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- Amtliches VerAndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (ims früher kurhesiifche) Oberhessen
Tie „OberhesMcki« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Lerngsvrei» 10.—31.12. 2 Mark einschließlich Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streik» oo. element.Ereignisse kein Eriatz. — Benag von Dr. L Hitzeroth. —Truck der Univ.»Buchdruckerei eo« Job. Bug. Noch, Markt 21,23. — Fernsprecher 55, Bosiicheckkonto: Nr. 5015 ®mt Frankfurt a. Main.
Marburg
Swönh, Den 15. IezmStt
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Die neuen BerhnMnngen mit Mkreilh.
Von unserem außenpolitischen Mitarbeiter.
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Paris, 14. Dez. Der deutsche Geschäftsträger
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Es unterliegt wohl keinem Zwe-'fel, baß neue Verhand-- hmgen über die Regelung der Rcparationssrag« bevor- ßkhe». Der Antrieb dazu kommt zum Teil aus England, 6t erster Linie aber wohl aus den Bereinigten Staaten ton Nordamerika. Amerika hat seine Bereitschaft aus- brachen, sich an der Untersuchung zu beteiligen, die ton der Reparationskommission beschlossen worden ist. Sh diese Untersuchung irgend ein praktisches Ergebnis haben wird, ist «ine Frage für sich. Wichtig ist aus fchen Fall, daß die Vereinigten Staaten don Amerika tos ihrer Reserve heraustretcn und ein ausgespnochenes Interesse an der Regelung der Rtparationsiulg« bekun- tet Sie teilen sich in dieses Interesse mit England, Wen Politik nach der Befestigung der neuen Regierung Wag sie «ine Partei- oder eine KvalrtionSregfernng fein, Wb viel entschiedener als bisher gegen eine Potitik Front togchrn wirb, die die ganze Reparationsfrage als ein Monopol Frankreichs betrachtet unb die zu den unerträg- M gewordenen wirtschaftlichen Mißständen in England geführt hat. Amerika und England verlangen wieder stren Anteil an der Lösung der Neparationsfvagen und Frankreich wird sich diesem Wunsch« wohl nicht ver- Weßen können.
Mr sind darüber unterrichtet, baß der deutsche Außen- knister diesen Augenblick für geeignet hält, um auch der brutschen Außenpolitik wieder eine aktive Richtung Frankreich gogmüber zu geb'N Wir sind an den Untersuchunzs- ckrsschüssen, die die ReparationSkomm-'ssion eingesetzt hat, War nicht aktiv beteiligt, haben aber doch ein sehr starkes Ivtersssc daran, bei dieser Tätigkeit der Reparativnskom- mission nicht lediglich als Zuschauer zu gelten. Am «besten Vmite man sich noch mit einer solchen Noll? begnügen, ftweit die Untersuchung über deutsche Kapitalstucht ins Irland in Frage kommt. Gelingt es der ReparatisnS- temmifston starkes deutsches Kapital, das sich im Ausland Ma versteckt halten sollte, wieder an die Obcrftäche M ziehen undd für Deutschlands Leistungen nutzbar zu Wachen, io könnte das niemandem will'ommener fein a's ims. Wir können uns hier damit begnügen, den Erfolg I6$utoar1c;t. Anders aber steht es mit dem Untersuch- tmgSausfchuß, der die deutsche Leistungsfähigkeit feil« stellen soll Hier müssen wir dafür sorgen, daß üb« die Voraussetzungen der deutschen Leistungsfähigkeit volle Klarheit geschaffen wird, ehe man fich in lange Dis- kirssionen über deutsche Zahlungsfähigkeiten einläßt.
Die Frage der deutschen Leistungsfähigkeit ist ganz «Essbar mit Rhein und Ruhr verknüpft. Wenn Deutsch - stwd das Ruhrgebiet als ein Produktionslaub betrachten ten. dessen Erträgnisse ihm zuftießen, so ist der Stand stmee Leistungsfähigkeit ein volkommen anderer, »Ä denn dieses Gebiet ihn: genommen wird. Dabei mag es stk die zweite Möglichkeit verschiedene Arten der Lösung^ toten, cs bleibt immer dabei, daß wir so gut wie leistungs- dnsähig sind, wenn uns das Ruhrgebiet, von dem aus daS Wirtschaftliche Herzblut von ganz Deutschland zirkuliert, uüht ohne jede Abschnürung und Hemmung zur Verfügung
Deshalb muß vor dem Beginn neuer RcparationS- " »idlungen jeder Zweifel über diesen Punkt beseitigt * ■ u Und es ist Aufgabe der deutschen Außenpoft- •t. esc Klarheit herbeizuführen. Die deutsche Regierung tue» also in Paris erneut die Frage stellen, welche Ziele die französische Politik verfolgt. Sie wird ver- strchen, darüber unmittelbare Verhandlungen mit der ftan- löslichen Regierung herbrizusübren. Bisher ist diese Frage «H kein.st^egs entschieden. Am allerwenigsten durch bic fcrhäge mit der Micum Diese Verträge haben nur cmc test ist Ze Dauer bis zum Frühjahr des nächsten Jahres.
sind lediglich von d'utscher Seite abgeschlossen Wortes, um die Betriebe im Ruhrgebiet wieder in Gang I teingen zu können. Dasselbe gilt von den Verträgen mit ter Eifenbahnrcgie Grundsätzlich ist nicht das geringste »durch entschieden, sondern die deutsche Regierung hat nn- ititotgt daran festgchalten, daß d:r Ruhreinbruch einen tertragsbruch bedeutet, und daß von Repamiionsleistun- tzkn keine Rede sein kann, solange dieser Rechtsbnich nicht eAkgängig gemacht worden ist.
Was wird Frankreich tun? Es hat sich der früheren tetfsorderung, zu direkten Verhandlungen mit der Be- teaptullg entzogen, der passive Widerstand sei noch nicht thtgef; ((t. Mit dieser Ausflucht wird es jetzt wohl nicht »ehr kommen können. Hat doch der „Temps" sich kürz-
darüber beklagt, daß der deutsch« Botschafter in Paris 4 nicht ernannt sei, obgleich man den Ruhrkampf ><- ägt habe. (Daß Deutschland schon dreimal in Paris " Bereitschaft erklärt hat, einen, neuen Botschafter zu ll-n'.>cn, vcrschw.igt der „Temps".) Im übrigen scheint *>ch Frankreich die Nachteile seiner völligen Isolierung Ellnähftch ritvas zu verspüren. Es wär« deshalb möglich, tech es die bisherige schroffe Ablehnung ausgibt und M bereit erklärt, über wirtschastl'che Fragen zu ver- tendeln. Man wird aber damit rechnen müs'en, daß cS faße Verkündung mit den Separatisten aufrecht erhalten feil und deshalb ablehnt, über die staatsrechtlich« Seite der Mage zu Verhandeln Da- wär- auch schon eine deutliche Vnltr-ort Das würde heißen, daß di« deutschen Hoheits- techte an Rhein und Rubr wie bisher mißachtet werden. Sud das würde auch dem deutschen Standpunkt eine'ganz! ■Nte u'ch kstrre Grundlage geben: Ohne Rhein und Ruhr fett' i; > »tonen.
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Samstag vormittag %10 Uhr vom Ministerpräsidenten empfangen werden.
Pari«, 15. Dez. Nach einer Havas-Meldung aus Brstsiel wird der deutsche Geschäftsträger Gesandtschaftsrat Dr. Rödiger heute vormittag 11 Uhr vo« Jasper empfangen, und der deutsche Geschäftsträger im Paris v. H o e s ch wird um Uhr bei Poincare vorsprechen. Die beiden Diplomaten werden eine Demarche vorbringen, die bereits an Frankreich und Belgien Gegenstand der Aussprache bilden.
Paris, 14. Dez. Der diplomatische Mitarbeiter der Havas-Agentur glaubt angesichts der bevorstehenden Demarche des deutschen Geschäftsträgers die allgemeinen Grundsätze, von denen sich die französische Regierung leiten lasten werde, wie folgt erläutern zu können:
Die von der französischen Regierung geforderten Bedingungen für die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Deutschland seien jetzt, nach der vollkommenen Einstellung des passiven Wider« stairdes erzielt. Man werde alsoi n Paris in keiner W-üse dagegen sein, aufs neue direkte Verhandlungen zwischen den beiden Ländern einzuleiten. Alles, was die deutsche Regierung über das Reparationsproblem vorbringen werde, werde mit Interesse ausgenommen werden, jedoch könne die französische Regierung nicht gegen die Prärogativen handeln, die durch den Friedensvertrag von Versailles der Roporotionako'nmzsst»« -aw#efrnDdfrii, worocn seien.
Was das Ruhrgebiet anbetreffe, werde die französische Regierung nicht zulassen, daß man die Frage der Besetzung wieder anschneidet. Die Ministerien von Paris und Brüstel würden das Pfand, desten Besitz sie sich infolge der deutschen Verfehlungen hätten sichern müssen, nur nach Maßgabe der Zahlungen aufgeben, wie dies schon offiziell angekündigt mürbei. sei. Jedoch sei man in Paris geneigt, sich m't den offiziellen deutschen Vertretern über die Art der Besetzung zu verständigen. Außerdem werde man sich einer Diskussion mit der Reichsregierung über die Verpachtung des westfälischen Industriegebiets nicht widersetzen, insbesondere könnten die zwischen den deutschen Industriellen undd er Micum abgeschlossenen Verträge anläßlich ihrer Wiedererneuerung, die im Monat April erfolgen werde, zum Gegenstand offizieller Verhandlungen zwischen Puris und Berlin gemacht werden. ,
Was endlich die rheinische Frage anbetreffe, deren Behandlung anläßlich der Demarche des deutschen Geschäftsträgers angekündigt worden sei, handele es sich um eine recht vage Formel. Wenn es sich um die militärische Besetzung handele, so seien durch den Friedensvertrag die Bedingungen hierfür vorgeschrieben, namentlich, was die Räumungsfristen anbelange, die ausdrücklich von der Ausführung der Verpflichtungen abhängig gemacht worden seien. Hier handele es sich um formelle und unantastbare Stipuliernngen. Für den Fall, daß Deutschland vom rheinischen Separatismus sprechen wolle, sei es zweifelhaft, daß man französtscherseits hierüber eine Diskussion annehmen werde, da cs sich um eine innerdeutsche Angelegenheit handele. Von Frankreich werde strikte Neutralität beobachtet in oen besetzten Gebieten, habe also in dieses Problem nicht einzugreisen.
Die Haoasnote glaubt zum Schluß versichern zu können, daß die belgische Regierung die gleiche Haltung wie Frankreich einnehmen wird. Uebrigens habe über diesen Gegenstand zwischen den beiden Ministerien ein Meinungsaustausch stattgefunden.
Paris, 14. Dez. Die gesamte Morgenpresse bespricht den angekündigten Schritt des Botschaftsrats v. Hoesch bei Poincare, durch den mit Frankreich Verhandlungen über ave die Nheinlande und das Ruhrgebiet betreffenden Fragen cingeleitet werden sollen. Im „Petit Parisien'' heißt es, wenn das deutsche Kabinett an einen aufrichtigen Meinungsaustausch über die Probleme, die zwischen Deutschland und Frankreich schweben, denke, dann könne man schon Im voraus sagen, daß eine solche Initiative in Paris aufmerksam geprüft werden wird.
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Paris, 15. Dez. In d r Kammer interpellierte gestern der Führer der Soziallnrn-artei Leon Blum üfrr die Maßnahmen, dir die Regierung zur Beseitigung der verhängnisvollen Folgen der Ruhrbesetzung und der allgemeiner Politik in der Reparatronsfrage zu ergreifen gedenke. Die äußere Politik Frankreichs könne ihm in der ganzen W-tt mir schaden. Sie habe bi« Zahlungsfähig- teil Deutschlands zerstört. Infolge der Haltung Frank
reichs feien ihm in der ganzen Welt Hegemonieabfichten zugeschneben worden, die es nicht habe. Man müsse jedoch zugeben, daß Franireichs HaltungdieseMei- nung bestätigte. Bei Blums folgenden Wetten über die Sachverstänbigenkonferenz unterbrach ihn Poincare, der erklärte, bie Regierung halte die Einbe- rufungeinerinternationalenSachverstän- digenkon seren» für unmöglich, da hierdurch die Reparationskommisfton umgangen würbe; aber die Re- parationskommisfion habe das R ech t, selbst eine Sachverständigenkommisfion zu ernennen Abg. Blum bleibt dabei, daß durch die widerspruchsvolle Haltung der französischen Regierung die Lage bertvi(fetter geworden sei. Er befürchtete, daß die Haltung der Regierung im Ruhrgebiet den Erfolg der kommeich.'N Sachverständigenberatung wie schon bei früheren Konferenzen in Frage stelle. Wie könne Deutschland bezahlen, wenn Frankreich ihm seine reichsten Provinzen entziehe? Blum sagte weiter. Sie, Herr Poincare, haben Lloyd George, Bonar Law, Stanley Baldwin, Cuno und Stresemann gestürzt. Es ist Zeit, daß dem Einhalt gebot'n wird. Haben Sie sich Rechenschaft über di- Ergebnisse der jüngsten englischen Wahlen gegeben? Haben Sie darüber nachg'vacht, was eintreten würde, wenn England wirllich die protektionistischen Maßnahmen treffen würde, zu denen Sie Baldwin gezwungen haben? Wissen Sie vielleicht nicht, daß wir jährlich für 6 Milliarden Waren an Gr glaub verkaufen und daß, wenn diese Maßnahmen ergriffen werden, wir Franzosen es ausschließlich sein werden, die zur Arbeitslosigkeit gezwungen wären? Trotz des äußeren An- sch«-ns bestehen ja auch ernste Meinungsverschi-denheftev zwifchrn Frankreich und Belgien. Frankreich hat tn der gefährlichsten Weise das Nationalgefühl in Deutschland entsesselt und alle demokratischen Kräfte zerf.ött. — Gegen.
3 Uhr wurde die Sitzung unterbrochen, nach deren Wie deraufnahme der Abgeordnete Blum seine Rede forisetzte. — Er tadelte weiter vor allen Dingm den A u s b « u - tungsplan, der im Ruhrgebiet durchgeführt w rde, ifcpi daß man sich sm ben be t,:<ien Marit k ü rft nre r e, öet sich letzt von oterm Industrie;,evrl gelöst have, und mache sich das Urteil einer englischen Zeitung zu eigen, die dieses Gebühren als bolschewistisch bezeichnet habe. Die Rnbroperation sei daran schuld, daß infolge des Sinkens des Franken die innere Schuld Frankreichs sich um 40 Milliarden vermehrt habe. Wenn in der kommenden Woche, so sagte Redner zu Poincare g'ivandt, das Bwt, die Milch und andere Lebensmittel im Preise steigen, dann können Sie der Oefftntlichkeit erllären: Das kommt vom Wechselkurs, das kommt von der Ruhropeca- tiou. Die Ruhrbesetzung bedroht auch di« deutsche Einheit. Jedenfalls verzögert sie die Pazifizierung Europas, anstatt die Sicherheitsfrage zu gewährleisten.
Die weitere Debatte über die Jnterpellatzouest betreffend btt Außenpolitik wurde aus kommenden Freftag vertagt.
London, 14. Dez. Die Meldung, daß die bertsche Reaärung beabsichtigt, in direkte Verhandlungen mit tet französischen Regierung zu treten, wird von der Presie viel beachtet. Der diplomatische Berichterstather öer „Daily News" schreibt, di- Frage Reparaston ober Sicherheit würde im Laufe jeder Untersuchung der deutschen Zahlungsfähigkeit ausgestellt werden müssen. Dcutich- land habe nun vorgezogen, ,fie aufzuwerfen, bevor diese Untersuchung b.'ginne. Aber, nachdem die amerikanische Regierung die Teilnahme amerikanischer Vertreter an ihr gestalttt habe, sei eS ein bezeichnender taktischer Schrat, und «z sei nunmehr schwer zu sagen, tvie unter diesen veränderten Verhältnissen Frankreich sich dein zyiderfetzen könne, der Frage gegenüberzutreteu, wie bie Ruhrbesetzung Deutschlands Wiedergutmachnngssähigkeit beein- trägtige.
Der „Daily Chronicle" bedauert in seinem Leftartikel »um gleichen Themck u. a., daß während einer äußerst tut> leben Periode in den auswättigen Angelegeuheitcn, Groß- bntannien keinen befugten Wortführer habe. Die Ereignisse auf dem Kontinent hätten sich rasch entwüsefti, während die Aufmerksamkeit England? durch die Wahlen adgel.'nkt anvesen fei.
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Berlin, 14. Dez. Um die Rotlage der deutschen Wirtschaft und der Arl-eitslosigkeit durch eine Steigerung und Berk-illigung der Protz u k t i o n zu steuern, haben die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände in dem oberschlcfischen, niederschlesischen, sächsischen und Ibbenbürener Steinkohlenbergbau auf Grund von Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium ein Ueberarbeits- abkommen getroffen. J,l diesen Bezirken werden die Bergarbeiter unter Tage vom 27. bezw. 29. Dezember ab im Anschluß an die regelmäßige Schicht eine Stunde Mehrarbeit leisten. Auch die Arbeiter über Tage, die unmittelbar mit der Förderung der Kohlen zu tun haben, werden, soweit erforderlich, eine entsprechende Mehrarbeit leisten. Die Arbeitszeit der übrigen Uebertagcarbeiter soll im Zusammenhang mit der Regelung dieser Frage in den wesentlichsten Zweigen der Großindustrie der Steinkohlenl-ezirke durch weitere Verhandlungen zwischen den Parteien geregelt werden. Die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer waren darüber e i n i g, daß zur möglichst baldigen Erreichung der Friedensleiftung im Steinkohlenberg
bau alle nur möglichen Verbesserungen unverzüglich durchgeführt werden sollen. Im Februar 1924 werden die Vertreter der Verbände unter Mitwirkung des Reichsarbeits- und Reichswirtschaftsministeriums erneut verhandel«, um festzustellen, ob dieses Ziel erreicht ist, oder welche weiteren Mittel etwa zu seiner Erreichung notwendig sind.
Eluigung mit der Schwertndustrte des Ruhrgebiet» über die Arbeitszeit.
Berlin^ 14. Dez. Durch das Eingreifen bei ReichsarbeitSmtnisters In Verbindung mit dem Neichskommisfar Nehtich ist cS gelungen, wie tm Bergbau, so auch in der Eilen- und Stahlindustrie Del Ruhrgebiets eine Verständigung über die Arbeitszeit berbeizuführen, bie von größter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Mit RückstM ans die Notlage der ganze« deutschen Wirtschaft unb die Belastung der Rnhr- inbuftrie durch das Mtkum Abkommen vorübergehend bis zunr 1. Juli 1924 eine Verlängerung der Arbeit-, zeit vereinbart. Gleichzeitig werden eine Retbe sozial- politscher Verbosseruirgen eingeführt. In betriebe«, in denen bereits vor und während des Krieges weniger als 10 Stunden gearbeitet wurde, soll diese Arbeitszeit weiter gelten. Die 24ftflnbtge Wectsclschicht an Sonntagen wird abgeichafst Die bei. Schwerarbeitern beigefiebencn Reserveleute sollen so eingesetzt werden, baß die Schwerarbeiter effektiv nicht mehr all 54 Stunden tn der Woche arbeiten. Mr alle übrigen Arbeiter tst die Wochonarbeitszeit auf 59 Stunden, für die Arbeiter in der weiter verarbeitenden Industrie aus 5714 Stunden festgesetzt, !o zwar, bah et« fttier halber Samstag den Arbeitern gestchett bleibt Auch über eine Reihe anderer tariflicher Streitpunkte .wurde eine Einigung erzielt Nachdem durch dies« Vereinbarungen bie Möglichkeit jur vermehrten und verbilligten Er-eufiung von Kohle unb Eisen geschaffen ist, ift ju hoffen, bah davon bald eine belebende Wirkung auf alle übrigen Industrien angehen wird.
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7 M lnM» NmrlW.
Berlin, 14. Dez. In einem Artikel ber „Deutschen Allgemeinen Zeitung" üfyr die deutsche Finanzkrise, und bie neuen Stenernoiverordnuugen heißt es u.a.: Es handle sich im Augenblick nur darum, daß sofort Gelb .geschafft werde, und zwar nicht nur im Interesse des Staates, sondern auch im Int -reffe der Wirtschaft Es fei sicherlich ein sürchierliches Zusammeiitressen, daß ber Staat in dem Augenblick von der Substanz ber Wirtschaft 5it zehren gezwungen sei, in dem die Wirtschaft selber» von der Substanz leben müsse. Aber es sei sehr gefährlich- toenn man gerade jetzt zwischen der Wittschaft und beiL Staat einen tatsächlich nicht Vorhandenen Interessengegensatz h-rauszuko.tstruieren siE bemühe. Das Interesse der Wirtschaft unb das des ©taute» feien feiten jo eng verbunden gewesen wie in diesen Tagen.
Berlin, 14. Dez. Nach ber „B Z." wftä die zweite Stenernoi Verordnung voraussichtlich noch beute verösfentlicht. An dem ursprünglich'n Entwurf de? RkichSfinanzministeriumS habe das Reichsbabi- nett noch einige Aenderungen vorgeuommenk Dec Fünf- zehnerausschuß im Reichstag beschäftigte sich heute vormittag mit der fraglichen Verordnung, die im Lauf? beS Tages auch noch den zuständigen Ausschüssen sie» Reichs- rats vorgellgt wird
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„Die Gehälter find unzulänglich."
Berlin, 14. Dez. Zu dem Gesetzentwurf übet Aenvenmg der Dienst- und VersorsungSbezüge der unrntitclbmen Staatsbeamten und der Volks- unb Mtttetfchuklchrer, in dem die Bezüge entsprechend der Regelung tm Reiche aus Golbmark umgestellt werben, gab ber Preußische Staatsrat heute folgendes Gutachten ab: Der Preus-ische Staatsrat hält bie Gehälter «ach bett Vorschläge» b ä StaatämlnisteriumS für unzulänglich unb nur auf furje Zeit möglich.
Dr. Steiniger lArbeltSgemetnschaft) empfahl namentlich tm Hauptausschuß einen Antrag, ber unter Hinweis auf beit drohenden Zusammenbruch der Staats- unb Geineinbestnanzen vom StaatSministe- rtum forvett,
1. «tuen Plan jur sofortige» Verringerung der AvSgabeir durch Aufhebung, Abänderung ober Aussetzung aller Gesetze, beten Durchführung nicht unbedingt notwendige Ausgaben crhcischt,
2. einen nach Festmark veranschlagten Haushaltsplan unter Streichung amtlicher nicht unbedingt zur Fortführung ber staatlichen Verwaltung nötigen Ausgaben vorjulegen,
3. binzuwirken auf Hebung und Verbtlltguirg ber Produktion durch Anwendng unproduktiven unb ber« teuernben Tätigkeit in staatlichen, kommunalen und privaten Wtrtschafisseben sowie bk Zuführung alle« eittbehttichen Kräfte zur vrodukllvcn Tätigkeit.
4. endlich bet der Reichsregierung auf bie sofortig« Umgestaltung des SieuersystemS unter Wiederherstellung ber SelOsiandigleit ber Länder unb Kommunen Hinzuwitten. Ferner wirb bie Einführung deS ArbeitSpsttchiStahreS gefordert. Der Antrag bei Hauptausschuffes wurde gegen Demokraten, Sozialdemokraten und Kommiittlsten angenommen
Berlin, 14 De;. Die RetchSmlnister haben angesichts der Notlage des Reiches einstimmig beschlossen, für die Wintermonate überhaupt auf lebe TtenstausivandSenifchäbigung zu verzichten.
Di« neuen Ortszuschläg«.
Berlin, 14 Dez. Nach einem Befchl«ß de- Reichskabinetts sind die OttSsonderznschlüge fit Beamten vorn 1. Dezember d. Js. ab folgeudermaßen geregelt worden: —