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" Ueber die Vorgänge in München und über die Wieder« Herstellung der verfassungsmäßigen Zustände geht uns trtgcnder authentischer Bericht ju:

M Die ersten Pressemeldungen, in welchen davon dir Rede

Wehrda.

Köhler, lit Frühi. n 740 !«sse und it Segen, aistr. 1, gtglstteS-

Einer Meldung derVoff. Ztg." aus Karlsruhe zufolge trat die badische Regierung nach dem Ein« treffen der Meldungen über den Münchener Putsch sofort-zu einer Kabinettssitzung zusammen. Die badische Regierung hofft, etwaiger Ruhestörungen durch die Polizei-Herr zu werden. In verschiedenen Städten des ^Landes wurden bekannte Führer der Nationalsozialisten in C i ch e r h e i t s h a f t ge« nommen.

Berlin. 9- Nov. DieB. Z." berichtet: Reit - kanzler Stresemann fttzte noch in der Nacht me Vertreter der ausländischen Staaten von dem Putsch in Vatern in Kenntnis. Er steht die B e e n d t g u n 9 deS Abenteuers mit fester Zuversicht entge* gen. Für die Mttagsstunde «st ein neuer Kabinetts« rat etnberusen.

Berlin, 10. Nov Dir preußisch«, badilch« n-cki hessische Regierungen gaben Erklärung.n zu dem national­sozialistischen Putsch in Bayern ab und versprachen Oie' Treue zur deutschen Republik. '

r .efem Gesichtspunkt aus mutz die Angelegenheit be« E -achtet werden. Es handelt sich keineswegs zu- nächst um einen Sieg der Reichsregierung etwa,

keine Hindernisse mehr im Wege stehen. >

F r a n k f u r t a. M.. 9. Nov. Wie dir hiesige Reichs- bahndirektion mitteilt, ist die in der letzten Nacht au8ge« nötigt, die Sperre im Eisenbahnverkehr mit dem bayo- sprochene Berkehrssperre mit dem bayerischen Gebiet wft», der ausgehoben. Der Zugverkehr wird ab sofort i» vollem Umfange wieder ausgenommen.

Regensburg, 9. Nov. ImRegensburger Anzeiger" wird eine Erklärung der bavrtschen Regte« rnng v-röfsenilicht, in der es u. a. beißt: Infolge des beute Nacht in Müncben i-ntcmommenen PuticveS be­gaben sich die Staatsminister Dr. Matt, Tr. Meinl und Dr. Kraußneck nach Regensburg, um zunächst von ter die«Gefchäfte der Negierung weiter zu führe«. Sie haben alsbald die Verbindung mit den Regie­rungspräsidenten ausgenommen. Von Regensburg stnd die entsvrechenden rntlitärischen und polizeiliche« Maßnabm«, ergriffen worden. Verstärkungen stnd nach München abgegangen. Die Fühlungnahme mir dem Generalstaatskommissar v.Kahr und dem LanveS- kommandanten v. Lossow wurde ausgenommen. Tie von beiden und dem Obersten Seltzer in der Versamm­lung am Donnerstag Abend abgegebenen Erklärungen waren mit Waffengewalt erpreßt und stnd bereits tot« verrufen worden. Bet der Bevölkerung, besonders unter der Beamtenschaft genietzt die Regierung daS volle Vertrauen Sn Nürnberg, wie überhaupt ttt Nordbayern ist alles rubtg. Gegenüber anderslauten­den Meldungen ist darauf hinzuweisen, daß der Zug­verkehr mit München völlig intakt ist. Es stnd 93er« Handlungen im Gange, nm den Zugverkehr zwischen Bayern und Norddcutschtand wieder aufzunehmen, womit in wrzester Frist gerechnet werden kann.

Berlin, 10. Nov. Die Blätter melden überein­stimmend aus München, daß in ganz Bayern die Ruhe wieder völlig bergestellt ist. Nach einer Meldung be» 93. T." sei nutzer in München auch in Augsburg von den Nationalsozialisten eine Aktion versucht worden. Die Nationaltozialisten seien «edoch von der Landes« '-oiisj/ iwö. worden.. R»-ch in

Nürnberg wurden gestern snih» bewaffnete National, sotialisten von der Landespolizei verhaftet.

Berlin, 10. Nov. Nach einer Meldung DeS Vorwärts" soll der Münchener Putsch in erster Ltnir auf den Geldmangel innerhalb der natwnalistiswe» Bewegung zurtickzuführen sein. Im Verlaufe einer Sitzung der Hitlerschen Kampfverbände in München, in der der Putsch beschlossen wurde, sei wiederholt auf di» Einstellung der Geldlteferung durch die bayerische Industrie Bezug genommen worden. Es habe auch der Sitzung eine Beschwerde der Ehrhardt-Brigad« Vorgelegen, wonach diete zurzeit völlig mittellos und auf Reautsttton angewiesen sei.

Hitler entkommen.

Berlin, 10. Nov. Nach weiteren auS München etngetroffenen Nachrichten befinden sich der General Ludendorfs, Hauptmann Römer, der Führer des Bun« des Oberland, und die anderen Führer der National­sozialisten in Schutzhaft. Dagegen «oll nach neueren Meldungen Hitler entwmmen sein. Er «st aber ver­wundet. An Verlusten stnd bei der Reichswehr zu ver- zeichnen, zwei Leichwerwlmdete, be« der Schntzpoltzet 6 oder 7 Verwundete und einige Tote. Im ganzen dürften aut beiden Seiten 810 Personen getötet wor. den sein. In München herrschte gestern abend voll- ständig, Ruhe. Reichswehr und Schutzpolizei stnd durchaus Herren der Lag,.

aber muß

Aul oer anderen

Berlin, 9. Nov. Der Chef der Heeresleitung erließ folgenden Aufruf:

An die Reichswehr?

D>e Ausübung des Oberbefehls über die Mehr­macht des Reiches ist mir übertragen und mir mit der vollziehenden Gewalt der Auftrag erteilt wor­den, alle zur Sicherung des Reiches erferderlichen Matznahmen zu treffen. Ich gedenke diese Aufgabe in ihrem vollen Umfange und mit vollem Ernst zn erfüllen. Ich bin mich meiner Verantwortung ge- genüber dem Volke bewußt. Ich weiß, daß ich auf Armee und Marine felsenfest vertrauen kann, daß alle Teile der Wehrmacht zu mir stehen und kein Zwist zwischen Nord und Süd besteht. Eingriffe Unberufener in, die Ordnung des Reiches jinh. der Länder wird die Reich-'»-^'- «

mit NaHrruck zurückwsisen.

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"erlitt folgen wird, wie wir das heute vielfach in demokratischen Presse lese». Herr v. Kahr hat it.codo gezeigt, datz er Herr in seinem Hause P A. v Kahr und r>. Lossow sich gegen den Putsch erklärten, war jede Aussicht auf ein Gelingen des Staatsstreichs von selbst geschwunddn.

Es muß immer tuie^r gesagt werden, daß die Form, bft Hii>«r und Ludendocss gewählt haben, nm gegen öie Politische Entwicklung in Teutschlano nach außen uns innen zu protestieren, die denkbar unglücklichste ist und dom deutschen V,!ke abgelehnt wiro. Das kann ««genüber allen Putschisten oamichi li.tr genug ge'cuzt herben: So geb' es nicht. Ja angesichts der ständigen Ved". ung bu'dj Frankreich, stellen derartige Gelüste ftrciyt;, den Bestand Deutschlands tn jeder Form auf um Ä)eH>c«e Ztt in Frage.

. r ttesdienst, N'/. f 'en. n

Zu dem Bericht über die Bürgerkrävyecsammlung ist noch nachzuftage«:

Hitler sühne noch aus:Sie sehen: Was uns Heer (eitel, ijfc nicht Eigenbrötelei, sondern der Kamp«, ben tixr mifnehmen in zwölfter Stunde, gilt für unsir deutscher Vaterland. Aufbancn woll-n mir einen Bundesstaat völkischer Art. in dem Bayern die Stell« eiunehmen soll, die ihm gebührt. Ich bitte Sie, sich lithig im Saal zu verhalten Der Bürgerbräusaal ist mit sechs Hundert« schatten der Nationalsozialisten umzingelt. Ter morgige Tag sindct entweder in Deutschland eine nationale Regie­rung oder uns tot. Ts gibt nur eins von den beiden."

M ü n ch e n, 10. Nov. Die Korrespondenz Hofs-- mann veröffentlicht eine amtliche Mitteilung über den Hitlerputsch. Darin wird festgestellt. datz in den letzten Wochen Hitler in Besprechungen mit General v. Lossow und Oberst v. Seiger wiederholt zugesichert habe, datz er loyal sei und nichts unter­nehmen werde, ohne die Genannten in Kenntnis gesetzt zu haben. Ludendorff habe gegenüber Lossow und Seißer ebenfalls wiederholt Loyalität zugefichert. Am 6. November nachmittags erklärte der Generalstaatskommissar vor den Führern der vaterländischen Verbände und des Kampfbundes, datz er denselben Zielen wie die vaterländischen Verbände zustrebe. Dabei wurden die Führer vor Putschen gewarnt mit dem Hinweis, datz dagegen militärisch eingeschritten werde. Am 8. nachmittags fand eine Besprechung zwischen Kahr, Ludendorff, Losiow und Seitzer statt, wobei Einheitlichkeit in Bezug auf die Ziele festgestellt wurde. Abends er­folgte in der Versammlung im Bürgerbräukeller während der Rede Kahrs rin verbrecherischer Ueber- fall durch Hitler mit einem stark bewaffneten An­hang, wobei Kahr, Losiow und Seiher mit vor- gehaltenem Revolver gezwungen wurden, bei der Verwirklichung der Alifstellung einer Reichsdiktatur LudendorffHitler milzutun. Kahr, Losiow und Seiher begaben, wie die genannte Korrespondenz ausführt, die ihnen erprehtc Erklärung ab, weil sie überzeugt waren, dah nur in einem einheitlichen Zusammengehen noch die Möglichkeit der Aufrecht­erhaltung der bayerischen Stzaatsautorität gegeben war. Tie §enamnen gaben scheinbar ihre Zu­stimmung, um ihre Handlungsfreiheit wieder zu ge­winnen. Das Publikum war über die in einem anderen Raum Dvi gegangene Bergrwaltigung nicht unterrichtet und nahm deshalb die von Kahr ge-

Dte JDberfceiiiläe Zeitung" eri»etnt wöckentlick. Sesegevtei» 5.11.-10 11.

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Inan sich «ar fein, daß das Mei^rscktle.zen des Putsch.-s : ftinesw-cs die Ursachen befatigt, aus denen er ent­standen >st und btt hegen darin, daß weite Kreise des Volkes <ach Toten rufen, weil ihnen eben durch die polt-

V und wirtschaftlich« Entwicklung das Leben fast sar Unmöglichkeit geworden ist. Jede Krankheit zeigt an, laß in dem Körper etwas nicht in Ordnung ist. Der Arzt Letzt den Ursachen nach und bekämpft nicht nur die Symptome Nach unserer Auffassung ist es hohe Seit, daß die Krankheitsursachen im deutschen Volke mit Ernst beseitigt werden Mr wissen, daß das nicht von Heute auf morgen geschehen kann. Mr wtssin, daß es Eine Rezept« gibt, die das schmerzlos tun. Aber es muß '«blich mal mit der geistig, sittlichen Erneue­rung unseres Volkes ernst gemacht werden, und es müssen wirtschaftlich wenigstens die äußeren Ver- Hrltnissegeschaffenwerden,indenen durch Sparsamkeit und Arbeit wieder ein £e« lenermSglichtwirb. Der kranke Baum hat zuvtel Kiiftscbößlinge getrieben, wie wir erst kürzlich einmal fest- -eilten, es muß gründliche Beseitigung an» tzestrebt werden. Nur insofern können die Utt« ktonuenbriten von München noch eine gute Wirkung leben. 1 '

Der Ausgang des Putsche- hat insofern einen bitten igeschmack, als der 9tarne Lützendorfs, der durch Jahre urch dem deutschen Volke ein Si inbol seiner Eiithti!

gebejte Erklärung mit einer gewissen Befriedigung auf. da es an eine freiwillige Einigung glaubte. Hierauf wurden einige Personen int Saal, darunter die Minister Knilling, Schwcyer, Kürtner und Wutzclhofer, von den Nationalsozialisten scstgenom- men Hitler machte hiernach die bekannten Mit­teilungen übet die neue Regierung. Darauf gab Kahe eine Erklärung ab, worin er sagte, er über­nehme als Siattl,alter der Monarchie schweren Herzens die Leitung der Staatsgeschäfte, wie er hoffe, zum Segen der bayerischen Heimat. . Auch Losiow und Seiher gal en Erklärungen ab, die dem Bestreben entsprangen, ihre Handlungsfreiheit wieder zu gewinnen. Sie benutzten diese, um in der Kaserne des 19. Infanterieregiments die Regie- rungsgewalt wieder in die Hand zu nehmen und Truppen und Poüzeiwehr zu mobilisieren. An alle Funlenstatienen wurde ein Telegramm gesandt, worin festgestellt wurde, datz Kahr, Losiow und Seitzer den Putsch ablehnen und ihre Stellung« nohne mit Waffengewalt erpretzt sei.

Dies geschah «n den ersten Nachtstunden des 9. Früb wurde voy Kahr ein Ausruf erlassen, worin er« klärt wird, Trug und Wortbruch ehrgeiziger Gesellen hätten aus einer Kundgebung für Deutschlands nationales Wlederertoachen eine Szene toiedertoärti- per Vergewaltigung gemacht, und gesagt wird, datz v«e irprchte Erklärungen nichtig seien. Ferner wird mu- getetlt, datz die Schuldigen rücksichtslos der verdienten Straft zugesührt und die nationalistiseye Arveiter- pattei sowie die Bünde Oberland und ReichSftagge ausgelöst würden. , ,

München, 9. Nov. In München herrschte heute vormittag völlige Ruhe. In der Nacht vor­her war noch die Festnahme Poehners erfolgt. Der von den 9tationalk\)ialiften als Polizeipräsident eingesetzte Polizeirat Frick ist festgesetzt. Um 11 U6l /tycittitisfls waten die sozialdemokratischen und kommunistischen Münchener Stadträte sowie der sozialdemokratische Erste Bürgermeister Schmidt von dest nationalistischen Truppen mit Gewalt aus dem Rathaus geholt worden. Durch den Einsatz der hiesigen Truppen, der Landespolizei und von auswärts herangezogenen Kräfte war bis 3 Uhr nachmittags der Putsch restlos in sich zusammen- gcbrochen.

Berlin, 9. Nov. Wie die Blätter mitteilen, ist nach den bisher vorliegenden Nachrichten der Putsch ausschltehlich auf München beschränkt geblieben und hat nirgends in Bayern Na chahmung gefunden. Auch von der gesamten bayerischen Grenze sind Berichte eingelaufen, datz dort alles ruhig ist, ebenso in den anliegenden Teilen Thü­ringens und der Provinz Sachsen. Wie zu erwar­ten war, hat sich auch der frühere bayerische Kron­prinz Rupprecht der stets ein scharfer Gegner Lu­dendorffs war, mit aller Entschiedenheit gegen den Putsch erklärt.

Str Mumtnbnch.

DieZeit" schreibt zu den Münchener Vorgängen noch: ..In München selbst hat Hitler sehr rasch einsehen müssen, baß er trotz ber Unterstützung durch General Subenborfr ausgespielt hat. Es darf als unbedingt sicher betrachte iverben, baß weder Herr v. Kahr noch Herr v. Lossow in den Plan Hitlers vorher eingeweiht waren. Herr von Kahr erklärte nach der Versammlungspause, in der die neuen Regierungen gebildet wurden, daß er sichnur mit schwerem Herzen" entschlossen habe, dem Ruse Folg« zu leisten Auch in München selbst herrschte keineswegs die begeisterte Stimmung, die in manchen Privatmelbung'n vorgetäuscht worden ist. Vielmehr machte sich in her Swaßen Münchens teilweise auch eine außerordentlich besrimierte Stimmung geltend, ba man sich doch btt schweren Konsequenzen wohl bürußt war, die bas Bor- Zehen Hitlers haben mußte."

Nürnberg, 9.Nov. Die südbayrischen Tnkppeu jtnb tn München befohlen worben. Die Truppen in Nürnberg unb Fürth sollen am Ort bleiben. Los- sow befindet sich in der Kaserne, während das Wehr­kreiskommando von Revolutionären be­setzt ist. Lossow hofft in ganz kurzer Zeit mit dem Putsch fertig zu werden.

Berlin, 9.Nov. Nach eitrr Mitteilung aus Würz­burg kann der Putsch in München bereits als erledigt betrachtet iverden. Der ehemaftge Pollzerpräsibenl unb Rädelsführer PoehneristinSchutzhast genommen All« öffentlichen Gebäude in München befinde» sich in der Hand der rechtmäßigen Regierung Luden» b o r {f unb Hitler sollen allein verschanzt im Kriegs- minifter ium fein. Ganz Baywn und auch München ist ruhig und steht auf der Seite der rechtmäßigen Regie­rung Di« Reichswehr steht treu zur Regierung von Knilling. (Bereits gestern durch Extrablatt bekannt- gegeben.)

Berlin, 9. Nov. (Amtlich.) Das Gebäude des Wehrkreiskommandos i« München wurde heute nachmittag von der Reichswehr nach Kampf genommen. Äaf beiden Seiten sind-geringeVerluste zu verzeichnen. Ludea- dorff and Hitler wurde« feftgeaomme«.

Berlin, 9.Nov. Anläßlich der Umsturzbewegung in München sah sich bte Reichsverkehrrverwaltung ge«

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(var, daß Herr von Kahr unb ber General Lossow sich Hitler und Ludeudorff zur Verfügung gestellt hätten, f'rto falsch. Die Dinge haben sich 'vielmehr folgendermaßen entwickelt: In die Versammlung im Bürgerbiäu-MMr. in welcher Herr von Kahr eine allerdings recht scharfe Red« hielt, drangen die bewaffneten Hitler-Leute ein und Hitler selber erklärte bie Etablierung einer netten Rnchs- regferung, in welcher er selbst den Reichskanzler stelle und Chibenborff bie Position als Chef ber Heeresleitung «in« nähme. Ministerpräsident. Knilling und Innenminister Speyer tourbeit verhaftet. Herr von 'Kahr erklär e zu­nächst, da man ihn mit ber Waise bedrohte die Aktion gemacht zu haben. Er begab sich rber dann in bie Satene unb teilte dort mit, daß er ftlber dem Druck gewichen fei daß er seine Erklärung zurücknehme und daß er sich auf den Boden bet Regierung Knilling stelle und den schärfften Kampf gegen bett Putsch ansage. Damit war ber Be- tveouug das Rückgrat gebrvchcn, auf ber einen Seit« «ah man Hitler und Ludenborfs berefnl, auf ber anderen Seite Kntlling, Kahr und auch General Lossow. Die Reichswehr und bie Polizei stellte sich restlos auf Seiten Kahr- Knilling. Knilling übernahm wieder die Steuerung unb Kabr wurde erneut der Inhaber der vollziehenden Ge'valt.

Hitler und Ludeudorff waren inzwischen verhaftet unb im alten Kriegsministerium gefangen gesetzt wo.de n. Eitler gelang es, auszubrechen, unb er organisierte »en Straßenkampf, ber zum Teil auch in Gang kam. S2 unterlag aber von vornherein keinem Zwnfel, daß er tmterli-gen werde. Lttdendotsf selber blieb eingeschlosseu, und das Gebäude wurde mit gioei Bataillonen R«.iÄS- wcbr umgeben, bie bereit waren, es zu stürmen, um Lt-ve-» botff zu verhaften. Sofort ist gegen Hitler und geg n Ludendorff wegen Hochverrats das Verfahren eingele td worden. Tas bewaffnete Vorgehen gegen Hitler und "Weüdorsf fäitb dft uoaige' yu|ttmmüng Er Ktyectftheu Garnisonen. An der Grenze wurden te lweise Mts etge- aen Maßnahmen bayerischer Bürckermeifter die Natto» ualszoialisten verhaftet. Die bayerische Bevölkerung ut durchaus aus Seiten ber ordnungsgemäßen Reg-erung

Im Lande ist vollkommen Ruhe. Darüber sretlich ist kein Zweifel, daß nxmn eine geschlossene Kampffront in München zutage getreten wäre, das überall als das Signal für die Radikalen betrachte tootku wäre. Es ist aber auch in den gefährdeten Gebieten, wie in Pommern, Meck­lenburg ufw durchaus ruhig gMieben Die Reichsregt.» rang hat daher alsbald die Esicudahm- uiK Postsperre, so­wie die Geldsperre wieder aufgehoben. Diese Maßnahmen sollten lediglich dazu bienen, die Wiederkehr geordnete Zustände zu beschleunigen.

tf Am Gedenktage der Revolution hat Hitler seine. tr| rohungengegen die Berliner November-Ver- ha. ccher" wahr gemacht und den Staatsstreich prokla- l, ert. Zm Verein mit Ludendorff und Poehner C t et eine neue Regierung nicht nur für Bayern, e*,nbt-tn für das Reich aufgestellt. Er hat damit dos ""Zeichen geben wollen zu einer allgemeinen Er-

Hebung. Nach wenigen Stunden ist der Putsch zu- W"l«mmengebrochen. Erinnerungen an den Kapp-

Pulsch drängen sich naturnotwendig auf. Hier wie hort finden wir eine Stimmung im Volke, die mit den bestehenden Berhältnisien unzufrieden ist, sowie >v Has Verlangen, die starke Linksentwicklung feit der e Revolution rückläufig zu machen. Hier wie dort ''i finden wir Männer, die sich Über das Matz ihrer I. Mittel und über die wirkliche Stimmung absolut im Unklaren sind. Wenn die Führer jedesmal in b leiden Fällen eine Rechtsentwicklung unseres pfi$olfc» wollten, dann haben sie heute wie beim

Kapp-Putsch alles getan, um dieser, nach unserer Auffassung natürlichen und notwendigen Entwick- Tt kunq in den Arm zu fallen.

" Wer die Verhältnisse in Bayern einmal sich PixNäher betrachten konnte, war von vornherein et« » staunt über den Mangel an Augenmaß, den gewisse L bay. rische Kreise zeigten, die, hauptsächlich von ) Norddeutschen geführt, in der bayerischen Eigenart i |r:1 «in geeignetes Feld für ihre politischen Ideen zu ! finden glaubten. Es muß gesagt werden, daß j <3 swobl Hitler sOester reicher) als auch Ludeudorff I wdif Bayern sind. Der Verlaus des Putsches hat

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Amtliches VerWndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhesfische) Oberhessen

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ri'chen Gebiete in der letzten Nacht auszusprechen Mrchsi Klärung der Verhältnisse in München konnte du Ber«, kehrssperre am Nachmittag wieder aufgehoben werden, so­daß ber Abwicklung des Personen« unb Güterverkehr«

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kei|enbern die Sache bleibt vor der Hand eigene Angelegenheit des bayrischen Volks. Wir glauben deshalb auch nicht, datz nun eine * Lrlcichterung der Spannung zwischen München und c ....

'Der Sn,«i°-nor«i» beträgt für be« 9g«ip. Zetlenmillimeter Grund,«hl: 40. «mtttcke u. »nxeiaen 50. Bei sckwtertqem Satz 50 ft. Auffcktag. Sammelan,etgen 100 */.

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über dem Feind« war, in einer beinahe Operetten« < ten Aufführung nahegebracht wild . Es ist sehr be- b AS0 1 ftauerlich, oaß ein Mann von feinem Allsiu, Können und fNn feiner Vergangenheit sich phantastisch.-« H/cne:: ivDer« R«ndslos hingeben konnte.

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