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Zeitung

Zweites Blatt

M. 3W -

Ärontag, 24. Dezember 1923

NWMMer

neu:

a« sich

werben.

Elben,

lFortkchtmg folgt.)

Rücksicht und übertriebener Höflichkeit nimmt, was einem angeboten wird."

Das nennt man durch Schaden klug

Wie ist dir jetzt?"

Wirklich bedeutend besser", versicherte l-orn vergnügt.

Einschränkungen bet Lustrüstungen?

Parts, 23. De,. Nach einer Havameldung aut Washington hat der enaltsche Unterstaatssekrelär fttt Lustfahrt, Herzog von Sutherland mit Cooltdge über die Einberufung einer internationalen Ronfereni zur Einschränkung der Lustrüstuingen verhandelt

London, 22. Dez. Reuter meldet: Infolge bei Ergebnisses bet Wahlen hat die unter dem Vorsitz Mil* ners ton Baldwin gebildete Kommission, die einen Blan zmn Schutze der heimischen Märkte voröeeeiten bitte, beschlossen, sich auftulösen. Die Denkschrift Iber btt von bet Kommission bereits geleistete Arbeit oll Baldwin überreicht werden.

Ausland.

«meriko und Rußland.

Loudon, 22.Dez. Reuter meldet «rnsWashing­ton, dcß eine durchgreifende Untersuchung der gesamten russischen Frage durch den Senantsausschuß für aus­wärtige Angelegenheiten unter dem Vorsitz deS Sena-

Ende 1811 verließ Arndt abermals Greifswald und brachte einige Zeit auf dem väterlichen Gute Tran-

6Murt lei Mttmml.

Aus wirtschaftlichen Kreisen wird uns ge-' chrieben:

Unsichtbar einer breiteren Oeffentlichkeit voll- zicht sich gegenwärtig hinter den Börsen- und Finanzkulissen ein heftiger Kampf aller derjenigen, die ein Interesse an der Sabotage der Rentenmark ijfllen. Tie Jnflationsgewinnler sind freilich durch die gesamte Ctabilitätsepoche auf das schwerste in ihrer fragwürdigen Existenz bedroht. Es ist bet der gegenwärtigen Lage fiir sie nicht mehr möglich, mühelos ausbeuterische Gewinne zu machen, aus deren Kosten es sich herrlich leben ließ. Aber auch die gewissenlosen Warenspekulanten sind durch die gegenwärtige Situation arg ins Gedränge geraten. Fhnen kommt eine Periode der Ruhe und Ordnung und der Stetigkeit der wirtschaftlichen Entwickelung sehr ungelegen, denn jetzt hat die Warenzuruckhal- tung keinen Zweck mehr, im Gegenteil, die Notwen­digkeit der Beschaffung flüssiger Mittel nötigt zur Lockerung der Warenbestände. Der allgemeine Preisabbau, der die notwendige Folge dieser Sta­bilität war und bet sich in dem Matze durchsetzen mutzte, als in den Goldkursen eine Beruhigung ein­trat. als insbesondere die Risikoprämie für Zah. lungen immer von neuem sich entwertender Papier­mark keine Berechtigung mehr hatte, zwingt vlek- mehr zur Abgabe auch unter Verlusten.

Aus diesen Kreisen kommt nun der Versuch der Sabotage der Rentenmark. Man sucht die Renten­mark und ihre Grundlage schlecht zu machen, wo tatmet es nur geht. Ma» wagt freilich oft sehr rtsikoreiche Transattionen, die eine Begünstigung bei Papiermark vor bet Rentenmark vortäuschen sollen unb ähnliches.

Hier heitzt es für bis beteiligten Stellen scharf aufpassen unb scharf zupacken.

Na, bann werbe ich bir morgen nach Römers Berorbnung wiebet eine Dosis verabreichen!"

^Einverstanden» lieber RikodemM", meinte

Elbenborn, und du könntest Römer, da du ihn ja kennst, in meinem Namen einladen, aber nicht nur auf die Zeit zwischen zwei Zügen, sondern, fall» er abkommen kann, auf einen längeren Besuch, den» in der Hetze möchte ich meine Orchideen von einem Kenner nicht betrachten lassen."

Rosenbau« atmete auf. Das war besser gegan­gen, als er zu hoffen gewagt, aber freilich wirkten der augenfällige Erfolg und die keineswegs nut vor- getäufchte Orchideenleidenschaft Doktor Römers ver­eint besser, als alles 3uretten vermocht hätte.

Es wäre nicht unmöglich, datz Römer sich sogar mal für ein paar Tage losreiften könnte, denn et hat ohnedem vor, seine alljährliche Crholungsreifr zu machen" meinte et, so harmlos wie möglich die schon getroffene Verabreduilg bemäntelnd.Er wird der gefallen, denn er ist nicht nur ein kluger Arzt, sondern auch sonst ein netter Kerl. Wielleicht ist's geboten, damit deine Nichte sich nicht wegen bet , raschen Folge herbei gerufener Aerzte ängstigt und sich Eebanken macht, ihr überhaupt nicht zu sagen, bah Römer Arzt ist, sondern Botaniker. Botaniker. sind ihr jo sowieso feine unbekannte Erscheinung", setzte et bissig hinzu.

Ach, Pilars wegen ihre Aengftlichkeit um mich habe ich bisher nicht überwältigens gefunden; das mag daher kommen, weil sie selbst so gesund ist", sagte Elbenborn.Doch der Leute wegen wär'» wirklich ganz gut. wenn sie nicht schon wieder einen auswärtigen Arzt sehe» und mich mit bedauernden^ Blicken anstarren wärt* m, als ob ich schon ein« schöne Leiche sei. Die Zingst ist ja ganz vernünftig.'

Der Tantam, der zum Abendessen rief, unter­brach das Gespräch, unb bie Herren begaben sich in den Salon, wo Pilar sie erwartete unb, Rosenbauer nur höchst flüchtig begrühend, sich nach Dem ®efin*. ben ihres Onkels erkundigte. Mit kindlicher Freude über die befriedigende Antwort klatschte sie jubelnd in die Hände.

toro (bei Loitz an der Peene) zu, das ein jüugereiBcu- >cr von ihm verwaltete unb wo auch der Sohn Arndts e n prächtiger Knabe, weilte. Er sah ihn, wie gesagt, nach längerer Trennung wieder, und widmete nun in Baterglück und Baterliebe zum schönen traulichen Weih- nachtssesie seinem Buben ein herzliches Gedicht, das indlich gläubigeGebet eines kleinen Knaben an den heiligen Christ", bas wohl allgemein bekannt ist.

Die Zeiten sind heute wieder ähnlich dunkel und chwer wie damals. Umsomehr Trost können imr aus den frommen Weihnachtsliedern er »es Ernst Morrtz Arndt chöpsen.

was wie recht gehabt zu haben. Mir ist besser, und was die Hauptsache ist, bie Starre in ben Gliedern scheint nachlassen zu wollen."

Na, siehst du!" rief Rosenbauer lachend.Wenn es wirklich Hilst, bann solltest bu bir Freund Römer mal kommen lassen oder meinetwegen zu ihm fahren. Ich bin dafür, datz er hierher kommt. Römer ist übrigens ein leidenschaftlicher Orchideenliebhaber, dem nur Zeit und Mittel fehlen, um vom Arzt zum Züchter umzusatteln."

Dann mutz er unter allen Umständen Her­kommen", meinte Elbenborn lebhaft, und aufstehend reckte er sich und machte ein paar Schritte durch da» 3immer.Wahrhaftig, ich bringe die Beine schon von der Stelle. Ein bitzchen steif sind sie ja immer noch, aber die Bewegung ist doch nicht mehr ge­hemmt. Ich begreife nicht, was mit den Magen so verdorben haben sollte, ich meine anfänglich, denn vorhin hat mit die eiskalte Limonade ben Gnaden- stotz versetzt."

Das wirb wohl so gewefen fein", erwiderte Ro­senbauer.Und nun, lieber Herbert, tu' mir den -einzigen Gefallen, dein Herz zu verhärten und alle» abzulehnen, was dir deins Nichte eintrichtern will, selbst wenn es zur Abwechslung was Warmes fein sollte, denn die bestgemeinten Mittel sind oft am schädlichsten. Fräulein Pilar reitet und singt vor­züglich, aber als Pflegerin scheint sie mit doch unter aller Kanone zu fein."

Nach der letzten Erfahrung kannst bu sicher fein, daß ich keine Limonabe mehr trinke", versicherte Elbenborn.Das kommt bavon, wenn man aus

'siben. bargen Christ."

sstr Strophen bann hnHistorischen

Stadt Düsseldorf hat allein 8 Trillionen Mark Notgeld »usgegcbcn. In ihren TressorS liegen aber noch 48 Trillionen berats gedrucktes Notgeld. Die Wirkungen ind kaum vorstellbar, die eintreten toeroen, wenn bie Entwicklung auf diesem Gebiete in dieser Form weittr- ginge. <

Köln, 22 Dez. In der Vollsitzung der Kölner Handelskammer erHärte Geheimrat Dr. LoniS Hagen über die Verhandlungen in der Angelegenheit bet Rheinisch-Westfälischen Goldnotenbanku. a daß ein erheblicher politischer Erfolg im Zusammen­hang mit den Verhandlungen über bie Errichtung der Goldnorenbank erzielt wurde. Dieser Erfolg bestehe darin, daß die deutschen Unterhändler von den fran- zSsischeu und belgischen Mitgliedern der Rheinlandkom­mission die Zusage erhielten, daß, Zug um Zug mit der Genehmigung der Goldnotenbank das jetzt im besetzten Gebiet noch nicht genehmigte Rentenbankgesetzzu- g e l a ss en werde. Durch die Zulassung dieses Gesetzes in vollem Umfang würden nicht nur vorerst die für den Westen vorgesehen gewesenen 100 Millionen Ren­ten mark, deren Zulassung aus politischen Gründen nicht erfolgte, sondern ferner auch 800 Millionen Neurentenmark hineingelassen werden können, weil damit auch die hypothekarische Belassung von 4 Prozent in dem besetzten Gebiet Platz greifen werde. Das sei ein erheblicher politischer Erfolg, über den man ich außerordentlich freuen könnte.

(Nachdruck verboten.)

Die Nichte aus Florida.

Roman von E. v. Ablersfelb-Ballestrem.

73. Fortsetzung

Kann'» mit denken": brummte Rosenbauer grimmig.Na, wahrscheinlich weift ich dagegen Rat Da ich heute meine eilige Untersuchung tm Labo­ratorium in aller Herrgottsfrühe schon erledigen tonnte, blieb mit bis zum Abgang des Zuge» noch Zeit genug, und durch die Straften bummelnd, trar ich zufällig einen alten Bekannten, Doktor Römer, bet sich erst unlängst als Magenfpeztallst nieder­gelassen hat. Wir schwatzten von alten Tagen, ich erzählte ihm, wo ich gegenwärtig fei und auch von >it und deinem gegenwärtigen Zustand Herbert, ucach' kein Gesicht, als ob dir das unangenehm wäre und ich ein altes Schwatzmaul sei. Kann sein, da; ich'c hin, aber hat» dann für einmal doch feine gute Seite gehabt, denn al» ich Römer deine Symptome genau beschrieben, war et absolut sicher, daft der ganze Zustand gastrisch fei

Unmöglich! Ich habe doch immer einen wahren Straußenmagen gehabt."

Sagte ich Römer auch!" fuhr Rosenbauer un­beirrt fort.Gr belehrte mich aber, daft gerade Straftenmagen bei bet geringsten Störung die kräf­tigsten Menschen erfahrungsgemäft am leichtesten rinizuwersen pflegen. Die alte Geschichte von Go­liath und David, auf die Zmvendigkeit übertragen, verstehst bu? Die Erscheinung deiner gleichsam er­starrten Gliedmatzen sei der sicherste Beweis für eine Storung, beten lateinischen Namen ich leibet ver­gesse» habe, woraus es übrigens auch nicht an« kommt, ba et mir und bir hoch nichts sagen würde. Ebenfalls hat Römer mir etwas mitgegeben, wo­von ich dir gleich jetzt die erste Dosis verabreichen svill. Hilft » nichts, so schadet'» nichts, sagt man. Wckrsvchen solltest bu» aber doch, wie?"

H., »Rsiuetwegqz", erwiderte Elbenborn, tttiibt

Die Loge in Mexiko.

Part-, 28. Dez. Nach einet HavaSmelducig aus Veracruz teilt das Hauptquartier bet Aufstän- rischen mit, daß Puebla au5 taktischen Gründen ge­räumt wurde.

In einer weiteren HavaSmetdung aus Mexiko heißt es, bie Bunbesttuppen hätten sich nach heftigem Kampf am 21. Dezember Pueblas bemächtigt. Der aufstän­dische General Gastro, der bie Verteidigung leitete, wurde verwundet.

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Wirtschaftskrise unb Schwer­beschädigte.

Tie allgemeine wirtschaftliche Krise zieht auch die Kriegsverletzten in Mitleidenschaft. Zahlreiche Ät> beitskräste, die ihre Gesundheit auf ben Schlachtfest er» des Weltkrieges einbüßte», sind infolge Stillegung f»bel Betriebseinschränkungen bereits brotlos geworden und auf ihre bescheidenen Rentenbezüge angewiesen, Ihr» Kulerbdhguufi in anderen Betrieben ist z. 3t. unmög­lich, Vielen Schwerkriegsbeschädigten droht noch da» gleiche Schicksal. Deshalb ist die Bitte an alle Av- beigebet nicht unangebracht, doch bei unvermeidlich er» scheinende» Entlassungen auf bie SchwerbeschädiMH weüesigehenbs Rücksicht zu nehmen, Im übrigen lonA daraus aufmerksam gemacht, daß die gesetzlichen Be- stunmungkn zum Schutze der Schwerbesch Kigten nicht ausgchoben, vielmehr bei EnÜassungen von Schwer» beschädigten infolge Einschränkung oder Stillegung vdtt

hältnisscn besonders anheimelnd berühren.

> Als nach der vernichtenden Niedertage Preußens di» Franzosen am Schlüsse des Jahres 1806 auch in Schwe­disch-Pommern einzufallen drohten, mußte vor ihnen, wenn er sich nichthüe einen tollen Hund totschießen las­sen" wollte, auch der Greifswalder Professor Arndt flüch­ten, der vor Jahresfrist die Handschrift seines gewaltigen WeckrufesGeist der Zeit" mit seinen scharfen Angriffen »>,' Vonnparle abgeschlossen batte. Er ging nach Stock­holm, ttro er am zweiten Weihnachtstage, feinem 37. veburtstage, anlangte. Fast drei Jahre sollte das schwedisch))Elend" für ihn dauern. Wenn er's mcht immer in voller Wucht als Elend empfand, so halfen ibm dazu liebe Menschen, die ihm von der Heimat her nah;, standen, oder die er in Schweden steh gewann. Obenan Unter tönen steht zweifellos die Familie des Oberhif- marschalls Baron Munck, dessen Gemahlin auch Arndt bald in ihren Bann zog.

: Diese Frau hat es verstanden, das ReligiSse in Arndt tvreder zum Klingen zu bringen. DasGebetbuch" ent­hält die ersten Lieder innigen Gottesglaubens von dem 'schon 38jährigen Manne.Ich betete al? Knabe mit Inbrunst, lachte und spottete als Jüngling mit Frech­heit", so bekennt Arndt 1802 inGermanien und Euro­pa^'. Wenn das auch zu hort gesprochen ist, so hatte sich seiner doch unter dem Einslaß des Rationalismus eine große religiöse Sawgteit bemächtigt; und den theologischen Beruf, den er nach der Gewohnheit studierender Lano- mannsföhne feiner Heimat auch zunächst erwählt, hatte er als ehrlicher Mann deshalb aufgegeben. Wir wissen, baß Arndt erst allmählich in sich den Deutschen fand; in benselben Jahren vollzog sich auch seine Entwicklung zum Überzeugten und gläubigen Christen.

Rach dem Friedensschluß zwischen Frankreich und Schweden trat et 1810 seine Professur in Greifswald wie­der an. 1811 mußte nun auch der Baron Munck ins Elend" gehen. Nach dem Sturze Gustavz TV. Adoi war er noch alsStatthalter auf Stockholms Schkoß" 'Verblieben; jetzt wurde ihm das Gehalt entzogen und rindere Schwierigkeiten gemacht. Ta ging er mit seiner Gemahlin gegen Ende des Sommers auf sein Gut Brandshagen bei Stralsund Ost weilte nun Arndt hiebet in der Gesellschaft seiner verehrten Freundin, und ,tte Zeiten und Träume wurden levendtg. Munchrs W»r- bes Trostes und der Hoffnung ist da gewechselt waren. Um nun aber den armen Vertriebenen eine besondere riweude zu machen, schrieb Arndt ein ganzes Buch oo.l köstlicher geistlicher Lieder, Altes und Neues verbindend, Maß er die Handschrift alsM-'yrc, vermehrte An> Lage" bezeichnen konnte. Und da er ihr das Büchlein zum Heiligen Weihnachtsfest überreichte, fo fügte er als letztes Wedicht ei»Meihnachtslicd" hinzu:

^Der heil'ge Christ ist kommen. Der süße Gottessohn.

Des freu» sich alle Frommen Am höchsten Himmelsthron; Auch^waS auf Erden ist. Muß preisen hoch und loben Mit asten Engel» droben

Bit MkWm ter WWlkoMk.» StiWtart.

Pari«, 22. Dez.Petit Parisien" berichtet, das: der @nranileaii5fd)u6, der bereits gestern nachmittag zu einet Sitzung zusammeutrat, nach sehr kurzer Be­ratung b schloß seine Befreiung in Berim au'zu- sordern, rascheste»,S flrwiffe Auskünfte über den Ernährungszustand i» Deutsch, Icnb zu liefern. Der Ausschuß wird seinen Bericht in Kürze je nach der Entscheidung den Alliierten oder der Reparattvnskommtssivn iwermitteln.

Paris, 22. Dez. Zu dem gestrigen Beschluß der Reparattonskommission schreibtEcho de Paris", die Delegierten bärien festgestellt, daß cs ihnen nickt möglich sei, sich über V Sachliche der Angelegenheit zu verständigen. Stt hätten sich deshalb nur üvcr den Beginn der Prozedur geeinigt und die deutschen Foroerungen an die alliierten Negierungen übermit­tel Darauf habe die Reparattonskommisston aner- fanttt, daß sie die Angelegenbeit nicht leicht abgeben könnte, da sie seit mehr zwei Jahren das Mandat habe die finanziellen Klammn des Versailler Bertra- ges auszuftibren und auszulegen. Die ReparationS- kommisston fcfie also voran datz ibr die Angelegcn- lielt zur Entscheidung Zufällen Werde, denn sie habe ja ihren Garantteausschuiz, der seit zwei Jahren brackltege, . 1 ehre ernste Untersuchung über

die Hilfsquellen Deutschlands au Brotgetreide und Speisefetten vorzunehmen. DaS Blatt wirst dann die Frage auf, unter welchen Bedingungen werde man, Wenn die Garanttekommifsion ein Defizit an Nahrungsmitteln seststelle. bie verlangte Erlaubnis erteilen und für welchen Bettag Wenn die wirkliche Diskussion etngei eitet sei, dann werde wohl der sran- zSsiscke Wortführer dir Argumente sein« Regie cnng Vorbringen.

, 7. - ? önste» Weihnachtslieder. die »ui.

/Per heil ge Christ ist kommen" undDu lieber, hcn'ger, frommer Christ" stammen bekanntlich von Ernst Morch Krnbt. Das erste der beiden genannten Lieder bildet den Beschluß in demGebetbuch für zwei fromme Kinder", einer Sammlung von 37 Gedichten, die in den Jahren J808 biS 1811 entstanden sind, aber erst 1889 lückenlos in einer selbständigen Veröffentlichung gedruckt touiben. Was zweite ist nach 1811 beim Zusammentreffen Arndts mit feinem Knaben nach längerer Trennung gedichtet morden lieber die näheren Umstände, unter denen die beiden Gedichte entstanden sind, macht Erich Gülzow im Türmer" Mitteilungen, die uns unter den heutigen Ver-

Ec h.:r

Laschen euch für 1813" zuerst veröffentlicht.

tors Lodgc wahrscheilllich unmittelbar nach den Feier­tagen statt finden werde. Dieses Vorgehen fei vor- gcsteri: beschlossen worden nach der Einbringung einen Resolution durch Senator Borah, in der Präsident Csolidze eusoefordert wird, die Sswietregi r.,ng anttt» erkennen. Senator Borah erklärte, daß keinerlei Be­weise für russische Propagandatätigkeit in ben Vereinig­ten Staaten vorhanden seien, die Beamten des Staats* !»pc.rtetnentc seien jedoch überzeugt, daß sie gegenüber dem Kontrollausschuß für auswärtige Angelegenheiten die Echtheit der Dokumente dartun könnten. Es heißt, daß doS Justizdepartement nicht nur die Versicherung bezüglich ihrer Echtheit gegeben, sondern auch «klärt ijabe, daß bie Urheberschaft birekt auf die Sowjetre* qierung zurückgeführt werden kann. '

England unb Rußland.

London, 22. Dez. Der gestrige Leitartikel bc* TempS" über bie russische Frage findet in der Presse Beachtung.Daily Telegraph" wendet sich heute er­neut in scharfen Worten gegen die Anerkennung bei Sowjetregterung burch eine Regierung Macdonald. der im Gegensatz zu Staatssekretär Hughes beabsichtige, die Grundsätze aufzugebeu, die die britische Regierung mit Bezug auf Rußland bisher hochgehalten habe. Es werde früh genug sein, Rußland anzuerkennenj, wenn Rußland davon Abstand nähme, Revolutionen in anderen Ländern zu finanzieren.

Sie MnW.MWWt W.

Wie man uns aus Berlin mittrilt, sind dir Verband- lungen über die Schaffung der sogenannte»» rheinischen Goldnotenbank auch jetzt noch nicht abgeschlossen.. Stn übrigen wird diese Bank den Titel führen, Rheinsch- Westfälische Bank. De Rclchssbank legt Werl darauf, daß im Hinblick auf die zu schaffende GoMoter»- bank auch in der äußeren Cban:it-r«äoruug sic',er Bchtl- griin'dung keine Bezeichnung eitthalten ist, die zu Ver­wechslungen Anlaß geben könnte. Von großer B-de,ttu»ig ist die Tatsache, daß Frankreich sich jetzt schoil ziemlich verbindlich bereit erllärt hat, nach Schaffung bet Rheinisch-Westfälischen Bank, die ding­lichen, also hypothekarischen Sicherungen für die Rentenmark zuzulassen. Damtt würde die Rentenmark eine breitere Basis erhalten und der ui Reserve gehaltene 300 Millionen Kredit für das Reich Knute bann praktisch bewertet werden. Dieser Kredit würde freilich »um größten Teile für die Beiatzungskosten und die Entschädigungen für die Bevölkerung Verwendung finden müssen. Das jetzt zu schaffende, nnd von den Kommunen unb Städten zu garantierende wertbeständige rheinische Notgech ist gleichfalls von der interalliierten Rheinlandkommisslon zugelasseu worden. Wir dringlich die Geldlage bet besetzten Gebiete einer Acnderung be- txrrf, geht aitä der Tatsache hervor, daß an ungedecktem Notgeld in den besetzten Gebieten heute nicht weniger als 188 Trillionen Mark herumschwimineu, während t-er ge­samte Umlauf an solchem Notgew im ganzen unbe­setzten Deutschland knapp 90 Trillionen auSnmcht. D:e in sein Schicksal ergebend.Ich war dem Professor dankbar, baft er mich mit Mitteln unb Mittelchen verschont hat, unb nun kommst bu, bei doch sonst nicht viel bavon hält, mit solchem Zeug angereist."

Die Wahl bieses berühmten Mannes war in­sofern verfehlt, als bet Sanitätsrat von bet Vor­aussetzung ausgcht, baft bei» Leiben lm Nerven- lystezri feinen Sitz hat, weshalb er auch einen Spe­zialisten dafür vorschlug, bet natürlich nur darauf jein Auge richtete", erwiderte Rosenbauer unbeirrt. Manchmal macht bet Laie doch auch seine Beob- achtunpen, unb bie blinbe Henne findet gelegentlich rin Korm, was soviel sagen will, als baft ich gleich auf ben Magen bei bir geraten habe. Darum freut'» mich hoppelt, baft ich Römer traf, bet mir recht gab. Hast bu Wasser hier unb ein Glas? Nein? Wart', ich hol's mit schon, wir brauche» beswegen nicht bet» Diener klingeln."

SBäbrenb Rosenbauer bas Wasser holte, tat er einen tiefen Atemzug um ben anbern.

Gottlob, ba wären wir ja gerade recht gekom-, men, dachte er.

So! sagte er, mit dem Glase Wasser zu Elbeu- born zurückkehrenb, der blaft unb halb besinnungs­los in seinem Stuhl lehnt«.So. nun leg' mal biefe Oblatenkapsel auf bie Zunge unb trinke einen tüchtigen Schluck Wasser zum Hinunterfpülen nach!"

Willenlos gehorchte Elbenborn unb schluckte auch noch eine zweite Kapsel. Dann setzte sich Rosen- vauer, nahm eine Zeitung voin Tisch unb beob­achtete hinter berselben unauffällig ben Freunb, in dessen Gesicht zu feiner nicht geringen Genugtuung nach etwa zehn Minuten, die bet Gelehrte auf bei schönen alten Standuhr ihm gegenüber gespannt ab­zählte, ein Schein bet natürlichen Farbe zurückkehrte unb sich allmählich vertiefte. Nach kaum zwanzig Minuten richtete sich bei Leidende gerade auf unb sah seinen Freunb erstaunt an.

Denk' bir, ich hab's gar nicht gewußt, baft bu noch hier im Zimmer bist", sagte er mit kräftiger