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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Noch keine Lösung der Krise

In Anbetracht dieser

standen

am

r.g: als falsch erwies n.

Sozialdemokraten roarcn

In der Personenfrage Sozialdemokraten formell Parteien auf Entfernung Ten KabinettSinitgliedern

lehnen nach dem Blatte die eS ab, dem Druck anderer gewisser Minister zu folgen. auS ihrer Partei abcr wird

gewillt sei, jeder ihm bekanntgewncheue» mit allen Mitteln entgegenznlreten.

abLhne und Putkchabsicht

N 'i’icrung vrschlofse», isireDemEsi»« ein^ureichen. Rcuvtldung des Kabinetts hat De. Stresemann Ersuchen deS Reichsprüfideaie« iibernommcn.

Wied mit einer rastlsrn Bildung drö Kabinetts

Berkin, 3.Oft. Wie die Blätter melden, erklärt u. a. auch der schlesisch« Landbund in einem Aufrufe, bofc er jede Störung von Ruhe und Ordnung in der augen­blicklichen Zeit als wahnsinnig und verbrecherisch bestimmt

58. Ml.

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Die aus Es IK«

Di« »OberbeMsch« Aettung- erscheint iediemal wödientlida. — Sezugrvreir 2. Hälft Sept. 50U0C00 M. freibleibend und Zustellungsgebühr. Für ausiaUtnbe dummem int. Streitsod.element.Ereignisse lein Ersatz. —Ltg.vonDr. L. Hitzerotb. — Druck der llnio^Buchdruckerei von 2»h. Lug. Koch, Markt 21/23. — Fernsprecher 55, Post­scheckkonto: Jlt. 5015 Lmt (xrantrurt a. Main.

werden. Für gefährliche und gesundheitsschädliche triebe ist der ÄÄtstuudentag beizubehaltt«.'

Dir Beschlüsse der Deutschen BoltSpartei.

Di« Fraktion der Deutsche» Volkspartei ragte

Die Deutschnationale« lehne« ei« Zusammengehen mit drn Lo;'!.t!dmolratrn ad.

Nach der „Kreuzzeitung" hat weder innerhalb der Fraktionen und Organisationen der deutschnationalelff Bolkspartei, noch außerhalb derselben irgendein Zwei» fel darüber bestanden nonch bestehen können, daß die Deutschnationalen in eine Regierung mit den Sozialdemokraten nicht hineingehen.

Berlin, 3. Okt. Die Rechtsblätter veröffentliche» e-nen Aufruf der drutschnationalen Partei, in dem ge­fordert wird, daß mit der Kompromißpolittk Schluß ge­macht werde und daß die Sozialdemokratie aus dtp Regierung entfernt werden müsse.

Berlin, 4. Okt. Amtlich. Das Reichskabinett hat sich am Mitt­woch in mehreren Sitzungen mit der Lage beschäftigt. Durch die Ablehnung der sozialdemokrattschen Partei, die Sozialgesetzgebung in den Ermächtigungsantrag der Reichsregierung beim Reichstag einzubeziehen war eine unüber­brückbare Divergenz in der Auf­fassung der KoalitiMspateien ent-

Frankrotch und dte Kris«.

Paris, 3. Oft. Die .Er« Rouvell«' führt ft«, ein Stur; des Kabinetts Stresemann könne von Frankreich nicht leichte« Herzens ausgenommen wer­den. Er bedeute das Ende der Ordnung, und die Ordnung in Deutschland sei die einzige Garantie fttt das kontinentale Gleichgewicht und die einzige Sicher, beit für die Zahlungen, die Frankreich dranche. Das Kabinett Stresemann sei der letzte Wall der Repa- rationspolittt und der Politik der Verständigung mit den Alliierten. Wenn Baldwn und Poincare nicht im letzten Augenblick diesen Wall stützen, übernähme« sie die Verantwortlichkeit fiir saS, waS am Lage des Zusammenbruchs sich ergeben werde, «ei es i« der Form einer Konsolidierung der deutschen Einheit un­ter der Militärdiktatur, sei «S in der Form einer großen kommunistischen Bewegung.

Der .Bert. Börseneourier' will erfahren Haven, daß die EinigungsmSgltchkette» sich verstärkt haben. Die Sozialdemokratie wolle dem Ermächtigungsgesetz auch in wirtschaftspolitischer Hinsicht zustimmen.

Also nach dem Rezept .Wasch' mir den Pelz, aber mach mich nicht naß!"

Eine Verlängerung der Arbeitszeit könne, wenn sie zur Produktionsstetgerung nötig sei, auch jetzt schon auf dem Wege einer Verständigung mit den Ge­werkschaften erreicht werden.

8« der Serbe selbst wird weiter milgetetkt:

Berlin, 4 Lkt In parlamentarischen Kreisen Mit man, datz das zurnckgrtretens Kabinett Strese. mann beabsichtigte die Sache der Nemvührung durch eine wirtschaftliche Produktion zn «inttrstützen im stnlnnen austerordeutliche» Vollmmbieii auf wtrrschast. »chem, finanziellem und sozlal-polittschem Gebiet. ffS sollt« auf drei Wegen vorgegangen werden «!>.d zivar: einmal solltet« gewaltig« Bcstti-

baus von der wirtschaftlichen Seite anfasfen wollte. Ihre Bemühungen sind an dem Widerstand bei Sozialdemokratie gescheitert, die an dein Acht- Stuudentag nicht rütteln lassen wollte. Aus den Aus­führungen geht weiter hiervor, welche gewaltigen. O v f e r die Regierung von allen Volksgenossen erwartet hat. Daß es sich bei der Neubildung der Regierung in dieser Lage nur um eine Art parlamentarisch gemilderter Diktatur einiger weniger Männer handelt, darf nicht übersehen werden.

frei gestellt (1), selbst zu entscheiden. Man rech­net also damit, daß Dr. Htlserding sein« Demission einreto’cn wird, wahrscheinlich werde dann der Posten des Ftnanzmtntsters von Dr. Lutber übernommen werden. Man wolle eine möglichst einheitliche Zu­sammenarbeit zwischen Wirtschafts, und Finauz- ministertnm ermöglichen. — Die fretgeiverkschastltcheu Spitzenverbände treten heute abend Zu einer Be­ratung zusammen.

ElillgutigSformelu.

Berlin, 3 Okt. Di« „Germania" will wisseu. das Reichskavinett habe sich in der Frage der Ar­beitszelt auf folgende Formel geeinigt, um deren Zustandekommen sich besonder- der Minister Brauns be­müht habe: Die äußerste Not unseres Belkes int schwer­sten Ringen um seine wirtschaftliche und politische Exi­stenz zwingt unS vorläufig, in der Urproduktion die Arbeitszeit auf dasjenige Maß zu «rgänzeu, das gesund­heitlich tragbar ist: insbesondere ist sie im Bergbau unter Tag aus acht Stunden einschließlich Ein- und Ausfahrt: festzuietzen, sodann muß in den übr!gen lebenswichtigen Betrieben die Möglichkeit zur Urberschreitunz der acht­stündigen Arbeitszeit gegeben werde«. Aus die öf-euilich: Verwaltung sollen diese Grundsätze sinngemäß angewandt

rechnet. AuS SpaefmnteitSrücksichrc!» soll eint Ver­ringerung per Ministerposten tu Frag« kommen.

Tatsache beschloß das. Kabinett durch den Reichskanzler den Reichs­präsidenten die Demisiion anbieten zu lassen. Der Reichspräsident hat die Demission des Kabinetts an­genommen und den bisherigen Reichskanzler Dr. Stresemann mit der Neubildung des Kabinetts betraut.

nicht geneigt, in der Kernfrage der Frage dec Arboits- leistung entgegmzukommen. Sie wollten in allen Finanz- und Sieuerfragen der Rcichsregierung weitgehend.' Be­fugnisse einräumen, aber in-allen Wirlschafts- und sozia­len Fragen beharrten sie aus ihrem doktrinären Stand­punkt. -Daraus ergab sich,.daß di« große»

freuten bezahlt werden, sodann sottlcn ble Pr e i s- derechnunge« tn ander« Bahnen gebracht werde«, ent> der Monopolwirtsckmft und freie« Konventionen btr Kartelle entgegengetreten werden, schließlich soll i ble Rnlnprvduktlon namentlich im Bergbau durch die

Erhöhung der Arbeitszeit gestärkt, aver Hi,.') Auf anderem Gebiet eine Erhöhung der Arbeitszeit eiugeführt werden. Sachlich c war in diesen« Punkt« wcstgehende Uebereinftimmuug vorhanden, die sich jedoch bei den Fraktionen nicht kau.; erretche« ließ. Die Beihandlungen, die dir C.nigung hätte erbringe« sollen, drehte« sich fchlieft- ich» nur umdieNrageT-^dderErmächttgungSantragder SiiLicgierung auch ftlr die Sozialgesetzgebung gelten i soll!«. Diese Frage wurde v o « der s o z i a ld e m o- ° kra tische« Fraktion mit 61 gegen 51 Stimmen.

also «ine Zufallsmehrheit, abgelehnt. Um eine t Verlängerung bet Krise z« vermeiden, Hal daraus die

Msttlvoch vormittag, zeitweise wieder in Anwesenheit des Reichskanzlers Dr. Stresemann. Ihr« Beratung sand tn einer Entschließung zur politischen Lag« greif­baren Ausdruck. Der Beschluß hat folgenden Wort­laut:

1. In der Frage der Arbeitszeit billigt die Fraktion die Entschließungen deS Kabinetts in feiner gestrigen Sitzung.

2. Die Fraktion ist bereit, dem Ermächtigungsgesetz z-izustimmen, hält aber aus sachlichen Erwägungen eine Aenderung in der Besetzung des Reichssinanz- ministeriumS für unerläßlich.

Tie Stellung der Sozialdemokraten.

’ Rach dem „Vorwärts" lehnte die' sozialdemokratische Reichsiagsfratt-on heute nach eingehenden Verhandlun­gen die Ausdehnung des vom Reichskanzler vocgeschl'.g:- ren Ermächtigungsgesetzes au s das sozial­politische Gebiet ab. Sie konnte sich mit der im Reichskabinett gefundenen Formulierung für die vom Kanzler in feiner programmatischen Erklärung voczu- tragenden Absichten bezüglich des Arbeitszeitge- s e tz e s nicht einverstanden erklären, ist jedoch bereit, in neue Verhandlungen über dies« Frage mit den Koalition-Parteien einzutreten.

Run ist di« Demission des KabinsttS Tatsache gewor- teu Eigentlich freilich ist in der Krise selbst noch kein « Aenderung eingetreten, denn bei den gegeiy sätzlichen Anfsassuugen der Koalitionsparteien über die wichtigen von Stresemann geforderte» sozialen und wirt­schaftspolitischen Maßnahmen war es selbstverständlich, iah das Kabinett in dieser Zuiammensetzu ng unmöglich war. : '

Dr. Stresemann ist mit der Bildung des, neuen Kabinetts beauftragt. Es ist nun die Frage, ob eS ihm »hingt, ein Kabinett auf parlamentarischer Grundlage Zustande zu bringen. Sollte dies a cht möglich sein, so bände das Deutsche Reich jetzt vor den allerschwersten '-«gen seit seiner Existenz. Wie auch die Entscheidungen galten mögen, die inneren Spannungen drängen zu einer Lösung, die von jeder Regierung — « ner parlam:nntar> scheu oder einer diktatorischen j— fast Unmögliches ! Verlangt, angesichts des unerhörten Druckes von außen *nb der Wirren im Inneren, die letzten Endes auch darin ihren Grund haben.

Di« Regierung hat selbst eine Begründung der Krise gegeben, nach der sie das Problem des Wiederaus-

Sie MimezltiWe Sogt.

Auch der Mittwoch brachte zunächst noch teilte Lösung des parlamentarischen Knotens, der sich so plötzlich in den letzten Tagen geschürzt hat. Roch am Dienstag haften die Fraktionen, Parteiführer und Kabinett vis tief in die Rächt, das Reichskabinett sogar bis zum grauendrn Mor­gen, beraten und verhandelt.- Rach einigen Standen der Ruhe wurde die parlamentar'lche Tätigkeit wieder aus­genommen. Natürlich ist eine solche Lage, in der an­dauernd zwischen allen möglichen Parteien, Fraktionen und Persönlichkeiten gesprochen und Verhandelt wird, der geeignetste Nährboden für alle möglichen Gerüchte, und so schwirrten btnn auch die merkwürdigsten und un­glaublichsten Gerüchte durch die Luft Oer Wrndelgänge ftn Reichstag. Darunter befand sich auch «ins, daß in Baprrn ein Staatsstreich vollzogen und Dr. von Kahr zum Ministerprälidenten ausgerusen sein sollte, was natür­lich angesichts der Tatsache, daß der bayerische Landtag garnich: tagt, unsinnig genug war.

Heute vormittag traten die Fraktionen abermals zu­sammen, um Stellung zu nehmen zu den Beschlössen, die das Kabinett in seiner NachksitMna gefaßt batte. All­mählich schälte» sich zwei Fragen ans dem ganzer Kom­plex heraus, eine materielle und eine personelle. In materieller Beziehung handelte es sich um die Gestal­tung der Arbeitszeit. Selbst bis tkf tn die Kreise der Sozialdemokratischen Partei hinein ist die UeBerjeitflung durchgedrungen, daß es mit beut starren Festhalten am Schema des Ncltsinridcntages nicht mehr weitergeht. Auf der anderen Seite wird es den Sozialdemokraten un­geheuer schwer, diese sogenannte größte Errungenschaft der Revolution, die ihren Anhängern immer so beson­ders doch gepriesen worden ist, nun ohne weiteres fallen zu lassen. Es ist verständlich, daß sie sich dagegen mit großem Nachdruck stemmen. Das Kabinett hatte eilte Formel gefunden, der auch die sozialdemokratischen Mini­ster zu gestimmt hatten. Da aber dadurch immerhin auch rein forma! die Aushebung des Achtstundentages aus­gesprochen werden sollte, vermochte sich bie sozialdemo­kratische Fraktion noch nicht zur Bllliznng dieses Vor­schlages anszuschwingen. Sie faßte daher einen Beschluß, wonach versucht werden sollte, eine ihren Wählern zu­sagendere Form zu finden.

Die zweit- Frage ist personeller Natur. Die Deutsche Volkspartei hat ihren bisherigen Reichswirtschafts min­ner von Raumer fallen lafs.n. Noch am gestrigen Aoend hat er sein Entlafsungsgesuch eingereicht, da er einsehen mußte, daß die Fraktion in ihrer großen Mehrheü mit seiner Amtsführung nicht einverstanden war. Herr v. Raumer seinerseits erklärt, daß er in diesem Kabinett seine Pläne nicht habe verwirklichen können. Gleichzeitig wünschte aber auch die Deutsch« Volkspartei die Ersetzung des Reichsfinanzministers Dr. Hilferding durch eine andere Persönlichkeit. Man geht in diesen Steilen von der Mn- nähme aus. daß die beiden Minister nicht bie Erwartung erfüllt haben, die man in sie gesetzt hat, nämlich dir schnelle Durchführung der Währungsreform. Die Tat­sache, daß man in der Währungsre. iorm noch immer nicht vorwärts gerommen ist, wird den beißen ge­nannten Ministern zum Vorwurf gemacht. Innerhalb )«- Sozialdemokratie sträubt man sich natürlich auch geg:n die Beseitigung ihres ersten Mannes im Kabinett. Tie Führer der Sozialdemokratie würben daher von vor Fraktion zum Reichskanzler geschickt, um sowohl die materielle wie die personelle Frage noch einmal zu besprechen.

Ein weiterer Beschluß der 'Volkspattei besagte, daß bk Ministerien mit solchen Männern wieder Belegt werden loflen, „die mit voller Ueberzeuzung auf dem Boden des Wittschastsprogramms der Reichsregierung stehen". Wer­ter wurde als Wunsch der Deutschen Volksvattei zum Ausdruck gebracht, daß für den Fall einer Berauderung Ses Landwittschastsministeriums eine der Landwlttsmaft nahestehende xnb ihr persönliches Vertrauen genießende Persönlichkeit berufen werde. Angesichts der immer wei­teren Markverschlechreruug ist die Ernährung ses beut- lihen Volkes auf das schwerste gefährdet, da die Land­wirtschaft nicht mehr geneigt ist, das Papiergeld entgegen- zunehmen, Darum hielt man es für notwendig, dao Kabinett durch eine Persönlichkeit zu verstärken, die bei Landwirtschaft und mich der weiteren Rechten nahesteht.

Der Beschluß der Volkspattci schuf eine neue Lag«. Während man bis dahin glaubte, unter Aufrechterhaltuna des Grundsatzes der g-oßrn Koalition die Tinge meistern zu rönnen, Hai sich diese Annahme durch den Ganz 6 er

Marburg

DgNMslR, Den l Lktober

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Bit alte« MW» im MMt.

Berl in, 3. Olt. Gutunterrichtete Ruhrkriise Mei­sen anläßlich der völlig ungeklärten Lage im Ruhr­gebiet darauf hin, daß deutscherseits der Wiederher-» fieUung geordneter wirtschaftlicher Zustände kein Hin- deriiis mehr entgegensteht. Seitens der Besatzungs- bchörden ist jedoch noch nichts geschehen, um bie Wiederkehr einigermaßen geordneter Zustände zu er­leichtern. Mit Ausweisungen, Verhaftungen unb$tr-: urlttiungrn wird rücksichtslos fortgefahren. Tas Sh-' stem bet Unterdrückung der Bevölkerung wird zur Zeit vcrstäikt augewendet. Infolgedessen ist die Span­nung äußerst erbittert. Angesichts der den deutsche« Eijcnbahneru gestellten Gcdingugen, sowie der Er­hebung von Fraukengebühren bei den Regiebahnen,

Probleme unserer Tage licht mit der So­zialdemokratie zu lösen sind. Die Situa­tion wurde verschärft durch einen Beschluß der So« qialdemokratie dahingehend, daß die Reichs- regierungaufgesordertwerdensoll.gegen Bayern aktiv vorzugehen. Weiter erklärten die Sozialdemokraten für den kommunistischen Antrag aus Aufhebung des Belagerungszustandes zu stimmen. Die bürgerlichen Parteien mußten diese sozialdemokrafifchen Forderungen als eine schroffe Kriegserklärung empfinden.

Bei dieser Sachlage war nicht nur die große Koalition, sondern die Regierung in ihrer ganzen jetzigen Gestalt erledigt. Das Reichskabinett trat noch in später Nacht- ftunbe zusammen. Die große Regierungskrise ist ausge­brochen. Die Demission des gesamten Kabinetts müßte sich als Folge der letzten Ereignisse ergeben.

Berlin, 3.Okt. Bis 2Uhr blieb eS zweifel­haft, obderReichstag heute »wch im Plenum tagen wird. Die Fraktionssitzungen ziehen sich bis in den Nachmittag hin. Stresemann und der Staatssekre­tär v. Rheinbaben nahmen ur. der Sitzung bei Deutschen Bolkspartei teil. Diese Partei wird, wie verkantet, btm Ermächtigungsgesetz zustim- men, wenngleich auch für sie von ausschlaggeben­der Bedeutung ist, welchen Personen die Durch­führung dieses Gesches anvettraut wird. Die Sozial­demokraten wollen sich bekanntlich auf eine be­stimmte Formulierung einer Abänderung des Acht­stundentages nicht einlassen. Sie glauben, daß diese Frage allmählich von selbst sich ausreisen werde. Auch wollen sie sich keinen Zwang in der Perfonen- fiflge auferlegen lassen. Im allgemeinen wird ange­nommen, daß das Kabinett sich halten werd«.

Berlin, 3.Okt. Wi« aus parlamentarisch«« Krei­sen verlautet, ist di« Pl«narsihung des Reichstages für heute abgesagt. Zur Zeit, 7 Uhr abends, ist Kabinetts- sitzung. Die Demokraten Haden einen Bermittelungsvor- schlag gemacht, der dahingeht, das Arbeitszeitgesctz gleich- mt* bei;. Ermächtigungsgesetz in Angriff zu nehme«, sodaß die Frage deS Achtstundentages im Ermächtigungs­gesetz nicht berührt zu werden braucht. Di« Sozialdemo­kraten wollen hierüber um 8 Uhr beraten.

Sie £ooe In »wem.

Berlin, 3. Okt. Di« „Sächsische Staatsztz* behauptet in ihrer Ausgabe vom 1. Oktober, die bei­den sozialdemokratischen Abgeordneten Auer uni Uniert citner hätten sich im Anschluß an bfc Waffenibeschlagnahm« bei der „Münchener Post" z» General Lossow begeben, um Beschwerde darüber zu führen, daß di: Arbeiter-Sicherheitsabteilungen aus- gelöst würden, während die Sturmtrupps Hitlers un­angefochten bestehen bleiben dürften. Der General habe aber den beiden Abgeordneten sagen lassen, et empfange keine Sozialdemokraten, worüber bi: Empö­rung i«. sozialdemokratischen Kreisen ungeheuer sei. Diese Bchcwptung ist, wie uns von unterrichteter Seit« mirgeteilt wird, frei erfunden. General v. Lossow hat die beiden sozialdemokratisthen Führer nicht nur empfangen, sondern auch lange mit ihnen gesprochen. i

Berlin, 3. Okt. Den Blättern zufolge hat die Bayrische B o l ksp a r t e i in der gestrigen Frak- tionsschuug dem Generalstaatskommissar v. K ah y das Vertrauen der Partei ausgesprochen. \

München, 3. Ott. Der vormalige bayertsche Ministerpräsident Graf Lerchenfeld wandte sich in einer Red« in Aschaffenburg gegen die übertriebene Kritit aut Parlamentarismus und lehnt« vom Stand­punkt des freien Bürgers aitzfr die Dittatur als Re« glerunsssorm ab. ÄBeltet '.oarttte er vor dem Ra­tionalismus, der aus niedrige Jnsttntte spetnliere. ;

Hitler und Ludenvorft. -j

London, 3. Okt. General Ludendorff hatte dem Kori<spondent«n der britischen Pictorial Sunday-Preß tu München folgende Erklärung abgegeben: Ich gche absolut einig mit Hitler, was den Wiederaufbau M Vaterlandes anbelangt. Der erste Schritt auf diesem Wege bestehl in der Einheit zwischen allen wirklichen deutschen Nomenten. Ich bin ein überzeugter An­hänger der Familie Hohenzollern, woS aber nicht bedeutet, daß ich in der Frage der Monarchie mit Hitler uneinig bin. Dieser vertritt die Ansicht, daß die Bewegung zur Wiederherstellung der Monarchie der Frage des nationalen Wiederaufbaues im Augen- bick untergeordnet bleiben muß.

Der Lnzeigenprei, betriat für be«9gefp. Zetlenmillimeter Grundzahl: 40. Lmtliche o. auswärt. Lnzeißkn 50. Bei Ichwterigem Satz 50Aufichlag. Sammelanzeigen 100 Aufschlag, ^rtlamen Grundzahl 150. Jeder Rabat« gilt al» Barrabatt. Belege werden berechnet, ebenso Auskunst durch die Deschäft»st«lle und Zusendung der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen nach Rechnungrdatum. sonst nach der Schlüsselzahl des Zahlung,- iages. Bei Schecks aus uusw. Plätze wüsten wir di« Eingang»- u. Berzugsipesen in An­rechnung bringen. — Schlüsselzahl Ne» B. d. Z1g».-B. »em S9./9.—5./10. 50000.

GöechM IMng

Amtliches BerWndigungsblatt des Kreises Marburg.