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Sonmrstag, »en v Zcmnm 1926

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Sie Verhaftung ött mgeMea

DM eine Meimklausel?

AuMMie BerhandMgen »«Mu Sagisi» m» ter Airlei

SenMer MW In Lonbsn

Berlin, 6. San. Don zuständiger Seite wird die englische Meldung bestätigt, wonach die deutsche Legierung an die britische Le­gierung eine Lote gerichtet hat, in der sie darüber Klage führt, daß die neue englische Sndustrieschuhabgabe auf deutsche Waren sogleich erhoben worden ist, nachdem bas Unterhaus das betreffende Gesetz an­genommen hatte. Gewöhnlich werden der­artige Abgaben erst erhoben, wenn das Gesetz verkündigt und in Kraft gesetzt wird und nicht sogleich nach der Annahme im Parlament. Infolgedessen haben die deutschen Snteressen» ten, die von der englischen Maßnahme Über­rascht wurden, schweren Schaden erlitten.

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Aushebung des Artikels 18?

Deutsch-französische Berl>a»dluugen.

Berlin, 6. San. Französische Presse­meldungen berichten über angebliche Ver- handlungen zwischen Deutschland und Frank­reich, in denen Deutschland die Aufhebung des Artikels 18 des Dersailler Vertrages von Frankreich zu erreichen suche. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, trifft es zu, daß die deutsche Legierung in dieser Frage in Paris Schritte unternommen habe. Gegen­wärtig sind die Verhandlungen darüber jedoch unterbrochen; sie dürften zuerst zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden.

Artikel 18 handelt von der Möglichkeit einer Wiederbeschlagnahme deutschen Eigentums auch nach dem Krieg. Von allen übrigen Ländern ist diese Bestimmung außer Kraft gesetzt worden; das Gleich.' dürste auch aller Wahrscheinlichkeit nach von Frankreich zu erwarten sein, da sich Frank­reich selbst sagen muh, daß steundschaftliche, namentlich Handelsbeziehungen mit einem Lande nicht möglich sein können, solange diese Bestimmung des Artikels 18 noch aufrecht er­halten bleibt.

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Wiederaufnahme der Handelsluftfahrt­verhandlungen.

ft. Paris, 7. Jan. Wie die Agentur Sa­vas mitteilt, sind am Quai d'Orsay die Ver­handlungen zwischen den deutschen unb, alli­ierten Sachverständigen im Hinblick auf die Regelung der deutschen Handelsluftschfffahrt wieder ausgenommen worden. Man hoffe, zu einem Abkommen zu gelangen, doch würden sich die Besprechungen noch einige Zeit hin- riehen.

Die Beteiligung Amerikas an der Genfer Vorkonferenz.

Washington, 7. Jan. Der Annahme der Vorlage über die Beteiligung Amerikas an der Genfer Vorkonferenz ging im auswärtigen Ausschuß des Repräsentantenhauses eine län­gere Aussprache voraus. Ein Zusatzantrag, wonach die amerikanischen Delegierten ange­wiesen werden sollten, eine Entschließung vor­zulegen, in der die Erwägung wirksamer Maß­nahmen zur völkerrechtlichen Achtung derjeni­gen Staaten, die zu einem Angriffskrieg schreiten, empfohlen wird, wurde a b g e - lehnt. Der Ausschuß nahm einen Antrag an, durch den ausgesprochen wird, daß ledig­lich eine Beteiligung an der Vorkonferenz, nicht eine Mitarbeit vorgesehen ist.

Weizeneinsuhrverbot in Amerika.

ft. Washington, 7. Jan. Der Staats­sekretär für Ackerbau hat vom L Januar ab die Weizeneinsuhr aus Indien, Japan. China, Australien, Südafrika, Italien und Spanien verboten.

Ausbruch des Vesuv.

Neapel, 7. Jan. (Ag. Stefani.) Am westlichen Hange des Eruptionskegels des großen Vesuokraters bildete sich plötzlich eine Oeffnung, durch die Lava herausfließt. Eine andere Oeffnung zeigte sich am nördlichen Fuße des Kegels. Buch hier ist Lava heraus- geflosien. Starke Explosionen erschallen an der Mündung des Eruptionskegels.

Kein Bombenaltentat auf Riza Khan.

Teheran, 6. Jan. Die Bagdader Mel­dung über ein Bombenattentat auf den Schah Riza Khan Pählävi ist vollkommen un­begründet.

Paris, 6. Jan. Der Sonderberichterstatter desPetit Journal" in Riga erfährt aus sicherer Quelle, datz trotz der Dementis aus rusiifcher und türkischer Quelle der türkisch- russische Vertrag eine Geheimklausel enthalte. Danach verpflichte sich Rußland, im Falle eines Angriffs der Türkei den wichtigen Petroleum- Hafen Saturn am Schwarzen Meer zur Ver­fügung zu stellen. Weiter verpflichtet sich Ruß­land, der Türkei Waffen und Muni­tion sowie Pferde zu liefern und die Anwesenheit von türkischen Truppen an der kaukasischen Grenze zu gestatten.

Ein englisch-französischer Gegenzug.

sk. London, 7. Jan.M o r n i n g P o st" berichtet aus Alexandrette: Berichten aus der Türkei zufolge sind die Türken davon über­zeugt, daß bei der Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Jouvenel in Lon­don ein endgültiges Abkommen zwischen den beiden Mächten über den nahen Osten zustande gekommen ist.

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Die Aussichten der Mossulverhandlungen.

Paris, 6. Jan. Trotz der Befriedigung, die in englischen Diplomatenkreisen über die gestrige Unterredung Baldwins mit Fe­ri d B e y an den Tag gelegt wird, erfährt der Londoner Berichterstatter derIn forma- tion", daß man auf Seiten der auswärtigen Diplomaten keinerlei Optimismus hege. Man befinde sich noch immer in einem Engpaß. Die Verhandlungen würden lange und schwierig sein. Die gegenwärtigen Ber- handlungen gingen im wesentlichen auf das Angebot hinaus, das Baldwin am 22. Dezem­ber gemacht habe, wonach die Türkei für die Annahme der in Genf festgelegten Mossul- grenze große englische Kredite für den wirtschaftlichen Wiederaufbau erhalten solle. Die Türkei scheine dieses Angebot wenig befriedigt zu haben. Sie halte zwar daran fest, daß die Verhandlungen nicht abgebrochen werden dürften, aber sie wolle die Grenz­ziehung von Genf nicht anerken­nen. Bisher fei zwischen dem englischen und türkischen Standpunkt keine Annähe­rung zu verzeichnen und es bestehe wenig Aussicht aus eine Einigung, solange beide Par­teien auf ihren Forderungen beharren.

Aus den Mtlt»

Marx auf dem Nassauischen Zentrumsparteitag in Wiesbaden.

Wiesbaden, 6. San. Sm Lahmen des Nassauischen Zentrumsparteitages sand heute eine öffentliche Versammlung statt, in der Reichstagsabgeordneter Universitätsprofessor Dr. Schreiber -Münster überDeutsche Lebensfragen und Zentrumspolitik" und Reichskanzler a. D. Dr. Marx überZen­trumspolitik und politische Lage" sprachen.

Kurz nach 3 älhr nachmittags eröffnete der Vorsitzende der Rassauischen Zentrums­partei, Dr. Stemmler, die Versammlung mit einigen Degrühungstoorten. worauf zu­nächst Prof. Dr. Schreiber feine Ausführungen begann. Er wies darauf hin, daß die deutsche Rot die Signatur und das Merkmal des Sahres 1926 sei. Dieser Rot könne nicht mit gesetzgeberischen Maßnahmen abgeholfen werden, sondern das Problem liege tiefer. Wenn man aufbauen wolle, dürfe man nicht mit verschränkten Armen beiseite stehen. Die Politik müsse sich zu Grundlinien bekennen, die nicht nach Tagesauffassungen be­stimmt seien. Wenn Europa wieder aus­gebaut werden solle, so gehe das nur im Zeichen der Völkerverständigung.

Rach Dr. Schreiber nahm Reichskanz­ler a.D. Dr. Marx das Wort. Er er­klärte u. a.: Es ist durchaus richtig, daß wir trotz allem Elend, das wir um uns sehen, uns nicht dem Pessimismus überlassen. Die Tatsache, datz wir vorangekommen sind, wollen

London, 6. Jan. (Wolsf.) Ter diplo­matische Berichterstatter derM o r n t n g P o st" schreibt: Es verlautet, daß die tür­kis ch e A n t w o r t auf das britische Angebot in freundschaftliche Verhandlungen über ver­schiedene aus der Entscheidung des Völkerbun­des über Mofful sich ergebende Fragen zu tre­ten befriedigend ist, da die Türkei d,e Tür ein wenig weiter geöffnet hat undohne irgendwie ihren Anspruch auf eine. Grenze weit südlich von der Nordgrenze Mossuls aus­zugeben" bestrebt ist, in direktere Ver­handlungen zu treten. Man erwartet jetzt zuversichtlich, daß der britische Botschafter m Konstantinopel, Sir Ronald L i n d s a y, bald nach Angora abfahren wird, um ju einem auf Beschluß des Völkerbundes gegründeten Ein­vernehmen zu gelangen.

DerTime s" zufolge geht aus der gestri­gen Erklärung des türkischen Botschafters Baldwin gegenüber hervor, daß die türkische Regierung s,nicht Willens ist, Besprechungen im' gegenwärtigen Zeitpunkt anzubahnen."

DieWestminster Gazette" berichtet dagegen, daß die türkische Antwort zwar in höflichem Tone gehalten sie. aber die Frage nicht vorwärts bringe. Die Türken wünsch­ten, daß die ganze Frage wieder aufgerollt werde, als ob der Völkerbund gar keine Ent­scheidung zu Gunsten des Irak gefällt habe.

DieM o r n i n g Po st" schreibt im Leit­artikel, Großbritannien könne sich bei seinen Verhandlungen mit der Türkei auf die Unter ft ü t> u n g Frankreichs und Italiens verlassen.

ft; London. 7. Jan.Westminste: Gazette" meldet aus A n g o r a: Der ehe­malige Außenminister und Jetzige Präsident des Parlamentsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Schükri Kaja Bey, er­klärte in einer Unterredung, die türkische Re­gierung sei bereit, mit Großbritannien über eine Regelung der Mossulfrage zu verhandeln. Ein Verkauf des Mossvlgebiets gegen Gewährung einer Anleihe käme nicht in Betracht. Die Regelung müsse sich vielmehr auf territoriale 3u- geständnisse Großbritannien- gründen. Kleinere Berichtigungen der Brüsseler Linie seien nicht annehmbar

Zum türkischen Finanzproblem.

Paris, 6. Jan. (WTB.) Nach einer vom Journal des Tcbats" wiedergegebenen Nach­richt aus Angora hat die türkische Delegation, die am 7. Januar in Paris die Verhandlungen über die Wiederaufnahme der Zinszahlungen beginnen sollte, diese Abreise aus unbe­stimmte Zeit verschoben.

wir uns nicht wegleugnen lassen: Wir sind vorangewmmen, nachdem allmählich das Aus­land immer mehr zu der Meinung kam: Es ist doch die Mehrheit des deutschen Volkes zu einer vernünftigen Verständigung bereit. Redner geht dann in längeren Ausführungen auf die Gründe ein, warum von deutschnatio- naler Seite dem deutschen Volke alles so schwarz dargestellt werde. Das Zentrum habe sich nach dem Zusammenbruch nicht einfach aus die bequeme Rolle des Kritikers ein­gestellt, sondern habe in Weimar zunächst die Frage aufgeworfen: Wie ist dem deutschen Staatswesen wieder aufzuhelfen? Es habe sich nach rechts gewandt, und die Hilfe fei ihm versagt worden. Diese habe das Zentrum da­mals bei den Demokraten und Sozialdemo­kraten gefunden, und so fei die Weimarer Koalition entstanden. Der Redner kommt dann auf den bevorstehenden Eintritt Deutsch­lands in den Völkerbund zu sprechen und erklärt: Der Eintritt zum Völkerbund wird die erste Aufgabe sein, die die kommende Regierung zu bewältigen- hat. Wir dürfen uns allerdings nicht schmeicheln, daß mit dem Eintritt Deutschlands alles erledigt sei. Dann erst wird vielmehr die schwere Arbeit einsetzen. Dr. Marx begründete zum Schlüsse seiner Ausführungen die Forderung des Zen­trums nach der Großen Koalition von der Sozialdemokratie bis zu der Deutschen Dolks- p art ei. Rach den mit lebhaftem Beifall auf« genommenen Ausführungen der Redner wurde die Versammlung durch den Vorsitzenden geschlossen.

ErMgerMters

Berlin, 6. Jan. Das Polizeipräsidium teilt mit: In der Angelegenheft des in Aussee verhafteten angeblichen Erzbergermörders Schulz hat sich die Berliner Polizei heute früh telegraphisch mit der Polizeibehörde in Aussee in Verbindung gesetzt und ebenso hat sie Ver­bindung ausgenommen mit dem Polizeipräsi­dium tn Wien. Von Wien aus wurde mit­geteilt, daß die in Aussee verhaftete Person zu­nächst behauptet habe, der Erzbergermörder Schulz zu sein. Sie habe diese Behauptung später zurückgezogen und sie als Schwindel be­zeichnet. Das Polrzeipräsidium in Berlin hat nunmehr sofort eine Photographie des Erz­bergermörders Schulz, die seinerzeit vom Ber­liner Polizeipräsidium versandt worden ist, nach Aussee .geschickt, damit an Sand dieses Bildes festgestellt werden kann, ob der Ver­haftete tatsächlich der Erzbergermörder Schulz ist. Beim Telegraphenamt Aussee wurde nach Feststellungen der Gendarmerie von einem Un­bekannten an das badische Landgericht Offen­burg folgendes Telegramm aufgegeben:Hein­rich Schulz, Mörder Erzbergers, Bezirksgericht Aussee in Hast. Komplize Tillessen unter falschem Namen Zürich tn Aufenthalt."

Eine Barmat-Anfrage der Kommunisten.

Berlin, 6. Jan. Die kommunistische Landtagsfraktion hat folgende große Anfrage eingebracht: Bereits im Juli 192a war die Untersuchung gegen die Gebrüder Barmat so­weit abgeschlossen, daß schon damals dre An­klage, lautend auf Betrug, Beamtenbestechung und Konkursverbrechen, hätte durchgeführt wer­den können. Inzwischen siiid sechs Monate verflossen, während derer den Gebrüdern Bar­mat Gelegenheit gegeben wurde, ins Ausland zu gehen, ohne daß das Strafverfahren aut dieser Grundlage durchgeführt worden wäre. Wir fragen das Stwatsmimstermm:

1. Ist sich die Staatsanwaltschaft nunmehr endlich übeck die .Durchführung des Straf­verfahrensschlüssig" geworden?

2. Wenn nicht, aus welchen Gründen, und auf wessen Veranlassung wird die Durchführung des Strafverfahrens gegen Barmat immer wieder verschleppt?

3. Welche Staatsanwälte find für diese Ver­schleppung verantwortlich?

Ein höherer Justizbeamter suspendiert.

Berlin, 7. Jan. Landzerichtsdirektor Schwartz-, der, wie dasBerliner Tage­blatt" erfahrt, durch den Prozeß gegen den Reichsbankoberinspektor Arnold schwer kompromittiert sein soll, ist vorläufig feines Amtes am Berliner Landgericht vnt- hoben worden. Gleichzeitig wurde gegen Schwartze, der nebenamtlich Justitiar bet der Reichsbanknebenstelle Charlottenburg war, ein Disziplinarverfahren eingeleitet wegen Ver­dachte, datz er an den Berfehlungen Arnolds in nicht unbeträchtlichem Maße beteiligt war. Tie Voruntersuchung über seine Teil­nahme an Versehlungen Arnolds ist noch nicht abgeschloffen.

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Der Maut des MmmMlS

Bukarest, 6. Jan. (WTB.) Die aus Malland datierte Thronverzichterklärung des Prinzen Carol lautet:

Hiermit erkläre ich unwiderruflich, auf die Rechte, Ittel und Prärogative Verzicht zu leisten, die mir auf Grund der Berfas - s u n g und des Statuts der königlichen Fa­milie bisher als dem rumänischen Kronprinzen und als Mitglied der regierenden Familie zu- standen. Gleichzeitig leiste ich auf die Rechte Verzicht, die mir auf meinen Sohn und sein Besitztum zukämen. Ich erkläre außer­dem, daß ich keinerlei Anspruch auf die Rechte erheben werde, auf die ich freiwillig aus eige­nem Antrieb verzichtet habe, und verpflichte mich, zum Besten der Allgemeinheit während eines Zeitraumes von 1v Jahren nicht nach Rumänien zursickzukeh- ren und auch dann nur mit Genehmigung des Herrschers."