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Amtliches VerAndigungsblatt des Kreises Marbmg.
Slnzsiger für (das früher kurheffifche) Overhessen
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58. m 1928
Unter dem KmiWimMetz.
Berlin, 10. Dez. Wie die 3 “ meldet, gubet heute nachmittag eine Kavinettsfitzung statt, gg der erstmalig auch wieder der im Stadium der Rekonvaleszenz befindliche Außenminister Dr. Ktresemann teilnehmen dürfte. Es werden dabei tzie verschiedenen Finanz- »ud Wirtschaktsfragen, die. im Berordnungswege geregelt werde« sollen, Steuerprojekte und die Beamtenprobleme zur Verhandlung kommen.
Berlin, 11. Dez. Das Reichskabinett genehmigte in seiner gestrigen Sitzung die Neuregelung btt Beamtenbesoldung und befaßte sich mit einer Reihe kleinerer Vorlagen.
B e r l i n, 10. Dez ' Dem „Berl. Tagebl." zufolge tritt der auf Grund des Ermächtigungsgesetzes gebildete Ucberwachungsausfchutz des Reichstages morgen vorniittag zusammen, um über dis von der Negierung geplanten Verordnungen zu beraten.
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Die neuen Maßnahmen der Rei ch I r»«is> tu n g, die auf Grund des jetzt ang-nomm« en Ermäch- iigungSgesetzes getroffen werden sollen, sind bereits G: genstand der Beratungen im ReichSfa'inett. Es werden vorwiegend finanzielle und steuerliche fragen sein, bk zu-- rächst der Regelung bedürfen. Die Reichsregkrung teach tet danach, den Reichsbanshalt möglichst rasch ins Gleich- Mncht zu bring-n. In diesem Zweck sind erb 'büche neue Einnahmen auf Go^dmarkbasis notwendig. Von der Salanciening des Reichshaushalts häng, in der Tat auch He Sicherung der Wertbcständigek t der Reut nmark ab, He nur gegeben ist, wenn das Reich lausende n-ue Ein- dahmen au? Goldbasis erhält. Bei diesen neuen Mähaab- «en spielt auch die-H e r a n zi e h u n g d e s st L d t i s ch e u Grundbesitzes eine gross« Rolle und inSbe- hkndere handelt es sich darum, die Mieten auf$ittperten. nm Zus diesen Goldwerterträgen dem Reiche iesiimmte .Einnahmen zur Versügu'nq zu stellen. Beschlüsse im einzelnen fino aber über 6;eft Dinge noch nicht gefaßt. Grundsätzlich aber wird die gegenwärtige Zwangsbewirtschaftung für den städtischen Grundbesitz aufgehoben und damit werden «rch die Mieten eine Angleichung au die Frredenshöbe ckenso erfahren müssen, wie der srausbesitz wieder eine größere Bswegungsfreihrit erlangen wird. Das Reich will aber diese Aufwertung für seine steuerlichen Not- ionidigkeitrn nutzbar zu machen suchen. Selbstverständlich fann eine Angleichung der Mieten an die Friedensbasis wc in längeren Zwischenräumen vorgenommen werden.
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Ter Ueberwachungsausschußdes Re ich s-- tc g e 5 wird bereits in der lausenden Woche zur Stet- kongnabme zu den neuen von der Reichsrrglerung gr- tzürnlen Notverordnungen zusaminentretrn. Die ersten Notverordnungen der Regierung werden finanzwirtsch ist- kche und steuerpolitische Dinge zu regeln suchen. Weiter wird sich der Ausschuß mit Bramtenfragni zu beschä'-- tigen haben, die dem bisher dafür zuständigen Veamten- «Ulsschuß des Reichstages entzogen und ebenfalls dem Fünfzehner-Ausschuß überwiese.: wurden. Die ReichS- «eaiernng beabsichtigt zur Sicherung der Reutenmar! fefanberf Vorkehrungen z» treffen, die im Einvernehmen mit den zuständigen Kreisen der Wirtschaft und der Ren- teninark veranlaßt werden sollen.
Berlin, 10. Dez. Die gestrigen Verhandlungen im Reichsministerium des Innern ztrnschen der Neichsre.,ie° rung und den Bramteitorganisationen führten den Bllit- lern uzfolge zu keiner Einigung. Es sei damit zu rechnen, daß trotzdem im Rahmen des Ermächtigungsgesetzes die krhöhung der Arbeitszeit der Beamten zur Durchführung kommt Laut „Voss. Ztg." wird den ständigen Ausschuß de? Reichstages als erster Beratrtngsgegenstand die Verto talabbauverordnnng beschäftigen.
Berlin, 10. Dez. Der „Lolalanz." loill über den »geänderten Entwurf eines Mietzinsgefrtzes erfahren Haben, daß d-er nunmehrige Entwurf gleichfalls eine ge- stakselte Auswertung der Mieten auf Friedenshöhe bis ytm 1. Oktober 1924 vorsehe. Die in dem Entwarf «nfgesuhrtrn Sätze seien jedoch nur Mindestmieten, über welche die LandeSbehörden, denen dir endgültige Festsetzung obsiege, im besten Falle Hinaaszugehen befug! fettn. Die so errechnete Miete soll Än Hausbesitzern restlos zu- dllcn, ohne daß an eine Bet-isignng d«S Rerches an kn Mieten gedacht fei. Es würden dann vom Reiche Mittel für Wvhnungsbauten nicht zur Verfügung gestellt wecken. Man hoffe vielmehr, daß diese Mittel auS den erhöhten Mieten, die den Hausbesitzern zufallen, geschepsi Verden. Der Einuahmraussall dos Reich«; dürste durch' eine Wohnsteuer, vielleicht auch durch Erfassung der Ce- vinne bei Hypothefenenttoertung ausgeglichen werden Endgültige Beschlüsse darüber lägen jeooch noch nicht vor.
Sozialdemokratie und Ermächtigungsgesetz.
Berlin, 10. Dez. Die Berliner sozialdemo- katischen Partei- und Gewerkschaftsfunktionärs »ahmen gestern nach Referaten von Crispien und tzildenbrand mit übergroßer Mehrheit eine Entschließung an, in der die Zustimmung der sozial- demokrXischen Reichstagsfraktion zu dem zweiten Ermächtigungsgesetz verurteilt wird, da sie die Partei abermals in schwerster Weise belaste und »bendrein weder die schleichende politische Krise be- eobe noch weitere konfliktsgefahrey beseitige.
Ferner wurde ein Antrag angenommen, der sich gegen das Spiel mit dem Gedanken einer Partei- paltung richtet.
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M den mWen Wnhlen.
Berlin, 10. Dez. Rach den endgültigen Ergebnissen der Wahl ist die Stärke bet Parteien im neuen Unterbaute folgende: Konservative 261 vormals 346), Liberale 152 (117), Arbeiterpartei 192 (145), Unabhängige 10 (7). Die einzelnen Parteien befinden sich also in einet Stärke, die es irgendeiner Regierung unmöglich machen würde, im Amte zu bleiben, falls die anderen Parteien ihr vereint Widerstand leisteten.
London, 11. Dez. Tas Reutersche Büro erfährt, in maßgebenden konservativen Kreisen herrsche jetzt die Ansicht, daß Baldwin nicht zurücktreten, sonder n sei u Amtweiterführe nundvordas Pa v- lament treten weiche. Es sei keineswegs sicher, daß er, trenn er vor das Parlament trete, sich in btt Mindeibeil sehen wecke, beim es seien, wie nerLvüet, Schritte unternommen wocken, um die Ansichten dec Liberalen kennen zu lernen und die Regierung habe jetzt die Genugtuung, daß seitens der liberalen Partei keine unnötige Opposition getrieben wecke.
London, 10. Dez. Wie Reuter meldet, ist während des Wochenendes keine besondere Veränderung in der politischen Lage ein« c<*treicn. Wie bisher verlautet, sind zwischen den einzelnen Parteien keine Mitteilungen zur Klärung ihrer Haltung ausgetauscht worden. Zn dieser Hinsicht kann tatsächlich nicht« geschehen, bevor die Konservativen beschlossen haben, ob das Kabinett neugebildet oder der Versuch gemacht werden soll, die R«$ gierung mit einem veränderten Pro- gram >n fortzuführen, das danach angetan ist, auf ein M i n d e st m a ß v o n Z u st i m m u n g zu stoßen Eine neue Koalition oder ein aktives Zusammenwirken komme nicht in Frage. Wenn die Konservativen die nominelle Macht behalten, werden sie zufrieden sein, wenn sic die passive Zustimmung der Liberalen erhalten. Aeußerste Wichtigkeit wick d-r nächste n Kabinettssitzung bei- gemesien, in der die Entscheidung fallen dürfte, ob Baldwin zurücktritt oder die konservative Partei im Amt zu bleiben versuchen wird. Zn politischen Kreisen wurden gestern viele Mutmaßungen über die. Möglichkeit ausgestellt, daß die Konservativen die Regieru«ssbildung ablehnen und dem König raten, Ramsay Macdonald damit zu betrauen. Sollte Macdonald annehmen, so würde er die stillschweigeicke Unterstützung der beiden anderen Gruppen nötig haben.
London, 10. Dez. Austen Chamberlain erklärte in einet Unterredung mit einem Vertreter deS „Eve- ning Stand ack", cs würde ein großer Fehler sein, bie Lösung der Krise bis Mitte Januar hinaus.Zn- schieben
Zahlreich« konservative Staatsmänner hatten heute mit Baldwin Besprechungen. Wenn auch bisher keine endgültige Lösung btr politischen Krise erreicht ist, so wick dock in konservativer» Kreisen die Ansicht «1U gemeiner, daß bi« Regierung vorläufig im Amte bleibt, bis das Parlament zusammentritt und daß dann bitt' wicht ein modus floetibi erreicht würde.
London, 10. Der. Der König bat beule den Premierminister Baldwin in einer Audienz empfange, die 40 Minuten dauerte. Unter den zahlreichen Per- sölichkeiten, die beule vorsprachen, befinden sich Lord Curzon, der UmerstaatSsekreiär des Aeußoren, Mac Reil, Neville G bomb «la In und Worthington Evans. Reuter meldet, das» die Frage des Rücktritts Baldwins bisher nicht aufgeworfen wurde. Den Blättern zufolge verlautet von maßgebender Seite, daß Ram- say Macdonald die Regierung bilden würde, wenn er dazu aufgefordert würde, daß jedoch die Möglichkeit einer Koalition mit den Liberalen ausgeschloffen sei. Di« Press« gibt der Ansicht Andruck, daß Baldhtn bis zum Zusammenwitt bc8 Parlaments im Amte bleiben Wick.
Dis Wahlen und dir Entente.
London, 10. Dez. „Daily Tcllgcaph" erklärt, bie politische Lage fei gefährlich. Mackouald sei tztvar ter Führer der Opposition, verfüge jedoch über zwar brr Führer der Opposi ion, vrfüge jedoch über einem Rücktritt Baldwins zu sprechen, bevor ntto-iefen sei, daß die Regierung nicht fortgesührt werden könne. Die «i n z i g e Pa r te i mir der die Unioniften gemeinsam handeln könnten, sei bie liberale Partei
In einem weiteren „Die Wahlen und die Alliierten" überschriebenen Leitartikel führt „Tally Telegraph" aas, es ?ei bie starke Neberzeugung der meisten Leute in Eng land, daß bie Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwe- schen Großbritannien und ' Frankreich ein wesentliches Jut-r-sfe Englands nick Europcis sei, das trotz aller Schwierigkeiten und Entmutigungen verfolgt w röen müsse Tie überwältigende Mehrheit der sranzSsckchen össentlichen Meinimg sehe in dem Ergebnis der Wahlen einen Ruck rrach links und betrachte diesen als ernt
ernste Bedrohung der Aufrechterhaltung der Entente. Frankreich befürchte auch sehr, daß dieser Ruck nach links zur Wie deraufuahrn« normaler diplomatischer Beziehungen mit Sowjet-Rußland von Seiten Englands führe, was Mnfellos eine der ersten Handlungen einer Arbeitec- regierung fein würde.
. Paris, 10. Dez. Lock Haldane bat dem Londoner Korrespondenten des „Journal" erllärt, daß man in Frankreich feinen Anlaß habe zu der Befürchtung, daß die Uebernahme der Regierung durch bie Liberalen und bie Arbeiterpartei einen Bruch mit Frankreich bedeute. Die Liberalen wünschten tote das übrige England aufrichtig, sich mit Frankreich zw verständigen und mit den Franzosen gemeinsam die Maßnahmen durchzuführen, bie geeignet eien, Deutschland wieder auf die Beine zu bringen. Die Liberalen fürchteten einen neuen Krieg, in den England zweifelsohne hineingezogen würde. Sie möchten alles vermeiden, tvas dazu führen könnt«, und dies sei b/stim- tnenb für ihre Haltung g genüber Frankreick. Er glaube, daß man englischerseits bereit wäre, mit Frankreich einen Pakt abzuschließen, der England die Möglichkeit gebe^,einzugreifen, wenn es einer ähnlichen Situation gegenüberstände wie 1913. Auch dir Ruhrfrage wünsche Haldane in den Pakt cinzube- zieben.
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$85 MWk Abkomme«.
Frankfurt a. M., 10. Dez. Wie die Reichs- eisenbahndivektion Frankfurt a. M. mitteilt, wecken am Dienstag, 11, Dezember über die Wiederaufnahme de? Verkehrs nach Maßgabe des mit der französisch- belgischen Regie besprochenen rnodus vivendi die unumgänglichen Verhandlungen lokaler Natur sortge- sttzt. Ter Verkchr nach dem und durch das besitzt« Gebiet kann naturgemäß nur nach und nach wickerauf- geyommen wecken. So wick, tote am 11. Dez., der Personenverkehr aus der Strecke Frankfurt a. M. Hbhf. nach Höchst a M. über Griesheim und Nick in beträchtlichem Umfange wieder in Gang gebracht werden. Auf der Strecke Frankfurt a.M. Hbhf.—Darmstadt irecken indessen vorerst nur Schnell- und Pecsonenzüge verkehren, die zwischen Frankstirt a. M. und Darmstadt nicht anhalten.
Pari», 10. Dez. Nach einer Havasnteldimg aus Düsseldorf findet morgen in Köln eine KonfereuK zwischen den englischen und französischen Behörden über die Wiederaustiahme der EisenbahnverkchrS in der englischen Zone statt.
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Paris, 10. Dez. Rack einer Havas-Meldung aus Düsseldorf ist am 8. Dezember in fünf Fällen von den Besatzungsbehörden die Vollstreckung der Strafen ausgesetzt worden. Es wurden drei Ausweisungsbefehle zurückgezogen.
Neubildung de» Kohleusqndikats.
Berlin, 10. Dez. Im Ruhrrevier hat am Sonn- abend die entscheidende Mitgliederversammlung deS rheinisch-westfälischen Kohlensyndikats stattgesunden, welche über die Frag« her Erneuerung deS Syndikats Beschluß fassen sollte. Es wurde beschlossen, eine Neubildung des Syndikats vorzunchmen. Die Reorganisation soll den Nmneu „Verkaufsvereinigung für die Verteilung von Ruhrkohle" führen und bis zum 31. März 1925 dauern. E» trmcke jedoch zur Voraussetzung gemacht, daß sich bis zum 14. Dezember 94 Vrozent der Ruhrzechen für dieses Abkommen erklären. Da? Kohlenwirtschaftsgesetz besteht nwürlch noch zu Recht und hat auch für das besetzte Gebiet Gültigkeit. Nach den Bestimmungen, der Kohlenwict- schaftSgefetzeS muß ein ZtoangSsyndikat gebildet werden wenn ein freiwilliges Syndikat nicht zustande kommt. Wie sich die Vechältuisse angesichts der btr» schickenen Abkommen der Rw-r,zechen mit der Mienm entwickeln tvecken, ist noch ungewiß.
Di« Wiederaufnahme der Arbeit.
Berlin, 10. D-z. Die „Boss. Ztg." meldet auS Essen: Gestern ist auf einer Anzahl Zechen bie Ausnahme der Arbeit unter den neuen Bebinguna.en (Achtstunbeuschicht unter Tag) endgültig b n r <6. g e f fi 6 r t worben. Auf den staatlichen Zechen wurde bet Betrieb in vollem Umfange wieder aufgenommen. Alle Entlaksrnen sind restlos wieder eingestellt wocken. Nur eine Anzahl Kokereiarbeiter kann gegen- toärtig noch nicht voll beschäft^t werben. In bet Eisen- und Metallindustrie begegnet bie Wiederaufnahme der Arbeit noch gewissen Schwicrigkeitrn.
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Paris, 10. Dez. Die „Er« Nouvelle" verzeichnet eine Meldung des Belgrader Korrespondenten der .Tribuna' über de« Anfentyalt de serbischen Königs Alexander in Parts, es handle sich um eine Reise römischen Charakters, in deren Verlauf nicht nur Aufträge für die Bewaffnung von Südffawien au Giund der von Frankreich gewährenden Kredits bei den französischen Jndnstriellcn gegeben, sondern auch die Haltung Belgrads gegenüber Rußlands sest- gelegt Wecken solle.
Str SiiMmM.
Paris, 10. Dez. Der Völferbundrat hat heute tm Pariser RathauS seine neu» Tagung begonnen. Nach dem Austausch von Begrüßungsworten zwischen W dem Präfetten von Paris, dem Vorsitzenden des Pariser GemeinderateS und dem Vorsitzenden der Tagung, Bvemttng, traten die Anwesenden In die Ev Srterung der Tagesocknuug ein. Die Sitzungen werr den öffentlich sein.
Aus dem Saargebiet.
Paris, 10. Dez. Zu der bevorstehenden Er« nennung ver Mitglieder der Regierungskommifsio« im Saargebiet durch den Völkerbundsrat, die vermutlich auf eine Bestätigung der jetzt amtierende« Mitglieder hinauslaufen wird, sowie den Verhand« ungen über die Streikpostenverordnung trifft in Paris der französische Vorsitzende bei Regierungs- * Immission, Racult, ein. Der Tag der Beratungen st noch nicht bestimmt. . .
Paris, 10. Dez. Die saarländische Delegation S ist zu den Beratungen des Völkerbundsrah» in Parts ringetroffen.
. Sie SMMMr.
Berlin, 10. Dez. Wie die Blätter aus Köln melden, äußert sich Matthes in der neuen sonder- bündlerischen Zeitung über die Mißwirtschaft bet verflossenen Koblenzer Sonderbündlerregierung folgendermaßen: Das Kabinett zermürbte sich durch die immer schärfer werdende Gegensätzlichkeit zwischen Ehrlichkeit, Unehrlichkeit, Zdealismus, Materialismus, Uneigennützigkeit, Selbstsucht, Moral und Unmoral. Hierzu kommen noch die Lebensmittelverschiebungen durch den Ernährungsminister Simons und dessen Hilfsarbeiter, woran auch Dorten beteiligt gewesen sei. Die rheinische Bewegung, die rheinische Regierung und die erste Rheinlandrepublik war demoralisiert ünd versumpft.
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MträMt IMümm zm MMch.
Berlin, 10. Dez. In einer vom „Berliner Tage- blatt" veröffentlichten Darstellung des Rechtsbeistan- deS HttterS. PoebnerS und Fricke,.. Rechtsanwalt Roder, der dem GeneralstaatSkomnussariat Gegenbemerkungen beigab, heißt eS u. a.: H'ller bat kein Ehrenwort gebrochen. Kahrs Bckaupluiig, Hitler sei am 6. November bet ihm gewesen, Ist falsch. (Anmerkung des Generalstaatskoiumissariais: Richt Hitler, sondern Obers»euttiant Krickel, der milff arische Führer d«S Kampfbundes, war anwesend.) Bei den wiederhollen Besprechungen mit v. Loffow und v. Deißer vor dem 8 November sprachen dies» Hitler gegenüber und au« deren Personen davon, sie selbst seien zum Losschlagen bereit und wücken gegen Berlin marschieren. Der Plan wurde tm einzelnen besprochen und festgelegt. (Amnerkung der Beneralstaatskommissariais: Loffow und Seißer bekannten sich zu dem Ziel der Gewinnung einer starken nationalen ReickSreglerung. bezeichneten eS aber als phantastisches Abenteuer, eine solche Re- gicrnng von Bayern auS unter Hitlers und Luden« dorffS Führung durch einen Marsch nach Berlin erzwingen zu wollen. Dies Hitler begreiflich zu machen, torr del Hauptzweck der Unterredung Loffows und Srlffer» mit ihm) Ucker den Putsch sagt Rechtsanwalt Roder: Hitler war um 8 Ubr allein im Bürger« bräusaal. Uw Mr kamen 15 Alann, bewaffnet mit Pistolen. 12 Mann stellte Hiller an den Saal- auSgang. Mit 3 Mann schritt er zum Rednerpult und ersuchte Kahr, Loffow und Selffcr, in den Neben- faal zu kommen Dort gab Hitler seinen Revolver ab Er hat keinen der Herren ai«b nur eine Sekunde mH dem Revolver bedroht und versicherte ihnen, es seien nur vollendete Tatsachen geschaffen worden, um ihnen die Uebenahme ihrer Aemter zu erleichtern und bat st-, bie ihnen KOon früher zugedachien Aemter zu über» nehmen (DaS G^neralflaatSkommiffariat wiederholt demgegenüber die offfzieve Version.) Ludendorff, nach dem Hiller geschickt hatte, erschien fi’Oter Im Nebensaal und erklärte, et sei zwar überrascht durch die Ta», stelle sich aber der nationalen Sach« zur Verfügung. AlS erster folgte Loffow dem Beisvlel Luden- dorffS Daraus streckte auck Oberst Seist er Luden- berff die Hand entgegen. Als Kabr einwandle, er sei unter Ptstolenzwaug in den Nebrnsaal geführt worden. versicherte Hitler, von Zwang sei nicht die Rede. Er lehrte dann allein in den Hauptsaal zurück und verkündete der Versammiung mtlet allgemeinem Beifall die Absetzung der Regierungen Knilling und itbcrt. Bel HlllerS Rsiclkehr in den Rebensaal erklärt« Kahr ehrlich, übericugt und ergriffen, er fei bereit, ais Siaffhalter deSKönigs daSAmt eines LandrsveNveser^ anzunebmen. Hffler erklärte sich einverstanden, worauf ihm Kahr zur Besiegelung tc BeschruffeS Minutenlang die Hand gab Nachdem die öerv«n vor - übergebend im Hauptfaal goto cf en waren.uErbiel^ sich Kahr tm Nebensaal über tu Bildung her nenctf bavrisckcn Regierung und schlug Polizeirat Frick al5 Pelizclprästdent vor. (Rnmerwng des Generalftaatz- kommlffarlatS: Jede Widerlegung muß >m einzelnen dem Strafverfahren Vorbehalten bleiben. Kahr, Loffow und Selffer wurden unter Zwang gehalten.) .Eitler behauptet weiter, $tahr habe nachts trott bis ff; Nhr Po ebner und Frick bet sich «nivfangen uns st« für den nächsten Morgen herrlichst Wieder zu sich gebeten. Demgegenüber verweist' das ®entntiftaatih