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1923
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Marburg
JRontco, tat 3. ItjMdn IutlvSNd
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
Sie MM ies netten Äoöinetts-
Kon unserem parlamentarischen Berliner Vertreter-
Das Kabinett Marx hat keinen Anspruch auf eine (ßrtt vorangegang men Regierungen zugebilliqt: Schon- tzisr. Es ist keine Minute zu verlieren in der Festsetzung «rd Durchführung dersenigen Matznahmen, die. wenn sie Min Erfolge führen sollen ,mit einer an Härte grenzen- tzrn Entschlossenheit ins Werk gesetzt werden müssen. Denn darüber müssen wir uns vollständig im Klaren sein, hei; wir uns jetzt vielleicht in der allerschwersten jedenfalls i, der entscheidenden Uebergangskrise für Mr g samte deutsche Wirtschaft befinden. Das Bild he, dmtschen Reichsfinanzen kann nicht schwarz genug gemalt werden. Jeder Optim'smuS in diesen Dingen must rücksichtslos bekämpft werden. Es must gesagt werden, wie es steht, und nur die Kenntnis der vollen Wahrheit kann unS zu der Krastanspannnng an» spornen, deren eS bedarf, wenn wir schwerstem Unheil vebr.'n wollen.
Wir scheuen uns garnicht im Hinblick aus dir unerbittlichen Notwendigkeiten der Lage auszusprechen, dast das Reich, wenn nicht unverzüglich Dnrchgrertenvrs geschieh:, in wenigen Wochen überhaupt nicht mehr in de r Lage sein wird, seine Beamten zu brz ahlen. So steht's. Di' Ordnung der Finanzen des Kelches ist die dringlichste Aufgabe Mit ihr ist die persorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und mit Bekleidung auf das engst-' verknüpft. Nach der wirtschaftlichen Seite hin _5c» deutet das, daß alle Kräfte daran gesetzt werden müssen, im eine neue, und auch jchr schonwiederdrohende Znslationsgefahr um jeden Preis abzu- A-ehren. Tiefe Eingriffe, auch tu persönliche Rechte Nüssen erfolgen, die um so schwerer wiegen, weil sie in «nein Augenblick des allgemeinen Notstandes, und »och dazu in der jetzigen Jahreszeit, durchgekührt werden müssen. Nach Huuderttausenven zählen diejenigen Stellen, die allein in der Reichsverwasfünz in kurzer Zeit abgebaut werden. Bei Post und Eisenbahn find allein 225 000 Beamte für den Abbau vorgesehen. Be- riglich der Abfindungen werden die Wünsche, die viclsnch fh eine Zeit von 10—12 Monaten die Grha'tsznhlun- tm forderten, nicht erfüllt werden können, man wirb höck>- frn? Abfindungen von 4 -6 Monaten, und nur in Gnzelfällen bis zu 8 Monaten, aber keineswegs darüber Hinaus zahlen können. Gelingt es nuS nickt, für dc ttkchften 6—8 Wochen die Jnflaticnsgesahr zu bannen, dann freilich wäre auch die neu« Wahrung zunichte gemocht. Und im Verein mit solcher brutalen Rücksicht'- Wgkeit wird eine nicht minder entschlossene Einnahme- Politik verbunden werden. Nachdem die Steuern nun sämtlich auf Goldbasis gestellt wurden, sind die Reichs- derkehrsverwaltnngen nun durchweg zu G^ldtarisen üb." «eyar-gm Auch die Post ist jetzt für bi: Berechnung des Portos zur Ausgabe wcrMstäudiger Brieftnarlen überoegnngen
Diese Maßnahmen wären aber «ur etwas Halbes, wenn nicht auch von einer anderen Seite her ans d'e Wirtschaft eingewirkt würde. 11 nb hier in Kern« und Angelpunkt btt Preispolitik. Reichsbank und Arickswährungskommissar sind gegenwärtig dabei, von der Geldseite her di« Preispolitik zu beeinflussen. Die künstliche Niederhaltung de» Dollar» in Verbindung mit «Ufr immer schärfer sich gestaltendeir Gelvverlnappnng Hot den Zweck, die Vorräte, die nach allen authentischen Berichten recht erheblich find, herauszulocken und damit die Preise »» senken. Diese Taktik, hat bisher im Grcstcn und chian^en tatsächlich gute Erfolge gezeitigt. Die Vorhänge auf dem Geldmarkt, die Ereignisse au der Börse, Ae Zusammenbrüche, aus dem Effektenmarkt, aber auch Ne Fallit- einer ganzen Anzahl von Bankunternehmungeu «d Maklerfirmen, die ganz auf Jnflotionsspekulatiou ein- «estellt waren, zeigen die Spuren dieser Maßnahme. Ihr 8iel ist nicht durch eine Heraufsetzung des Devisenniveau», fandern durch eine Hebung de» Werte» der Papirnnark die D'frerenz zwischen der innere« und äußeren Geltung der Papiermark in etwa auszugleichen z« versuchen. Ob di: Taktik auf tue Dauer ohne wertere Heraufsetzung dr» Det'jfi-nkrrrses durchgehalien werden, ist im Augen» dsick schwer zubeurteilen. Es dürfte freilich kaum wahrscheinlich sein, indcfsen wird dir nicht nur nicht ad- »cfchlossen«, sondern noch weiter sich fortsetzende Gelövec- drappung den Einwirkungsprozeß weiter verstärke«.
Die Aufgaben der Rcichsregicrung könne nicht durch Berte, sondern nur durch Taten gemeistert werden. Das Kabinett Marx wird ein Kabinett entschlossener taten fein müssen, wenn seine Parole: Brot und Arbeit! derwirklicht werden soll. Unter diesem Kabinett werden die großen Problrm« der Wiederingcmgsetzunz der Wirtschaft, von deren Durchführung auch in erster Linie di: Sichrning der Ernährung der Bevölkerung abhängt, die hervorragendste Rolle spiele« müssen.
Ei» konzentriertes Kabinett.
Das Kabinett Marx hat sich entschlossen, km Summen des Gesamtkabinetts ein konzentrierte« Kabinett, bestehend aus dem Wirtschaft»«, dem Finanz«, dem Arbeit»« und dem Ernährungs- Minister zu bilden. Auf diese Weise entsteht ge- wissermaßen ein Wirtschaftsministerium, das alle kchwedenden Wirtschaftsfragen zur Beschlußfassung lü< da» Eesamtkabinett vorzubereiten hat.
Berlin, 1. Dez. Das neugebildete 'Kabinett Dr. Mar, trat Sonnabend vormittag zu seiner Ersten Sitzung zusammen. Gegenstand der Setaiuu^
war die politische Lage und die parlamentarische Tätigkeit der neuen Regierung. Das Kabinett wird am Dienstag den 4. ds. Mts., 3 Uhr nachmittags sich dem Reichstag vorstellen. Es wird den Entwurf eines Ermächtigungsgesetzes vorlegen, das ohne Inanspruchnahme der Zweidrittelmehrheit in Geltung gesetzt werden kann. — Rach der Erklärung dürften sich die Parteien zunächst zu Beratungen zurückziehen. Wie auch der „Tag" mitteilt, spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daß das Kabinett z u - nach st eine Ziffern mäßige Mehrheit bekommt. Man nimmt an, daß der Reichskanzler in der Frage des militärischen Ausnahmezustandes die Erklärungen, die schon Dr. Stresemann in seiner letzten Rede abgegeben hatte, wiederholen und damit teilweise Aufhebung des militärischen Ausnahmezustande's verkünden wird. Wahrscheinlich wird das aber dis Sozialdemokraten nicht befriedigen, so daß entweder mit einer neutralen Haltung oder sogar mit einer Ablehnung des Kabinetts durch die Sozialdemokraten zu rechnen ist. Dafür dürften aber die Deutschnationalen die Neutralität dem Kabinett gegenüber bewahren, die zunächst eine Anahme des Vertrauensvotums durch die mittleren bürgerlichen Parteien sichert.
Was die Haltung der Bayerischen Volkspartei betrifft, jo wird bekannt, daß sie sich durch den Eintritt ihres Mitglieds Emminger in die Regierung nicht als Partei gebunden fühlt. Sie will sich trotzdem nur auf Neutralität beschränken.
Gegen die Zusammensetzung des Kabinetts wurde noch in letzter Stunde ein Einfluß in der Richtung auszuübcn versucht, daß der Abgeordnete Keinath an Stelle des Abg. Dr. Hamm für das Wirts,Haftsministerium vorgeschlagen wurde. 'Der Reichskanzler Hai cs aber abgelehnt, eine Aen- derung in der bereits getroffenen Wahl vorzunehmen. -
Wie die „Zeit" erfährt, unternahm es Dr. Scholz als Fraktionsvorsitzender der Deutschen Volkspartei nach dem Scheitern der Mission Steger- walds, dem Reichspräsidenten den Wunsch zu unter- ureiten, nunmehr die Auflösung des Reichstags in die Hände Dr. Stresemanns zu legen. Durch eine zufällige Begegnung mit Staatssekretär Meißner erhielt er aber vorher davon Kenntnis, dah Dr. Marr bereits mit der Kabinettsbildung betraut war. Dadurch wurde der in Aussicht genommene Schritt hinfällig.
Berlin, 2. Dez. Das Rsichskabinett Hat in seiner heurigen Sitzung beschlossen, dem Reichstag in seiner erste« Sitzung am 4. Dezember ein Ermächtigungsgesetz vorzulegen, durch das die Regierung Vollmacht erhält, Maßnahmen zu treffen, die im Hinblick auf die Not des Volkes und des Reiches notwendig und dringend sind. Die Geltungsdauer des Gesetzes, das sich als ausgesprochenes Notgesetz charakterificrt, soll auf kurze Zeit beschränkt werden.
Berlin, 2.Dez. Dos Reichskabinett hat sich in seiner gestrigen Sitzung, wie der „Montag" hört, auch mit dem Inhalt der am Dienstag bevorstehenden Regie- rurMserLarung beschäftigt und diese im wesentlichen fertig- gestellt. Die Aanzberrede wich voraussichtlich mir kurz sein und dürste wesentlich: Aendernngeu des bisherigen politischen Gefamtk«rses kaum enthalten. Sie wird in der Forderung nach dem Ermächiigunsssge'eh gipfeln, das unter dem Stichwort „Kleines Ermächtchungsgefttz" fick streng auf den Kreis der nächstliegende« Aufgaben schränk« wich Der Inhalt de» Ermächtigungsgesetzes dürfte sich im wesentlichen auf soziale und wirtschaftliche Angelegenheiten erstrecken und insbesondere d-e Regeruna zu Maßnahmen auf dem Gebiete der Erwech-losenfürsorge und der PreiSbisimng der Lebensrnittel ermächtigen. Das Blatt nimmt an, daß auch die bayrisch: Frage und die feit längerer Zeit sch»« Senden Krediwerhandlungen mit dem AuSlaiche in das Ermächtigungsgesetz einbegriffen werden Ferner rechnet der „Montag" damit, daß der Kanzler sich über gewisse Bestimmungen des Belage- rungSzustandes äußern toi*.
Augsburg, 1. Dez. Der neue Reichsjustizminister Emminger erklärte dem Berliner Vertreter der „Augsburger Postzeitung" in einer längeren Unterredung, er hatte sich für verpflichtet, in die Reichsregierung einzutteten und zu versuchen, die noch zwischen Berlin und München bestehende Spannung zu Meißen. Ob das restlos gelingen werde, bleibe freilich eine offene Frage, daß eine gewisse Entspannung bereite eingetreten sei, lasse sich nicht leugnen. Die zu lösenden Probleme möchte er in den Satz zusammenfassen: „Dem Reiche, was des Reiches ist, aber auch Bayern, was Bayerns ist", oder aber: „Ein starkes Bayern in einem einigen Deutschland."
Dank fü» Cirefeman».
Berlin, 1, Dez. Reichspräsident Ebert hat an den scheidenden Reichskanzler Dr. Stresemann ein Schreiben gerichtet, in dem et namens des R.iches ihm Dank und Anerkennung für die wert»
volle und hingebende Arbeit für Land und Volk ausspricht.
Französisches Lob für Marx.
Paris, 1. Dez. Die Kabinettsbildung mit dem Zentrumsführer Marx als Kanzler wird in der hiesigen Presse mit gewissem Wohlwollen behandelt. Ueberall wird in den Vordergrund gestellt, daß der neue Kanzler in sämtlichen Kreisen des Reichstages auf Grund seiner Persönlichkeit über große, uneigennützige Sympathien verfüge und und daß seine ausgleichende Haltung in vielen Fragen eine hervorragende Rolle gespielt habe. Sein überwiegender Einfluß, schreibt der Korrespondent des „Echo de Paris", habe sich hinter den Kulissen jeden Tag bemerkbar gemacht. Es fei unmöglich, die Persönlichkeit des neuen Kanzlers von der des Ministers Stresemann zu trennen, und so ruhig und überlegt der neue Reichskanzler sei, so groß sei das Temperament Stresemanns. Die beiden Charaktere könnten einander ergänzen, wenn man nicht doch manche Befürchtung hegen müsse.
Der Währuugskredit.
Berlin, 2. Dez. Die deutsch-englischen Verhandlungen über Erlangung eines Währungskredits haben, wie der „Montag" hört, einen günstigen Verlauf genommen. Voraussichtlich werde Außenminister Stresemann dem Reichstag am Dienstag nähere Mitteilung machen. Es soll sich um einen Kredit von 100 Millionen Eoldmark zur Stützung der deutschen Währung hindeln.
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KiM-'nuizM» Smiiriiii ii 6er Mo.
Zwei Unterkommisfioue« gebildet.
Pari-, 1. Dez. Die SteparationSkommission hat gestern nachmittag in einer ziemlich kurzen Sitzung beschlossen, zwei Unterkommissionen zu bilden, von denen bi, eine die Frage der deutschen Währung und ben Ausgleich deS Budgets, die andere die Frage der deutschen «Kapitalflucht bearbeiten soll. HavaS gibt darüber folgeicken Bericht aus:
Die ^Kommission hat in ihrer Sitzung heute nach» mittag «einstimmig folgende Resolution angenomen, die der 'französische Delegierte vorgeschlagen hat: Um gemäß ben Bestimmungen deS Artikels 237 beS Bersailler Vertrages die Hilfsquellen, sowie die Zahlungsfähigkeit Deutschlands abzuschätzen, nachdem ben Vertretern dieses Landes nach Billigkeit die Gelegenheit gegeben würbe, sich auszuspttchen, beschließt die Reparation- kommisswn.tzwcr Sachverständigenausschüsse einzusetzen, inbenen die alliierten und assoziierten Länder vertreten sein fallen. Einer der beiden Ausschüsse wird be- austragt, die Mittel ausfindig zu machen, das deutsche Budget auszugleichen, und die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um di edeutsche Währung zu stabilisieren. Der andere Ausschuß soll die Msttel ausfindig machen, das aus Deutschland auSgeführte Kapital atz..schätzen und wieder nach Deutschland zu- rückzusühren.
Pari», 1. T«z. Ter englische Delegierte in bet ReparativnSkommission, Bradbury, erklärte Bericht«- flottem, mit dem gestrigen Beschluß habe man die deutsche 'tSrragf auf die praktische Seite eingestellt. Die Entscheidung bedeute weder einen Triumph Oer französischen, "noch der englischen These. E» sei notwendig gewesen, die Schwierigkeiten zu umgehe« und deu Weg zu einer allgemeinen Ber ständig ung möglichst zu ebne«. Roch seiner An- fickt inüsic die erst« Kommissio« für Wirtschaft ««> Budget je zwei Delegierte der Alliierten und Assoziierten imusassc«. In ber zweiten Kommission (Kapitalflucht) «är-t. je ein Delegierter genügen. Ta Paragraph 234 angezogen sei, Kimm bie Delegierten ohne Instruktionen 'ihrer Regierungen handeln. — Auch Barthou ngnute bie gestrigen Entschließungen einen neuen Sch ritt auf bem Wege zu einer allgemeinen Berständigug mit England. Bradbury sei von Überra.schendet Versöhnlichkeit und von außerordentlichem Entgegenkommen gewesen. Er habe in der Sitzung erklärt, in Anbetracht der gcgmwättigen Lage in Deutschland wäre es ein Verbrechm, wenn nicht alles gescheh«, um bie ssinanzietle Lage diese- Landes wicderherzustellm in* in der Folge zu einer gerechten Lösung der Repa- kationSftaze zu kommen. Bradbury befürwortete, auch Deutsche in* Neutrale in die Komitees heranzuziehm. Dieser »Vorschlag ist aber von Barth»« auS juristz- schrn Gründen bekämpft worden.
Ter „Tag" läßt sich auö Paris melden:
Durch die Vertagung ber Aussprache über den Ruhroertrag bet Mi cum mit den deutschen Industriellen, tzu oer sich die Reparationskommission ml- schloß. !«m „feie eben hergestellt« Einigung nicht gleich wieder tz« erschüttern", sind die Hindernisse für eine französisch-englisch» Einigung vorläufig tzintergangm, aber doch nicht endgültig beseitigt worden. Durch
die Beschlüsse der Kommission ist überdies die wesend« lichste Aufgabe des Sachverständigenausschusses, nämlich feie Prüfung der deutschen ZahlungS- fähigkeit in Wegfall gekommen.
' Man Rechnet damit, daß bie beiden Sachverständigenausschüsse in zwei Wochen in Tätigkeit treten« Das -elfte Komitee wi* seinen Sitz entweder in Pari-, London «oder in Berlin haben, während das yodte, dessen Ausgaben in der Ermittelung ber deutschen Kapitalien besteht, sich sowohl nach den Vereinigten Staaten, 'wie auch nach den anbereit Ländern begeben wird. Tie französischen Finanzkreise beziffern das verschleppte deutsche ^i-pital im Auslande, dar zumal in den Verein-gten Staaten untergebracht sei, auf 25 Milliarden Goldmark.
Wie les heißt, soll sick bie Kommission die Prüfung der deurschln Zahlungsfähigkeit Vorbehalten haben, sobald feie Berichte der Ausschüsse abgefaßt sind. Tie Arbeiten ixv beiden Komitees werden wahrscheinlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Lord Kilmarnocks Instruktion««. ’
Londoft, 1. Dez. Der politische Mitarbeiter bei „Daily Telegraph" schreibt, daß sich die französisch- engliscken Beziehungen durch die Instruktionen, die in dieser Woche an ben englischen Oberkommissar im Rheinland, Lord Kilmarnock, gegebm wurden, gün« fliger gestalten werden. Das Blatt fügt dieser Erklärung hinzu, daß die Regierung beschlossm habe, bet Durchführung der kürzlich zwischen der deutschm und französischen Regierung Wer die Eismbahnen abgeschlossenen Abkommen bezüglich der Ruhrgruben und Fabriken keine unnützen Hindernisse in den Weg z« legen. Lord Kilmarnock werde in enger Zusammenarbeit mit ben französischen Bchörden stehe« und man hofft, daß bie Anwesenheit de- englische« Beamten noch 'weiter dazu beitragen wird, den deutschen Interessenten ihre. Rechte der Handlung zu sichern, die Poin- carl «ihnen zuzugestehen nunmchr bereit scheine, -
Die englische Politik. 1 '■*
London, 2. Dez. Unterstaatssekretär Mc. Neil erklärte in einer Wahlrede, die Politik, die General Smuts iargelegt habe, sei tatsächlich di« Politih die bie Regierung seit einem Fahre beharrlich verfolgt habe. General SmutS habe vor seiner Abreise in seinem «eigenen und, wie er glaube, auch int Namen einiger ber übrigen Dominions unbedingtes und vollkommene- Vertrauen zu Lord Curzon, als bem Lenker der Außenpolitik der britischen Regierung auSgedrückt. Wenn der Grundsatz, den die Liberalen vorbrächten, Werhaupr etwas bedeute, so sei da- logische ErgröniS dieser Politik, daß man bereit sein müsse, Krieg gegen Frankreich zu führen. ES sei zwecklos, Frankreich ;u ■ sagen, .-es müsse da» Ruhrgebiet verlassen, wenn man ' nicht bereit sei, eS daraus zu vertreiben.
Amerika und die Reparationen.
London, 2.De». Reuter meldet aus Washing-, ton, die Regierung habe dem amerikamschen Beobachter i» der ReparationSkommisston, James Lozan, mitgeteilt, bag sie nach wie vor nicht bereit sei, offiziell an einer eingeschränkten Untersuchung, wie sie der gestrige Beschluß über bie Bildung zweier Unterausschüsse beoeute, teil- zunehmen, wenn sie auch möglicherweise bereit fein werden sich inoffiziell vertreten zu lassen.
Pari», 2.Dez. Der „Newyork HeraL" berichtet aus Washmgton, nach dem Fehlschlag der interalliierte« Verhandlungen über die von wirtschaftüchen Gesichtspunkten auszufahrende Untersuchung der deutsche« Zahlungsfähigkeit würde die Ber- elnigten Staate« sich dem Plane einer begrenzt«« Untersuchung durch bas Sachvrr- ständigenkomi tet, wie es von der Reparativ nskommission vorg rschlüg«n wrro«, völlig seruhalten. Dar werde von offiziellen Persön-' lichkeitcu vertrauüch festgestellt, daß «ne so begttnzto Untersuchung, wie sie die Reparatiouskommission Vorschlag«, ohne jeden Wert wäre. Man fei gegen eine offizielle Beteiligung an bet Untersuchung durch bie Reparationskommission, vteeineEinrtchtungdeS Bersailler FtiebenSvertrage» sei, ben die Bereinigten Staaten nicht naterzeichnet hatten. Gegent eine rein private Beteiligung mnerikamschet Sachveo- stäudiger ,vou beten Tätigkeit di« amerikanische Regierung keine Kenntnis |u nehmen brauche, werbe nichts ringe- ! wandt
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Snie» Her Surin
Philadelphia, 1. De;. StaatSfeftettir HugheS erflarte in einer Ansprache bet Gelegenheit der Jahr- ; hundertsseter der Monroedoktrin, die vereintgte« Staaten feien aus dem Krieg mit denselben Stelen bervorgegangen. mit denen fle In ihn ctngetreten Wären. Obwohl sie Sieger gewesen seien, hätten sie weder GebtetszutoachS noch Rcparattonen gesucht. Die Wünschten, dass Frankreich gedeihe und Sicherheitm erlange, dah seine Wunde« yetlien und seine gerechten Forderung«« erfüllt würden. Ebenso wünschten sie ein g « etnlgteS und gebehhendfeS Deutschland zu sehen, daS den Willen habe, grleben zu halten und bis »nr Grenz« feiner Lei- stungSkStzigkelt Wiedergutmachungen zu leisten unk ben «utteuteQenee Lohn für (eine Arbeit unk rüchttg».