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Marburg
Wr. 278
1923
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tiefer«nflen für di« nächsten Jahre.
weder durch Präsentierung des Reichskanzlers Mer
in Aussicht stellen. Der Zentrumsführer Marx hat
Bemühungen nach dieser Richtung ausgenommen, -zu stellen. Die französische Regierung hat darauf
mit einer Rote erwidert, in der es heißt, sonder-
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lassen.
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durch Einflußnahme auf die andern Parteien einen Regicrungsblock herzustsllen, der nach rechts hin die Deutschnationalen und nach links hin die Demokraten mit einbegreift. Die Fraktion der Deutschen Volkspartei würde für diesen Fall ihren Anschluß
Briefe
4634
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Fr a n ks u r t a. M, 27. Rv9. Wie wir von der Reichseisenbahndirektion Frankfurt a. M. erfahren, wird auf Anordnung von französischer Seite die ' Strecke Limburg —Wörsdorf in der RaO
nisation vorzunehmen.
umfangreich.
London, 26. Rov.
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bündlerische Organisationen seien durch die Wei« gerung der Oberbürgermeister von Koblenz und Düsseldorf, ihnen Versammlungsräume zur Ver« sügung zu stellen, ihres Versammlungsrechts be« raubt worden. Es seien infolgedesien sonderbünd» lerische Gewaltakte oder Abhaltung von Versammlungen unter freiem Himmel zu befürchten gewesen», wodurch die Sicherheit der Truppen gefährdet worden wäre. Daraufhin hatten die Besatzungsbehörden entschieden, daß die Sonderbündlerversamm- lungen stattzufinden hätten. Von zuständiger deutscher Seite wird darauf hingewiesen, daß diese Stellungnahme der französischen Regierung einen Vorwurf gegen die rechtmäßigen deutschen Behörden daraus hergeleitet, daß diese es ablehnten, die auf Umsturz der bestehenden Staatsgewalt gerichteten sonderbündlerischen Bestrebungen aktiv zu unterstützen.
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der „Westminster Gazette" schreibt, daß der englische Delegiert: in der Tienstagssitzung dxr Reparationskommission wahrscheinlich dagegen protestierentverde, daß tzr'c Erträge des RuhrpfandeS für die Ve etzu n s k o st e n v e r w a n d t w e r d e n s ol» len. Ter englische Delegierte werde den Standpunkt vertreten, daß die Besetzung ungesetzlich >ei. Tie Zeitung d-mentiert weiter die Meldung, daß England beabsichtige, die R'parationskommission verschwinden zu lassen.
T'e „Times" schreiben, daß durch den jüngsten Beschluß der Botschastcrkoriferenz die englisch-französische Krise an Schärfe verloren habe, daß aber bereits rojefer eine neue Krise bevorstehe.
Paris, 27. Rov. Der „Matin", der am Sonntag finanzielle Schwierigkeiten der Reparationskom- mission meldete, glaubt zu wissen, daß die Delegierten in der Kommission es für nötig hielten, eine llmorga-
Die „Oberheslische Zeitung" erscheint ie<ti»mal möthentltm. — S«}ugs»teis 26.11—1.12- 700000 0<X)COO ®'«tl einschließlich Zustellungsgebühr. Für ausiollend» Nummern int. Streiks o».-lement.Ereignisse kein Eria;. — Ter ar von Dr. L. Hiperoth. — Stiitf Bet Unio.-Duchdruckerei von Job. Äug. Koch. Markt 21/23. — ^ernjvrecher 55, Volt checkkontot Nr. 5015 Smt /rtaatruti a. Main.
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Wittlich, 27. Nov. Im mittleren Moseltalgebiet machte die Bevölkerung an verschiedenen Stellen der Sonderbündlerherrschaft ein schnelles Ende. Bei der Säuberung von Wittlich wurde auf Seiten der Einheimischen ein Bauernsohn getötet. Auch in Zell hat die Bevölkerung im Verein mit Bauern aus der Nachbarschaft die Sonderbündler vertrieben.
Paris, 28. Nov. Wie aus Aachen berichtet wird, hat der Sonderbündler v. Metzen, den die sog. rheinische Regierung in Koblenz zu ihrem Außen- Minister gemacht hatte, seine Demission eingereicht. Er spricht sein Bedauern darüber aus, vergeblich den Versuch einer Einigung zwischen Dorten und Matthes unternommen zu haben. -
Paris, 27. Nov. Die französische Zolldirektion in Koblenz läßt durch Havas bekanntgeben, daß sie in den besetzten Gebieten zurzeit Waren aller Art, die von der Zollverwaltung beschlagnahmt worden sind, zum Teil öffentlich versteigert, zum Teil veräußert.
B e r l i n, 27. Nov. Am 23. November sind von den Franzosen auf der Reichsbankstelle Düsseldorf 65 000 Billionen Mark Reichsbanknoten fortgenommen worden. Am 24. November hat die belgische Besatzungsbehrde auf der Reichsbankstelle Aachen 60000 Billionen Mark requirieren
dem der französische Ministerpräsident sich an der Ruhr festgesetzt hat, holt er aus der dortigen Wirt- sckaft heraus, was nur irgendwie herauszuholen ist. Annähernd 20 Prozent ihrer gesamten Produktion müssen die Zechen ohne jede Gegenleistung an die Entente abliefern. Bei der Koksproduklion kann das Ablieferungssoll bis auf mehr als 30 Prozent ausgedehnt werden. Außerdem sind von jeder Tonne Kohlen zebn Francs Abgabe zu zahlen. Für die zurückliegenden Monate seit der Ruhrbesetznng müssen die Industriellen einen willkürlich errechneten Betrag nachträglicher Kohlensteuer nachzahlem Alle diese Belastungen sind so schwer, daß man sich in den Wirtschaftskreisen des Ruhrgebietes lange Zeit gefragt hat, ob es unter diesen Bedingungen überhaupt möglich ist, noch einigermaßen wirrsthastlich zu produzieren. Diese Frage erscheint nmso berechtigter, als die Ruhr- iudustrie die Kredite zur Bestreitung ihrer baren Zah- ungen und zur Finanzierung der Reparationslieferungen auf ihre eigene Kappe nehmen muß, ohne Laß das Reich mehr in Aussicht stellen kann, als eine Zurückzahlung für den Fall, daß die Reichsfinanzen wieder in Ordnung gebracht worden sind. Erschwerend tritt' noch hinzu, daß die Gesamtproduktion des Ruhrgebietes, von den Reparationslieferungen abgesehen,' scharfen Ausstthrbestimmungen unterliegt, sodaß die Wirtschasc im Ruhrgebiet tatsächlich mit tausend Strik- len gefesselt ist und ihrer ganzen Lebenskraft bedarf, um sich überhaupt rühren zu können.
Trotzdem ist der Abschluß dieser Vereinbarung im Rahmen der Gesamtpolitik gesehen, ein Erfolg. Wäre es nach den Herzenswünschen der Franzosen gegangen, so hätte man wahrscheinlich etwas anderes erlebt. Die Politik Poincarss ging nach dem Zusammenbruch des passiven Widerstandes darauf hin- auS, Rhein und Ruhr nicht nur als produktives Pfand zu behandeln, sondern vom deutschen Reiche loszu- trennen. Zu diesem Zwecke wurde das Sonderoündlec- gesindel auf die Rhein« und Ruhrstädte losgelassen, wo eS unter dem Schutz der Franzosen zum Teil heute noch wütet. Zu diesem Zwecke wurden aber auch, wo eS irgendwie ging, wirtschaftliche Schwierigkeiten geschaffen, da die Franzosen sehr wohl wußten, daß mit Waffengewalt der Widerstand der Bevölkerung gegen die Losreißungsbewegung nicht zu brechen Ivar. Eine besondere Rolle spielte bei diesem sauberen Plane die Lahmlegung der gesamten Ruhrindustrie. Tie Franzosen schienen ihrem Ziele nahe zu sein, alS sie die Forderung stellten, daß die Kohlenlieferungen der Richrzechen dem Reparationskonto des Reiche- nicht gutgeschrieben werden sollten. Sic schienen damit erreicht zu haben, daß die Wirtschaft im Ruhrgebiet überhaupt nicht wieder in Gang kam, was mit dck Einstellung bet Ruhrunterstützung ein Massenelend von nie erlebtem Umfange zur Folge gehabt hätte. Das Kabinett Stresemann war konseauent und weitblickend genug, die Franzosen vor diese Bek- antwortung zu stellen und es hat damit erreicht, daß die französische Politik im letzten Augenblick doch noch zurückgewichen ist. Das Abkommen mit der Micmu ermöglicht die Wiederaufnahme der Arbeit und es ist deshalb al- Abschluß des Rührkampfes ciupo.liti-
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scher Erfolg, wenn es auch wirtschaftlich eine Frohn schlimmster Art iA
Die Wiederausnahme der Arbeit entzieht der Tätigkeit des Separatistengesirüiels den besten Nährboden. Die Lage an Rhein und Ruhr bedarf aber auch polltisch noch eines gewissen Abschlüsse-, da gegenwärtig die Reichs- und Landesbehörden durch den brutalen Ausweisunzs- terior der Franzosen vollständig lahmgelegt sind. Um diese Lücke einigermaßen zu schließen, geht man mit dem Plane um. ein Direktorium einzusetzen, das von allen Parteien gestützt werden und befugt sein soll, in der Verwaltung die Rhein- und Ruhrbevölkerung den Besatzungs- Mächten gegenüber zu vertreten. Aus dem besetzten Gebiet würde damit eine Art Selbstverwaltungskörper gebildet, in den die verschiedenen Landestcile ausgehcn. Selbstverständlich handelt es sich dabei nur um eine vermal« timgstechnsiche Maßnahme, nicht aber um eine Ablösung der unverändert weiterbestehenden Hoheitsrechte des Reiches rind der betreffenden Länder. Das Direktorium wird nur deshalb gebildet, weil unbedingt eine behördliche Spitze vorhanden sein muß. Es bleibt aber natürlich von der Reichs- und Landeshoheit abhängig, und ist somit durchaus kein Schritt in der Richtung einer selbständigen Stcurtenbildung an Rhein und Ruhr. Im Gegenteil, es ist die beste Masse, um dem Separatismus das letzte Kanaiklenhaupt' abzuschlagen.
Ol. sie zum Erfolge führen, ist aber nach wie vor zweifelhaft, da es schwer, wenn nicht unmöglich ist, Deutschnationale und Demokraten unter einen Hut zu bringen. Die Reichstagsauflösung zeigt sich auch jetzt noch als der sicherste und klarste Ausweg aus der Krise. Es rächt sich, daß man dem Reichskanzler Stresemann die Möglichkeit, diese Konsequenz zu ziehen, nicht gegeben hat.
Berlin, 27. Nov. Nach der Ablehnung des Auftrages zur Kabinettsbildung, die der Minister a. D. Albert gestern zum zweiten Male ausgesprochen hat, empfing der Reichspräsident als Beauftragten der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft (der Deutschen Volkspartei, des Zentrums und der Demokraten) den Abgeordneten Marx.
Wie Berliner Blätter behaupten, soll den Deutschnationalen ein Fragezettel vorgelegt werden, der die bestimmte Zustimmung zu gewißen Punkten schriftlich fordert. Diese Punkte beziehen sich hauptsächlich auf die Anerkennung des Versailler Vertrags, die Frage der großen Koalition in Preußen, die illegalen Verbände und die Anerkennung der Republik als zurzeit allein möglichen Staatsform. Ein Kabinett Jarres ist an dem Widerstand der Demokraten und des Zentrums gescheitert, die dessen Ruhrpolitik scharf angriffen. Aussichten soll auch eine Kandidatur Stegerwaw haben.
Berlin, 28. Nov. Die Verhandlungen zwischen den Parteien der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft und den- Deutschnationalen über die Bildung der bürgerichen Koalition haben zu einer Einigung über die von der Arbeitsgemeinschaft gestellten grundsätzlichen Vorbedingungen geführt, denen laut „Voss. Ztg." alle Fraktionen bis auf die Demokraten zugestimmt haben, die erst heute dazu Stellung nehmen werden. Gewisse Schwierigkeiten bereitet nur noch die Frage der Regierungskoalition in Preußen, und das „B. T." glaubt sogar im Gegensatz zu den übrigen Zeitungen an die Möglichkeit eines Scheiterns der Bildung des Bürgerblocks an dieser Frage. Als präfumptiver Reichskanzler der bürgerlichen Koalition wird von allen Blättern der frühere preußische Ministerpräsident Stegerwald genannt. Er wurde laut „Voss. Ztg." gestern spät abends zum Reichspräsidenten berufen, der mit ihm die Situation besprach. Eine offizielle Betrauung ist noch nicht erfolgt. Der Auftrag an Stegerwald zur Bildung soll, den Blättern zufolge, erst heute vormittag erfolgen, nachdem die Stellungnahme der Demokraten bekannt geworden ist. Heber die Zusammensetzung der Regierung des bürgerlichen Blocks ver-
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Berlin, 27. Nov. Die Reichsregierung hatte bei der französischen Regierung Vorstellungen da< gegen erhoben, daß die Stadtverwaltungen im besetzten Gebiet von den Vesatzungsbehörden gezwun. gen werden, den Sonderbündlern städtische Räumlichkeiten zu Versammlungszwecken zur Verfügung
lautet nach den Blättern, daß den Posten des Vizekanzlers die Deutschnationalen für sich in Anspruch nehmen. Das Amt des Ministers des Aeußern soll Dr. Stresemann angeboten werden. Weiter nennt der „Lok.-Anz." unverbindlich folgende Name«: Jarres Inneres, Helfferich Finanzen, Minour Witt« fchaft, Schiele Ernährung und Landwirtschaft und Brauns Arbeit.
Berlin, 27. Rov. Der Reichsminister a. D. Albert hat heute in der Mittagsstunde de« Reichspräsidenten folgendes Schreiben zugestellt:
Ihrem Appell an meine vaterländische Pflicht bin ich gefolgt. Ich habe gehofft, die rechten Männer zur Mitarbeit zu gewinnen; Diese Hoffnung hat sich infolge parteipolitischer Schwierigkeiten nicht erfüllt. Ich lege daher den Auftrag in Ihre Hande zurück.
Berlin, 27. Nov. Wie aus parlamentattschen Kreisen verlautet, wurden, nachdem der Reichsminister a. D. Albert den Auftrag zur Kabinettsbildung an den Reichspräsidenten zurückgegeben hat, die Verhandlungen unter den Reichstagsparteisn über die Bildung einer Regie, rung auf parlamentarischer Grundlage wieder ausgenommen. Die deutschnationale Frak« tion ist um 11 Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten, die aber mit Rücksicht auf die schwebenden Verhandlungen vorläufig unterbrochen wurde. Auch die Zentrumsfraktion tagte heute mittag. Der Abgeordnete Marx begab sich aus ihr zum Reichspräsidenten. Als Neichskanzlerkandidat wird zur Stunde u. a. der Vorsitzende der Bayerischen Volkspartei, Licht, genannt.
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Das Scheitern der Kandidatur Albert war zu erwarten, da bis auf die Sozialdemokraten alle Parteien es ablehnten, in dieser sturmbewegten Zeit ein so ausgesprochen schwaches Kabinett ans Ruder zu lassen. Was nun werden soll, war auch am Dienstag noch keineswegs zu erkennen. Nachdem der Reichspräsident weder die Deutschnationalen noch die Sozialdemokraten zur Bildung herangezogen hat, hält man jetzt eine Lösung nur
Ti? Verhandlungen zwischen den Bcur.'ier:! der Nuhrindusirir und der bolaisch-sranzösischeu Ingenieur- kommission (Mieum) haben zu einem Abschluß geführt, nachdem eine unerfüllbare französische Forderung das Scheitern des Vertrages in unmittelbare Nähe gerückt hatte. Betrachtet man das Abkommen ohne feine Buchungen zur Gesamtpolitik, so bedeutet es eine Beschwerung der Ruhrindustrie mit der
London, 27. Nov. Der diplomatische Berichter« ßattrc des „Daily Telegraph" schreibt, für heute sei eine sichtige Konferenz britischer Minister unö Sachverstänoiger cknbsrusin worden, um die mu: und schwierige Lage zu er« Sägen, die jetzt mit Bezug auf das Reparation s- inb Ruhrproblem entstanden sei und zwar: 1. in« feige der Anfechtung der Lvgalitär brr Ruhrbesetznng durch die deutschen Vertreter in bet Freitagssitzung der Wcparationskommission und 2 infolge des Abkommens zwischen den Ruhrindnstriellen und der Mi- ntm. Da Sir John Bradbury, der gestern abend aus Sari# in London eingekrosftn ist, an der oben erwähnten »nserenz teilnehmen werde, fei es wahrscheinlich, daß die für beute festgesetzte Sitzung der Reparationskom- Msion verschöben oder daß sie sich nur mit unterge« Mmeten Fragen befassen weide.
Das Blatt sagt, daß der britische Vertreter in 'm* Nepko sich nunmehr gezwungen sehen werde, eine Auslegung gewisser Artikel des Versailler Vertrages zu verlangen, d. h. die Rechtmäßigkeit der Ruhrbesetznng mrzuzweifeln Die britische Reg-erung habe schon erklärt, daß die separate Besetzung des Ruhrgebietes dem V e r t r a g e n t g e g e n sei. Sie müsse sich daher vor jcher Aktion hüten, die ihre Stellung schwächen könnte, wdrm sie die Ungesetzlichkeit der Besetzung verzeihe; Mdererscits müsse die britische Regierung ihre Rechte 6ei- toigen. Die französische und belgische Regierung V Michtigten, die Kosten ihrer leparaten Besetzung von den Zahlungen abzuziehen, die sie sich unter ihrem neuen -etlichen Uebereinkommen aus diesem Gebiete gesichert Hirten und noch sichern würden. Aber bas interalliiert» Nnanzprotokoll vom März 1922 setze den Höchstbe« Irag für die Besetzungskosten auf 240 Mil« lionen Goldmark fest unb bestimme, baß dieser Höchstbetrag nicht Aurschritffn werbe, ausgenommen iw Falle einer von allen 91 Eliteritn oe« schlossenen Besetzung Die Ruhrbesetzung sei jedoch keine interalliierte Besetzung in bi:« fern Sinne, sondern eine separate Besitzung, so baß die tau Frankreich und Belgien für sich beanspruchten Losten ernstlich bie Rechte der anderen Alliierten pro« jubizsiren könnten. Es gehe aus Obigem hervor, daß. währe nb gcwissi Seiten der Sage von der Reparation s- Wmmission behandelt treiben müßten, b-r*!t zwischen den «iliu-rten Regierungen erörtert werden müßten Da ledoch die Abstimmung über bie Auslegung des Paragraphen 18 strst sicher nicht einstimmig sein werde. Würden bie Mit« Hkieder der Kommission oder ihre Regierungen vielleicht schließlich ttn einstimmiges Uebereinkommen suchen müssen Kit Bezug auf die Anrufung eines obersten Ech iebsri ch t'e rs, wie z.B. des Haager Gerichtes, ■m ein maßgebendes Urteil übet bie Bedeutung des Paragraph-n 18 zu fällen Dieses juristische Verfahren fcatj Zeit beanspruchen. Inzwischen könnten die Alliier« ttn Englands versuchen, jedes Bemühen Großbritanniens als ein Eingeständnis der Gesetzlichkeit der Ruhrbesetznn-z «uszulegen Dieses Argument könne jedoch leicht zurückgc« Wiesen werden. Abgesehen, von der legalen Seite des «tuen Düssildorsir Abkommens bestehe noch di: pol»- tisch e Se i te, die in London sorgfältig untersucht werbe. Dsise bezieht sich auf bie Auffassung von dem wirtschaftlichen Separatismus be5 Ruhrge- bietes unb des Rheinlanbes, bie biesem Urber» Einkommen zugrunde liege. Die britische Regierung erhebe weiterhin ernstliche Vorstellungen in Paris ni der Fragederben Separat! st enburchBe« srtzungsbehörben geleisteten Unterstützung. Das bie wirtschaftlichen Früchte des Uebereinkommeus mbetreffe, so werd: in London einige Neberraschung^über Mt Begeisterung der Alliierten empfunden, weil bie ört« üchen deutschen Industriellen sich bereit erklärt hätten, 18 Prozent bet Kohlenptoduktion für Reparat onen zn-u tttiün. Der Prozentsatz sei vor bet Ruhrbesetznng viel höher g.-wesen, als bie Alliierten so energisch über btt Bevorzugung TttrffchlandS Klage führten.
Paris, 27. Nov. Nach dem „Echo de Paris" ist Brodbilry nach Lon-on gereisij, tüa bie Instruktionen seiner Regierung entgegenzunichmm über seine Haltung in der Reparationskommission. Da- Blatt Llauot sagen zu können, daß Schwierigkeiten über die Auslegung des Vertrages entstehen Werben, die der herabauliche Verein mit bet belgisch-französischen In- Guieurkommission abgeschlossen hat. Der französische Standpunkt werde aber nach Nachrichten «us London stark bestritten. Enk.v«der weide Vvadbury die Rechtmäßigkeit der französischen Besetzung bestreiten und für sein Land keine von den aus oem besetzten Gebiet und allgemein aus der Durchführung der Politik vom 11. Januar erzielten Einnahmen in Anspruch nehmen, oder er werde verlangen, daß von diesen Einnahmen England ein Teil Vorbehalten bleibe und sich damit unserer Ruhrpolitik gleich- heitig anschließen. Heute schein- es, als ob der englische delegierte vielleicht versuchen werde, um aus kni Dilemma herauszukommen, auf Grund irgendeines Anspruches zu verlangen, daß bie durch die Politik vom 11. Januar»erzielten Summen in vollem Uni fange an die Reparationskommission al-geliefert werden sollen und von dieser vec- walret werden, bis die Frage der Rechtmäßigkeit der hivhrbcsetzung gelöst sei. > . ....
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। Amlliches VerNndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher knrhessische) Oberhessen