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Zurückhaltung in London

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Paris, 21. Sept. Rach einer Havas-Meldung au-> Newyirk hat bet deutsche Botschafter in Washinton, der nach Berlin berufen worden ist, vor seiner Abreise erklärt, Deutschland würde -eine große Anleihe zu seiner Erholung aufnehmen, sobald der passive Widerstand beendet wäre.

Paris, -21. Sept. Der Brüsseler Bericht­erstatter des „Petit Paristen" erklärt, in der for­mellsten Weise dementiere« zu könne», daß der bel­gischen Regierung von der deutschen Regierung ein Expose über die angebotenen Hypotheken über­mittelt worden sei. Bis letzt seien keine konkreten Vorschläge gemacht und feine diplomatische« Schrift­stücke von der deutschen Regierung, überreicht wor­den. Der belgische Gesandte habe wiederholt Unter­redungen mit dem Reichskanzler Stresemann gehabt.

finden solle, bei dem er über alles, was während der letzten zwei Tage stattgefunden habe, Bericht er­statten werde.

Paris, 21. Sept. Premierminister Baldwin, der heute vormittag auf dem Grabe des unbekann­ten Soldaten einen Kranz niedergelegt hat, ist um die Mittagszeit nach London abgereist. Er empfing unmittelbar vor Abgang des Zuges Ministerpräfi- dent Poincard und den englischen Botschafter Lord Crewe, mit denen et sich einige Minuten unterhielt.

P a r i s, 21. Sept. Baldwin hat gestern abend nach seiner Rückkehr von Versailles Poincarö im Quai d'Orsey einen Abschiedsbesuch abgestattet. Die Unterredung dauerte 10 Minuten.

tose und bedingungslose Einstellung des passiven Widerstandes das Anerkenntnis der Rechtmäßigkeit des Ruhreinfalles und damit das moralische Todes­urteil Deutschlands haben. Wir würde» für ewige Zeiten Sklaven sein. Daran hat Engla.rd kein In­kreste, und nur soweit wird England mit Frank­reich zusammengehen, als dieses Deutschlands Lu- kanft nicht ganz vernichtet. Die Frage, was ge­schieht, wenn Frankreich dies dennoch will, möchte England allerdings heute noch -richt entscheiden.

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London, 21. Sept. Eine Reuternote besagt, der allgemeine Wortlaut des Kommuniques über die Zusammenkunft der beiden Premierminister rechtfertige nach Ansicht amtlicher Kreise in London «icht die auseinandergehenden Schlußfolgerungen, die in verschiedenen Kreisen gezogen worden seien. Es sei lediglich gerechtfertigt, zu erklären, daß die beide« Staatsmänner bei ihrer Zusammenkunft über die allgemeinen Grundsätze einig waren und daß sie vielleicht die Besprech««gen fortsetzen »Lede«.

London, 21. Sept. Die „Times" schreibt in ihrem Leitartikel, die Pariser Zusammenkunft der, leiben Premierminister habe natürlich ihre Bedeu­tung: aber es sei niM anzunehmen, daß st« sofor - ti ge positive.MüL«W haben würde. Ihre Bedeu­tung sei eher psychologischer Art. Es sei kaum möglich,"daß'Irgendwelche bedeutsanren Ent- slheidungen getroffen worden feien, vor allem sei Belgien, das mit England in der Ruhrfrage Mehr verbunden sei als jeder andere Freund Frank­reichs, n i ch t auf der Zusammenkunft vertreten «ewesen, ebensowenig wie Italien. Baldwin sei artch irich't der Mann, um ernste und endgültige Entscheidungen in Fra­ßen der auswärtigen Politik zu tref­fen, zu deren Erörterung mit seinem Etaatssekretä de» Aeußern oder mit len übrigen Kabinettsmitgliedern «r nicht Gelegenheit gehabt habe. Die Firnes" weist zum Schluß darauf hin, daß Freund- fchaft für Frankreich in England immer bestanden habe und fortdauern werde, solange Frankreich! ebenso wie England Grundsätze vertrete, die den internationalen Friede» unstdie Zu­sammenarbeit fördern,' aber jede Politik, die unnötig dazu angetan scheine, dauernde Miß- stimmung zu verursachen, selbst gegenüber einem «omeinsamen Feind, sei eine Politik, für bie kein Premierminister die Unters stützung Englands gewinnen würde.

London, 21. Sept. Wer diplomasische Berichter iltattet des „Daily Telegraph" schreibt, ht London hob: -Hestern keine Neigung zu der Annahme behänden, daß cher Standpunkt der französischen und der britischen Re- qtferung sich so geändert habe, um die Ansicht .1« rechtfertigen, daß ein Uebcreinkommen •'*7 rum Unterschied von der möglicherweise größeren Bc- Deitschast, die Ansichten mit Offenheit und Herzlichkeit ^MrStutauschen — zwischen Loudon und Paris bevor stehe. Der Hauptzweck Baldwin- sei gewesen, sich

Die „DbetbeNW Zeitung" erscheint ieckem-l »öchentU». — Lezugrvrei, 2. Hälft« Sept. 5 0O0 000 M.freibleibend und Znstellungsgebühr. Für au,iaüendeNuniniern im. ___v_________"l,.vonDr. T. Hitzerotd. —Druck der

Ihtto.dMbrwUtei Mit 316. Tug. Koch, Markt 21/23. — tterniprecher 56, Post»

3» Lage tu den belebten Win.

Paris, 21. Sept; Nach einer Havas-Meldung aus Düffeldorf sind am 19. September in Koblenz 559 Millionen beschlagnahmt worden, die für Lohnzahlungen an die Eisenbahner bestimmt waren. Gestern wurden von der französischen Po» lizei 1809 M i Hi ar den Mark weggenommen. -- Pa ris, 2L.Sepj. Die Rheinlandkommission hat, w» HKvas aus Koblenz meldet, am Donnerstag, die seit langer Zeit erwartete Rotgeldverordnung genehmigt, die sofort ie Kraft tritt. Sie behauptet, daß die regellose Ausgabe von Notgeld durch Gemeinden, Banken, ^ndustriekreise und sogar durch Privatpersonen die Interessen der BesatzangS- arntee und der Rheinlandlommis'iou gefährde.

Der Auftakt zu neuen Sanktionen.

Essen, 21. Sept. Heute Nacht wurde an der von der Besatzungsbehörde besetzten Bahnstrecke Rüttenscheid — Heißen In der Nähe der Kolonie Margaretenböhe innerhalb des Stadtteiles Essen ans die Bahnstrecke ein Sprengattenlat verübt. Bon der Brücke selbst wurde lediglich das Geländer beschädigt Die Geleise wurden etwa drei Meter aus» gerlssen. Außerdem wurden die an der Strecke liegen­den Häusern Beschädigungen hervorgerufen. Edens« sind bei der in ganz Essen hörbaren heftigen Deto­nation viele Fensterschetben zersprun­gen. Die Stelle Wurde sofort von französischen Truppen abgesperrt und der nuUicgende Wald durch, sucht. Die Franzosen erklären, daß schwere Sanktionen getroffen werden sollen. Auch dürste die übliche Verkehrssperre über Essen ver­hängt werden.

P a r i s, 21. Sept. Nach einer Havas-Meldung „ aus Düsseldorf ist wegen eines angeblich in der Nacht 5um 18. September zwischen Salmrohr und Hetzerath auf der Strecke Trier-Koblenz begangenen Sabotageaktes der Nachtverkehr in den ge­nannten Gemeinden untersagt worden

Wiederaufnahme des Koblenzer PoftbctriebeS.

Koblenz, 21. Sept. Die Oberpoftdirektton tu Koblenz teilt mit daß ans waderholtes Drängen der Koblenzer Bevölkeruno, der Handelskammer tote auch der Stadtverwaltung, andererseits auch unter dem Druck der Rheinlandkomutisflon Verhandlungen mit der Rhetnlandkommtssion wegen Wtederaustlahme deS Poftdienstes stattgefunden haben, die letzt zu einem Abschluß gelangt sind. Bet diesen Verhandlungen wurde folgende Vereinbarung getroffen:

1, Die Oberpostdtrektkon ist bereit, den Dienst wie­der auszunehmen und stellt die Post- und Telegraphen, beamten wieder kn den Dienst ein. •

2. Der Telegraphen- und Telepkonbelrteb wird nach den I n st r u k t t o u e n der Rheinland» t o in Mission wieder ausgenommen unter der ge­mäß dem Rhetnlandabkommen der Rheinlandkon»- misston zustehenden Kontrolle.

3. Der Betrieb wird wieder aufgenomnien unter vorübergehender Duldung von vier »n- betoassneten französischen Milllär- t-legraphksten .zur Uebeiyachung zwecks Ver­meidung etwaiger Stbotageale."

In etwa acht Tagen wird der Ortsfernsprechver- kebr in beschränktem Umfange wieder aufgenomvten werden, vielleicht können schon vereinzelte Tele- graphenteitungen wieder in Betrieb genommen wer­den. Die Wiedertnbetriebsetzung der auswäriigen Teiephonleitungen wird noch längere Zett tu Au­sl ruch nehmen.

» Uhr nadi-

Ge- liehst ifadt- resse n am r mH ssen. rren- licfieo sidieo (Dar-

4378 h.

Die Diskussion über die Zusammenkunft »alb« 2>in—PoincarS geht weiter, nanientlich in der eng­lischen Preffe. Der Zubel in der französischen Preffe non einem Siege Poincarös hat offenbar in Eng­land etwas verschnupft. Man beeilt sich deshalb in England, Frankreich aufzuklären, daß Baldwin weder die Absicht noch die Macht gehabt habe, bin­dende Beschlüsse zu fassen, wie das der „Daily Tele­graph", den wir unten zitieren, ausführt. Autzer- Hem ist man in England durchaus der Ueberzeu- gung, daß die Ruhrbesetzung nach wie vor eine Be­lastung Englands darstelle. Man bereitet sich nur Darauf vor, was es geben soll, wenn der deutsche -Widerstand aufhört. Wtr Deutsche dürfen das, was - England in- dieser Beziehung tut, nicht unter dem Gesichtspunkte auffassen, daß es etwas für uns tue. -$s betrachtet alles lediglich unter dem Gesichtspunkt jtiner eigenen Politik. Für die ist Deutschland ein einziges Steinchen auf dem Schachbrett, das einmal rin Stein werden kann; daher bie grunbfätzliche Verurteilung bes Ruhreinfalls gegenüber Frank- veich, bie man später immer wieber hervorholen tann, und der praktische Versuch, mit Frankreich darüber ins Reine zu kommen, was nach dem Auf- Hören des Widerstandes an der Ruhr geschehen soll. Hör uns kommen dabei nichts als Worte heraus, und wir und unsere Kinder werden uns bieje Politik Englands für die Zukunft sehr merken müssen. Es wird der Zeitpunkt kommen, wo England auf un­seren Dank rechnet. • - - ./ ■ j

"Zurzeit möchte Frankreich von uns durch dl« rest-

Som Stortmii.

Genf, 21 Sept. Die Bö lkerb u nö zVe rsamm- l u n g trat heute nach sechstägizer Pause weder zusamm n. Auf der Tagesordnung stand die Aussprache über den Ratsbericht. Der französische Teugierte Leon Bonr- g^eois nahm zum ersten Mal in diesem Jahr an einer Sitzung teil und wurde mit lebhaften Ovationen begrüßt. Die Tribünen waren dicht besetzt, weil man eine Debatte über den griechisch alienischen Konflickt und die Reparationsfrage erwartete. lieber das erste Problem glitten jedoch alle Red­ner hinweg. Das zweite wurde nur von Motta ge­streift und von Nansen im allgemeinen behandelt. Als erster Redner erklärte M o t t a -»Schweiz, baß dec grie­chisch-italienische Konflikt glücklich gelöst sei, und baß er der Versammlung empfehle, diese Frage nicht mehr zu besprechen. Desgleichen wolle er sich jeder Aeuße- rung über die anderen ernsten Zeitprobleme enthalten, in dem Vertrauen, daß der Rat zu gegebener Zeit die nötige Initiative ergreifen und seine guten Dienste an­bieten weide, um an der Lösung der Problems milzu- wirken, von der bas Heil und Gedeihen Europas ab hängig sei.

über die französische Ansicht über diese Reparatiens- frage und die damit zusammenhängenden Probleme im Lichte der letzten Ereignisse zu erkundigen. Der brüische Premierminister habe sich jedoch unter Berücksichtigung der Notwendigkeit, sowohl den Rat seiner Kollegen als auch den der Premierminister der Dominions einzuholen, sehr gehütet, weder sich selbst noch das britische Ka- binettbrzüglicheinerneuenPolitikfestru- legen. In der sianzösischen Presse sei zum Ausdruck gebracht worden, daß Großbritannien jetzt einer entmilitarisierten Besetzung bes Ruhrge- bietes zustimmeu werde. Wenn diese An­nahme bie Billigung irgendeiner verlän­gerten wirtschaftlichen Besetzung, d. h. der verlängerten Einbehaltung von direkt kontrollierten pro­duktiven Pfändern bedeuten solle, so sei sie unbe- srünßet, denn dir -chrickische Politik weife1 nachdaücklich auf 5tie lädmende Wirkung derartige r P fä ndeck' für die inne« Wirtschafts­lage und die Zahlungsfähigkeit Deutschlands hin. Wenn andererseits diese Annahme nicht mehr bedeute, als das England die Rückkehr seiner Alliierten zu der Absicht der sogenannten unsichtbaren BesetzungS- f o r m begrüßen würde, wenn der deutsche Widerstand zu Ende gehe, und zwar als zeitweilige Maßnahme bis zur vollständigeren Räumung nach der endgültigen Regelung, dir allen Gläubigern Deutschlands genügende Garantien und feste Beweifc ihrer Durchführung^bietr, so werde damit nichts neues gesagt.

London, 21. Sept. „Manchecher Guardian" schreibt: Ärnn Deutschland einmal, zugcbe, daß die Befetz- ung durch den Versailler Vertrag autorisiert fci, so habe es so gut wie fei" eigene? Todesurteil unter» j*iA rret hnbe immer un immer wieder W

klärt, daß bie Besetzung dauern ssolle, bis Deutschland alle feine Vertragsverpflichtungen erfüllt habe. Da es diele niemals erfüllen könne, so könne die Besetzung auf immer dauern und Deutschland würde sein Recht auf Protest weg» unterzeichnet habe». Ebenso wie seine erzwungene Unter­schrift unter den Vertrag von Versailles jetzt durch Poin- cace herangezogen werde, um Deutschlands Unaufrichtig­keit zu beweisen, so würde diese neue Unterschrift gegen Deutschland angeführt werden, wenn es jetzt ober in Zu­kunft versuchen würde, gegen den Verlust des Ruhrgebietes und des Rheinlandes Einspruch zu erbeben. Wie die fran­zösische Regierung es auffasse, sei die F r a g e d e r R e ch t- mäßigkeit der Besetzung bie wichtigste Di- Besetzung sei von der englischen Regierung für rechts­widrig erklärt worden und der französische Anspruch auf den Besitz der Ruhr für ei ne e-nseitige Aus- legung einer einzelnen Wendung der Versailler Ver­trages durch französische Staatsmänner. Wen» sich Deutschland als Gesaintstaat verpflichten solle, fv niüfft diese Frage irgendwie geregelt werden. Es sei weit bcfftr, daß dies unter Mitioftkung Englands geschehe, als ohne England. Es gebe jedoch g-wiffe Dinge, die England nicht tun könne. England könne nicht eine Vereinbarung unterzeichnen,,die die Rechimäßigkcit dec Ruhrbesetzung an­erkenne, die Deutschland eine Last auserlege, die es nach englischer Ansicht nicht tragen könne, oder bie burch die mit ihrer Hilfe erzwungenen tecritosialen oder sonstigen Ver­einbarungen das bleibende Gefühl der, Ungerechtigkeit zurücklasfev würde England könne keine Vereinbarungen, mehr unterzeichnen, die er nicht auch zu unterstützen be­reit sei. - ’ -

London. 21. Sept. Der „Manchester Guardian" bezeichnet in se-n-m Leitartikel bk plötzlich- warme Zu­neigung, die fit der französischen Presse für Baldwin an' den Tag gelegt werde, als seltsam und mysteriös: Jeder Franzose wisse, daß Poincare nicht plötzlich zu Der. Ansichten Baldwins bekehrt würde. Man könne es als ebenso sicher annehmen, daß auch Poincare Baldwin den Kopf verdrehte. Es sei klar, oaß in Frankreich bie lieft Besorgnis bestehe, daß England fortfahr.-». sich öffentlich von der ftanzöfischen Politik loszusagen. Tatsache fei es nalürlich, baß Psincare» Schmierigkeiten in Wirtlich kett mit der deutschen Nebergabe beginnen würden. ES ist unwahrscheinlich, daß selbst bei deutscher Mitwirkung das Ruhrgebiet im ersten Jahre Frankreich so viele Kohlen liefern werbe, wie e? im Jahre vor der Besetzung erhalten habe. Alle Barzahlungen würden bis zur Reform der deutschen Finanzen un8 W'edethecsteklung des deut­schen 5l esits wartet-, müsste Du: Enttäuschung würde schmerzlich und ernst sein Poincare könne #8 nicht übelnehm-n, wenn England ihn beim Borte nehme und ks ihm überlasse, seine eigene Lösung mit Deutschland zu enLecken. England weide dies keineswegs gern: tu», weil es eigene Rechte und Pflichten habe, wonach es sehen müsse. Mer England werbe nicht Verhanotung.n einleite» wolle» mit dem geringsten Gedanken daran, Poincare bie Kastanien ous dem Feuer zu holen. Wenn die englische Mitwirkung gebucht werde, so wäre es gut. sich daran zu erinnern, baß ein Preis dafür entrichtet werben müsse. Poincare habe sich bisher stets getorigerr. diesen Preis zu erwägen. Er-r'anb wolle nicht Lobspcüche in der französische» Presse, England wolle eine gerechte Regelung.

Der »n^igenvrei, beträgt für den S g.fp. Zellenmillimeter Grundzahl: 40. <•

58.

Sotmabenb. 6ti 22. AMw S» Of “ “ *s ' *3 ” e ''

Amtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurheffische) Oberhessen

Lvu-don-Holland erklärte sich von bet Erledigung des italienisch-griechischen Konflikts befriebigt und wünscht» daß das Ergebnis der vom Rat angekündigten juristische» Untersuchung den Völkerbundsmttgliedern mttgeteitt werbe.

Jshii-Japan teilte als Präsibenl bes Völkerbund», rates mit, baß bie Utberweifung bei juriUschen Frage» an ben internationalen Gerichtshof ober an eint anbete geeignete Organisation wahrscheinlich sei.

Nansen-Norwegen bemertte, die jüngste Untersuch­ung durch den Bölketbundsrat habe btt Verantwort»N» nnb das Kontrollrecht bes BölkeibunbeA bei Saariegch- rung gegenüber ftstgestellt, unb betonte bie Notwendigkeit einer baldigen Lösung bet Repatationöftag«. 6t be­dauerte, daß der Böllerbunb bisher nicht in die Lag» gekommen sei. sich mit bet Reparationskrise zu befassen.

Zahle-Dänemark ertlärft, Nt ösftntliche Meinung ber Wett werbe immer unsicherer in ihrem Urteil übe» den Völkerbuick». Biele erwarteten ungeduldig Univer­salität unb allgemeine Annahme des obligatoryche» SchiebsverfahrenS. Tie Völketbundversammlung müßt« auf die Stnurnung in ber Wett hören. ,»

Hierauf wurde bie Sitzung auf beule vertagt.

E ' 5:Nw de« Saargebiet.

' S a a < frt Mkw ,21; Sept. Nach einer Betorbnun» des RessernNgskommissats wird in bet Nacht vom 6. bis 7. Oktober im Saatgebiet bie westeuropäische Zeit wieder eingesührt. i f I ,

Paris, 21. Sept. Gestern abend trat unter Vorsitz Poincarss eine Konferenz zusammen, die sich mit der Ruhr- und Rheinangelegenheit befatzie. Es wurden laut „Slatin“ alle Fragen durchgesprochen, die sich in dem Augenblick ergeben würden, In dem der passive Widerstand 'sein Ende finden werde.' Meber 'die Wiedercklrfnahnre der Arbeit berichtesits Le Troquer, über den Märkstnrz der Finynzminister und über die Stimmung der Bevölkerung im be­setzten Gebiet sprach Oberkommiffar Tirard.

Paris, 21. Sept. Ministerpräsident Poincatö wird heut« den Abgeordneten General Eastelneau einpfangea.

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Reue Konferenz in 14 Tagen.

Paris, 21. Sept. Bot seiner Abreise aus Paris hat Baldwin gestern abend, als er von Ver­sailles zurückkehrte, noch eine letzte Besprechung mit Poincarö gehabt. Er stattete ihm einen Abschieds­besuch auf dem Quai d'Orsey ab.cher jedoch nur zehn Minuten dauerte."Man nimmt an, dah in etwa 14 Tagen eine neue Konferenz stattftn- den wird, und zwar entweder in London oder Paris, zu der auch Theunis und Zaspar eingeladen werden sollen. Die Tatsache, datz der belgische Außenminister hinzugezogcn wird, läßt vermuten, daß auch Lord Curzon bei diesen Besprechungen zu­gegen sein wird. Es würde also eine große Kon­ferenz sein, die vielleicht entscheidends Bedeutung hat Nun rechnet allerdings Frank­reich damit, daß bis zu diesem Zeitpunkt der passive Widerstand zusammen­gebrochen ist und so eine neue Safts geschaffen ist, aus der die Alliierten verhan­deln könnten. Das bringt auch der „Petit Parisien" zum Ausdruck, indem er erklärt, die Absicht, weitere Verhandlungen zu führen, .würde erst ihre völlige Wirkung haben, wenn der passive Sßiberftanb im Ruhrgebiet beendet sei. An diesem Tage würden England unb Frankreich bann einer neuen Lage gegenüberstehen, die neue Verhandlungen recht- fertigen würbe.

London, 22. Sept. Der diplomatische Bericht­erstatter der „Pall Stall Gazette“ schreibt, Baldwin werde die Ergelmiffe seiner Zusammenkunft mit Poincare heute abend mit Lord Curzon besprechen

und dann bestimmen, wann der Kabinettsrat statt

Sie sskMrnWlW.

Berlin, 21 Sept. Im Unterausschuß für Land- •'ivrfrfHift und Ernährung des vorläufigen Relchs- toirtschaftsrates führte der Vertreter deS Relchsmlni- sters für Ernährung und Landwirtschast aus, die tn- ländtsche Getreideernte sei tu diesem Jahre bedeutend besser als im Vorjahre und betrage schätzungsweif« 10 Millionen Tonnen. Um Stockungen in der vrot. Versorgung nach dem 15. Oktober zu vermeiden, werd» eine im Kabinett bereits angenommene Vorlage bei» vorläufigen Velchswirlschalfsrat zugehen, die tm we­

sentlichen folgendes bestimme: Verstärkung btt wm

[amtn Grundzahl 150. Jeder Rabatt gilt al, Satrabatt üo Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung halb 5 Tagen nach Recknungsdatum, sonst «ch der Schlüsselzahl de,'Zahiungstage». - Schlvss^zahl «. d.Ztg,..«. wm 28.-18. e*pt 89000.

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