. Wie das Blatt wissen will, sollen diese Besprechungen das Ziel haben, Dr. Geßler zur Beibehaltung seines Postens zu bewegen.

dss her Helft von Zeramv?

75 W statt 45 000 Monn VMUW

Die Rückwirkungen von Loearno vor dem Auswärtigen Ausschuß.

Berlin, 15. Ian. Der Auswärtige Aus­schuß des Reichstages setzte die Beratungen über den Stand der Auswirkungen von Lo­earno fori. Zürn Schluß wurde mit allen Stimmen gegen die eine Stimme des Abg. v. R e v e n t l o w (2)t. Dölk.s bei Stimment­haltung der Kommunisten folgende Entschlie­ßung des Abg. von Rheinbaben sDl. 93p.) angenommen:

Der Ausschuß nimmt in einer Debatte über die Auswirkungen des Vertragswerks von Loearno von den Pressenachrichten Kenntnis, wonach der Unterausschuß der Bolfchafterksn- ferenz beschlossen haben soll, die Truppenzahi der Besatzungsmächte in der 2. und 3. Rhein- lanbzsne aus ca. 75 080 Mann festzusetz-m. Eine Verwirklichung dieses Beschlusses würde die berechtigten deutschen Erwartungen aus das stärkste enttäuschen. Sie würde nicht nur die in früheren langwierigen Der- ha.chlunzen zwischen Deutschland und den Be­satzungsmächten bereits erzielten Ergebnisse iNote der BLischafterksnferenz vom 16. No­vember 1925: Erhebliche Herabsetzung der Be- satzungsstsrke aus annähernd normale Stärke, d. h. annähernd deutsche Friedensstärke) wie­der umststzen, sondern überhaupt in krassem. Widerspruch zu der gesamten politischen Lage stehe«, wie sie durch die Unterzeichnung der Verträge von Lsearno geschaffen werden sollte.

Ter Auswärtige Ausschuß richtet an die Neichsregierung auch im Hinblick auf weiter bevorstehende außenpolitische Entscheidungen das nachdrückliche Ersuchen, ihre bisherigen Bemühungen um Herabsetzung der fremden Vesatzungsstärken auf die Zahl der früheren deutschen militärischen Belegung (45 000 bis 56 030 Mann) und um eine dem Zweck des Bevtragswerkes von Loearno entsprechende Regelung des Drsatzungsregimes auf das ener­gischste fortzusetzen und dem Auswärtigen Aus­schuß baldmöglichst von dem Erfolg ihrer Schritte Mitteilung zu machen.

*

Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph", von dem bekanntlich jene aufsehenerregende Meldung über die ungenügende Verminderung der Besatzungstruppen stammt, äußert sich heute nochmals eingehend über diese Angelegenheit. Im Hinblick auf diedeut­schen Klagen" (man hat also auch in Eng­land Kenntnis von der Erregung der deut­schen öffentlichen Meinung) schreibt er u. a., es sei eine Tatsache, daß in Locarno von einer wesentlichen Verminderung der Trup­pen gesprochen wurde, cs sei aber nicht Tatsache, daß dieses Versprechen irgend eine bestimmte Form (!) erhalten habe. Als nach Locarno die deutsche Regierung den Wunsch ausgesprochen habe, daß die Besatzungsarmee auf 45 000 Mann ver­mindert "werden müsse, habe Paris sofort

Einwendungen erhoben. Später, während deZ Aufenthaltes der d-mtschen Minister in London zur Unterzeichnung des Pak­tes sei die Angelegenheit nochmals auf- oeworfen worden und eine Kompromißzif- fer von 00 000 (darunter 45 000 Fran­zosen) sei versuchsweise von einer Seite vorgebracht worden. Briand habe aber in einer verbindlichen Antwort zu Strese- mann gesagt, daß er sich nicht brnden könne, bevor er sich nicht mit seinen Generälen ' beraten habe zum mindesten von einer Verminderung unter 60 00Ö Mann keine Rede sein könne.

Wie wir hierzu von zuständiger Stelle erfahren, sind die Angaben des Daily Telegraph" größtenteils irrefüh­rend. Durchaus tendenziös und den Tat­sachen nicht entsprechend ist vor allem die Behauptung, daß die Zusicherungen in Lo­carno inunbestimmter Form" gegeben worden seien. Dem widersprechen die '.wiederholten Erklärungen der deutschen De­legierten, die von amtlicher alliierter Seite nicht dementiert worden sind. Dem wi­derspricht auch der Inhalt der Note der Botschafterkonferenz vom 16. November, in der ausdrücklich erklärt wurde, daß die B:- satzungStruppen aufnormale Stärk c" herabgesetzt werden sollten.

Von amtlicher deutscher Seite ist dieser Ausdrucknormale Stärke" damals ganz eindeutig in dem Sinne kommentiert wor­den, dah darunter nur die Herabsetzung der B-sayungstruPpen auf die annähernde Stärke der deutschen F r i e d e n s g a r- n i s o n verstanden werden, könne. Dieser Kommentar ist sowohl von Seiten der eng­lischen wie auch der französischen Regierung wie schließlich auch von Seiten der Bot­schafterkonferenz bis heute unwider- 1 prochcu geblieben.

Auch die Anspielungen desDaily Tele- gravh" auf die Unterredungen zwischen Dr. Stref emann und Driand in Loudon sind tendenz'ös entstellt, weil aus ihnen der Eindruck hervvrgehen könnte, als ob der Kompromiß-Vorschlag" einer .Truppenherab- setzung auf 63 000 Mann von deutscher Serie gemacht worden sei. Ein solcher Vorschlag ist von deutscher Seite nicht gemacht worden. Die deutsche Regierung hat vielmehr sowohl bei dieser wie auch bei anderen Delezenheiten keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie nur dann das in Locarno und in der Bote der Dotschafterkonferenz vom 15. November ge­machte Versprechen als tatsächlich eingelöst ansehen würde, -trenn die Herabsetzung der Truppen auf annähernde Starte der deutschen Friedensgarnifonen tatsächlich er­folgt ist. Die-Ziffer 60 000 übersteigt diese Stärke aber noch um 25 Prozent.

Vielleicht ist aber der Streit um die Ve- satzungsstärke den Vertretern . des, deutschen Volkes eine Lehre, daß es völlig abwegig ist, sich auf allgemeine Zusagen ati> Hvs- lichkeitLformeln zu verlassen. Wohin wir mit dem Glauben an die Vernunft des Dawesabkommens und den Geist von Locarno gekommen sind, merken wir doch von Tag zu Tag mehr. Die Folgen trägt aber in erster Linie die breite Masse des Volkes, und sie wird ihre Führer dafür zur Ver­antwortung ziehen, wenn sie heute den Ans- legungskünsten der Alliierten machtlos gegen» überstehen. ®-

wirken, daß das Ergebnis von Locarno noch ein anderes werde. Solange Frankreich die Frage von Locarno selbst noch nicht entschie­den habe, brauche Deutschland sich nicht zu be­eilen, in den Bölkerbund einzutreten.

Der Ausschuß genehmigte schließlich gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommunisten das Gehalt des Ministerpräsi­denten und die übrigen Besoldungspositionen. Abgelehui wurde der kommunistische Antrag auf Wlösung des Ministeriums des Aenßern.

Das neue österreichische Kabinett.

Liien, 15. Jan. Der Nationalrat hat heute die neue R e g i e t u n a mit 80 Stim­men der Christlich-Sozialen ni> E^cstdrutschen gegen 53 Stimmen der Sozialdemokraten ge­wählt. Der Landbund enthielt sich der Stimm­abgabe. Das Kabinett setzt sich wie folgt zu­sammen: Bundeskanzler und Aeußeres: Dr. Aamck, Bizekanzlcr und Justiz: Dr. Wa­ber, Finanzen: Kollman,n, Handel und Verkehr: Dr. Fürst, Land- und Forstwirt­schaft: Thaler, Unterricht: Dr. Schnei­der, Sozialverwaltung: Dr. Rösch, Heer­wesen: T a u g ö i n.

MussoliniEhef der Regierung.

sk. Rom, 16. Ian. Durch königliches Dekret vom 3. Januar wurde der Regierungschef Pre­mierminister und Außenminister M u s s o - lini, der bisher das Kriegsministerium. Ma- rineministerium und das Ministerium für Luftfahrt interimistisch verwaltete, zum In­haber auch dieser drei Ministerien ernannt. Diese Mahnahme wurde nach der ,,T r i bu -. a durch das neue Gesetz über den Premier­minister ermöglicht, traft dessen dieser andere Ministerien direkt übernehmen kann und die einzelnen Minister ihm verantwortlich find.

Erhöhung des italienischen Kriegsbudgets.

ft Rom, 16. Ian. WiePovolo de Roms" meldet, ist das Kriegsbudeet um 401 Mil­lionen Lire erhöht worden.

Enrics Tofelli gestorben.

Florenz, 15. Jan. Der Pianist En­rico T o s e l l i, der Ecmahl der ehe­maligen Kronprinzessin Marie Luife von Sachsen ist hier gestorben.

bM»

3m 3ahre 1923 wurden 249 Konkurse er­öffnet, im Jahre 1924 5 925, im Jahre 1925 11 510. Dieses Jahr 1925 war das 3ahr des Moratoriums, in dem Deutschland seine Schulden aus einer Anleihe aufbringen konnte. Es war das Jahr, in dem sich die deutsche Wirtschaft erholen sollte, um die mit dem Lahr 1928 einsehrnden erhöhten Lasten des Lawekabkommens tragen zu können. Allein die letzten Monate diesesSchoniahrcs" brachten 1 164 Konkurse im Oktober. 1343 Konkurse im November, 1 660 Konkurse tm Dezember. Das heißt, her letzte Mo­nat des Dawes-Schvn"-3<chres ergab sieben­mal mehr Konkurse als das ganze Jahr 1923. Vicht gerechnet sind bei dieser Aufzahlung die Geschäftsaufsichten, die nur dem Namen nach keine Konkurse sind und hinter der Zahl der echten' Konkurse kaum zarückbleiben. Eben­falls nicht gerechnet sind die zahllosen Fälle, in denen mangels einer Konkursmasse der Konkurs nicht eröffnet werden konnte.

Auf den Siraßen irren Menschen umher, von Tür zu Tür, in Schnee und Aegen, bei bitterer Kalte. Jeder Arbeiter weist, daß es darunter Menschen gibt, die aus der Arbeits­losigkeit ein Geschäft machen. ' Aber das trifft doch die Masse nicht, das namenlose Elend der eineinhalb Millionen. Und zu diesem et gesellen sich wieder Hunderttausende. denen es nicht viel besser, oft noch schlechter geht, die Kurzarbeiter und Saisonarbeiter. Im Gebiet Der Großindustrie (Dortmund, 5)5. De. Dochum, Selsenkirchen, Mühlhetm- Auhr, Duisburg) standen im Dezember 1925 39123 Voll-Erwerbtlosen 49 893 Kurzarbeiter gegenüber, von denen ein Teil nur 24 Stö. wöchentlich arbeitet. Stellenweise sind bis zu 80 Prozent nur 2, 3 oder 4 Tage in der Woche beschäftigt. Und weiter gibt es Tausende und Abertausende von Erwerbslosen, die statistisch garnicht zu erfassen find, weil sic aus Scham auf die Fürsorge verrichten. ,

Wir Haden uns all die Jahre hindurch m Deutschland damit begnügt, auf e-ne Besse­rung unserer Notlage zu hoffen. Ja. e»_ ist Herne noch so, daß man verächtlich eisrück­ständig" oder mitleidig alspessimistisch" ab­getan wird, wenn man nicht den berühmten Siiberstreifcn am vorübergehend dunklen Ho­rizont zu entdecken vermag. Ohne Zweifel gibt es auch heute noch Menschen genug, bei denen angesichts eines Gehalts, von dem hundert andere gut zu leben vermöchten, jcöw PesfimusmuS unverständlich erschiene.

Aber nicht von diesen Auserwählten ist hier. die Nede. Es gibt doch unter und außer ihnen auch Führer, die sich angesichts der Entwicklung, die unsere wirtschaftliche Lage genommen hat, die Frage stellen müßten, ob sie sich in ihren Berechnungen nicht ge­täuscht haben. Wie denkt derVorwärts" über die Bilanz des ersten DaweSiahres. der am 17. August als den Zweck des Abkommens bezeichnete, jenen wirtschaftlichem Zuständen, . unter denen niemand mehr gelitten habe als die Massen des arbeitenden Volkes,ein Ende zu bereiten und sie durch andere zu er­setzen, die eine entschiedene Besserung be­deuten.? Bleibt die Kölner Zentralstelle der Deutschen Demokratischen Organisationen des besetzten vebictes auch heute noch bei ihrer Empfehlung des DawesabkommenS, weil ei (so am 24. August 1924 in einer Entschlie­ßung)die Schaffung von Arbeitsgelegenheit und die Wiederherstellung der Wirtschaft" be­deute? Was verspricht sich Herr Marx von den weiteren Auswirkungen des, Ver­trages, den er im Aamen der ^Regierung unterschrieb,weil sie den Kontrakt als einen Schritt auf dem Wege zur Gesundung ansehe . ."? r

Wir haben im kommenden Jahre 200 Mil­lionen Gcldmark mehr auf zu bringen als im verflossenen unb unter schwierigeren Um­ständen. Wir sollen im Jahre 1927 450 Mil­lionen mehr aufbringen, und schließlich vo« 1928 ab 2 500 Millionen, das heißt mehr al« das Doppelte. Ferner besagt noch eine Klausel des Dawesplanes:Sollte der Wohl­stand' des deutschen Volkes zunehmen, so ist eine weitere Erhöhung der Zahlungen auf Grund einesWohlstandsinder" anzuorkmen." Und zuletzt: Es ist überhaupt nicht gesagt, wann einmal unsere Zahlungsverpflichtungen beendet sein sollen. Beschäftigen sich die oben zitierten Lobredner des Dawesplane« mit diesen Zahlen oder sind sie etwa darauf bedacht, denWohlstandsinder" zu errechnen, um ganz im Geiste der Vernunft den Ver­trag loyal zu erfüllen?

Ist aus diesen erschütternden Zahlen in den letzten Wochen politisch die Konsequenz ge­zogen worden? Man darf ruhig sagen: Rem. Zwar wird von einigen Blättern, auch von manchen Bolitistern, die Frage der Dirtschasts- diktatnr aufgeworfen, aber seit der Revolution acht ia der Rus nach dem Diktator durch die