Seite 2
Obrrtzessifche Scihtng, Marburg a. S. DleuStag, bett 12. Januar 1926
Bank an Amerika.
der
Hier wurden auf J,? o it Fuhrt ttttk •*'T
e
i
U E
►
I
r e:
I"
t
f *
3 be«
es der Md sch« Frc imt Die geg Sei Rü
Inzwischen hatte der Dichter die Der» Handlung eröffnet und dem Ankläger zum Verhör daS Wort erteilt. Der war ein
Verlag von Dr. C. Hiheroth.
Verantwortlich für die Schriftleitung und den politischen Teil: Dr. Ernst Schellet; für den lokalen und provinziellen Teil; Wilhelm Witzner; sämtlich in Marburg.
.auf toöl 121 glei
1 den ten die Eir Pht gen sich lier
den Au an toei sch seit ank den tur Sc bui St' dui len ist D< rnr Sir geb Wi der der län 2L vor rux fen sini ist es an< die «us Do 6i< sich Ofl kf S5i In ttni lio sich r der wo sei der M Ma
robuster Wann mit rechtschaffene« Sefichr, '
darr Kn! Der der aus, Stil voll -äsi dies» 2öä nm< wär Um! die 10 vta geri
2 kam daß Lau ist, zwe «esc die Hel iw onb Hek iw zur an Fro hat eine rinr Wo Lar auf väl Hei spr< sich rrisf dar
2 Lar der
f
MMs W
Faschistenkardernng an einen Fürst-Bischof.
fk. V e r l i n, 12. Ian. Der „Lokalanz." meldet aus Innsbruck, dah gestern eine Gruppe Faschisten von dem Fürstbischof von Drixen die Herausgabe des Schlosses Vounach gefordert habe, das in eine Milizkaserne umgewandelt werden soll. Das Verlangen sei abgelehnt worden.
Der Berkaus von Aktie» der Dredener
Ar Sm» von MM-Lountz
Skizze von Alfred MannS.
In der Star Dar zu Finton, der Welt» fernen Hauptstadt der „Woods County" von Reu-Mexiko, herrschte aufgeregte« Leben, als der Landmesser Oliver Draton eintrat. Whisky war ja verboten, deshalb nannte man ihn rhhe flavor und trank umso mehr davon.
DesonberS der alte sehnige Mills, der Trcwper.
„Bei allen Teufeln, alter Den", sagte Tom Buller, „wenn'S nicht vorige Woche Dein Al — ha, Iah nur — oder ein anderer getan hätte: ich wäre im Stande gewesen, es dem Schurken heute oder morgen zu geben."
Fatty Prickle rih die Augen rund. „Wir sind allesamt rauhe, verdammt rauhe Burschen, aber dieser Screansoul war ein Teufel, uns alle hatte er mit seinem verdammten Velde am Bande und jedeSmal dem Aermsten ritz er den Hals ab. Aber, aber —, und das ist gerade das Verfluchte dabei, alles spricht gegen Deinen Jungen, Den Mills. Es geht ihm an den Kragen, dem Prachtkerl, lind das wegen solch ’ner Bestie!"
Der alte Trapper schien durchaus nicht aufgeregt, wenngleich seine Augen flackerten. „O rro“, warf er ein. .da bin ich ja auch noch — na und dann Richter KingSley, mein Freund, — — denkt Ihr. Kingsley würde den Al---“
Plötzlich entstand eine Stille. Drauhen vernahm man Rohgetrampel und daS Geräusch schleifender Dalken.
„Leute", schrie ein junger, mahloS aufgeregter Pent, „sie bauen den Galgen. Aber verdammt wollen wir sein, Venn wir nach dem Spruch den Al nickst — —*
Alle blickten auf Mills! „Wird nicht nötig sein", sagte der, weiter nichts.
„Da gehen die Geschworenen, eS wird Zeit jetzt", schrie Fatty. „und da ist auch Kingsley —--ich will verdammt sein, wenn ich
je solch eine weihe Rase sah."
Die Bar leerte sich. Als letzter ging Ben Mills hinaus.
Fragsrd wandte sich der Landmesser dem Darkeeper zu.
teilt, hat das Zentralkomitee der Kvmmunisti- f(6en Partei in seiner heutigen Sitzung W« schlossen, den RcichstagSabIeordneten Iwan Katz auS der Kvmmunistffchen Partei tirszu- schliehrn. Gleichzeitig wird er auigejorbert, das ihm von bet Partei übertragene Reichs» taosmandat nirbrrzulcgen. Nach derselben sott Iwan Satz der Anführer der Gruppe fein, die heute morgen die Redaktion und die Geschäftsräume der „Niedersächsischen Arbeiterzeitung" stürmen wollte.
Arbeitsaufnahme -ei den OpelVerkcu.
Rüsselsheim, 11. Ian. Die Opel-Werke in Rüsselsheim teilen Mrt, dah sie ihre vor Weihnachten stittgelegten Betriebe am Montag, den 11. Januar, wieder tn Betrieb nehmen, nachdem in der Zwischenzeit größere Aufträge, insbesondere aus dem Auslände, bereut» genommen werden konnten. Der Betrieb wird jedoch nicht tn vollem Ausmaße wieder ausgenommen, da durch die weitere Durchführung auf Massenfabrikation schon jetzt eine Tagesleistung von Über 200 Kraftwagen erzielt werden kamt. Wie die Firma dieser Mitteilung binzufügt, scheint die Depression auf dem deutschen Autonwbilmarkte einer erfreulichen Wie- berbtfcbitng Platz zu machen.
Her Bolkstrauertag am 28. Februar.
sk Berlin, 12. Jan. Die Veranstaltungen an dem diesjährigen Volkstrauertag, dem 28. Februar, liegen laut „Lokal-Anzeiger" wie im Vorjahre in den Händen des BolksSuudes der KriegSgräberfürsorge. Ter VormittSgSgotteS- d«nst wird im Zeichen bet Trauer nm die Ke- sallenen abgehalten. Um 1 bis 1.15 llhr erfolgt ein gleichzeitiges Läuten der Glocken aller Kirchen. Für den Nachmittag und den Abend sind kurze Gedenkfeiern geplant.
-—♦—
Ausland
Englische Arbeiterpartei und Kommunisten.
ft. London, 12. Jan. Der Arbeiterkorrespondent der „Times" meldet, der Aa- tionalrat der unabhängigen Arbeiterpartei Englands habe beschlossen, die Frage einer gemeinsamen politischen Front mit her russischen kommunistischen Partei bei bet nächsten Sitzung des Vollzugsausschusses der 2. Internationalen auszuwerfen. Der Korrespondent fügt hinzu, man darf sicher fein, daß dieser Vorschlag, der in überraschendem Gegensätze zu den Beschlüssen auf der letzten Konferenz der englischen Arbeiterpartei stehe, von dem Vollzugsausschuß der 2. Internationalen verworfen wird.
Erkrankung Chamberlains in Rapallo.
fk. Rapallo, 12. Jan. Chamberlain der gestern von einem Ausflug nach Pisa hierher zurückgekehrt war, wurde durch Anfall von Influenza genötigt, daS Bett zu hüten. Er hatte ziemlich hohes Fieber und zeigte Sympthome von Bronchtalkar. Die Rückreise nach England, die beute erfolgen sollte, ist verschoben worden.
Tie Serhastungen in Budapest.
Budapest, 11. Ian. (WTD.) Der verhaftete Dr. S ch w e tz ist Beamter der Landes- zentralkreditaenossenschast. Er wird beschuldigt, mit Andor in Mailand falsche Francnoten in Verkehr gebracht zu haben. Die Polizei hat ferner den Budapester Fabrikanten Dr. Bela Mankowics, einen Bruder des im Haag verhafteten Mankowics. in Haft genommen. Er war bereits vor einigen Tagen einem polizeilichen Verhör unterzogen, aber wieder entlassen worden. Inzwischen hat die Polizei Beweis-
Set Sohn H vrrslskbenen ReWMidenten vor Stricht Berlin, 11. Jan. Vor dem Amtsgericht Lichterfelbe wurde gegen den Sohn des verstorbenen Rcichsvräftdeuten, Redakteur Fritz Ebert, im Privatllageverfahren wegen Körperverletzung verhoichclt. Bei der letzten Rcichs- präsidenteuwahl hatte er gelegentlich eines Zusammenstoßes mit Mitgliedern des Bimarck- bnndes dem Führer bet Gruppe eine Ohrfeige versetzt. Das Berfahren endete mit einem Vergleich, nach dem Redakteur Ebert sich zur Zahlung von 20 MarkBuße zugunsten bet Kriegsblinden bereit erklärt hatte.
--*--
dem man den Widerwillen für das aufgezwungene Ehrenamt deutlich ansah.
„Bekennt Ihr Euch schuldig, Al Mills?" „Rein."
„Ihr seid von zwei Zeugen mit bet Mordwaffe in der Hand vor dem noch warmen Opfer überrascht."
„Ich fand den Toten und hatte den Hammer ausgenommen."
„Habt Ihr am Morgen des Tages Drohungen gegen Screansoul ausgestohen?"
Al schwieg einige Sekunden. „Ja, aber —"
„Hat er Such nicht hart georüngt wegen einer Schuld?"
Grimmig nickte der Angeklagte.
wilnb — — hm, — hat der Tote nicht Gutem Weibe — —"
Da schoß eint flammende Röte in Als Gesicht. „Rennt mein Weib nicht in einem Atem mit diesem Hunde!"
Der riesige Anlläger wurde rot wie ein Schuljunge.
's ist auch wahr, Freund Al. Ra, ich vill'S kurz machen. Gentlemen", so wandte er sich an die Jury, „ich gäbe zwei Finger vrum, wenn es anders wäre. Aber in unserem gesegneten Staate ist es verboten, einen tollen Hund totzuschlagen, wenn er auf zwei Deinen läuft und aussieht wie ein Mensch. Gentlemen", — der Redner wischte sich mit einem roten Tuche den Schweiß von Stirn. „Es hilft alles nichts. Gesetz ist Gesetz. Ihr müßt ihn schuldig sprechen und aufhängen, unfern Al Mills."
Diese wenigen Worte erweckten in jedem Zuhörer das Gefühl, als ob ihm bet Tod selbst im Racken säße.
Aus der Ecke, wo Den Mills stand, hörte man ein überlautes Räuspern. Dicke süßliche Fiugwollen stiegen dort gegen die Decke.
Schwer «hob sich Richter Kingsley. „®er Verteidiger.'
Hierzu hatte man den besten Freund des Angeklagten bestimmt. Dem guten Kerl standen die Tränen tn den Augen. Er zuckte die Schultern.
„Ai hat nicht gestanden, und ich meine, Ihr solltet ihn nicht verurteilen, wenn ich auch verdammt nicht weiß, was ich selbst täte. Tut, Was Ihr mützt, aber bei allen guten Dingen
fk. Berlin, 12. Ian. Wie das „Verl. Tageblatt" zu dem Verkauf von Aktien der Drsdener Dank an Rewhorker Danlhäuser erfährt, handelt es sich um den Betrag von 4 Millionen Mark, der noch vergrößert werden kann, unter der Voraussetzung, daß eine günstige Platzierung der Aktien in Amerika erfolgt. Ein Eintritt von Mit- altebern der amerikanischen Dankengruppe in Den Aufsichtsrat der Dresdener Dank kommt nicht in Frage.
8nr Fürstenabfindnng.
Berlin, 11. Jan. Der deutschnational« Abgeordnete Dr. Friedr. Everling übersandte dem Nachrichtenbüro deS Vereins Deutscher Zeitungsverleger folgende Erklärung: „Obwohl ein Jnteressenkonflikt für mich nicht in Frage kommt, ijabe ich ohne eine Anregung von irgendeiner Seite, um der gegen mich inszenierten Hetze auch feben Schein eines Anlasses zu nehmen, heute die Vertretung Seiner Hoheit des Herzogs von Altenburg niedergelegt."
Hellpach ordentlicher Honorar-Professor.
Heidelberg, 11. Jan. Das badische Staatsministerium hat jetzt amtlich, wie verschiedene Blätter melden, den früheren Staatspräsidenten und Minister des Kultus und Unterricht, Prof. Dr. Wilhelm Hellpach, zum ordentlichen Professer an der philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg ernannt. Hellpach, der das Fach v«r angewandten Psychologie vertritt, nimmt seine Lehrtätigkeit im nächsten Som- «erfemefter auf.
Vierpreisherabsetzung in Bayern.
fk. München, 12. Jan. Wie die „Münchener Neuesten Nachrichten" mekden, N mit Wirkung vom 15. Januar der BierpreiS um 2 Pfg. pro Liter für dunk- W und helles Lagerbier ermäßigt worden, •hl neues Vertragswert zwischen deutschen
Verlegern und Redakteuren.
»erlitt, 11. Jan. Am 9. Januar 1926 ist nach längeren Verhandlungen zwischen den Verlegern und den Redakteuren der deutschen Presse ein Vertragswerk zu- standegekommen, das das gemeinsame Zusammenwirken der Redakteure und der Ver
leger im Zeitungsgewerbe sichern und ihre Hinterbliebenen von den Sorgen um die Folgen von Invalidität, Alter und Todesfall entlasten sott. Verleger und Redakteure legen besonderen Wert darauf, daß diese Verträge in vollkommen freien Bev- clnbnrungcn zustandegekommen sind.
Das Vertragswerk besteht aus einem Rahmenvertrag, einem Normaldienstvertrag und einem Komplex von Verträgen, die die Alters- und Hinterbliebenenve'rsorgung der Redakteure regeln. Es ist unterzeichnet von dem Vorstand und den führenden Mitgliedern des ReichSverbandes bet deutschen Presse, des Vereins deutscher Zei- tungsverleger (Herausgeber der beutfuien Tageszeitungen) u. des Arbeitgeberverbandes für das Zeitungsgewerbe E. D. Der Vertrag tritt am 23. Januar in Kraft.
Wieder eine Falschmünzer Werkstatt aufgehoben.
Dresden, 11. Jan. Laut Polizeibericht wurde bei der Verausgabung gefälschter 2ü-Markscheine am 8. Januar in Düsseldorf ein junger Mann aus Dresden betroffen, der bei seiner Festnahme einen Polizeibeamten mit einer Schußwaffe verletzte. Ein bereits auf der Rückfahrt nach Dresden begriffener Mittäter wurde in Paderborn Im Zuge verhaftet. Die in Dresden vorgenommene Durchsuchung der Wohnung erbrachte den Beweis, daß die beiden Festgeuommenen zugleich die Hersteller des Falschgeldes sind. Es wurden rund 400 falsche Scheine gefunden. Auch der Woh- nungsvermieter wurde als Mitwisser festgenommen. Die falschen Scheine sind feit etwa einem Vierteljahr meist in außer- sächsischen Städten verausgabt worden.
Fälschung Schiveizer Banknoten im Rheinland.
ft Düsseldorf, IzJ. Jan. In letzter Zeit tauchen hier wieder falfdjc Schweizer 100= Frankennoten mit dem Bildnis W. Teils auf. Diese sind leicht Chi der unscharfen Aufschrift zu er st n mn, sowie an dem dicken, wollig en Papier. Nach einer Mitteilung der schweizerischen De- peschen-Agentur aus Bern handelt es sich bei diesen Noten um Fälschungen der während der Kriegszeit hergeskllten 100-Frctttkntnoten mit dem -Tellkops . Die ganze Ausgabe dieser Banknoten wurde Ende des Jahres 192ö ein» gezogen.
Tie Lage der blockierte« Dampfer.
Stettin, 11. Jan. Rach einem drahtlosen Telegramm des „Dampfers „Klara Kunstmann, der im Finnischen Meerbusen Im Eise eingeschlossen ist, lag dieser heute morgen östlich der finnischen Insel Hog- tand. Das Eis steht. Der nördliche Wind hat abgenommen. Proviant scheint noch für einige Tage vorhanden zu sein. In sichtbarer Nähe befinden sich anscheinend noch 12 deutsche Dampfer. DaS Linienschiff „Hessen" dürfte die Dampfer voraussichtlich nicht vor Mittwoch vormittag erreichen. In Begleitung der „Hessen" befinden sich zwei Schlepper der Bergungs- und Bugsierreederei Hamburg.
Stettin, 11. Jan. Wie die Reederei Kunstmann mitteilt, soll von den bei Kroir- stadr Im Eise festjitzenden Schiffen der Hamburger Dampfer „3lltengantme'J auf Strand gelaufen und verloren fein. Die Bremer Dampfer „Thor" und „Faust" sollen schwer beschädigt sein. Eine authentische Nachricht hierüber liegt bis zur Stunde noch nicht vor.
Ausschließung ans btt Kommunistischen Partei.
Hannover, 11. Jan. Wie btt „Niedersächsische Arbeiterzeitung" in Hannover mit«
im Himmel und auf Erden, macht'S kurz. Dieses hält kein Mensch länger au#.“
Tom Buller drehte feinen Kopf zu Fatih Prickle. Ziemlich deutlich konnte bet Landmesser die Worte verstehen.
„Wenn sie Al abführen, zünden wir dem toten Aasgeier das Haus an. In dem Aufruhr versuchen wir. Al einen Gaul zwischen die Beine zu schieben."
Kinglehs magere Hände griffen wie Geier- krallen tn daS Holz des Tisches.
„Hat noch jemand Fragen zu stellen--T
MchtS rührte sich.
„Nun, denn muh ich den Geschworenen —' Da tönte vom Eingang her ein Ruf aus Frauenmund. „Halt!"
DaS wirkte wie ein elektrischer Schlag. Ethel Mills, das junge Weib des Angeklagten, stand in der Tür.
Weiß wie Kalk, aber mit sinsterer Entschlossenheit trat die schöne starke Frau vor. „Al ist unschuldig, keiner ist schuldig, denn ich erschlug den Wucherer. Er hatte 2ll wegen einer Schuld bis zur Verzweiflung gedrängt. Alles, sein Haus, seine Pferde, seine Fallen wollte er ihm pfänden lassen — —. Mich bestellte et zu sich, um die Sache mit mir zu besprechen. Al lauerte drauhen, und als der Screansoul mich anfahte, sprang er zu, kam aber zu Fall, und der Wucherer stand mit einem Holzscheit über ihm. Da packte ich den Hammer und schlug ihn von hinter auf den Schädel des Schuftes."
Die Worte Gängen wie eingelernt, und als ob die Sprecherin besorgt fei, den Faden zu verlieren, aber sie wirkten gleich altem Wein auf die Versammlung, sogar die Mienen der Deschtvorenen verloren an Starre.
Diese energische Frau hatte die verzweifelte Lage wieder auf ein guteS Geleise gebracht.
Die Lüge lag faustdick in bet Luft, und doch war sie eine Befreiung, denn sie schlug bie Drücke vom menschlichen zum RechtSgefüh! hinüber.
Aotwchr — alles war in Orbnung. Der Mann dort oben brauchte nur zuzustimmen. Dem aber schwollen bie Adern an den Schläfen.
„Leute, bei Gott. daS dürft Ihr nicht Aaachen. {Baumelt mich auf. bc draußen,
„Well, Sir, da hat man vor einer Woche den übelsten Menschen in bet ganzen Eounty, den Veldverleiher Screansoul, In seinem Haufe erschlagen ausgefunden. Sin paar Vorüberkommende trafen den Al Mills bei bet warmen Leiche. Eine Stunde vorher hatten Al und bet Wucheret auf bet Straße miteinander gezankt. Der junge Mills ist jung verheiratet und hat Geld von dem Wucherer. Der aber ist hinter Weibern her, auch hinter AIS Weib. Al erfuhr das und--na ja,
der Hund hat seinen Lohn gekriegt; ober der arme Junge wirb wohl dran glauben müssen, wenn er auch leugnet — Hm. ja, bie Ruhe des alten Ben — — hört, Sir, ich schließe zu, und wir gehen hinüber zur Versammlung. Ist's Euch recht? Mit scheint, wir haben was Besonderes zu erwarten."
Der Landmesser wat einverstanden. Unterwegs erzählte der Barkeeper noch einiges von dem Toten. Zwei junge Mädel, deren Väter in seiner Gewalt waten, hatten sich von ein paar Monaten in ein Eanon gestürzt ---
und andere Scheußlichkeiten mehr wußte der Begleiter Oliver Bratton zu berichten.
Die Versammlung fand in der Schule statt Die Geschworenen hatten verteufelt ernste Gesichter.
„Damit it", flüsterte der Darmann, „alle würden daS eigene Leben für den M ein- setzen, — — aber Gesetz ist Gesetz. Wenn sie gefragt werden, ob schuldig ober nicht, bann sagen sie „schuldig" und hängen den Jungen."
Bratton kroch ein Gefühl der Kälte durch daS Mark. Draußen tönten Hammerschläge, von allen gehört, auch von dem Angccklagten Al Mills, einem prächtigen Burschen, groß, blondlockig, mit Haren Blauaugen, tn denen jetzt doch so etwas wie To des schauer lagen. Wer et hatte Haltung und sah nicht halb so miserabel aus wie KingSley, der Richter. Wen Zuschauern drehte sich das He» hn Selbe um, zumal, weil Sheriff sich noch ein halbes Dutzend HUfSkonstabler gedungen hatte — Wie sollte man den AI da befreien--?
Newyork, 11. Jan. Hier wuroen a»T offener Straß- 2 Juweliere überfallen und mit dem Revolverkolben niedergeschlagen. Die beiden Räuber bemächtigten sich zweier Taschen, dir ungeschliffene Diamanten im Werte von über 100000 Dollars enthielten, und entflohen im Automobil trotz des Kugelregen», den ihnen die Polizei nachsandte.
MHjtt TagMMkwltn
Eine furchtbare Bluttat.
Ludwigshafen, 11. Jan. Ein, furchtbare Bluttat hat sich heute mitte» zwischen 2 und 3 Uhr in dem StadtteU iM Juweliergeschäft Karl Sidlin zugetce- geu. Ein in den letzten Tagen von Sidlft entlassener Uhrmachergehilfe verlangte heu» mittag wieder, eingestellt zu werden. Atz Sidlin keinen zusagenden Bescheid gebet konnte, zog der Gehilfe eine Pistole und schoß den Juwelier auf der Stelle nieder. Auf die im' Laden anwesend« Frau Sidlft und eine Verkäuferin gab der Täter zwei Schüsse ab, wodurch die Frau schiver verletzt wurde. Der Täter richtet« barai die Waffe gegen sich selbst und tötet« ftz durch einen Schutz tn den Köpf.
Zu dem Raubüberfall im D-Zug.
Hannover, 11. Jan. Die Pressestelle be Reichsbahndirrktton teilt zu dem in der Nach zum 9. Januar in dem D-Zug 8 verübter Diebstahl in Ergänzung ihres Berichts von 9. Januar noch folgendes mit: Nach bte Ergebnis der Untersuchung ist es nur btt außerordentlichen Gewandtheit be» Täters zu- zuschreiben, daß er nicht sofort festgenomme» wenden konnte. Der durch Klingeizeichen bei Reisenden Herbergernfene Schlaswagenschaffna war sofort zur Stelle und ergriff bett ffüchy- gen Täter . Da dieser ihm einen heftigen Et» gegen die Kntescheibe versetzte, gelang es ihm, sich loszureißcn und trotz der Mithilfe vv» zwei Reisenden unsichtbar zu Verschwinden. De Täter ist offenbar auf das Wagendach geklettert und von diesem kurz vor Eintreffen des Zug« in Hannover über das Trittbrett des Wagen auf dem er noch vom Zugpersonal gesehen wurde, auf den Bahnkörper gesprungen. Ak sofort nach Ankunft des Zuges in Hannovs vorgenommene Untersuchung der Strecke tvc ergebnislos. Der Dieb ist dann wahrscheiil- lich mit einem der nächsten Züge nach Berlin zurückgefahren, da festgrstrllt wurde, daß er itt Laufe des Vormittags seine dortige Wohnung 'aufgesucht hatte. Es handelt sich um den als internationalen Taschendieb bekannten Kaufmann Johann Hutter, geboren in OclMütz, wohnhaft in Berlin . <setnc Festnahme H leider bisher noch nicht gelungen.
Raubübrrsall in Newyork.
Nr I k
stücke gefunden, wonach D«la Mankowics war, ber am 21. Dezember, also sofort nM Sntbeckung der Fälschungen im Haag 3 einer hiesigen Dankdehörbe 300 sBilltotS ungarischer Kronen lombardierte und 1 $4 Stück Tausendfrancnvten zurück, löste.
Wie die Blätter weiter melden, soll Prtz» Windischgrätz bei seinem neuerlich^ gestrigen Verhör weiter« Persone, namhaft gemacht haben, bie in bi« Franc, fälschungSaffäre verwtckelt s«tn sollen. Di, Polizei hat beshalb weitere Vorladung?, und Hausdurchsuchungen an geordnet.