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Amtliches Verkündigungsblatt des Krerses Marbmg.

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Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhessen

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Die ^Oberhetfisch«Zeitung" «richeiut iedjsmal wöchentlich. — Bezug»nr«i, 22.-27. Okt. 75001)0000 M«rk einschließlich Zustellungsgebühr. Für ausfallend« Nummern int. Streik» oo. element.Ereignisse kein Eriatz. — Terlag oon Dr. C. Hitz eroth. — Druck der llniv.»Lachdruckerei non Job. Sug. Koch, Markt 21,22. — Fernsprecher 55, Voiticheckkonto: Nr. 5015 Smt Frankfurt a. Main.

Marburg greitßs, Den 25. Mber «ilbhardt

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Der Anzeigenprei» beträgt fär den 9 gesp. Zeilen,nillimeter Grundzahl: 40. Sittlich« u. aurwSrt. Anzeigen 50. Bei schwierigem Satz 50 •/. Aufschlag. Sammelanzeigen 100 •/« Aufschlag. Reklamen Grundzahl 150. Jeder Rabatt gilt al» Larrabatt. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen nach Rechnung,datum, sonst nach der Schlüsselzahl de« Zahlung,- tage». Lei Scheck» auf ^usw. Plätze müssen wir die Eingangs« u. Berzugsspese« in An­rechnung bringen. - Schlüsselzahl les B. d. Ztg».-B. mm 20.—26 /10. 2 000000.

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heute vormittag um 11 Uhr von den -Belgiern «nk» wasfnet worden. Me von der Besetzung befand

gemacht wurde, müssen alle Studenten der Lechs«

Ser soMemlkMche IM in der M.

J| Von Tag zu Tag verlangt der „Vorwärts", als das Hauptorgan der Sozialdemokraten, Maßnahmen gegen vavern, die nur zu verstehen sind, wenn man Parteihaß tzmd Parteileideuschaft auf die Staatspolitik überträgt Das sonst so pazifistische sozialdemokratische Gemüt ist plötzlich Von dem Feuer der Kriegsbegeisterung erfaßt, dem Dein Machtmittel scharf genug ist, um gegen Ballern sofort eingesetzt zu werden. Von diesem Krieg der Worte, den der „Vorwärts" in unverantwortlicher Weise führt, sind die Pfälzer Sozialdemokraten inzwischen zur Tat über« gegangen. Sie haben, um Herrn v. Kahr zu trotzen, den kersuch unternommen, die Pfalz als autonomen Staat auszurufen. Der erste Versuch ist mißglückt, da sämtliche Karteien im Pfälzischen Kreistag die Proklamierung der autonomen Pfalz durch den französischen Major ignoriert haben. Die Sozialdemokraten halten aber trotzdem unter der Führung ihres Exministcrs Hofmann an ihren Plänen fest und machen den Versuch, ihren Zweck durch erneute Verhandlungen mit dem französischen General de Metz i»ch noch zu erreichen. Sie legen dabei großen Wert harauf, daß ihnen die Pfalz nur dann als autonomer ~ Staat genehm sei, wenn ausdrücklich ihr Verbleiben bei dem Reiche gesichert sei. Aber hier handelt es fich natürlich auch nur um einen Deckmantel. Di« unbestreit­bare Tatsache bleibt bestehen, daß der Führer der pfälzi­schen Sozialdemokratie, Herr Hofmann, mit dem fran­zösischen General de Metz verhandelt und daß er dadurch zweifellos alle Merkmale des Laichcsd:rrats erfüllt. Eine pfälzische Republik von Frankreichs Gna^ den ist unweigerlich Frairkreich auSgelte- fert, auch wenn man noch so sehr ihre Zu­gehörigkeit zum Reich betont.

Es ist unter den heutigen Verhältnissen gar nicht zu bestreiten, daß jeder Versuch, andere staatliche Berhältnist? itm Rhein zu schaffen, letzten Endes auf Landesverrat hin- vuslöuft, da die Franzosen immer den Vorteil davon haben. Die Lockerung des Staotsgefvges an der West- gcenze verschafft dem sozialdemokratischen Einfluß Zu- tzang und anstelle des kleinen Fingers, den man ihnen jetzt reicht, wird bald genug die ganze Hand ergriffen fun. In der Pfalz sind die Franzosen an sich schon am SSerke, um ihre Fäden überall. zu spinnen. Sie wollen Vpn der Saa raus über die Pfalz die Brücke an den Rhein schlagen, um sich dadurch an der ganzen Westmark ßestzufetzen Die baverische Pfalz spielt in ihren 'Er- . oberungsplänen genau dieselbe Rolle wie das preußische Rheinland. Sie haben in der Pfalz dadurch schon wirt­schaftlich bis zu einem gewissen Grade Fuß gefaßt, daß sie die Frankenwährung von der Saar ans einschmuggelten. Es kann also keinem .Pfälzer zweifelhaft sein, wohin der Weg führt, wenn man ihn Hand in Hand mit den Kränzchen beschreitet. Und dieses Hand in Hand gehen toit dem General de Metz drückt dem Vorgehen der pfäl- ziscknu Sozialdemotraten das Brandmal des Lande-Ver­rats auf. Mag sein, daß pariclpolitische Verblendung den früheren Minister Hofmann und seinen sozialdem». kratischen Anhang zu dem Glauben Verleitet, er schaffe mit der Ausrufung einer autonomen pfälzischen Republik Bur ein Land mehr im Rahmen des Deutschen Reiches. Tatsächlich entwurzelt er das Land und gibt es damit dem Sturmwind preis, der jetzt über bas Rheinland dah'n- »ht. . . .

Im Anschluß an den gestrigen Bericht über die Kreistagssitzung der Pfalz wird weiter gemeldet:

In der Nachmittagssitzung gab Geheimrat Layersdörffer im Namen der Parteien folgende Erklärung ab:

In der vorliegenden Angelegenheit ist der Kreistag der Pfalz nach den geltenden Reichsge­setzen (Artikel 18 der Reichsverfassung) in keiner Weise zuständig. Damit ist der Antrag vorläufig für uns erledigt.

Es meldete fich niemand zum Wort. Die Erklä­rung des Geheimrats Bayersdürffer wurde von den anwesenden Vertretern der Parteien und dem Publikum mit jubelndem Beifall begrüßt.

Wie mitgeteilt wird, hat auch die Sozialdemo­kratie beschlossen, gegen die Abgabe der Erklärung »u stimmen, da in der Erklärung nicht ausgedrückt tft, daß die Pfalz ein autonomer Staat innerhalb des Reiches werden solle.

Speyer, 25. Okt. Gestern nachmittag fand eine schon vor der gegenwärtigen Zuspitzung der Lage angesetzte Konferenz von Vertretern der Wirtschaft mit General de Metz statt. Bei dieser Gelegenheit erklärte der französische General, der Sinn der Darlegung des Majors Louis fei durch din bedauerliches Versehen des Uebersetzers entstellt morden. Der General stellte fest, daß die fragliche z.Erklärung des Majors nicht identisch sei mit der /Willensäußerung der sozialdemokratischen Unter- i Händler, die ausdrücklich verlangt hätten, die Pfalz ^stille im Fall ihrer Selbständigmachung im Verband ;hes Deutschen Reiches verbleiben. Hierzu führte (bet Reichstagsabgeordnete Hoffmann-Kaiserslau­tern aus, die Sozialdemokraten würden niemals !sür eine autonome Pfalz zu haben fein, wenn diese Wücht al» zum Deutschen Reich gehörig betrachtet flvürde.

Diese Meldung zeigt mit voller Deutlichkeit, daß die sozialdemokratischen Unterhändler mit dem französischen General gemeinsame Sache machen.

Mannheim, 25. Okt. Ueber die Besprechun­gen, die gestern am späten Nachmittag die Vertre­ter der pfälzischen Berufsstände bei General de Metz -in Speyer hatten, berichtet die „Pfälzische Post" in ihrer heutigen Ausgabe, daß bei der Beratung über die Schaffung eines Zahlungsmittels der General Kenntnis gab von einem Plan, nach dem eine wertbeständige Währung auf der Grundlage des Grund- und Sachbesitzes errichtet werden soll. Die Vertreter der Wirtschaft werden sofort in Beratun­gen über diese Frage eintreten.

Berlin, 25. Okt. Nach hier eingegangenen Nachrichten soll trotz des gestrigen Mißerfol­ges morgen nachmittag 4 Uhr die autonome Republik in Speyer ausgerufen wer­den. Zu dieser Stunde hat der General de Metz eine Versammlung des Kreistages und der Führer der politischen Parteien, der Gewerkschaften sowie der Vertreter von Industrie und Handel einbe­rufen. Dieser Versammlung will der General die Verkündung der Pfalzrepublik erneut vor- schlagen. Er soll diesen Plan auch dann durch­zuführen entschlossen sein, wenn die Versammlung ihn ablehnt. General de Metz versuchte, die pfäl­zischen Sozialdemokraten damit einzu- f-tr n ö e n, daß er in der Erklärung, die gestern von Major Louis abgegeben wurde und die vorher mit den pfälzischen Sozialdemokraten vereinbart war, ursprünglich die Ausrufung der Pfalzrepublik als eines autonomen Staates innerhalb im Rahmen des Reiches vorgesehen hatte. Major Louis ließ bann die Worte „im Rahmen des deutschen Rei­ches" in seiner Erklärung weg, was dazu führte, daß sich die Sozialdemokraten in Uebereinstimmung mit den bürgerlichen Parteien für die Ablehnung erklärten. General de Metz hat heute nun behauptet, es habe bei der Auslas­sung des Major Louis ein Uebersetzungsfehler Vor­gelegen / mit dieser Ausrede sucht er anscheinend die Sozialdemokraten wieder einzufangen. Als feststehend kann angenommen werden, daß die Franzosen zielbewußt auf die Loslösung der Pfalz nicht nur von Bayern sondern auch vom Reich ausgehen. Die Reichsregierung hat, wie wir er­fahren, ihren Geschäftsträger in Paris, der bereits wegen der Vorgänge in Düsseldorf, Bonn und an­deren Städten bei der französischen Regierung wie­derholt vorstellig wurde, beauftragt, gegen das Vorgehen des Generals de Metz in der Pfalz P r o - test zu erheben.

München, 24 Okt Wie wir erfahren, hat die bayerische Staatsregierung gegenüber den Be­strebungen des Reichstagsabgeord­neten Hoffmann -Kaiserslautern und Ge­nossen folgenden Standpunkt eingenommen: 1. Den Beamten wird verboten, sich einer verfas­sungsmäßigen Regierung in der Pfalz zur Ver­fügung zu stellen. 2. Die bayerische Staatsregie­rung wird alle Rechte der Beamten wahren. 3. Nahrung und Geldmittel sowie alle anderen bis­her bewilligten Subventionen unterbleiben gegen­über einer Pfalzrepublik. Diese Maßnahmen tre­ten in dem Augenblick in Kraft, in welchem eine verfaffungswidrige Regierung in der Pfalz prokla­miert wird.

Berlin, 25. Okt. Der „Vorwärts" wendet sich heute gegen die von der deutschnationalen Presse ausgesprochene Beschuldigung der Sozial­demokratie, sie habe in der Pfalz Landesverrat be­gangen: Ein Parteimitglied, das es unternähme, im Einverständnis mit einer auswärtigen Macht auch nur einen fußbreit deutschen Bodens vom Reich abzulösen, wäre für die Partei erledigt. Eine an­dere Frage sei es jedoch, ob die Parteigenossen in der Pfalz taktisch richtig gehandelt, und ob sie nicht in der Voraussicht eines französischen Manövers unter den gegebenen Ilmständen auf ihre Aktion besser verzichtet hätten. (Wie sanft!) Das Blatt gibt dann weiter ein heute morgen eingetroffenes Telegramm des sozialdemokratischen Bezirksoor­standes in Ludwigshafen wieder, welches lautet: „Alle Nachrichten von der Trennung der Pfalz vom Reich find Lügen." (??)

Bayerns Dank ans Reich.

München, 25. Oft. Die bayerische Staats­regierung hat durch den Gesandten von Preger dem Reichskanzler den aufrichtigen Tank für die Hal­tung der Reichsregierung bei dem Versuch, die Pfalz zu einem autonomen Staat zu machen, aus- prechen lassen, die wesentlich dazu beigetragen habe, daß der Putschversuch in der Pfalz zusammen« gebroch-n Fei.

„Der Krieg iit fflt die SontaMniler leckren."

Paris, 25. Okt. Der Sonderberichterstatter des „Pariser Soir" in Aachen meldet: Decker und seine Anhänger haben in einem Büro Zuflucht gesucht und seien im Begriff, zu verschwinden. Sie werden zu ihrem Schutz von belgischen Gendarmen begleitet.

Andernach, 25. Okt. Die Stadt ist von den Sonderbündlern wieder frei. Als die Sonderbündler sich um Hilfe an den französischen Kommandanten wandten, lehnte er diese mit de.'.wörili hm Erklärung ab: „Der Krieg ist für die Sonderbündler, verloren."

Wiesbaden, 25. Okt. Der städtische Fuhr­park ist durch Mainzer Feuerwehr von den Sonder­bündlern gesäubert worden, die di« Flucht ergriffen. Ter von den Sonderbündlern zum Regierungspräsi­denten ernannte Rechtsanwalt Rody wurde vor dem Reoierungsgebäude von der Menge erkannt und ver­prügelt In verschiedenen Stadttellen, besonders vor dem Hauptquartier der Sonderbündler in der Garten­straße kam es heute vormittag erneut zu Schießereien. Blaue Polizei verficht gemeinsam mit französischem Militär den Ordnungsdienst. Französische Kavallerie patrouilliert in den Straßen. .

Wiesbaden, 25. Okt. Den Blättern zufolge wurden hier sieben Polizeibeamte von den Be- sadungsorganen aus gewiesen, während Polizeirat Beuth seines Amtes enthoben wurde. Die Sonderbündler halten das Regierungsgebäude, das Rathaus, di« Polizei- direktton und das Landhaus noch immer besetzt.

Biebrich, 25. Okt. Am Dienstag Nachmittag gegen 2Uhr erschien in Biebrich ein mit Sonder­bündlern besetztes Automobll, das jedoch angesichts der Menschenansammlungen am Rathaus bald wieder kehrt machte. Am Wend griff mehrmals Kavallerie ein, um die Ansammlungen in der Rathausüraße zu zerstreuen. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen.

M a i n z, 25. Okt. Die Lage in hiesiger Stadt ifl zur­zeit — 2 Uhr mittags — sehr ernst. Die Sonder­bündler, die das RegrerungsgebTude noch immer besetzt halten, sollen von auswärts Verstärkung erhalten haben. Man befürchtet für den Rest des heutigen Tages weitere Besetzungen durch die Sonderbündler. Während die Fran­zosen das Stadthaus wieder geräumt haben, hatten sie die einzelnen Polizeireviere noch besetzt. Die weitere Umgebung des R- günmgsgibäudes wird von wxßen und farbigen Franzosen überwacht. Mit weißen Armbinden versehenes französisches Militär hält den Ordnungs­dienst in der Stadt aufrecht. Die Stadtverwaltung hat ihren Sitz nach wie vor im Stadthaus. Die städtischen Piolizeibeamten befinden sich im Stadthaus und im Polizeiamt.

Mainz, 25. Okt. Im Laufe des heutigen Nach­mittags ist es in der Umgebung des Regierungsgebäudes und in der Bahnhofstraße zu Menschenansammlungen ge­kommen, da das Gerücht verbreitet wurde, die im Regte- rungsgebäude befindlichen Sonderbündler sollten unter militärischen Schutz nach dem Bahnhof gebracht werden Bis 5 Uhr nachmittags befanden sich die Sonderbündler aber immer noch im Regierungsgebäude. Die Straßen werden von Spahis gesäubert. Sonst hat fich die Lage nickt geändert.

Worms, 25. Okt. Am Dienstag Abend gegen 11 Uhr erschien vor einem Hanse auf dem Obermarkt, in dem die SonderbüMer tagten, und die von einer Men­schenmenge umlagert waren, ein mit 7—8 bewaffneten Personen besetztes Auto. Als e-n Sonderbündler eine Ansprache an die Menge richtete, in der er die Rheinische Republik ausrusen wollle, entstand ein solches Gejohle, das den Redner nicht weiterkommen ließ. Daraus fuhr das Auto wi der ab. Währendem wurden aus einem Hause 5 Schüsse abgegeben. Die Menge versuchte darauf, in das Haus einzudringen, wobei die Rolläden und Erkee- sch-.iben zertrümmert wurden. Bon den Ansassen des Hauses wurde auf bi- Menge geschosftn, wodurch mehrere Personen verletzt wurden. Die Polizei war nicht in der Lage, die Rasenden von ihrem Vorhaben abzuhalteu. Erst als eine Verstärkung eintraf und die inzwischen cinge- trofseuen Gewerkschaftsführer berrchigend aus die Menge eingewirkt hatten, bannte diese zerstreut werden. Der angerichtete Schaden ist ganz bedeutend.

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Aache'n, 25. Okt. Hier ist die Jage noch um geklärt. Nach einer ruhigen Nacht hörte mau früh morgens nach 6 Uhr aus dem Viertel Thcaterplatz— Hilcher.burgstraß« lebhaftes Schießen. Es wurden Ver- ruunbrtc in das Postamt, das neben dem Regierungs­geb äude liegt, gebracht.

Aachen, 25. Okt. Bei dem heutigen Eindringen der Pol'-ei in das Regierungsgebäude wurde ein bel­gischer Gendarm erschossen. Ta die deut­sche Pol-zei keinen Schuß abgegeben hat, kann er nur von einem Son derbündler herrühren. In die Krankenhäuser sind heute weitere fünf Verwundete eingiliefert worden. In der Nähe des Regürnngs- gebäudes wurde ein deutsches Sanitätsauto von bei» gischen Soldaten beschossen. Zwei Polizeibeamte, die an der Räumung des Regierungsgebäudes beteiligt sind, wurden schwer verletzt, befinden sich aber nach Auslage der Aerztr nicht mehr in unmittelbarer Le­bensgefahr. Sine Abteilung, die das Regierungs- ßtbäube gegen weitere LeberiM sichern jMe^ iß

nischen Hochschule die nicht Aachener sind, bis zuM 27. Oktober die Stadt verlassen. §

Aachen, 25. Okt. Auf die Nachricht hin, das da» Regierungsgebäude schwach von Sonderbündlern besetzt sei, beschloß die Polizei, von dem RegiernngsgebSud« Belitz zir ergreifen. Es gelang chr auch rnorgenS gegen 6 Uhr, ohne daß ein Schuß fiel, in das Geb Lud» einzudringen. Ein Teil der Sonderbündler wollte sich, der Polizei mit hocherhobenen Händen ergeben, alß plötzlich mehrere belgische Soldaten und Gendarme», hinter den Polizisten herkamen und sie zum Verlasse« des Gebäudes aufforderten. Der Gewalt weicheich verließen die Polizisten wieder das Gckäude. An bet Ecke Hindenburgstraße bei der Landesbank fielen gleich daraus von hinten mehrere Schüsse auf die Polizeibv« amten, wodurch einige Beamte verletzt wurden. DaH Regierungsgebäude ist jetzt wieder von Sonderbünda lern besetzt und zwar, wie es scheint, in größerer Zahl, Tie Absperrung der Umgebung des RegierungsgebLU« des, die gestern noch von der deutschen Polizei vor- genommen war, ist jetzt in den Händen der belgi­schen Gendarmerie und Militärs. Belgische Gendar­men schlagen mit Gummiknüppeln auf friedliche Pas­santen ein. Die Polizei ist im Gebäude des Polizeiprä­sidiums versammelt und erwartet einen Angriff. Tie Besatzung tritt unvechüllt für die Sonderbündler ein,

Aachen, 25. Okt. Die Technische Hochschule ist von der Rheiularckkommission sofort bis auf weitere» geschlossen worden, weil sich Studenten an den Ruhestö­rungen vom 22. bis 23. Oktober beteiligt haben sollen.

Düs seldorf, 25. Okt. Die Stadtverwaltung und die Führer der Stadtverordnetenfraktionen be­gaben. sich gestern zu General Simon, um chn anläß­lich der sorckerbündlerischen Putsche um Auskunft zu erstichen, wie sich die Besatzungsbchörde verhalte« werde, wenn sich ähnliche Vorkommnisse auch in Düs­seldorf abspielten. Der General er Härte daranfhiu Folgendes: Was auch immer geschehen möge, die Machtmittel des Belagerungszustandes bleiben in den Händen der Militärbehörde, die sich allen Gewalttaten, von welcher Seite sie auch kommen mögen, wider­setzen wird. Waffengebrauch ist verboten.

Krefeld, 24. Okt. Gestern nachmittag ttmrbe das Rathaus von Sonderbündlern erstürmt. Die darin befindliche Polizei mußte wegen Mangels an Lebens­mitteln und Munition die Verteidigung anfgeben. Tic Sonderbündler geleiteten die Beamten, denen der Säbel gelassen wurde, nach Hause. Die städtischen Be­amten erklärten sich im Interesse der Bevölkerung zur ordnungsmäßigen Fortführung der Geschäfte be­reit. Zwischen der Stadtverwaltung und den Sonder­bündlern fanden Verhandlungen statt, die bisher zu keinem Ergebnis führten. Nach neueren Feststellun­gen erforderten die Kämpfe um das Rathaus eine Reihe Opfer. Kurz vor dem Waffenstillstand wurde ein Pch.'zist durch einen Kopfschuß getötet. Mehrere Poli- zeibeamte sind verwundet worden. Auch zwei Zivil­personen wurden erschossen.

Die Anerkennung der Separatisten durch Frankreich.

Rach einer Meldung des »B. T." aus Koblenz hat der französische Oberkommissar des Rhcinlandes von Paris die Weisung erhalten, die Separatisten­bewegung als gesetzmäßig anzuerken­nen. 3m Laufe des heutigen Tages sei eine dies­bezügliche Ordonnanz der Rheinlandkommission zu crwarte« Die Reichsrcgierung werde, wie da» Blatt schreibt, gegen diesen neuen Willkürakt in schärfster Weise proreftieren, sobald ihr Material über Falte vorliegt, in denen die französischen «nd belgischen Besahuugstruppeu ihre Rentralität aus« gegeben Haden.

Bonn, 24. Okt. Mittags 12 Uhr marschierte die französische Besatzung auf Befehl Tirards mit Mafchinengeweh'.en zum Rathaus und besetzten es. Die grün-weiß,rote Flagge ist wieder gehißt und die Republik wieder hergestellt worden.

Slutige ZmAMWe ia WM M.

Berlin, 25. Oft. Auch heute vormittag kam eS an vielen Stellen zu Ansammlungen vor Le b e n>s m 11 tel geschckfte n. Vereinzelte Plün- derungsvesuchc wurden vereitelt. Vor dem alten Rathaus in Svanduu, wo etwa tausend Er­werbslose die sofortige Zahlung besonderer BeihUfen verlangten, und vor bem Rathaus tu Steglitz bildeten sich größere Ansammlungen. An beidrn Stellen wur­den einige Ruhestörer fesigcstellt.

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Braunschweig, 25. Okt. Die gestern nach Schöningen im braunschweigischen Kohlenrevier ent­sandte Reichswehr aus Braunschweig hat die Ruhe und Ordnung wieder hcrgestelll. Die Vraunschwet- ger Schupo, welche heute abrüdte, batte insgesamt drei Verletzte. Zur Bewaffnung der Schöninger .SKutzpoltzet stellt die zurückgezogene BrannWvktzg«