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Marburg

Mr. 221

oo. elementarer Ereignisse kein Trsatz. Verlag von Dr. T-Hitzeroth. Druck der g»l#*m** 1A

Univ^Buchdrnckerei von Jod. »ug. Koch. Markt 2123. Rttniptei)« 55. Poft. IKlluDOu), Dell 19. ÜtflltlnBci

1922

Ickeckkont«: Rt. 5015 Amt Srenfiutt a. Main.

S5;el>htg

Die Reform der Währung

tmmenen Standpunkt, datz

der Achtstundentag

grundsätzlich

fr

Rach längeren Vorbercatungen im Schoße der Regierung und im Kreise von Sachverständigen ist die Währungsreform jetzt so weit perfekt geworden, datz das Reichsfinanzmiuisterium den fertigen Plan der Oeffentlichkeit übergeben kann. Danach kann es keinem Zweifel unterliegen, datz das Problem der Währungsreform in grundlegender Weise an gefatzt wird. 2Se Pläne sind jo durchgreifend, datz man die Stillegung der Notenpresse alsnahesZielins Auge gefatzt hat. Hand in Hand damit geht die Herbeiführung eines Aus­gleichs am Haushaltsplan. Die Tragweite einer solchen Reform liegt vor Augen. Gelingt es in der Tat, dieses Ziel zu erreichen, so wäre mit einer raschen Stabilisierung der Mark zu rechnen und es wäre eine Währungsreform in erreichbare Nähe, ge­rückt, die in absehbarer Zeit anstelle der deutschen Papiermark eine feite und beständige Währung setzt.

Rein technisch betrachtet fällt die Lösung dieser Aufgabe der sogenannten Währungsbank zu,

muss, dass aber Neberarbeft dort zu leisten ist, wo die Lnterefsen der Gesamtwirtschaft es «»* fordern.

aufrechterdalten werde»

$et KMilmMiW« iur kW.

^köln, 18. Sept. ReichSmtntster des Innern D o l l m a n n sagte tn feiner Besprechung mit einem dattionSmitglied der .Rveinlschen Ztg.' über bK «««le der Regierung n. dar R-tchSkabtnett beschilft t-Ot sich mit der Frage der Beendigung deS Kuh» unternehmens, der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, der Währungsreform und der Besserung unserer nährungslage. Die Retchsregierung werde nur tu engster Verbindung und in voller Einmütigkeit mtt den besetzten Gebieten handeln und der Wirtschaft, liehen Organisationen, soweit die rheinische Politik ln Betracht komme, sei niemals so notwendig ge­wesen wie in den kommenden Monaten. Wer diese Front zerreisse, besorge die Geschäft, der Imperialisten Frankreichs.

Bezüglich des Achtstundentages sagte Soll- mann: Wir bleiben bei unserem seit langem einge.

den kann, wird durch eine gleichzeitig veröffentlichte Ber orbnung auf Grund des Notgesetzes die Fakturierung und Zahlung von Exportwaren in hochwertiger Vtluka sowie die Benoerwung der ßlegenwerte im Interesse der deutschen Wirtschaft und auch die Ablieferung an dir Reich-bank vorgrschri-den. Grundsätzlich soll oi t PreiSstell ung in der Währung des Em> psangslandes erfolgen. Unabhängig davon sind aber allgemein di' vier gebräuchlichste» internationalen Währungen, der Dollar, das Pfund, der holländische Gulden und der Schweizer Franken zugelassen A!s Mindestsatz der Ablieferung sürö durchweg 30 v. $>. der Exportdevisen vorgeschrirben worden, ' Dem durch die Bew.dimng des Rrichspräsikcuten vom 7. Sextemb:: 1823 eingesetzten Kommissar für Devisinerfassung ,st jedoch

d. h. demjenigen Institut, dessen Gründung bisher in der Form einer Eoldnotenbank geplant war. Nach dem ursprünglichen Plan sollte diese Eold­notenbank der Erotzwirtschaft, soweit sie den Handel und die Produktion umfatzt, ein wertbeständiges Zahlungsmittel liefern, und zwar als Ersatz für ausländische Devisen. Heber diesen ursprüngliche» Plan ist man indessen bi nausgegangen, und man hat ihn auch in mancher Hinsicht grund­legend abgeändert. Die Rolle der Eold­notenbank wird nämlich jetzt der Reichsbant zugeteilt. Die Reichsbank soll in Zukunft dazu dienen, der Wirtschaft eine Art G o l d n o t e zu lie­fern, und zwar in der Form des wertbeständigen Kredits. Auf diese Eoldnoten sollen in Zukunft die Produktion und die Erotzwirtschaft mit der Befrie­digung ihrer Bedürfnisse angewiesen sein. Es wird wohl tn der Hauptsache der Praxis vorbehalten bleiben, wie sich diese Befriedigung im einzelnen durchführen lässt.

Der Währungsbank fällt eine ganz andere Aus­gabe zu. Sie soll dazu dienen, dem Staat ein Zah-' lunzsmittel zu schaffen, das ihn für eine in Aussicht genommene Zwischenzeit unabhängig von der Notcnprefse macht. Dabei stutzt sich der Staat auf die Kreise der Wirtschaft, die durch eilte Kombi­nation von Steuern und hypothekarischer Belastung der Währungsbank feste Obligationswerte zur Verfügung stellen, die der Ausgabe neuer Zah­lungsmittel als Grundlage dienen. Diese Zah­lungsmittel sollen auf einen gewissen Mindeslbetrag lauten, der sich vielleicht auf der Höhe von hundert, ooer m-hr Millionen bewegen wird. Sie werden vom Staate in Anspruch genommen, um die Staats­ausgaben zu decken. Das Reich wird also ebenso wie Staat und Kommune in Zukunft nach Grün­dung der Währungsvank nur noch mit diese» Noten zahlen. Die Noten sind, wie gesagt, gedeckt durch teste Obligationen und können, wenn es gewünscht wird, gegen solche Wert umgetauscht werden, so datz s i e t a tsö ch l i ch ein gol ds i cher es Pa« pier dar stellen. Die Papiermark bleibt nebenher'be st eh en, und zwar mutz sie gewissermatzen als Scheidemünze für alle Be­träge in Zahlung genommen werden, die unter der Gr-uze der Noten der Währungsbank liegen. Man. rechnet damit, datz die Papiermarl mit der Zeit von den wertbeständigen Zahlungsmitteln aufgesogen wird.

Der Plan ist natürlich nur durchführbar, wenn es tatsächlich gelingt, der Zwischenlösung eine end­gültige Reform folgen zu lasten. Die Roten der Währungsbank können natürlich nur bis-zu einem begrenzten Gesamtwerte gedeckt werden. Man spricht von etwa einer Milliarde Gold mark. Diese Milliarde wird von der Wirtschaft gewissermaßen auf dem Steuerwege aufgebracht. Das Reich kann also von ihr zehren, mutz aber mit.seiner endgül­tigen Währungsreform unbedingt zum Abschluß ge­kommen sein, wenn die Mittel der Notenbank auf­gezehrt sind. Dazu gehört in erster Linie, datz der Haushald des Reiches und der Einzelländer ins Gleichgewicht gebracht wird, damit die Notenpresse tatsächlich weiter still ruhen kann, wenn die Wäh- rungsbank ihren Zweck als Zwischenlösung erfüllt hat. Wäre es anders, so würde natürlich mit dem neuen- Beginn des u-'ael eckten Notendruckes der Währungsverfall miet'. < feinen Anfang nehmen.. Aus diesem Grunde ist als wichtigste Matznahme die schärfste Herabminderung aller Reichs- und Staatsausgaben ins Auge gefaßt. Man hofft damit zu einem Ausgleich zu kommen und damit die Grundlage für eine end­gültige Währungsreform zu gewinnen. Soweit die Hauptlinien des Reformplanes. Aus Einzelheiten wird man vielleicht noch zurückkommen müssen.

Berlin, 18. Sept. Halbamtlich wird mit­geteilt: Wie wir erfahren, sind die Arbeiten für die Schaffung eines wertbeständigen Geldes soweit geführt worden, datz ihr Entwurf vorliegt. Die Reichsbank wird von den Staats­finanzen völlig losgelöst und dadurch instand gesetzt werden, die Funktio­nen einer Eeldnotenbank für das Wirtschaftsleben in vollem Umfange zu erfüllen. Reichsschatzscheine werden bei der Reichsbank nicht mehr diskontiert, so datz eine un­gedeckte Vermehrung des Papiermarkumlaufs nicht mehr stattfindet. Für eine Uebergangszeit bis zur Balanzierung des Reichshaushalts gibt eine neu zu schaffende Bank Noten aus, die durch eine Geldoer­pflichtung der Privatwirtschaft (Landwirtschaft, Industrie, Handel und Banken) auf Grund des Wehrbeitrags wertes sichergestellt werden.' Diese Noten werden gesetzliches Zahlungsmittel. Die Pa­piermark wird Scheidemünze der neuen Note, in der sie zu einem bestimmten Kurs einlösbar fein wird Gleichzeitig wird nach einem bereits vorliegenden Finanzprogramm die stärkste Einschrän­kung der Ausgaben im öffentlichen Haushalt erfolgen. Bei der Wertbeständig­keit der Einnahmen wird eine größere Eegiebigkeit Ser Steuerquellen und damit eine fortschreitende Deckung der 'Ausgaben erzielt werden.

Aeutzerungen des Reichsfinanzminifters.

Zu der angekündigten Währungsreform gab Reichsfi-nanznrinifter Dr. Hilferding vor Prestever? freiem noch einige Erläuterungen. Die Eeldver- pflichtung der privaten Wirtschaft, durch die die Roten der neu zu schaffenden Bank chergestellt wer­de«, werden vielleicht nicht mehr als 5 Prozent be­tragen. Außer der Beranlagung nach dem Wehr­beitragswert werde am Schluß dieses Jah­res durch eine neue Vermögensveran­lagung auch der Kreis jener Personen ersaßt werden, der erst neuerdings sein Vermögen erwor­ben hat. Die zu gründende Währungsbank werde nur soviel Noten ausgeben dürfen, als das Reich zur Deckung feiner Ausgaben bedarf. Die Papier­mark, die neben den neuen Noten als Zahlungs­mittel bestehen bleibe, werde möglicherweise durch Denomiration von der neuen Währung aufgesaugt werden. Heber das Währungsprojekt haben bereits in den letzten Tagen Besprechungen mit führenden Persönlichkeiten der Privatwirtschaft statt­gefunden. Eine weitere Besprechung ist für heute in Auscht gesinommen. Die wichtigste Voraus­setzung für das Gelingen des ganzen Währungs­planes ist die möglichst schnelle Sanierung des Staatshaushalts. Ein Plan hierfür ist bereits vom Neichsfinanzministerium ausgearbeitet worden und wird demnächst veröffentlicht werden.

Tie<?berbe!Rfcbe Zeitung" erscheint iechrmai wöchentlich. Sejugsnieis menatlich 50U6000 'JE. freibleibend mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Rümmer« ini. Streiks

bgs Recht Vorbehalten worden, diesen Pcozeiftsatz zu ärgern sowie überhaupt nähere Bestimmungen zue Sicher­stellung der mit der Verordnung beabsichtigten Zw-eke zu erlassen. Durch diese neue Regelung wird die Erfasm>m ton Exportdevisen wirksamer gestaltet unb die Al>- lieferungSkontrolle insbesondere auch auf al le aus fu h r freien Waren er ft red t, lvas bt'S- fcer nicht möglich war. Es ist noch darauf binzuweifm, baß alle anoerrn Ausfuhrverbote imö sonstigen für die Ausfuhr geltenden Bestimmungen, soweit >ie aus anderer Rechtsgrundlage als der Verordnung über die Äusen- bandelskontrolle beruhen (wie z B für Kriegsgerät, Opium, Fieberthermometer) unberührt bleiben

wie wir erfahren in diesen Tagen noch eiu - «al einen Schritt unternehulen, der Frankreich keine andere Wahl als die der definitiven und klaren Ent­scheidung mehr lassen wird, eine Spe- fttlatton Deutschlands kann nicht in Frage kommen, ebenso wenig kann auch nur im geringsten davon die Rede sein, datz die gegenwärtigen »der.irgend eine andere deutsche Re- ßierung breit wäre, einen zweiten Versailler Vertrag zu unterzeichnen.

Die Entscheidung muß und wird bald fallen. Frankreich steht jetzt am Scheide­wege. Heber die Entschlossenheit Deutschlands, i n den gezeichneren Grenzen zu behar­ren, darf sich Frankreich und die Welt keinem Zweifel hingeben. Die Verant­wortung für alle Folgen, die sich aus einer anderen Einstellung Frankreichs ergeben, mutzte Deutschland für sich heute schon ablehnen.

t-i irfjeibung liegt nicht in deutscher, sondern :zvsljcher Hand. Die deutsche Regierung wird

inzeigen 50. Bet schwierigem Satz 50 */, Aufschlag. Sammelanzeigen___

Reklamen Grundzahl 150. Jeder Rabatt gilt al, Larrabatt. Belege werden ' so Auskunft durch die Geschäftsstelle »nd Zusendung der Angebote.

sonst nach der Schlüsselzahl . »am 15.-11. Sept 12090.

Wchrmkim dn flisWoilroie. Mstztttm in Ai«W.

Dir veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse hüben eine wesentliche Einschränkung der Ausfuhr- ton troll« erforderlich gemacht. Eine Bekanntmachung des zuständigen Ministers setzt daher mit Wirkung vom 27. September 1923 alle bisherigen Ausfuhrverbot allster Kraft ilNv bringt ein- Liste der Waren, die in Zukrntft noch einer Ausfuhrbewilligung bedürfen. Demnach such Elle nicht in dieser Dtste oufgeführten Waren nunmehr lllu s s >l h rfre i, d. h sie bedürfen keiner Ausfuhrbe­willigung mebr. Damit entfällt auch bte Ausfuhr in der erleichterten Form der Bekanntmachung oeS Reichsksm- »tsiars für Aus- und Einfuhrbewilligung vom 19. Mm 1923 mit Devisenablieferungserklärungen. Die neu- Ver­botsliste iimioht im wesentliche n nur noch Nah- ruusSmillel, Rohstoffe und gewisse Halb­fabrikate, an denen die deutsche weiter verarbe'ftnde Sichnstrir besonders interessiert ,st. Aussuhranträge für bicse Waren sind vorerst an die bisher zuständig gewesenen »ewilligungsstellen zu richten. Für die nunmehr auS- ßuhrsieien Waren sind keine Bewtllitzungspa- diere mehr erforderlich. Es wird jedoch darauf hingewi sin, Laß wie bisher auch bei ausfuhrfreien Waren ber grüne statistische Schein und d:e Aussithrerkläcung ben Versandpapieren beizusügen sind. Mehr als bisher ist ke zum Schutz der Währung erforderlich, daß atte Mucnlhr-r-fte in hochwertiger Valuta ins Inland über- »kührr und, soweit irgend möglich, an di« Reichcbani ab- Hrlicsert loerde». Nachdem infolge der starken Ein- Ktränkling des Ausfuhrverbots vieses Ziel nicht mehr Mit den Mitteln der Aaßenhanbekskontryll« erreicht wer»

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Paris, 18. Sept. Di? Abendblätter beschäftigens sich mtt der bevorstehenden.Zusammenkunft Stanley^ B a ld w i n s und Poincarez. DerTemps" schreibt, BaLwin und Poincare würben morgen in höchster Ver­traulichkeit beim englischen Botschafter in Paris früh­stücken. Daß der französische Minisrerprösident uno der englische Premierininister Gelegenheit hätten, einander kennen und schätzen zu lernen, sei ein Ereignis, des «ich» nur für nEgland und Frankreich, sonder» für alle Natio­nen von Nutzer sei, die den Wunsch hätten, in Frieden zu M'en. Es komme alles darauf an, daß die bejden MinLsterpräsidenten in voller Freiheit sich miteinander aussprrchen könnten, tun ans die Eesülluntz eines Pro­gramms oder auf die Abfassung eines Commnnignös Rück­sicht nehmen zu können.

Große Hoffnungen werden auf diese Besprechungen nicht gesetzt. Weder in französisch«« noch in «nglifcheu Kreisen erwartet man, daß die Reparationsfrage tn irgend einer Weise der Lösung näherg bracht wird. Be­sonders die letzte» Reden Pvincares haben nach eng­lischem Urteil die Aussichten auf ein Uebeeeinkommen so gerinU wie nie gemacht. .

Auch der diplomatische Berichterstatter desDaily Telegraph" mißt der Pariser Zusammenkunft der bellte» Ministerpräsidenten keine große politische Bedeutung bei, da beide jeder politischen Erörterung abdeneftft seien, bet nicht ein vorfenges durch djztlomatischen Meinungs­austausch erzieltes Ubereinkoinmen vorausgegangen sei. Man halte es für -sehr wahrscheinlich, daß das bri­tische Kabinett keinen neuen Schritt be­schließen ittetbt. Die formelle Einstellung des deut­schen passiven Widerstandes würde an sich noch nicht die gruvdleaeuden Merkmale det bestehende» Lage sofort ein­schneidend ändern. Weit wichtiger als tue Frage des passi­ven Widerstandes sei der erneut bekräftigte Entschluß Pozn- cares, sogar nach Einstellung des passiven Widerstande» für einen bestimmten Zeitraum ,m Ruhrgebiet zu bleibe« und die jetzt von Frankreich und Belgien kontrollierten Pfänder zu behalten.

Hier würden die Interessen Großbritanniens al- Gläubiger Deutschlands und als Hondelsuation berührt, und zwar nicht nur indirekt, wie im Fall des passiven Widerstandes, solcher» Mreft, da diese Fra-e in sehr vitaler Weise die Frage der wir t schäft Lisch« n Er­höhung und künftigen Zahlungsfähigkeit Deuts chlands berühre. Man sei ver Ansicht, daß die Kritischen Rechte und Interessen in dieser Hinsicht' sobald wie möglich autorattv betont werden müßten, besoa- ders deshalb, weil in Abwesenheit der britische» Minister; sehr gefährliche Mitteilungen erfolgt seien und noch erfolgten, in denen t«ha«ptet würde, Großbritannien würde den Abschluß eines Son der ab kommen» zwi-i sche.n Frankreich und Deutschland begünstigen Nach- feine» ösientliche» Aeußemirge» zu schließen, beabsichtig«, Pcinearö selbst kaum einen solchen Weg zu verfolgen. -

' --

5« Söikrtiti soll ielfei.

Genf, 18. Sept. Im Auftrage des internatio­nalen Gewerkschaftsbundes richteten I»»-' haux-Frankrcich und Oudegeest-Holland heute en die Völkerbunsverrsommlung eine längte Denkschrift über die Rrparationsfrag«, in der sie, da eine Lfösung durch frit Regierungen selbst« nmöglich fei, ei«! internationale Lösung der wichtchstrn Probleme, au» denen sich die Reparatiousfrage zasammcnsetzt, nämlich die Feststellung ber Zahlungsfähigkeit Deutschlands, die Or­ganisation der internationalen Anleihe und di« Pfändev- siage, der Regelung durch den Völkerbund anvev- trauen wollen. Das einzige internationale Organ, da» die Regelung der RepaMiwnsfräg« unter diesen drei Ge­sichtspunkten in die Hand nehmen könne, sei mtt bet' Völkerbund, und ihm müsse daher die Revarationsfragt unterbreitet werden.

TtrInternationale Gewerischaftsbund" vertritt rintb 20 Millionen Arbeiter. Aus seiner d«m Völkerbund über­gebenen Denkschrift ist besonders bemerkenswert die Kri­tik an dem Ruhr.inbruch. Tie Bertr-iung der Arbeiter­schaft spricht fit ihrer Eingabe von neuem ihre tiefe Überzeugung aus, daß die gegenwärtige Besetzungspolitik verhängnisvoll, dir Deutjehlanp oh« Nutze»

M einer Itoren KMÄiiz!

Wenn nicht alles täuscht, werden wir in den Mchsten Tagen schon schwerwiegende Entscheidun- 'tzen sich vollziehen sehen.

Wir muffen aus dem Stadium der Reden und Diskussionen heraus. Die deutsche Reichsregierung Ni bei wiederholten Anlässen, die in den letzten Tagen förmlich einzig und allein zu diesem Zweck konstruiert wurden, Frankreich gegenüber seine Be- «itwilligkeit zu einer Verständigung gezeigt und lebei unzweideutige Angebote von so detaillierter Form zugehen lassen, datz nunmehr eine Entschei- bung herbeigeführt werden muß. Die letzten Reden Poincar-'s gaben eine Basis für ein Hebereinkom­men allerdings noch nicht. Indessen nähern sich mich in Frankreich die Dinge entscheidenden Ent­schließungen. Man muß dabei weniger auf das hören, was in der Öffentlichkeit gesagt wird, al» auf Mts, was hinter den politischen und diplomatischen Kulissen in Vorbereitung begriffen ist.

In dieser Stunde müssen wir noch einmal in kvrzen Zügen skizzieren um was. es sich handelt' Die Kernfrage, um die sich jede Entscheidung dreht, die des passiven W i d e r st a n d e s. Deutsch- fanb haft wiederholt erklärt, daß dieser Frage eine Verständigung nicht zu scheitern braucht, meint en der Gegenseite bestimmte Voraussetzungen ge- ßeben und Bedingungen erfüllt sind, unter denen mir für die wichtigste die der Rückkehr der Sn s g e w i e s» n e n unter Einsetzung in ihre vol- l«n persönlichen und amtlichen Rechte, ansehen. Was die R ä u m u n g d e s R u h rg e b i e t e s an­längt, so ist Deutschland in seinem Anerbieten der französischen These, daß diese Räumung nur nach Maßgabe der Zahlungen erfolg:, ungemein weit «tgegengekommen. Was Deutschland vorschlagt, ist dazu angetan, die Mittel für eine möglichst sofortige Bezahlung Frankreichs sicherzustellen, zum minde­sten soweit diese Zahlungen den Strettgegenstand betreffen, der sich um den Einbruch in das Ruhrge- 1fr: ''ftfrlt hat.

MchM Mmg

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

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