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Die Lage in München.
den zahlreich versammelten Zuhörern eindringliche pa-
unb appellierte an dir Studenten^
triotische Worte
schäft, angesichts der Not des Vaterlandes besonnen
10. Nov. Heute abend wurden von
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München
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gebeten, um ihnen
voll« Aufklärung über die Vorgänge der letzten Tage j;u groen. Tabei erklärte Kahr u. a., er habe zwei Tage vor der Versammlung im Bürgerbräukcller, die durch Hitlers Ueberfall gestört Worden lei, eine eingehend: vertrauensvolle Aussprache mit allen Vertretern und Führern der bayrischen vaterländischen Verbände gehabt, wobei auch Hitler und der militärische Führer des Kampfbundes anwesend waren. In dieser Unterredung sei den Herren, die alle ungestüme Pl5ne verfolgten, in aller Deutlich kett und Ruch- ternheit die Lage dargebegt und mit ihnen auch über die gemeinsamen große« End- ziele nationaler Art gesprochen worden. Er, Kahr, habe dabei über die Lage außerhalb Bayerns keinen Zweifel gelassen, auch nicht darüber, daß eS nur eine Einordnung u nd Unterordnung gebe, gerade wenn ein gemeinsames großes natwnaleS Ziel erreicht werden solle. Er habe den Herren in aller Deutlichkeit erklärt, daß e< ein Verbrechen wäre, wenn btt Reichswehr und die Pvlizeiwehr ln die Nottvendigkeit verseht würden, bei einer Auflehnung gegen die Staatsautorität gegen vaterländische Verbände mit Der Masst Vorzüge heil Ueber allem müsse da» Staatsinteresse und der Staat ste he«. Er, Koyr, könne nur sagen: In dem Augenblick, als Hiller an der Spitze seiner bewaffneten Mannschaft in den Bürgerbräukecker cim-mng, habe er nur das eine Gefühl gehabt, daß nun all' drS. was für das gemeinsame gwße deutsche nationale Ziel vorbereitet und geschehen war,.vollständig zerschlagen werde. Dieser bewaffnete Ueberiall sei ein Ban- ditenstrrich gegen eine Versammlung gewesen, die zu einer nalionalen Kundgebung zusammengetreten war und zwar ohne besondere Schutzmaßnahmen. Die Gestikulation Hitlers und seiner Bewaffneten hätten aus ihn, Lossow und Seisser keine» Eindruck machen können. Er und die Genannten hätte» nur unter dem ungeheuren Truck der Verantwortung, der Verantwortung nicht nur für Boyern, sondern auch gegenüber der großen Interessen Deutsch- lanb5 gestanden. Demgegenüber hätte dies: Pistolen- ko mödie ihn, Lossow «nd Seisser nicht einschüchtern Itaaea, Aber die Sorge nm die katastrophalen Folgen,
augerüstet waren, verüdt wurden, nennt das Blatt vandalisch. Alle Kästen seten erbrochen und durch- toühlt und tbt Inhalt auf die Straffe geworfen worden. Sämtliche Schreibmaschinen seien mitgenommen ivorden, ebenso die Kaste und dar Scheckbuch. Die zur Auszahlung berettgestellten Lohngelder feien verteilt worden.
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Di» „Oderbesfische Zeitung" etiibehtt Memel wöchentlich. — 12.—17.11.
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Presseftimmeu.
München, 10. Nov. Die Münchener Morgenpresse nimmt zu dem ereignisvollen Tage eingehend Stellung und ist einmütia in der „Verurteilung des Hitlerputsches". Die „Münch. Neuesten Nachr." prechen von dem Wortbruch Hitlers, der zur Freude aller innerdeutschen Feinde Deutschlands eine der größten Derrätereien an der deutschen Einheit begangen habe. Am schmerzlichsten ist der Gedanke an Tausende junger Leute, die reinen Herzens dem vergötterten Führer folgten, ohne zu ahnen, welches Spiel mit ihnen getrieben wurde. Sie setzten mutig ihr junges Leven ein in dem Glauben, damit dem Vaterland zu dienen, und dieses Verbrechen 'dstlers ist sein größtes. Er hat es erreicht, daß zur Freude der Feinde und Verräter Deutschlands Brüder aeyen B"i!der, Dätsr gegen Söhne aufeinanderschießen mußten. Das Blatt glaubt, daß auch Ludendorff von Hitler anscheinend überrascht wurde.
Der „Bäuerische Kurier" bezeichnet die Vorgänge als eine Tat der Schmach und der Trauer. Es gebe kein Wort, das scbarf genug sei, die Haltung derer zu brandmarken, die nicht davor zurückschreckten, am 5. Jahrestage der Revolution da» deutsche und bayerische Volk zum zweiten Mal in den Abgrund des gewaltsamen Umsturzes und des Bürgerkrieges zu stürzen.
Die Korrespondenz der „Bayerischen Dolkspar- tei" schreibt: Daß der phantastische Hitler in seiner nahezu krankhaften Ideologie auf die Barrikaden Jk'igt, kann man schließlich begreifen. Aber, daß der Mann, der im Weltkrieg eines der größten Heere, der Weltgeschichte führte, sich zu einem Staatsstreich hergab, »für dessen Gelingen alle Voraussetzungen fehlten, ist außerordentlich betrübend, denn der Rückschluß auf die Qualität des Heerführers Ludendorff liegt zu nahe. Die Vernehmung Ludendorffs durch den Ersten Staatsanwalt ist im Gange.
Stellungnahme der Bayerische» BolkSvattei.
München, 10. Nov. (W.T.B.) Die Bayerische VoNlsvartel gab ihrer gestrigen FraMonssitzung einhellig der Freude darüb-r Ausdruck, daß die ganze Entwicklung und der gute Name Bayerns bewahrt inerten konnten. D'r Fraktion sprach ihren Dank für die mutige und freudige Pflichterfüllung der ReicvS- webr und der Landesvoliz^i und insbesondere für das tatkräftige Eingreifen des Generalstaatskommtstars und der Mitglieder der StaatSregierung anS.
München, 10. Nov. Ueber die Vorgänge in der Provinz läßt sich zusammensastend berichten, daß man dort die Meldungen, die von den Vorgängen in München htnausgedrungen sind, größtenteils in abwartender Haltung entgegengenommen hat. In Rosenheim scheint di- Bewegung lebhafter gewesen zu sein. Nach dem Eintteftrn der ersten Nachrichten aus München boten die vatersändtschen-Derbäi de ihre Mannschaften auf. Von den umliegenden Orten zogen geschloffene Verbände nach der Stadt. Die Bevölkerung verhält sich musterhaft. In Augsburg ist eS zu keiner Aktion der Nationalsozialisten gekommen. Auch auS den anderen Städten Schwabens wirt vollkonnnene Ruhe g» meldet. In Nürnberg, wo die Rattonalsozialisten von der LandeSvoli^t am Freitag abend reibungslos zerstreut wurden, wurde der naiionalsoztalisttsche Lehrer Stteich. gegen den Anftage wegen Hochverrats vorliegt, verhaftet. In Bamberg wuden die Sturm- ftupps der Nationalsozialist^ ohne besondere Zwi- schensälle von der Schutzpolizei ausgehoben. Im übrft gen dachte Franken nicht daran, der Regierung irgend- wie dtt Gefolgschaft zu kündigen. Die Zerstörungen,
München, 10. Roo. Die „Münchener Reuest. -Nachrichten",, melden, daß nach den letzten Feststel- h:Nffcn die Zahl der Todesopfer beider Parteien 12 beträgt. Hitlers Aufenthalt ist noch nicht bekannt.
Ludendorf ist aus der Haft entlasse« worden, nachdem er sein Ehrenwort gegeben hatte, sich an her Sache nicht werter zu beteilige«.
In den späten Abendstunden des Freitags war die Entwaffnung der Nationalsozialisten fast voll- tzommen durchgeführt. Durch eine Proklamation des Eeneralstaatskommissars wurde abends die Vnfetzung von Standgerichten bekanntgegeben. Ferner ist für den Bereich von München Stadt und Land zwischen 8 Uhr abends und 5 Uhr morgens jeder Verkehr auf den öffentlichen Straßen und Plätzen untersagt. Auch Lustbarkeiten find verboten. Alle Gastwirtschaften usw. müssen um Uhr abends schließen.
lieber die Säuberungsaktion der Reichswehr und Landespolizei ist noch mitzu- teilsn, daß bei der Feldherrnhalle Ludendorff und Hitler an der Spitze eines Trupps von National- ftlzialisten mit Landsspolizei zusammenstießcn. Hitler forderte die Schutzpolizisten auf, sich zu ergeben. Lin Teil der Polizisten wollte gehorchen, die andern schossen und die vordere Reihe des Hitlerzuges brach im Feuer zusammen. Glmchzeitig wurde von einem Panzerauto vor der Feldherrnhalle Maschinenge- «ebrfeuer auf die Hitlertruvpen abgegeben.
München, 10. Nov. Die Zahl der Todesopfer des Freitagsputsches ist auf 18 gestiegen. Unter diesen befinden sich vier Offiziere und Beamte der Landespolizei. Die Stadt war am Samstag vollkommen ruhig. Starke Patrouillen berittener Landespolizei mit Lanze und umgshangtem Karabiner durchziehen die Straßen. Ihr Erscheinen genügt, um Ansammlungen sofort auseinanderzutreiben. —
München, 10. Nov. In der Münchener Be- tzöikrnng -rar die Auffassung ver-'vest't. daß die Reichs- teclu am Odeonsplatz nach dem Ainnarsch der Hitler- fcute am Freitag ohne jede Warnung das Feu-r ans Kefe eröffnet hätte. Nach dm Informationen der »Münchener -Neuesten Nachrichtm" ist dies unzu- kressend. Ein Offizier der Regierungstrnppen hatte den Hitterlenten ausdrücklich Halt geboten und sie zum Niiseinandergeben ausgefordert. Erst als dieser Aus- -sorderung keine Folge gegeben wurde, machte die R-ichswehr von der-Waffe Gebrauch. Wie jetzt sest- ßehk, hat sich die Zahl der Todesopfer aus Anlaß des Zusammenstoßes bei der Residenz am «.Freitag ans 18 erhöht. In den Krankenhäusern liegen noch zahl- reiche Schwerverletzte. Die Landespolizei hat vier Tote zu beklagen.
Generalstaatskommissar v. Kahr hat an die Reichs- wehr und die Landespolizei eine Tankeskundgrbung gerichtet.
Studenten Flugblätter in den Straßen verteilt, die sich fü- Hitler und gegen Kahr aussprachen. Verschie- deniilch bildeten sich in den Abendstunden trotz der Anordnung, die Straßen bis 6 Uhr zu raumen, größere 3flgi in der Innenstadt, die unter Absingung vaterländischer Lieder umherzogm. An einigen Stellen der S'.adl hielten Redner Ansprachen an die Menschenmenge. In der Sendlingerstraße wurden im Ver- laasg-bäude der „Münchener Neuesten Nachrichten" von einem Trupp erregter Leute Fenstcrlche den ein« geschlafen. Die Studenten habm für morgen mittag die Parole ansgegeben, sich vor der Universität zu versammeln. Erst gegen 10 Uhr abends trat in der S-adt wieder allmählich Ruhe ein, zumal Landesp.lizei und Reichswehr ausgeboten wurden, um die Passanten von den Plätzen zu tocifen. Im Laufe des Abends wurde wiederum eine größere Anzahl von Personen wegen Widerstandes gegen polizeilich: Verordnungen verhaftet. Schwere Zwischenfälle sind bis jetzt nicht bekannt geworden.
München, 12. Nov. Die Erregung in der Stadt war auch am Sonntag noch nicht im Abflauen. Zn den Straßen der Stadt und besonders in der Altstadt tobten aufgeregte Menschenmassen hin und her. In der Nähe des Karlsplatzes bildeten sich in den Straßen größere Ansammlungen. Auf dem Königsplatz hatten sich mittags große Gruppen von Studenten eingefunden, die u.rtvr Ab« singung patriotischer Lieder zum Bahnhof zogen. Auch andere Straßen wurden von Studentengruppen durchzogen. Die Vorfälle der letzten Tage wurden überall erregt besprochen. Im allgemeinen konnte die^blauc und grüne Polizei die Ordnung aufrechterhalten, wenn sie auch verschiedentlich gegen die Ansammlungen einen schweren Stand. Nach den bisher vorliegenden Meldungen brauchte die Reichswehr bis zum Abend nirgends einzugreifen. Von maßgebender Seite wird mitgeteilt, daß der Eeneralstaatskommissar, die Regierung und die Reichswehr über die notwendigen Maßnahmen einig feien.
Es wird al» selbstverständlich bezeichnet, daß der frühere Kronprinz Rupprecht den Hitlerputsch entschieden verurteilt.
Dia Beerdigung der Opfer des letzten Zusammenstoßes zwischen Reichswehr und Nationalsozialisten bei der Residenz soll am Montag stattfinden.
ZerftörunGen im Gebäude der »Münchener Post".
Berlin, 11. Nov. lieber die Zerstörungen im Gebäude der „Münchener Post" berichtet der „Vorwärts" u. a.: Am Donnerstag kurz vor Mitternacht fuhren etwa 200 sckwerbewasfnete Hakenkreuzler in Lastautomob l n vor dem Gebäude vor. In den Verlags- und Red r?- tionSräumen wurden mit Gewehrkolben b* Fenster, Türen und Ztvischenwände eingeschlagen. Schränke und Tische erbrochen, ihr Inhalt zerfetzt ober auf die Straße geworfen. Besonders wurde in dem Arbeitsraum Auer? gewütet. Im Setzersaal wurden die Setzkästen zerschlagen, der Inhalt auf den Boden zerstreut. Bei dem Verlag des in dem unteren Gebäude untergebrachten „Bayrischen JolksblatteS" wurde die Kasse mit mehrere» Billäonen Mark, da? Postscheckhuch, 6 Schreibmaschinen unb Lohngelder geraubt. \
Der »völkische Beobachter* verboten.
München, 10. Nov. Das Erscheinen des „Völkischen Beobachters? und de» „Heimatlandes" ist verboten worden.
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München, 10. Nov. Kahr hat heute mittag Vertreter der Münchener unb auswärtigen Presse zu sich
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- Paris, 10. Nov. Die Blätter betonen, daß mm, die weitere Entwicklung der Dinge abtoarte» müsse. Stre eMann ei von ent cheidenbem Ciefiai für den Zusammenbruch gewesen, der Hch «Ss» ßSWtzStzM,
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mit denen zu rechnen war, habe ihn aus das Tiefste bewegt. Er habe die» ebenso wie die andere« Herren auch Hitler gegenüber zum Ausdruck gebracht. Es sei ihnen völlig llar gewesen, daß die von Hitler und Ludendorff unter Mitwirkung von Pöüner eingeleitete Bewegung in wenigen Tagen vollständig in sich »usaavnen- breche» mußte, politisch und wirtschaftlich. Unter liefern Druck vtaerlänbischer Verantwortung hätten Los- ow, Seisser und er in ber gegebenen Situation sofort ihren Entschluß gefaßt. Es fei ihnen klar gewesen, daß sie, wen» te nicht schei nbar auf die Forderungen Hitler» eingingen, festgehalten würden unb keine Freiheit de» Handelns mehr erlangt hätte», di« allein e» noch ermöglichen konnte, das schwerste Unglück zu vermeiden. Die Folge wäre gewesen, daß di: Reichswehr und Landespolizei sowie weite Kreise vaterländisch Gesinnter völlig dirrkiwnslos beu Proklamationen Hitlers ausge- liesert worden wären unb daß dann daS Unglück eines unausführbaren Marsches auf Berlin blind vor sich gegangen wäre. Dieser Marsch nach Berlin wär: so ziemlich an ber bayrische» Grenze erledigt gewesen. Denn alles das, waS geplant war, auf militärischem, wirtschaft- lichem und politischem Gebiet, vor» der Außenpolitik gar nicht zu reden, sei so tzu-L ui ?z Yvp 'n »j» m r S PijirnrhrSu«
tu sich znsammenbrechen mußte. Darüber hätte» natürlich die weiten Kreise im Saal feine Ahnung haben können Sie konnten nicht wisse», welche schweren ’nre.-er» Kämpfe Lossow, Seisser unb er zu bestehen hätten, nicht für ihre Person, sondern für das Vaterland. Sie hätten in dieser Zeit nur noch eine Möglichkeit gehabt: ihre persönliche Ehre, die letzte Reserve, die sie noch hatte», z» Nutz unb Frommen des Vaterlandes einzusetzen. Da» feien ihre Motive gewesen. Was seine (Kahrs) Person anbelangt, so wisse er, daß er alles, was er an Begeisterung unb Jubel erfahren durfte, völlig verscherzt habe. Ausschlaggebend für den deutschen Mann könne aber nur das fein, was das Wohl des Vaterlandes fordere unb wenn feine ganze Persönlichkeit darüber ,u Grunde gehen müßte.
Nach Kahr sprach Webrftetsrommandant von Lossow, dessen Worte tiefen Eindruck «»achten. Er bezeichnet «4 als unerhört, daß die Truppe, die den fleftrtgen Tag mit Weitzer Weste üder- ftanben habe, sich nun dafür anspucken lasten wüßte vorn Pöbel und von der irregeleiteten Maste. Er, Lcflow, sei in den letzten Wochen am tiefsten tiertraut gewesen mit der dropenden Entwicklung und habe sich Mübe gegeben, Hitler in der Hand zu behalte«, seine Bewegung zu sanieren, d a i Gute daran heraus zu schälen und dle Schlacken abzusondern und vor allem Hitler selbst von Dummheiten ab Inhalte«. Er habe Versprechungen erhalten, trte gebrochen worden seien. Mit dem Berfiivrungslviel der nationalen Armee, die brave nationale Jugend heraus, ulocken für selbstsüchtige Partei zwecke, fei ein miserables Verbrechen gewesen. Dieses Lockmittel der nationalen Armee fet für die Dralnzieber nur das Mittel gewesen, toten Anhang zu b zahlen, zu verpflegen und damit ganz in ihre Abhängigkeit zu bringen. Nicht zum Kriege gegen Frankreich zu führen, sondern zu ganz anderen Zwecken seien diese braven Sinder. Söhne von alten Generäle« und Beamten, verführt worden. Er habe Ludendorff und Hitler mit aller Energie r» verstehen gegeben, daß dle Reichswehr nicht hinter ihnen stehe unb habe erklär«., daß die Reichswehr gegen Ludendorff und Hitler fein werde, wenn solche Dinge gemacht würden. Wenn diese sogenannte nationale Armee Wetter marschiert wäre, so hätte es In einigen Tagen ein neues 1866 gegeben. Der General bat schließlich die Vertreter ber Presse, mftzuhelfen, um die fetzige niederträchtige Haltung gegen die braven und treuen Soldaten rasch zu beseitigen. Dieser Bitte schloß sich ber Kommandant ber Lanbespolizei Oberst Seltzer an, der die Pslichttteue der Landespolizei hervoryob.
I« seinem Schlußwort wandte sich Kahr noch em- ma( gegen die systematische Verführung der Jugend. Die 3eit werde kommen, wo diejenigen, die Lostow, Selber und ihn als dir größten Verräter in Deutschland hinstellen würden zugeben müsse«, daß sie dl; größte« Opfer gebracht hätten.
Ei« Aufruf v. Kahrs.
München, 11. Nov. Generaistaaiskommissar Dr. tz. Kahr erläßt einen Auftuf, iit dem er auf de große Verantwortung hinweist, die ihm durch bie Uebertragr.rj bet gesamten vollziehenden Macht des bayrischen Staates «ruferlegt worden ist. Er sei verantwortlich für ieKn Schritt auf einem schweren, mühevollen Wege. In langen Jahren verantwortlicher Arbeit seit dem Zusammenbruch habe er die Möglichkeiten, die Gefahren tueseS Weges ausgeprvbt unb er gehe ihn fetzt. Ich darf mir, so erklärt Dr. Kahr,, diesen Weg nicht zerstören lassen durch Bestrebungen, die nach meiner fest begründe- tert Uebcrzeugung zum sicheren Untergang führe» müssen, weil sie «tut Utopien beruhen, weil ihnen die praktische, Kenntnis deS Möglichen, die nötige Vordere tung fehlt, weil sie die Früchte pflücken wollen, ehe sie reif sind, auch: wenn ihr vaterländisches Wollen rein »nd groß ist. Der Aufruf betont schließlich, daß der nationale Gebanfe über dem großen Streit dieser Tage rJM zu Grunde gehen. dürfe.
Kuudgebunge«.
Zu Kundgebungen gegen Kahr kam es , am Odeonsplatz, als von 'der Universität kommend . ein nach Taufende« zählender Zug herbeikam mit f forbentragsnden Studenten und darunter alte Her- s teil. Sie wurden vom Publikum von den Straßen unb aus den Häusern jubelnb begrüßt. Am Len- , bachplatz trat dem Zuge Landespolizei entgegen, j Nach vergeblicher Aufforderung zum Auseinander- f gehen wurde zuerst blind, dann scharf in die Luft gefeuert. Berittene Schutzleute und berittene Lan- teeroH;' : ;t Lanze, drängten die Stu
denten in die stillen Straßen, von denen sie aufs neue in di» Hauptstraßen der verkehrsbewegten inneren Stadt gelangten.
München, 10. Rov. Im Laufe b.i Nachmittags kam es in verschiedenen Teilen der Stadt zu größere e Menschenansammlungen. insbrjbnbcre am Karlspfatz und in der Näh- des Bahnhofs. Berittene Polizei, bk wie« drrlolt zur Zerstreuung der Massen eingesetzt würbe, wurde von dicker mit Johlen und Preisen empfangen. In der Aula der Universität hatten sich trotz eines Verbotes einige hundert Stubenten zu einer Protestkundgebung gegen Kahr verflrmm.lt. Sie versuchten einen Ternonstra- ftonszug zu bilden. Würben jedoch bald zerstreut.
. In oen Nachmittagsstunden kam es in ber Nähe ber Residenz wieder zu großen Ansammlungen. Die Rerchswihr unb bie Landespolizei mußten eingreifen. Es kam zu Schießereien.
München, 11.Nov. Heute herrscht reger Leben auf den Straßen. Die Innenstadt ist durch Posten «Sbgesperrt. Sicherheitsmaßnahmen sind auch sonst ge- trofirn. Irgendwelche Zwischenfälle scheinen sich bis p -zu den späten Abendstunden nicht ereignet zu habest.
München, 10. Nov. freute vormittag kam es zu einer Kundgebung ber Studentenschaft. In ber
Eer «njeigenpret» beträgt fit be« 9 gef». 3eHenmiaimefer 0,08 (Soibmart Amtliche x. , .
au,wärt. Anzeige« 0,10 Eoldmark. Be, lch»i«r.2atz 50*/, eufitfilag. Sammel»»z«ig. 100 IMH
Aufschlag. >ekla»en 0, 0 SolbmetL Jeder Rabatt gilt al, Barrabatt. Beleg» »erde« OW|«
TOflhinit beit 19 VnniHlflM berechnet, ebenso A»,kunt» durch dl» «tzelchäffstelle and Zusendung der Aagebate. Zahlung 4 AM
InUUlUy, "’H JlUv'UIUll innerhalb 5 Tage» ll Dollar —4,N Eoldmark), Berechnung nach dem Berliner Mittel- IJ73
luts de, Zahlung,»ft»«a»g»tag»». Lerzugrzinsrn pro Tag ««ch dem Bankzinsfuß.
die tm Hause der sozialdemokratischen »Münchener
_ . . . Post" in d«r Nacht zmn Freitag von den national-
chirurgischen Klinik sprach Gcheimrat Sauerbruch vor sorialisttschen Trupps die Vogt»«««» aülitürtlch
Amtliches VerAndigungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher^kurhessifche) Oberhesse«
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