Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
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Die „ObeihessifcheZeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — De>uzsvrei» 29.10.-3 11. 9000060000 Mark einschließlich Zusteüungsgediihr. Für ausfallende Nummern inf. Sttelle oo. element.Ereignisse lein Eria?. - Ter ag von Dr. L. Hitzeroth. — Druck der Univ.»Buchdruckerei von Jod. «ug. «och. Martt 21.23. - Fernsprecher 55, Boktschecklonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
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Marburg
SonnaOenD, Den 27. vltobtt
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Der «nzeigenvrei, beträgt für den S gesp. Zeilenmillimeter Grund,ahl: 40. Amtliche *. auswtrt. Anzeigen 50. Bel schwierigem Satz 50Aufschlag. Sammelanzeigen 100 Ausschlag. Reklamen Grundzahl 150. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werden berechnet, ebenso Aurkunit vurch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen nach Rechnungsdatum, sonst nach der Schlüsselradl de, Zahlung», tage». Set Schecks aus ^usw.Plätze müssen wir die Eingang». u- Berzugsspesen in An- rechnnng bringen. - SchlSsselzahl de. S. ». Zig*.»«. v.« 20.-20.^10. 2000000.
Sir John Bradbury abwesend ist, noch keinen Beschluß über die weitere Behandlung der gestern überreichten deutschen Note gefaßt. Die Rückkehr Bradburys steht unmittelbar bevor, und es werde erwartet, daß die Kommission sich morgen offiziell
dte Menge geschossen. Die französisch« Polizei hab« eine große Anzahl von Verhaftungen vorgenommen. Nach dieser Meldung unterliegt es keinem Zweifel mehr, daß dte französischen Besatzungstruppm Parte» für dte Separatisten ergriffen haben.
London, 26. Okt. Im Verlaufe einer Rede je Plymouth nahm Baldwin Bezug auf den gegen- ßvürtigen Stand der Verhandlungen über eine Konferenz über das Reparationsproblein, an der Amerika teilzunehmen bereit sein würde. Baldwin sagte, seit der Reise Bonar Laws vom letzten Ia- Mtar habe die britische Regierung jederzeit eine feft umgrenzte Politik verfolgt. Die britische Re- «erung habe zahlreiche Anregungen gegeben, ohne dabei die Grenze des Friedensvertrages zu über- 'chreiten. Sie sei gefragt worden, warum nach der britischen Rote vom 11. 8. die darin als möglich angekündigte Sonderaktion nicht unternommen »orden sei. Die Antwort darauf sei einfach, man habe damals die Ueberzeugung gehabt, daß bis zum Empfang der alliierten Antworten der passive Widerstand von Deutschland erst eingestellt werden vürde. Außerdem seien zu dieser Zeit die Premierminister der Dominions unterwegs gewesen. End- sich habe er damals eine Zusammenkunft mit Poin- mrö in Aussicht gehabt. In einer Uebersicht über -ic Geschichte der letzten Wochen nahm Baldwin auf die Erklärung des Präsidenten Coolidge, daß tzie amerikanische Regierung noch immer bereit sei, sich an einer internationalen Erörterung zu beteiligen, Bezug. Amerika habe weiterhin die britische Regierung verständigt, daß, wenn es von allen Alliierten eingcladen werde, es sich bei einer Untersuchung von Sachverständigen unter den Auspizien der Reparationskommisston vertreten lassen würde. SroßSritannie« habe die Alliierten übrigens auf- ßrsordert» sich ihm anzuschließen, um eine Einladung an Amerika zu richten. Ich bitte Herrn Psincar6 im Hinblick auf seine Nation, auf uns vud ganze Welt, einmal, zweimal und dreimal zu überlegen, bevor er diese Einladung ablehnt. Deutschland müsse in gerechter Weise für den Krieg bezahlen. Aber um Reparationen zu bezahlen, müsse seine Währung stabilisiert und seine Finanzen müssen unter Kontrolle gestellt werden. Im Hinblick auf die Ereignisse der letzten 2 Jahre müsse der Gesamtbetrag der Reparationen von neuem sestgestellt werden.
Baldwin gab weiter die Erklärung ab, daß England das Losreißen irgendeines Teils Deutschlands nicht in Betracht ziehen könne. Die Lage sei heute ernst. Es sei für ihn daher unfaßlich, daß, wenn sich wie augenblicklich eine Aussicht auf eine Regelung biete, es jemand geben könne, der sie ablehnt.
Der Premierminister wandte** sich hierauf dem Hauptthema, der Arbeitslosigkeit des englischen Volkes, zu. Wenn Deutschland wirtschaftlich zu funktionieren beginne, werde es wahrscheinlich mehr Lebensmittel und mehr Rohstoffe einzuführen haben als vor dem Krieg. Daraus folge, daß die deutsche Ausfuhr zunehmen müsie, um für seine Einfuhr, ebenso um seine Reparationen zu bezahlen, Geld zu schaffen. Der Premierminister erklärte, er weise darauf hin, um zu zeigen, daß, wenn England Reparationen erhalte, diese nur kommen können aus einem riesig vermehrten Ausfuhrhandel. Die notwendige Ausfuhr müsie irgendwo hingehen. Es sei also im internationalen Verkehr nicht notwendigerweise vorteilhaft, Gläubiger zu sein, wenn keine genügende Ausdehnung des Welthandels da sei, um die überschüssige Ausfuhr rasch aufzunehmen. England werde der Stoßauffänger für die gesamte Welt sein. Man habe noch vor kurzem gesehen, daß mit dem Sturz des Franken ein bisher in England unbekannter Wettbewerb Frankreichs die englischen Waren auf den eigenen englischen Märkten verdrängt habe. Ter Druck der Steuern laste schwer auf der englischen Industrie. Der einzige Weg, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sei der Schutz des Hei- m a t s m a r k t e s. Die Regierung werde alles tun, um die Hilfsquellen des Reiches zu entwickeln. Der englische Kampf gegen Armut «nd Arbeitslosigkeit sei schwieriger als der Kampf gegen die Deutschen im Kriege. Je nach seinem Ergebnis werde England stehen oder fallen.
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So it b o n, 26. Ott. .Dall Epreß' hält cs fiir klar, daß Baldwins Rede bedeute: Eine endqülttge Aktlon zur Einschränkung des Chaos in Deutschland mit oder ebne das Zusammenwirken Frankreichs, andererseits rin« heftige Schutzzollkamvagne, die unvermeidlich zu Neuwahlen führe. »Daily Herold' ist der Ansicht, der Appell Baldwins sei kein ernster Vorschlag. Baldwin
werde, worauf die britische Regierung ihre Hündc In Unschuld waschen und erklären werde, daß die wirtschaftliche Rettung Großbritanniens im britischen Reiche gefunden werden müsse. Die „Daily News' hofft, daß dte Einladung zur Abhaltung der Konferenz von Frantteich angenommen werde. Ein Wendepunkt in langen, tragischen Geschichten sei endlich erreicht. Die „Daily Mail' widersvricht der Ansicht Baldwins, Saß der europäische Kontinent einer Katastrophe zu- tretbe. Tas Schicksal Europas sei mit dem Schicksal Deutschlands nicht verbunden. „Mornmg Post" steht die wichtigste Erklärung Baldwins in der Mitteilung, daß die britische Regierung beschloffen bat, Schutzzölle etnzuftthren.
Das Echo an Frankreich.
Parts, 26. Ott. Der .Matin' findet in der Rede nichts Neues, mit Ausnahme vielleicht der Wiederaufnahme des Vorschlages einer Konferenz von der 43 Stunden vorher General Smuts gesprochen habe. Der „Gaulois" nennt die Rede eine dringliche Aufforderung an Poincar-, sich zu einer internationalen Konferenz zu begeben, an der Amerika tetlnebm«. Man dürfe sich fragen, ob Baldwin, dessen ausgezeichnetes Benehlnen nicht besirttten werden könne, sich nicht trotzdem über dir Wirksamkeit der von ihm vot- gebrachlen Verfahren Jvluiftonen hingegcben habe. Dte engliiche Regierung habe es eilig zu einer Lötung zu kommen. Frankreich ebenso. Aber dies« Lösung könne nur von Deutschland kommen. Tas wolle man immer noch nickst versieben. — Die „etc Nouvelle' schreibt, diese Beschwörung könne Frankreich nicht gelten lass-n. Die Londoner Politik aus dem Festlande hab: stets darin bestanden, den Stärkeren zu bekämpfen, und unter dem Schutze Frankreichs eine rheitiifche Republik errichten, bedeute, das Gleichgewicht aufheben. England kommt der deutschen Einheit z» Hilfe, es erklärt sich als den offiziellen Beschützer und nimmt dadurch Stellung gegen Frantteich, wenn es sich allzu offen als Feind dieser Einheit erweisen sollte. (!?>
Poincarä „nimmt an“!
Paris, 26. Okt. Der diplomatische Redakteur der Havasagcntur glaubt bemerken zu können, daß Potn- car« namenä der französischen Regierung schon in Washington mttgeteilt hat, iWaß er die Bildung einer S Äck' v e rsrä n di ge nka m misst o n an- nehmen wird und daß er sich beglückwünsche (I), daß dte amerikanischen Vertreter Mitarbeiten. Aber ar diese Annahme müsse er «eine Bedingung knüpfen, die er wiederholt ausgesprochen habe: Sie dürfe dem FriedensVertrag von Versailles keinen Abbruch tun. Die ©a(Wt= ständigen müßten also in voller Freiheit von der Reparationskoni Mission bestimmt werden.
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London, 26. Olt. Reuter erführt, in diplomatischen Kreisen sei man bezüglich der Einberufung einer internationalen Reparationskonferenz hoffnungsvoll gestimmt. Man werde zunächst die Antwort auf die Einladung abwarten, die an die Alliierten übermittelt worden fei. In dieser Einladung wird weder der Ort noch das Datum der vorgeschlagenen Konferenz festgesetzt. Es hängt von der Antwort ab, ob eine volle exekutive Konferenz oder eine Konferenz im Zusammenhang mit oer Reparationskonferenz veranstaltet werden soll. Bisher ist noch keine Antwort eingegangen.
New York, 27. Okt. (Durch Funkfptuch.) „Associated Preß" meldet aus Washington: Tie Meldung, daß Frankreich, Italien und Belgien die englischen Vorschläge auf Einberufung eines internationalen Ausschusses von Sachverständigen zur Prüfung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands angenommen haben, hat in den amtlichen Kreisen Washingtons die Hoffnung erweckt, daß damit ein Schritt getan fei in der Richtung aus die Regelung der Rcparatronsfrage. Von zuständiger Seite wird erklärt, daß, sofern di« Lage in diesem Sinne sich weiter entwickele, wie sicher erscheint, mit Zustimmung der Washingtoner Regierung die zu eruen- nenden amerikanischen Sachverständigen dem Ausschuß als Mitglieder beitreten werden.
Paris, 27. Ott. Der ülberst? Rat der nationalen Verteidigung ist gestern nachmittag unter dem Vorsitz Millcrands im Elhsee zu einer Sitzung zusammengetreten.
Wiederaufnahme der Verhandlungen der Industriellen.
f Berlin, 27. Ott. Wie die Blätter böten, sind gestern im Ruhrgebiet die Berhandlunocn zwischen Vertretern der deutschen Ruhrindustrie und der Jngenftur- kommission wieder ausgenommen worden. Von dem Ausgang der Verhandlungen wird es°abhüngen, ob es zu einer Stillegung der Werke im Ruhrgebiet kommen wird. Bis zur Stunde liegt eine Nachricht über das Ergebnis der gestrigen Verhandlungen noch nicht vor.
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Die deitstze ilote.
Paris, 26. Okt. Wie Havas mitteilt, hat die Reparationskommisston, da der englisch« Delegierte
Riffe genau, baff Fr agkr eich ttza ab lehne»
mit der Angelegenheit beschäftigen werde.
Paris, 26. Ott. Der diplomatische Mitarbeiter der Agentur Havas teilt mtt, daß ble deutsche Note an bte Repatattonskommisston offiziell am kommenden Dienstag beraten werden wird. Der französisch« Dcle- rterte werde sich der Vernehmung der deutschen Dole« < irrten über dte Zahlungsfähigkeit Deutschlands nicht ividersetzen, im Gegenteil, er Werbe seinen Kollegen Vorschlägen, eine Methode anzuwenden, die im Frir« dcnsvertrag vorgesehen sei, jedoch fei eS wahrscheinlich, daß er formelle Vorbehalte hinsichtlich deS schlechten Willens mmben werde, von dem Deutschland vis fitzt bei bet Sanierung feinet Finanzen bett Beweis gegeben habe. Es febetne übrigens, daß bte Delegierten ber anbeten Mächte, Belgien, Englanb und Italien im allgemeinen geneigt fetert, biese Art beS Vorgehens zu billigen.
M Mu Me im Sieinloni.
Neuß 26. Okt. Vergangene Nacht wurde bet „Oberbefehlshaber ber Rheinarmee', Seltner, ber sich mit einem Begleiter auf ber Durchreise von Duisburg nach Düren befand, festgenommen. Fm Be- sitz der Verhafteten fand man umfangreiches Material, das ibn des SattbeSbetrateS unb einer Reihe anderer ©traftaten überführt, sowie auch reichliche Gerbmittel unb Waffen. Die Insassen bes Begleit« autoS konnten sich im letzten Augenblick durch Flucht ins belgische Haupkquartter der Festnahme entziehen. Der OberbefehlSbaber würbe von der zuständigen Stelle abtransportiert. Dte Rächt ist ruhig verlaufen.
Essen, 27. Oft. In Gerolstein hat bet Sonder- bündlet Hcppmann da» Bürgermeisteramt unb ber Sonderbündler Rechtsanwalt Pinten das LandratS- mxk übernommen. Die Gewalt liegt in ben Händen des Selbstschutzes, bet sich durchweg auS iandfremden Elementen und Erwerbslosen zusammensetzt. Die meisten Angehörigen des Selbstschutzes find bei der Regie tätig, und es liegen Beweise dafür vor, baß ein Teil von Ihnen für bte geplante Aktion von bet französtsch- belgisch en Regie beurlaubt worden ist. Auch Im Eifel- gebiet ist das Zusammenwirken bet BesatzungSbehör- ben mit den neuen Gewalthabern überall sestgestellt.
Ob er stein, 26. Ott. Heute vormittag sind im oldenbitrgischen Landesteil von B'rkevfeld die Re- giernngs^sowte die übrigen öffentlichen und Verwaltungsgebäude, daritnier das Finanzamt, von Trierer Sonderbündlern beseht worden. Der Regierungspräsident und der Rcgftrunqsomtmann sind a u s g e w i«se n nrorben. — In Obersteln imb Idar ist noch ke^ne separatistische Bewegung im Gange.
Koblenz, 26. Okt. Gestern abend besetzten Sonderbündler unter dem Schutz der Belagerungszustandes die öffentlichen Gebäude, u. a. bett Sitz der Regierung, die Post unb das Stadthaus. Heute vormittag kam es zu verschicdenen Tumulten, die zur Zeit noch andauern. Di: Post wurde auf Anordnung der Besatzungsmächte Von den Sonderbündlern Wicker geräumt. Ans dem Schloß webt die grün-weiß-rote Fahne. ' ’
Saarbrücken, 26. Okt. Sämtliche öffentlichen Gebäude in Trier sind in der Gewalt bet Sonderbündler. Die städtischen Behörden ar- bcitcn. Tas Rathaus ist deswegen von den Sonber- bündlern geräumt worden. Sämtliche Führer der politischen Parteien find ausge- wiesen worden. Gestern fanden Gegenangrffse Der Bevölkerung statt, die aber durch Spabis verhindert wurden. Diese ritten in die Menge hinein.
Wiesbaden, 26. Oft. Wie die „Rhein. VolkS- zcitnng" meldet, ist am Mittwoch gegen 1 Uhr mittags das Landratsamt in RüdeShelm von ben Sonderbündlern besetzt worden. — Hier wurden gestern noch vier weitere Polizetbeamte durch die Vesatznngsorganc auSgewiesen.
Mainz, 26. Ott Gesiern vormittag fanbeit im Reglernngsgebände unter dem Vorsitz dos französische» Oberdelegiu:tcn der Provinz Rh'iuhessen, General Spiral, Verhandlungen sämtlicher wirtschastlcker Organisationen statt, an denen auch einige Vertreter der Sonderbündler teil« a bin eit. Um vollkommen- Neutralität zu wahren, hatten die Separatisten während der Tauer der Beratungen bte grün-hveiß-rote Flagge cingczogcn. Die Beratungen beschränkten sick lediglich ans wirtschastliche Fvagen. politische Fragen wurden nicht erörtert. Am Schluß der Verhandlungen wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, d:ö den seither bestehenden wirtschastüchen Organisationen das Vertrauen ausspricht und deren Weiterbestehen fordert. Der Presse wurde die Veröffentlichung dieser Entschließ-, ung sowie überhaupt jegliche Notiz über diese Verhandlungen seitens des ftanzösischen Obeckelegierten General Spiral ausdrücklich verboten.
Mainz, 26. Ott. Die Lage In Main; ist heute vormittag weiterhin unverändert. Neben stanzösischen Gendarmen befinden sich auch wieder deutsch« Polizet- bcamte, die wieder bewaffnet sind in ben einzelnen Polizeirevieren.
Paris, 26. Ott. Das „Echo be Paris' meldet aus Mainz: Der Advofat Rody, der vorgestern von den Separatisten zum Regierungspräsidenten ernannt wurde, ist gestern vormittag im Iusrizgebäude ovu seinen Kollegen, die seine Handlungsweise mißbilligen, verprügelt worden und am Abend seinen Ser« . letztwgen erlegen. Der Berichterstatter meldet Schlägereien zwischen SozlaNsten und Kommunisten unb Separatisten. 68 sei auch geschossen worden. Französische Patrouillen hätten einschretten müssen und au
Die Lage in Aachen.
Aachen, 26. Oft. Der Belagerungszustand ist hier um 2 Tage bis jurn 29. Oktober verlängert worden. Die Zeitungen wurden beute vom Pressckommissariat ter vorläufigen Regierung ju einer Besprechung tut Regierungsgebäude geladen.
Aachen, 26. ON. Die Aachener Zeitungen bet« öffentlichen folgende Erklärung: Ta unter den neuer« dings obwaltenden Verhältnissen die obektive Bericht« erstattung bet Presse unb ihre freie Meinungsäußerung unmöglich gemacht ist, sehen sich die Aachener Zeitungen veranlaßt, ihr Erscheinen bis aus weiteres einzn- stellen. Sie tun dies unter schärfstem Protest gegen ben Versuch angeblich freiet Rheittlänbet, bte gesetzlich garantierte Freiheit ber rheinischen Presse auszuheben.
Aachen, 26. ON. Die Rocht ist ruhig verlaufen. Belgische Gendarmen versehen den Ocknungsbienst an» Regier»ngstzebäude. Die Herrschaft ber Sonderbündler festigt sich mit Hilft der Besatzung. Verboten wurden »ft „Aachener Post" auf drei Tage und bte sozialistisch* „Freie Presse". Eil« andere Zeitung soll unter Som zenfut gestellt sein.
Lüttich, 26. Ott. Die deutsche PoL^i in Aach«, versieht unter Kontrolle 6er belgischen Gendarmen ben vrdnungskienst. In Aachen muß bie Lage für bie Som «bündlet als verlöten angcfthen werden. Aus de» anderen Städten, wo bie rheinyche Republik ausgeruse» wurde, mußten sich bie Sonbetbünblet wieder zurück» zfthen. Sie hatten sich noch ht MontjoieS Im ganze» ist in der belgischen Zone bie Bewegung zur Zett zuul Stillstand gekommen.
Paris, 26. Ott. Nach einer HavasmeLung au« Brüssel berichtet die Belg. Tel-^Agt. am» Aachen, bte Schiwvolizei habe heute vormittag da? RegftrungsA> bäube angegriffen; fie wurde mit ernsten Verlusten ab» gewiesen. Bei einem Angriff ans bie belgischen Soldat«» vor der militärischen Tel-graphcnstation seien 36 Schutz- i Polizisten entwaffnet worden; sft würden von der belgische», Gendarmerie bewacht. — Nach einer weiteren Havas« Meldung besagen dft heule morgen um 7 Uhr in Brüssel eingetroffenen Nachrichten, die deutschen Polizisten hätte» das Regierungsgebäude in Aachen angegriffen, wo dit Sonderbündler mit Beckers an ber Spitze zur Zeit ftsh» säßen. Tic Letzteren hätten von den Wofftn Gebrauch gemacht und bie Polizei zurückgewiesen. Die beuisch« Polizei habe >ich daraus znrückgezogc!:, und dft Sonderbündler feien im Besitz des Regietungsgcbäudes geblieben. 5 deutsche Polizisten und 2 Sonderbündler wurden getötet, mehrere verletzt. 35 deutsche Polizisten hätten sich in de» Schutz bet belgischen Besatzungsposten begeben unb ihr« Entwaffnung angeboten.
Der Sonderberichterstatter des „Temps" in Aache» meldet ebenfalls, daß die Schutzpolizisten entwaffnet tunt* den Die deutsche Polizei hab« schon zweimal ihre Neutralität ausgegcben. Sie habe d« Ordonnanz der Be- fapitngsbehötb: mißachtet, unb es scheine, daß dieft Tat« fache ihre Entwassimng nach sich ziehen werde. Die Nachricht besagt nicht, daß die reichlich mit Wafftn ber» fthencn Sonderbündler, von denen das Unheil ausgeht, von den Belgiern entwassuct wv^en Fetner besagt sie nicht, daß die deutsche Polizei mit. Recht gegen hochver« räterischc Umtriebe einschritt, als sft das Regierungsge- bäubc in der Nacht von den Sonderbündlern säubern wollt«.
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Bit W in dtk Wz.
München, 26. Okt. Gegen die Pfalzel Landesverräter wird, wie die Blätter hören, Anklage wegen Landesverrats erhoben werden, auf dem nach der bayerischen Notverordnung von? 11. Mai 1923 der Verlust der öffentlichen Aemter sowie die T o d e s st r a f e steht.
Speyer, 26. Okt. Zu der heute nachmittag abgchaltenen Besprechung der Vertreter des politischen und Wirtschaftslebens der Pfalz teilt man uns weiter mit: Ter Kreisdelegierte General de Metz habe zunächst festgesiellt, daß der vor einigen Tagen unterbreitete Vorschlag von den Sozialdemokraten Kleefoth, Wagner und Hoffmann ausgegangen sei. Diese hätten ihm soeben mitgeteilt, daß sie ihren Beschluß nicht weiter verfolgen wollten. Der General fragte die Anwesenden nun, ob jemand einen Vorschlag für die Bildung einer provisorischen Regierung machen wollte. Als sich nie- man äußerte, fuhr er fort: Ich erNäre feierlich^ daß ich persönlich nichts tun werde, was im Wider« spruch zum Vsrfailler Vertrag steht und daß ich feit fünf Jahren den Standpunkt vertreten habe, nicht in die Politik einzugreifen. — Der Präsident der pfälzischen Kreisbauernkammer, Steitz, erklärt« darauf, mit den Befatzungsbehörden in voller Loyalität zufammenarbeiten zu wollen, aber einer autonomen Politik nicht zustimmen zu können. Die Besprechung war hauptsächlich von Vertretern der Landwirtschaft und des Wirtschaftslebens besticht. Die Herren Kleefoth, Wagner und HoffmanM waten nicht anwesend. Die Lage ttt Epeyer isst heute unverändert ruhig.