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Amlliches VerÄndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das frnherIurhefsifche) Oberhessen

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1923

Di« »ObkihkMich- Geltung" «rf(6«iet iediemal mSdieetli*. L«z»gsvrei, 19.24.11. 420 000 OUO 000 $art einschlietzlich Zustellungsgebühr. Für ausfallende Sitmiierit inr. Streiks oo. el»m«nt.Ereignist« kein Erlag. Veriaz von Dr. L. Sizeroth. Druck 6« llniv.»Bu»druck«rei von Job. «ug. Ro». Star« 21,«. Rernjpre-ar 55, Postickeckkonto: Mr. 5015 Sait Frankfurt a. Main.

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Nebelung für» des

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Aus der Rede Poincar^s wird noch bekannt, daß et die Rückkehr des Kronprinzen und die Verweige- der Militärkontrolle eine kühne Heraus­forderung nannte, eine unverschämte Verletzung des Friedensvertrages «nd unerhörte Attentate Hegen den Frieden.Sanktionen sind notwen­dig. Mr werden zu diesen Sanktionen schreiten, wen» wir keine Genugtuung erhalten! Wir sind entschlossen, dieaufErunddes Versailler Vertrages besetzten Erbiete nicht zu räumen, bevor alle Bestimmungen, die im Ver­sailler vertrag unterzeichnet wurden, vollkom­men erfüllt sind, und bevor wir nicht in starker Weise gegen olle neuen Möglichkeiten eines An­griffs geschützt find!-

Die Welt weiß freilich schon, daß die elenden Tiraden nur schwach den wahren Willen Poincar^s verdecken, Deutschland einfach für ewige Zeiten zu zerstören. Einen Grund für Sanktionen inHer­ausforderungen" Frankreich? oderAttentate" auf den Frieden seitens des entwaffneten Deutschlands findet es ja immer, weil eben der Schandvertrag von Versailles nicht zu erfüllen ist.

In England tagt es wieder einmal, . Ist man dort aber geneigt, auch zu handeln, nachdem man die Vormacht an Frankreich abgegeben hat?

London, 19. Noo.Daily Expreß" schreibt, Poincars habe in seiner gestrigen Rede erstmalig enthüllt, daß Frankreich beabsichtige, für immer km Ruhrgebiet zu ble'iben. Bisher er­klärte PoincurS stets, daß das Ruhrgebiet ick Ver­hältnis zu den von Deutschland geleisteten Repara­tionen geräumt würde. Run aber die Räumung unbestimmt bis auf den Tag zu verschieben, wo Frankreich sich gegen Angriffe geschützt glaube, sei offensichtlich gleichbedeutend mit der Besetzung für immer Poincarös Erklärung vermehr« die Schwie­rigkeit«« innerhalb der Entente. Tie britische Re­gierung «erde sich einer derartigen Politik wider­setze« und der britische Botschafter in Paris wurde angewiesen, auf der heutigen Botschafterkonferenz jede« Vorschlag, weiteres deutsches Gebiet zu be­setzen, energisch eutgegenzutrete«.

London, 19. Rov. DieDaily News" schreibt in einem Leitartikel, der neue, seltsame und heftige versuch der französischen Regierung, die britisch« Regierung zu verführen, sich Frankreich bei der Be­setzung deutscher Hafen und größerer Städte anzu­schließen, könne auf eine einfache, jedoch bezeich­nende Weise erllärt werden. Frankreich beginne nämlich seine Hände im Ruhrgebiet so voll zu fül­len, daß weitere militärische Verpflichtungen ohne Unterstützung anderer Alliierter Frankreichs es in eine schwierige und sogar gefährliche Lage bringen würden

Echt französisches Geschwätz.

Paris, 19. Rov. Die Havas-Agentur ver­öffentlicht folgende offiziöse Rote: Eewisie Blätter scheinen den Sinn der Worte, die der französische Ministerpräsident gestern in seiner Rede in Reuilly gesprochen hat, nicht verstanden zu haben. Er hat erklärt:Vir sind im übrigen entschloffen, die auf Grund des Friedensvertrages besetzten Gebiete nicht »u räumen, sofern nicht alle in Versailles unter­zeichneten Klauseln vollkommen erfüllt sind." Diese Worte bezogen sich auf die besetzten Gebiete anr linken Rheinufer und auf die Brückenköpfe. Es ver­steht sich von selbst, daß sie sich nicht auf das Ruhr, gebiet beziehen können, über das kein Entschluß ge­troffen werden kann, ohne ein vorheriges Ileberein- kommen zwischen Frankreich und Belgien.

Um ier SirtWerfiHfereiu.

Parjis, IS. Nov. Nach Reuter hält die eng­lisch« Regierung in ihren Instruktionen an Lors Crewe, die Sonntag in Paris «ingetwsfen sind, ihre We-gc- rung aufrecht, irgendwelche Sanktion wegen der Mili- tärkontrolle und der Rückkehr des Exkronprinzen zu Unterschreiben. Wenn in der Montagssitzung der Lot- fchasterkonferenz Frankreich auf seinem Standpunkt verharren sollt«, wie die Rede des Herrn Potncace dies gestern angezeigt hat, dann sei keine Aussicht dafür vochanden, daß Frankreich und England zu einem Einverständnis gelangen.

Da also bie französische Regierung sich darüber klar ist, daß Großbritannien und auch Italien gegen ihre Auffassung sein werden, daß die Haltung Japans «nd Belgiens gänzlich ungewiß ist, hat fi? sofort nach der Botschafterkonserenz einen Ministerrat einbcrn'eu, der unter Millerand tagen wird. Dort sollen die Vorschläge der Botschafterlonjerenz geprüft werden.

lit md die Mente.

Diese Sitzung hat also für die nächste Zukunft die ent- scheidende Bedeutung, denn hier wird es sich heraus- stellen, ob Frankreich sich der Auffassung seiner ein­sichtigeren Verbündeten fügen will, oder ob es seinen Bernichtungsweg weiter befolgen will. Leider besteht wenig Hoffnung, daß die Vernunft bei diesem Kalü- nettsrat siegen wird.

Motin" schreibt zu der bevorstehenden Entschei­dung der Botschafterkonferenz, die französische Re­gierung hat sich entschlossen, das Ruhrgebiet nur zu räumen, wenn alle im Versailler Vertrag unterzeich­neten Klauseln ausgeführt sind und Frankreich gegen alle Angriffsmaßnahmen gesichert ist. Bis jetzt wäret, unsere Truppen im Ruhrgebiet, um ein Pfand für die Forderungen der Alliierten zu haben. Bis jetzt war es klar, daß wir das Ruhrgebiet nur nach Maßgabe der deutschen Zahlungen räumen würden. Gestern aber hat Poincare erklärt, daß wir an der Ruhr blei­ben werde» um unserer Sicherheit willen. Wir werden das Ruhrgebiet nur dann räumen, wenn die Bewoff- nuiy Deutschlands auf das Maß zurückgeführt wird, das der Versailler Bcrirag vorsieht, und wenn unsere Militärkontrolle jederzeit und an jedem Ort sich tiir» sicher» kann, daß Deutschland seine militärische» Ver­pflichtungen erfüllt.

Paris, 19. stiov. Der englische Botschafter Lord C re w e bat noch demPeiit Parisim" dem fianzös schm Vertreter der Botscha'terkonserenz, Jules C a mb on gestern abend mitgrteilt, daß die englische Regierung in der Angelegenheit der Rückkehr des Kronprinzen and der Wiederaufriahme ber Militärkontrolle in Deutsch lack die Absicht Frankreichs, Sanktion>n vorzunchmcn, nrcht unter- stützen kann. Dos Blatt schreibt weiter, daß sich Lors Crctoe nach dieser Mitteilung aufs neue mit London in Verbindung gesetzt habe, um eine Form-l austrndig zu machen, die für die heutige Debatte in der Bötschasterkon- ftrrnz als Grundlage dienen könne

Paris, 19. Nov. Der Ministerrat ist um 2.30 Uhr im Elhsee zusammengetreten. lieber die Sitzung, dir bis 4.30 Uhr dauerte, wurde folgendes offizielles Communiqu- ansgegebea: Ter Ministerpräsident hat beu Ministerrat über die Verhandlungen der Botschaft terkonfrKnz unterrichtet. Tie Rcigerung hat die vom Ministerpräsidenten in den Verhandlungen eingenom­mene Haltung einmütig gebiligt.

Paris, 19. Nov. Di« Havasagentur will «r- sahr« n haben, daß die Bolschaft.rkonferenz in der Frage der Militärkontrolle in Deutschland sehr wahrschriit- lich auf folgender Grundlage einigen werde: Sie werde der deutschen Regierung mitteilen, daß nun die Mili­tärkontrolle in aller kürzester Zeit wieder ausgenom­men werd«, ob die deutsche Regierung ihr- Zustinr- mung gebe obtt nicht. Der Kontrollkommission stehe es zu, zu bestimmen, unter ivelcheu Bedingungen sie ihre Pflicht ausübcn soll. Wenn Hindernisse entstehe,: würden, habe sie zu entscheiden, ob die deutsche Regie­rung hierfür verantwortlich sei und in welchem Maße. In diesem Falle würden die Alliierten sich verständi­gen, um, wenn nötig, Maßnahmen zu ergreifen. Was den Exkronprinzen anbetreffe, so werde man in Anbe­tracht der Tatsache daß er einen Verzicht auf den Thron ausgesprochen und das Deriprvchen gegeben habe, als Privatperson in Deutschland zu leben, di« deutsch« Regierung auffordern, strenger darüber zu wachen, daß er das gegebene Versprühen halte.

Paris, 19. Rov. Die Sitzung der Botschak- terkonferen-, die um 11 Uhr 30 begann, war um I NHr 30 beendet. Man hat ein provisonsches W- fernmen hinsichtlich der Wiederaufnahme der interalliierte» Militärkontrolle aetrvsfen, bas den interessierten Regierungen nunmehr zur Geneh­migung unterbreitet wird. Rach einem ziemlich ein­gehenden Meinungsaustausch wurde ein vermittelnder T«rt entworfen, der heute Nachmittag um 2 Uhr 30 Min. dem fianzösischen Ministerrat zur Ratifizierung unter­breitet wird. Während dieser Zeit wird der englische Bot­schafter telephonisch seine Regierung befragen, ob sie die ins Auge gefaßten Entschlüsse aunehmen will. Die Botschafterkonscreuz toird heute Abend 6 Uhr französischer Zeit wiederum zusammcntreten, um, wenn möglich, eine EntscheLung zu treffen. <

Parks, 19. Nov. Tie Bvtschafterkonferenz Hal um 6 Uhr abens nur eme kurze Sitzung abgehalteu und sich auf morgen vertagt, da der englische Bot­schafter noch nicht die letzten Instruktionen seiner Re­gierung erhalten hat.

London, 19. Nov. Reuter meldet au- iltrwyork: DerNavyork Hcrald" schreibt in einem Leitartikel, die Nachrichten aus London und Rom müßten ernste Be­sorgnisse unter dem ftanzSsischen Volk darüber anslöseu, ob sich Poincarä in seiner Nachkriegsregelung nicht geirrt habe Das Blatt fährt fort, das französische Volk müsse die Unklugheit einer Politik einsehen, die den möglichen Verlust der'Unterstützung Frankreichs durch seine besten gtTQinbe unter den Qhxtioaeu bedeute >

Di« französische« Schulde«.

Paris, 19. Nov. Di«Chicago Tribüne" bericht: t «ns Washington, bie Erklärung Poincarös in der Kammer, die Bezahlung der französischen Schuld bei den Vereinigten Staaten sei bringt durch den Eingang der Reparationen von Seiten Deutschlands, habe in hock­stehenden Kreisen starke Verstimmung hervorge­rufen. Offizielle PcrsönSchkeiten versichern, der »ran- zösische Ministerpräsident kenne genau die Haltung bet amerikanischen Regierung in bet Schuldenfrage. Von Regierungsseite werde geäußert, daß die Frag- der fian­zösischen Schulden bei den Bereinigten Staate« nichts mit der Bezahlung der Reparationen von Seiten Deutsch­lands zu tun habe. Als die französische Regierung die Schuld bei der amerikanischen Regierung ausgenommen habe, sei eine derartige Vereinbarung nicht getroffen worden. Vielmehr handle es sich um eine einfache Trans­aktion, bei der die Bereinigten Staaten Geld gegeben haben unb die französische Regierung sich verpflichtete, dieses Geld zurückzuzahlen. Die Rückzahlung von dem Eingang von Reparationen abhängig zu mache«, sehe «ach einer Ableugnung dieser Schuld aus und in Regierungskr isen sei man der Ansicht, daß die Regierung der Bereinigten Staaten es auf etwas Der­artiges nicht antommen lassen dürft. Tas amerikanische Volk werde allerdings kein hartherziger Gläubiger sein unb einer angemessenen Regelung der Schuldenrückzahlung gerne zustimmen. . t.;

Par'iS, 10. Nov. Die Vertreter der deutschen Regierung werden am Freitag dieser Woche die in der Not« vom 24. Oktober in Aussicht gestellten Erklä­rungen über bie beutsch« Finanz- und Wähirrngslage abgeben.

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Mite lii Mim

v 'Boraussichtlich wird der Reichskanzler in keiner für heute in Aussicht genommenen politischen Reoe in bet Lag- sein, den Abschluß verschißener Krcditoert'äge mit englischen unb amerikanischen Kapitalsinteresse« anzu- kündige«.

Soweit man bis jetzt Übersehen kann, hat man etwa vier verschiedene Krßitaktione« zu unterscheiden. Die eine ist bereits abgeschlossen und bezieht sich auf bif Kohlenvetsorgung der Reichseiftnbahnverwoltung. Er ist fein Geheimnis mehr, daß dte Reichseisenbahn, bi« in früheren glücklicheren Zeiten bas sina«z olle Rückgrat der Bundesstaate« bildete, beute zur größte« Quelle des Defizits im Reichshaushalt geworden ist. Bei Auf­stellung des Reichshaushalts in Goldmark hat sich ge­zeigt, daß die Rcichseisenbahn allein fast den gesamten der Reichstcgierung anS dem Rentenmarkfond zur Ver­fügung gestellten Kredit verzehren würde, wenn eS ihr nicht gelungen wäre, sich Mttel in England zu beschafft». Der Reichscisenbahnminister Oeser hat sich auch öffent­lich unter Hinweis auf diese Tatsache dahin auSgespc.'- chen, daß die Verwaltung von nun an auf ganz andere- Grundlage als bisher arbeiten müsse und nur eine einzige Rücksicht kennen dürft, nämlich die auf Wirt- schaftlichftit und dainit Beseitigung des gewaltige« Fehl- bctrageS . Natürlich muß die ReichSciftnbahn den eng­lische« Kreditgeber« Sicherheiten bieten, üie ,n den der Bahn gehörigen Kohlenlagern unb bet Garantie durch deutsche Banken bestehen.

Eine ztveite ftrebitattion wird von der ainerikanischcn Regierung selbst in bie Wege geleitet. Ansang Dezember wirb Präsident Coolidge dem Kongreß feine JahreS- botschaft übc^enden, unb darin dürfte er die Bewilligung enies Kredits empfehle», Über dessen Höhe die Angaben noch schwanken, der jedoch dazu verwendet werde« soll, dft notleidende Bevölkerung Deutschland» mit Brot unb Fettstoffen zu versorgen.

Drittens wird zwischen einem amen kaust cheu und einem deutschen Konsortium unter Beteiligung btt Reicks- regietung verhandelt, wonach gleichfalls zur Beschaffung von Kohlen und Lebensmitteln au» Amerika, ferner aber auch z«r Stützung unftret Währung eine erhebliche Summe im Woge des Kredites gewonnen werben soll. Hier vor allen Dinge« wird es sich «eben materielle« Garantien darum handeln, eine gewifft moralische Bürg­schaft für die Fortdauer geordrietet un» gesicherter Ver­hältnisse i« Deutschland zu geben.

BierteuS sind, wir verlautet, Berhandlungen übet die Gewährung eines allgemeinen Kredits an die deutsche Industrie zur Beschaffung von Rohstoffen im Gang«, für die bet frühere Reichskanzler Dr. Cuno bet seiner An­wesenheit in Amerika bie grundlegenden Schritte getan haben dürfte. Die gewaltige Bedeutung einer solchen Anleihe für unser gesamter Wirtschaftsleben springt in die SujKii, bett« et bars nicht verschwiegen werde«, bat- auch die deutsche Industrie am Ende ihrer M'ttrl und zur fortdauernden Beschäftigung der Arbeiterschaft nut dann befähigt ist, wen« sie in die Lage versetzt wird, Roh- stofft a»8 dem Ausland in ausreichender Menge zu erhalten. Auch solche Kredite würden u«S nicht meb« zur Verfügung stehe«, sobald innere Erschütterungen bas Settrauen bet amerikanische« und englischen Gechgeber in» Wanken bringen. ' < v

Aus allem geht hervor, baß «ns ausländische Hilfe in ausreichendem Maße in voller Würdigung der Lei- stungSsähigftit bet deutschen Wirtschaft und der deutschen Arbeiterschaft nur bann zur Verfügung steht, wenn zu­gleich eine Festigung und Kvnsolckierung bet deutschen Politik nach innen unb außen gewährleistet wird. Ohne solche Kredite sind wir dem Untergang, HungetSiwt uns Vürgeckft, geweiht. ,

Berlin, 19. Nov. lieber bie in Aussicht stehenden Auslandskreditr für Deutschland weiß dieBoss. 8tg.v noch mitzuteilen, daß es sich um Kredite aus Timerna* England und Holland handelt. Hervorragende Bank- armen aus diesen drei Ländern wollen sich, dem Blatte zufolge, an der Errichtung der Goldnotenbank, welche die endgültige Lösung des deutschen Währungsproblems bilden soll, mit Krediten-in der Nesamthöhe Von 1400 Millionen Goldmark beteiligen. Auf den amerikanischen Kredit soll ein Betrag vo« 170 Millionen Dollar, als» etwa die Hälfte des Gesamtbetrages entfallen. Are tl heißt, soll die Paraphierung des Vertrages in den nächsten Tagen erfolge«.

Berlin, 19. Nov. lieber die Gewährung aus­ländischer Kredite, über welch« der Reichskanzler ge­stern vor dem Zentralvorstand der Deutschen Volks­pattei heute int Auswärtigen Ausschuß Andeutungen machte, will dasBeil. Tagebl." folgende Einzelhei­ten mitteilen tonnen: Zwischen den deutschen maß­gebenden Stellen und einer amerikanisch-englischen Gruppe werden seit längerer Zeit Verhandlungen über einen Währung»- und Nahrungsmitielkredit geführt. Für den Währungskredit allein sott ein Betrag von einer Milriaroe Dollars Jn Betracht kommen. -Ti« Aussichten für das Zustandekommen des Abschlüsse» sollen dem Blatt zufolge nicht ungünstig sein. Die ausländischen Geldgeber machten zur Voraussetzung daß eine Stabilificrung bet politischen Verhältnisse i« Deutschland eintritt und daß Deutschland vor de« Exprimenlen des Rechts- und Linksradikalismus be­wahrt bleibt. Als Garantie sott die Gesamtheit der deutschen Grundbesitzerverbände fungieren. Tee Wäh- rungskredrt soll so gestaltet werden, daß er erst nach sechs bis neu« Monaten abgedeckt zu werden braucht.

MK 5il|t |ir MWaid.

London, 19. Nov. Ter Newyorker Berichter« flotter desDaily Expreß" meldet, daß Handelssekrctär Hoover eine Hilfsaktion zur Unterstütz"ngDeutsch­lands und zur Ueberwirrdung bet fianzösischen Ärrs- hungernngspolitik durch Vorschüsse an die deutsche Regierung und Kredite in Höhe von 3-15000 Dollar zum Ankauf von Lebensmitteln in Amerika vorschlägt. Der Washingtoner Mrtarbrittr desNewyork He« rald" schreib^ Coolidge sei überzeugt, daß die ameri­kanische Hilfe für Deutschland notwendig sei. Tie eigentliche Frage sei die Ausgestaltung dieser Hilstz, und wie lange Deutschland es aushalten tonne, be­vor es die amerikanische Hilfe dringend gebrauche.

Kristiania, 19. Nov. Die norwegische Hilfsaktion für nollcidende Kinder in Deutsch­land. Nachrichten der letzten Zeit über die tato» str ophal wachsende Not in Deutschland gaben der norwegischen Hilfsaktion einen neuen An­trieb. Besonders die Not der Kinder rührt all» Herzen. Unter Führung von den aus der charitativen Tätigkeit rühmlichst bekannten Persönlichkeiten, wir, Advokat Aage Schon, Gntsbesitzet Elleef Ringne», Frl. Fanny Schnelle bildete sich ein norwegisches Zen­tralkomitee, dem sich im ganzen Sanbe zahlreiche Aus­schüsse angliederten. Schule unb Vereine eröffnen Bazare; lünstlerische Kräfte ersten Ranges gaben oov- ges'ern ein Konzert zugunsten der Kinder deutscher Professoren und Künstlet im größten Saal der St -dh der bis auf dm letzten Platz gefüllt war. Die gesamt« P'esse wirbt in Aufrufen und veranstaltet s« bst Samm­lungen. Allein dieAftenposten" undTiden» Tegn" sammelten bisher 28000 bezw. 23000 Kronen. Für die Hilfsaktion laufen täglich etwa 10000 Krone« ein. Dagegen werben Naturalspende« wie Kakao, Milch, Lebertran usw. gestiftet. Die erste Seadnug überbringt Etlef Ringne», der heute Kristtao.lt x< - läßt.

Amerikanische Farmerbewegung.

Berlin, 19. Nov. Rach betB. Z." werden sie Führer der amerikanische n Fat merbewrgn n» die sich in den letzten Zogen in Berlin aushi-lte«, heute Esftn besuchen, unb von dort aus auf einet Auto-ahtt sich über bie landwirtschaftlichen Verhältnisse im gesamte» Ruhrgebiet unterrichten. Die Delegation etttätte, daß nach ihrer Meinung Deutschland mindestens deselba Hilft gewährt werben müsse, wie man jic Japan, China,' Indien und Rußland angcdeihen ließ Sie fei dey üeberjeugung, daß die öffentliche Meinung Amerikas bi« Washingtoner Regierung veranlassen toetDe, 03$ HilsS- werk für Deutschland sofort in Angriff zu nehmen

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Der Mehr n Ws mi Mr.

Die alte Methode.

« e 11 i«, 19. Nov. Die Reichsbahn als Tea« gerin des rheinischen Verkehrs setzte nach Einstel­lung de» passive« Widerstandes alles dara«, um das Verkehrswesen und damit das Wirt­schaftsleben der besetzten Gebiete wieder in Gang j« bringen. Zn Düsseldorf wurde mit den maßgeben­de« ftanzösischea Stelle« ein Rahmenabkommen ge­schloffen, das einen Modus vivendi anSahnen und, durch technische Einzewerhaudluugen in Mainz au»»