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«fr OCj Streits oo. element.GreieniÜe kein Ersatz. — Der ag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck 6et Univ.-Buchdruckerei von Jod. Sug. Koch, Markt 21/28. — Fernsprecher 55,
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Frankreich gibt nicht nach
58. Mr
1923
Die „OberheMcheZeiiunz" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugsprei, 29.10.-311.
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fähigkeit eines Landes sich nicht fassen läßt. Aber noch schlimmer. Seit Jahren mühe sich Europa mit geschlossenen Augen mit der These der deutschen Nationalökonomen ab, für die Rathenau so schlau Propaganda gemacht hat: daß nämlich Deutschland die Reparationen nur von dem Ueberschutz seines Einkommens bezahlen kann und daß man infolgedessen gestatten muffe, sein Einkommen und seine Ausfuhr zu vergrößern. Das ist aber nicht wahr. Wo hat man je erlebt, daß ein Gläubiger seinem Schuldner erlaubt hätte, seine Verpflichtungen nach dem Ueberschuß seines Einkommens zu bemessen? Nach der Gesetzgebung der ganzen Welt bezahlt ein Gläubiger mit ieinem Kredit einschließlich Kapital u n-bjg t ß e n t u mü (Das ist deutlich. Also der Schuldturm!)
erklären, daß bet Reparationskommission ihre Zuständigkeit entzogen werde oder daß man sie durch ei» Organ etfcfee, in dem unser Einfluß, der schon sowieso hinter unseren Interessen zurückbleibt, noch weiter eingeschränkt würde. Die Grenze unserer Zu» geständnisse ist erricht.
Paris, 27. Öft. Der Beschluß der französischen Regierung, Ke Einsetzung eines Sachverstän- digenausschuffes anzunehmen, wenn er von der Repko ernannt wird, wird allgemein als eine kluge Maßnahme bezeichnet, jedoch erklären die meisten Blätter, daß dies zweifellos zu nichts Praktischem führen werde. So schreibt der „Matin": Es sei vergeblich, von ihr Losungen für die endgültige Regelung der Reparationsfrage und den Betrag der deutschen Schuld solange zu erwarten, als die Vereinigten Staaten es nicht gestatten würden, die Diskussion über das Problem der intcr= alliierten Schulden damit zu verbinden. PoincarS gebe nicht nur der englischen, sondern auch der öffentlichen Meinung der Welt eine Befriedigung und er beweise noch einmal mehr den guten Willen Frankreichs. (!!)
Das „Echo de Paris" schreibt: Es verstehe sich von selbst, daß der Art. 234 der Friedensvertrages auf das genaueste beobachtet wird. Er erkennt. Deutschland das Recht zu, gehört zu werden^ er autorisiert die Reparationskommisston, die Zah- lungsmethoden auszudehnen und die Zahlungsmodalitäten abzuändern, aber keiner Schuldennachlaß kann ohne Genehmigung der in der Repko vertretenen Regierung erfolgen. Werde England dabei auf feine Kosten kommen? Auf alle Fälle wird der Beistand Amerikas England sehr wahrscheinlich verweigert werden. Andererseits ist man auch berechtigt zu fragen, zu welchem Ergebnis eine Konferenz gelangen könnte, die nicht berechtigt sei, das interalliierten Schuldenproblem zu behandeln.
Die „Journs Industrielle" erklärt: Der Ee- dankongang, auf den die Engländer die Arbeit der Konferenz gründen wollen, ist falsch. Es ist hundertmal bewiesen worden, daß die Zahlungs
London, 28. Ott. Reuter erfährt, <» Out unterrichtete» »reifen werde jetzt tm Zusammenhang mit der französischen Antwort angenommen, daß feine völlig neue Konferenz abgehalten werden solle. Die britische Regierung habe die französische Zustimmung zu dem Plan erhalten, datz die Reparaiionskom- misstonen eine neue Sachverständigenkommission ernennen solle, um Deutschlands Zahlungssähigketl innerhalb der Bestimmung des Versailler Vertrages zu untersuchen. Man erwartet, datz die ReparailonS- kommisfion Amerika und andere verbündete Staaten einladen werde, sich in der geplanten Kommission vertrete» zu lasten.
Paris, 87. Okt. Die belgische Regierung hat, wie »ns Brüssel gemeldet wird, die Regierungen in London und Washington wissen lassen, daß sie sich dem zw iten von der amerikanischen Regierung formulierten Vorschlag anschließe, die deutsche Zahlungsfähigkeit durch ein t>o- ver Reparationskommission eingesetztes Sachverständigen Kollegium abschätzen zu lassen.
London, 27. Okt. Der diplomatische Berichterstatler des „Daily Telegraph" schreibt: Die Antwort der französischen Regierung auf die letzte britische Re- varationsnote ist gestern nachmittag im Foreign Ossi re angelangt. Die belgische Antwort wurde, tote angenommen werde, dem britischen Geschäftsträger in Brüss- l gestern ausgehändigt.
Der „Times" zufolge verlautet, daß- die franzSsische Negierung an ihre bedingte Annahme des Vorschlages zur Abhaltung einer Sachverständigenkonferenz noch gewisse Vorbehalte knüpfe,'deren genaue Bedeutung und Tragweite nicht scharf erkennbar sei. Es bleibe abzuwarten, ob die britische Regierung diese bedingte Annahme Poincares als geeignete Grundlage zur Verfolgung der Regelung des ReparationS- prvblems ansehen werde.
London, 27. Okt. In einem Leitartikel begrüßt die „Times" die Meldung, daß die franzSsische Regierung bereit sei, den Gedanken einer allgemeinen Reva- rationskonftrenz soweit anzunehmen, daß sie mit gewissen uoch ungenau gefaßten Vorbehalten des beratenden Sachverständigenausschussts zustimmen würde. Das Blatt führt weiter aus, daß die separatistische Bewegung im Rheinland mit ihren unbedeutenden Führern die Unterstüung irgendwelcher Vertreter der fran- zösischen Regierung erhalten sollte, wäre eine Anomalie die nur durch den fieberhaften Wunsch erklärt werden könnte, irgendwelche greifbaren Ergebnisse der Politik zu erzielen, die bisher keine Reparationen beschaffte, sondern tatsächlich nur wirtschaftliche Lasten zur Folge haben könne.
Paris27. Okt. Davas berichtet in einer Meldung aus Washington, im Staatsdepartement sei man der Auffassung, daß jetzt die Tür für Verhandlungen
Ei« Wiederaufbaupla» von Stinues.
Varis, 28. Okt Der Düsseldorfer Korrespondent des „Petit Journal" berichtet, daß StinneS der französisch-belgischen Militärkommission ein Projekt für' die Wiederaufnahme der Arbeit unterbreitet habe, das eine ernste Verhandlungsgrundlage darstelle. Er habe Bevollmächtigte zurückgelafsen. die den gestrigen Tag hindurch dir Verhandlungen fortgesetzt hätten. Sie ständen vor dem Abschluß und würden wahrscheinlich nächste» Dienstag zu einem bestimmten Abkommen führen.
Herr Poincarö hat also wieder die übliche Rede gehalten. Ewas Neues hat er nicht gesagt, doch sind seine Ausführungen im gegenwärtigen Augenblick bedeutsäm, denn sie zeigen, daß er gar nicht daran denkt, auf die englischen Anregungen einzugehen. Kürzlich lasen wir in einem englischen Roman, in dem sich ein Engländer, ein Amerikaner und ein Franzose unterhalten. Dabei wird der Franzose bei allem, was vorgeht, sehr ironisch behandelt. Er verweist immer mit denselben Worten darauf, daß Frankreich schwer gelitten habe, Frankreich verlange Reparationen usw. Auf diesen Ton ist auch Poincar6 eingestellt. Heute lügt er noch glatt hinzu, datz er keine Annettionsabsichten habe er misch sich gar nicht in die Separatistenbewegung. Das macht er durch die Banditen, die er bezahlt, wie die „Times" bereits festgestellt hat. „Dies Kind, kein Engel ist so rein!" Das allein Tröstliche ist, datz kein einziger Mensch in der Welt diesen Schwindel noch glaubt. Ebensowenig wird man ihm glauben, wenn er von den gewaltigen Rüstungen des verelendeten Deutschlands spricht. Leider können wir die Luftflotte, von der er spricht, nicht bauen, wird mancher Deutsche denken.
Das Wichtigste aber ist, datz Poincar6 seine Ansprüche auf „Reparationen" nicht fallen lassen will gegenüber dem Deutschland, das durch Ausflüchte sich den Verpflichtungen entziehen und sich noch auf Frankreich Konten bereichern will. Die elenden Diktate nennt er Verträge, durch die alles festgelegt sei. Man sieht, datz keine deutsche Regierung wieder durch ihre Unterschrift einer solchen Spottgeburt wie Poin- c a r 6 gegenüber auch nur den Anschein des Rechts liefern darf für feine Vernichtungspläne. Das Organ für diese Pläne bleibt für Poincarö immer die Reparationskommiffion, die bisher jede Schandtat gedeckt hat, und wenn man einer Reutermeldung trauen darf, kommt bei den ganzen englischen Plänen nicht mehr heraus, als datz dieses Institut einen neuen Sachverständigenausschutz ernennt.
Eine neue Rede Poincar6s.
Paris, 28 Okt. In der Rede, die Poincare heute nachmittag bei der Einweihung des Kriegerdenkmals in Sampignv hielt, erklärte er u. a.: Bevor wir Pfänder mit Beschlag belegten, behauptete Deutschland, cs könne üins die von der Reparationskommission sestgefttzkn Kohlemnengen wegen des Kohlenbedarfs der deutschen Industrie nicht geben Durch unsere Besetzung ist nach- gewtesen worden, daß Deutschland völlig in der Lage war, ans diese Kohlen zu verzichten. Es hat bald sein System gewechselt und erklätt uns jetzt, wenn es tatsächlich r> der Lage sei, die Durchführung der Lieferungen bestehen zu lassen, so sei es doch außerstande, sie zu Sezahlen. Die ganze Taktik der deutschen Schuldnerschaft wird in der Deuchelei (!) dieser Schwenkung sichtbar. Poin carc kam im Anschluß hieran auf die separatistische Bewegung zu sprechen und zauderte nicht, zu behaupten: Wir haben es stets unterlassen, uns in die inneren Angelegenheiten Deutschlands einzumischen. Es wäre höchst unvorsichtig von uns, wenn wir nicht auf der Hut wären und unsere Schutzmittel preisgäben oder abschwächten Wu lind ebensowenig geneigt, unsere Ansprüche aus Reparationen zu opfern. Jetzt hingegen ist Deutschland selbs daran interessiert, sobalo wie möglich die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um seine Gläubiger zu bezahlen. Es weiß, daß wir unsere Pfänder nicht aus der Hand geben werden, bevor wir nicht den Betrag unsrer Reparationen erhalten haben. In seinen weiteren Ausführungen wandte sich Poincarr ausdrücklich an die Verbündeten Frankreichs. Was erwatten wir von unteren Alliierten, fragte er. Lediglich die Beachtung des Friedensvertrages, den sic gemeinsam mit uns unterzeichnet haben. Die deutsche Schuld ist von der Rexam- 'ionskommission gewissenhaft (!!) festgesetzt nwrdcn. Das Zahlungsstatut ist Deutschland mit dem Ultimatum M'igcteilt worden: die Feststellung also endgültig, und da sie in Ausführung des Fnedensvertrags Vorgenommen wurde, kann sie nicht mehr ohne Zuftim- muna abgeändert weichen. Frankreich hat zu vier Prüfungendurchgemacht, umzuriner Herabsetzung seine Zustimmung zu geben. Wenn es sich darum handelt, zu behaupten, daß Deutschland möglichst in sei ne r nächsten Zukunft zahlen kann, so gibt es nichts, was notwendiger wäre als dftst Prüfung. Nun ist aber durch den Friedensvertrag gerade die Reparationskommission damit betraut worden, diese Zahlungsfähigkeit, die naturgen'üs je nach dem Wirtfchasts- und Finanzverhältnis Deutschlands steigt, von Zeit zu Zeit abzusch ätzen. Sie maß vor jeder ihrer Entscheidungen Deutschland die l'iuij- Möglichkeit gewähren, seine Einwendungen vvrzubringeu Deutschland hat jetzt toieber Fühlung mit der Korn- missron genommen. Diese wird die deutschen Delegierten zweifelsohne binnen kurzem anhören. Möge man ft arbeiten und ihr Mandat aussühren lassen! Poincarr antwottetc dann im besonderen auf die Rede de: eng lischen Ministerpräsidenten in Plymouth. Ich habe mir »»nächst gesagt, daß txfr völlig einer Meinung sind. der Auffassung nämlich, daß die Reparationsfrage jobale tote mö-lich unter den Alliietten geregelt werden und daß wir uns einigen sollten, um die Bezahlung der Reparationen zu sichern. Wie der englische Premierminister, so wünschen auch wir, daß dic Vereinigten Staaten sich bereit finden, sich nicht Völlig abseits von der curopäischcu Politik zu halten Worüber würvc jedoch eine internationale Konferenz bferaten? Wie würde sie zusammengesetzt sein, welches Zusammenwirken würde zwischen den Regierungen oder der ReparatisnS- kommission bestehen, welches wären ihre Kompetenzen? Das alles sind Fragen die sich mir gleich zu Beginn seinerErwägungenaufgedrüngt haben unddiezulösen mir nichtgelungenist. Wenn die englische Regierung wirklich nicht daran denkt, uns das Ansinnen zu stellen, Deutschland einen Sitz aus der Konferenz zu gewähren, von dec sie spricht, wenn sie wie wir hier lediglich den Wunsch hat, die Mitwirkung der Vereinigten Staaten zu erlangen, so fällt es uns sehr leicht, uns über eine Idee zu verständigen. Dic Reparationskommission ist da. Sie nimmt alle Tage Untersuchungen vor. Es steht ihr frei, den offtztötcn Delegierten der Vereinigten Staaten um die Ernennung der amerikanischen Sachverständigen zu bitten. Aber wir können »ns nicht damit einverstanden
offen sei, da keine Regierung auf ihre Souveränität und Antotttät verzichten brauche, würden die Arbeiten einer eventuelle» Konferenz lediglich ei» Gutachte» liefern, das die beteiligten Regierungen in keiner Weift sestlege. Die künftige Entwicklung werde ergeben, ob der amettkanischc Vertreter von der Regierung der Vereinigten Staaten oder von der Rrparattonskommifsion selbst bestftnmt werde. Das sei eine Angelegenheit, d« keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bieten werde, Ma« fei der Meinung, daß e- Sache Frankreichs allein sei, zuentscheiken, ob e8 mit bet Herabsetzung der Rcparatiousziffer ci»verstanden sei.
Rom, 27. Okt. Zur Rede Baldwins unb »um britisch-amerikanischen Schriftwechsel über das Reparationsproblem nehmen die „Jdea Nazionale(, „Epoca" und die „Voce Republicana" zustimmend Stellung, sie begrüßen die Bezeugung des amerikanischen Interesses für Europa und befürworte^ ein Zustandekommen der vot> geschlagenen Konferenz. ' ■
Der Reichskanzler beim englische» Botschafter. ;
Der englische Botschafter hat den Reichskanzler ;n einem Besuch eingeladen, der in Form einer zwanglosen abendlichen Aussprache stattgesunden hat. Bei dieser Gelegenheit ist die politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands, aber auch die durch die Beschlüsse btt britischen Reichskouferenz einerseits unb burch die englische Anregung der Einberufung einer internationalen Kon» ferenr andererseits geschaffene weltpolitische Situation eingehend besprochen worden.
Marburg MM. fei 29. Wer »Ubhardt
Es war Zu erwarten, das Frankreich die neuesten „Anregungen" Englands, die auch für vorsichtige Beurteiler den Schlutz rechtfertigen, datz England wieder einmal den Versuch unternimmt, die Frage der Reparationen in das praktische Stadium iiber- §uführen, nicht widerspruchslos hinnehmen würde. Zwar nimmt PoincarS die Konferenz „an", und dafür belobt ihn die französische Presse als sehr vug, da ja doch nichts dabei herauskommen werde anb könne — aber er begnügt sich nicht damit. Er erklärt von vornherein, mit welchen Einschränkungen dis Konferenz arbeiten müsse. Nach der ^Daily Mail" verlangt PoincarS, daß der zu bildende Sachverstäudigcnausfchuß keine Befugnis habe« soll, eine allgemeine Revision der Verirau- eusklaufeln zu behandel«. Er dürfe auch nicht eine Herabsetzung bet deutschen Gesamtschuld fordern eub, was bas Wesentlichste ist, keine Einwänbe Wegen bie von Frankreich unb Belgien vorgenom- toeue Psiinberpolitik machen.
Mit anderen Worten: jedes wirkliche Er-^ 8 e b n i s lehnt Poincars von vornherein ab und Hcruft sich auf den erpretzten Schandvertrag von Lersailles. Wenn Poincarä die Arbeit des Sach- serftändigenausschuües auf die Frage des Moratoriums und die Lieferungen der nächsten Jahre beschränken will, dann hat man kn der Tat in London alle Ursache, recht pessimistisch zu sein.
Nach dem „Tag" wird die deutsche Regierung dke Entscheidung in Paris und London in' Ruhe erwarten. Sie ist auf eine Verhandlung gerillter, würde aber, wie der Reichskanzler mehrfach zum Ausdruck gebracht hat, zu einem neuen Diktat bet Reparationskommission nicht ihre Unterschrift geben. Selbst wenn also die Verhandlungen zwischen Paris tmb Loudon dazu führen sollten, daß die Reparationskommission sich, trotzdem Poinearll schon ganz bestimmte formale Bedenken gegen eine eingehende Erörterung des Reparationsproblems erhoben hat, schließlich zu einer gründlichen Untersuchung der ganzen Frage entschließen und eine Aendcrungen der bisherigen Bestimmungen vornehmen sollte, so würde immer Noch zu dieser Regelung der ganzen Frage die Mit- vurktrng und Zustimmung der deutschen Regierung nötig sein. Diese Mitwirkung würde aber wider Im größten Umfange von bei Gestaltung bet Verhältnisse im Ruhrgebiet unb im Rheinlanbe abhängig lein, wobei nicht nut bie offene Rechtsverletzung Frankreichs, das die Separatisten militärisch unterstützt unb anerkennt, sondern auch die Haltung Englands und Italiens in dieser Frage eine wichtige Rolle spielen.
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Mdite« die WnkjSW her Mlh WHk.
London, 27. Okt. Der Sonderberichtcistattcr der „Times" in Krcfcld berietet, er habe im dottigcn zerstörten Rathaus dir freimütigste Bestätigung von dem Wortführer der Separatisten erhalten, daß die sc Pirat i st i s ch e Bewegung nur ein Versuch sei, um die Rheinlandc von Deutschland durck die Verwendung beru ssmäßiger Abenteurer unb vom Pöbel, zumeist Verbrechern, loSz«reißen. Der Berichterstatler schreibt, es geb« in dieser Stadt Hunderte von Männern vom aller- schlimmsten Verbrechertyp. Der Führer er- klärte mir, daß er berufsmäßiger B a nd ite n führe r sei. Er crklätte, er babe nichts^ mit Politik zu tun: er sei kein Deutscher, sondern französischer Untertan polnischer Geburt. Seinen Namen kenne niemand, er werde Kapitän genannt. Der Adjutant des Kapitäns sagte bvm „Tun. »"--Berichterstatter jedoch, daß der Name des Kapitäns P a r z i v a l lautet. Der „Kapitän" fuhr fort: Ich wurde vor drei Wochen nach dem Rheinland gebracht, um dies' Sache gewaltsam dnrchznführen. Ich bin zum Oberbefehlshaber der fliegenden Rhein armee ge achtwordcn. Jchhabcmeb- rere Tausend bis an die Zähne bewaffnete Männer unter mir. Wir haben Maschinengewehre, Gewehre, Handgranaten unb Revolver mit unbeschränkter nnition Ich bin lein Anfänger, was sie erkennen werden, wenn ich ihnen sage, daß ich die ganzen Unruhen in Obcrschleficn organisiert und in ähnlichem Sinne an anderen Weltteilen tätiz -» a r. Der Kapitän sagte weiter, Nahrungsmittel erhielten sie aus Düsseldors und Befehle kämen direkt aus Koblenz. Der Typ von Männern, dic cr befehligen würde, würben für jedermann kämpfen, der sie beköstige und löhne, und sie würden auf die anbert Seite übergehen, wenn bet Lohn au sbicibe.
London, 27. Okt. Der „Tiines"«Berichterstattcr 'schreibt weiter über Vie Verhällnisse in Koblenz, die Separatisten seien am 25 abenbs von französischen Gendarmen in bie Stadt zurückbegleitet worden. Sie seien trotz bes Verbotes der Oberkommissionen alle bewaffnet gewesen Zurzeit herrsche Anarchie. Die fran-- zösischen unb belgischen Truppen beschützten bie Sonderbündlerbanden Vor der deutschen Poftze'. Uebrigens verlaute, daß der französische und b-r. w-lgiscke Oberkom» mifsar bei der Rheinlanokommi'si.rn ai'.acwicsen wurden, in der bevorstehenden Sitzung der Kommission die Separatisten als legale Regierung im Rheinland anzuerkennen, gegen welche Verletzung dcS Versailler Vertrages und deS Rheinlandabkommens Lord Kilmarrak protestiere» werde i
Aachen, 28. Oft Heute nachmittag beunruhigte» Sonderbündler die Nachbarorte Brand und W a l h e i nt In Walhcim besetzten sic das Bürgermeisteramt: sic zogen aber ball» unter Mitnahme bei Bürgermeisters Nicolai
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.;
Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhessen