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entziehen. Nach der Rede Hergts verlas der Vor­sitzende des Landesverbandes Schwerin eine Ent­schließung, die von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. In dieser heißt ee: Der Landesverband Mecklenburg-Schwerin der Deutsch­nationalen Volkspartei erwartet von der Partei­leitung, daß sie in der klaren Opposition gegenüber der Regierung StresemannHilferding verharrt. Dieser Regierung muffen wir das Vertrauen ver­sagen, da sie gewillt ist, den passiven Widerstand preiszugeben. Der Regierung muffen wir ferner bas Vertrauen versagen, da sie Leben und Eigentum der bürgerlichen Bevölkerung aus Stadt und Land vor kommunistischen Terrorakten nicht hinreichend schützt und da sie durchgreifende wirtschaftliche und politische Maßnahmen aus Nachgiebigkeit vor der Linken, die einen übermäßigen Einfluß hat, nicht zu unternehmen wagt.

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Berltn, 24. Sept. Heule Mittag begannen in der Reichskanzlei dir Verhandlungen der ReichSregie- rung mit den Vertretern des besetzten Gebiets. An der Besprechung nahmen sämtliche Reichstags- und Landtagsabgeordnetr sowie die Regierungspräsidenten des Rheinlands und Ruhrgebiets und außerdem die Vertreter der Gewerkschaften und Beamten sowie die Vertreter der wichtigsten Berussgntppen und Städte teil. Rach Abschlag dieser Konferenz tritt das Reichs-

äußerten ihre Wünsche hierzu im Interesse der Be­völkerung von Rhein und Ruhr, llebereinstimmung herrschte darüber, daß die Wiederaufnahme der Ar- beit geschloffen nach einheitlichen Richtlinien er­folgen und ein Sondervorgehen einzelner Gruppen unkedingt unterbleiben müsse.

Zum Schluß betonte der Kanzler, Gaß die Reichs­regierung auch weiter an ihrem Ziel, Rückführung der Vertriebenen, Be­freiung der Eingekerkerten und Wie­derherstellung der Hoheitsrechte an Rhein ui?b Ruhr unter allen Umstän­den fest halten werde.

Die Versammlung endete mit einem starken Be­kenntnis zur inneren pnd äußeren Einheit des Reiches.

Die deutschnationale Opposition.

Aus dem 5. Verbands tag der Deutschnationalen Voklspartei. Landesverband Mecklenburg-Schwerin, sprach am Samstag der Parteivorsitzende, Staats- nlinister a. D. Dr. Hergt, über die Aufgaben der Deutfchnationalen Volkspartei in der Gegenwart. Er führte aus: Wir haben als staatserhaltende Partei die Pflicht, vor aller Oeffentüchkeit darauf hittzuweisen, wie verkehrt die Politik der Regierung Stresemann ist. Wir Deutfchnationalen sind der Auffassung, daß bei eventuellen Berhandlunge« un- lwdingt die Gelegenheit benutzt werden muß, um vom Versailler Vertrag loszukommen. Wir glau­ben an eine machtpolitische Lösung. Das bedeutet nicht ohne weiteres, daß wir einen Krieg mit Frank­reich wünschen; es wäre schon ein furchtbares Risiko für Frankreich, wenn es versuchen wollte, weiter vorzudringen in Deutschland. Man sollte die Fran­zosen ernstlich einmal vor das Risiko stellen und man wird seben, daß es auf dieses Risiko nicht eiu- geht. Wir Deutfchnationalen, und das erkläre ich an dieser Stelle feierlich und offiziell, wir werden diese Kapitulation nicht mitmachen. Kommt es auch durch die Manipulationen des Stresemann^Kabi- netts und die Bereitwilligkeit Poincar<is zu einer verschleierten Kapitulation, so werden wir weiter wie bisher das Sklavenvolk bleiben. Wenn aber PoincarL ablehnt, und es doch noch zum offenen Bruch kommen sollte, dann muß eine Regierung kommen, ganz und gar im deutfchnationalen Sinne eingestellt.. Wir wissen ganz genau, daß es für diesen Fall ein furchtbares Erbe sein würde, das wir an­treten, aber niemals werden wir Deutfchnationalen uns dieser Aufgabe, wenn sie an uns Herarttritt,

innerpolitssch nicht ohne große Schwierigkeiten ans- -Hkhen. In Berlin hat eine Satzung wsialistischer Funitio- *äre gegen die Kaalitionsvolitik Stellung genommen. Au? Bauern kommen Meldungen, daß die Kampsvcrbände einen ectf<6*1 offenen Angriff gegen dendem Sozialismus ver­fallenen Norden" führen wollen. Die Pressestelle Der kkeutichnationalen Volkspartei fragt, nach ioelchem Gr sichtspunkt die Konferenz der Ruhrvertreter, die über den passiven Widerstand zu beschließen Hobe, zusammenge- fttzt fei.Die Regierung scheint entschlossen, unter Ver­zicht auf jede Vorbedingung zu kapitulieren und sich lchiglich darauf zu beschränken, zuerwarten", daß Frank­reich hinsichtlich der sogen. Ehrenpunlle sich entgegen- stimmend zeigen wird. Die oon der Reichsregierung zn- fammengerufenen Vertreter des besetzten Gebietes sollen aber offenbar der Regierung die Verantwortnna für diesen Schritt abnehmen. Es ist genau wie im Jahre 1S*S -Es soll der Beweis erbracht werden, daß dieFront" zusammenbricht, * damit die Reichsregierung eine Recht­fertigung für die Kapitulation hat."

ES wird verlangt, die aktive Führung des Widersiau- des, der Bruch mit Frankreich.

Zu den Besprechungen über Ne Lösung v cS «uhrfonfltfts schreibt Ne .Zeit":Die Frage des passiven Widerstandes siebt zur Zeit im Mittel- pnntt der Beratungen. Man wird sich in diesen De-

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurheffische) Oberhessen

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London, 24. Sept. Dem diplomatischen Bericht­erstatter desDaily Telegraph" zufolge wird Baldwin am Mittwoch feine« Kollegen zusammen mit dem Bericht über seine Unterredungen mit Poincare die Schlüsse unter­breiten, zu denen et infolge dieser Unterredungen ge­langte. In Anbetracht der seht heillen Frage bet kom­menden Probleme in ihrer augenbliiklichen Phase kSnn- ten von der Negierung Mitteilungen nicht vor Beendigung der Kabinettssitzung erwartet werden. Es fei sogar sehr zweifelhaft, ob irgendwelche Beschlüsse gefaßt toerben, be­vor die Fragen mit den Premierministern der Tomtnionl auf der Reichskonfetenz erörtert worden sind

London, 24. Sicht. Ministerpräsident Baldwin kommt heute vom Lande nach der Downingstreet und wird die internationale Sage mit Lord Curzon besprechen. Das britische Kabinett wird am Mittwoch zur Erwägung der Sage zusammentteten.

S 0« b o n, 24. Sept. Renier meldet aus Vancouver: 2oit> Birkenhead erklärte in einer Rede, es fei lebenswichtig für Großbritannien, daß Deutschland die Säst der Reparationszahlungen ausgebürdet werde, da sonst der deutsche Wettbewerb das Ende bei britischen Reiches herbeisühren könne.

Sonbon, 24. Sept. Baldwin spricht am Don­nerstag in Nvrthampton. Er referiert lautDaily Tele­graph" am Mittwoch in der Kabinettssitzung über feint Zusammenkunft mit Poincare.

Pari-, 24. Sept. Die Morg nblätter billigen mit Ausnahme der sozialistischen Blätter die gestrigen Rebe.- PoinearöS.

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geordneter Arbeit zurückzuführen.

Nachdem die politischen Parteien ihre Erklärun­gen abgegeben hatten, stellte der Reichskanzler fest, daß die Verantwortung für den Entschluß zum Abbau des von der Rhein- und Ruhrbevölke­rung feit S Monaten geführten passiven Wider- stanoes allein von der Reichsregierung getragen werde, und er sprach gleichzeitig den Vertretern der Parteien seinen Dank für die Be­reitwilligkeit aus, bei der Durchführung der nun­mehr notwendig werdenden Maßnahmen mitzu­wirken.

Aul Nachmittag fand im Reichskanzlerhause die Zusammenkunft eines großen Kreises von Vertre­tern der Wirtschastsgruppen und Berufsstände der besetzten Gebiete mH den Mitgliedern des Reichs­und preußischen Kabinetts statt. Der Reichskanzler gab den Snu>ef',nbeii von der einmütigen Auffas­sung der Reickisregierung über die Notwendig­keit bei Stillegung des passiven Wi­der ft an des Kenntnis. Hiergegen wurde von keiner Seite Widerspruch erhoben. Vertreter aller anwesenden Gruppen sprachen sich zu der einzu- schlagende« Art des Abbaues aus und

kabinett noch heute zu einer Sitzung zusam­men um auf Grund der vergangenen Vessrcchungen über Die Lösung des Ruhrkonfl tfis einen Beschluß zu fassen. Am Dienstag finden dann die Beratungen mit den Vertretern der Landesregierungen im Reichsrate statt. Auf der in diesen Beratungen gewonnenen Gntndlage wird das Kabinett Ende der Woche vor ten Reichstag treten.

Berlin, 24. Sept. Wie die Blätter von zustän­diger Stelle erfahren, hat geftent feine Kabi- neitssitzung stattgesunden, sondern ein vertrau­licher Meimmgsausrauich der Minister zu dem Zweck, die für heute vorgesehene Aussprache mit Vertretern der besetzten Gebiete vorzubereiten. Ein endgültiger Beschluß wurde nicht gefaßt. Allerdings dürfte damit zu rechnen sein, daß noch in dieser Woche in der Frage des passiven Widerstandes etne Entjchetdung fallen wird. Heute Mittag findet etne Beft-reckung mit Vertretern des besetzten Gebietes in N.-'nerem Kreise und heute nachmittag in größerem Kreise statt. Wie wett Über den Inhalt Mitteilung gemacht wird, steht noch dahin. Wann der Reichskanzler tm Reichstag sprechen wird, tft noch nicht zu sagen. Morgen sieht ja auch noch eine Sitzung Des Reichsrats in Gegenwart der Ministerprä- sidenten der Länder bevor.

Berlin 24. Sept. Wie die Montagsblätter nrel- dcn, besprachen gestern abend die Reichsminister die politische Lage. Irgendwelche Beschlüffe wurde» je­doch nicht gefaßt. Für Henle sind die Vertreter aus den besetzten Gebieten nach Berlin geladen worden und für morgen werden die Minfftcrpräfldeittcn der Länder in Berlin erwartet. Gegenstand all dieser ein­zelnen Beratungen ist die Stellungnahme zum Ruhr- konflikt und die Möglichkeit zu seiner Lösung.

Berlin, 25. Sept. Gestern mittag 12 Uhr fand eine Besprechung des Rekchskabinetts mit Ver­tretern aller politischen Parteien aus bent besetzten Gebiet statt. Der Reichskanzler legte, die finanzielle Lage bes Reiches bar, bis bei län­gerer Weiterzahlung bet Ruhr- krebi te wirtschaftliche, soziale unb innenpolitische Folgen zeitigen könne unb voraussichtlich zeitigen müsse, bie von Regierung unb Volk nicht getra- gen werben könnten. Er gab bekannt, baß bie Bemühungen der Reichsregierung, mit ben ehe­maligen Feinbmächten zu Abmachungen zu gelan­gen, bie Deutschlanb bie Erfüllung seiner hauptsäch­lichsten Forberungen, Rückführung bei Vertrie­benen, Befreiung bei "Gefangenen, Wiederherstel­lung der Hoyeitsrechte an Rhein unb Ruhr, schon vor einem Abbrechen bes passiven Wiberstanbes zu sichern, erfolglos ge­blieben f i nb. Damit sei auch von bet Fortsetzung bes passiven Wiber­st a n b e s kein Ergebnis für eine Bes­serung bet außenpolitischen Loge mehr zu erwarten.

Zn ben sich an bie Darlegungen bes Reichskanz­lers anschließenben Besprechungen stellten sich bie Vertreter bet Parteien bes besetzten Gebietes mit Ausnahme'bet Deutschnationalen ge­schloffen auf ben Ltanbpunkt, bah g.us ben sich aus bet finanziellen Erschöpfung ergebenben zwingenden Gründen für den Abbruch des passiven Widerstandes der unvermeidliche Schluß gezogen werden müsse. Sonst be­stehe die Gefahr, daß der passive Widerstand, der eine wirksame Waffe gegen den rechtswidrigen Ein­bruch war, zu einer Waffe gegen das eigene Volk werde. Die anwesenden Vertreter von Rhein unb Ruht würben es übernehmen, bie Be-

Phantastische Gerüchte.

Berlin, 25. Sept. Gerüchte, die vor allem tm besetzten Gebiet umlaufen und sogar in der Presse Eingang gefunden haben, behaupten, daß die Bildung einer rheinischen Republik die Billigung der ReickS- rcgiening finde. Es braucht nickt betont zu werden, daß diese Gerüchte jeder Grundlage entbehren. Es licgt auf der Hand, daß ihre Verbreiter damit lediglich den Zweck verfolgen, ihr.- reicksfeindlickcn Sonder- interessen iu dienen.

Reichswehr und Putschgefahr.

Der Parteiaussckub der demokratischen Partei be- sprach gestern in Anwesenheit der demokratischen M- nster die politisch« Lage. Von besonderer Bedent'ung loaren die Ausführungen des Reichswehrmintsiers Getzler über die P ütschgck? a tzlr, der nach der Montagspost u. a. sagte: Wenn es zum Kampfe kom­men sollte, so darf ich versichern, daß die Klarheit meiner Befehle nichts zu wünschen übrig kaffen wird, aber ebenso prompt tote meine Befehle wird auch die Ausführung der Befehle durch Offiziere und Mann, (dcftcn sein. Dafür setze ich mich mit nulltet ganzen politischen Reputation ein.

AUck die Del-gierten bet Landesorgan'.sationeu des Zentrums berieten gestern über di« politische Lage. Es kam einstimmig bet Will« zum Ausdruj, das gegenwärtige Kabinett zu unterstützen.

Die Berliner Sozialisten und Minister 3«ig«er.

Am gesttigen Sonntag fand ein außetordenilicher BrairkSParttttag der Berliner Sozialdemokraten statt. Dor zwei Wochen war von dem ordentticken Berliner Parteitag beschlossen worden, den sächsischen Mintster- p.äfidenten Dr. Zetgner nach Berlin zu laden, um ihm Gelegenheit zu geben, vor den Berliner Funk­tionären über die sozialdemofratifcke Politik in Sachsen zu spreckeu. Die Berliner Funlttonärc i-aben sich nun auf dem gestrigen Parteitag in ihrer großen Mehrheit hinter Zetgner gestellt. Im Verlaus der Debatte im Anschluß an die Aus­führungen Zeigners fand eine Reihe von Anttägen Annahme. -Seren Tendenz sich gegen die große Koalition tm Reich ticktet.

Marburg SitnstM, freu 25. September

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Köln, 24. Sept. Wie bieKöln. Ztg." aus Trier melbet, hatten die Sonbetbfinbler eine Generalversammlung einberufen. Die Versamm­lung sollte auf dem Palastplatz stattfinben, bet burch französische Truppen abgesperrt wat. Zn den bort befinblichen Anlagen hatte sich eine Kompagnie T i t a i l l e u r s versammelt, bie auch mehrere Maschinengewehrte bei sich führte. Die Sonberbünbler ließen sich jedoch nicht auf bem Platz sehen, sonbern tagten in einem Saale hinter verschlossenen Türen. Es mögen etwa 800 Personen amvesenb gewesen sein. Von beutscher Seite wat ein Aufruf erlassen worben, sich in Mafien auf ben Straßen zu zeigen. Bereits um iy8 Uhr mittags war bas Zentrum btt Stabt dicht von bet Bürgerschaft besetzt. Gegen 3% Uhr erschienen etwa 50 beutsche Polizisten, um für bie Aufrechterhaltung bet Orbnung zu sorgen. Die Sonberbünbler bilbeten gegen 5% Uhr einen Zug unter Vorantragung einer Fahne, beten Träger in ber linken Hand einen Revolver hielt. Ihm folgte eine Kapelle von Luxemburgern und An­hängern von Smeets, im ganzen etwa 800 Personen. Der Zug wurde von der Bürgerschaft mit Johlen empfangen. Bald kam es zu Hand­greiflichkeiten. Die Trierer Bürger stürmten in den Zug hinein unb schlugest mit Stöcken unb Schirmen ein. Auf Umwegen gelangte ber Zug bann zur Bahnhofstraße. Es kam zu einem großen Durcheln- anber. wobei von ben Sonberbünblern etwa 25 bis 30 Schüfst gtgtn bit Mtngt ab- gefeuert würben. Drei Trierer Bürget würben verletzt, darunter einer schwer. Mehrere anbete Personen mürben mit Stöcken unb Gummi­knüppeln blutig geschlagen. Der Zug kam schfl^ich in völliger Unorbnung zum Bahnhof, wo fich die Teilnehmer in Sicherheit brachten. Die Menge ver­lief sich bald nach 7 Uhr.

Wiesbaden, 25. Sept. In dem etwa 8000 Personen fassenden Kurhaussaal hat gestern eine Versammlung der rheinischen Separatisten statt- gefunden, an der auch eine mit grün-weiß-roten Armbinden verseheneSchutzwehr" teilnahm. Als Hauptredner waren die Separatistenführer Dr. Dorten und Matthes erschienen, die für eine unabhängige Rh ei n la nd r e publ ik Stirn« mutig zu machen suchten. Der gesamt« Kurpark war

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Deulscknattonalen haben auf die Frage, woher man schließlich die Mittel für die Aufrechterhaltung des passiven Widerstandes nehmen foll, feine Anlwori ge­funden. Wenn aber auf das Kampfmittel ius passt- r »en Widerstandes verzichtet wird, so bedeutet das ielbstverständlich tn feiner Weife eine Kapi- l ruIatton. Lege Ne Bevöllerung des Rhein- und Ruhrgebiets die Waffe des passiven Widerstandes aus i der Hand, so tut sie es, um eine ehrenhafte Be­handlung zn verlangen, und eS gibt l feine deutsche Regierung, die in dieser Sage das Rhein- und Ruhrgebiet preisgeben könnte; auch gibt es fttnedeutscheRegterung. die sich f mit den Franzosen an einen Verhandlungstisch setzen Rinn, solange diejenigen hinter den Kerfernmuern fitzen »der von Haus und Hvs Vertrieben sind, die mchrS weiter getan babeu, als den Verordnungen und Gesetzen ihres Landes Achtung und Gehorsam crwie- V kn zu haben.

Immerhin scheint man in Berlin mit einer Aenderung der Regierung zu rechnen, und derTag" behauptet, daß dann dem Reichspräsidenten eine ganz vesonNre Rolle fttf arten würbe. Es ist zweifellos, baß die Widerstände gegen da» Kabinett Stresemann in den schien Tagen stark gewachsen sind, die scharfe Gegnerschaft gegrn die Außen­politik Vonseiten der Deutschnationalen wie bie Kritik an den wittschastl'che» sowie finanzpolitischen Maßnahmen seitens ber Sozialdemokraten haben diese Stimmung er­zeugt. Nun treten alle Fragen des Währungsproblrms m. f. f. vor der einen Frage des passiven Widerstandes, die jetzt gelöst werden soll, in den Hintergrund. Die Lösung dieser Frage aber bedingt eine neue Krise. Ter Reichstag wich sich in den nächsten Tagen, vielleicht erst am Freitag, mit der ganzen Frage besasftu. Berliner Matter sprechen auch Von der Möglichkeit, daß der Reichskanzler den Weg einer Diskussion im Auswärtigen Ausschuß wählt.

mit: Da die »Rote Fahne* seit ihrem Wieder­erscheinen am 16. September fast in jeder Nummer von neuem Mitglieder der gegenwärtigen Reicks­regierung beschimpft lind verleumdet und daniit zu­gleich die geltende republikanische Staatsform herab- würdlgt ist die .Rote Fahne" samt ihren fogenannten Kopfblättern, für die Provinz Brandenburg, der Lau­sitz und der .Bolkswachi* auf bie Dauer von zwei Wochen vom Polizeipräsidenten in Berlin verboten

Es stttd dunkle Tage, die wir durchleben. Ter Bericht »der die Verhandlungen in Berlin, den wir unten folgen Hassen, zeigt, daß der passive Wwerssand zu Ende ist. Alle Möglichkeiten, mit Poincare zu einer Regelung in leit Reparationsfrage zu gelangen, sind erschöpft. Selbst die weitgehendsten Vorschläge Deutschlands sind ihm nur ttn plumpes Manöver. Er weiß genau, daß Deutschland em Rande des Abgrundes geht, daß es zu wählen hat zwi­schen dem Chaos und einer angeblichen Rettung durch beit eigenen Würger und in diese Rolle scheint er fick jetzt thtlcben zu wollen. Die ganze Verlogenheit dieses Herr­schers Europas zeigt sich bann, daß er in demselben Atemzuge von unferm Reichtum und von unferm Elend strricht. Wenn wir nun durch eine neue Kapitulation ein für arte Mal ehrlos, entrechtet uud zu widersiandslcscn .Sklaven geworden wären, bann würde Poincarö vielleicht «ch noch derRetter" Deutschlands!l

E * Die Berliner EnischcLungen dürften aber auch

Der anieigetwtei» beträgt fät den O gelp. Zeilenmillimeter Grundzahl: 40. Amtliche u. ausmSrt. Anzeigen 50. Bet schwierigem Sai 50/, Aufschlag, bammelan,eigen 100 /« Ausschlag, ii'ellamen Grundzahl 150. 2-der Rabatt gilt al? Barradatt. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch bie Geichattrltelle und Zusendung der Angebote Zahlung' innerhalb 5 Tagen nach Rechnmrgsdatum, sonst »»ch-der Schlüsselzahl des Zahlungstaze». - SchlSsi«l,ahl v- v. ». Ztg^V. wem 22.-28. Sept. 20000.

ftinanzfraft des Deutschen Reiches eine ungeheure Bc- lastung, vie sie bisger getragm bat, nicht unbegrenzt «ushalie» kann, wenn utcht das wirtschaftliche Lebe r Deutschlands und damit tauch der Rückhalt der Rbrin- «nd Ruhrbevölfernng überhaupt zufammenbrechen soll. ES war nie zweifelhaft, daß der pafftve Widerstand nur ein Mittel zum Zweck war, d. h. daß wir den versuch gemacht haben, durch ibn an den Verhandlungstisch zu lammen. Es mutz . jetzt ans beinahe dreiviertel' Jahren Ruhrfarnps der

Schluß gezogen werden, daß diese Waffe einen Er­folg nicht mehr verfpttcht; so scheidet sie damit «us unseren Kampfmitteln aus. Auch die

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