Einzelbild herunterladen
 

ter

WlltiMZ SHO iah Senmtwortiiio

dar­

aus entstehen muß, trägt Frankreich ganz allein.

wer-

enes

m

| tig »chlechterdings außerstande sei, diese Finanzie­rung seinerseits vorzunehmen, und hat im Zusam-

zutem rr.

58. Wq. IM

i 3084 den.

zent.s shausse, 17.10.

men, um diesen Abtransport zu verhindern. Von de» nach Belgien verbrachten Gesungenen sind mehrere in Berviers untergebracht, während ferner Graf v. Keller, Schulze, Ringenberg und Lorbeer im Gefängnis in Loewe« untergebracht sind.

Berlin, 18. Oft. Der „Tag" schreibt: „Die flau» zSsische Regierung hat durch die Regie die Ueberwachungj und Kontrolle der e i n e n Deutschland noch im Rheinland verbliebenen Eisenbahnlinie von Köln über Wedel nach Holland und der Linie Frankfurt—Darmstadr verlangt Reben den Besprechungen über die Wiederein­stellung von Eisenbahnbeamten, von denen bisher in der Preise die Rede gewesen ist, gehen natürlich auch Ver­handlungen über die Bereitstellung von Eiscnbahnmate- rial, in denen der deutschen Regierung Forderungen gestellt werden, die gleichfalls unerfüllbar sind."

Zur Lage im Innern meint das Blatt: „Die Summen, die in wertbeständiger Form dem Reiche bei der Be­gründung der Rentenbank zur Verfügung gestellt werden, können n u r d a n n die dringend notwendige Regelung im Haushalt des Reiches hcrbeisührcn, wenn gleichzeitig die umfassendsten Sparsam keitsmaßnah- men durchgesührt werden. Das wird wahrscheinlich nicht nur Einschränkungen des Eisenbahnverkehrs und des Postverkchrs, soweit Unrentabilität vorliegt, sondern auch direkteBeamtenentlassungen zur Folge haben, über deren soziale und wirtschaftliche Auswirkungen man sich heute noch keine Vorstellungen machen kann.

«enhang damit auf die außerordentlich gefährlichen Folgen hingewkesen, die stch ergeben würden, wenn die Kohlenzechen die Arbeit zwar zunächst wieder »'ifnähmen, aber schon nach wenigen Tagen infolge mangelnder Zahlungsmittel wieder aufgeben müß­ten. Nachdem die Unter st ützungszahlun- gen des Reichs eingestellt worden feien, würden sich die Verhältnijje im Ruhrgebiet Linnen kürzester Zeit dahin zuspitzen, daß 550 000 Verg­ebener mit ihren Familienangehörigen ohne ir­gend welche Subsistenzmittel dem Verhungern ge­genüber ständen, und daß dann noch Millionen Ar­beiter und Angestellte anderer Industrien kämen, deren Beschäftigung vollständig von dem regulären Betrieb der' Kohlenzechen abhänge. Die deutsche Regierung sehe diese zwangsläufige Ent- - Wicklung klar vor Augen, stehe ihr aber, wenn Frankreich eine Verständigung ablehne,

machtlos gegenüber. Im Anschluß hieran hat der Geschäftsträger auch die Gründe dargelegt, welche die Reichsregierung veranlaßt haben, die Kohlen- ßeuer aufzuheben. Was die zweite Behandlung der allgemeinen Reparationsfrage an- langt, so hat der Geschäftsträger zum Ausdruck ge­bracht, daß auch nach Ansicht der deutschen Regie­rung Verhandlungen hierüber mit allen beteiligten Alliierten stattfinden müßten. Die Reichs­regierung halte es für ratsam und glaube auch den vielfach von Poincarö geäußerten Ansichten zu ent­sprechen, wenn sie sich zur Klärung des gegenwärti- <en Standes der Reparationsfrage alsbald mit der Reparationskommission in Verbindung setze.

Die Antwort.

Der französische Ministerpräsident hat in seiner Antwort dieAnfnahmevonRe- »ierungsverhandlungen über die Wiederaufnahme der Arbeit im be­setzten Gebiet kategorisch abgelehnt. Er hat erklärt, daß ihm die von der Neichsregierung bnd den Länderrcgicrungcn den Beamten und Zn- , hnstriellen des besetzte» Gebietes erteilten Weisun-

Die erafie Lm ii Wie«.

Einspruch der Sozialdemokratie.

Der Konflitt in Sachsen zwischen Regierung Ui» Mililäcbcfehlshaber General Müller hat zu einem Schritt der soztaldemok-aiüchen Reichstagsfraktion Veranlassung gegeben. Rach einer Beratung de- sozialdemorratischen PatteivorstandcS hat stch ttat Mittwoch der Abgeordnete Müller-Franken sm» Reichskanzler und mm Reichspräsident« degch^ .

Düsseldorf, 18. Okt. Dem Bernchm-n nach .... den die Besprechungen der Industriellen in Düs­seldorf mit Degoutte fortgesetzt.

Die limziWe Stelle jur Memdmg.

Paris, 18. Okt. Der größte Teil der Presse, voran der „Petit Parisi.n", spricht von einer Ablehnung der deutschen Anregung. Das halbamtliche Blatt schreibt: „Deshalb muß man noch einmal mehr wiederholen, daß das Ende des Widerstandes erst dann als vollkommen angesehen* werden kann, wenn über eine so w|entlich« Frage wie die C a ch liesse ru ng man sich in Berlin und Düsseldorf entscheidet, genau wie für die Eisenbahn, die sranzösisch-delgischen Bringungen anzunehmen.

Einige wenige linksstehend« Blätter vertreten nicht den,Slandp!iukt,.da>; die Stellungnahme Pomcares gegen­über dem deutschen Geschäftsträger zu loben ist

Paris, 18. Okt. Ter „T>mps" sagt: Die Weige­rung, die Sachlie'serungen zu finanzieren, Versetze die Alliierten in die Unmöglichkeit, mit Deutschland zu ver­handeln Wenn die deutsth. Regierung verhandeln wolle, müsse sie also alle Berpitlchtungen, die zu dem Zeitpunkte bestanden hätten, als da» Ruhrgebiet besegt wurde, aussühren und erfüllen Iahen. Ob die deutsche Regierung an die Rrparationskommission Ausführungen über die bel­gischen Studien richten wolle, oder andere Vorschläge machen werde, es scheine dem „Temps", daß den deutschen Mitteilungen k-ine Folge gegeben werden könne, solange bas Deutsche Reich nicht auspehört hat, den Zahlungen für die Sachiieserungen Widerstand zu leisten.

Berli n, 18. Ott. Den Abendblättern zufolge wird ich das Reichskabinett heute eingehend, mit der Antwort Poinearcs beschäftigen. Tie Blätter betonen, es könne aber jetzt schon gesagt werden, daß der Standpunkt der Re­gierung der gleich? bleiben werde, wie er in den Jn- 'truklwnen an den deutschen Geschäftsträger in Pari» zum Ausdruck gekommen sei.

völkerung dem elendsten Hungertod und Untergang preis­gegeben wird! Die Schuld und die Berantwo'tnng für all' das entsetzliche Unglück, das für die ganze Welt

'Paris,"^8? Ott. Havas b'richtet "aus Düsseldorf, di« Verhandlungen, die über die Wieoeraufnahme der Arbeit bei der Post- und Telegraphenverwaltung in Düsseldorf geführt worden seien, hätten eine Einigung herbeigeführt. Die Wachposten würden bcibelialten. Die Gebäude der Oberpostdirektion blieben requirier! uns würden auch fernerhin dem T-Iegraphendienst der Rhein­armee Unterkunft gewähren.

Essen, 18. Ott. Bon dem französischen Eisenbahn­kommandanten in Wanne wurden folgende Richtlinien für die Wied rcinstellung der Eisenbahner ausgegeben, die aller Wahrscheinlichkeit noch auch Geltung für das ganze besetzt« Gebiet haben. Bei der Uebernahme der Bedicnstet'n in den Regiebetrieb verpflichte sich diese, die Eisenbahner nach Franken zu bezahlen. Die Au», a h l u n g erfolgt jedoch in P a p i e r ma r k und dir, Bezahlung soll nicht Hölzer sein, als diejenige im unbesctz- ten Gebiet. Den in die Regie eingestellten Eisenbah­nern soll das Reich die Bezüge bis zum 27. Oktober weiter zahlen. Ausgewiesene, I gegen deren Wiedereinsteillung keine grundsätzlichen Bedenken bestehen, können nach Prüfung jedes einzelnen Falles wieder eingestellt wecven. Die Wicdcreinstellung der Inhaftierten wird abhängig gemacht von der Stellungnahme der französischen Militär­behörde. Es wird jedenfalls von Fall zu Fall entschieden, ob Jnhaftiertgewesene eingestellt werden oder nicht. Dem Personal sollen ihre deutschen Belange in sozialpolitischer und arbeitsrechtlicher Beziehung gesichert werden. Für die Durchführung der Beamten- und Arbeiterpensionen soll das Reich euren noch festzusetzenden Grundstock an die Regie absührcm Höhere Beamte winden nicht wieder eingestellt. Sämtliche leitenden Stellen sollen durch Franzosen besetzt werden. Diensileijer werd?« nach vor­heriger Prüfung wieder eingestellt Es wird ein starker Personalabbau vorgenommen. Die Regie glaubt mit der Hälfte des bisherlgen Personals aus­kommen zu können Der Umfang der Regiebahn oll an verschiedenen Stellen eine Abänderung erfahren. Die bisher noch unbesetzten Bahnen werden in die Regst noch mit einbezogen. Die Regie verlangt voll? Wieder­her' 'llung des Eisenbahnnetzes und die Aufstellung des Wagen- und Lokomotiveirbestandes nach dem Stande vom 10. Januar 1923. Die Kosten soll das Reich zahlen.

Paris, 18. Okt. Nach einer Havasm ldung aus Düsseldorf haben sich seit gestern bei der französische- belgischen Eisenbahnregie Tausende von deutschen Eisen­bahnern zur Ausnahme der Arbeit gemeldet: f» zum Beispiel in Essen 10 000, in Mainz 6800, in Lud­wigshafen 2000, in Trier 15 000, und in Dürrn'15 500. -- Eine weitere Havasmeldnng aus Mainz schloßt darus, daß man nunmehr den passiven Widerstand der ©tjen« bahner als gebrochen ansehe

München, 18. Ott. Unter der Ueberschrift „Die Pfalz in Gefahr" bringt die „Münchener Post" ein« Aus lassung über die geradezu trostlosen Verhältnisse, di« in der Pfalz herrschen. Danach tostet Fleisch bereits zwe> Milliarden das Pfund, Kartoffeln werden von den Er- ^ugern nur abgegeben, wenn pro Zentner l1/* Dollar

Nach dem amtlichen Bericht über die Unterhaltnug . kitt Poincar6 hat die deutsche Neichsregierung keinen Zweifel über ihre eigene Finanzlage sowohl wie ül ec die der deutschen Industrie, namentlich der Zechen, Kokereim und Hütten gelassen. Weder die Reichsregierung noch die deutsche Industrie im Ruhrgebiet im imstaiwe, Rcpara- tionskosten zu bezahlen oder Kohlen zu liefern, wenn diese nicht von jemand anders bezahlt werden. Am 21. Oktober, also in wenigen Tagen, hören die Kredit- unü Unterstützungszahlungen der Reichsreg'elung im bcsetzt-n Gebiet auf. Wenn bis dahin keine Regelung geschossen und keine Vereinbarung getroffen ist, die eine Wieder­aufnahme und Fortführung der Arbeiten ermöglicht, wird die Industrie gezwungen sein, ihr« sämtlichen Be­trieb« stillzulegen.

Was das bedeutet, werden sich jetzt vielleicht auch die Herren Millerand und Poincar-k überlegen müssen. Es bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß am 21. Oktober über' 500000 B-rgleute und ebenso viele Arbeiter in den Werken vollkommen brotlos sind, mit .ihren gesamten Familien und Angehörigen. Wenn i:i wenigen Tagen im Ruhrgebiet Hunger unö Elend bk ohnehin gepeinigte und zermürbte Bevölkerung zur Ver­zweiflung treiben, sind dic Folgen nicht abzusehen

Die deutsche Reichsregierung hat lange, gegen dieser. Entschluß angekämpst. Aber bei der vollständigen Zer­rüttung unserer Finanzen und unseres Rtabshanshalls, in dem die Einnahmen, kaum einen verschwindend geringen Teil der Ausgaben decken, ist ein weiteres Aüfließtn von ungeheuren Summen nach dem besetzten Gebiet unmög­lich. Die Notenpresse-freilich kann Scheine in ungezählten Mengen drucken, aber dieses Geld hat keinen Wert m.-hr. Infolgedessen muß die Note »presse zum Still­stand gebracht werden. Ohne Erfüllt-ng 'dieser Forderung ist an irgend welche Hrlfe von außen nicht zu denken. Tie Franzosen Haden sich bisher in der.» Dahn gewiegt, daß die deutsch- Industrie und nament­lich die des Ruhrgebiets reich an ausländischen Devi'sen sei. Jetzt werden tvobl auch die Franzosen wissen, daß das in der Tat ein Wabn war. beim die Industrie des Ruhrgebiets hat in Wirklichkeit ihre gesamten Reserven an Geldmitteln für die Beschaffung von Lebensmitteln restlos mfsgeg.üen und ist daher nicht in der Lage umsonst für die Franzosen arbeiten zu lassen. Daß die deutsche Regierung solche Arbeiten nicht bezahlen kann, ist bereits bargelegt wordrn. Sie kann nicht ihre Einnahmeau-llen in der Hand Frankreichs lassen und zugleich zahlen. Andrerseits weiß sie heute, haß Frantteich eben nicht will, nnd kann nicht wicderum auf das Erwachen der „V e r n u n s t" in Frankreich warten. Wenn aber die deutsche Regierung selbst in der Lag' wäre, dem Verlangen der Franzosen zu entsprechen und etwa die angeblich rückständigen Kohlens!.uern zu bezahlen, so könnte sie bas aus einem and ren Grunde nicht tun. Es würde barin die Anerkennung der Re^tmäßig keil des franzö°-belgischen Einbruchs liegen, und dazu kann sich keine deutsche Regierung hcrgebeu, am'

l 25 060 6£000 FOQ

1- -AM 13500

4500 3700 8700 f'OOOO

24000 3900

45000 11700 42000 12000 18000

9000 15500 35000

1800 38000 12000 21000

"000 3000

40000 2000

" 72000 71009 18000 70090 4! 000 33001

251-0 4100 6409

35000 105000

15000 65000

40000 540 0

250X1 11000

26000 60009

bezahlt werd.ir Infolge des Verbots der Franzosen, Notgeld aiiszugcben, stieg die Zahluugsmitetlnot in Lno- wigshasen. Die Separatisten hallen ihre Zeit für ge­kommen: sie schlugen in Ludwigshab'n ein Plakat an, in hem mitgeteilt wird, daß am Sonntag von dott aus eine Aktion zur Ausrusung der „Freien Pfalz" einsetzen wird. Am Samstag wurde die Polizei in Neustadt a. H., am Montag in Zweibrücken und am Dienstag in Ludwigs­hafen entwaffnet. Die Separatisten Dagegen sind schwer bcwassnet. Tie reichstreue Bevölkerung ist schutzlos, aber nicht gewillt, stch öen Befehlen der Franzosen zu fügen.

Essen, 18. Ott. lieber den Verbleib der einzelnen Ruhrgefangenen, die nach Frankreich und Belgien transportiert worden sind, herrichk in weiten Kreisen noch Ungewißheit. Es ist deshalb von Interesse zu er- ahren, daß die Gefangenen Sadowski, Becker, Zimmer­mann, Stach und Werner nach der Insel St. Martin de Re bei Bordeaux, May und Boynicke nach dem Ge- angnis in Nancy, Sanders und Par nach dem Ge- angnis in Lors gebracht worden sind Von Kosch und Brauer, die nach Frankreich transporttett sind, ist der Aufenthaltsort noch nicht bekannt. Es ist nicht richtßg, daß die Ruhrgefangenen schon nach den Kolonien gebracht eien. Die Insel St. Martin de Re bei Bordeaux ist allerdings Ausgangspunkt für die Verbringung in die Kolonren, aber bis jetzt hat der Abtranspott in der Tat noch nicht stattgefurchen. Es sind auch Schritte unternom-

Marbrrrg txM, hen 18. Lktober «ilbhardt

Die amtliche Mitteilung.

Berlin, 18. Okt. Der deutsche Geschäfts­träger i n P a r i s hat bei seiner gestrigen U n - terhaltung mit dem französischen Mi­ni st erpräsidenten im Anschluß an die frühere Besprechung nochmals eingehend die Auf­fassung der Reichsregierung über die Regelung der Verhältnisse in den be­setzten Gebieten und über die Weiterbehandlung der allgemeinen Reparationsfrage dargelegt.

Der deutsche Botschafter hat darauf hingewiesen, daß die deutsche Regierung darüber verhandeln wolle, wie n a ch der Aufgabe des Widerstandes die Wiederingangsetzung der Arbeit und ^er Produktion im besetzten Gebiet am zweck­mäßigsten und schnell st en zu bemerk st elli- g e n sei, und wie insbesondere die Wiederaufnahme von Kohlen- und Kokslieferungen an Frankreich »nd Belgien in der gegenwärtigen Situation er­möglicht werden könne. Wenn der französische Mi­nisterpräsident bei der ersten Besprechung die Wie- Herausnahme der Arbeit als eine allein von den lokalen Organen zu lösende Aufgabe bezeichnet habe, so sei die Reichsregierung bereit, auch solche lokalen Verhandlungen zu fördern.

Der Geschäftsträger hat dem französischen Mi­nisterpräsidenten in diesem Zusammenhang Wei­sungen zur Kenntnis gebracht, die die Re­gierungen des Reiches und der Länder den Be-

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhesiische) Oberhessen

nmten, insbesondere den Eisenbahnern im besetzten Gebiet erteilt haben. Ebenso hat er ihm die Richt­linien für die Industriellen bekanntgegeben. Der Geschäftsträger hat aber mit Nachdruck darauf hin- Knoiesen, daß die bisherige Methode der Verhand­lungen du einer völligen Zersplitterung, Ratlosigkeit und Untätigkeit im be­setzten Gebiet geführt habe, und daß da­her die von Deutschland gewünschten e i n h e i t - lichen Verhandlungen eine tatsächliche Notwendigkeit seien. Auf anderen Wegen werde f sich das von Frankreich angestrebte Ziel nämlich der Wiederherstellung des Zustandes vor dem 11. Jan.

4 1923 nicht erreichen kaffen.

Als wichtigsten Punkt der von Regierung zu Re­gierung zu verhandelnden Fragen hat der Geschäfts­träger die Frage der Kohlen- und Koks-

Dit .Oderhesssich» erscheint ieckwmal wöchentlich. — Bezugspreis 15.-20 Okt.

165 OuOOOO D ark einschließlich Znftellungrgebühr. Für ausfallende Nummern ini.

Nr. 246 Streiks oo. ei ment. Ereignisse lein Ersatz. — Blp. von Dr. L. Hitz ero th. — Druck der

* Univ.-Buchdruckerei von 3ob. Bus. Koch, Markt 21.23. — Nernwrecher 55, Post­

scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

I lieferunge« an Frankreich und Belgien Hinge- siellt. Er hat dem französischen Ministerpräsidenten bn einzelnen dargelegt, daß Deutschland gegenwär-

wenigsten die Regierung des Reichskanzlers Dr. Stresr- mann. Die Regierung würde damit aber auch di« weiteren Forderungen Frankreichs anerkennen, d. h. vor allem die anlErsatzder Kostrnfürdie Ruhrexpedriion.

Alle mit unendlicher Geduld unternommenen Ver­suche der Reichsregierung zu einer Lösung des Ruhr- und des Reparationsproblems durch Verhandlungen mit Frankreich und Belgien sind an dem französischen Wider­stand gescheitert . Der Reichsregierung bleibt jetzt nur noch das eine Mittel Übrig, die schriftliche unzweideutige Ablehnung der letzten Verhandlungsversuche durch Frank­reich festzulegen und bann de» Übrigen auch an der Reparation beteiligten Mächten b.t Entente sowie der ganzen zivilisierten Welt offiziell die Frage vorzulegen, ob sie es butben wollen, baß -m wich­tigsten Wirtschaftsgebiet Deutschlands bie gesamte V<-

ge» gleichgültig seien, und daß es für ihn nur au die Tatsachen ankomme. Das allein Ausschlag­gebende für ihn sei die restlose Wiederher­stellung des tatsächlichen Zustandes "or dem 11. Januar 19 23. Die deut­schen Erklärungen über die Unmög­lichkeit der Finanzierung der Sachliefernngen könne er nicht anerkennen. Er müffe sie im Gegen­teil als Element des Wider st andes be­zeichnen. Auf welche Weife die deutsche Regierung eine Finanzierung der Sachlieferungen fertig brächte, sei ihm ebenfalls völlig gleichgültig. Die Erörterung etwaiger deutscher Vorschläge durch die Reparationskommisfion werde er solange nicht zu­lasten, als nicht der deutsche Widerstand nach fran­zösischer Auffastung restlos aufgegeben worden sei.

Paris, 18. Ott. Der Brüsseler Korrespondent be«? „Temps" behauptet, bie deutsche Reg'erunq habe in einem Dokument, das demnächst der Rcparationskommffffvn' übergeben werbe, ihre Ansicht über die technischen Siu- die Belgiens niebergetegt. Das deutsche Dokument halt", wie dies überdies auch bereits durch das „Oeuvre" heute lcormittag bekanntgegcben rcuYöc, drei Monopole siir durchführbar, das Alkoholmcnopol, das bereits Miete, das Zuckermonopol nnb das Salzmonopol. Der Berichttr- statter erklärt, der Ertrag dieser Monopole könne — so werd« in dem deutschen Dokument gesagt — zur Be­gleichung der Kohlenlieferungen aus dem Ruhrg tat ver­wendet werden. — Wie der Pariser V'rtreter des Dolff- büws von zuständiger Seite erfährt, handelt es sich bei dem angeführten deutschen Urteil um eine Nied-r- schrist von Sachverständigen, die den belgischen Monopol-' plan vom bndgetcren und finanziellen Standpunkt ans nach dem er durch das belgische Granbuch bekannt ge­worben ist, beurteilt haben. Dies« Nieberschrift ist eini­gen belgischen Persönlichkeiten zur Kenntnisnahme über­mittelt worben. Bis j-tzt ist jedoch nichts davon bekannt, daß die deutsche Ssgr-cnnjß. die Absicht hä't:, eine Denk­schrift über bie Monopol« der Reparationskommission zu übergeben.

Sonbon, 17. Okt. Sorb Curzon hat gestern nach­mittag ben beutschen Botschafter Sthamer im Foreign Office empfangen.

Der Anzeigenpreis beträgt für »en 9gefp. Zeilenmillimeter Grundzahl: 40. Amtliche tt aus-virt. Anzeigen 50 Bei schwierigem Satz 50'/. Aufschlag. Sammelanzeigen 100'/, Aufschlag. Reklamen Grundzahl 150. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen nach Rechnungsdatum, sonst nach der Schlüsselzahl der Zahlung,- tager. Bei Schecks auf ausw.Plätze müssen wir die Eingangs- u. Berzugsspesen in An- rechnung bringen. - Schlüsselzahl de« B. d. Ztg«.-B. »em 20__26./10. 2 000000.

Eine Warnung vr. Slrtlwns.

London, 18. Ott. Dr. Srresemann erflnrt« In einer Unterredung mit dem Berliner Berichterstatter dcr »Daily News", .die deutsche Regierung strebe mit alle» Mitteln, die in ihrer Macht «iegen, danach, der finanziellen und polittschen schwierigkeUen lm Innern Herr zu werden. Dies könne thr jedoch nur gelingen, wenn sie eine Periode der Ruhe mit Bezug aus die auswürtige Politik erhalte. Tie Wie- dcrherstellung Deutschlands sei ein enropäisches Problem, das das größte Interesse für England baben müsse. Nach der russischen Katastrophe würde ein Zusammenbruch Deutschlands die ernstesten Witt- schaftlichen, sozialen und moralischen Folgen nach stch ziehen. Der Zusammenbruch der deutschen Einheit könne so wichtige Rückwirttingen auf England Haden, daß es sich um eine Frage deS größten Interesses sül die öffentliche Meinung Englands handle, die dte Stellung Englands beeinflussen müsse, lieber Des Völkerbund erklärte Stresemann, dte deutsche R» gicrnng verfolge seine Mttsamkeit mit großem Inte» esse und hoffe, daß er einst ein nützliches Mittel zur Förderung des tittetnationafen Einvernehmens sein werde. ES sehefedoch für den Augenblick keineswegs so aus, als ob dte Aera deS Völkerbundes die Herrschaft des Rech­tes und der Gerechtigkeit angekündigt habe. Wo er eingegttffen hab«, wie in der oder schlesischen Frage', könne Deutschland nicht zugeden, daß seine Enffchetdung mit Recht und Gerechtigkeit Überetnstimme. Der Berichterstatter bebt hervor, das Slrefemanns Ansicht zweifellos von der großen Mehr beit gemäßigter Deutscher getrilt werd«. Zum Schlus habe der Reichskanzler bestüttgt, daß Deutschland daran sei, eine neue Rote an die Reparalionskom- misston zu senden. Er habe es jedoch abgelehni ihren Inhalt zu erörtern.

A