OberheMe Teilung
Zweites Blatt ;
Nr. 217
Sonnabend, 15. September
1923
MtjWW M-M«M
Kon unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter
M<«n ist in der Oeffentlichkeit vielfach enttäuscht Darüber, daß die Verhandlungen über die Schaffung der ;nraen Goldwährung nur recht langsam vorwärts schreiten. Wenn man die zahlreichen Berichte über bk Debatten in den zahlreichen Ausschüssen liest und von den verschiedenartigen Vorschlägen und Projekten hört, die immer »nieder neu in die Debatte geworfen werden, gen-mnt "man leicht den Eindruck, daß die Währungsfrage noch immer aus dem Stadium der Erwägungen nicht hmans- gelangt sei. DaS ist umso beruhigender, als der Pnfam» menbrgch der Papiermark von Tag zu Tag ung Heuer- kicher« Formen annimmt. Die phantastischen Devjftn- kurse zeigen,- daß die Mark eben überhaupt ihre Kaufkraft so gut wie völlig eingebüßt hat. Die Wirtschaft kann aber ohne einen brauchbaren Wertmesser ebensowenig längere Zeit hindurch existieren wie ohne Zahlungsmitteln Das Goldwährungsproblem erfordert daher dringend eine -sofortige Lösung unb die Entscheidung über das zu leistende Aufbaumerk darf nicht mehr lange hinauSgeschoben werden. Auf der anderen Seite kann man «ine Goldwährung nickt über Nacht aus dem Boden stampfen und di- Regierung Stresemann hat nicht nur in der Außrnvoletik eine hoffnungslos verfahrene Situation vorgefunden, sondern auch auf wirtschaftlichem und ftnanziellem Gebier ein Ebaos, in dem jeder feste Kern fehlte, um den sich eine Vernünftige Lösung der Probleme hätte bilden können. Mr den notwendigen Uebergang zu einer neuen Goldwährung waren alle theoretischen und praktischen Borde-' reitungen unterlassen worden. Auf diesem Gebiete bat die jetzige Reichsregierung inzw'scken bereits außerordentlich schwierige, aber arrch fruchtbare Vorarbeit geleistet «der ihre Tätigkeit wird erschwert und ihre Bera.rt- Wortung erhöht, weil jetzt alles überhastet werden muß und die folgenschwersten Entscheidungen innerhalb wewgrr Tag«, ja ost weniger Stunden getroffen werden müsü.i.
Man kann heute bereits deutlich erkennen, woh'n nack dem Willen der Reichsregierung auf dem Gebiete der rungspolitik die Reise gehen soll. Die Goldnotenbank wird in allernächster Zeit ins Leben treten. Di« Garantien für die Wertbeständig leit der auszugebenden Gold Noten werden aber voraussichtlich nicht aui dem Wege freiwilliger Devisen Hingabe altein herbeizuschaffen sein. Ein Abgabeziöang wird nicht zu umgeb.« sein. Der nen- Kommissar für Devisenerftissung bat durch seine Verordnung über die Anmcwepflicht sür Edelmetalle bewiesen. daß er mit der nötigen Energie und Rücksichtslosigkeit an seine verantwort uugsreiche Ausgabe ber.ruzugeheu entschlossen ist. Die Reichsbanr scheint sich in neuerer Zeit der von der Regierung verfolgten Währnngspo'i^t eitriger als bisher anzuschließcn. Wenigstens läßt die Ankündigung daß die Eröffnung von Girokonten, die aus Kutttomark im Betrage von einem Zehntel Dollar lauten, schon für die nächsten Tage in Aussicht genommen sei, auf den Willen zu schnellen praktischen WährungSreformmaß- nalimen schließen.
Bei alledem darf man nicht vergessen, daß das Währungsproblem in erster Linie ein außenpolitisches Problem ist. Der ungeheure Sturz der Papiennark ist letzten Endes auf bi? Unlösbarlcit der Aufgabe zurückzufühceu, den Ruhrkampf zu finanzieren. Ohne diese Fmanzie- rutig, die man unbegreiflicherweise monatelang allem der Notenpresse überließ, hätte di: Papiennark sich wohl noch einige Zeit am Leben erhalten können.. Die Schwierigkeit liegt jetzt darin, die neu zu schaffende Goldmarr vor dem Schicksal der Papiennark unbedingt zu bewahren. Die Reichsregierung hat freilich erklärt, daß es auch fernerhin in ihrer Absicht liege, die Papiecmark zu stützen und daß sie weit davon entfernt sei, die Papiecmact als Zahlungsmittel fallen zu lassen. Man wird abwartrn müssen, wie die Regierung diese Aufgabe lösen wird. Dabei kann man heute wohl schon sicher sriu, daß die für die Schaffung der neuen Goldwährung bestimmten Mittel für die Stützung der Papiermark nicht verwendet werden, da man bamit der neuen Goldwährung nur schaden könnt-. Sicher ist jedenfalls, daß eine durchgreifende Reform der Währung, d. h. im Grunde genommen auch eine wirksame Stützung der Papiermark nur dann möglich ist, wenn die Notenpresse siillgelegt werden kann. Das aber ist erst
(Nachdruck verboten.)
Der Fall Dobinjew.
Detektivroman von Donald O. Fex er.
einzig berechtigt« Uebersetznng aus dem Schwedischen von E. von Kraatz.
29. Fortsetzung.
„Und nun?“ fragte ich.
„Run kommst du mit Erzählen an die Reihe. Was hat sich gestern bei dir zuhause ereignet?"
„Stoll hat Fräulein Tatsana abgeholt."
„Za, das weiß ich, aber ich möchte genau wisieu, wie es dabei zuging."
Zch berichtete ausführlich über den dramatischen Auftritt vom Tage zuvor, und al» ich damit fertig «ar. sagte Sterling:
„Daraus siehst du, daß er sich vollkommen siche: fühlte. Er glaubte fest, daß Dobinjews Ermordung der Polizei eine ganze Weile viel zu schaffen machen, und daß Profesior Dexelius ihm schon am folgenden Tage das Radium auKhändigen würde. Dabei fällt mir ein, du hast deinem Vorgesetzten doch hoffentlich nicht gesagt, daß wir es mit zwei so durchtriebenen Kerlen zu tun hatten ?"
„Rein, ich meldete nur, daß ich gern einige Tage auf eigene Hand arbeiten wollte, und daß du ein« geweiht und auch auf der Jagd wärest."
„Warum sagtest du das?"
„Weil der Kommissar mich geradezu danach fragte."
„Stellte er sonst noch Fragen?"
„Rein' Und die «on dir gewünschten Leute halten sich zur Verfügung."
„Jeden Augenblick?"
„Ja. Bist du denn über Stolls Absichten unterrichtet?"
„Rein. Er hat alle möglichen Schritte getan, »her ich weiß nicht, wo er damit hinaus will."
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nach einer Beendigung des Ruhrkampfts möglich. Daher konzentriert sich auf dieses politisch« Ziel auch bas Interesse derjenigen Kreise, die eine Lösung des Währungsprob- lems folgen. Bis das Ziel erreicht ist, wirb man sich wohl, um die Mark zu stützen, nicht so sehr auf finanztechnisch« Mittel stützen müssen, die sich leicht als ein gefährliches Experiment erwiesen können. Richtiger ist jchienfalls eine Einschränkung-es Notendrucks durch einen Ausgleich unseres Etats und durch äußerste Sparsamkeit in den öffentlichen Ausgaben zu erreichen. Wenn biomit auch nicht alles erzieft werden kann, so ist doch kaum noch vor der endgültigen Lösung bc8 Ruhrkonfliktes ein anderes Mittel denkbar, durch das man die Papiermark noch auftecht erhalten könnt«.
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.üetoset M!SW tiat AMr?
Wie uns aus Berlin mitgetcilt wird, haben schon in den letzten Tagen, und zwar im Zusammenhang mit der Behandlung der Fragen der großen Politik Besprechungen deutscher berufener Persönlichkeiten mit Internationalen Ftnanzlemen über die Möglichkeit der Beschaffung einer größeren Ausländsanleihe für Deutschland stattgefttnden. Eine solche Anleihe würde naturgemäß einzig und allein vom geschäftlichen Standpunkt fiir die die Kreditgeber zu betrachten sein. Alle sentimentalen Erwartungen, die bisher immer in Bezug auf den Erhalt einer solchen Anleihe bei uns eine Rolle gespielt haben, müssen imbedingt aus- geschalten werden. Die Besprechungen sind aber diesmal ziemlich weit gediehen, und die Aussichten für die Beschaffung etnpr größeren internationalen Anleihe sind tatsächlich gegenwärtig nicht ungünstig. Den Hauptanteil an dem Deutschland zu gewährenden Kredit, der durch Anleihe zu fundieren wäre, würde Amerika zu übernehmen bereit sein. Daneben würde sich England und vielleicht auch noch Italien beteiligen Aus der alleinigen geschäftlichen Einstellung dieser Dinge erklärt sich auch die Vorbedingung der evenuiell in Frage kommenden Anleihegeber, die da- biir formuliert wird, daß vor dem Zustandekommen der Anleihe die Ruhrsrage gelöst sein muß. Auch daraus ergibt sich die Einschätzung des geradezu ent- schetvcndes Werkes, den man Am Auslande der Wlederoinfügung des Ruhrgebietes in den Arbeits- mtd Produktionsprozeß der deutschen Wirtschaft bei- n-ißt. Eine weitere Bedingung unter anderem ist noch die, daß ein ans internationalen Ftnanzlemen bestehendes Konsortium zur Kontrolle über die Verwendung der lptrch die Anleihe beschafften Mittel bestellt werden sollen. Die Anlethebeträge tollen zum größten Telle sofort Frankreich angeboten werden, um es bezahlt zu machen und damit zu verrmlaffen, das Nuhrgcbiet so ralch als möglich zu räumen und von den übrigen besetzten Gebietsteilen den gegenwärtig aas ihnen lastenden milttärilcl»««, politischen und wirtschaftlichen Druck zu nehmen.
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Aus Bayern.
München, 13. Sept. Der Arbeitsausschuß der Landesvorstandsschaft der Bayerischen Volkspartei ragte in einer Sitzung, die sich mit der politischen und wirtschaftlichen Lage beschäftigte, eine Entschlie- tznng, in der es heißt: Einer auf die Errichtung einer Klaffenregisrung hinzielenden Entwicklung setzt die Bayerische Volkspartei einen ebenso unbeugsamen Widerstandswillen wie allen etwa beabsichtigten Eingriffen in den Hoheitsbereich der eigenen bayerischen Staatlichkeit entgegen. Auf wirt« fchaftlichem Gebiet fordert der Arbeitsausschuß die rücksichtslose Durchführung fetter Maßnahmen, die int Verein mit den Koalitionspartcien der Staatsregierung in Aussicht genommen worden sind. Der Arbeitsausschuß erwartet von der Staatsregierung, daß sie in jenen Fällen, in denen sie beim Reiche die Einleitung der ihr notwendig erscheinenden Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Not nicht erreichen sollte, aus eigenen Rechten wirksamst handelt, um der Not in Bayern zu steuern.
Sterling lächelte geheimnisvoll.
„Er befindet sich fortwährend unter Beobachtung," sagte er. „Bevor er herkam, um Tatjana abzuholen, war er verabredetermaßen bei Dexelius gewesen und hatte den Bescheid erhalten, daß sein Experiment noch nicht beendigt sei und daß er in einigen Tagen wieder vorsprechen möchte. Ohne irgendwelchen Verdruß zu verraten, ging er wieder fort, und in diesem Augenblick muß ein Plan in feinem Hirn anfgetaucht sein, wenn er ihn nicht schon in Reserve gehatten lat, was auch nicht unwahrscheinlich ist."
„Aber du weißt nichts von diesem Plan?"
„Nichts weiter, als daß er feit gestern diesem Plane gemäß handelt, und daß Tatjanas Entfernung aus eurer Wohnung mit dazu gehörte. Daß er sich gleich nach feinem ergebnislosen Besuch bei Dexelius fortholte, deutet darauf hin, daß der Plan bereits als Ersatzmittel bereitgehalten wurde. Als kluger Schachspieler war er für alle Möglichkeiten mit Gegenzügen ausgerüstet, und es war nur einer von diesen Zügen, der hier angewandt wurde. Das Paar begab sich von hier aus zu Fuß nach der Heilten Wohnung, die Stoll gleich nach seiner Ankunft in Stockholm für sich gemietet hat. Er ließ Tatjana -dort allein und ging selbst in die Stadt, und von diesem Augenblick an fing Stoll an, interessant zu werden. Er machte allerlei Einkäufe, und diese Einkäufe erregten meine Verwunderung und beweisen gleichzeitig, daß etwas im Werke ist."
„Und das alles weißt du durch Sally Stöhn?“ „Ja, sie ist unübertrefflich. Also, hör zu? Stoll hat sich eine vollständige Ausrüstung für einen Elektro-Monteur angeschafft: Leitungsdraht, Jso- lierrnaterial, Trockenelemente, Zangen und der Deubel weiß, was sonst noch alles. . ."
„Hm!" machte ich nachdenklich.
„Er hat offenbar irgend etwas vor. Aber was? Mir steht der Verstand still. Aber gib acht? Morgen werden wir Überraschungen erleb««."
Marburg und Umgegend.
Marburg, 15. September (Scheiding).
* Der Milchpreis. Bo» Donnerstag ab fettet Milch ab Stall 800000 Mark, im Handel 1160000 Mk.
* Für Steuerzahler. D-r Finanzamt macht wiederholt banauf aufmerksam, bei Ueberweisnngen von Steuern bi« genauen Angaben wie bie Steuerrart, Steuer- iabr, Sollbuch-. Heberollen- oder Steu«rlisten-Nr., sonn« g«naue Namens- und WohnungSbezrichnung nicht zu vergessen. Wer dies unterläßt, darf sich nicht wundern, wenn seine Zahlung als nicht geschehen gilt.
«Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage sind es 25 Jahre, daß Herr Karl H a b e n e y bei der Firma Fritz Block, Dampffägewerk, ununterbrochen tätig ist.
* Gin Zeitbild. Freitag früh vor dem Reichsbankgebäude. Ein Handwerksbursche nimmt aus einer großen Pappschachtel Einmark-, Zweimark-, FLnfmark-, Zehnmark« und zuweilen sogar — man höre und staune — FLnfzigmarkscheine, macht zierliche Häufchen und zählt und zählt, als ob er sich zum Finanzminister ausbilden wollte. Die Gruppe der Neugierigen, die sich nach und nach wie auf dem Wochenmarkt bei dem Auftauchen einet den Freitagsnachmittags-Rucksackausflüglern glücklich entgangenen Kasematte oder einer roten Rübe um ihn bildet, drängt er ängstlich abwehrend bann und wann zurück. Man weiß immer nicht — die Welt ist ja heute so schlecht — „Wenn ichs nicht hübsch sortiere, wechseln sie mir da drinnen nicht" fügt er aufklärend hinzu. Die Arbeit nimmt lang« Zeit in Anspruch, ans der unergründlichen Pappschachtel kommen immer glorreichere neue Zeugen der neuen Zeit; bei manchem Schein fehlt die Hälfte und die andere Halste, die dazu paßt, muß auch gesucht werden. Ja es gibt doch auch noch edle Menschen in der Welt, die etwas für ihren Nächsten übrig haben. Endlich konnte er sagen: „Es ist erreicht." Auch der Wind, der sonst manchmal um die Häuserecken des Deutschhaus- und Biegenviertels bläst, hatte so lange den Atem eingehalten. Hoffentlich hat das Eroßgeld, mit dem dieser „Neureiche“ nachher seine Reise fortsetzen konnte, zu einem Wasserweck gereicht.
**• Sarnau, 13. Sept.. Zu frisch, fröhlichem Wettkampfe fanden sich heute die Schüler des Bezirks Schönstadt (oberes Lahn- und Obmtal deS Kreises Marburg) zusammen. ES wurden folgende Ergebnisse im volkstümlichen Dreikampfe erzielt: Oberstufe: Mädchen: 1. Maria Euter. Marbach, 40 P. 2. Grete Grvlz, Marbach, 25 P. Knaben: 1. Heinr. Reinhardt, Göttingen, 57 P., 2. Georg Sause, Sarnau, 56 P., 3. Hetnr. Muth, Cölbe, Andreas Muth, Sarnau, 55 P., 4. Stephan Götting, Betziesdorf, Joh. Kllngelhöfer, Sterzbausen, 53 P„ 5. Adam Lenz, Cölbe, Heinr. Lemmer, Sarnau, 50 P., 6. Adam Dersch, Sarnau, 51 P., 7. Nikolaus Dittmar, Goßfelden, Karl Mette, Marbach, Fak. Menge!, Wehrda, 50 P., 8. Christian Pilgrim, Betziesdorf, Heinr. Mette, Michelbach, Hch. Pevin, Sterzhausen, 49 P„ 9. Fast. Bamberger, Goßfelden, Lndw. Pitz, Betziesdorf, Joh. Hilberger,. Dterzbausen, 48 P., 10. Kraft Elfter, Goßfelden, Hch. Fiscker, Elnhausen, Joh. Meißner, Betziesdorf, Joh. Bmr, Sterzhausen, Heinr. Löckel. Sckönstadt. Heinr. Seiv, Schönstadt. 46 P., 11. 5>einr. Göbeler, Betzfts- horf, Peter Mann, Betziesdorf, Willi Lehukettng, Cölbe, Heiirr. Ruth l, Elnhaiiien, 45 P., 14. Nikolaus Greif, Michelbach, Jost Gärluer, Caldern, Heinr. Reuse!, Wehrda, Joh. Becke', Sarnau, Heinr. Barth, Elnhausen, 44. P. — Untier stuf«: Mädchen: 1. Ette Schneider, Marbach, 10 P., 2. Gretel Schmidt, Marbach, 21 P. Knaben: 1. Heinr. Köster, Goßfelden, 66 P., 2. Andreas Michel, Cölbe, 62 P., 3. Heinrich Raumann, Sarnau, 59 P., 1. Peter Otto, Göttingen, 'M P., 5. Konr. Hermann, Michelbach, Math. Pilgrim, Betziesdorf, 56 P., 6. Jak. Schüler, Michelbach. Heinr. Damshäuser Sarnau, 53 P., 7. Heinr. Dersck, Michelbach, 52 P., 3. Ludw. Weber, Caldern, Joh.
Sterling stand aus, um zu gehen, als mir plötzlich einfiel, warum er jetzt nicht mehr maskiert sei.
Er lachte nur, als ich danach fragte.
„Stoll kennt mich ohne Narbe nicht wieder,“ sagte er, „und cs ist außerdem sehr unwahrscheinlich, daß meine Wege mich mit ihm und seiner Freundin zusammenführen werden."
„Aber Ljubows genasführte Helfershelfer können dock schon beute wi"der bier fein!"
Sterling lachte noch herzlicher.
„Ljubows Spießgesellen find in Auge verhaftet worden," sagte er.
„Auf wessen Veranlassung denn?"
„Auf meine."
„Aha?"
13. Kapitel.
Der folgende Tag gestaltete sich äußerst bewegt.
Kurz nach elf, als ich mit meinet Frau beim Frühstück saß, wurden wir dadurch überrascht, daß Tatjana mit einem Male erschien und sich meiner Fra« schluchzend in die Arme warf.
„Aber was ist denn geschehen?" rief Alice mitleidig aus, lubem sie der Unglücklichen Hut und Mantel abnahm und ste zum Sofa hinsühtte.
Es dauerte eine Weile, bis Tatjana zu sprechen vermochte und mühsam hervorstieß, wir möchten ste vor Stoll schützen.
Das versprach ich ihr bereitwillig, doch nur unter der Bedingung, daß ste uns offen erzähle, wer sie eigentlich wäre, wer Stoll fei, weshalb sie Ihn fürchte usw.
„Wer ich bin, muß ich mit Rücksicht auf meine Familie verschweigen," stammelte sie. „Was ich bin? Ach, ein unseliges Geschöpf, das mit unlöslichen Banden an einen Elenden gefesselt ist!“
„Herr Stoll ist also Ihr Gatte?" fragte ich.
„Ja — und er hat mein Leben zerstört. Einst glaubte ich, ihn zu lieben — oder liebte ihn vielleicht wirklich. Aber dann kehrte er seine wahre Natur heraus und zwang mich zu den abscheulichste«
Nau, Cölbe, Justus Mtchel, Michelbach, 51 P., 9. Her. mann Müller, Goßfelden, Heinr. Kraft, Caldern, tote* gand Kipp, Bracht, 19 P., 10. Christ. Mann, Betziesdorf, Konr. Henkel, Elnhausen, Peter Michel, Sarnau, 48 P., 11. Joh. Peter, Sarnau, 47 P., 12. Konr. Op- per, Göttingen, Math. Götttg, Betziesdorf, Wilh.Len^ Cölbe, 46 P.
:: Gönnern, 9. Sept. Ein« Familie, bie mit dem Einfahren von Grummet beschäftigt war, hatte auch ihr kleinstes Kind von kaum 21/» Jahren mit auf die W'.«s» genommen. Das Kind wurde bei der Arbeit übersehen, kroch auf der Wiese weiter und fiel in den nahen Bach. Dank einem alten Mütterchen, das diesen Vorfall bemerkte, und schnell zu Hilfe kam, sonst tofire da- klein« Mädchev- ettrunkeu.
Der Raubmord im Eisenbahnabteil
Den Ermittlungen der Kriminalpolizei Ist es gelungen, die Persönlichkeit des am Mittwoch fm Personenzug Frankfurt a. M.—Berlin ermordeten Mannes festzustellen. Es handelt sich um eine« 42 Jahre alten Direktor Max Kreyßig, der in der Nettelbeckstraße 23 wohnt. Auf Grund eines bei dem Toten gefundenen Taschentuches, das M. K. ge- zeichnet ist, wurde er von seiner eigenen Frau rekognosziert. Nach ihren Angaben kam er aus Jena, wohin er eine Geschäftsreise unternommen hatte.
Das Verbrechen selbst muß morgens etwa zwischen 5 Uhr 10 Min. bis 5 Uhr 20 Mln. verübt sein. Der Kampf zwischen den Mördern und seinem Dpe ser kann nicht lange gedauert haben. In dem mit Blut besudelten Abteil fand man ein blutiges Handtuch mit dem Zeichen B und eine sogenannt« Bcrbindungsstange, mit der der Ermordete die töt« lichen Schlage erhalten hat. Es ist das eine Stange, die in dem Bremserhäuschen den Sitz des Bremsers hält. Diese Stange fehlt aus einem Bremserhäus- . chen an einem Wagen 3. Klasse. Die Mörder müssen einigermaßen Bescheid gewußt haben, woher fia sich ein solches Werkzeug verschaffen konnten. Wan» sie es an sich gebracht haben, läßt sich noch nicht sagen.
Die Eisenbahndirektion hat auf die Ergreifung ’ der Täter eine Belohnung von 45 Millionen ausge- • setzt. Alle diejenigen, die zur Aufklärung des Ver- ' brechens beitragen können, besonders aber alle Reisenden, die den Zug benutzt haben, werden ersucht, sich umgehend bei den Kriminalkommissaren Dr. Riemann und Dräger im Zimmer 83 a des Polizeipräsidiums zu melden. Es handelt sich um den Per- fonen’-'.g M 803, der Frankfurt a. M. um 11 Ahr 20 Min. vormittags verlaßt und in Berlin auf de« Anhalter Bahnhof um 6 Uhr 3 Min. früh ehtttifft
Kirchlich« KmtzrtchteR.
Methodistengemcindc. Wörtbstrasse 15a. Soni^ tag vorm. 9.30 Uhr: Predigt 11 Uhr: Sonntage schule. Abends 8.30 Ubr: ^Predigt. Mittwoch abenbl 8 30 Uhr: Bibelstunde.
Kirchl. Verein junger Männer, Wartburg, Sonntag, 16 Sept.: Teilnahme am Krrisverbandsseft . in Treysa. Abfahrt Sonnabend Nachm. Vi6 Uhr. Dienstag: Bibelstunde. Freitag: Monatsversammlg.
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Ws NeWM-WW ersparen Fleisch U. Fett.
Rur mit kochendem Wasser übergossen, geben st« kräftige Fleischbrühe zum Trinken und Kochen, znm Lerbrstern oder Verlängern von Suppen und Soßen aller Art.
Rur echt mit dem Name« Maggi .auf der rotgelbe» Packung.
Handlungen. Alles das hätte ich vielleicht zu ertragen vermocht — ich hatte mich beschieden — war vernichtet. — Aber dieser grcißlnhe Mord — an einem so edlen Menschen. — Ach, Oleg, wenn Ich dich rachen könnte!"
So leid sie mir tat, war ich doch fest entschlossen, ver Sache auf den Grund zu kommen. Mein Detefe tivinstinkt machte sich geltend, und so fragte ich In geschäftsmäßigem Tone:
„Sagen Sie mir vor allem, welches Schicksal de«. Mann getroffen hat, den wir Monsieur Iwan zu nennen pflegten."
„Er — Gott im Himmel? — er Ist tot!" „Und er ist ermordet worden? Wann denn?* „Dienstag abend."
„Wo und von wem?"
„Auf einer Landstraße draußen vor der Stabt — von Stoll — durch einen Dolchstoß in de« Rücken. — Ach, fragen Sie nicht mehr!"
Auch meine Frau sah mich bittend an, aber ich mußte meine Pflicht tun und setzte das Verhör fort!
„Monsieur Iwan hieß also in Wirklichkeit —?“ „Dobinjew", sagte sie weinend, „Oleg Dobinjew."
„Und können Sie mit sagen, warum man Ihn getötet hat?"
„Nein, das weiß — das begreif ich nicht. Sie waren den ganzen Abend so nett miteinander, unb dann — auf dem Rückweg — stürzt Gregor mit eine« Male von hinten auf Dobinjew zu unb stößt ih« nieder-..."
(Fortsetzung folgt.)
Die feinste« Damen-
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