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Sos Ergebnis »er änlctWung in Ungarn
Aufgrund der bisherigen Erhebungen ergibt sich nunmehr folgendes Bild von der Entwicklung der Frankenfälschungsangele-' oenheit: Die Idee der Frankenfälschung stammt von dem Prinzen W i n d i s ch - G raetz, welcher bereits früher die Durchführung beschlossen hatte. Unter Betonung parriotrscher Ziele gelang es ihm, den Polizeichef und Beamte des Kartographischen Instituts zu gewinnen. Bald wurden die Arbeiten im Kartographischen Institut ins Werk gesetzt. Geroe begann mit einigen Angestellten dieses Instituts mit der Verfertigung der notwendigen Klischees. Nachdem das notwendige Papiermaterial im Inland nicht beschafft werden konnte, stellte Geroe mit einem Komplizen das Papier in den Kellerräumen des Instituts aus Halbfabrikaten her, die aus Deutschland beschafft wurden. Auch der Druck der Falsifikate erfolgte im Keller des Kartographischen Instituts. Der Druck wurde Ende September beendet. Damals standen 25—30 000 Stück zur Verfügung.
Die Leute, die die Verwertung der Falsifikate übernommen hatten, wurden vom Sekretär des Prinzen Raba organisiert. Aristides Jankovich, der allem Anschein nach die Verwertungsarbeiten leitete, wohnte zwei Wochen beim Prinzen. Die die Verwertung übernehmenden Personen prüften zuerst Die Falsifikate und vernichteten einen bedeutenden Teil als unbrauchbar. Dabei konnte der Budapester Diener des Prinzen, Kaspar Kovacs, sieben Stücke der Falsifikate entwenden und für die eigenen Zwecke verwenden. Die Organisation der Verbreitung und Verwertung wurde Anfang Dezember beendet. Die jungen Leute, die die Verwertung übec- «ahmen, sind teils nach Hamburg, teils nach Italien und Mailand gereist. Bevor sie jedoch größere Mengen der Frankenscheine in Verkehr setzen konnten, wurde Jankovich beim Versuch, die Scheine in Holland umzusetzen, verhaftet. Diese Nachricht erschien bald in der Presse. Der Sekretär des Prinzen forderte hierauf die übrigen Teilnehmer telegraphisch auf, die Arbeit sofort einzustellen und heimzukehren. Gleichzeitig wurden die Klichees im Keller des kartographischen Instituts vernichtet und die Maschinen in Stücke geschlagen und als Brucheisen verkauft. Auch die Falsifikate wurden vernichtet mit Ausnahme derjenigen, die von der Polizei beschlagnahmt wurden.
Rach den bisherigen Daten der Erhebung «gaben sich keinerlei Momente, aus welchen daraus geschlossen werden konnte, daß die Vorbereitung oder Durchführung des Verbrechens von irgendeiner politischen Partei oder «litischen Kruppe beziehungsweise irgend, entern Verein oder einer Organisation geleitet »der begünstigt worden wäre. Sie kann vielmehr als individuelle Aktion einiger zu diesem 3weck vereinigten Personen bezeichnet werden. Rachdem die wesentlichen Einzelheiten des ^«brechens aufgeklärt ward, übergab die Polizei die Akten der in Saft genommenen Perdachtigeu dem Staatsanwalt, der eventuell die notwendigen Ergäuzungsarbeitev in Boll, Oe setzen kann.
, Budapest, 9. Jan. In Vertretung des demokratischen Blocks erschienen heute mittag die Abgeordneten Vaszonyi, Payer, Rvppert und Heghmeghi Kis beim Ministerpräsidenten'Grafen Bethlen und überreichten ihm in der Angelegenheit der rassenschützlerischen Presse und des Blattes „Vilag" ein Memorandum. Der Ministerpräsident habe erklärt, so teilten sie später mit, daß er nötigenfalls auch gegen die rassenschützlerischen Blätter dieselben Maßnahmen wie gegen den „Vilag" ergreifen werde, jedoch betonten die Vertreter des demokratischen Blocks ausdrück- Ich, daß sie von der Antwort be3, Ministerpräsidenten nicht befriedigt seien.
Nach einer Meldung des „Magyar OrS- hag- werden die Kosten der § er fiel» iu.ng der Frankenfälschungen ungefähr 1,5 Milliarden ungarische Kronen betragen hoben, die nach den bisherigen Zeugen» oussagen von dem Prinzen Windrschgrätz Legeben wurden.
Budapest, 9. Jan. Der Budapester sranzösische Geschäftsträger G u e y r a u d dementiert im „Nemzeti Ujsag" entschieden das Gerücht, als ob Frankreich einen Schadenersatz von 400 Millionen Franken *°a Ungarn verlangt hätte. Die Fäl-
Zur Rrsirrunsskrisr
Nochmals ein Neesuch zur ZMimg der Stoßen Mitten?
Amtlich wird bekanntgegeben:
Der Sen Reichspräsident hat in der Frage der Regierungsbildung sich entschloßen, die bevorstehenden Fraktionsbeschlüsse abzuwarten, ehe er eine bestimmte Persönlichkeit mit der Bildung des Kabinetts betraut. Für Montag hat der Rcichcrräsident die Führer des Zentrums und der Demokraten, die Abtt. Fehrenbach und Koch, zu sich gebeten, nm sie zu ersuchen, alsbald eine endgültige Klärung der Frage der Große« Koalition zu veranlassen, da er eine weitere Hinauszögerung der Regierungsbildung nicht für tragbar halte.
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In parlamentarischen Kreisen wird damit gerechnet, daß die Führer des Zentrums und der Demokraten die Sozialdemokraten um eine endgültige Antwort bitten werden Da der grundsätzliche Standpunkt der Sozialdemokratie bereits feststebt, und nach den bekanntgewordenen Auslassungen eine Aende- rung nicht zu erwarten ist, wird in parlamentarischen Kreisen angenommen, daß der Reichspräsident dann spätestens am Mittwo< abend oder Donnerstag früh eine Persönlichkeit mit der Kabinettsbildung beauftragt, die voraussichtlich Dr. Luther sein wird.
Der Beschluß des Zentrums
Berlin, 10. Jan. Der Reichsvartei- vorftand und die Fraktionsvorstände der Zeutrumsvartei des Reichstags und des Preußischen Landtags beschäftigten sich in ihrer Sitzung am Sonntag, die sich von 11 Uhr vormittags bis nach 8 llhr mit einer kurzen Mittagspause binzog, mit der politischen Lage. In der neunten Abendstunde wurde folgendes offizielles Com- m u u i q u e ausgegeben:
Am 10. Januar tagte« im Reichstags- gebäude der Vorstand der Deutschen Zen- trumsvartei und die Vorstände der Zentrumsfraktion des Reichstags und des Preußischen Landtags. In den Berichten aus allen Landesteilen fand die ungeheure, von Tag zu Tag steigende wirtschaftliche Not weitester Volksschichten einen erschütternden Ausdruck. Daraus zog die Versammlung die Folgerung, daß zur Urberwiadung dieser Notlage nur eine Regierung aus breitester Grundlage berufen sein kann. Das ist die Große Koalition. Der Verantwortung zur Bildung einer solchen Regierung kann sich keine Partei entziehe», der es ernst mit der Fortführung einer zielsicheren friedlichen Außenpolitik und der Aufrechterhaltung unserer Ver- fasiung, der Gesundung der Wirtschaft und der Linderung der sozialen Notstände ist. Unverantwortlich wäre es, in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise noch eine Staatskrise heraufzubeschwören. Sie würde zur völligen Verelendung unseres Volkes, insbesondere der Arbeitermassen, füh
ren. Die Versammlung erwartet daher von der Zentrumssraktion des Reichstages, daß sie alle Entschlossenheit und alle politischen Mittel aufbietet, eine solche Entwicklung zu verhindern.
Die Demokraten nach wie vor für die große Koalition.
ft. Berlin, 11. Jan. Wie die „Montagspost" wissen will, werde der demokratische Führer, Abg. Koch, dem Reichspräsidenten in der heutigen Unterredung Mitteilen, daß die Demokraten nach wie vor nur eine Regierung auf der Grundlage! der großen Koalition für möglich halten, weil keine andere Koalition, nach dem Ausscheiden der Deutschnationalen, im Reichstag über eine Mehrheit verfüge. .,
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Kassel, 10 Jan. Am Sünntasvormittag fand hier eine Konferenz der sozialdemokratischen Vertrauensleute des Bezirks Hessen - Kassel statt, in der Abg. Scheidemann über die Frage der Regierungsbildung sprach. Seinem Referat folgte eine längere Diskussion, nach der mit 13 9 gegen eine Stimme folgende Entschließung angenommen wurde:
Die Vertrauensleute des Bezirks Hesieu- Kasiel erwarten von der Reichstagssraktion, daß sie mit allen geeigneten Mitteln dahin wirkt, datz die Parteien, die die Weimarer Veefasiung geschaffen haben, die Reichs- regierung übernehmen. Da unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Verfassungs- varteien nur unter Hinzuziehung der Deutschen Dolksvartei als Grotze Koalition eine Reichsregierung bilden können, muh im Jnie- resie der Republik und der Zusammenarbeit der republikanischen Parteien aus die Grotze Koalition eingegangen werden. Die Vertrauensleute sind der Meinung, datz neben den bisherigen Erklärungen eine Zusicherung der Volksvartei bezüglich der Fürstenabfindung und der Sozialpolitik die Voraussetzung dafür ist.
Der außerordentliche sozialistische Parteitag.
ft Paris, 11. Jan. Die Nacktsitzung des außerordentlichen sozialistischen Parteitages ist um Mitternacht zu Ende gegangen und die Weiterberatung auf heute vormittag vertagt worden.
Paris, 10. Jan. Der Mandatsausschub des außerordentlichen sozialistischen Parteikongresses, der im Laufe der Mandatsprüfun- gen die von den einzelnen Bezirksparteitagen vorgenommenen Abstimmungen zur Kenntnis zu nehmen hatte, hat folgends festgestellt: Es haben sich 1769 Stimmen gegen die Beteiliguns, also für den Standpunkt der extremen Richtung, und 1306 für den revisionistischen Standpunkt, also für die Richtung Renaudel, ausgesprochen.
schungsangelegenheit sei nicht eine Angelegenheit der französischen Regierung, weil sie keine diplomatische oder politische Angelegenheit zwischen Frankreich und Ungarn bilde, sondern sie sei ausschließlich eine Sache der Bank von Frankreich, welche ein privates Geldinstitut ist. Gueyraud dementiert das Gerücht über die Aufhebung der Paßviseu und erklärt, nach seinen Jn- formattonen beurteile die französische öffentliche Meinung die Ereignisse nüchtern, da ihr bekannt sei, daß es sich hier nicht um eine politische oder diplomatische Sache, sondern um eine Strafsache handele. Der Vorfall werde keine schlimmen Rückwirkungen auf die Beziehungen zwischen den beiden Staaten ausüben. Die Entschiedenheit, mit der Graf Bethlen dem Gesetze auf der ganzen Linie Geltung verschaffe, mache im Ausland den besten Eindruck.
Teilnahme Rußlands an der vorbereiteudeu Entwaffnuugskonfereuz?
Loudon, 9. Jan. Einer Genfer Meldung der „Central News" zufolge, hat die Sowiettegierung die Einladung des Völkerbundes angenommen, einen Delegierten zu ben Beratungen der Eutwaffuuugskousereuz ä entsende«.
Sie Lage in Marokko
fk. Paris, 11. Jan. „Journal" gibt eine Meldung aus Rabat wieder, daß den Franzosen treu gebliebene Stämme in der Gegend von Taza —Fez sich im Senhadjagebirge vereinigt hätten, wodurch die französische Front zwischen Tazu und Fez 20 Kilometer nach Norden vorgeschoben worden sei. Die ganze Gegend des oberen Leben, wo der französische Voo- marsch im Lande der Zuli zum Stehen gekommen war, sei nun in den Händen der Franzosen.
fk. London, 1. Janl. Reuter meldet aus Tanger: Nach Mitteilung von zuverlässiger Sette wird die Bildung eines amerikanischen Rifkomttees ähnlich dem englischen Rifkomitee geplant. ES verlautet, daß der wichtigste Förderer dieses Gedankens Myrick sei, der einen hervorragenden Platz im öffentlichen Leben Amerikas einnehme, und, wie es heißt, von einer Anzahl einflußreicher Amerikaner sehr tat- kr ästige Unterstützung erhalte.
8bn Sauds König een Sedschas fk London, 11 Jan. „Daily Telegraf" meldet aus Dschjiddab: Am Freitag hat die öffentliche Versammlung in Mekka Jbu Sauds zum König von H«d- schas ausgerufen. ,,
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Raubüberfall in Mexiko
fk. Mexiko» 11. Jan. Nach Priotamel« düngen aus Guadalajara überfiele» 20 bewaffnete und vermummte Räuber eine» Personenzug zwischen Guadalajara und Mexiko. Eie ermordeten die Mehrzahl der Reisenden und zahlreiche Soldaten der Begleitung. Zwischen de» Sattestellen Negrete und Gurecuaro überfiele» die Räuber, die de» "Zug in Guadalajara bestiege« hatten, plötzlich die Soldaen und die Reisende« mit Messern. Bo» der militärischen Beglett- mannschaft wurden alle bis auf 7 getötet. Die mit dem Leben davongekommenea Soldaten sind schwer verwundet. Der Zag wurde mit den Opfern der Räuber in Brand gesteckt. Di« Räuber standen unter dem Befehl eine» früheren Obersten. Sie entkamen aus der Lokomotive mit 300 000 Pesos. Die telegraphischen Verbindungen wurden durchschnitten. Die Verfolgung ist eingeleitet.
fk Mexiko. 11 Jan. Bisher find aus de« Trümmer» des zwischen Negrete und Gnre- ruaro von Banditen überfallenen Eisenbahn« zuges 20 mit Brandwunde» bedeckte Leiche« geborgeu morde». Kein Wage«, des in Brand gesteckten Zuges ist von de«: Flammen verschont geblieben. Die Banditen sollen das Verbrechen begonnen haben, wett sie in dem Zuge den General Ferreira vermuteten. Die Lokomotive, die die Baudite« zur Flucht benutzten, ist einige Stationen von dem Schauplatz des Berbrecheus. entfernt, apk» gefunde» worden. J N-N
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6000 Mark Belohnung für Aufdeckung von Fememorde».
B e r l i n, 10. Jan. Am Montag werden 's« den Säulen von Berlin und einer Reihe von Städten im Reich Plakate der Berliner Politischen Polizei kleben, auf denen 6000 Mark Belohnung für die Aufklärung von Fememorden ausgesetzt werden. Es handelt bell sich erstens um den Fall des Wachtmeisters Legner, der im März auf dem Truppenübungsplatz Döberitz ermordet und vergraben wurde: zwestens um den Fall des ehemaligen Feldwebels Wilms, der tm Juli 1923 mit zwei Schußverletzungen aus der Havel gelandet wurde: und dttttens um den Fall des tm September 1923 im Kesselbruch des Döberitzer Truppenübungsplatzes mit zwei Schußverletzungen aufgefundenen Leutnants d. R. Sand. In allen Fällen kommen Angehörige der damals bei der Reichswehr bestehenden Arbestskommcat- dos, der sogenannten „Schwarzen Reichswehr"- als Täter in Frage. Ms Täter, Mittäter oder Mitwisser dieser Verbrechen sind nach den polizeilichen Feststellungen außer den bereits verhafteten noch 14 Personen dringend verdächtig, die zurzeit flüchtig sind. Sic werden in den Plakaten mit Namen angeführt. Ferner werden elf namenllich angeführte Personen und alle Personen, die Bekundungen über Fememorde machen können, aufgefordert, sich an die zuständigen Polizeidienststellen zn wenden. Die Angaben werden auf Wunsch vertraulich' behandelt.
Strafexpeditiouen gegen ehemalige Sestah ratiste». ' j
Rüdesheim, 10. Jan. Nachdem erst vor kurzem eine Anzahl junger Leute ettte Strasexpeditron gegen ehemalige Angehörige des Vollzugsausschusses der „Rheinischen Republik unternommen und den Betreffenden übel mit« gespielt hatten, haben sich nunmehr im benachbarten Geisenherm ähnliche Vorfälle ereignet, wobei den Separattsten ebenfalls Türen und Fenster eingeschlagen wurden. In beide« Fällen handelt es sich um Unbekannte, b«e nicht ermittelt wecken konnte».
Rückkehr der e«glischeu RheiuflvtMe «»ch England.
fk Köln, 11 Ja». Die englische Rheinflottille hat gestern Köln verlassen. Sie fährt nach Sttaßburg, durch die stanzösischen Lnuäte nach Le Havre und von, dort durch bm ftwwl nach England zurück.