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innerhalb 5 Tage« «ach Rechnungrdatum, fonft nach der Schlüsselzahl de» Zahlung! tage». Sei Scheck» auf nusw. Plätze müsse« wir die Eingang», u. Verzugsspesen in Ai

redjnung bringen.

Ärrnerpolitische Krise

hatte beschlossen, den Entwurf eine- Ermächtigungsge­

setzes vorzulegen' durch das ihm besondere Vollmachten Leiter tm, Amte' bletben tamr-."b -s 'n einzelnen

Ressorts eine andere Zusammensetzung erfährt oder ov

pir Dnrchsührung ihres Programms auf politischem und

sich ans der ganzen

derSchlesischen Zeitg."

Breslau, 3.Cft In

erfährt und datz eine in Betrach tkommcnven

zweifelsfreien Lage Politik weiter.

Frag« «och ein« Aenderung Einigung Uber die anderen Frage« sich ermSgliche« licht.

imentlich aber aus wirtschaftlichem Gebiet er- sollten.

dieser Richtung ist die So»ialdemokra- .* cntsch?8»ende Frage zu stellen Nachdem wir rpolitik getriebrn haken, die doch nachgerade

ss. m 1923

steuervorauszahlung herabzusetzen und für wirt­schaftlich schwachen Betriebe des Handwerks untz Kleinhandels die Zahlung der Ruhrabgabe um einen Monat hinaurtzuschieben.

Wie demLokalanz." au» Esten gemeldet wird, haben die vier Bergarbeiterverbände soeben eine« Aufruf an die Bergarbeiter der besetzten Gebiete er­tasten, in dem sie auffordern, die Arbeit und Förde« rung sofort in w» Umfange wieder aufzunehmen.

f NUSW.Plätze müsse« wir die Eingang», n.Serzugelpesen in Sn» SchlSN«l»»hl de» B. d. Ztg».»v. eem 29./9.-S./10. 60000.

sozial fr'-

eine Krise in der vielleicht gefährlichsten Lage, in der sich Deutschland je gefunden hat, die AktionSkrast der deutkchen Regierung lähmen soll. Von derR^glerungs- erklärung schreibt das Blatt, daß sie außenpolitisch

DerTag" fährt die Meinungsverschiedenheiten knnerhalb der Koalitions'vgiemng, die letzten Endes zu der hnltigen Krise geführt haben, auf das völlige Der« sogen des Finanzministers tzilferding und außenpoli- . kfch auf die rücksichtslose Politik Frankreichs an Rhein

die Konsequenzen aus einer geben. Frankreich betreibt sein«

Situation, in der wir uns jetzt befinden, vorsah. Die entsprechenden Vollmachten sollten dem ReiMkabinett durch ein Ermächtigungsgesetz, das bis 1. März 24 befristet war, gegeben weiden. Der entscheidende Punkt war die Arbeitsfrage, bei der die alten Diffe­renzen mit der Sozialdemokratte zum Ausdruck kamen. Der Wendepunkt in der Lage wurde aber herbetge» führt in der Besprechung der Parteiführer, in welcher der deutschnationale Abgeordnete Dr. Scholz al» Parteiführer eine Aenderung der personellen «erhält- itiife im Krbinett forderte, ohne jedoch bestimmte An. gäbe in dieser Hinsicht zu machen. Daneben wurde aber zunächst als persönliche Forderung die Einbe­ziehung der Deutschnationalen in die Koalition ver­langt. Die Sozialdemokraten lehnten das ab. Aber durch die erhobene Forderung mutzte man die Koalitton bereits als aufgegeben anseben, mti> so standen die bürgerlichen «arteten vor den Weit- tragendsten Entschlüssen, die jetzt in der Ausführung begriffen sind.

Be r l i n, 2. Oft. Hebet den Verlauf der Frattwns- sitzungen im Reichstag wird aus parlamentarischen Krei­sen berichtet: In der Frattionssitznng der Deutschen Bolkspartei war der Reichskanzler Dr. Stresemann selbst anwesend. Er legte der Frattion fein Programm dar. Diese stellte sich durchaus hinter sdine Politik. Auch das Zentrum beschloß, dem Programm de- Reichs­kanzlers zuzustimmen und lehnte aäch eine Erweiterung Les Kabinetts nach rechts nicht ab, wenngleich es ausge­macht sein dürfte, daß das Zentrum auch an ter Mit­arbeit der Sozialdemokratischen Partei sesthalten möchte. Die demokratische Fraktion erklärte, daß sie ntlht an einer Personenfrage interessiert sei, daß sie für das von dem Kabinett beabsichtigt!' Ermächtigungsgesetz stimmen würde, aber nicht in einem Kabinett mit ten Deutschnationalen zusammen verbleiben würde. In diesem letzteren Sinne entschieden sich auch die Sozialdemokraten, die ferner inbezug auf daS Ermächtigungsgesetz insofern eine zustim­mende Haltung einnahmen, als eS sich auf die Währungs- Finanzpolitik bezieht. Dagegen lehnen die Sozial­demokraten daS Ermächtigungsgesetz ab, soweit eS sich auf die wirtschaftlichen und sozialen Fragen, insbesondere die Durchbrechung des Achtstundentages, bezieht. Autzerdem halten sie daran fest, daß ihre drei Minister im Kabinett verbleiben. In den späten Nachmittagsstundeu wurde auch das Rücktrittsgesuch des Wirtschastsminister v. Rau­mer, der der Deutschen Vollspartei angehört, dtkanni. Der Rücktritt des Herrn v. Raumer dürste aber nicht auf Meinungsverschiedenheiten in der Polittk des Kabi­netts, sondern auf personelle Gründe zucückzuführen fein.

Berlin, 3.Okt. Der Vorsitzende der Reichstags- fraktion der Deutschen Bollspartei, Dr. Scholz, demen­tiert die Nachricht, daß er dem Reichskanzler Forderun­gen unterbreitet habe, von deren Erfüllung das Ver­bleiben seiner Partei in der Regierung abhängig fei. Er habe nur den Standpunkt vertreten, daß seine Fraktion eine weitgehende Ermächttgung zur Durchführung sinan- zieller, wirtschaftlicher und sozialer Gesetze voraussichtlich von der anderwestigen Besetzung de- einen oder aoberen Ressorts abhängig machen müsse. Auch, habe er die Not- tvenbigfeit der Steigerung der Arbeitsintensstät zwecks Erhöhung der Produktion betont. I« dazu geeigneten Betrieben dürfe man auch vor einer Verlängerung der Arbeitszeit nicht zurückschrecken.

Berlin, 2.Ott. Wie wir au- parlamentarischen Kreisen erfahren, hat ReichswirtschchftSMini- ster v. R aumerleineDem ission gegeben.

Berlin, 4. Ott. Da» ReichSkabinett trat gestern vbenv 9% Uhr zu einer Sitzung zusammen, em zu der durch die Erklärungen der Fraktionen geschaffenen Lage Stellung zu nehme«. Die Beratungen Betrafen insbesondere die Frage der Mehrbelastung der Wirt- schäft, die da» Kabinett aufgrund de» Ermächttgung». «csetze» durchzuführen gedenkt. Die sozialdemokratte scheu KabinettSmitglieder werde« über die getroffene« Vereinbarungen ihrer Frattion Bericht erstatte«, die ihrerseits ihre Stellungnah«te.bi» heute mittag dem Reichskanzler zur Kenntttt» bringe« wird.

»etil», 4, Okt. Das ReichSkabinett ist gestern abend 10 Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten. Entgegen einet anderslautenden Nachricht ist festz«. stelle«, datz die Deutsche Bolkspartei lediglich ve« Wunsch ausgesprochen hat. datz bei einer eventuelle« Aenderung im Reichsenttlhrungsministetimn die Wie, vetbesetzung durch eine Persönlichkeit erfolgen soll, die da» vertraue« der weiteste« landwirffchaftlichen Kreise genieße. Rach dem Stande der in der zwölfte« Abendstunde «och andauernde« Verhandlungen ve» Reichskabinett» erscheint e» nicht auSgefchloffen, datz die Stellung der Sozialdemokratte zur bayrischen

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ein?

kn Erwerbs- und den Spartrieb vollständig vernichtet, nachdem der Besitz mit einer wirklich nicht mehr zu über­bietenden steuerlichen Belastung beschu>ert ist, muß von der Begenseite unbedingt verlangt werde», daß sie nun auch ihrerseits in den Frage« der Wirtschasts- und Sozial­politik zu Gegenkonzessionen übergeht. Und hier werden wir immer in erster Linie auf die Foo^e der Mehrarbeit stoßen. Wenn jetzt den Schlüssel-Industrie», vor allem km Bergbau und der Montan-Judusttie, als den schwer- arbeitenden Schichten die Forderung gestellt wird, zur Mehrarbeit übermgehen, dann muß auch von allen ande­ren arbeitenden Kräften, wo immer sie stehen mögen, eine Mehrarbeit v-rlangt und geleistet werben. Was wir bitter nötig brauchen, ist ein nationales Dieust-^Pfiicht-Gnetz Es wäre eine Illusion, zu glauben, daß gegen den gr- schlossenen Willen der Arbeiterschaft die Aufrechterhaltung einer starken Wirtschaft in Deutschland möglich wäre. Aber kr gesunde realpolitische Sinn, der nicht durch Agitation irregeleiteten deutichen Arbeiter bis weit in bk Reihen der Sozialdemokratie hinein erkennen llar bk Forderungen der Stunde und damit ihre Notwendigkeiten. Die Sozial­demokratie muß sich nun entscheiden, ob sie ben Wieder­aufbau der Wirtschaft und damit des BolkSaanze» von der Turchsetzung ihrer parteidoktrinären Auffassungen ab­hängig machen. Ans biekm Wege könnten bte bürger­lichem Parteien, deren 'Ziel die ZufaMmenfasfuna aller Krä'te, also auch die große Koalition wari nicht folgen.

Innerhalb der Frattione« machten sich aber auch starke Widerstände gegen einzelne Persönlichkeiten des Kabinetts geltend, die nach Auksasfung, belockderee t^rt- schastlicher Kreffe, sich ihrer Aufgabe nicht gewachsen gezeigt haben. Es wurde daher gellend gemacht, boß wobl grundsätzlich die Zustimmung zu elftem solchen Er­mächtigungsgesetz erteilt werden könne und müsse, nicht aber dem Kabinett inseinerjehigen Zusammen- fetzuug. Weitete Verhandlungen darüber ergaben die Notwendigkeit für die Fraktionen, erneut sich mit dieser Frage zu beschäftigen, und somit wurde ihnen von der Reichsregi'eruug Zett bis 7 Uhr abends gegeben. Dann sollte von den Fraktionen der ReichSregkrung mitaeteitt werden, ob sie bestimmte personelle Wünsche und Forde­rungen zu stellen hätten. Im tetzteren Fall würde das Kabinett gezwungen sein, nun selbst über bkfe Forde­rungen zu beschließen, und das würde natürlich eine teil­weise, wahrscheinlich aber vollständige Kabinetts­krise bedeuten. Im andern Fall wäre die Regierung in der Lage, noch in später Abendstunde dem Reichstag ihr Programm vorzulegen, sodaß die Aussprache am Mittwoch statlfinden könnte. Das war die Lage in den parlamen­tarischen und Regierungskrisen in den späten Nachmit­tagsstunden des Dienstag.

veröffentlicht btt Deutschnationale Bollspartei, um jeden Gerüchten vorzubeugeu, die Erklärung, daß der Deutsch- nationalen Bolkspartei irgendein sogenannter Nechts- putfch vollkommen fernliege.

Die Steuern.

DerBosi. Ztg." zufolge hat die. bayrische Volks­partei im Reichstag mehrere Anträge auf Abände­rung der Steuergesetze vom 11. August eingebracht. U. kl. sollen die Freigrenzen herabgesetzt werden. Die Deutschnationalen haben beantragt, den Ent« wertungsfaktor von 30 000 für die Einkommen-

und Ruhr. Der Staatssekretär des auswärtigen Amtes habe in den letzten Tagen zahlreiche Besprechun­gen mit dem französischen Botschafter fflkt die Frage der Wiederaufnahme der Arbeit ge­habt ohne daß bs-her auf ganz bestimmte deutsche Vorschläge irgend eine Antwort erteilt worden wäre.

Das Blatt schreibt weiter:

Ms heule haben die in Betracht kommenden wirt­schaftlichen Organisationen der Arbeiter, Arbeitgeber, Angestellten und Beamten eS abgelehntz auf die von den Besatzungsbehörden und der Eisenbahnregie auf- gestellten Bedingungen einzugchen. Dapnt ist be­wiesen, daß der Widerstandswille im Ruhrgebiet gegen eine vollständige Kapitulation noch vochanden ist Nimmt man hinzu, daß die gesamte innere Lage eine Zusammenfassung aller Kräfte in Ber­lin notwendig macht, so «gibt sich ohne wei- t«eS, daß' von den Fraktionen der Bürgerlichen mit Recht Veränderungen im Kabinett gefordert sind, die daS bisherig« Versagen in den wichtigsten wirtschaft­lichen Posten wieder wett machen.

Das ist heute in der Besprechung der Parteiführer beim Reichskanzler auch bereit» zum Ausdruck ge­kommen, und zwar besonder» dcwurch, daß von dem Verfielt der Deutschen Volkspartei die bestimmte An­regung gegeben wurde, das Kabinett durch Hinzn- tritt von Vertretern ter De utschnationalen Bolkspartei zu «wchtern und die sogenannte ganz große Koalition zu bilden.

DerVorwärts" setzt bereits auseinander daß eine Auch dieZeit" spricht von ungeklärter iitttenpe- litischer Lage.

Die Frattwnen des Reichstages stehe« vor autzer- ordentlich wichtigen Entscheidungen. Es wird von Wien Entschtüfferi abhängen, oh das Kabtnett Dr. Strefemann in fein« bisherigen Zusammensetzung

Bayreuth, 1. Ott. D« Deutsche Tag in Bah«, reuth ist am Sonntag ruhig »«laufen. Nur in be» Altstadt wurde ein Kriegsteilnehmer überfallen unU mißhandelt. In der Landgrafenallee wurde ein mit Festteilnehmern besetztes Automobil mit Steinet morsen. Das Automobil macht« Halt und bte fassen verprügelten die Angreifer. Auch die PÄijM iwiff «tn_1 ' *

Der Anzetaenoret» beträgt sSr be« Sgesp. Zetlenmtllimeter Grundzahl: 40. Amtliche aurwärt. Anzeige» 50. Bei schwierige» Satz 50/, Aufschlag. Sammel»«,eig«« 100 Aufschlag, ihetlc

tf IM Reichstag wie in der Reichskanzlei herrschte im .Kaust des ganzen heutigen Tages v«haltene Aufregung Und Gewitterschwüle, da Man weiß, daß sthr schwere Entscheidungen noch für den Abend bevorstehen. Ut* strünglich sollte die Reichstagssitzung um 8 Uhr beginnen, U«d an die Erklärung der Regierung sollte sich gleich hie politische Aussprache a »schließe«. Auftauchende Schwierigkeiten veranlaßten zunächst eine Verschiebung ks Sitzungsbeginns auf fünf Uhr, und dann wurde be- fchlosstn, die Plenarsitzung erst um acht ob« neun Uhr stattfinden zu lassen, falls sie überhaupt zustande hemmt. Anlaß dazu dürste bet Verlauf bet Besprechun­gen gegeben haben, die am Vormittag zwischen Reichskanz* Irr und Parteiführern über das Regierungsprogramm der nächsten Zeit stattgefunden haben.

Da» Kabinett Hst sich nach eingehenden Beratungen Auf ein Programm geeinigt, das in zwei Teile zerfällt. Der erste Teil bezieht sich ans die auswärtige Politik und namentlich unser Verhältnis zu Frankreich Das Kabinett scheint einhellig zu bet Auffassung gelangt zu sein, daß bei ter Haltung ber französischen Regierung et» förm- sicher Bruch nicht mehr länget zu »etmev- den ist. Es wirb immer klarer, biß bte französische Negierung mit vollem Bewußtsein auch nach Erfüllung herjenigen Bedingungen, bk sie ursprünglich für den Be-' ginn von Verhandlungen aufgestellt hat, jeden Fortschritt tzvr Herbeiführung geordneter und befriedigend« Berhäll- ttfffe verhindert, weil ihr alles am Untergang Deutsch­lands liegt. Das muß schließlich zum Abbruch der Be­gehungen zwischen beiden Säubern überhaupt führen.

Wenn über diesen Puntt alle Parteien einig find, von kn Deutschnatioualen bis zu ben Sozialdemokraten, so herrschte noch völlige Unttarheit, wk sich dk Dinge inner politisch gestatten sollten Im Kabinett teuren alle früher vorhandenen Meinungsverschieden­heiten darüber ausgeglichen worden, daß nunmehr die Zeit gekommen sei, mit aller Kraft die Arbeitslei­stung auf allen Gebieten zu erhöhen. Das Kabinett

Marburg

Mtwoch. Nn 3. DHober

»Nbhardt ,

Der Diensteid, ben man den Beamten aufzwingen will, bedeutet einen unverhüllten Eingriff in die deut­schen Hoheitsrechte. Es ergibt f";T

________________ ___schwierige» Satz 50 Aufschlag. Sammel»«zeige« 100/, Aufschlag. >.eflamen Grundzahl 150. Jeder Rabatt gilt als Banabatt. Beleg« werde« berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftestelle und Zusendung bet Angebote. Zahlung

Bit ömmll in Beitti.

In Bayern scheint sich dte Lage soweit gellärt z« haben, daß bk Polittk v. Kahrs a»f eine geschlossene Front b« antimarristischen Partekn unb Verbände hinsteueet, wk sie bereits sei langem in der innerbaherischen Enk Wickelung votgezeichnet ist. Die Schwierigkeiten dies« Politik lkgen bekannttich nicht in München, sondern r» Berlin, wohin sich ter sozialistische Abgeordnete Auer ben« auch begeben hat, um zu protestiere» Ts ist deshalb jetzt bk Frage, ob bie Politik v Kahrs wieder einmal sich Jber Reichspolitik, ht ter bk Sozialdemokratie aus­schlaggebenden Einfluß hat, beugen wird oder nicht.

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München, 2. Ott. Di«Münchener Pofi" er* Bütt zu dem Streikverbot d«S GeneralstaatskommissarS Saht, selbst, wenn man sich auf de» Standpunkt stelle» würde, daß ter bayrische Ausnahmezustand neben dem Ausnahmezustand deS Reiches zu Recht bestehe, so dürfe auch dann von Bay«n aus daS Koa- littonsrecht, mithin das Streikvecht tet Arbeiter, nicht ar getestet werden. Die Arbeiter haben vorerst ke-ue Veranlassung, nervös zu werten. - #

München, 2. Okt. Me die Kört. Haffmanü ton zuständiger Seite erfährt, entspricht bas Ge­rücht, wonach GeneralstaatSbnmnissar v. Kahr zunk bayrischen Ministerpräsidenten ernannt märten L in keiner Meise den Tatsachen.

Mr die Blätter hören, hat sich die bayrische Staats­regierung mit ter w-ürttembergischen Staatsregleruiig- ins Benehmen gesetzt, um über die politische Lacke und ihre möglichen Konsequenzen für beide Sätw« in einen Meinungsaustausch zu treten. Es soll teab- sichtigt fein. Deutschnationale in die württemtergische Regierungskoalition aufzunehmen.

München, 2. Okt. Den Matter» zufolge ist der aus dem Beleidigungsprozeß des Reichspräsiden­ten bekannte München« Naturwissenschaftler und Pri- vatgelchrte Tr. Emil Ganßer auf Befehl des Ttuppen- kommandos 3 in Beilin in Schutzhaft genommen worden. Seine Bechaftung erfolgte auf Antrag des Reichsinnenminister» Sollmann. Es wird Tr. Gan* ß« zur Last gelegt, dcch er für denVölkischen Beob­achtet einen verhetzenden Artikel geschrieben hat, der schwere Angriffe gegen die Reichsregierung enthält.

Me demVorwärts" gemeldet wird, hielt ^Gene­ral Lndendorff bei eine«Denkmalsen!hüliung in Sch er­see eine Ansprache, in ter « für Kahr eintcat. Durch seine Weigerung, ben Führ« des Kampsbundes Reichsflagge", Heise, dem Staatsgerichtshof anszu- liefer», durch die Wafsenbeschlagnahme in terMün­chener Post" und die Auflösung der Au«-Garde habe Kehr beliefen, baß « mit allen Vaterländischen den Kampf gegen die Reichszerstörer energisch aufnehme. MS erst« legte sodann General Echterim Namen des Königs Rupprecht" einen Kranz am Denk­mal nieder. ' !

München, 2 Ott. DieMünchener Neueste» Nach­richte»" Hielte»: Der Befehl des Geueralreichskommissar» betreffend denBöllischeu Beobachter", bet bisher weiter erschienen ist, wurde dem General von Lossow in München zugestellt. Lossow hat den Befehl au be« Generalstaats*' kommissar von Kahr weitergegeben. '

München, 2.Ott. Ter Bezirks- und Ortsvorstand, München ter Sozialdemokratischen Partei hat bk OrtS-. gruppen von Südbayern unb Schwaben aufgeforbert, bie, Sicherheitsabteilungen ter Sozialdemottattsche»' Partei aufgrund der Verordnung des GeneralstuatskoM- miffars als aufgelöst zu betrachten. De» bis­herigen Führern und Manuschafteu bet Sicherheitsab. ftilungen wird der Dank bet Partei ausgesprochen unb be­merkt, daß man »ar »er Gewalt gewichen fei, daß bie Partei aber die strengste Durchführung bet AuslösungSanweisung verlange. ;

München, 2.Oft Wegen Verdachts der Teil-' nähme an ter kürzlichen Schießerei im Brüdermühlvierteh ttnirbe bet Apotheker Bouisson verhaftet. Bonifson nute ter Leiter bet aufgehobenen sozialdemokratischen Schutzabo teilungen, doch hängt diese Tatsache mft ber Verhaf« tung nicht zusammen.

bisherigen Regierungspolitik von selbst, datz das Ka­btnett diesem Vorgehen nicht rubtg zuseden wird.

Die Regierungserklärung laffe keinen Zweifel daran, datz das »abtnstt entschlossen ist, auf das französische Vorgehen dte einzig mögliche Antwort zu erteilen. Mit dieser Haltung sind lämtliche Parteien cinver- sianden, so datz erfreulicherweise autzenpolitisch eine Einheitsfront von Deutschnattonalen btS einschließlich der Sozialdemokraten besteht.

.Jnnenpolittsch bringt die RegierungserNärung eine Bdllmacht für das Kabinett, alle ihm notwendig er­scheinenden Maßnahmen wirtschaftlicher, finanzieller und sozialerNatur imVerordnungswege durchzuWhren. Dteses ErmSchtigungSgesctz umfaßt auch die zur Zett besonders eingehend erörterte Frage der Produttlons- stetgerung durch Mehrleistung. Ss bestehen auf diesem Gebiete grundsätzlich keine Meinungsverschiedenheiten mehr, da von allen Parteien die Notwendigkeit einer Produkttonssteigerung und einer grötztte« Anspannung der Arbeitskraft unbedingt anerkannt tollt. Strittig iit wohl nur noch die Formulierung unb die Frage der prattische» Durchführung.

Wie sich aus den Besprechungen mit den FraktionS- flibrern ergeben hat, liegt die Hauptschtolerigkeit tu- dessen nicht auf diesem sachlichen, sondern auf dem persönlichen Gebiete/

Berlin, 2 Ott. In einer heute vormittag ab- gehattrnen Besprechung ter Führer ber Koalitionsparteien lMit dem Reichskanzler, an ber auch ber Führer ber Bayerischen Bolkspartei trilnahnk, entwickelte der R e i ch s- kan z ler die Grunbzüge seiner heute im Reichstag zu hallenden Rede. Bei ter große» Tragweite ter auf außcu- unb innenpolitischem Gebiete zu faffjnben Beschlüsse leg­te» die Frattiousfühver Wert darauf, zunächst mit ihren Fraktionen zu Beraten. Es wurde vereinbart, daß das Ergebnis dieser Beratungen bis 7 Uhr nachmittags dem Reichskanzler zur Kenntnis gebracht wird. Dementspre­chend ist damit zu rechnen, daß dte heutige ReichstagS- sitzung erst im Laufe des Abends stattfiudet.

Zu ber Diskussion über eine Verbreiterung ter Basis ter Reichsregierung wird in betGermania" gesagt, wenn sich eine Verbreiterung ter Regierung ermöglichen lasse, werte das Zentrum sicher keine Einwenbungeii machen. Es sei ab« nicht gewillt, au dieser Frage bie große Koali­tion scheitern zu lassen.

Berlin, 2.Ott. Reichstagspräsitent Loebe hat um 8 Uhr abends mitgeteilt, baß die Reichstagssitzung für heute abgefetzt werten müßte und ein weiterer Ter­min noch nicht bestimmt werde» konnte.

Wie es kgm?

Aus dem Reichstage wird uns mltgetetlt:

Die schwere Krise, dte förmlich über Nacht auSge- brochen ift, har sich folgendermaßen entwickelt: Oer Reichskanzler legte dem RetchSkabinett et» ausführ­liches Wtrtfchaftsprogramm vor, welch«» die Ergrel- fmrg betonterer stnarrzteller, wirtschaftlicher und sozialer Maßnahme» zur Milderung der schwere«

Amlliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg

Altzeiger für (bas früher kurhesiische) Oberhessen

Die ^OberheMlch« Zeitung- er|*ehü sechsmal »Lche«tlich. D«,ug,vr«i» 2. Hälft 8ept. b üoOOOO M.fieiblelbend und Z»stellu«g»g«böhr. Für ausfallendetzlninmern inf. St. 232 Streik»od.«lement.Ereignisse ket« Ersatz. Llg.nonDr. L. Hitzeroth. Druck der

Uutv^Buchdruckerei do« 3ob. «»,. Koch, Markt 21/28. Fernsprecher 55, Bost, scheckkonto: Kr. 6016 Amt Frankfurt a. Kain. ,