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England zum Abbruch des passive« Widerstandes.

London, 25. Sept. Die „Pakt Mall Gazette" schreibt Es ist nicht sehr ruhmvoll, einen Mann, der bis auf das Hemd ausgezogen worden ist, zu be- siegeu. So wenig mir auch die Deutschen lieben mögen, so halben wir doch Achtung für die Aus­dauer, die sie während des Ruhrkampfes gezeigt haben. Wenn PoinearS glaubt, daß Frankreich ein substantielles Erträgnis aus der Ruhrindustrie wird ziehen können, nachdem die den passiven Wi­derstand anordnenden Verfügungen verschwunden sind, so wird er sehen, daß er sich sehr geirrt hat. Sklaven- oder Halbsklavenarbeit kann in" der mo- derncn Welt nicht mit Profit unternommen werden, uno eine weiße Bevölkerung, die unter der Dro­hung französischer Bajonette in den Händen schwar­zer Truppen arbeitet, wird mehr und mehr die Sympathien der Zivilisation gewinnen.

London, 25. Sept Tie gesamt: Prcss? bcfufp sich eingehend mit der bevorstehend.'» Aufgabcdes passi­ven Widerstandes durch Dcutschiano.

Sie „W estminster Gazette" schreibt: Die An­nahme der französischen B<setzung bedeute einfach das Eingeständnis Deutschlands, daß seine wirt- sckasttichen Kräfte erschöpft und seine Fi­nanzen Bankerott seien. Wenn das Zustande-' bringen dieser Lage das Ziel Jrantieichs war, so könne cS sich yi stimm Siege be»!ücktoü«jchen.

. Die Ausgabe des passiven Widerstandes ist ein Ereignis Von mattragenber Bedeutung in der jüngsten Geschichte «is r.'s Vaterlandes. Zweifellos hatte der passiv« Wwer- ßand, der einzig und allein dadurch gehallen wurde, daß er Iton Berlin aus mit Billionen und Aber-Billionen gestützt wurde, langsam an politischer Bedeutung verloren. Aber gerade auch diese Tatsache hatte den Beweis erbracht, daß ein Volk nicht allein durch Dulden zum Ziele kommt. Tie Ginndlage aller Politik ist ganz einfach Macht in drs Wortes eigenster Bedeutung, entgegen allen Phantastereien sogenannter Internationaler uiä Versöhuungspositiker. Das ist die bittere Lehre für uns. Umso bitterer als wir «ns einst z. T. freiwillig unserer Macht begaben.

Aber der passive Widerstand war doch »venigstens eine Art Waffe gegenüber dem siegestrukenen Frankreich. Tü Regierung hat Recht, wen» sie sagt, baß bi» Aufgabe des Widerstandes keine Kapitulation sei und wir müsstn ab- «varten, was Frank»ich tot, nachdem seine Forderung «ach restloser Aufgabe des Widerstandes «isüllt ist. Wird M unserer Regierung möglich sein, ihren Starchpunkt. der ja so ost gekennzeichnet ist: kein Opfer deutschen Ge­bietes, kein An tasten der politischen Hoheitsrechte, gegen- Lber Poincare durchzusetzeii? Bis i’W sind nacheinander bau Wirth bis Stresemann alle Führer der deutschen Politik an dem einmütigen Will»« ^Frankreichs, Deutsch- land zu zertrümmern, gesch.itert D.e durch die Vrrhält- «isfe erzwungene Aufgabe des passiven Moerstanoes ist bin günstiges Vorzeichen für die Hoffnung, daß nun »ehr vor, Poincare mehr zu erwarten ist.

In Frankreich wird die Anigobe des passiven Wiser

Tie ^Zderdesstsche Leitung" erilbetnl ie*stnal wötbentlidi. — Bezugsvrei, 2. Hälft Sept. 5 Mtüllüü M. freibleibend und Zuftellungsgebühr. Für ausiallendeNummern int. Streiks oo.ei»ment. Ereignisse lein Ersatz. — Vlg.vonDr. E. Hitzerolh. — Truck der Ilniv^BnLVruckerei von 2od. Sug. Re*. Markt 21,23. — Kernwrrckwr 55, Dost. Ickeckkonto: St. 5015 Smt Frankfurt a. Main.

Der Berliner Berichterstatter des „Daily New»" sagst, die Schwierigkeiten, die in Deutschland ständig wachsen, hätten die deutsch« Regierung keineswegsti«- geschüchtert. Die Rede des deutjchen Reichskanz­lers auf der Konferenz mit den Ruhrdelegierten machte auch diesen Eindruck. Auf der Konferenz mit den Parla-> mentsvertretern des Ruhrgebietes scheine Stresemann bei Glauben ausgedrückt zu haben, daß, nachdem einmal der Widerstand eingestellt sei- di« vernünftigen Forderung«« der deutschen Regierung nach Freisetzung der von be» Franzosen verhafteten Deutschen und die Rückkehr der Vertriebenen von der französischen Regierung zugrstande»

England und die deutsche Währ««-.

London, 25. Sept. Die „Times" berichtet in ihrem Leitartikel über die geplante neue deutsch« «jüuytung. Das Blatt schreibt: Zn dem technisch«» Merkmal stelle der Gesetzentwurf eine ausgespro­chene Verbesserung gegenüber den Plänen, die bi« jetzt in der deutschen Presse erörtert wurden, dar. Theoretisch stimme das Projekt mit den allgemeinen Grundsätzen einer gesunden Währung überein, da» heißt, der Gesetzentwurf sehe die Einstellung der Inflation vor. Der Erfolg des Entwurfs werde ganz von der Fähigkeit der deutschen Regierung ab« hängen, das Budget ohne Hilfe der Notenprcsie aus. zugt.-ichen. Wenn die bisherigen Ursachen der In» flatiM beibehalten würden, dann würde der ete» zige Unterschied zwischen der alten und der neuen Mark die Veränderung de» Namen» sein. Die Hinterrysse für einen Erfolg des neuen Planes feien sehr groß, aber wenn die Gläubiger Deutschland» weise seien, würden sie nicht nur keine kiindernisse in den Weg der deutschen Finanzwirtschaft legen, sondern darauf bedacht sein, die Schwierigkeiten Deutschlands zu vermindern. Sicher würden die Reparationszahlungen in Frage gestellt werden müssen, bis Deutschland sich tatsächlich eine gesunde Währung geschaffen habe. * -

Beritn» 2L. Sept. Heute avemikiag hat eine Zemeinfame Besprechung der Ministerpräsi­dent e n der deutjchen Länder mit dem Reichskabinett über die Frage der Stillegung des »oisioen Widerstandes stattgefundcn. Nach einer Darlegung des Reichskanzlers brachten die Ver­treter der Länder ihre Auffassung zum Ausdruck. Es ergab sich vollkommene Ueberein- sti m m u ng darüber, daß der passive Wider­st« n d ans innenpolitischen nnd vor allem finan­ziellen Gründen abgebrochen werde« must. Ebrnjo war man L b e r e i n st im m e « d d e r A u - sicht, daß es die Absicht und Aufgabe der Reichs- «egierung fei, de« Abbruch des passiven Wider­stande» in einer die Wurde und Ehre des deutschen Volkes entsprechende« Weise vorzu- Gegenüber etwaige« Versuchen, die Ein-

h'heit de» Reiche» anzatastrn, erklärte« alle ver- «ntwortticher, Leiter der deutjchen Länder den festen Willen, dieEinh eit de» Reiches als ein unantastbares Gut der Nation zu bewahren und zu verteidigen.

Berlin. 25. Sept. Heute Rschmittag txrfamnt«»«; sich btt Führer der ReichstagSftaktionen im Reichskanzler- Haus. Der Reichskanzler führte aus, welch« innenpo'i- tischen und finanziellen BeweggrünS« die Reichsregierung pt ihrer, von den Brrtretern der besetzten Gebiete gebil« listen Aun«fung gebracht haben, daß der passive Wtoer- stand ausgegeben werden müßte. Er hob dabei hervor, daß die schweren Opfer der Bevölkerung mt Rhein und Ruhr in den letzten neun Monaten nicht umsonst gebracht wor­den seien, daß aber die durch sie geschmiedete wirksame Waffe des passiven Widerstandes sich gegen das deutsche Volk selbst zu toenben drohe. Aus tun sinanziellen Ber- hältnissen des Reiches, deren zwingendem Drftat »an sich nicht länger entziehen könne, müsse man die Folgerungen liehen und den passiven Widerstand beenden. Die-Frat- tionsführer schlossen sich diesen Auffassungen des Reichs­kanzlers an mit Ausnahme des Führers der Deutsch nationalen Bolkspartei, der den paffiven Widerstand durch schärfere Maßnahmen zn übertrumpfen wünschte.

Wie die Blätter melden, erklärten in der gestri­gen Besprechung der Regierung mit den Führern der Reichstagsfraktionen die deutschnationalen Ver­treter, es gebe für Deutschland noch einen anderen Weg: an Frankreich die ultimative Forderung zur Wiedcrherstellttng des Rechtszuft-ndes und Wieder-' guktnachung aSet Rechtsbrüche ja richte«. Fall»

London, 25. Sept. Dem ParlamLutsdericht« erstatter drs „Daily Telegraph" zufolge wird Baldwin bei dem morgigen Kabinettsrat eine Erklärung über die Pariser Zusam» menkunft abgeben. Zn einer Rede am. Don­nerstag in Northampton werde er die internatio­nale Lage wahrscheinlich nur berühren und sich hauptsächlich mit den inneren Fragen befassen. Ge­legenheit zn einer deutlicheren Mitteilung werde wahrscheinlich die Eröffnung der Reichs» k o u f e r e n z am nächsten Montag bieten.

diese Forderung abgelehnt werde, solle der Bruch mit Frankreich mit allen daraus sich ergebenden Folgerungen vollzogen werden. Der ständige Aus­schuß der deutschnationalen Fraktionen von Reichs­tag und preußischem Landtag machten sich diesen Standpunkt zu eigen und forderten Durchführung dieses Programms und Neubildung der Regierung

Berlin, 26. Sept. Nach der Besprechung des Kanzlers mit den Parteiführern trat gestern das Relchskabinett zu einet Sitzung zusammen, in bet es sich in bet Hauptsache mit bei Proklamation bes Reichspräfibenten unb bet Reichsrecsietung beschäf­tigte, burc5 welche bet Bevölkerung bie Aufhebung der Verordnungen übet den passiven Widerstand offiziell verkündet werden soll. Den Blättern zu­folge soll die Proklamation heute veröffentlicht werden. Nach der „Vosstschen Ztg." soll auch eine normalen Tätigkeit in den besetzten Gebieten biete erfolgen, in der der Beschluß der Reichsregie­rung im Rainen der Bevölkerung von Rhein unb Ruhr gutgeheißen unb bie Wiederaufnahme bet Proklamation burch bie Vertreter bet besetzten Ge- empfohlen werbe.

3« »tu MßeMdtt in Berlin.

Berlin, 26. Sept. Wt« bi« Blätter zu bet Auf. d-ckung von zwei kommunistischen Waffen» lagern in Berlin eriahreu, wirb vorerst bas ganze vorgefunden« Material von der politischen Polize» und dem Reichskommissar für öffentlich« Ordnung fle* sichte» und geprüft werden, bevor von einer deutschen Regierungsstelle aus irgendwelche Schrille bei der niistschen Botschaft unternommen werden. Sollte c3 sich tatsächlich Herausstellen, daß Mitglieder der rufst» -scheu Bolschaft an der Errichtung eines geheimen Waffenlagers aktiv beteiligt waren, so wird von deut­scher Seile aus gegen diesen Bruch des Rn« patloüep träges auss inaLdriicklichste proten stiert werden Die russische Botschaft beitrdtet in einer Mitteilung jede Verbindung mit den Waffen­sunden und erklärt, daß sie mit der deutschen Regte» runo Fühlung nehm«, um die Angelegenheit restlos aufzuklärrn.

Ein rujstsches Dementi.

Berlin, 25. Sept. Tie hiesig« russisch« Botschaft nimmt zu den vom »Vorwärts' gemacht« SRUteUmv

Snintori Sieger.

Paris, 25, Sept. Havas sagt in einer offi­ziösen Mitteilung: Das Ministerium für auswär­tige Angelegenheiten hat nur durch bie Presfe Kenntnis vor bem Entschluß bet Regierung Strese­mann, bett passiven Widerstand zu beende«. Dem sranzösischen Botschafter in Berlin ist keine offizielle Mitteilung zugegangen.

Es ist nun, nachdem die Zurückziehung der 8er- ordiiungcu einmal erfolgt ist, eine neue Lage ge­schaffen, die die Eröffnung von Verhandlungen zwischen Deutschland und den Alliierte« gestatten wird. Zwischen den alliierten Regierungen wird unverzüglich ein Meinungsaustausch eingelei- werden, unb es ist wahrscheinlich, baß PoincarF in erster Linie mit vcn belgischen Ministern verhan- bdn wird. Der Ministerpräsident kehrt heute abend nach Paris zurück.

Paris, 25. Sept. Das gestern abend in Ber­lin ausgegebene Kommunique übet bie Verhand­lungen mit Vertretern be» besetzten Gebietes wirb von ben Morgsnblattern veröffentlicht, aber nicht von allen kommentiert, ba es zu spät in Paris ein» getroffen ist. „Echo be Paris" meint, Stresemann werbe stark von General Lubenborff unb ben bayerischen Anhängern Hittlers bebroht. Werbe et sie niederhalten können? Das sei eine ernste Frage. Von bet Antwort, bie bie Ereignisse hierauf er­teilen würben, hänge viel ab. Frankreich müsse zu­erst auf bet aufrichtigen Zurücknahme aller Ordon­nanzen bestehen, die den passiven Widerstand orga­nisiert hätten. Die Aenberung bet Haltung bet beutschen Regierung werbe sich wahrscheinlich in Unruhen zeigen. Frankreich müsse also wachsam sein, damit durch diese Unruhen nicht eine neue subtilere Offensive als bk alte Offensive gegen es ergriffen werbe. Um auf ben Ruinen eine Neu- orbnung herzustellen, fei es notwendig, baß bie Be­satzungsmächte unverzüglich mit ben Deutschen eine Art provisorische Regelung ober einen Waffenstilk- stanb schließen, für besten Abschluß bie Vertreter in Koblenz bie geeigneten Mannet seien.

Paris, 25. Sept. Der >Ganl»is" spricht in Bezug aus da? gestern in Berlin ansgegebene Communique von einem Schwanengrsang. Das Blatt erwartet, daß keine Unruhen in Deutschland auSbrechen werden, denn es sei wünschenswerl, daß daS Deutsche Reich nicht bet Anarchie unb dem Bürger» i t i e g in dein Augenblick ausgeliesett werd«, in dem e» 'ick dazu entschließe, seine Verpflichtungen zu erfüllen Der Protest der Opponierenden werd? umso vrrqeb.cchel situ, wenn sie wüßten, daß Deutschland kein« Wahl der Mittel besitze, um aus der Sackgasse herausen- kommen, indie essich nnge-schick te rwrise be» ,teben hack« 4*» ittntf* allerdings werde be dielet Frage eine beherrschende Rolle spielen. Der ,/Starr lous" weist in dieser Gedankenrtchtung auch auf bie sepa­ratistische Bewegung hin -unb erttSrt, Frankreich möge unter keinem Vorwand m d,eie Manifestation ei« greisen, nm nicht jenen Argumente m liefern, die nich> nur. in Deutschland, sondern auch ander.rätts behaupte« es unterstütze einen sPmratisttscheu Versack. Frank­reich müsse sich daraus beschränken, dcu Rheinländern di-r Freihait zu sichern, ihre- Willen ans Grn nd des P r i n zips deS Selbst- besti mmungstechtrs der Völker zum A/s bruckzubtingen.

Paris, 25. Sept. Die Generalräte folgender Deparlmnerrts haben bie Politik Porncat6s gegen­über Deutschland gebilligt: Pas des Calais, Jfers, Oise, Nicbetthetn unb Somme.

Aiu le« Parteien.

Absplitterung der D. V. P.-Frankrn.

München, 24 Sept. Ja bet Deutschen Bolkspartei Bayerns ist es zu einer Spaltung gekommen. Aus dem Bertretertaze der Deutschen Voltspartei Frankens, bet gestern in Bamberg siattfand, wurde nach eingehender Aussprache einstimmig beschlossen, aus der Deutschen Volkspartei vorläufig auszuscheiden und die Organi­sation unter dem alten Namen „Nationalltberale Landes- parter Bayerns" wciterzuführen. Die neue Partei ver» öffeutiickt ein 'r Aufruf, der in dem Gelöbnis ausklmgt, alle Kraft für die se'elische Vorbereitung des Volkes auf den kommenden Kamps um seine Freiheit «inzusetzen. Zum Führer der Partei wurde Universitätsprosessor Dr. Lent in Erlangen, der seit längerem einen heftigen Kamps gegen die Politik der Stent» schon Poik-partei im Deutschen Reiche führte, gewählt.

DI« Dazlaldemokrakte n«b MKrtster Feftmer.

Berlin, 25. Sept. Laut dem .Vorwärts' Hai der soztaldemokraUsctze Parteworftaird beschlossen, den säcLsijcbeit Mintsterptäsidenten Dt. Z eign et aufzu- sordern, ihm ungesäumt das Matettal zu u«» t^r breiten, auf das sich seine auf dem Berliner Bezirks Parteitag ausgestellte Behauptung von dem Bestehe« einer moralischen Korruption in den lettenden Berliner Partetkrei sen gründe».

Berti«, 25. Sept. Die Reichsregierung hat folgendes Rnndtelegramm erlaffe«: Zm Falle innerer Unruhen habe« alle Reichsbehörde« und Reichsbearnten ausschließlich den Anord­nungen der Reichsregierung Folge zu leisten. (Etwa erforderliche Notverordnungen über ihre Dierrstpflichten erläßt bet Herr Reichspräsident.

Nach einer ioztaldemokrattschen ttarresponden; stabe der Reichsjustiiminister den Oberreichsanwatt ausgeforderk, sich mit den »streng vertraulichen" Jn- fGrmattoix’n des Eisenbastn-rvtrbandeS, iu der Vie Beamten ausgesordrrt werden, sich entgegen den 'An- crMtuitfieu der Reicstsrogi°rung den Defestlen einer eventuellen neuen bayerischen Staatsregierung zu tintertoerfen, schnellstens zu b->chä;ttgen und eventuell ein Versastren wcgcz» Hochverrats gegen den Let- standsvorstand cinzttlefteu.

Berlin, 25. Sept. Tie Plenarsitzung des Reichstages, die für morgen angesagt war, wi'/dc auf Donnerstag nachmittag 3 Utir Ver- schöbe t. Der Ae'.restenrai wird am Mittwoch sich mit dem Geseyästsplan besassett. Der Auswärtige Aus­schuß soll für Mittwoch nachmittag 4 Uhr eitiberufen werden.

ßauves begrüßt, wenn man sich auch den Anschein gibt, - als ob man die nun kommenden Verhandlung.n zu sülch­ten habe. In England wird b laut, daß man Dftiischkavb dir Aitsgalf de? vertoreueu^ Kampies längst angevaten habe, weilt, in an sich auch nicht vceheblt daß «s sich tun du „schlechtes" vvlit sches Geschäft Eng'ands handelt, - • «am'ntlich in Bezug auf den Sieg Pormates.

Em« Sorge aber lastet auf Eug'an. , »nd das ist tue, ob Deutschland die Entscheidung Sire) ernenn 3 ohne i n n er e Schwier'. g.f et len b e sie he n werde. Das ist atub in gewissem Sinne bi? Sorge Frankreichs. Sy fragt „Echo be Paris", ost bie Regierung Stresemann, mit ber Frankreich die neue fEepeia’ir"?regelung zu vec- Sanbeln haben würde, das Recht ttti.i hi- Macht hab«, im Main."« be? g sameen d mtschen BoTes zu sprechen S res - mann werde stark von General Ludeudorss - und ben baye­rischen Auhäugern Httters b-btodt Werde er sie nieber- halten köniien.

Richt zuletzt hegt auch Vie deutsche Regierung Be- firchiuitgeit, wie bie vorliegenden Melbungen über die Voikebrungen zeigen " . ..

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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhessen

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Berlin, 25. Sept. In einem Vortrage bes kubischen Ministers Köhler wirb ber Abbruch bes passiven Widerstandes damit begründet, baß bas Dslitsche Reich es nicht ertragen könne, ipenn wö­chentlich taufenb Billionen Mark für ben Ruhr- rairipf ausgegeken würben. Die Blätter erklären hierzu, baß bie Summe, bie der Ruhrkampf erfor­dert, ein Vielfaches der von bem belgischen Minister angegebenen Ziffer ist. Für bie fommenbe Woche erfordert der Ruhrkampf, wie bet Reichskanzler ben Vertretern, der politischen Parteien auf Grund ber Aufzeichnungen bes Reichsfinanzministers mitgeteilt har, einen Betrag von achttausenb Billionen Mark. Diese entsprecycnden Summen, bie ben Währungs­verfall in Deutschland herbeigeführt haben, haben den Hauptgrund für ben Entschluß der Reichsregie­rung abgegeben.

Berlin, 25. Sept. Die „V. Z." meldet: Der Kreis bei Vertreter aus bem besetzten Gebiet » der sich gestern mit Ausschluß bes beutsch- «etionales Vertreters van ben Kerfhof f ü r bie^ Aufgabe bes passiven Wrbetstanbes ausgesprochen hat, ist genau der gleiche, bet seinerzeit vom Kabinett Cuno berufen worben war unb sich für den passiven Widerstand erklärte.

Laut „Possisclter Zeitung' wurde der Beschluß der Ncichsregicrung im Ruhrgebiet ohne Zeichen von Er- vcai'iig ausgenommen. Es fei eine gewisse Ent­spannung nach lästmendet Ungewißheit erfolgt. Die (!»cwerksckastn würden Stellung nestmen, nachdem Urte an den Berliner Bethandlungcn teilnehmenden Ver- itctcr Bcricbt erstattet hätten. — Tie Kommunisten fordern tu Flugblättern zur Fortführung des passiven Mderstandes und zur Bildung einer Arbeitet- und Bauernreyiernng ans.

Weimar, 25." Sept. Die zahlreich beschickte ReiwStagung der Ausgewanderten und Ausgewteie- nen vou Rdein und Rustr vom 22. und 23. September nelanate nach eingehender Beratung zu einer voüstan- d'gen Einigung in der OrganisatwnL-, der Beneu- ungs- und der Rbeinlandfrage. Sie lehnt jede Lö- f-ng'ab Vie die volle StaatShohett über die besetzten Gebiete'in Frage stellt, das Ruhrunrecht anerkennt «ich keine Aushebung aller Strafen, die Rückkehr aller Vertriebenen und die Entschädigung aller Opfer ge- währkeistcl.

Der Anzrigenprei» beträgt für beu 8 gesp. Zeileumillimeter Grundzahl: 40. Amtlichen.___ _

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