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, Amtliches VerWndigungsblatt des Kreises Marbmg.

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Anzeiger für (das früher, kurhesssschej Oberhessen

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Di«Oderheisiiche Bettung" «richeint iemsmal wöchentlich. Bezugsvreis 10.31.12. 2 Atark einschließlich Zustellungsgebühr. Für ausfallend« Nummern infolge Streits oo. etement.Lreignille kein Eria?. Set.eg von Dr. T. Hitzersth. Druck der llnio..Buchdruckerei von Job. Lug. Koch, Markt 21/23. -rernjprecher 55, Pokf'checkkonto: Nr. 5015 Anir <,rankiurt a. Main,

Marburg

Freüklg. den 14. Dezember

Julmond

Der Buzeigenorei» beträgt für den S gesp. Zellenm! llimeter 0,06 «aldmai k. Amtliche u. auswärt-Lnzeigen 0,03 Eolbmark. Bei ichroier.Satz 50/. Aufschlag. Sammelanzeia. lOO'L Aufschlag. Reklamen 0,30 Goldmark. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Leichäftsktelle und Zusendung der Angebote Zahlung innerhalb 5 Tagen (1 Dollar 4,20 Goldmarks, Berechnung nach dem Berliner'Mittel» kurs de, Zahlungseiugangstages. Verzugszinsen pr# Tag nach dem Bankzinsfuß

58. Mr?, 1923

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Sie neuen Steuern.

Berlin, 14. Dez. Das Reichskabinett geneh- «igte in seiner gestrigen Sitzung die zweite Steuer- Notverordnung und stimmte den Richtlinien über die Schadloshaltung der ausgewiesenen Beamten zu

Berlin, 13. Dez. Blättermeldungen zufolge ist die Reichsregierung fest entschlossen, der f i n a n - Hi eilen Schwierigkeiten mit äußerster Anstrengung aller Steuerkräfte so­weit Herr zu werden, als das überhaupt «öglich ist. Hilfe vom Ausland ist nur dann zu erwarten, wenn wir durch die Tat beweisen, daß iMir selbst den Mut nicht verloren haben und alle 'Kräfte anspornen, um über die kritische Zeit hin- «egzukommen. Für Dezember sind an Steuerein- ßan.zen zu erwarten:

eine Rate der Rhein- und Ruhrabgabe i« Höbe von 50 Eoldpfenuig auf je 1000 M Steuerschuld im Jahre 1922,

eine Abschlagszahlung auf die Einkommensteuer in Höhe von 40 Eoldpfenuig auf je 1000 <Al Steuerschuld,

die Körperschastssteue, in Höhe von 60 Eold- pkennig auf je 1000 M Steuerschuld im Jahr« 1922.

Es werden also der Reichsregierung bereits in urzer Zeit Beträge zur Verfügung stehen, mit jenen sich das Schlimmste abwenden läßt. Für 1924 wird d i e Vermögens st euer prin­zipiell auf Gold gestellt und nach dein gemeinen Wert errechnet. Durchschnittlich wird der Steuertarif auf 5 vom Tausend festgesetzt. Eine Veranlagung zur Einkommensteuer für 1924 irö vorläufig nicht erfolgen. Die steuerliche Er­fassung wird vielmehr bei der Landwirt­schaft durch «inen Zuschlag auf^die Bermögenssteuer, und zwar eine Gold- stark von 1000 Mark des Vermögens- sieuerwertes für das Vierteljahr. erfolgen. Lei dem Einkommen aus Handel und Gewerbe ruhtet sich die Steuerleistung nach den Roheinnah- n»en im einfachsten Sinn des Wortes, jedoch abzüg- kch der Löhne und Gehälter. Der Steuersatz be­trägt 2 Prozent. Bei den Arbeitnehmern bleibt die Form des Abzugs bestehen. Dabei wird für alle Einhemmen ein Fester Satz von 10 Gold mark wöchentlich freigelassen. Der Steuersatz beträgt durchschnittlich 10 Prozent und er­mäßigt sich entsprechend der Kinder- za h l. Die Kapitalertrag st euer lebt auch wieder auf und zwar in Form einer lOprozen- t i g e n Abgabe. Bei den Erbschaftssteuern er­folgt die Veranlagung nach dem gemeinen Wert «nd auf Goldmarkbasis. Die Verkehrs- und Verbrauchssteuern werden gleichfalls sämt­lich auf Goldmarkbasis gestellt.

Berlin, 13. Diz. Nach dem Voranschlag dürfte «e Lohnsteuer für 1921 monatlich 72 Äklllonen Hold wart, also annährrnd 900 Million:n Gold merk jährlich einbringen, «ne Summe, die ungefähr den Vierten Teil oes SteuergesamteinkomMens des Reiches dar stellt, lieber die dritte Strucrnotvexordnung, die in den nächsten Eöochen erlassen werheif soll, teilen die Blätter mit, dass sie tine Erfassung chW^knfkativnsgÄvinne zum Gegen­stand haben wird. ES" sei eine starke steuerliche H:r- änstehung der HansSSsttzkr und der Obl-!gatsonsschuldr,er vorgesehen. Ferner ist eine Miekz-n.Ssteuer geplant, die das den gesamten städtischen Hausbesrtz gelegt werden soll. ,Voraussetzung dafür ist, daß im Saust d?S kommenden Jahres die Mieten wieder aus die BorkriegSH-he gebracht werden. Bon den Mretserträgen sollen dann tvahrschein- l'ch etwa 50 Prozent ar. den Fiskus abgeführt werden. Düs- Steuer, deren Ertrag unter Zugrundelegung ber Bs:l>i?gSmieten 23 Milvarden Goidmark ausmacoen würde. solle den Ländern überlassen werden, die sie wahr» schriniich gan; oder teilweise den Gemeinden >ir Ber- füfli- t stellen m rd-n -

Unsere trostlose Finanzlage.

Berlin, IS. D«z. Da, Reichskabinett muht« sich angesichts der autzerordentlich schwierige» Fi- Aanzlage des Reiches z» seine« Bedauern entschlie- feeii, anzuordnen, daß die für de» 17. Dezember in Aussicht genommenen Gehaltszahlung«» au Beamte ,»nd Angestellte für die zweite Dezemberhälfte nur »t Hälfte an dem Tag« geleistet werdeir. Es ist st» Aussicht genommen, den Rest am Freitag den |21. Dezember anszuzahle».> Die Reichsregierung jkah sich zu dieser Anordnung trotz der ihr bekannten 'Rotlage der Beamten- und Angestelltenschaft ge- Zwungen, da die Mittel für eine rechtzeitige volle .-Auszahlung nicht vorhanden sind und trotz aller Anstrengungen nicht herbeigeschafft werden könne».

Dr. Schacht über unsere Währung.

Ä ; r l i n, 13. Dez. Reichswährungskommissar Dr. .Schacht machte dem Vertreter einer sozialdemokratisch«^ ^vcrefiwndenz Mitteilung über den augenblicklichen Siand s Unserer Währung und dir in nächster Zuttyift zuerßreifen»

den Maßnahmen. Durch Die Tatsache der Stabilisierung Der Währung feit dem 20.11. sei in den weitesten Kcei'en Ser Wirtschaft eine Beruhigung cing:treteu. Das stabile Verhältnis zwischen Papiermark, Rentenmark und Gold- anleihe habe zu dem VerkMtf von Waren, Devisen und Effekten des inländischen Handels geführt. In allen dreien zeige sich deshalb ein merllicher Preisnachlaß und die Unlust, weiter auf großen Vorräten sitzen zu bleiben. Eine Besserung unserer Produktionslage sei jedoch nicht eingetreten. Sie könne auch nicht eintreten, wenn nicht der deutschen Produktion Be- triebskapitol in großem Umfange zugesührt wird. Diese Betriebskapitalien aber müßten Goldkapitalien sein. Aus diesem Grund aber seidieBeschasfung neuerMit- tel durch eine Goldkreditbank die entschei­dende Frage der nächsten Wochen. Die Aus­sichten hierfür seien nicht ganz ungünstig. 1 Berlin, 13. Dez. Die Blätter befchästigen sich weiterhin in längeren Artikeln mit der katastrophalen Finanzlage des Reiches und betonen, daß wir tatsächl ch mit allen unseren finanziellen Mitteln am Ende sind. Die bereits ergangene Notverordnung über die Vorausbezah- lang der erst im Januar fältrg gwesenen Rate oer Rhein- und Richrabgabe neben den Vorausbezahlungen auf die Entkommen- und die Umsatzsteuer und die be ben angekün- dic-len No veroidnui-g.n, bei denen mit G'narirfen in die Substanz des Volksvermögen? zu rechnen fet, sollen über die nächsten schlimmsten Schwierigkeiten hinweghelfen. An eine wirkliche Ordnung der Reichsfinanzen sei jedoch ohne Hilfe des Auslandes nicht za denken. Es sei ein Schritt der deutschen Regierung in der Frage der Ausländsanleihe geplant und zwar soll es sich, wie die Blätter glauben, um einen feierlichen Appell an die am Versailler Vertrag beteiligten und 'an die neutralen Mächte handeln, in welchem die trostlose finanzielle Lage des Reiches dargelegt wird. Endgültige Beschlüsse der Reichsreg'ecung über die Form dieses Schrittes läoen jedoch noch n cht vor. Tie neue Regierung werd' alles daran setzen, die Reparations­frage einer endgültigen Lösung zuzuiühren und mit den R-'gicrurgen der Entente an den Verhandlungstisch zu Tonrttm; an dem D ntichkond alb gieichbrrechtWe Mnchck seinen Platz sindrn soll.

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Sie WM der AeitwÄrm.

Berlin, 13. Dez. Zn der Frage der Wieder­besetzung des BotschastervostettS in^starrs erfahren wir von unterrichteter Scite, daß die Reichsregie- rung feit August dieses Jahres mit der französischen Re° gi-rnng deswegen in Fühlung siebt, jedoch auf drei Vor­schläge bisher ohne Antwort blieb, und zwar trotz wn cd er­holten Drängens. W«S die von der Reparationskoinmis- sion zu bildenden zwei Ausschüsse aubetrifst. so wird es als selbstverständlich bezeichnet, baß die Reichsregieranz auch in ihrem Interesse ber Tätigkeit des sogenannten Kapitalfluchtausschusses nur den besten Erfolg wünschen tarnt sowohl hinsichtlich des angeblich großen Debilen» brsitzes. als auch hinsichtlich der Beteiligung deutschen Kapi­tals an ausländischen llntmehmungen. Dee Feststellung der deutschen Leistungsfähigkeit aber, welche die Aufgabe des anderen Ausschusses fein soll, ist nach der Auffassung der hiesigen maßgebenden Stellen mit der Rhein- und Ruhrfrage unlöslich verknüpft. Die Reichsregierung wird daher voraussichtlich schon in allernächster Zeit den Versuch machen, nunmehr, nachdem der passive Widerstand auch nach französischer und belgischer Auffassung völlig aufgehört hat, mit den Alliierten zu direkten Verhandlungen von Regierung zu Regie­rung über die Zukunft des Ruhrgebiets und des Rhein­landes komme». Diese Verhandlungen müssen sich auf den Gesamtkomplex der zu lötenden Fragen beziehen, and die Arbeit einzelner wirtschaftlicher Ausschüsse muß onher aufhören, sobald bieft Verhandlungen beginnen. Was die sogenannten Minim-Veriräge betri-ft, so ist $n be­merken, daß sie der Notwendigkeit entsprungen sind, für die nächste Uebcrgangözeit der größten und dringend­sten Not zu wehren. Sie sind aber auf den 15. April 1924 terminiert, und wenn bis dahin eint grundsätzliche Rege­lung erzillt werden soll, so müssen die Berhandlungen un- verzüglich Bey innen. Was die Bemühungen um b'e Stabikisicruna der Währungsverhältnisse anbetongt, so ist man sich völlig klar darüber, daß sie ohne Ausländsanleihe auf die Dauer nicht möglich ist. Bekanntlich find int darüber schwebenden Verhand­lungen durch die inneren Krisen der letzten Wochen zuerst durch den tzttlerputsch und dann durch den Sturz des Kabinetts Stresemann ht bedauerlicher Weise unterbrochen worden. Nrmmebr besteht Aussicht. > e in nächster Zeit wieder «ihn nehmen

Bit LMMMMk.

Der Ernähru ngskredit an Deutsch­land dürste nunmehr nach Ueberwickdung zahl­loser Schwierigkeiten und nach Verzögerungen, die nicht zuletzt in der politischen Unstetigkeit in Deutschland nur ihre Ursache hatten, praktisch wer­den. Die Verhandlungen, die einige Zeit ruhten, find jetzt wieder ausgenommen worden. Es han­delt sich um einen Ernährungskredit, der etwa 150 bis 200 Millionen Dollar ausmacht. Allerdings steht die amerikanische Regierung auf dem Stand­punkt, daß es sich bei dieser Aktion um ein Handels­geschäft handelt, das auch nach geschaftsüblichen Grundsätzen zu regeln ist. Eine rein charitative Unterstützung Deutschlands, wie sie seinerzeit der Hungersnot im Rheinland gegenüber Platz ge­

griffen hat, kommt nicht in Frage. Deutschland hat aber diese ganzen Angelegenheiten niemals in an­derem, als im rein geschäftlichen Sinne aufgesaßt wissen wollen. Die Sicherung der Ernährung der deutschen Bevölkerung, insbesondere der arbeitenden Schichten, ist nun einmal die Voraussetzung für die Hebung und Verstärkung der deutschen Produk­tion. Und das hinwiederum ist die Vorbedingung für die wirtschaftliche und finanzielle Gesundung Deutschlands. Schwierigkeiten machen bei den jetzigen Verhandlungen nur noch die Garantien für die Zinsen, da Amerika dafür den Vorrang vor den übrigen Reparationszahlungen beansprucht. Eng­land ist bereit, diesen Vorrang anzuerkennen.

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Sie kwMWMImr.

Berlin, 13. Dez. Nach den gesetzlich n Vorschriften sind die Kosten der Erwe rbslosensürsorge, so- weil sie nicht von den wirtschaftlich Beteiligten aufge­bracht werden können, zur Hälfte miS Reichsmitteln zu tragen. Abweichend davon sind bisher die ungeheuren Lasten, welche die Erweröslosenfürsorge und die Lolm- versicherung int besetzten Gebiet, während und nach der Ruhraktion verursacht haben, allein vom Reich ge tragen worben. Da jetzt die Reichsregierung mit den von der Rentenbank zur Verfügung gestellten Krediten unter allen Umständen auskommen muß, kann das Reich in Zukunft nur noch den gesetzlichen Reichsanteil an den Lasten der Ettverbslofenfürsorge aufbringen. Das ist die Hälfte der Aufwendungen. Der Rest muß von jetzt ab wieder von ben Säubern und Gemei uden ae- tragenwerden. Da die Länder und Gemeinden sich mit den Notleidenden in ihrem Bereich ebenso eng ver­bunden fühlen tote das Reich, so kann erwartet werden, daß sie den bestimmungsgemäßen Anteil an den Unter­stützungen aufbringen werden.

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Sie JHein- Mi MrtnolltiL

Aus dem besetzten Gebiet wird unS von zuverlässigster Seite geschrieben:

Von den Verhandlliitgen am Ende ber vorigen Woche sind unsere Vertreter mit einem Ergebnis zurückgekehrt, das wir hier im besetzten Gebiete willkoutmen heißen. Man bat hier wie in Berlin den Plan einer besonderen Verwaltung der besetzten Gebiete wenigstens zunächst ein­mal ad art« gelegt und damit wohl auch dem Plan einer rheinischen Notenbank ein Begräbnis bereitet. Alle Rhette lander und alle Landsleute im Ruhrgebiet, die es mit ber Aufrechterhaltung der engsten Beziehungen zum Reiche und zu 'Preußen ehrlich meinen, sind übet diese Wen­dung der Tinge erfreut. Denn wenn der Plmi einet Selbstverwaltung der besetzten Gebiete an sich annehm­bar und ungefährlich war, so konnten daraus doch mit der Zeit sehr ernste Gefahren erwachsen. Man hat zwar von tarn braut der Selbstverwaltung sehr enge Grenzen gezogen, aber wer will die Bürgschaft dafür fiter- nehmen, daß diese Grenzen auch immer innegehaltzen werden? Das hängt mit Personen und Sachlage so eng zusammen, daß eigentlich niemand eine sichere Gewähr übernehmen kann.

Dadurch, daß man diesen Plan überhaupt aufgegeben hat, ist vor allen Dingen auch den Herren Adenauer und Louis Hagen das Handwerk gelegt werden. Und darüber sind wir hier besonders erfreut, da jedermann roeiß, doch diese beiden über den Plan der Selbstverwaltting hinansgiugen und ein wirklich autonomes Rheinland anstrebten, zum besonderen We-blgefallru des Herrn Tirtrrd, der sich bemitS bet Hoffnung hingab. mit den beiden genannten Herren zu einem Separat-Abkommen zugelangen, unabhängig von allen Stollen der Reichs- und Lairdesregiernng. Mit den Plänen dieser Kreise ist es nun auch vorbei und man kann es durchaus als bi# weit übcrwiegerche Auffassung der rtzeiusschen Bevölte- ruug ansprechen, wenn der 60er. Ausschuß in Köln sich mit den Kundg-chungm der Rrich»- und PreirMhen Lan­desregierung vollkommen einverstanden erklärt und wenn er ferner sich als die einzig berechtigte Vertretung ber besetzten Gebiete konstituiert hat. Damit ist allen Ver­suchen einer Nebeuregierung im Rheinland.- ein Riegl vorgeschoben.

Dirke Lösung war an die Bedingung geknüpf, daß man den besetzten Gebieten von reich)- und landeSwegeu wei­terhin wirtschaftlich und finanziell zur Seite steht nno darauf verzichtet, das Rhein- und Ruhrgebiet einem un» gewissen Schicksal zu überlassen Wir verkennen keines- «vegs, daß dadurch namentlich den Re chsfinanzen we tere Belastungen aufgebürdet worden sind. Es scheint uni abei doch besser zu fein, diese Last noch einmal auf b» Schultern zu nehmen. Gelingt «8 dem besetzten Gebiete, sich ein eigenes wertbeständiger Notgeld zu schaffen, p werden Vorn Beginn nächsten Jahres an wir auf eigenen Füßen stehen können und dann hat sich das neue Risita d«S Reick-es wohl gelohnt.

Freilich weiß m'emand mehr als wir selbst, wie unge­heuer schwierig die Wleberhecste'lung normaler Verhütt nisse im besetzten Gebiete sein wird. Wir fühlen tag­täglich, daß die Wirtschaft der Franzosen ungeheuer viel zugrunde gerichtet bat und daß sie auch von dem Willen beseett zu sein scheint, weiter einem Aufblühen unterer Arbeit int Wege zu stehen. Gegenwärtig werden die Verhandlungen über die Ausfuhr aus dem besetzten Gebiete aesührt. £ner machen die Franzosen triebet unendlich viel Schwierigkeiten, sooaß man nicht weiß, ob «ine. erträgliche Lösung in absehbarer Zeit gesunden werdeir wird. Stockt

aber die Aussicht 1 reitet rote bisher, so Hilst alles Jngang^ setzen des Vetkehrsapparates und alle Wiederaufnahme bei Apparates nichts. Die Franzosen haben bisher die Taktik verfolgt, jedesmal eine neue Etappe des Widerstandes zu errichten, wenn sie die alte preisgegeben haben. Unfc das macht uns für bi« Zukunft sehr skeptisch.

Im übrigen hat man im unbesetzten Gebiet feine Ahnung davon, tote schwer die Wiederherstellungsarbett hier ist. Unsere Bahnhöfe sind ein geradezu abschrecken, des Bild ftanzösischer Mißwirtschaft. -Das Durchein­ander, das hier herrscht, ist schwerer zu lösen, als bei gordische Knoten. Das gilt namentlich für die Gestell« und Vctschiedk»Bahnböfe, die verkehrstechnisch gesprochen, ein wahres Trümmerfeld sind. Hier ließe sich nur Wan« bei schaffen, wenn die Franzosen restlos vas deutsch« Personal wieder einstellen. Sie selbst sind völlig un­fähig, organisatorische Arbeit zu leisten und das gering« Verfonal. das sie aufbieten können, ist gegenüber oer Riesenaufgabe geradezu hilflos. Aber auch hier fehlt der gute Wille. Und deshalb glauben wir auch nicht daran daß große Fortschritte erzielt werden. Mtt Ver- febref'ejungen müssen wir weiter rechnen und wie kann das Ituürgebiet in Gang kommen, wenn die Adern des Verkehrs blutleer bleiben. Man macht sich im unb> setzten Gebiet auch feinen Begriff von dem Raubbau, den die Franzosen treiben. Die Waidverwüstungen, die sie durch Holzschlagen angerichtei haben, sind ungeheuerlich und drohen für die Zukunft des Rheinlandes eine Riesen- gesahr zu werden. Ties ist nach wie vor der düstert Hintergrund aller Verhandlungen, di« über das Rhein« und Ruhrgebiet geführt werden

Köln, 13. Dez. Nach einer Meldung bttKöln Zeitung" hat sich die allgemeine Wirisch aft s- ftage i m Ruh rgebiet insofern gebessert, als ein kleiner Teil der Belegschaften von den einzelnen Zechen­verwaltungen wieder beschäftigt w-'rd. Bon einer wirk­lichen Verminderung der katastrophalen Erwerbs­losigkeit könne aber kaum die Rede ft;n. Die B rhand» lunger» in M ü n ster, die von den V' rtretern der preußi­schen Staatsbergwerke über die Arbeitsregel lug aut den Staatsbergwerken ausgenommen wurden, hätten bisher nur die Möglichkeit gezeigt, auf der bisherigen Grundlage weiter arbeiten zu lassen Es sei beschlossen worden, alhe Be^gschaften wieder zur Arbeit zuzulaflcn mit der Ein­schränkung, daß nur vier Schichten wöchentlich ver­fahren werden und »war jede Schicht zu acht Stunden unter Bezahlung der achten Stunde mit einem Siebentel de? Tariflohnes. Dies eutipricht den kürzlich zustande» gekoulmenen Vereinbarungen des Ze.heilverbandes mit den Beegarbriterorganisationen.

Berl'n, 13. Nov. ZuM derzeitigen Stand ber ."«rfchtedttren Fragen, die die besetzten Gc.tete be» vAV'i. erfährt man von wohluntentchteter Seile: Zurzelk finden Verhandlungen betreffs Einlösung deS ttn besetzten Gebiet im Umtauf befindlichen städtischen Noli-tdes statt. ES ist beabsichtigt, eine Zwischen» lös ng ?u schassen auf Grund bereit die Neichsbank» stell-- ' (15 Notgeld unter der Ncdtngnng mrehmen, daß der Betrag nach Maßgabe der für die Zahlung von Gehältern und Löhnen erforderlichen Summen kontingentiert werden soll. Die Verhandlungen sind noch nicht zum Ubfchluß gelangt. Vezügllch der in» zwischen zustande gekommenen rheinischen Goldnoten, bank wird tn den Kreisen der Retchsresierung der St"irdpuntt vertreten, daß die Frage der lieber» fNvrung der rdeinischen Goldnotenbauk in eine zu schäftende deutsche Zentrai-Goldnoterchartt geiöst wer« den muß. In der Erwerbslosensürsorge soll zwts^en dem b'letzton und dem nubesebien Gebiet kein Unter­schied mebr gemacht werden. Die für diesen Zweck 'm besetzten Gebiet zur Verfügimq gewesenen 88 Mistronen sind im Wesentlichen aufgebracht. Von dem in dem Gesamteiat eingestellten Vetrage von 340 Millionen sind noch ungestibr 260 Millionen zur Ver­fügung. die nunmehr gleicknnäßig für das besetzte Ge­biet derivendet iverden sollen Inzwischen sucht man meitfre Mittel durch eine ergiebigere Gestaltung ber Leistungen der Gemeinden und Länder slüsstg zu machen. Grundsätzlich stimmen die Kreise der Reichs» regiernng sowie der besetzten Gebiete darüber überein, daß an dem bestehenden staalS- und verwalwirgsrech!» lich»n Zustand utcMS geändert werden soll, und «8 be« stellt Hoffnung, daß ma» ohne solche Aenderungen zur Lösung bei wtrttck>aftlichen Schwierigkeiten gelangen wird. Durch da? ZuftauNtkommen der Micumver» träge, die Wiederanfnabme der Arbeit im Bergbau und die gelroffencn Vereinbarungen in der Regie», frage bat sich die Situation etnigermaßeu gebessert. Wen« im Jan, ar wertbeständiges Notgeld geschaffen und den Gemeinden 'n d-r Steuerfrage größer« Ve» ttwguirg-'freibeit zweit wird, besteht die Sosfnung. daß das c- 6c1ir.it Ziel «rr lcht wird. Vorarissetzung hierzu ist, das: man bald zu direkten Verhandlungen mit den Besatzungsmächten gelangt.

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London. !3. Der. Die ,TimeS' schreibt in einem Leitartikel zur Teilnahme amerikanischer Sach,, verständiger an den belben von der RevarationSkom» mtsston einzusetzenden ttiitersuchnngSausschiissen, die Zuftimmung der amerifan'.fdyen Regierung müsse be­grüßt und nachdrücklich stervorgevoben werden, daß der Arbeit der geplanten Ausichstsse von Frankreich teinekt Einschränkung auserlegt würden. Eine Reu« reaelung der deutschen frinanzlage. die dem gesamten ReparalianSprvüle'n zu Grunde liege, sei dringend norwendig. Eine gründliche Uitierfudrung des deutschen Budgets würde stch n. a mit denWirtungen der schwan­kenden und rmbestimmten alliierten RevarattonSforde« runge» auf die deutschen Budgetbeeechnungen, mit der Prüfung ter von den WäbruilgSverbältnissen Bcetn« putzten Rachkriegsbefteurruns, der Haltung der Fw-