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- Amtliches Verkiindigungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher.kurhessische) Oberhessen
Mr. $01
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Die neuen MandlvWN mit Frankreich.
werden kann.
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Aussenminister Jasper hat, wie Havas hinzusügt, erklärt, daß er sich mit der französischen Regierung ins Benehmen setzen werde.
lleber die Unterredung de» deutschen Geschäftsträger» Botschaftsrat ». Hoesch mit Poincars hat der Quai d'Orsay um 7 Uhr abends folgende» Commu- »iquö Veröffentlicht Der deutsche Geschäftsträger ist um 5 Uhr nachmittag» vom Ministerpräsidenten empfangen worden und hat ihm eine Rote seiner Regierung überreicht. Diese Rote bezieht sich auf die wirtschaftlichen und administrativen Frage« der besetzten Gebiete. Ministerpräsident Poincar« hat geantwortet, er werde nach Einvernehmen mit der belgische« Regierung seine Ansicht bekanntgeben.
Paris, 25. Dez. Heber den gestrigen Schritt des deutsches Geschäftsträgers schreibt Agence Havas, nachdem sie festgestellt hat, daß völliges Stillschweigen über den Verlauf der Unterredung seitens der französischen Regierung gewahrt wird, man könne wohl annehmen, datz die deutsche Regierung wünsche, datz die Zollschranke, die das Ruhrgebiet und da» Rheinland vom nichtbesetzten Deutschland trenne, ebenso verschwinde wie die Eingaugszölle, die beim Eintritt ins Besetzungsgebiet erhoben würden. Was di» Währungsfrags anlange, habe man in Berlin die Gefahr erkannt, die eine Lösung unter Ausschluß der deutschen Regierung nach sich ziehen würde, besonders wenn die Rheinisch-Westfälische Emissionsbank unter Beiseiteschiebung deutschen Kapitals gegründet würde. Was die Wiedereinstellung der aurgewiesenen Beamten angehe, werde nament.« lich die Wiederzulassung der Eisenbahner und der Schiffer verlangt, um den Eisenbahn- und Binnenschiffahrtsverkehr zu verbessern. Alle diese Vorschläge müßten des Näheren daraufhin geprüft werden, in welchem Matze sie die W i e d e r h e r st e l - lung de, Wirtschaftsleben» in den besetzten Gebieten und die Reparationszahlungen erleichtern sollten. Man könne sicher jein, datz die Kabinette von Brüssel und Paris, durch die Erfahrung gewitzigt, alle Garantien ergreifen würden, um nicht durch verfrühte Maßnahmen denWertdes Pfandes zu schmälern, da» Belgien und Frankreich im Ruhrgebiet genommen haben. Aehn- llche Gedanken werden auch von einigen anderen Morgen blätter«, so namentlich vom Figaro, zum Ausdruck gebracht, der in etwa» positiverer Form erklärt, das deutsche Manöver ziele daraus hin, Frankreich die Pfänder zu entreißen.
Der „Matin" faßt, es sei natürlich, datz die deutschen Industriellen ohne Behinderung mst den auswärtigen Märkten Handel treiben wollten, von denen das nichtbesetzte Deutschland der wichtigste sei. Es beständen jedoch noch zahlreiche Hindernisse.
Tie Reichsregierung hat in einem neuen Schritt des deuischen Geschäftsträgers von Hoesch, dessen Ernennung zum deutschen Botschafter im klebrigen alsbald zu erwarten ist, der französischen Regierung alle diejenigen Fragen unterbreitet, deren Klärung für die politischen Aktionen der nächsten Zeit unbedingt notwendig ist. Damit finden die durch die Anfrage bet Reicbsregieinng bei der ftanzösiscken Regierung in die Wege geleiteten Borverhandlungen ihre Vortsetzung. Ob eS zu endgültigen Verhandlungen kommen wirb, ist auch jetzt noch nicht abznsehen. Die Neich«- rqgierung hat in einer offenen Darlegung ihre Auffassung I« allen schwebenden Fragen und Problemen dargetan And das Ziel dieser Aktion ist, nicht nur eine restlos Klarheit darüber zu bekommen, ob Frankreich überhaupt geneigt ist, zu umm.celbaren Verhandlungen mit bei deutschen Reichsregierung zu schreiten, sondern auch darüber, welche Stellung die ftanzöiische Poliiik gegenüber den großen Problemen der heurige« Tage, den Dingen An Rhein und Ruhr, entnimmt. .
Auch jetzt muß man vor optimistischen Erwartungen warnen. Bei der Eesamteinstellung der französischen Politik und »or allem ihres Setter» Poinearö. dec durch die Entwicklung in Frankreich selbst auch, aber auch vou Außen, namentlich aus Grund de- Ergebnisses der eug- kschen Wahlen neuerlich sehr hart um dir Erhailutr» seiner Position ringe« muß, berechtigt nicht zu der Erwartung, daß die eingeleiteten Verhandlungen jetzt einer; günstigeren Verlaus nehmen, als es b-i früheren Nnlchpn der Fall War. Die Vorbehalte PoineareS und j» stark und so gewunden, -daß kaum Aussicht Uuf eine Klärung g geben erscheint. Außerdem fällt eS Auf, wie von französischer Seite her offenbar einen Rollen tausch inszeniert wird. Es schcl-it, al» wenn Belgien «euerdiugS oo« Frankreich mehr als zuoat gesucht Wurde, um letzten Endel französische Zxse uul erreichen zu helfen. Eine Aussprache, die der belgsi'che Vertreter fit Berlin mit dem deutschen ReichrattßLnmmi- fier dieser Tage hatte und deren Berkans sich teilweise »echt lebhaft gestaltete, ließ die veränderte Taktik rrchtz deutlich in die Erscheinung treten.
Wir haben allen Grund zn der Annahme, daß die gegenwärtigen, mit der französischen Negierung als solcher eingelettetrn Verhandlungen nicht zu dem durch die deutsche Initiative angeftrebten Zielen führen. Ganz einfach des- halb nicht, weil durch die Methode, die Poiucarä ttmnei Wieder für derartige Diskuss'ouen wählt, ein praktisches Ergebnis gar nicht herauskommen kann. Was wir er* streben und erreichen müssen, ist eine unmittelbare Aussprache, rein nüchtern und geschäftS- du ä ü - g und immer aus dem reale« Boden sich bewegend. Unter diesem Gesichtswinkel ytb w-kentlich günstiger diejenigen Verhandlungen zu betrachten, die in den beiden UnterfitchungSauSschüsscn demnächst bevor- stehe« ES handelt sich um die Kommissionen, beten eine die deutsche Leistungsfähigkeit und bereit andere die Kapitalfluchtfrage prüfen soll. Wir können eS nur ausrichtig bedauern, daß der Zusammentritt dreier Kommissionen erst zu Mitte Januar vorgesehen ist. Das ist ange- stchtS der ungeheuren finanzielle« und wirtschaftliche« Notlage deS Reiches eine gefährlich lange Spanne. Wit find aber der festen Ueberzeugung, daß unmittelbar praktische Arbeit weit eher und erfolgreicher den Weg zn einer allgemeinen Verständigung über die Grund prob- keine der gegenwärtigen Situation ermöglichen wird, al» sie leider bet den jetzigen Pariser BerhaMituzen erhofft
Amerikanische Kritik Frankreich».
Rewyork,24. Dez. Zn seiner bereite gemeldeten, auf dem Zahresbankette der Gesellschaft Neu- England gehaltenen Red« führt« der ehemalig« Beobachter der Bereinigten Staaten in der Repara- rionskommission Boyden noch au», die Herabsetzung des Betrage» der deutschen Reparationszahlungen sei der erste zum Wiederaufbau Europas notwendig« Schritt. Zn sein«r Kritik der Ruhrbesetzung und der französischen Reparationspolitik erklärte Boyden. die Erzwingung unmöglicher Forderungen durch militärischen Druck mache es für Deutschland unmöglich, das zu zahlen, was es im anderen Falle hätte zahle« können. Der Friedensverttag passe die Reparationslast nicht der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands an. Niemaiü» habe je vorgeschlagen, Deutschland von irgendeiner Verpflichtung zu entbinden, die es erfüllen könne. Die neuerlichen Bemühungen des Staatssekretärs Hughes stellten lediglich einen letzten Besuch dar, das Problem mit gesundem Menschenverstand anzu- packen. Man werde niemals die einmütige Anstrengung der deutschen Nation zur Repararionszahlung herbeiführen können, wenn Deutschland nicht auf deren Erfolg vertrauen könne, und dieses Vertrauen müsse auch von der Finanzwelt außerhalb Deutschlands geteilt werden.
London, 24. 5)e$. Rach einer Reutermeldung aus Newyork sagte Boyden in der breits gemeldeten Rede bei der Kritik an der französischen Nepara- tionspolitik nnb deren Folgen für Deutschland noch, wenn, was Gott verhüte,-England und die Vereinigten Staaten bei dem Beitreiben ihrer Forderungen gegen Frankreich, die»fich mit den Zinsen auf ungefähr acht Milliarden Dollar beliefen, gemeinsam dieselbe Eewaltmethode befolgten, so würde man i« Frankreich dieselbe« Ergebnisse zu sehe« hekomN«.
Part», 24. Dez. Ministerpräsident Poincat^ hat heute nachmittag y,5 Uhr französischer Zeit den deutsche« Geschäftsträger Botschaftsrat v. Hoesch empfange«. Die Unterredung dauerte fast eine Stunde. Botschaftsrat v. Hoesch übermittelte dem französische« Mi«tfterprSfide«ten eia« Reih« wn Anregungen, die den Zweck habe« sollen, zu einem Modus »i»e«dt im Rheinland und im Ruhrgebiet zu gelange«. Poincar« hat mit btm deutschen Geschäftsträger dl« einzelnen Frage« durchgesprochen und erklärt, er werde sich mit der belgische« Regierung iu Verbindung setze« und auch mit den in Betracht kommende» Orgaui- saiione«, d. h. mit der Rheinlandkommiffion und den Besatznngsbehärden Rach dem notwendiaen Meinungsaustausch werde er dem deutsche« Se. fchäftstrSger eine Antwort zukomme« lasse«. Die Unterredung verlief in konziliantem Ton.
Botschaftsrat v. Hoesch hat eine Rieder- fchrift zurSckgelassen, in der bte Fragen erläutert wurden. Über die er mit dem französische« Ministerpräsidenten verhandelte. Fast zu gleicher Zeit hat der deutsche Geschäftsträger in Brüsiel eine Lhnliche Demarche bei dem belgisch'n Minister für «uswärtige Angelegenheiten, Zasper, untervomme«. Wie der Havasageniur mitgeteilt wird, handelt es sich bei den Anregungen, die hierbei gegeben wurden, um folgende Fragen:
Wirtschaftsverkehr im besetzten E- biet und'zwischen dem besetzten und dem uubesetzten Erbiet sowie mit dem Ausland, Erhebung der Abgabe«, Währungsfrage und Rheinisch-Westfalische Notenbank, Rheinschiffahrt und innere Gesetzgebung.
Set MftMmM bts Wert.
Berlin, 25. Dez. Dl« heutigen Vorführungen der Radiostunde Wurde« mit einem durch den Tele- phoniesender tat Vorhause, Berlin, übermittelten politische« WethnachtSgkuft des Reichskanzlers Dr. Marx eröffnet, in dem eS heißt: Am WethnachtStag sollen wir dankbar derer grdenken, die Millionen unseres verarmten Volkes eine Mahlzeit und ein gemeinsames Beisammensein tn warmen Räumen unter dem Lich- terbaum bieten. Wir müssen danken den edlen Menschen. bte in Lolland und Dänemark, in der Schweiz und vor Tichechoftowaketz tn Schweden und Rort- wcgen, in Oesterreich und Amerika, die allenthalben in der Welt geopfert haben für das darbende deutsche Volk, für dir Aermste» der Armen, die mit dem Hungertod« und mit heimtückische« Seuchen ringen. Wir danken dem Ausland«, das für die deutsche Rot Ver- ständMS und Mitgefühl empfand. Diese Hilfsbereitschaft menschlich Denkender in allen Ländern der Welt ist tote ein Ltchtzetchen, das uns Hoffnung leuchtet tn der FinsderniS, Hossmmg, daß Uber Gedanken des Hasses und der Entfremdung doch eimnal triumphieren soll der Gedanke menschlicher Nächstenliebe, menschlichen Verstehens und menschlicher Gemeinsamkeit.
Wenn tvir Briefe und Kundgebungen erhalten auS; den ehemals feindlichen Ländern, van Leuten, r t-1 einst selbst gegen uni im Felde gestanden haben, oann ftihlen WUr, datz trotz Verhetzung und immer wieder neu geschürten engherztgenEhauvinismuS der Gedanke des Friedens aus Erden noch lebt. Aber trotzdem ist der wahre Fried« noch fern, allzu fern. Heute noch schmachten Daulende und Abertausende unseren deutschen Landsleute In finst eren Gefängnisfe«, fern vonkbrenAngebörtgen, obne Wethnachchaum, ohne WethrrachiSsteude, weil sie ihr Vaterlamd nicht verrate« oder zu schädigen vermochten, wei sie deutsch waren und ihre Pflicht laten als Deutsche. Ihnen gilt vor allem unser herzlicher WeihnachtsWunsch nach Freiheit und Friede«.
Gerade unter beit Lichtern d«S WeihnochtSbaumes k »«en ww aber «uw ferner derer gedenke,«. vZe tyr Deuischfeta, ihre Pflichttreue, als deutsche Beamte und Bürger Vertriebe« hat oon Haus und Hof. Zehn- taufenb« finb eS, bte, innerhalb weniger Stunden oft sogar mnerhalb weniger Minuten ihre HäuSttchkeit räumen mußten, unter dem Zwang von Bajonetten und Maschinengewehren. Mögen au<b ste nach ihrem Darben u«b Leiden bald ein neue« Heim finden, und möge ihnen di« G«wißh«it, datz jeder Deutsch« ihre Pflicht, und BaterkandSltebe zu schätzen wettz und anerkennt au« aufrichtigem Herzen, ein freudiger Trost sein am Weihnachtsabend.
Trübe Weihnachten werbe« auch nach für viele, leider viel zu viele andere fein. Der deutsche Mittelstand, der einst Weihnachten sorglos feiern konnte, tft »usammengebrochen. In vielen Alngestevt««-, ArbeUer« und Beamtensamilien wird feine reine WelbnachtSsteude herrschen, weil Kündi- 6i:n(ten und Erwerbslosigkeit sie befallen hoben. l*-i Millionen Boll-rwervSlofe gibt e« tat unbesetzten Deutschland, dazu säst 2 Millionen Kurzarbeiter. Hinzu kommen noch die etwa 2 Millionen Vollerwerbslosen tat besetzten Gebiet und Wohl ebenko- viele Kurzarbeiter. Roch nie war bte Zahl betet, bte k.-in täglich Brot berbteiien konnte«, größer.
Schmerzlich füt alle Betroffenen ist auch bet ve- (itntenabbaiL Die Regierung aber muhte ihn «e- ginnen. uttb ich habe bem zugestimmt, weil eS nach b«M Zetten der JnflalionSwirischaft galt, bett Reichs- Haushalt wieder aus ehre solide Basil zu bringen, wcil eS galt, btm sonst unfehlbar brohen» den StaatSzullammenbruch borzudeu- aen. Sie mußte aröste Svarsamkeit treiben, und ste mußte andererseits ,1lr neue Einkünfte formen. So «ntlchloffeu wir uns zur Erschließung neuer Steuer- guell-n. Wir stich un« tm Klaren darüber, datz bte neuen Steuern dem Volk schwere Lasten auferlegen und datz sie einen Eingriff tu bte Substanz mit sich vttngeu. Wenn wir aber bett Staat retten wollten. fo mußten wir solche Maßnahmen butchfiihren. Ohne Staat reine Ordnung. In der Stadt tote auf dem Sattbe ab«r tarnt Ordnung, die allein Wirttchasts- gencsg.ua und Wiederaufbau bringen kann, nur bewohn Werten durch Aufrechterhaltung der DtaatS- autotttä. Die schweren Steuern allo kommen ihm wieder durch die «uftechterhattung staatlicher Orb« ttung zugute.
Richt allein durch innere Maßnahmen kann aber eine San-etung erreicht werde«. Sehr wesentlich wttd ein« Gesundung der deutschen Verhältnisse von außen her bedingt werden. Das deutsche Volk und bte Reichstegterung wollen den ReparattonSvrrpfttLtungen wettmöglichst Nachkomme«. Wir wolle« Reparationen leisten, fotaelt eS }n unseren Kräften steht. Wenn man uns sreilich in nn seren wirtschaftlich vroduktivsten Gebieten an chchetu unb Rutzr nicht frei arbeiten läßt und Wit man gewaltsam produktive WlAschaftsenlsal- iilng in jenen.G-Hieteu vehindert dann wird eS nicht möglich fein, Reparationsleistungen i» vollbringen, wie es sonst möglich wäre. Wo durch Bajonette Wirtschaftliche Resultate erzielt werden sollen, wir» diese Arbeit nie erfolgreich gestaltet werde« können. Nicht mit Gewalt und Unterdrückung läßt sich Produktionshebung und Wirtschast- Uchkeit erreiche«, sondern allein in friedlichem Schaffen ohne Hemmnisse und ohne Willkür. Ließe man Deutschland solchen Beweis des guten Willens vollbringen — er würde, davon bin ich Wer eugt, über» roschend« Ergebnisse zeitigen. Denn immer galt der Deutsch« in aller Welt als ein Mann der Arbeit, des Fleißes unb der Pflichttreue.
Wir haben erneut tatteren Willen zu ehrlicher, vpfervolle« Verständigung bekundet. Mit uns richten sich die Augen g a nz Europas, bet ganzen Welt dorthin, wo sicheciveiscn muß, ob auch aus der Gegensette der ausrichtige Wille ur Hri« ang der durch im Krieg «nd^
seine Folgeerscheinungen geschlagenen Wunden lebe«» big tft. Wir sind ei« besiegtes Volk, aber ein große« Volk, da« leben will, well e« ein Recht auf Le« den, Arbeit und Woblstanb hat. Wir erwarten von ber Gegenseite da« offene Wort der Bs- reitwilligkeit zur Verständtgung, wir erwarten vor allem aber endlich »ine Tal bet Verstänbiguna, Es gebt nicht nur um Deutschlands Not unb Schicksal — es geht um ben Frieden, bte Ruhe Europas.
Wir wollen unb müssen ben Mut zum Leben behalten. Wir müssen, ob arm yb reich, zur Tat werbe« lassen baS Wort: Arbeiten unb nicht verzweifel«. Möge uns beshalb bte Zukunft Urtiter fein unb un» bett Frieben bringen, ber allen verheißen ist, bte gute« Willens finb.
Es folgten auf bi« Ansprache des Reichskanzler« Ansprachen ber ReichStagsabgeordneien Dr. Scholz (D. Vpt.), D. Flelscher (Ztt.) und Erkelenz (Dem. P.)
Stt WAiz ml die Mil.
Borstelluttge« Dr. Stresemauns bei Frankreich.
B e r l i n, 24. Dez. Der Reichsminister des Aus« wärtigen, Dr. Sttefemanu, hat am 21. Dezember de« französischen Botschafter de Marguerie empsan- zen un’. dabei vornehmlich die Zustände i« der *‘*sf*l zur Sprache gebracht, die bereits Anlaß z« zahlreiche« Proteste« bei der französischen' Regie» rung gaben. Dr. Stresemann bat diese Proteste dem Botschafter gegenüber wiederholt und al» wei» tere» Material dem französischen Botschafter umfangreiche Aufzeichnungen übersandt, in denen der Nachweis erbracht wird, daß in der Pfalz ein plan» mäßiges Zusammenarbeiten der sonderbündlerifche» Banden und der Besatzunasbchörden vorliegt, wat sich insbesondere aus der Erklärung ergibt, die der französische Delegierte am 21. Dezember gegenüber der Beamtenschaft von Ludwigshafen abgegeben hat, di« aus «ine AnerkentEng der Seabtt6äwbtee al» Inhaber der Staatsgewalt hiuausläuft. Schließlich forderte Dr. Stresemann nachdrücklichst die unverzügliche Wiederherstellung vertragsmäßiger Zustände t« der Pfalz.
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Mannheim, 24. Dez. Am 20. Dez. sprachen 15 Vertreter der pfälzischen Städte über 10000 Einwohner und sämtlicher Landgenteinde«, sowie aller Gewerkschaften bei dem e « g l i sche a, f r au- zösischen unb beigische« Mitglied der Rhetnlandkommission, sowie bei dem Vertreter Italiens in Koblenz persönlich vor. Sie hatten auSglebig Gelegenheit, die Herren über die durch die Sot^derbüiidlcrherrschasi in der Pfalz g-schajfeue Lage mündlich zu unterrichten. ES kann in Koblentz kein Zweifel darüber bestehen, ivelche« Wert die er- preßtc'it Lohalilätserklärungeu einzelner Vürgermeistell beizutegeu ist. Uebrigen« wurden diese «ryvungeneu Erklärungen von den Gemeinderäten größtenteils einstimmig widerrufen.
Di« Zahl der au« der Pfalz von den Sonder« bündler« auSgewiesenen Personen hat nunmehr hundett überschritten. Die Ausweisungen erfolgten nach den Tivcftiven der Franzosen, die die AuSge- unefer.en ohne Paß- und Zollrevision toee die Grenze transportierten.
Speyer, 24. Dez. General de Metz hat ohne jede» Gntnd die Konzert«.deS pfBzischen Lander-^ svmfchvt.itorcheste.-s verboten. Durch dieses Verbot l'ittb etwa 50 Künstler unmittelbar vor Weihnachten plötzlich brotlos geworben.
Dürkheim, 24. Tez. Die Sonderbündler habe« da« VezirkSaml Dürkheim besetzt. Der Bezirks am iS« Vorstand und die Beamte» haben darauf btn DienF eingesttttt
Speyer, 24. Dez. Borgestem abend um 10Uhr wurde ans dem Gutshof Ludwigshof bei Speyer beschäftigte Arbeiter Schuster auf bem Rheirbamm von einer französischen Wache anläßlich «tuet Paßkontrolle erschossen. Sein Begleiter würde festgenomme«.
Oggersheim, 24. Dez. Der Gemelnbrrat von Oggersheim hat in seiner Sitzung vom 23. Dezember die tetn Bürgermeister von den Sottderbündlern abge« greßle Treuerftärung einstimmig ividetrufe« uttb für ungültig erfifict.
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greifreifl iroiegiert gegen die IlferüüBug.
Paris, 24. Dez. Nach einer HavaSMeldung au« Washington ist mit 19. Dez. der englische Unter- staaisftkvetär für die Luftfahrt, der Herzog oon Sou- therlarK zum Studium bet Fortschritte bet amerika- u’itett Lustsahrt dort angekommen. Er hatte mit Präsident Coolibge über die Einberufung einer intet» nationolrn Konferenz zur Einschränkung bet Lust- rüst«»gen vechandelt und bem Präsidenten ertlfrt, er teile im allgemeinen die Ansichten bet amerika- nischctt Sachverständig:«, die den g genwärtigm Zeitpunkt für eine solche Konferenz für nicht günstig Hi lten. Angesichts bet allgemeinen Lage in Eu- tofMt hat er, wie Havas hmzufügt, geäußert, et glaube