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ich Wasser Holen? Irgend etwas tun?“
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gnote miSgelirfert. Dir Verwaltungsmaschim fei vo!-° kommen zerstört und die sogenannte autonome Regierung sei unfähig, sie wieterherzustellen.
gezählten Nullenreihen. Dir festen sich gleichble^bendeo Ziffern aber werden wieder dazu zwingen, daß man die Kursbildung auf eine solide Grundlage stellt. Das Publikum hat bisher nur von dem Entwertungsgewinn gezehrt und die Gesellschaften haben nennenswerte Dividenden überhaupt nicht mehr verteilt. Sie werden jetzt wieder auf Gewinn arbeiten müssen, damit das KurS- nivean sich.wieder etwas hebt. Dieser Grundsatz aber wird sich in ganz zwingender Weise unserm gesamten Wirtschaftsleben und unserer Industrie aufzwängcn. D-r Kalkulation wird eine ganz andere werden müssen und unendlich viel Ballast, den man bis jetzt mitgeschleppt hat, tvitt> fallen müssen. Arbeit und nochmals Arbeit und wiet<r Arbeit — bas wird der Leitstern unserer Industrie im neuen Jahre sein müssen. Denn die Spiegelung, dir sie an der Börse findet, beweist, daß sie in den Jahren deS Entwertungstaumels und unter dem Druck der franzSsischen Brrnichtungspolitik vemrmt und her« untergewirtschaftet worden ist.
I« «bwef.nheft zum Tode verurteilt. l ••
Mainz, 23. De,. Der Landwirtschaftsingenieur GörgeS aus Mannheim, der seinerzeit vom Kriegsgericht wegen Vorbereitung eines Sabotageaktes zum Tode verurteilt worden war, welches Urteil aber in lcbensliingkicheZwangsarbeit umgewandelt wurde, die GSrgeS zur Zett in St. Martin de R« verbützt, hatte bet der Verhandlung vor dem Kriegsgericht erklärt, daß er noch drei Helfershelfer gehabt habe. ES handelt sich hierbei um Paul Bach, Ang»st Schneider und einen anderen, sämtlich aus Mannheim. Das Kriegsgericht, das stch tot August d. I. mit diesen drei Personen beschäftigte, vertagte damals die Sache behufs Weiterer Ermittelungen und Aufklärung. Bel dem jetzt angesetzten neuen Termin waren die Angeklagten, die inzwischen von Mannheim nach Stuttgart verzogen find, nicht erschienen. Das Krieggericht verurteilte sie in Abwesenheit einstimmig zum Tode.
GkoßhandelKinder.
Berlin, 28. Dez. Die aus den Stichtag des 27. Dezember berechnete GronvandelSindexziffer des Stattstischen ReichsamteZ ergibt gegen den Stand vom 18 Dezember (124.5) einen Rückgang um 3,5 v. H. auf 120, der namentlich durch die Senkung der Getreide-. sowie die Herabsetzung der Rubrtoblcnpreise terbei- gefühtt wird. Bon den Hanplgru-pen sanken die Lebensmittel (im Grotzhand-l) nm 34 v. H. aus 103,6, davon die Grupp» Getreide und Kartoffeln um 7,2 v. H. auf 79, die Industriestoffe um 3.7 v. H. auf 150,9, davon die Gruvve Kohle und Eften um 5.4 auf 151,7, ferner die Einfubrwaren um 1 v. H. auf 157,8 und die Inlandswaren um 4,2 v. H. aus 112,5.
„Hat keinen Zweck“, versetzte Römer, um den Ohnmächtigen bemüht. „Wir müssen ihn gleich ins Haps bringen. Fassen Sie an, Doktor — unten an den Füßen, ich nehme ihn an den Schultern auf. Nut nicht fackeln, Eile tut not!" 5
Zum Glück war ein Gärtnerbursche in der Nähe,, der herbeieilte. Mit seiner Hilfe brachten sie den; Bewußtlosen zurück ins Schloß und legten ihn in; seinem Arbeitszimmer zur ebenen Erde auf Sofa. Doktor Römer eilte rasch in sein Zimmer,' das Nötige zu hole», und bald nachdem er ihm eine Einspritzung gemacht, schlug Elbenborn die Augen, wieder auf, und nach Verlauf einet halben Stunde, konnte er verfichern, daß ihm jetzt wieder wohl wäre: das Gefühl des Erstarrtseins in den Gliedern sei kazlm noch spürbar. Trotzdem fühlte er sich doch so angegriffen, daß er keinen langen Zuredens be-^ durfte, ihn dazu zu bewegen, sein Bett aufzusuchen, und gestützt von Rosenbauer und dem Arzt, schleppte er sich die Treppe zu seinem Schlafzimmer hinauf, in dem er gerade verschwand, als Prlar, eine Melodie trällernd, mit ihren graziös-gleitenden Schritten daherkam. ... _ , _ (Fortsetzung folgt.
wohl auch zu schön gewesen, diese wirklich niederträchtige Geschichte als erledigt betrachten zu dürfen, nicht wahr, lieber Doktor?"
Römer wechselte mit Rosetlbauer einen Blick.
„Ist das Gefühl sehr ausgesprochen?" fragte er, ohne Besorgnis zu zeigen.
„Ich weiß nicht — ich spür's erst seit ein paar Schritten. Na, gehen wir nur ruhig weiter, vielleicht verliert sich's mit der Bewegung“, erwiderte Elbenborn. Aber schon nach wenigen Schritten hielt er wieder an. „Es ist wirklich schlecht laufen, wenn einem die Seine wie erfroren sind", sagte er mühsam und brach plötzlich befinnungslos zusammen. '
„Da haben wir's! Da haben wir's wieder!" stöhnte Rosenbauer, sich in die Haare fahrend. Soll
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Dortmund, 28. Dez. Die Gerüchte, daß di« Grenze des besetzten Gebietes noch dem 24. Januar ohne einen ordnungsmäßig abgestempelten Paß überschritten werden kann und daß Geleitscheine für im unbesetzten Gebiet wohnende Personen bis zum 10. Januar unentgeltlich ausgestellt werden, sind unrichtig. Die Grenzkontrolle findet nach wie vor statt.
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Paris, 28. Dez. Der Separatismus in der Pfalz Wird von maßgebenden politischen Kreisen In Frankreich als etwa- ganz anderes bezeichnet wie der rhemische Separatismus, mit dem man ja nichts zu tun haben will. In der Pfaltz, so erlläft man, handle es sich um eine bodenständig« Bewegung, die man vespekttrren müsse. Auch dieser Traum wird heut« vormittag in brutaler Weise von dem Organ der Rationalisten Andre Tardieu, dem „Echo National", eerftärt. Der Mainzer Berichterstatter deS Blattes schreibt, er habe einige größere Städte besucht, die sich in den Händen der Äparatisten befänden. Die große Masse der Eimvohner sei gegen sie. DaS sei «ine Feststellung, dir selbst einem Blinden auffvllen würde. Die separatistischen Posten seien zum großen Teile keine Pfälzer. ES handle sich um entschlossene Burschen, denen man besser nicht in irgend einer Ecke im Walde begegn«. Sir seien sonderbar ausgerüstet,' tot Vergleich mit ihnen seren di« fftan- zösischen SanSculottrS sicher wie die Prinzen ausstaffiert gewesen. Die vernünftigen Pfälzer bedauerten es, saß die Franzosen häufig ein wenig allzusehr unternehmenden jungen Leuten völlig freie Hatch gäben. Französische» seits würde man besser daran tun. selbst die Ordnung aufrechtzuerhalten, anstatt bet« den tot ganzen tvenig zahlreichen Anhängern der „autonomen Pfalz" zu überlassen.
London, 28. Dez. Die „DimeS" Veröffentlicht ein eingehendes Telegramm ihres Kölner und Münchener Berichterstatter» über den Separatist« nterrvr in der Pfalz. Der Münchener Berichterstatter des Blat- teS schreibt auS Speher, die augenblickliche Kampagne sei der jüngste Versuch, gegen den Willen von «ehr al» 90 Prozent der Bevölkerung irgendeine Form einer sogenannten autonomen Regierung der Pfalz zu schaffen. Sveger, der Sitz der vechtmäßigen Regierung der Pfalz, fei, lute ter Berichterstatter erklärt, ter verkommensten und wütesten Bande von Raufbolden, ter man überhaupt beg gnen könne, auf Ornate und Un-
„Ich verstehe." Rach kurzem Zögern setzte Römer hinzu: „Verzeihung, Herr Doktor, wenn ich mir eine Frage erlaube, die ich mir selbst nicht beantworten kann: Warum nehmen Sie sich die schöne Nichte nicht unter vier Augen vor, warum sagen Sie ihr nicht, was Sie entdeckten, und erteilen ihr eine nachdrückliche Verwarnung, die. . ."
„Die vielleicht nur so lange vorhalten würde, bis ich Elbenborn den Rücken gedreht habe, was in ein paar Wochen der Fall sein wird", fiel Rosenbauer trocken ein. „Ich kann doch hier nicht ewig sitzen und ihr auf die Finger gucken! Das erste wäre, daß sie mich aus dem Wege räumte — int bösen, wenn'e im guten nicht ginge, darauf können Sie sich verlassen! Was würde ich damit erreichen, wenn ich ihr sagte, daß ich hinter ihre Schliche gekommen bin, meinetwegen ihr auch drohte? Gewarnt würde sie damit nur werden, zu warten, bis ich fern von hier bitt, aber in ihren Plänen würde sich die sicher nicht stören lasse». Stein, die Gefahr muß in ihr selbst beseitigt werden, ein für allemal, und das kann nur dadurch geschehen, daß man Elbenborn die Augen öffnet. Die Schöne muß zum Tempel hinausfliegen, daß sie das Wiederkehren vergißt. Glauben Sie mir, ich habe alles erwogen, nach allen Seiten überlegt und beleuchtet! Elbenborn in Unwissenheit lassen, heißt soviel, wie ihm das Grab bereiten. Vielleicht verscherze ich mir damit seine Freundschaft; es ist schon den Bestmeinenden geschehen, daß sie das Gegenteil von Dank ernteten; dann bleibt mir immer noch das Bewußtsein, meine Pflicht getan zu h,.)en. Verstehen Sie's, daß mir vor meiner Aufgabe graut? Es schüttelt mich, wenn ich daran denke; doch darauf darf ich keine Rücksicht nehmen. Indes gestehe ich, daß ich oft den Wunsch hegte, cs möchte unerwartet etwas geschehen oder jemand erscheinen, der mir die scheußliche Aufgabe abnimmt, denn reißen tu' ich mich bei Gott nicht darum, so wenig, daß mir mein Tschibuk schon nicht mehr
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In onlirroe ZMll«.
Paris, 28 Dez. Der Chef des Eeneralstabes im Marineministerium bestätigte gestern die Havas- Nachricht, daß am gestrigen Vormittag der „Dix- muide" die algerische Sahara durchflogen habe. Ein Kurier sei nach Mahmed abgegangen, um die Sichtung zu melden. Weitere Nachrichten fehlen noch. Es ist völlig unbekannt, ob inzwischen vielleicht seine Landung erfolgt ist oder ob die Besatzung das Luftschiff verlassen hat.
T u n i s, 28. Dez. Meldung der Agence Havas. Nach einem Telegramm aus In-Salah vom 27. 12. wurde das Luftschiff „Dixmuiden" am 26. ds. Mts. um 8 Uhr früh 300 Klm. südlich von In-Salah gesichtet. Es flog in der Richtung auf das Haggar- Massiv.
Der Kommandant des „Dixmuide" tat anfgefnnden.
Rom, 28. Dez. Rach einer dem Marinemini- sterium aus Sciacca (Sizilien) zugegangenen Depesche ist die Leiche des Kommandanten des französischen Lenkluftschiffes „Dixmuide" an der Küste geborgen worden.
Paris, 29. Dez. Das Marineministerium hat gestern eine Havas-Meldung aus Rom bestätigt, wonach 6 Meilen von der sizilianischen Küste der Leichnam des Führers des Luftschiffes „Dixmuide", des Schiffsleutnants du Plessis de Grenedan» bei Mrgenti von Fischern aufgefischt und von den Behörden festgestellt worden ist. Der Marineattachee der französischen Gesandtschaft in Rom begibt sich sofort nach Sciacca, wo die Leiche aufgebahtt ist Ein kleiner Kreuzer und drei Torpedoboote haben den Befehl erhalten, sich ebenfalls dotthin zu begeben, um weitere Nachforschungen anzustellen. Seit gestern mittag nimmt man in Paris an, daß die vorgestrige Nachricht, der ehemalige Zeppelin habe die algerische Sahara überflogen und sei dort gesichtet worden, nicht den Tatsachen entspricht, daß er vielmehr heute als verloren angesehen werden muß. Wenn die Mannschaft nicht gerettet werden konnte, wäre der Verlust von 50 Menschenleben zu beklagen. Es werde allgemein angenommen, daß der Führer des Luftschiffes fein Fahrzeug als Letzter verlassen habe.
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Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter«
Zwischen den Festen haben sogar die Börsenmak.er einmal ruhige Tage. Nur ettttpal treten sie in dieser gütorte in Aktirn und an diesem einen Börsentage ist das Geschäft selbstverständlich außerordentlich flau. Dann ater wird es mit vollen Segeln in das neue JJabr btneiu« geben und man rechnet allgemein damit, daß die Bönen- fuft bann nicht mehr lau und flau weht, sondern daß sie vollen Wind in ine Segeln bläst. Ob sich btef# Hoffnung wohl erfüllen wird?
Auch die Börse — oder vielmehr gerade fit — muß dem neuen Währungsstand ihren Tribut zollen. Das Erwachen aus dem Traum ter Milliarden unb Billionen ist vielleicht nirgends so bitter gewesen, als gerade hier. Deshalb hat man auch an ter Börse bis heute noch mcht die Vorspiegelung ter Bttlionenziffern ganz ausgegeben Und man kann sich sehr wohl vorstellen, daß man immer Doch mit einiger Liebe an diesen Billionenzrffern klebt. Sie haben Monate, ja jahrelang das Futter geliefert, an dem die Börse fette Weide hatte. Da» waren die Zeiten, to denen ter eb-liche und solide Arbeiter das Gefühl hatte, daß ter Geldstrom an ihm vorbei ging und daß bestenfalls ein paar Spritzer für ihn abfielen. Di« Hauptsache ater sand jetenfalls ihren Weg in die Taschen ter Spekulanten und ter EntwertungS-Prvfitanten. DaS hat nun ein Ente Man weiß aus ganz authentischer Quelle, daß der neue Reichsbankpräsident Dr. Schacht von den ver- fchietensten Seiten um alles in ter Welt beschworen Worten ist, doch den Dollarkurs ter deutschen Papiermark roch um einig« Billionen in die Höhe schnellen zu lasse,,. Jeder Sprung wäre für die Spekulation und die Börsenstammgäst: noch eine neue Gttvinnchance gewesen Und was hätte man nicht alles „zum Al gewöhnen" noch gerne mitgenommen!
Ater ter Währungskommissar war unerbittlich uns totolgetessen haben die Kurse an ter Börse sich ziemlich ionsotidiert. Die Spekulation sitzt batet und besieht sich trauernd die leeren Taschen. Zwar hüllt man immer noch au? alter Anhänglichkeit den Mlli-nenschleier nm die Kurse, ater in Wirklichkeit liegen die Dinge doch i», daß auch oaj Schulkind heute schon durch diesen Schleier hindurchsieht. Und man braucht bloß eine Billion gleich 1 Mark zu setzen, um zu wissen, wie «S iw Reich ter deutschen Esfeften aussieht. 20 Billionen, b b 20 Mark auf das Stück von 1000 Mark sind selbst Hei gut fundierten Industrie-Aktien keine Seltenheit und biejenigen Aktien, die auf Goldpari stehen, kann man mit Her Laterne suchen. Selbst wenn man in Betracht zieht, daß bei ten meisten Jndustnegesellschaften da» Aft'-n- kapital stark vectessert Worten ist — selbst dann teetten die Kurse noch erschreckend niedrig und an die Stelle des Kaussetauinels ten wir in den verflossenen Monaden Und Jahren schaudernd erlebt haben, ist ietzl die nackte Wahrheit getreten und sie besagt nicht mehr und mcht weniger -als eine ungeheure Entwertung ter deutsche« Lndustriewerte t
1 AIS tot November mit ter Einführung ter festen deutschen Währung ernst gemacht werten sollte, konnte huan die eigentümliche Beobachtung machen, daß te« Lssektenspekulation zunächst noch im alten Geleise wettet» lief Sehr viele Einsichtige hatten damals gerne ihren tzanzr-n Eifiklentesitz abgestoßen, wenn dar deutsche Pa- -chietgeld damals schott stabil gewesen Wäre. Denn daß die Effektenkurse sinken würden, ließ sich schon damals «ft absoluter Sicherheit voraussehen, so fieberhaft auch die Spekulation noch am Beweise de» Gegenteile artet» |d» Mittlerweile aber Hal jeder die Dinge sehen gelernt, Wie sie sind. Und jetzt hanoett es sich darum, auf »en Entwertungstaumel auch an ter Börse endgültig zu verzichten und sich wieher etwas an das solide Metier von früher zu gewöhnen. Die Abhaltuitg von Börsen- tagen während bet ganzen Woche tut e» freilich allein XutJb mcht
Sieht man ten Dingen auf ten Grund, so erkennt Wan sofort, daß da, Heilmittel überhaupt nicht an ter Dörse liegt. Denn hier spiegelt sich doch nut das Wieder tpa» im eigentlichen Wirtschaftsleben vor sich gehl. Das »nindlegente ist also die Wirtschastsreform. Unb da tfl « ter erste Schritt zur Beiserung, daß die 53ikn$e» let Aktiengesellschaften im neuen Jahre in Goldrechnung Mfgemacht sein müssen. Vorbei ter Schwindel ter un-
Sine tiMe Glimmt litt les Steil- Urteil. ... i
London, 28. Dez. Der Kölner Sonderberichterstatter der „Times" schreibt zu den Düsseldorfer Urteilsfprüchen des französischen Kriegsgerichts, sie seien charakteristisch für das Verfahren einer zynischen Weißwaschung der französischen Politik. Die Erklärung des französischen Anklägers, daß es sich nicht um einen polittschen Fall handle, fei schwer mtt den Tatsachen in Einklang zu bringen, daß die Franzosen, nachdem sie die sonder- bündlerische Aktion ermutigt hätten, schließlich gestatteten, daß Waffen von einer gefährlichen Bande unverantwortlicher Burschen und sogar von Verbrechern geführt würden und daß sie, als der unvermeidliche Zusammenstoß mit den Kräften des Gesetzes und der Ordnung erfolgt sei, den Vertretern des Gesetzes den Prozeß machen, statt den Raufbolden, die diese Unruhen verursacht hätte«.
Sie 910t lir Weil.
Berlin, 28. Dez. Anläßlich des Jahreswechsel? spricht ter terzeftige Vorsitzende ter Fuldaer Bischosskon- fevenz. ter Fürstbischof von Breslau Kardinal Bertram, allen ausländischen Wohltätern ter schwerleideu- den teutschen Bevölkerung seinen innigen Dank ans.
Ne.383
A3tag, 29. Dezember
1923
Ausland.
Tokio, 29. Dez. Der Urheber des Anschlags auf ten Prinzregenten, ein lunger Student, erklärte, ct habe auf eigene Faust gehandelt unb sei ohne Rom- puren.
Amerika unb die russische Fragt.
London, 28. Dez. Die »Times" berichtet au» Washington, es verlaut», daß ein sünfköpfiger Unter» ausschutz des Senats unter dem Vorsitz des Senator» Borah die Untersuchung über die russisch« Frag« führen werde und daß die Verhandlungen öffentlich sein würden. Borah habe betanntgegeoen, er werde für den Fall, daß für die Beschuldigungen des Staats- sekreiSrS Beweise erbracht werden könnten, seine Unterstützung ter Entschließung, die dem Präsidenten die Anerkennung der Sowtetregierung anrate, zurück» ziehen Werde.
Der Aufstand in Mexiko.
London, 29 $!ej. Reuter meldet aus Veracruz: Das Hauptguartiet der Aufständischen berichtet, daß n Jropiloca ter Stob und 300 Retter eines Kommandos ter Regierungstruppen gefangen genommen tourten Der Rest ter Truppen sei zu den Aufstälidrschen übergegangen. Der Hafen von Manzanaitta sei wieder in ten Händen ter Aufständischen. Di« Regierungstruppen hr"en Puebla geräumt.
schmeckt und ich des Nachts Albdrücken kriege, falls ich überhaupt noch schlafen kann."
Abgesehen davon, daß sich durch Doktor Römers Behandlung Elbenborns Gesundheit; rustand von Tag zu Tag merklich besserte, insbesondere aber seine Kräfte sich soweit wieder hoben, als es unter den obwaltenden Umständet) möglich war, so erfrischte ihn auch die Gesellschaft des jungen Mediziners in geistiger Hinsicht. Stundenlang konnte er mit ihm in feinen Treibhäusern weilen und nach Herzenslust über seine Orchideen und ihre Kultur sprechen, denn auf diesem Gebiet war Elbenborn als hervorrügend anerkannt, und feine Gewächse erhielten auf den Fachausstellungen überall die ersten Preise. Es war wirklich ein glückliches Zusammentreffen, daß Doktor Römers Steckenpferd die Orchideen fein mußten, und wenn er auch in ihrer Kultur nur Laie war, so verfügte er doch übet eine aus- gÄehnte Kenntnis der Arten, die es ihm ermöglichte, den Ausführungen feines Patienten verständnisvoll zu folgen.
So verging die Woche, die Römer im Schloß Elbenborn zu verbringen gedacht hatte. Zufrieden mit dem täglich sich bessernden Zustand seines Gastfreundes, rechnete er mit einem bestimmten Tag für seine Abreise, als plötzlich eine unerwartete Wendung zum Schlimmeren eintrat.
Elbenborn war an dem Nachmittag, an welchem dieser Umschwung eintrat, nach der üblichen Tee- siunde mit Doktor Römer und Rosenbauer in den Park gegangen, um einen kleinen Spaziergang zu machen, zu dem ihn der Arzt in dieser Stunde immer ermunterte. Eie waren dabei noch keine zweihundert Schritte vom Hause entfernt, als Elbenborn, der nun fast wieder mit seiner alten Beweglichkeit gehen konnte, stehenblieb.
„Da habe ich dieses vertrackte Gefühl der erstarrenden Glieder wieder mal", sagte er mit einem Versuch, die Sache leicht zu nehmen. „Es wäre
(Nachdruck verboten.)
f Die Nichte au» Florida.
Dloman von E. v. Adlersfeld-Ballestrem.
|7 76. Fortsetzung.
f „Ich hoffe bestimmt, dieses Ziel im Verlaufe einer Woche zu erreichen", erwidette Römer zuversichtlich. „Das Opfer ist für mich nicht so groß, da Ich mich hier ja so gut wie in der schönsten Sommerfrische befinde und meiner Arbeit daheim ledig bin, «bet ganz abgesehen davon wurde ich für diesen Fall »bne Bedenken und ohne Bedauern meine ganzen Serien opfern. Die Frage ist nur: Kann ich mich hier so lauge aufhalten, ohne daß Herr von Elben- born mißtrauisch wird, ohne daß er mich für einen feine Güte unverschämt ausnutzenden East hält, der die Einladung auf ein paar Tage ungebührlich ausdehnt?"
t „Darüber können Sie ganz beruhigt fein, Elben- forn ist der gastfreieste Mensch, den ich kenne, ct würde auch dann noch mit keiner Wimper zucken, ckoenn Sie bis übers Jahr hier sitzen. Uebrigens bedarf es ja nut der Bemerkung, daß Sie es für wiin» ffchenswert halten, ihn persönlich für eine Woche beobachten zu können, was ich gern übernehmen will, ^alls Sie selbst es nicht tun wollen. Aber nun wird s«s Zeit für Sie, ins Schloß zurückzukehren, de«n fElbenbotn brennt darauf. Ihnen feine Orchideen zu (zeigen. Bis Sie die im einzelnen auch nut über» !blickt haben, brauchen Sie schon mehr als eine lWoche. Es trifft sich wirklich prächtig, daß Sie und «nein Freund die gleiche Liebhaberei haben."
| „Sie werden uns doch begleiten?"
6 „Leider nicht! Ich muß ja beizeiten meinen Wachtposten im Speisezimmer beziehen, um aufzu- Passen, daß Elbenborn seinen Kakao unoermischt be- jpmmt* ..
Deutsches Reich.
Berlin, 28. De;. Das frühere Mitglied des obersten Gerichtshofes deS Staate? Wasbington, Mr. Fredettk Bansman, xft auf einer Europareise in Berlin eingetroffen und im Hotel Esplanade aögcftkgen. Er ist <4$ Verfasser eines ausgezeichneten Werke» über bie vorwiegende Mitschuld Frankreichs unb RutztondS am Kriegsausbruch bervormetreten, das unter dem Titel ,2et France Explain- in London erschienen ist und auch tu deutscher Nebersetznng vor- ltcgt. Bausman wird morgen nom Reichskanzler empfangen.
Der Schriftleiter ter „VokSftlnrme" wegen Landesverrat unter Anklage.
Frankfurt a. M., 28. Dez. Wie die .Bolks- stimme" mitteilt, erbtet Redakteur Quint am 27. Dezember eine Vottadung zum Frankfurter Amtsgericht, wo man Ihm mitteilte, daß der Oberreichsan« walt gegen ihn auf Antrag der bayrischen Regierung ein Verfahren wegen Landesverrats eingetettet habe t. Es handelt sich um einen schon am 29. Juni in der .Volksstlmme" verösfentlichten Strittet, worin nach Mitteilungen aus Aschaffenburg genaue Angaben gemacht waren Über die Vorbereitung der H>tlefgarden zu>n bevorstehenden Pilffch mit Nennung bon Namen von Offizieren Und Schupobeamten usw. Der Arttkel soll „einer fremden bewaffneten Macht Mitteilungen zugänglich gemacht haben die tot Interesse Deutschland» geheim gehalten werden mutzten."