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Regimentstag der Reserve und Landwehr 83 in Cassel.

, Im Wahnrausch der Eigensucht unserer Tage, im betäubenden Lärm einer unheilvoll dahintaumeln­den Außenwelt sprudelt leise ein Quell . . . ver­nehmbar nur für den, der seinen zarten Rhythmus hören will; der Quell der Sehnsucht nach Treue und Kameradschaft. Und diese Sehnsucht, dieses Sorgen, und Suchen nach dem Schicksall der Kameraden war es, das die Reserve« und Land- U^ehrleute des Regiments 83 zu einer Tagung ver­einte, die am Sonnabend und Sonntag unter großer Beteiligung aus nah und fern in Cassel statt- ffand. Verklungene Ideale, geboren einst in 'schwerster Notzeit, erstanden neu vor unserer Seele und ließen.glauben an die Zukunft unseres Volkes..

Der Begrüßungsabend im großen Stabt» .parksaal gab dem Regimentstag die Eröffnung, 'llbet der Bühne leuchtete, von rot-weißem und !fchwarz-weitz-roiem Fahnentuch umschlungen, die ! stolze Zahl83". Und auch von allen Pfeilern grüßten die alten Farben einer glorreichen Zeit. Oberpostfekretär Störich, der Vorsitzende des Ver- ttns ehemaliger Landwehrleute des Z.I. R. 83, richtete an die Erschienenen.Worte herzlichen Will- ^tommens. Das Band, so führte er aus, das uns 'draußen im Kampf gegen eine Welt von Feinden 'zusammengehalten hat, möge das Zeichen fein, dem der Regimentstag feine Rote geben soll. Zn Treue und Dankbarkeit sei in dieser Stunde auch jener ge­dacht, die in fremder Erde ruhen. Wir grüßen sie in stiller Trauer. Uns, die wir zurückgekehrt sind,' soll der Regimentstag Kräfte geben für den kom­menden Alltag, Kräfte zur frischen Arbeit, die wir fm Vertrauen darauf, daß uns endlich Recht und Freiheit werde, ungebeugten Mutes aufnehmen wollen. Freilich, das WortFreiheit" hat einen trüben Klang bekommen. Redner erinnerte daran, daß es dem Verein verboten worden ist, im geschlos­senen Zuge von der Earnisonkirche nach der Ge­

dächtnisstätte zu gehen und betonte dabei mit Reiht: Wehe dem Vo8e, das seine Tote« oetgtfct! Im übrigen hätte man gereiften Männern doch soviel zutrauen dürfen, daß sie eine gewährte Freiheit nicht mißbrauchen werden. Aber trotz aller dieser unerfreulichen Umstände wird der Regimentstag von jenem Geist getragen sein, wie er Männern von deutscher Art wohl geziemt. Das Deutschlandlied gab den mit großem Beifall aufgenommenen Wor­ten tönenden Widerhall.

Die Gedächtnisfeier am Sonntagmorgen gab Stunden ernster Andacht. Eine weltabgewandte Stimmung umfing die zahlreichen Besucher, die, aus dem lichten Straßenschein kommend, in die Earnisonkirche eintraten, durch deren bleigefaßte Fenster feierlich gedämpftes Licht auf den Altar fiel, vor dem die Kränze lagen. Geh. Konsistorial- rat D. Trepte hielt eine ergreifende Gedächtnisrede, der et die Bibelworte zugrunde legte:Niemand hat größere Liebe, denn der, welcher sein Leben lastet für seine Brüder." Sie sind getreu gewesen bis in den Tod und darum wird ihrer die Krone des Lebens sein. Unsere Allfgabe soll es sein, den Geist der Gefallenen, den Geist von 1914, tief in die Herzen unserer Kinder einzugraben, auf das sie erkennen, daß kein Volk von den Gütern der Gegen­wart lebt. Orgelspiel und gemeinsamer Gesang gaben den eindringlichen Worten eine, würdige Um­rahmung.

Nach Beendigung des Gottesdienstes galt der nächste Besuch jener Stätte am Aueabhang, die dem Treugedenken unserer gefallenen Brüder geweiht ist. An den Tafeln der beiden Regimenter, die in der Ehrenhalle ihren Platz gefunden haben, wurden Kränze angebracht. Dabei widmeten Ingenieur Schüßler (L. Z. R. 8.3) und Redakteuer Heynemann (R. I. R. 83) den gefallenen Kameraden Worte innigen Gedenkens. Wie aus den Inschriften der Tafeln zu ersehen ist, starben vom Reserve regi« ment 3158 Offiziere, Unteroffiziere und Mann­schaften, vom Landwehrregiment 37 Offiziere und 1045 Unteroffiziere und Mannschaften den Hel­

dentod fürs Vaterland. Prof. Sautter erklärte die Anlage und die künftige Ausgestaltung. ;

Die Hauptfeier am Sonntag vereinte wie­derum eine nach vielen Hunderten zählende festliche Gemeinde im großen Stadtparksaale. Ein von Paul Dietz verfaßter Vorspruch, von Herrn Schoele ge­haltvoll vorgetragen, leitete den Nachmittag ein. Herr Hartmann wies in seinen Begrüßungsworten auf die Ziele des Vereins hin und wandte sich gegen die von freigewerkschaftlicher Seite betriebene, durch nichts berechtigte und begründete Hetze. Der Verein wolle nichts als treue Kameradschaft pflegen.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand die von General Fretzdorff, dem ersten Kommandeur des L. I. R. 83, gehaltene, begeisterte Festrede, die einen umfastenden Rückblick gab auf die heldenhafte Ge­schichte der Reserve und Landwehr im großen Welt­krieg.

Ansprachen und musikalische Darbietungen wech­selten miteinander und ließen die Kameraden der beiden Regimenter recht fröhliche Stunden erleben.

Der nächste Regimentstag des R. I. R. 83 findet in M a r b u r g, der nächste des L. Z. R. 83 in Er­furt statt.

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Im«, öiiel M Ami.

H erb stw e itg e k> e n des WandervereinS 07 Marburg, am 16. September 1923. Bet günstiger Wit­terung hielt am Sonntag der genannte Verein lein diesjähriges Herbstwettgehen ab. Trotz der bergigen Strecke die man diesmal gewählt batte, wurden sehr günstige Resultate erzielt. Start: Wanderarbeitsstätte für 20 und 10 Stirn. Weg. Start Giflewergerstrabe für 15 Klm. Weg. Ziel für sämttiche Gruppen Eappeler- brrg. Folgende ersten 3 Preise wurden erzielt: Gruppe I 20 Klm.: Walter Bäth 1. Preis, Karl Kär- gel 2,. Preis, Hch. Weiershäuser 3. Preis, Jakob Heu- fcr 3. Pr. Gruppe II 15 Klm.: Adolf Kronemann 1. Pr., Fritz Mueller 2. Pr., Willi Fenner 3. Pr. Gruppe III 10 Klm.: Hans Greif 1. Pr., Jakob Mül­ler 2. Pr., Hch. Schr.mb, Kd. WeierSbäuser u. Eduard Bieker 3. Pr. Gruppe IV 10 Klm-, Damen: Lissi Friebertshäusrr 1. Pr., Mariechen Dreher 2. Pr. Die Wegkontrolle wurde vom Radfahrer-Verein 91 Mar­burg gestellt. Frisch auH

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19. Sectember.

Ein Dollar (mittel): 150000000Mk. Goldankaussprei» für 1 Kg. fein: 640 Dollar.

1 Goldmark35 625 000 6.,35803571 B. Papiermark. Silbrrankauispreis für 1 Einmarkstück: 5500000 Mk. Goldz-llaufgelv: 1921. Sept. 2179 999900 Prozent. R«ick»bankdiskont: 90 Prozent.

Grohhandelrtndex (vom 11. Sept.): 11513 231.

Reickslebenshaltungsinder: 5 051 056.

Reichebahnmultiplikator für Personentarif«: 9000060. Reichsbahnmultiplikator für Gütertarife: 18 030000.

Schlüsselzahl de» Buckhandel» :14000 000.

Zeitunqsanzelgenfchlüssel liir Mitteldeutschland: 15.^1.9.1-000. Schlüsselzahl desDeutschen Bu hdruckeruerelns: ab 16.9.1000 009.

Berliner Devisenkurse.

17. September

18. Se Geld

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Geld 1

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Amsterdam

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51870000

52130000

58852500

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Kopenhagen

1 Kr.

23740500

23859500

27132000

27R80.«

Stockholm

1 Kr.

35112000

3528800

39700500

39W00

Italien

1 Lir

5785500

5814500

6583500

6816500

London

1 Pf.

.>98500000

601500000

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681700000

Rewyork

1 Dll

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133586500

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MWS

des Landratsamtes Marburg.

Unter den Schwetnebestünde» der Landwirte Ludwig Grebe und des Wilhelm Wistner in Nordea ist die Schweinepest ausgebrochen.

Marburg, den 17. September 1923. (503

Der Landrat. I. Loock.

Betrifft: Milchpreis. *

Nach Anhörung der beteiligten Organisationen Wird der Milchpreis ab 20. d. M. wie folgt festgesetzt:

«UHpreU 2500 000 Mk.

fttetat)Mb«U<*re{» 8600000 KI.

Marburg, den 19. September 1923. 504

Der Landrat: v. Loew'enstein.

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au» dem

SnimiitijkwM bei kalber».

Am Freilag, de« 21. d. Kt« soll in der Schäfer« sthen Gastwirtschaft in Leider« au» den Forstorten j, 2 a. 8, 4 a, 5b, 6, 9c und 10, Läuseküppel, Weinberg, . Grube (Michelbacher Sette), Knockendelle, Franzosen­brücke, Grube, Am Steteseld und Steterain nachstehen­de» Hol» öffentlich meistbietend versteigert werden:-

6,21 fm Fichtenstamme 4. Klaffe

9 Stück Fichtenstangen 1. mit 0,81 fm,

16 Stück Fichtenstange« 2. Klaffe

. ; mit 0,96 km, ?

30 Strick Fichtenstange« 8. Klaffe mit 0,90 fm.

Begum des Verkaufes 10':, Ahr vormUtags.

Da« Vorbezeichnete Holz lagert nur st Kilometer een der Bahn und ist gut abzufahren. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, den Termin im Interesse Ihrer Gemeinden bekannt zu machen. 4968

Marburg, den 19. September 1923.

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Eilangedote unter P. P. 400 an die Geschäftsstelle.

Bekanntmachung

der Landkrankenkasse

für den Kreis Marburg.

Infolge der fortschreitenden Geldentwertung haben Vorstand und Ausschuß der Landkranken­kaffe in ihrer Sitzuna' am 1. 9. 23 beschlossen:

Zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Landkrankenkasse für den Kreis Marburg wer­bt? Beiträge und Leistungen mit Wirkung vom 2G. August 23 ab nach Grundbeträgen bemeffen, die mit der vom Stattstischen Reichsamt regel­mäßig veröffentlichten Reichsinderzabl der Lebenshaltungskosten vervielfacht werden» Da­bei ist für die in.der laufenden Woche be­ginnenden Leistungen der Kasse der Reichsinvex der vergangenen Woche, abgerundet aus volle 10 000 M nach oben, maßgebend. Bei her mo­natlichen Beitragsberechimng wird der Durch­schnitt aller für den Monat, fiir die Berechnung der Leistungen maßgebynden Reichsindexzahien zu Grunde gelegt. Es werden folgend« Mit- gilederNassen und Gnmdbeträg« festgesetzt:

Stufe

B

C

1,60

1,40

1,20

Erund- bttrafl des

Eruud- lohnes

Jahren

D Männliche Hausangestellte tm Alter von 1621 Jahren und land- und forstwirtschaftliche Arbeiter bis zu 16 Jahren

E Männliche Hausangestellte im Attetz bis M 16 Jahren

A Betriebsbeamte, Inspektoren. Förster und andexe Angestellte in ähnlich ge- . hobener Stellung sowie besonders hoch bezahlte Facharbeiter , 2,40 .ff

Land- und forstwirtschaftlich« Arbei­ter über 21 Jahre \ 2,00

Männliche Hausangestellte über 21 Jahre und land- und sorstwirtschatt- ttche Arbeiter im Alter von 16zl

ll? Betriebsbeamttnne«, Wirtschaft^- rinnen, Hauslehrerinnen, Erziehe­rinnen und andere weiblich« HauS- angestellw ln ähnlich gehobener Stel­lung 1,60 ,

G Land- und forstwirtschaftliche Arbei. terinnen über 21 Jahre 1,40

H Land- und forstwirtschaftliche Arbei­terinnen von 1621 Jahre« 1,20

J Land- und forstwirtschaftliche Arbei- ierimten bis zu 16 Jahren 1,00

K Weiblich« Hausangestellte über 16 Jahre 1,60 .

I Weibliche Hausangestellte bi- zu 16 Jahren 0,80

M Lehrlinge ohne Entgelt, Hüttejungen und andere beschränkt arbeitsfähige Personen ßJ50 ,

Stecht der tatsächliche Acheltsverdienst des <3 er fieberte« zum Grundlohn seiner Stufe im Mißverhältnis, so erfolgt auf Anttag des Ar­beitgebers oder Versicherten Versetzung in dte dem Arbeitsverdienst entsprechende Stufe.

Die Beittäge bettagen wie seither 9 Prozent vom Grundlohn. Der berechnete MonatSbei- ttag kann auf volle 1000 .ff nach oben abge­rundet werden. Die Kaffe kann nach dem 15. eines jeden Monats Abschlagszahlungen er­heben.

Die laufenden Leistustgen werden jedeStnal nach 4 Wochen enteffi der Reichsindexzahl an- acvaßt. Dabet gilt die Reichsindexzahl der Woche, die dem Stichtage vorangeht. Dte vler- wöchenttiche Frist läuft vom ersten Tage der Arbeitsunfähigkeit an.

Mawurg, 4. September 1923.

Der Vorsitzende des Vorstandes, gez. Jti W eiers h ä u le r.

Genehmigt: Gaffet, 13. 9. 23.

Dee Vorsitzende des OberverstcherungSamtes.

I. V.: gez. Unterschritt.

greito«, den 2i. Sept., 8'f, int SaaleFrekdhas WmiiilW.

Herr Laadtaqsabg. L««eeaschein spricht über:

1. Tie innen« und aussenpolitische Lage.

2. Die Stadtverordaeteuwablen. 4962

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BORAS, den 16. September 1923.

Meine Verlobung mit Fräulein GUDRUN BORG, Tochter des Ingenieurs CARL BORG und seiner Frau Gemahlin DAGMAR geb. BERNLUND, beehre ich mich anzuzeigen.

Dr. v. SCHEELE

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MARBURG, den 16. September 1923. 4961

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