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DieOderheisitche Zeitung" erscheint jtrhimal wöchentlich. Bezugspreis 2. Hälft Sept. 5000000 M. freibleibend und Zuftellungsgebiihr. Für ausfollendeNumwern inr. Elrellsoo.element.EreigniH« kein Ersatz. Vlg.vouDr. L. Hiyeroth. Druck der Univ^Buchdruckerer von Jod. Lug. Koch, Markt 2123. Hernivrecher 55, Post» fcheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

58. M», 112$

Der blutige Sonntag in Düsseldorf wird hoffentlich den im französischen Solde stehenden Lumpen, die mit dem NamenRheinische Sonderbündler" ihr landrsverräte» risches Treiben zu beschönigen versuchen, eine heilsame Lehre sein und bleiben. Die Haltung der Bevölkerung des gesamten Rheinlandes am 30. September 1923 dürste Als ein Mark- und Gedenkstein in der Geschichte des uralten Kampfes zwischen Deutschland und Frankreich um den Besitz des urdeutschen Rheins sein und bleiben. Dte 'Franzosen mögen noch so viel Geld auswcnden, um rin paar Tausend käufliche Subjekte aus die Beine zu bringen und alles um sich zu scharen, was sich an ftag- würdigen Elementen in solchen Zeiten zusammcnfindet, in der anständigen Bevölkerung des Rheingebiets wirb der Widerwille und der Abscheu gegen französische Macht­gelüste nut zunehmen.

Wenn etwas geeignet ist, nunmehr auch dem Blindesten die Augen über das enge Berhältnis zwischen den sogc- uannten Sonderbündlern und den Franzosen zu Iffnen, so müssen es die Vorgänge v«n letzten Sonntaz 1» Düsseldorf sein. Der Losung, sich von den Straßen fernzuhalten, während die Sonderbündler «inzoge», sind Düsseldorfer treulich gefolgt. Di« Straßen waren wie ansgestorben, Türen, Fenster uno Läden geschlossen. Unter dem Schutz französischer Polizei und Truppen rückte bas internationale Lumpengesindel. daS nur zufällig die brutsche Sprache spricht, mit französischen Waffen versehen, «n. Als dann aber einzelne harmlose Bürger von den Frauzöslingeu angcsallen und mißhandelt und die ihres Amtes waltende Schutzpolizei gleichfalls mißhandelt wurde, gaben die Düsseldorfer ihrem Abscheu unverhohlen Aus- brucf. Als den Sonderbündlern Ernst gezeigt wurde, griffen sie aus, wie ein feiger Kläffer, um sich bei dem französischen Bullenbeißer Schutz zu holen in der Gestalt von Panzerautos und Kavallerieschwadronen. Daun wuchs ihnen wieder der Mut, und sie bekamen eS fertig, sich mit der Grausamkeit, di« ihrer Feigheit ebenbürtig P, an Polizeibeamtcn zu verbreiten, bte von den /Fran­zosen wehrlos gemacht worden waren. An dieser Bundes­genossenschaft chie ihrer würdig ist, werden die Fran- gosen noch ihre Helke Fretchr erleben.

Wie das Rheinland' in Wahrheit denkt, bewies Vie große Kundgebung, die in Köln veranstaltet wurde. Tort fänden sich wohl über 50 000 Menschen au? allen Schich­ten zusammen, um angesichts der feindlichen Besatzung feierlich zu geloben, daß sie in ihrer Treue zu Deutschland mte Preußen nicht wanken würden.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß noch bis vor tnigen Tagen die ernste Absicht bestand, die rheinische Republik auszurufen und zu einem Staat auszugestalten, btr nicht nur das Rheinland, sondern auch einen Teil von Westfalen, Nassau und Hessen nmsassen sollte, etwa nach dem Muster des Königreichs Westsale» unter Napo- kon. Bon dieser Absicht hat Man in letzter Stunde Abstand genommen, weil man doch wohl befürchtete, daß ton sich dabei di« Finger gar zu böse verbrennen und den Rhein- und Ruhrkampf in veränderter Gestalt uns Form wieder ausflammen lassen würde. Wenn jetzt die Ausführung dieses Versuches anfgkgeben worden ist, so braucht das freilich noch nicht ein völliges Aufgeben des Oledankens zu bedeuten. Gerade die ganze Politik, nicht nur seit Beendigung des Weltkrieges, sondern feit Jahrhunderten beweist am besten, mit welcher Zähig- frit die Franzosen an solchen imperialistischen Gedanken festhalten. Wir müssen uns daher daraus gefaßt machen, daß trotz allem ähnliche Versuche wiederfehren werden, aber sie sotten ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein!

trieben den Pöbel mit dem Bajonett. Inzwischen batte dte Besatzung auS dem Rathaus den Polizet- bciernenten verbaften lasten unter der Begründung, daß seine Beamten tu Roheit ohne Grund gegen fried­liche Leute vorgegangen seien. Die Franzosen ent­waffneten im Laufe deS Abends die ganze grüne Polizei. Dte Beamten wurden zusammengetrieben und mußten alle Waffen abgeben. Rach zweimaliger Leibesuntersuchung wurden sie dann fit Autos ver­laden und ins Gefängnis gebracht. Jeder »reue Transport wurde von den Sonderbündlern mit Be­schimpfungen überbaust. Das Auto des Sonderbünd­lers Matthes, der sich geflüchtet hatte, war von der Polizei mit Beschlag belegt worden. Ein Teil des sonderbündlerischen Selbstschutzes zog nach der bereits kurz gemeldeten Versammlung vor dem Theater zum Rathaus und nahm dort eine drohenve Haltung ein. Die wenige noch zur Verfügung stehende Polizei er­hielt den Befehl, auf die Menge zu feuern, sobald ste angegriffen würde. Dte Gewerkschaften hatten ange­sichts der bedrohlichen Lage zu dem französischen General gesandt und ihn fingen lasten, wer denn nun den Schutz der Stadt übernehmen solle. Der General ließ erstären, daß er füi den Schutz der Stadt auf­kommen wolle. Um diesen Schutz zn bewerkstelligen, hat er sofort eine Verkehrssperre von 11 Uhr abends bis 5 Uhr früh angeordnet.

Düsseldorf, 1. Okt. Vor den bereits gemel­deten demonstrierenden Sonderbündlern und der Schutzpolizei hatten sich schon mehrere andere, eben­falls von den Separatisten provozierte Zwischen­fälle zugetragen. Die Sonderbündler, die in ver­schiedenen Sonderzügen der französisch-belgischen Regie aus Aachen, München-Gladbach und Köln eingetroffen waren, formierten nach-einer Ansprache einen aus etwa 10 000 Köpfen bestehenden Zug, darunter bewaffnete Stotztrupps von etwa 2000 Mann. In der Königsallee wurden von den Teil­nehmern des Zuges 6 Beamten der blauen Ord- nungspolizsi die Säbel o-bgenommen und zerbro­chen, am Hindenburgwall zwei weitere angehalten und der eine zu Boden geschlagen. Zum Schutz dieser Polizei rückte grüne Schutzpolizei heran, auf welche, wie von Augenzeugen festgestellt ist, von Sonderbündlern geschossen wurde. Die Schupoleute, die darauf das Feuer erwiderten, schossen zunächst in die Luft. Als jedoch einer der ihrigen von einer Kugel getroffen zu Boden sank, feuerten sie auf die angreifende Menge' und räumten den Hindenburg- wall in wenigen Minuten. Auf Beranlassung der Sonderbündler kam es nunrnehr zu dem bereits ge­meldeten Eingriff der Franzosen. Dis Düsseldorfer Bürgerschaft hat sich an den ganzen Vorgängen nicht beteiligt, sondern entsprach einer Parole der Par­teien und Gewerkschaften nahezu vollständig und ist den Straften ferngehlieben. Gastwirtschaften, Kinos und Theater waren geschlossen. Die Stratzeu lagen schon von 10 Uhr vormittags an still.

_ Me derRoss. Zto." aus Düsseldorf gemeldet wird, bält bfe Unruhe infolge der furchtbaren Vorgänge vom Sonntag noch an. In den Abendstunden zeigt sich verdächttges Gesindel, Stoßtrupps der Sonderbündler und ähnliches Gelichter, das sich die Entwaffnung der grünen Polizei zu Ruhe zu machen sucht, in den Straßen. Verschiedentlich ist es zu Zusammenstößen mit den Kom­munisten gekommen, die aus ihrer Sympathie für die Schupo fein Hehl machen.

Düsseldorf,!. Okt. Bis jetzt sind festgestellt zehn Tote und 74 Verletzte. Neun Tote konnten bisher identifiziert werden. Zu ihnen ge­hören drei Poltzeibeamte; die übrigen sind Zivi­listen.

Düsseldorf, 2. Okt. Soweit die Schupo­mannschaften nicht verhaftet worden sind, «erden sie entwaffnet von den Franzose» in der Kaserne bewacht. Der Hindenburgwall, der Schauplatz der Sonntagskampfe, wurde gestern von zahlreiche» Leute» besucht.

Düsseldorf, 1. Okt. Infolge der gestrigen Vorgänge haben die Franzosen über Düsseldorf die Verkehrssperre von 11 Uhr abends bis 5 Uhr früh verhängt.

Düsseldorf, 1. Okt Der stellvertretende Regierungspräsident Oberbaurat R a d d a tz ist gestern abend in seiner Wohnung von den Fran­zosen verhaftet worden. Beigeordneter Dr. Haas, der gestern abend vorübergehend freigelai- sen worden war, ist heute wieder verhaftet worden. Ferner wurden Polizeitnspekror H ö f n e r und Kriminaloberkommissar Wollenberg ver­haftet. Ein separatistische» Personen­auto, das beschlagnahmt worden ist, enthielt Handgranaten.

Paris, L Okt. Eine Nachrichtenagentur be­richtet, datz zwei Franzosen, ein Soldat und eine Zivilperson im Laufe der gestreigen Zwischenfälle in Düsseldorf leicht verletzt worden seien.

Paris, 1. Okt.Petit Paristeu« LbermUtkü aus Rom eine Meldung oesMessagers" wonach der General EasPnau, der sich seit einiger Zeit in R«A aushält, von der französischen Regierung mit rinel Mission beim Heiligen Stuhl betraut ist, i

»ach sogar den Separatisten die Hand« schüttelte.

Der Sonderberichterstatter derDaily Matt" im Rnhr- Jebiet, Sir Perceival, schtctbt in feinem Berichte, daß o> stanzösischen Kavalleriepatrouilleii, di« die Straßen der Stadt durcheilten, die Schnpobeamten m entwaffnen ber*

London, 1. Okt. Auf der heni« eröffnete» bei tischen ReichSkonjerenz gab Premierminister Baldwin der die Vertreter der Dominions und Indiens be­grüßte, der Konferenz eine allgemeine Übersicht über die international« Lage. Die Konferenz vertagte sich hiefiaus bis Mittwoch morgen. Wie gemeldet wird, standen die Delegierten der Dominions sehr unter dem Eindruck der Erklärungen BaldwinS. Sie haben ihre eingehende Erwiderutzg aufgeschoben, bis der ge­samte britische Standpunkt dargelegt worden ist durch Erklärungen, die am Mittwoch von Seiten Lord Eur- zons und des Herzogs von Devonshire erwartet werde»

L ondon, 1. Okt. Die Presse betont die Bedem tung der heute beginnenden britischen Reichskonfe- venz und sieht der Erklärung, mit der der Premiermi­nister Baldwin die Tagung eröffnen wird, mit großer Spannung entgegenTimes" erfährt, daS größte Problem, vor dem die Premierminister deS bri- ttscheu Reiches stehen, sei die Festsetzung der Grund­linien der britischen Außenpolitik. Auch derDaily Telegraph schreibt, größte Bckeutung müsse den Er­örterungen über di« Außenpolitik zugemessen werden, derett Ausganspunkt ohne Zweifel die Ergebnisse der freundschasttichen Unterredung BaldwinS mit Poincaph, bilden werde. *

suchten. Die Separatisten benutzten btefe Gelegenheit, um ihrerseits dir grüne Polizei anzuzreifen Daraus waren die französischen Kavalleristen gezwungen, die deutsche Polizei vor der wütenden Menge in Schutz zu nehmen. D.e Sevarattsten schlugen auf die Polizisten mit solcher Er- bttterung ein, daß zwei von ihnen getötet wurden. Dar­aus gab der französische Offizier einem Soldaten Befehl blank zv ziehen und gegen di- Demonstranten anzureiten Zwölf Separattsten wurden bei diesem Zusammenstoß mit den französischen Truppen verletzt. Die erbitterte Meng» schlüpste unter den Pferden durch und hirb mit Keulen und Spazierstöcken auf die wehrlosen Beamten ein bis sie blutüberströmt zusammenbrachen. Sir Perceival er- llärte, daß die Begeisterung der Menge bei Ankunft bei französischen Truppen keine Grenze kannte. Mele Per­sonen hätten auf französisch auSgeiufcn:Es lebe die Freiheit!" Herr Matthes erklärte dem Bericht­erstatter vor der Versammlung:Wenn wir die nötige Unterstützung erhalten, werden wir an die Berliner Regierung ein Ultimatum richten und sie aufsordern, un? die Regierungsgeschäfte zu übergeben. Darauf werden wir unverzüglich zur Ausrufung einer unabhängigen Rhein­land-Republik im Laufe öes Herbstes schreiten." Matthes habe noch hinzugefügt, daß er über 500000 Anhänger im Rheinland« verfüge und die Versammlung von je einem Vertreter der verschiedenen Städte des Rheinlandes besucht war.

Düsseldorf, I.Okt. Von den bei den gestrigen blutigen Zusammenstößen Getöteten sind bis jetzt indenti- siziert die beiden Beamten der Schutzpolizei Händler ui* Merten, Polizeiassistent Esche und folgende Zivilpersonen: Arrur Köhler-Dürrn, Karsch-München-Gladbach, Strube- Düsseldorf, Schulter-Lintfort, Joses Bcckc- und Lorenz Forler, deren Wohnort noch nickt ermittelt isi Dte sönlichfeit des 10. Toten ist noch nicht feftgcsteltt.

Düsseldorf, 1. Ott. lieber die gestrigen Vor­gänge in Düsseldorf wird noch berichtet: Dte Zugänge der Altstadt waren nur von wenigen Beamten der blauen Polizei abgefperrt. Die grüne Polizei, gegen die der Selbstfchutz der Sonderbündler schon lagelang vorher schärfstes Vorgehen angedroht hatte, lag als Bereitschaft in dem Dienstgebäude. Infolgedessen fühlte sich der foinderbüwdlerische Selbst­schutz als Herr der Lage und ging mit äußer- flcr Rücksichtslosigkeit gegen dte Zuschauer vor. Da­bei kam es zwischen diesen und den Sonderbiinolern zu den ersten Reibereien, bei denen auch schon die Gummiknüppel des Selbstschutzes der Sonderbündler in Tätigkeit traten. Einige Zeit darauf fiel der fo- genannte Selbstfchutz über drei blaue Polizetbeamte her und ein Mann griff, als die Beamten sich mit dem Säbel zur Wehr fetzten, sofort zur Pistole und erfchoß einen Beamten. Unter dem Freudengejohle der Sonderbündler brachte dieser Mann vom Selbst­schutz den Säbel des Polizcibeamten zu den Führern auf die Rampe. Der Schuß hatte aber auch unter der Menge der Sondbündler Schrecken erregt. Ein großer Teil begann bereits zu flüchten. Unterdessen war die bedrohte blaue Polizei nach dem Bolizeigebäude in der Mühlenstraße gelaufen und hatte von lort die grüne Polizei zu Hilfe gerufen. Als diese erschien, brach eine Panik unter den Sonderbündlcnt ans. Biele riffen ihre Armbinde herunter, steckten ihre Waffen ejn und flohen. Ein Teil des fonderbünd- lerischen Selbstschutzes begann sofort auf die an= rückende grüne Polizei zu feuern. Die Schutzpolizei erwiderte das Feuer und ging im Sturm gegen die Leute vor, die sich alsbald zur Flucht wandten. yn kurzer Zeit war der Hindcnburg-Wall wie leer gefegt Rur Stöcke, Hüte und forigcworfene Waffen lagen auf dem Platz. Einige Leute waren fo in Angst, daß sie fogar in den Hofgartenteich fiesen, um sich dort ntederzuwerfen. Der Selbstschutz der Sonderbündler hatte sich htt.ter dte Rampe des Theaters geflüchtet und eröffnete das Feuer auf die Polizei. Da der Selbstschutz das Feuer nicht einstellte und tote wild In die Straßen hineinschoß, trieb die Polizei zunächst alle Personen fort, die sich in die Hauseingänge geflüchtet hatten und zwang ste, mit erhobenen Händen hinter die Linie zurückzugehen. Dann rückte die Polizei aufs neue gegen den fouderbnitdlertfchen Selbstschutz vor, der sich unter ständigem getunt in die angrenzenden Straßen zurückzog und erst nach und nach verfprengt werden konnte. Ein großer Tril der Sonderbündler flüchtete in Häuser, die von Franzosen besetzt find und baten dort um den Schutz der Besatzung. Die Franzosen schickten alsbald einen Offizier zum Rat­haus und ließen numnehr verkünden, daß sie mit mili­tärische r Gewalt eingreifen würden. Sofort rückten denn auch, von den Sonderbündlern mit ftürmifchen Hochrufen empfangen, Panzerautos und Kavallcrte- pattouillen vor. Dte Sonderbündler kamen wieder auS ihren Schlupflöchern hervor und nun begann mit Hilf« der Franzosen eine wild« Jagd auf die grüne Polizei. Dte Franzosen feuerten auf die Beamten, dte Sonderbündler feuerten und wo ein Polizetbe- cnnter fiel, stürzte sich der Pöbel auf ihn und schlug imd trat den Verwundeten. Rach dem einwandfreien Zeugnis sozialdemokratischer Arbeilerfekretäre Wurde z. B. in der Mühlenstratze ein Trupp von acht grünen Bolizeibeamten von der französischen Gendarinerie ab­gefangen. Die Lent« wurden unter dem Freudenge­johle der Sonderbündler gezwimgen im Laufschritt mtt erhobenen Händen sich auf das Polizeigebäude >n bewegen. Ein Sonderbündler warf einem der Be- amten einen Stock zwischen die Beine und brachte ihn dadurch zu Fall. Sofort stürzte sich die Menge auf den Mann und trampelte auf ihm in der viehischsten Weise herum. Die französische Gendarmerie flimmerte

Essen, l.Dft. In hiesigen poMschen Bedien ist keinerlei Stimmung für bte Gründung einer rhclnischen Republik vorhanden. Jnsbe.onbere stützt dieser <3eban*, in den Gewerkschafts kreisen aller Richtungen, aber nicht weniger in age» Otersen der Lentnuvspartei «f schärfste Ablehmtng. d =

Marburg

VieuM, den 2. Mbkk «ilbhardt

Sie WM d« üolloen MMlldtt.!

Berlin, 1. Okt Wie die Blätter melden, fanü heute im R^chsfimmzministerinm eine Sitzung statt, in der man sich auch mit der Frage deS Abbaues btt, Srürithilf« für das Sdchrgebiet befaßt«. Minister Fuchtz^ weilt den Blattern zufolge > 8t in Wetzlar, wo Be»^ sprechungen stattfinden, die mit dem Problem btt, Übergangswirtschaft im Okkupationsgebiet in Zusama menhang stehen. Rach derSSL Z." ist mit rine^ allgemeinen Arbeitsaufnahme im Ruhrgebiet von mw gen an ju rechnen.j

Berlin, 1. Ott. D«r Reichspostminister tft am 28. und 29. September in verschiedenen Orten ar» Rande deS Einbruchsgebiet«- gewesen und hat H . Münster, Unna und Clbersrid mit den Beamten, Arbeit, fern und Angestellten seiner Verwaltung, die sich auf der Aufgabe des passiven Widerstandes ergebende Lag« besprochen. Das Pttsonal brachte den polltischen Stot« Wendigkeiten überall volles Verständnis entgegen und gelobte, ihnen, wen» auch schweren Hebens, Rechnung sagen zu wollen. Einmütig wurde jäoch von alle» Verbänden der Erwartung Ausdruck gegeben, daß bk ranzösische und die belgische Regierung, nachdem Leut* cherseitS mit der Aufgabe des passiven Widerstande­ne erste Schritt getan worden fei, nunmehr auch ihrer-, settS nicht zögern tsfirben, die vertriebenen und ge>' sangen gesetzten Beamten der Heimat und der Freiheit wieder zu gebe». Tie Erfüllung dieser Folgerung

zeit dte Gothen und Vandalen, um ein« langsam auf- gebaute Zivilisation des letzte» Jahrhunderts z« zer- stöven. ' ;

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WIM M *

London, 1. Ott. Der diplomatisch« Bericht», «{tatet derEundaq Times" schreibt, er glaube nicht, daß die Linie« der Reparationsnoten Curzon» weiter verfolgt, oder daß Baldwin a» Frankreich wieder die Warnung richte» werde, daß England, sich seine Freiheit bet Aktion Vorbehalten müsse. Cutzo» sei stets überzeugt gewesen, daß bet einzige Ausweg aus dem europäischen Wirrwarr i» einet engen Verbrüderung mit Frankreich bestehe. \

London, 1. Ott. Sir Robert Simon erklärte in einer Siebe in Tonquai, der größte Fehler, der nach dem Waffenstillstand gemacht worden sei, sei die Tat­sache, daß her deutsche Reparationsbetrag nicht end­gültig festgesetzt worden sei. Wenn gesagt werden Frankreich habe einen großen Erfolg davongetragen, und b« Zusammenbruch Deutschlands zeige, daß die Franzosen Recht gehabt hätten, so fragt er.Recht worin?" undErfolg too6et?" Franzosen seien in das Ruhrgebiet eingedrungen, um Reparationen ein* zutreiben. Aber wo seien diese Reparationen? Man stehe jetzt der erstaunlichen Mitteilung gegenüber, daß der w irische' Premierminister im Verlaufe einet Un* tetrtbung von 20 Minuten mit Poincare ckuf die eine oder andere Steife die Lage umgewandelt habe. Man warte auf die Auslegung dieses Mysteriums.

London, 1. Ott. Rmnscch Macdonald schreibt tn der Oktoberausgcche der sozialdemokratischenRe­vue", wenn Poincarö Erfolg hat, dann hat er Zentral- europa an den Ruin und Großbritannien an den Rand dcS Ruin- gebracht und hat mehr getan, als feine©*'

Berlin, I.Okt. Gegenüber den Behauptungen der Agentur Havas sowie den Angaben anderer französisch:! Korrespondenten, wonach die Zwischenfälle tn Düsieldvrf durch das rigo'vs« und rückfichtskose Borgehen derSchutz- bolitei entstanden seien, die plötzlich und ohne herausgc- ferbert zu fein, in bte Menge geschossen hätte, ist auf Grund weiterer im Laufe der Nacht eingetroffentr amt­licher Meldungen erneut sestzustellen, daß bi« Schutzpolizei erst eingegriffen hat, nanchdem mehrere blaue Polizisten bvn den Sonderbündlern aufs schwerste miß'andelt und ein blauer Polizist von ihnen nicdcrqeschosstn worden war. Erst danach hat die Schutzpolizei eingegriffen und bett Platz geräumt. Inzwischen mürbe von ben Sonderbündler« bas französische Militär zu Hilfe gerufen, das *it Schutz­polizei entwaffnete und es zuließ, daß die Entwaffneten Mißhandelt und zum Teil schwer verletzt wurde».

London, 1. Ott. Di« Abrndblätter veröffentlichen bi« offiziöse Berliner Mitteilung über di« Vorgänge in Düsseldorf, derzufolge die Franzosen zuließen, daß bi: ent­waffneten Schupvbeamten schwer mißhandelt wurden, toa» d- rch mehrere englische Augenzmgen, darunter den Düsset- borfer Sonderberichterstatter derDaily News", voll- tzmf bestätigt wird, der als Beweis, wie die Franzosen die feparattstische Bewegung unterstützen vnd wie sich bi' französischen Besatzungstruppen bet den Vorgängen in Düsseldorf Verhielten, eine furchtbare Szene vor dem VreSttnbacher Hof schildert, wobei entwaffnete Beamte ter grünen Polizei von e uer Separaüstenbande zu Tod.' tzeschlagen wurden, während die französisch;! Kavallerte. tzie btefe Polizisten eskortierte, ruhig zuschout: und hier

Amüiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Ter Bnitigenprei» beträgt fit ben 9 ges». ZeUenmllllmeter Grundzahl: 40. Amtliche M. auseirt Anzeigen 50. Bet schwierige» Satz 50/, Aufschlag. Sam»elan,eigen 100 *1« Aufschlag. Reklamen Grundzahl 150. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werden berechnet, ebenso Auskunst durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen nach Rechnung,da tum, sonst nach der Schlüflettahl de» Zahlungs- taaee. Bei Schecks auf ^usw. Plätze m Ulfen wir die Eingang», u. verzugsjpefen in An­rechnung bringen. Echlstsistzahl ds» 8. d. Ztg».»B. »em 20./9.B./1O. SOOOO.