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Einigung zwischen Deutschland und Luxem­burg in der Frage der Kriegsschäden.

Luxemburg, 2. Jan. Zwischen der deutschen und der luremburfischen Re­gierung ist eine prinzipielle Knigung in der Frage der Keiegsschiidcn erzielt wor­den. Infolgedessen ist die Auszahlung der vereinbarten Summe durch Deutschland für den Monat Februar in Aussicht ge- «ommen.

Lord d'Abernons Nachsolg«.

London, 2. Jan. (TU.) In politische» Kreisen verlautet, das; Sir Horace Rum­ba l d t, der bisherige englische Botchafter in Madrid, zum Nachfolger Lord d'Abe:nons als Botschafter in Berlin ausersehen feü

tages einen Dortrag über Amerika. Er schilderte die Eindrücke, die er auf der Amerikareise der interparlamentarischen Union gewonnen habe. Er entwarf ein an­schauliches Bild von der gewaltigen Entwick­lung, die Wirtschaft und Verkehr in den letz­ten Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten genommen hätten. Die Löhne seien in Nord­amerika viermal, die Warenpreise zwei- bis zweieinhalbmal so hoch wie bei uns. Daraus erkläre sich auch, daß in Amerika sehr an­sehnliche Summen von den Gehaltsempfängern in den Sparkassen angelegt seien. Lobe kam zu folgender Schlußfolgerung: Wir scheint, daß Europa in seiner staatlichen Gestaltung eine gewaltige Zusammenfassung wird vorneh­men müssen, wenn es den weiten Vorsprung, den Amerika in den letzten 10 Jahren ge­wonnen hat, wieder einholen will. Weiter habe ich aus den Vereinigten Staaten den Eindruck mitgebracht, daß dort im Großen und Ganzen jede Arbeit geehrt wird, ganz gleich welcher Art sie ist. Auch der­jenige, der die einfachste und widrigste Ar­beit im Interesse der Gesamtheit verrichten muß, wird in dem Augenblick, wo er seine Arbeitsstelle verläßt, als ebenbürtiger Mensch gewertet. Daraus sollten wir auch in Europa lernen.

Im Anschluß au den Vortrag sprach der Direktor des Reichstages, Geheimrat Galle, dem Äeichstagspräsidenten den herzlichen Dank der Zuhörer aus.

Kleve, 4. Ja«. Das Elend am Nie­derrhein, besonders in dem zur Hälfte überschwemmten Kreise Kleve, ist autzer- ordentlich. Eine große Gefahr bildet der mittags aufgelommene W e st st u r m, der das Wasser mit furchtbarer Wucht gegen die Dämme treibt. In der vergangene« Nacht ist in Erlelum bei Nimwegen ein Dammbruch erfolgt. Dadurch ist der Kreis Kleve auch von Holland her stark bedroht. Das Wasser steht bereits am große« Grenz- und Wehrdamm bei Ryler und spült dort über. Der bis jetzt angerichtete Schaden ist unübersehbar.

fL Kleve, 4 Jan. Das Hochwasser im hiesigen Kreise, das am Sonnabend seine« katastrophalen Umfang annahm, fällt seit Sonntag nachmittag langsam.

Dammrutsche.

Frankfurt a. W, 3. Jan. (MTV.) Am 2. Januar ist das Güterzug-Einfahrtgleis der Main-Weser-Dahn in den Güterbahnhof Friedberg und das Ausfahrtgleis aus dem Güterbahnhof wegen Dammrutsches ge­sperrt worden. Die Güterzüge werden über den Personenbahnhof umgeleitet.

Auf der zum Teil eingleisigen, teil­weise zweigleisigen Strecke ist der ein­gleisige Streckenabschnitt Elm »Voll- merz, der in einem Einschnitt liegt, durch Abrutschen von Erdmassen 20 Meter vor dem Vrandensteiner Tunnel von 7.03 bis 7.56 Uhr gesperrt gewesen. Weitere Gefahr be­steht zunächst nicht. Dieser Streckenabschnitt wird bewacht und mit 15 Kilometer Stunden­geschwindigkeit befahren.

Drei Todesopfer des Hochwassers i« Thüringen.

Berlin, 3. Jan. Nach einer MeLung der „Deutschen Tageszeitung" aus Saalfeld hat

Wiederbeginn der

entlamtnfarMtn Arbeit

Berlin, 2. Jan. (WTB.) Der Aus­wärtige Ausschuh des Reichstages wird sich in seiner Sitzung am 9. Januar mit der in der Oesfentlichkeit viel erwähnten Bölker- bundsangelegenbeit beschäftigen. Ferner steht aus der Tagesordnung die bekannte Affäre des Pros. Stratil -Sauer, der eine For­schungsreise nach Afghanistan unternom­men hatte. Dort wurde er von einer Bande iiberfallen. In der Notwehr tötete er einen Afghanen, worauf er verhaftet wurde. Da vor einiger Zeit bereits einmal ein italienischer Staatsangehöriger aus einem ähnlichen An­lad zum Tode verurteilt und hiugerichtet wurde, wird die deutsche Regierung vermut­lich wegen des Prof. StratL-Sauer divloma- tische Schritte bei der afghanischen Regierung unternehmen. Der Auswärtige Ausschuß wird sich schließlich mit der Frag, der Auswirkung der Lorarnovcrträge beschäftigen.

Der Preußische Landtag tritt am Dienstag den 12. Januar nachmittags 2 Uhr su seiner ersten Vollsitzung nach den Weih uachtsferien zusammen. Das Plenum wird sich u. a. mit der 2. und 3. Beratung des Ge­setzentwurfes über die Unterbringung der Schulleiter und Lehrer (Leiterinnen und Leh­rerinnen) sowie mit einer oolksvarteilichen Anfrage über die Entschädigung der durch die rechtswidrige Besetzung des Ruhrgebietes be­troffenen Gemeinden beschäftigen.

Der Reichstag, der gleichfalls am 12. Januar Zusammentritt, hat noch keine sestfor- mulierte Tagesordnung vorgeleit.

Ser AmmmMt des

nunSnWen Äronmtieta

Bukarest, 3. Jan. Die Agentur Orieutradio meldet: Die Zeitunge, spre­chen allgemein ihr Bedauern über dm Ent- schluß des Prinzen Karol, dem Thron zu entsagen, aus. Es wird hervorgeioben, daß der Prinz im Laufe der letzten zahre nun zum dritten Male den Ent- schluß erklärt habe, auf den Thron zu ver­zichten. Wre wir erfahren sind

die Beweggründe ausschließlich zri- vater und in keiner Weise politische

Art.

Die Kammer wird morgen zusammien- treten, um zu dem Rücktrittsverlangendes Prinzen Karol und von der Uebereigmng der Thronrechte gemäß den Bestimmuuzen der Berfasiung auf seinen Sohn, dem Prinzen Mihai, Kenntnis zu nehme«. Sei derselben Gelegenheit werden Kamner und Senat aufgefordert werden, über Vi- fügungen Beschluß zu fassen, die angesichs der neuen Lage der Dinge erforderlch werden. Der Ministerpräsident und dr Justizminister sind heute nach Sinai« a!- gereist, um diese Verfügungen dem Köntz zur Genehmigung zu unterbreiten. Kan- «er und Senat werden die Angelegenhei in einer einzige« Sitzung zum Abschlus bringen und sich darauf wieder vertage«.

Ein Attentat auf de« neuen Schah da» Persien?

Langsamer Rückgang des Sechwassers ängtbture ueberwweinnnmgSWden

Stroitith im Zoll Slbwings

Berlin, 2. Jan. Durch Vermittlung des Oberbürgermeisters B o e ß ist nach einer Meldung der „Vossiichen Zeitung" ein Vergleich im Schillingskonflikt zu­stande gekommen, der durch einen von dem Blatt gleichzeitig veröffentlichten Brief- w e ch s el dokumentiert wird. In dem Brief des preußischen Kultusministers Becker an Prof. Schillings erklärt der Mi- «ifter, daß von Schillings beim Holland­gastspiel und beim Kempvertrag in gutem Glauben gehandelt hat und daß weder Schillings noch Frau Barbara Kemp ein Borwurf nicht ehrenhaften Handelns zu machen ist. Mit dieser Erklärung glaube er, die Bah« frei gemacht zu haben für eine Verständigung, wonach das Ausschei­den von Schillings als aufgrund gütlicher Vereinbarung zustande gekommen zu be­trachten sei. Gleichzeitig bietet er von Schillings eine Meifterklasse für Musik au der Akademie der Künste oder die Auszahlung der bisheri­gen Bezüge bis zum Ende der Bertrag^eit au unter der Voraussetzung, daß von Schillings auf einem gerichtliche« A u s t r a g der bestehe«de« Differenzen verzichtet.

In einem Antwortschreiben nimmt von Schillings das Angebot an, wonach sei« Vertrag mit dem Staate als aafgrund gütlicher Vereinbarung gelöst zu betrach­te« ist. Er verzichtet auf eine gerichtliche Erledigung der Angelegenheit. Die Ent­schließung über die weiteren Vorschläge be­hält er sich bis Mitte Januar vor.

Lothe über seine Eindrücke in Amerika

Berlin. 2. 3an. (TU.) Reichstags»

das Hochwasser der Saale drei Todesopfer ge­fordert. In Saalseld ertrank der zwanzig­jährige Eisendreher Barth, in Unterloquitz der vierzehnjährige Rudi Heinze und in Schwarza fand ein unbekannter junger Mann den Tod.

Uebcrschwcmmunge» in England.

fk. London, 4. Jan. Die Blätter melden Ueberschwemmungen im Süden und Westen Englands, wo Themse, Severn, Wye, Avon und andere Flüsse über die Ufer getreten sind. Einige Personen sind ertrunken. Hunderte von Familien müssen ihre Heimstätten verlassen.

Pom Hochwasser in Frankreich.

fk. Paris, 4. Jqnl Das leichte Zu­rückgehen des Hochwassers der französi­schen Flüsse wird nicht, als beständig an­gesehen, da seit vergangener Nacht wieder stärkere Regengüsse eingesetzt haben. Mau- beuge war gestern teilweise ohne Licht und ohne Trmkwasser. ' Am schlimmsten steht es in Galin. Hier ist für die durch die Ueberschwemmung aus ihren Woh­nungen Vertriebenen eine öffentliche Spei- sirng eingerichtet worden.

Die Ueberschwemmungen in Belgien.

Brüssel, 3. Jan. Der König hat die überschwemmten Stadtviertel tn Lüttich besucht ■unt» einen Waggon Lebensmittel unter die Bevölkerung verteilen lassen. Die Lage in Bel­gien ist katastrophal. Von überall werden ge- waltige Schilden gemeldet . Aus Namur wird eine Abnahme des Hochwassers berichtet. Die Kommunalverwaltungen sind mit Hilfe von Militär und zahlreichen Zivilpersonen mit der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensrnitteln beschäftigt. Dre Eisenbahnverwaltung teilt mit, daß Viele Bahnstrecken ganz Belgiens durch die Ue^rschlvemmimg lahmgelegt seien. Gestern wuW-e das Stadtviertel Anderlecht in Brüstel übersch'vemmt. Ueberall ist die Industrie zum Teil lahmgelegt. Mehr als 250 000 Arbeiter sind zum Feiern verurteilt. In der Brüsseler Vorstadt Forest sind eine Frau und ein Kind ertrunken. In Tilleur bei Lüttich sind zwei Soldaten, die Geschädigten Höfe leisteten, gleichsalls das Opfer der Fluten geworden.

Vor einer Offensive Abb el Kr!mS

Paris, 3. Ja«. Das „Journal" ver­öffentlicht eine Meldung aus Rabat, wonach Abd el Krim demnächst wieder die Offen­sive anfnebme« «olle. Um einen allgemei­nen Zusammenbruch seiner Streitkräfte zu ver­meide«, gehe er mit den strengste« Mitteln vor. Sein Bruder halle sich gegenwärtig bei den Dscheballa ans. Er habe die Führer zu- sammenberusrn, um die Lage zn besvrechen und Maßnahmen gegen den Abfall weiterer Stämme zu den Beni Gobara z« treffen. Im allgemeinen rüsteten sich die Rifleute wieder an der ganze« Frost- Sie seien entschlossen, - bis zum Aenhersten zn kämpfen.

London, 3. Jan. Rach einer Agen­turmeldung ans Bagdad soll auf den neuen persischen Schah in Teheran ein Bombenattentat verübt worden sein, wobei der Schah beide Beine verloren habe. Bei Ä -r - , . .-

Reuters Büro liegt bisher noch keine Be- Präsident L o b e hielt am Scmuabend im Pra> Mtigung dieser Nachricht vor. ; stdenteichaus vor den Angestellten des Reichs

WärtWur in Griechenland

ft Athen, 4. Ja«. Bei dem gestern zu Ehren des Ministerpräsidenten Pangalos veranstalteten Bankett brachte der Komman­dant der Garde einen Trinksvruch auf den Ministerpräsidenten aus, indem er betonte, es sei der Wunsch der Armee, daß die Regierung ihr Werk sortsetze und jeden Widerstand breche. In seiner Erwiderung gab Ministerpräsident Pangalos einen Ueberblick über die von der Armee seit der Militärrevolution von 1909 ge spielte Rolle, nach welcher Griechenland wun­derbare Leistungen habe vollbringen können. Seitdem aber der Staatsmann Großgricchen- lands beschlossen Haber, zu Wahlen seine 3u= flucht }« nehmen, habe Grob Griechenland be­gonnen Z« sinke» und sei in das Unglück in Kleinasien gestürzt; dann sei die Revolu­tion von 1922 gekommen, der es nicht gelungen sei, in den politischen Sitten des Landes eine Gesundung herbeizufiihren. Der Ministerprä­sident schilderte darauf die Haltung der Füh­rer der politischen Parteien im Berlaus des letzten griechisch-bulgarischen Zwischenfall» und fuhr fort: „So bin ich denn entschlossen, von heute an rede Berantwortung für die Lage zu übernehmen, wobei ich mich auf das Vertraue» der bewaffneten Macht verlasie, um das Baterland zu retten."

Die Worte des Ministerpräsidenten lösten langanhaltenden Beifall auf. Pangalos schloß: „Ich stelle ein neues Programm auf, das sich nur auf die bewaffneten Streit­kräfte gründet."

Am Abend durchzog die republikanische Garde die Straße« Athens, wobei sie Hochrufe aus Pangalos ausbrachte«.

Die Zeitungen werden beute sriib eine amt­liche Bekanntmachung veröffentlichen, in der es u a. heißt:

Infolge der Haltung und Erklärungen eini­ger volitischen Parteiführer, aus denen hrr- vorgebt, daß sie trotz der Warnung der Regie­rung, den Senatswahlen eine politische Fär­bung geben wollen, vertagt die Regie­rung die Senatswahlen auf unbe­stimmte Zeit, i« der lleberzeuaung, daß diese Wahle« nur dazu beitrage« würden, die die Rohe des Lölkes zn stören.

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Ile Semtaferm in Walten

Rom, 2. Jan. (WTB ) Der Ministerrat bat die nene Hecresreform ange­nommen, in der auf Grund der dreistas- feligen Divisionen an Stelle der bisherigen Divisionen von vier Regimentern die Zahl von dreißig Divisionen aufrechterhalten, ein Korps mehr als früher eingeführt und die Berteidiguug von Sizilien und Sardinien be­sonders geordnet wird. Damit wird es auch möglich sein, die Grenzgarnisonen zu verstärken. Cs soll ein Teil der Divisionen immer auf einem höheren Stand gehalten werden, wodurch der andere Teil während des Jahres vorübergehend einen geringeren Stand wird aitfroeifen können. Die Dienstzeit wird im allgemeinen 18 Monate betragen, doch kau» das Kriegsminifterium nach einer Aus­bildungszeit von mindestens sechs Monaten emenTeil der Soldaten entlasten auf Grund der Bestimmungen über die Begünstigung des Familienstandes, sofern die Begünstigungen eine vormilitärische Hebung mitgemacht haben, die fast ausschließlich in der Nationalmiliz ge­leistet werden kann. Zur Sicherung der Mobi­lisierung werden Mobilisierungs-In­spektorate geschaffen. Die Infanterie­waffe bleibt vorläufig in Brigaden gegliedert zn drei, statt wie bisher z» zwei Regimenter«, wodurch die Zahl der Regimenter verringert wird. Außerdem ist die Modernisierung der Bewaffnung und die Umstellung aller Bersag- lierie Regimenter in Radfahrer-Regimenter vorgesehen. Für die Artillerie ist eine Erhöh­ung der Feldgeschütze bei den Divisionen und eine Berringernng der schweren Geschütze bei den Korps und der schweren Küstenartillerie in Aussicht genommen. Die Luftabwehr wird beweglicher gestaltet, so daß sie gemeinsam in den verschiedensten Fälle» verwendet werden kann. Bei der Gcnietruppe wird der Radio­dienst erheblich vermehrt. Die Tanks erhalten eine »»abhängige Organisation.

Die türkische Zollpolitik.

fk. Angora, 4. Jan. Die Zollsätze für Waren aus Ländern, die noch keinen Handelsvertrag mit der Türkei abgeschlos­sen haben, sind mit Wirkung vom 3. Ja«. 1926 verfünffacht worden.