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1923
PoNL^konto: «r. 5015 »mt Frankfurt Mai».
Marburg
Mus, »tu 16. MM« Rebrluug
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. Amtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (bas früher kurheMche) Oberhessen
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'Die neue Währung.
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Das Kabinett Stresemann steht, wenn man den kerüchten in der Presse glauben darf, nur noch aus schwachen Füßen. Der „Vorwärts" verlangt tn auffälliger Form, „daß es vor den Relchs- tag" kommt. Gleichzeitig veröffentlichen die Sozialdemokraten eine Reihe von Forderungen, von denen sie ihre parlamentarische Unterstützung abhängig machen. Einmal fordern sie die weitere Zahlung der Erwerbslosenfürsorge im Rheinland, tor allem Regelung des Verhältnisses zu Bayern Im sozialdemokratischen Sinne, natürlich Bestrafung Lndendorffs, ferner Nachgeben in Sachsen und Thüringen und die üblichen Forderungen wirtschaft- kichcr Art nach ihrem Programm.
Auch die Rechte ist seit langem gegen ein Kabinett Stresemann. In den politischen Kreisen Berlins beschäftigt man sich deshalb mit der Frage, was weiter geschehen soll, wenn das Kabinett am Dienstag vor dem Reichstag stürzt. Die Sozialdemokraten wünschen wieder die „Kleine Koalition" zwischen Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten. Das würde den Zusammenfall des Reiches bedeuten, wie das in der Presse vielfach betont wird. Auch ein rein bürgerliches Kabinett würde bei dem jetzigen Reichstag keine Aussicht auf Bestand haben. So bliebe ein Negierungsdirektorium, bas nach dem Artikel 48 zusammen mit den Militärbefehlshabern die Geschicke des Reiches lenkt. Lußedem wird die Auflösung des Reichstages für möglich gehalten und von erig-m Parteien scheinbar propagiert.
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Der französische Ministerpräsident bat einen ziemlich unerwarteten Schritt getan. Er bat di« Sackwcr- pändlgenkonserenz, deren Gedanke bet den Verband- diugen zwischen Paris und Washington gescheitert ist, wmrnehr auf eigene Rechnung einberufen. Die Sache hat allerdings einen kleinen Haken. Die Sachverstän- biaen, die nach Poincares Vorschlag zusammentrcten sollen. sind Beauftragte der Rcparattonskommiiiion. ano abhängig von den dort vertretenen Staaten, linfc da die Neparationskommission immer ein franzSjijch.-s Crran gewesen ist, tn erster Linie abhängig von Frankreich. Neutrale und deutsche Sachverständige Sauen nur als .Zeugen" oernr.nmen vrerden, thr Ur- frtt täln also ke-n-swsgs' m die. Wagfcüale. Es ve- Hkbr Si!ö ein alliger UtLierkchied '.wischen dieser gprieiw? ’ Her freien und unabhängigen Besprech- rndtgen aller Länder, einschließlich
"> von. England und Amerika ins fiiiäv CffaUi 35; war.
^robdem toiu man den Vorschlag des sranzost- fdxh Ministcrvräsiden ten prüfen müssen, und zivar daraufhin, ov er irgend einen Fortschritt verspricht. Bis zu einem gewissen Grade ist ein Wandel in der französischen Politik bemerkbar geworden. Noch vor kur'em trat die französische Negieverwaltung im Nb ein- und Rubrgebiet mit diktatorischen Ansprüchen .ms. Sie verlangte z. B. die Stellung einer bestimmten Anzahl von Lokomotiven und Wagen und sie ntschte sich selbstherrlich tn die deutsche Tartsholrett ein. Die Negierung hat diese Ansprüche mit aller bntschiedenhett zurückgewiesen und die Regie hat snD daraufhin zu Verhandlungen bereit erklärt, die Wie es scheint, zu einer Wiederherstellung des Etfenbahnvcr- krhrs im Rbetn- und Ruhrgebiet führen werden. Sehnlich scheinen die Dinge mich auf dein Gebiete der Rcparationspolitik zu Negern Hier war bisher in Paris immer nur die Rede von deickfchcn Leistungen euf Grund eines DtttatcS. Der Vorschlag, die Sachverständigen der Reparationskommission zunächst einmal die Finanz- und Wirtschaftslage Deutschlands Prüfen zu taffen, ist wenigstens äußerlich gesehen, ein ««derer Weg und entspricht dem Gesuch, daS die deuische Regierung an die Reparattonskommission zu diesem Zwecke gerichtet bat. Es unterliegt wohl keinem Zweisel, daß di« Prüfung der Reparationskommission zur Bewilligung eines Moratoriums führen wird, da kein Sachverständiger, möge er auch noch so besangen sein, von Deutschland tn den nächsten Jahren auch nur die geringste Barleistung erwarten kann. Wenn man deutsches Geld in dm neutralen Banken suchen will, tn deren TressorS sich deutsches Schieberkapital geflüchtet hat, so kann man damit tn Deutschland nur einverstanden sein.
Sollen wir den Weg, den Poinearö verschlägt, an« «ehmen, so ist allerdings die Erfüllung von zwei Voraussetzungen unerläßliche Bedingung. Es ist selbstverständlich ausgeschlossen, daß Deutschland über Reparationen mit Frankreich unterhandelt, solange das Ruhrverbrechen zum Himmel schreit. Aber auch bei Verhandlungen mit der Reparationskommission darf dem ersten Augenblick an kein Zweifel darüber de- stchen, daß Deutschland das Rnhrverbrecben ntckt anerkennt, und ihm unter keinen Umständen den Schein des Rechtes verleihen wird, mögen wir auch unfähig sein, gegen die Gewalt irgend etwas auSzurichten. Auch der Reparattonskemmission muß klar und deui- kich gesagt werden, daß die deutsche Regierung keine Stiftungen auf sich nimmt, solang- die Franzosen sich widerrechtlich? an Rhein und Ruhr festsetzen. Im übrigen müßte das Moratorium, wenn wir den Bescheid der Reparationskommission akzeptieren sollen, unter erträglichen Bedingungen gewährt werden und uns eine wirtschaftliche und finanzielle Erleichterung tn sichere Aussicht stellen. Auf eine bestimmte Reihe von Jahren müßte Deutschland frei von Verpflichrun- Sen und tn der Lage fein, feine ganze Kraft der Ord
nung seiner eigenen Wirtschaft und Finanzen zuzuwenden. Es müßte ferner die Möglichkeit besteyen,. durch ausländische Kredite unsere Wirtschaft wieder die nötige Auftriebskraft zu geben, damit sie wieder i” vollem Matze produzieren kann. Nur wenn wir die Ruhe und die Möglichkeit haben, uns im Laufe von einigen Jahren finanziell itnD wirtschaftlich zu erholen, nur dann hat das Moratorium einen Sinn. Sollten uns aber Bedingungen zugemutet werden, durch die Frankreich auch nur den kleinsten Rechtstttel zur Behauptung feines Raubes erhält, <oöcr die uns neue Fesseln auferlegen, so ist es felbstverständlich, daß sich Tine deutsche Regierung auf etwas derartiges ein« -assen kann.
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Paris, 15. Nov. Die „Chicago Tribüne" will wissen, daß auch Mussolni nicht geneigt sei, an irgendwelchen militärischen oder maritimen Maßnahmen gegen Deutschland teilzunehmen.
Tas Brüsseler Kabinett fotfc dem Blatt jufo'ge be- chlosftn haben, keine weiteren Truppen zu Bes tzungs- zwecken zur Verfügung zu stellen.
Eine englische Drohung.
London, 15. Nov. Im Unterhaus erklärte Mi- nislerpräsident Baldwin, er habe den Alliierten mikge- teilt, daß die Miwirkung Großbrittanniens nicht unbegrenzte Zeit durchgeführt weroen könnte. Wenn die gegenwärtige Sage andaueve, könne es schwierig sein, u «begrenzte Zeit die Bemühungen aufrecht zu erhalten, mit den Alliierten zusammenzuaroeit-'n, die dies so schwierig machten.
Paris. 15. Nov. Der englische Botschafter überreichte Noincare eine Note seiner Regierung über die onoeroündleris.le Bewegung in den besetzten Gebieten. Das Foreign Office hatte jüngst die Ausmerk- i samkcil der französischen Regiarung auf di- Folg»" juristischer Art gtientt, die die Sonderoündlerbewe- 9ang für die Gültigkeit des Friedmsvertragnes haben könne, .venn Staaten sich vom Deutschen Reich tos« trennen würden Tie französische Regierung hatte geontno-'-k. dr-z '.» den Artikeln 27 und 29 dre Aln- i-rten keine Garantien für die Grenzen des Reiches übernommen hät-en. In der heutigen An.vor.note hcharrte die englische Regierung auf ihrer Thxse. Pom- ca- jcincrfc.ts überreichte dem englischen Botschafter eine Note, in ter er über die Haltung der französischen Besotzungsbehörden im Rheinland und besonders tn der Pfalz Auskunft erteilt deren Verhalten er als unpanciisch gegenüber der sonderbündlerischen Bewegung bezeichnet.
Paris, 15. Rov. Die Beratungen der vot- schasterkonferenz, die um «Vs Uhr begonnen hat, waren um 7% Uhr noch nicht beendet. Der diplomatische Redakteur der Havas-Agentur glaubt zu wissen, daß der britisch« Botschafter der Konferenz völlige Aufklärung hinsichtlich der Instruktionen gegeben hat, die er von seiner Regierung erhielt. Rach diese« Znstruktione« wünscht England an keiner ck« Deutschland zu unternehmenden Demarche in der Frage der Rückkehr des Kronprinzen und des Kaisers teilzunehmea. Was die interalliierte militärische Kontrolle a»betreffe, sei die englische Regierung gegen jede Sanktion. Sie wolle sich jedoch keiner Demarch« anschließen, um die Wiederaufnahme der Kontrolloperationen herbeizuführen.
General SmutL letzt« Warnung.
London, 15. Rov. General SmutS veröffentlicht vor seiner Abreise in der „Times- einen Artikel, tn dem er dafür elntrtt, daß nach dem Scheitern der Sack>verständi«nkonferen; England, Amerika und die anderen Länder von siS aus zu einer Konferenz ein- lade, um zu erwägen, wie ein wirklicher Friede für Deutschland gesichert und wie Deutschland eine billige Gelegenheit gegeben werden könnte, feint eigene Wiederherstellung ohne dauernde Bedrohung und Einmischung von nutzen durchzu- stihren. Deutschland könne nicht Reparationen bezahlen, wenn nicht die deutsche Währung und der deutsche Kredit wiederhergestelli Würden. Diese Wiederherstellung sei nicht möglich, wenn nicht dyr Re- parationsgefamtbetrag in Höbe eines gerechten und vernünftigen Betrages festgesetzt und Deutschland gestattet werde, in Frieden unb ohne dauernde Behinderung seine produktive Industrie wieder aufzunehmen.
Die Lage fei jetzt so ernst uttb bedrohlich geworden, daß jedes Verfahren, das jepr begoirnen werde, dringend sein follte, um zu wirklichen Lösungen und nicht zu einem weiteren Zeitgewinn zu führen. S e l v?1 wenn Frankreich nicht an dieser neuen Konferenz t e i l n e hm e n wolle, müsse sie einberufen werden. Dies fei ohne Zweifel das, was die Reichskonseren.; in genommen habe. Es sei nicht die Frage, .ob Deutschland die Reparationen zahlen könne und solle, sondern ob Deutschland leben tolle oder ob es eine klaffende Wunde im Körper der westlichen Ziviisation Werve« solle.
Smuts gibt dann der aufrichtigen Hoffnung Ausdruck, daß, selbst wenn Frankrech sich nicht an dieser Konferenz beteilige, dies die Vereinigten Staaten an einer Teilnahme nicht pudern werde.
Nach dieser ungemein leidvollen Entwicklung hat nunmehr die neue Währung das Licht der Welt erblickt. Die gute alte deutsche Mark, die das Deutsche Reich in seinem Aufstieg, wie auch in einem Niedergang begleitete, ist abgetan. Sie findet ein unrühmliches Ende. Zu Milliardenklumpen zusammengeballt, wird sie demnächst gegen den Wert einer einzigen Einheit der neuen Wahrungs- münze dahingegeben werden.
Die Reichsregierung hat zunächst 150 Millionen Rentenmark in den Verkehr gebracht. Ein gleicher Betrag wird innerhalb zwei Tagen zur Ausgabe gelangen. Der Berliner Buchdruckerstreik hat dank den Vorkehrungen der Reichsregierung den Druck der Rentenmarkscheine, die als Qualitätsgeldscheine naturgemäß ginz besonders sorgfältig ausgestattet ein müssen, nicht behindert. Von dem der Reichs- regierung bei der Nentenbank zustehenden Kredit wurden zunächst etwa 100 Millionen in Gold in Anspruch genommen, für welchen Nentenmark be- chafft wurden. Sie wird in den Verkehr gebracht, nbem zunächst die Reichs- und Landesbeamten etwa ein Drittel ihres Gehaltes in dieser Rentenmark erhalten, gleichzeitig wird aber auch den großen Betrieben ein Quantum Rentenmark zur guotenweisen Auszahlung der Löhne zur Verfüoung gestellt.
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Berlin, 15. Nov. Zm wirtschaftspolitischen Ausschuß des Rsichswirtschaftsrates wurde ein« stz-mnrig Antrag angenommen, der bi» Stsichs- regierung auffordert, dafür zu sorgen, daß die neuen wertbeständigen Zahlungsmittel auch den breiten Mafien der Bevölkerung schleunigst in grö- zerem Ausmaße zugänglich gemacht werden. In diesem Zusammenhang können wir Mitteilen, daß der Streik in der Reichsdruckerei nicht die befürchtete Wirkung gehabt hat, daß vielmehr die Notendruckabteilung in vollem Umfange beschäftigt wird und infolgedefien bereits *200 Millionen Rentenmark vorrätig sind. Bei den heutigen Gehaltszahlungen an die Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reiches, der Länder und Gemeinden werden 30 Prozent des Gehalts in Rentenmark ausgezahlt, und die Reichsregierung hofft, daß auf diesem Wege die Rentenmark in kürzester Frist in den allgemeinen Zahlungsverkehr übergeht. '
Die Rentenmark wird bei den öffentlichen Kafien zur Zahlung von Goldmartbeträgen (Eifenbahn- tarife, Zölle, Landabgabe ufw.) als Goldmark für die in Papier berechneten Beträge zu dem amtlichen täglich bekannt gemachten Umrechnungssatz für Reichssteuern — zur Zeit 600 Milliarden Mark — angenommen.
Rentenmark ins besetzt« Eebiet.
B e r l i n, 15. Rov. Das Reichskabinett hat be- schlofie«, vo« dem Eesamtkredit, der dem Reich in Höhe von 900 Millionen Mark von der Relltenbailst zur Berkügung gestellt wurde, einen B«trag itn Werte von 100 Millionen Renjenmark für die Fortzahlung der Reichsznschüfie an die besetzte« Gebiete, insbesondere von Erwerbslosenunterstützungen, bereitzustellen.
Der Kur« der ^««ienbank.
B e r l i n, 15. Rov. Die vsa heute ab zur Ausgabe gelangende Rentenmark wird an den öffeut- licheu Kafien zur Bezahlung vou Eoldmarkbeträgen (Elsrnbahntarifen, Zölle», Lundaboab« usw.) als Goldmark uud für die i« Papiermark berechneten Beträge zu dem amtliche« täglich betanntgemachtcn Umrechuuagsfatz für die Reichssteuer«, zurzeit 690 Milliarden, angenommen.
Berlin, 15. Nov. Den Beamten, Angestellten und Arbeitern des Reichs und den Beamten unb Angestellten bet ßänber unb Gemeinden (Ee- meinbeoerbänbe) wirb am 15. unb 16. November sum ersten Mal ein Teil ihrer Bezüge in Rentenmark ausgezahlt. Aus kafientechnischei Grünben wirb hierbei ein Umrechn ungssal von 300 Milliarden Papiermark gleich eine Rentenmark zugrunde gelegt. Dieser Umrechnungssatz hat nur rechnerische Bedeutung für das Znnenverhältnis zwischen Reich, Ländern und Gemeinden als Arbeitgebern einerseits und den obengenannten Eehalts- unb Lohnempfängern anbererfeits. Der Kursfestsetzung ber Nentenmark für den öffentlichen Verkehr sollte hierburch in keiner Weise vorgegrisfen werben. Inzwischen ist ber Kurs ber Rentenmark für ben öffentlichen Verkehr auf 600 Milliarden festgesetzt worben. Die erhöhte Zahlung, di« sich hieraus für bie genannten Gehalts- unb Lohnempfänger ergibt, wirb bei bet Festsetzung ber
Nachzahlungen für bas btUte November» viertel unb bie entfprechenbe Arbeiterlohnwoche berücksichtigt werben.
Die „Vofi. Ztg." melbet, baß bie Absicht bes ieichswährungskornmifiars Dr. Schacht, sofort eine este Relation zwischen bern Einheitskurs für ben )ollar unb bet Rentenmark, unb zwar im Verhältnis 1: 4 inbirekt zwischen Nentenmark und ! sapierrnark herzustellen, Wider st and "in Zankkreisen gefunden hat. Eine Abordnung der Stempelvereinigung, der die Berliner Groß» Hanken angeschlofien sind, begab sich zu Dr. Schacht, um einen Aufschub in der Festsetzung dieser. Einlösungskurses zu erwirken. Wie dir „Vofi. Ztg." weiter bemerkt, dürsten die Banke« mit dieser Aktion nicht durchdringen. Die sachliche« Bedenken, die die Banken geltend machen, daß näm» l ch der amtliche Einheitskurs kein richtiges Bild von der Bewertung der Papiermark gibt und eine Bindung der Rentenmark an diesen Kurs bie Rentenmark herabziehen würbe, werben burch bie heutige Heraufsetzung bes amtlichen Dollarkurses auf 2,5 Billionen entkräftet werben.
(Segen Spekulationen.
Berlin, 15. Nov. Die ReichSrrgieruüg erläßt eine Verordnung, wodurch di« Devifengrfetzgcbung, fo* wie die Voluta-Sp:kulasionsverordnung und das Mark. verkaufSverbol auf Rentenmark, Goldanleihe urck wertbeständiges Notgeld ausgedehnt werden. Danach un« teuttgt Ser SiiuciO uu9iünfclft»ci guhluugvmturl Argen die genannten inländischen, Zahlungsmittel ben gleichen Beschränkungen, wie der Erwerb gegen Rcichs- mott Die Beleihung ausländischer Geldsorten mit den genannten Zahlungsmitteln ist verboten, die Beleihung ausländischer Devisen mit ihnen anmelde- »slichtig. Ausländische Persmen cdec Pcr onenvereini- gungen dürfen Kredit«, die auf die erwähnten Zah- lungsmiltel lauten, nur mit Zustimmung ber Reichs- baut eingeräumt werden. Ausländische ZahlungsmittÄ dürfen gegen Rentenmark Geldanleihe ober wertbe- tfinbiges Notgeld zur Beschaffung von Einfuhrwaren nur ertvorben werden, soweit der Erwerber ohne diese Beick affunx seinen Betrieb nicht jeweils zwei Monate ortführen konnte. Schließlich ist verboten, Beträge in Rentenmark, Goldanleihe oder wertbeständigen No g lo mittelbar oder unmit elbar nach dem AuSlaridk zu Verkaufen, soweit bie Beträge den Wert von 16 Pfund im Einzelfall übersteigen.
. Eoldhöchstprcise.
Berlin, 15. ov. Der Relchswirtfchufcsrat beschäftigte sich uii: der Einführung von Goldhöchstprei- sen, zu deren Begründung darauf hingewcefen wurde, daß di» Festsetzung der Goldpreise in der wlllkür. tichft«« Weise und ohne genaue Kalkulation der Ge- fleh'uugskosten weit über Friedensgoldpreise hinaus er« folge, namentlich auch für die lebensnotwendigen Be« darfsartilel, die für die weit unter der Hälfte des Fricbei.slohnes entlohnten Lohn- unb Gehaltsemp, fänger unerschwinglich seien. Nach eingelzender Au»« sprah« kam ber Ausschuß jedoch zu dem Ergebins, baß eint zwangsweise Festsetzung von Höchstpreise« nicht zur Bcfricdigung der großen Masse der Verbraucher, sondern zu einer Begünstigung des Wuchert und Bevorzugung ber zahlungskräftigen Volkskreise ssihre «no baß ohnehin bie Mißstände mit der zu erwartendem Befriedigung bes Zahlungsverkehrs mit wcrkdeständigen Zahlungsmitteln unb mit ber Auf« Hebung her augenblicklichen Zwangssistsetzung des Str" (intr Tollorkcirses verschwinden würden.
Ter Rcichskauzler m einer Sitzung der Renteubank.
Berlin, 15. Rov. Am heutigen bedeutungsvollen Tage, an dem mit der Ausgabe der Rentenmark begonnen wurde, empfing der Reichskanzler den Verwaltungsrat und Vorstand der Deutschs« Nentenbank. Aus den Kreisen des Verwaltungsrates wurde darauf hingewiefen, daß nur ein wertbeständiges Zahlungsmittel die Voraussetzung für eine Gesundung der Wirtschaft sein könne. Diese« Zahlungsmittel müfie aber von dem Vertrauen de« ganzen Volkes getragen fein, und dieses Vertrauen könne nur geschaffen werden durch die unbedingt« Zuverlässigkeit, baß die Reichsregicrung und dr« Nachgeordneten stellen mit größtem Nachdruck dt« Sachen bekämpfen würden, die bisher eine Gesundung der Währung verhindert hätten. Dazu sei vor allen Dingen eine auswärtige Politik «otwen- big, bie der starken Herabminderung der deutschen Wirtschaft entspreche, ferner die Ausbalanzierung des Reichshaushalts, wobei unter Hintansetzun-